Westflug - Dato Turaschwili - E-Book

Westflug E-Book

Dato Turaschwili

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Beschreibung

Am 18. November 1983 misslingt der Versuch junger Leute, eine Aeroflotmaschine auf ihrem Weg von Tbilisi (Tiflis) nach Leningrad in die Türkei umzuleiten, und endet auf grausame Weise. Ob die Entführer oder die mit aller Härte eingreifende KGB-Einheit die Verantwortung für die vielen Toten bei der anschließenden Erstürmung der Maschine tragen, wird in Georgien bis heute kontrovers diskutiert. Die Todesstrafe für die gescheiterten Freiheitssucher und für den vollkommen unschuldigen, als Anführer stigmatisierten Beichtvater hat die georgische Gesellschaft nachhaltig traumatisiert. Es herrschte ein jahrzehntelanges Schweigen zu diesem zentralen Ereignis, obwohl alle Georgier das traurige Schicksal der Entführer kannten und viele sich mit ihnen identifizierten. Erst Dato Turaschwili, einer der bedeutendsten Schriftsteller Georgiens und Sprachrohr seiner Generation, brachte die Geschichte wieder ans Licht. Mit diesem Dokumentarroman brach er das Tabu und ebnete den Weg für eine längst überfällige Aufarbeitung. Der Fall bewegt noch heute auch dank eines international bekannten Films die Öffentlichkeit.

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Seitenzahl: 191

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Die georgische Originalausgabe erschien 2008 unter dem Titel Jeans Generation ( / Jinsebis Taoba) bei Bakur Sulakauri Publishing in Tbilisi. Der Roman beruht auf wahren Begebenheiten.

Dieses Buch wurde mit Unterstützung des Georgian National Book Center und dem Ministry of Culture and Monument Protection of Georgia veröffentlicht.

The book is published with the support of the Georgian National Book Center and The Ministry of Culture and Monument Protection of Georgia.

E-Book-Ausgabe 2014

© 2008 Dato Turaschwili

© 2014 für diese Ausgabe: Verlag Klaus Wagenbach,Emser Straße 40/41, 10719 Berlin

Alle Rechte vorbehalten.

Jede Vervielfältigung und Verwertung der Texte, auch auszugsweise, ist ohne schriftliche Zustimmung des Verlags urheberrechtswidrig und strafbar. Dies gilt insbesondere für das Herstellen und Verbreiten von Kopien auf Papier, Datenträgern oder im Internet sowie Übersetzungen.

Die Übersetzerin dankt dem Literatursalon EUTERPE und Herrn Prof. Jost Gippert

ISBN: 978 3 8031 4166 8

Auch in gedruckter Form erhältlich: 978 3 8031 2728 0

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Lev Gudkov / Victor Zaslavsky    Russland

Kein Weg aus dem postkommunistischen Übergang?

Stillgelegte Fabriken und aufgegebene Menschen, Megakonzerne und eine reiche Führungsklasse, dahinter ein autoritärer Staat, der unliebsame Oligarchen hinter Gitter bringt – widersprüchlich sind die Nachrichten aus der früheren Sowjetunion. Zaslavsky und Gudkov analysieren mit großer Kenntnis und schonungslos das heutige Russland.

Aus dem Italienischen von Rita Seuß

208 Seiten. Gebunden mit Schutzumschlag

Victor Zaslavsky    Der Sprengprofessor

Lebensgeschichten

Kein politisches Sachbuch, keine Reportage könnte das Leben in Russland zur Zeit des Stalinismus und danach intensiver und plastischer darstellen als diese oft sehr persönlichen Lebensgeschichten.

Aus dem Italienischen bzw. Russischen von Rita Seuß und anderen

. Rotes Leinen. Gebunden mit Schildchen und Prägung. 144 Seiten

Victor Zaslavsky    Klassensäuberung

Das Massaker von Katyn

Die kühle und schockierende Analyse eines stalinistischen Massenmordes: Während der Perestroika mühsam zugegeben, wurden die Archive unter Putin wieder geschlossen, mit der Begründung, »eine demographische Motivation hat es nicht gegeben.«

Aus dem Italienischen von Rita Seuß

WAT 579. 144 Seiten. Broschiert. Deutsche Erstausgabe

Wenn Sie sich für diese und andere Bücher aus unserem Verlag interessieren, besuchen Sie unsere Verlagswebsite: www.wagenbach.deWollen Sie regelmäßig über neue Bücher informiert werden, schreiben Sie uns eine E-Mail an [email protected] oder abonnieren Sie den Newsletter direkt über unsere Verlagswebsite.

