Wie ich die Welt sehe - Albert Einstein - E-Book

Wie ich die Welt sehe E-Book

Einstein Albert

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Beschreibung

In die Sammlung Wie ich die Welt sehe entfaltet Albert Einstein ein umfassendes geistiges Selbstporträt, das weit über seine Rolle als Naturwissenschaftler hinausgeht. Die hier versammelten Essays, Reden und Briefe kreisen um grundlegende Fragen des menschlichen Daseins: den Sinn des Lebens, die Verantwortung des Individuums, das Verhältnis von Wissenschaft, Moral und Gesellschaft sowie die Gefahren politischer und militärischer Macht. Einstein tritt dabei als moralisch reflektierender Humanist auf, dessen Denken von einem tiefen Verantwortungsgefühl gegenüber der Menschheit getragen ist. Zentral ist seine Überzeugung, dass der Sinn des Lebens nicht im materiellen Erfolg oder im Reichtum liege, sondern im Dienst an der Gemeinschaft und in der Entwicklung ethischer Werte. Der wahre Wert eines Menschen bemesse sich für Einstein nicht nach Leistung oder Besitz, sondern nach Mitgefühl, Wahrhaftigkeit und sozialer Verantwortung. Gut und Böse sind für ihn keine abstrakten Begriffe, sondern Ausdruck menschlichen Handelns, das stets an moralischen Maßstäben gemessen werden müsse. In seinem Selbstporträt zeigt sich ein Mann von großer Bescheidenheit, der persönliche Anerkennung ablehnt und stattdessen die Freiheit des Denkens und Lehrens verteidigt. Ein weiterer Schwerpunkt des Werkes ist das Verhältnis von Religion und Wissenschaft. Einstein entwickelt eine Form der "religiösen Haltung", die nicht auf Dogmen beruht, sondern auf Ehrfurcht vor der Ordnung und Verständlichkeit der Natur. Die Religiosität der Forschung äußert sich für ihn im Staunen und in der demütigen Anerkennung der Grenzen menschlichen Wissens. Wissenschaft und Zivilisation sind eng miteinander verknüpft, doch warnt Einstein eindringlich vor einem moralischen Verfall, wenn wissenschaftlicher Fortschritt nicht von ethischer Kultur begleitet wird. Besondere Bedeutung kommt Einsteins politischen und gesellschaftlichen Stellungnahmen zu. In Texten über Staat und individuelles Gewissen betont er die Pflicht des Einzelnen, sich ungerechten Autoritäten zu widersetzen. Gemeinschaft und Persönlichkeit stehen für ihn nicht im Widerspruch, sondern ergänzen einander. Freiheit – geistig wie politisch – ist eine unverzichtbare Voraussetzung für menschliche Würde. In seinen Schriften über Krieg und Frieden, insbesondere in Warum Krieg? und den Briefen an Friedensfreunde, verurteilt Einstein Militarismus entschieden und warnt vor der Gefahr der Massenvernichtung, die mit modernen Waffen einhergeht. Einstein bezieht klar Stellung gegen Rassismus und Antisemitismus. Seine Texte über die Verfolgung der europäischen Juden, den Zionismus und das Gedenken an den Aufstand im Warschauer Ghetto sind eindringliche Mahnungen gegen das Vergessen. Zugleich reflektiert er kritisch die Verantwortung der eigenen Generation. In seinen späteren Schriften zum Atomkrieg formuliert er eine Botschaft für die Nachwelt: Der Krieg mag gewonnen sein, doch der Frieden bleibt eine Aufgabe. Wie ich die Welt sehe ist somit ein moralisch-intellektuelles Vermächtnis. Es zeigt Einstein als einen Denker, der Wissenschaft, Ethik und Humanität untrennbar miteinander verbindet und dessen Gedanken auch für gegenwärtige und zukünftige Generationen von bleibender Bedeutung sind.