Verlag Klaus Wagenbach    Emser Straße 40/41    10719 Berlin

www.wagenbach.de

Mitte der achtziger Jahre in Georgien: Sieben junge Erwachsene aus der Mitte der Gesellschaft wollen sich nicht mehr mit den Ungerechtigkeiten der sowjetischen Realität abfinden. Sie entwickeln einen Plan, der ihnen die Freiheit bringen soll, aber tödlich endet.

»Diese blauen Tage und dieser Sonnenschein der Kindheit …«

Letzte Worte von Antonio Machado(spanischer Lyriker, 1875–1939)

Inhalt

Vorwort

Tina

Sossos Vater

Gega

Der Mönch

Gia

Das Meer

Die Hochzeit

Das Flugzeug

Die Begegnung

Die Brüder

Das Urteil

Eka-Uka

Der Prozess

Das Ende

Der Abflug

Anmerkungen

Ich hatte eigentlich nicht mehr vorgehabt, dieses Buch zu publizieren, weil ich naiv davon ausgegangen war, dass die kommunistische Vergangenheit Georgiens nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion lediglich eine bittere Erinnerung bleiben würde. Inzwischen zeigt sich jedoch, dass diese Vergangenheit zurückzukehren droht, und zwar vor allem, weil wir uns nicht von ihr verabschieden.

Wir haben uns vielleicht von jener Zeit verabschiedet, nicht aber von der Denkweise eines Staatsgebildes, das man damals das »Reich des Bösen« nannte; einer Supermacht, die als Erste den Weltraum erobert hatte und gleichzeitig von den Menschen so weit entfernt war, dass sie es nicht einmal zuließ, dass Jeans produziert wurden. Was für einen Gnadenakt hätte das Nähen von Jeans schon bedeutet? Weil in der Sowjetunion wirklich keine Jeans hergestellt wurden, suchte man den einfachsten Ausweg und ließ sie einfach verbieten.

Uns allen erschienen die verbotenen Jeans verführerischer als Evas Apfel, und so versuchten die Menschen der Sowjetunion, mit allen Mitteln an eine Jeans zu kommen, die ebenso heiß begehrt war wie die Freiheit, und sei es als Schmuggelware. Zwar fand sich unter den auf gewundenen Wegen aus dem Ausland herbeigeschafften Hosen manchmal tatsächlich eine Jeans, aber im damaligen Georgien erkannte man nur das als echt an, was aus den USA kam; schließlich waren die Vereinigten Staaten von Amerika das erklärte Feindbild der sowjetischen Propaganda. So war die sowjetische Bevölkerung irrigerweise davon überzeugt, dass dort, wo die Jeans herkam, auch die Glückseligkeit beheimatet sei.

Denn wo es keine Jeans gab, gab es auch das Privateigentum nicht, den Garanten für Unabhängigkeit, und Freiheit konnte man dort erst im Grab finden. Genauer gesagt, deine Freiheit ließ dir die Sowjetmacht erst dann, wenn du im Grab lagst, und deshalb haben sie dir dein Grab, im Unterschied zu anderen Besitztümern, nicht streitig gemacht. Und weil die sowjetischen Atheisten wussten, dass man sie irgendwann derselben Erde anvertrauen würde, verhielten sie sich gegenüber den Gräbern geradezu loyal – und die Georgier der Sowjetzeit verehrten ihre Toten auf die gleiche Weise, wie es ihre Landsleute schon immer getan hatten.

Möglicherweise gab es noch weitere Gründe, jedenfalls war die eigene Gruft der einzige Besitz, den das sowjetische Regime dem Volk gönnte, und dadurch begann der Niedergang des sowjetischen Georgiers. Der gute Geschmack des Georgiers musste in der Sowjetzeit geradezu verfallen, wenn der einzige Besitz, über den er noch verfügte, sein Grab war. So fing er an, Grabmäler zu schaffen, wie es sie in Georgien nie zuvor gegeben hatte. War das georgische Grab früher immer schlicht gestaltet gewesen, so hatte sich im sowjetischen Georgien das Verhältnis zum Grab, ja zum Tod im Allgemeinen, so vollständig gewandelt, dass man auf den sowjetischen Gräbern fortan marmorne Stühle und Tische, ja sogar Motorräder und Autos sah. Diese Autos waren zu Lebzeiten ihres Besitzers zwar auf andere Namen zugelassen gewesen, aber der sowjetische Georgier wusste doch mit Gewissheit, dass die Gruft sein Eigentum war und dass sie ihm niemand mehr nehmen konnte. Deshalb sorgte er für sie, schmückte sie, pflegte und hegte den einzigen Besitz, den er wirklich sein Eigen nannte. Und die sowjetische Regierung, die es niemandem auch nur zugestand, Haus oder Hof mit einer Mauer zu umgeben, nahm keine Notiz davon, wenn jemand auf seinem Grab einen Palast baute. Nur im eigenen Grab war man also frei. Es wurde zum einzigen Ort in Georgien, den die Sowjetmacht nicht vereinnahmte.

Zwar bestand die sowjetische Regierung Georgiens aus Georgiern, aber auch ihnen waren die Toten lieber als die Lebenden, und sie erwiesen diesen mehr Ehre. Dennoch war die garantierte Grabstätte an eine echt sowjetische Bedingung geknüpft, denn man musste eines natürlichen Todes gestorben sein. Wen sie getötet hatten (und das bedeutete in der Sowjetunion erschossen), der hatte keinen Anspruch mehr auf eine Grabstätte. Man vergrub die Hingerichteten sofort, ohne Totenfeier. Sie sollten einfach in der georgischen Erde verschwinden, irgendwo weit außerhalb der Stadt, wo man sie in eine rasch ausgehobene Grube warf, sodass niemand sie je finden konnte (auch nicht durch Zufall) und niemand erfuhr, dass unter jener Wiese, unter jenem brachen Feld Tausende Exekutierte ruhten. Diejenigen, die die Grube (und nicht etwa ein Grab) ausgehoben hatten, konnten schon am nächsten Tag die Stelle nicht mehr wiederfinden, wo sie in der Nacht zuvor einen Toten verscharrt hatten. Aber manchmal kann man den Menschen ebenso schwer ergründen wie das Universum, das so grenzenlos ist wie das Feld, wo einer der Totengräber fünfzehn Jahre später genau diese geheime Grabstätte wiederfand.

Natürlich war er nicht der Mörder, sondern eben nur der Totengräber; denn ein Mörder hätte sich nicht mehr an die Stelle erinnert, sondern sie für immer vergessen. Der Totengräber aber erinnerte sich genau an das Gras auf dem riesigen, brachen Feld, unter dem Gega Kobachidse liegen musste. Nie hätte der singende Totengräber Shakespeares irgendeinen Toten beweint. So hatte auch unser Totengräber nicht geweint, sondern einfach nur die Grube ausgehoben in jener kalten Novembernacht und sich im Mondlicht das Geheimnis eingeprägt, das er fünfzehn Jahre später flüsternd Gega Kobachidses Mutter anvertraute. Gegas Mutter, Natela Madschavariani, der im Verlauf jener fünfzehn Jahre wer weiß wie viele Leute flüsternd offenbart hatten, sie würden den Aufenthaltsort ihres Sohnes kennen, begriff sofort, dass dieser Mann wirklich etwas wusste.