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Veröffentlichungsjahr: 2026

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Albert Einstein

Wie ich die Welt sehe

e-artnow, 2025

Inhaltsverzeichnis

Vom Sinn des Lebens
Wie ich die Welt sehe
Von der Freiheit der Lehre
Der wahre Wert eines Menschen
Gut und Böse
Selbstporträt
Vom Reichtum
Religion und Wissenschaft
Die Religiosität der Forschung
Der Staat und das individuelle Gewissen
Gemeinschaft und Persönlichkeit
Die Notwendigkeit der ethischen Kultur
Wissenschaft und Zivilisation
Zehn schicksalhafte Jahre
Moralischer Verfall
Botschaft für die Nachwelt
Über die Freiheit
Moral und Emotionen
Über Bildung
Das Ziel der menschlichen Existenz
Wissenschaft und Gesellschaft
Warum Krieg?
Drei Briefe an Friedensfreunde
Warum Sozialismus?
Eine Antwort an die sowjetischen Wissenschaftler
Zum Rassismus gegen Schwarze Menschen
Warum hassen sie die Juden?
Die Zerstreuung der europäischen Juden
Vergessen wir nicht
Unsere Schuld gegenüber dem Zionismus
An die Helden der Schlacht im Warschauer Ghetto
Die Berufung der Juden
Die Juden Israels
Atomkrieg oder Frieden
Der Krieg ist gewonnen, aber der Frieden noch nicht
Zum Militärdienst
Die Gefahr der Massenvernichtung

Vom Sinn des Lebens

Inhaltsverzeichnis

Welches ist der Sinn unseres Lebens, welches der Sinn des Lebens aller Lebewesen überhaupt? Eine Antwort auf diese Frage wissen, heißt religiös sein. Du fragst: Hat es denn überhaupt einen Sinn, diese Frage zu stellen? Ich antworte: Wer sein eigenes Leben und das seiner Mitmenschen als sinnlos empfindet, der ist nicht nur unglücklich, sondern auch kaum lebensfähig.

Wie ich die Welt sehe

Inhaltsverzeichnis

Wie merkwürdig ist die Situation von uns Erdenkindern! Für einen kurzen Besuch ist jeder da. Er weiß nicht wofür, aber manchmal glaubt er, es zu fühlen. Vom Standpunkt des täglichen Lebens ohne tiefere Reflexion weiß man aber: man ist da für die anderen Menschen - zunächst für diejenigen, von deren Lächeln und Wohlsein das eigene Glück völlig abhängig ist, dann aber auch für die vielen Ungekannten, mit deren Schicksal uns ein Band des Mitfühlens verknüpft. Jeden Tag denke ich unzählige Male daran, daß mein äußeres und inneres Leben auf der Arbeit der jetzigen und der schon verstorbenen Menschen beruht, daß ich mich anstrengen muß, um zu geben im gleichen Ausmaß, wie ich empfangen habe und noch empfange. Ich habe das Bedürfnis nach Genügsamkeit und habe oft das drückende Bewußtsein, mehr als nötig von der Arbeit meiner Mitmenschen zu beanspruchen. Die sozialen Klassenunterschiede empfinde ich nicht als gerechtfertigt und letzten Endes als auf Gewalt beruhend. Auch glaube ich, daß ein schlichtes und anspruchsloses äußeres Leben für jeden gut ist, für Körper und Geist.

An Freiheit des Menschen im philosophischen Sinne glaube ich keineswegs. Jeder handelt nicht nur unter äußerem Zwang, sondern auch gemäß innerer Notwendigkeit. Schopenhauers Spruch: »Ein Mensch kann zwar tun, was er will, aber nicht wollen, was er will«, hat mich seit meiner Jugend lebendig erfüllt und ist mir beim Anblick und beim Erleiden der Härten des Lebens immer ein Trost gewesen und eine unerschöpfliche Quelle der Toleranz. Dieses Bewußtsein mildert in wohltuender Weise das leicht lähmend wirkende Verantwortungsgefühl und macht, daß wir uns selbst und die andern nicht gar zu ernst nehmen; es führt zu einer Lebensauffassung, die auch besonders dem Humor sein Recht läßt.