Denn dieser Mann hatte einfach kein Gesicht, überhaupt kein Gesicht, weil er gesehen hatte, was er gesehen hatte. Er hatte kein Gesicht, weil sich sein Gesicht unter den Narben des Schreckens und des Grauens verbarg, und Natela Madschavariani verstand, dass dieser Mann schon lange tot war und sich deshalb in den Angelegenheiten der Toten bestens auskannte. Natürlich war Gega Kobachidses Mutter auf der Suche nach ihrem Sohn viele Jahre lang jedem nachgelaufen, manchmal sogar jenen, bei denen sie annahm, dass sie im offiziellen Auftrag kamen. Und sie war nicht zuletzt auch solchen gefolgt, die erst eine Gegengabe für ihre Informationen forderten, um dann auf dem Moskauer oder Leningrader Bahnhof auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden.

Denn an diesen Bahnhöfen begann der Weg nach Sibirien und in die Lager des Nordens.

Vor dem eigenen Tod ist es schwer, an den Tod zu glauben, und dies umso mehr beim Tod des Sohnes, denn der Tod eines eigenen Kindes ist einfach nicht akzeptabel, umso weniger, wenn man ihn verheimlicht und das Warten auf eine offizielle Antwort ebenso widersinnig ist wie ein »offizieller« Traum. Auch eine »offizielle« Hoffnung gibt es nicht, denn die Hoffnung ist ganz persönlich; mit deiner Hoffnung kannst du leben, und mit deiner Hoffnung kannst du deinen zum Tode verurteilten Sohn suchen, den sie hoffentlich nicht hingerichtet haben, sondern der in irgendeinem entlegenen Lager in Sibirien als Lebenslänglicher einsitzt, aber wenigstens lebt.

Im Laufe dieser Jahre erschienen tatsächlich immer wieder Leute, die glaubhaft versicherten, dass sie Gega (oder einen seiner Kumpane) in einem der russischen Arbeitslager für Schwerstverbrecher gesehen hätten, und die Eltern fuhren sofort hin. Nicht weil sie nicht einsehen konnten, dass es in jener entsetzlichen, unendlichen und ziellosen Sowjetunion unmöglich war, einen exekutierten Sohn wiederzufinden, sondern einfach weil ihre Hoffnung noch nicht gestorben war.

Die Hoffnung starb erst, als der Totengräber kam.

Am Ende verstanden auch die Eltern, dass es besser war, die Wahrheit zu kennen, und sei sie auch noch so grausam; dass es besser für sie war zu wissen, wo ihre Kinder waren. Und Natela Madschavariani erkannte eben sofort, dass dieser Totengräber etwas wusste, mehr wusste als alle anderen zusammen, die flüsternd aufgetaucht waren, und sie argwöhnte zu Recht, dass dieser Mann tatsächlich der Totengräber ihrer Hoffnung war.

Sie gingen los, nur eine kleine Gruppe, schweigend – so wie auch der damalige ZK-Sekretär, der inzwischen Präsident geworden war (nennen wir ihn Giorgi statt Eduard), schwieg, obwohl er genau wusste, wen sie wann und wo ermordet hatten.

Es war kalt, aber die Frauen fürchteten weder die Kälte noch den aufgeweichten Boden, den sie mit ihren Männern gemeinsam aufgegraben hätten, was diese aber nicht zuließen. Es regnete. Manchmal ließ der Regen nach, aber der Boden blieb matschig und die Männer stöhnten so laut, dass es über das grenzenlose Feld hinweg zu hören war.

Die Frauen fürchteten sich nicht, aber Natela Madschavariani staunte über die Selbstsicherheit des Totengräbers, und sie versuchte vergeblich, sich sein Gesicht einzuprägen. Das Feld war riesengroß, ein unermessliches Grab, in dem sie die aus der Stadt herbeigeschafften Leichen nächtens ohne Hinweis auf die Person und ohne Sarg verscharrt hatten – all die Menschen, die die sowjetische Regierung im Laufe von zig Jahren hatte exekutieren lassen.

Die Georgier nannten den Sarg »Palast«, vermutlich weil der Tod für sie so leichter zu ertragen war; wer aber von der Sowjetmacht hingerichtet wurde, wurde nicht in einem »Palast« begraben. Deshalb wunderte sich der Totengräber, als sie auf einen Sarg stießen und er den kalten Klang vernahm; dann erst wurde ihm klar, dass nur ein außergewöhnlicher Delinquent in einem Sarg in die Grube hinabgelassen worden wäre, und er wiederholte umso selbstbewusster die Behauptung, wegen der sie alle hier waren, dass er wisse, wo sie Gega Kobachidse vergraben hatten. Der Sarg war allerdings aus Blech, nicht wie gewöhnlich aus Holz, und plötzlich wurde es Gegas Vater, Mischa Kobachidse, übel; so übel, dass die Frauen beschlossen, Wasser für ihn zu holen. Aber es fand sich weder eine Quelle noch ein Dorf in der Nähe. Plötzlich wusste keine von ihnen mehr, aus welcher Richtung sie gekommen waren und welchen Weg sie einschlagen müssten, um wieder auf das Feld zu gelangen. Auf dem Weg von Tbilissi hatten alle, ohne es abgesprochen zu haben, versucht, sich den Weg zu merken. Nachdem sie aber das Geräusch des Spatens auf dem Blech gehört hatten, verflüchtigte sich diese Erinnerung, und sie kamen sich nun vor wie in einer unbekannten Stadt, die genau dort, gar nicht so fern von Tbilissi, seit 1921 existiert hatte. Es war eine unterirdische Stadt, die von Feldblumen bedeckt war und die jüngere Geschichte Tbilissis und Georgiens verborgenhielt. Ja, dieses Feld versteckte die unterirdische georgische Geschichte des 20. Jahrhunderts, und in dieser Unterwelt traf man naturgemäß Personen aus dem Untergrund an. Hier ruhten diejenigen, denen die sowjetische Führung zu Lebzeiten kein Wasser zugestanden hatte und die nun kein Wasser mehr brauchten. Niemand hatte mitbekommen, woher der Totengräber dann Wasser für Mischa Kobachidse brachte. Bis zum Öffnen des Sargs dauerte es nur noch einen Augenblick.

An diesem Augenblick ließen sie die Eltern nicht teilhaben, auch wenn Gega Kobachidses Eltern sich gerade diesen Augenblick schon unzählige Male vorgestellt hatten. Den Sarg öffneten die anderen. Natia Megrelischwili erkannte den Toten sofort – es war nicht Gega Kobachidse.

Bevor sie auf den Sarg gestoßen waren, an jenem regnerischen Tag im Jahr 1999, als sie, auf das Äußerste gespannt und mit nervösen Gesichtern, die Erde des scheinbar endlosen Feldes aufgruben, während es rundherum keinerlei Anzeichen dafür gab, dass hier jemand begraben sein könnte, hatte jener gesichtslose Mann auf Natela Madschavarianis Schweigen mit fester Stimme geantwortet:

»Es ist wirklich diese Stelle, ich erinnere mich genau.«

»Aber es sind fünfzehn Jahre vergangen«, entgegnete jemand.

»Gegas Grab ist hier, ich erinnere mich genau.«

Die Männer hatten wortlos weitergegraben, und ihr Schweigen wurde immer wieder durch ihr Stöhnen unterbrochen, bis einer der Spaten an die metallene Kante des Sargs stieß. In diesem Moment erstarrten alle, aber nur für einen Augenblick, dann machten sie wie besessen weiter und hoben den Sarg an die Oberfläche.

Als die Männer den Sarg öffneten, schaute Natela sie an, um ihre Reaktion zu sehen. Die Männer starrten verblüfft auf den Leichnam, der nach so vielen Jahren kaum noch zu identifizieren war, bis Natia Megrelischwili leise, aber bestimmt feststellte:

»Das ist nicht Gega.«

Auch Eka Tschichladse hatte es sich nicht vorstellen können, dass sie auf diese Weise noch einmal Sosso Zereteli begegnen würde. Er trug auch jetzt, nach fünfzehn Jahren, dieselben Jeans, in denen Eka ihn zuletzt gesehen hatte – einige Tage vor der Flugzeugentführung.

Tina

Damals, am 18. November 1983, stand an der Tür jenes Flugzeugs, das erfolglos entführt worden und dann wieder in Tbilissi gelandet war, eine junge Frau und hielt eine Granate umklammert. Auf ihr angstverzerrtes Gesicht tropfte der Regen.

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