Nach dem Sinn oder Zweck des eigenen Daseins sowie des Daseins der Geschöpfe überhaupt zu fragen, ist mir von einem objektiven Standpunkt aus stets sinnlos erschienen. Und doch hat andererseits jeder Mensch gewisse Ideale, die ihm richtunggebend sind für das Streben und für das Urteilen. In diesem Sinn ist mir Behagen und Glück nie als Selbstzweck erschienen (ich nenne diese ethische Basis auch Ideal der Schweineherde). Meine Ideale, die mir voranleuchteten und mich mit frohem Lebensmut immer wieder erfüllten, waren Güte, Schönheit und Wahrheit. Ohne das Gefühl von Übereinstimmung mit Gleichgesinnten, ohne die Beschäftigung mit dem Objektiven, dem ewig Unerreichbaren auf dem Gebiet der Kunst und des wissenschaftlichen Forschens wäre mir das Leben leer erschienen. Die banalen Ziele menschlichen Strebens: Besitz, äußerer Erfolg, Luxus, erschienen mir seit meinen jungen Jahren verächtlich.

Mein leidenschaftlicher Sinn für soziale Gerechtigkeit und soziale Verpflichtung stand stets in einem eigentümlichen Gegensatz zu einem ausgesprochenen Mängel an unmittelbarem Anschlußbedürfnis an Menschen und an menschliche Gemeinschaften. Ich bin ein richtiger »Einspänner«, der dem Staat, der Heimat, dem Freundeskreis, ja, selbst der engeren Familie nie mit ganzem Herzen angehört hat, sondern all diesen Bindungen gegenüber ein nie sich legendes Gefühl der Fremdheit und des Bedürfnisses nach Einsamkeit empfunden hat, ein Gefühl, das sich mit dem Lebensalter noch steigert. Man empfindet scharf, aber ohne Bedauern die Grenze der Verständigung und Konsonanz mit anderen Menschen. Wohl verliert ein solcher Mensch einen Teil der Harmlosigkeit und des Unbekümmertseins, aber er ist dafür von den Meinungen, Gewohnheiten und Urteilen der Mitmenschen weitgehend unabhängig und kommt nicht in die Versuchung, sein Gleichgewicht auf solch unsolide Grundlage zu stellen.

Mein politisches Ideal ist das demokratische. Jeder soll als Person respektiert und keiner vergöttert sein. Eine Ironie des Schicksals, daß die andern Menschen mir selbst viel zuviel Bewunderung und Verehrung entgegengebracht haben, ohne meine Schuld und ohne mein Verdienst. Es mag wohl von dem für viele unerfüllbaren Wunsch herrühren, die paar Gedanken zu verstehen, die ich mit meinen schwachen Kräften in unablässigem Ringen gefunden habe. Ich weiß zwar sehr wohl, daß es zur Erreichung jedes organisatorischen Zieles nötig ist, daß einer denke, anordne und im Großen die Verantwortung trage. Aber die Geführten sollen nicht gezwungen sein, sondern den Führer wählen können. Ein autokratisches System des Zwanges degeneriert nach meiner Überzeugung in kurzer Zeit. Denn Gewalt zieht stets moralisch Minderwertige an, und es ist nach meiner Überzeugung Gesetz, daß geniale Tyrannen Schurken als Nachfolger haben. Aus diesem Grunde bin ich stets leidenschaftlicher Gegner solcher Systeme gewesen, wie wir es heute in Italien und Rußland erleben. Was die im gegenwärtigen Europa herrschende demokratische Form in Mißkredit gebracht hat, ist nicht der demokratischen Grundidee zur Last zu legen, sondern dem Mangel an Stabilität der Spitzen der Regierungen und dem unpersönlichen Charakter des Wahlmodus. Ich glaube aber, daß die Vereinigten Staaten von Nordamerika in dieser Beziehung das Richtige getroffen haben: sie haben nämlich einen auf genügend lange Zeit gewählten, verantwortlichen Präsidenten, der genug Macht hat, um tatsächlich Träger der Verantwortung zu sein. Dagegen schätze ich an unserem Staatsbetrieb die weitergehende Fürsorge für das Individuum im Falle von Krankheit und Not. Als das eigentlich Wertvolle im menschlichen Getriebe empfinde ich nicht den Staat, sondern das schöpferische und fühlende Individuum, die Persönlichkeit: sie allein schafft das Edle und Sublime, während die Herde als solche stumpf im Denken und stumpf im Fühlen bleibt.

Bei diesem Gegenstand komme ich auf die schlimmste Ausgeburt des Herdenwesens zu reden: auf das mir verhaßte Militär! Wenn einer mit Vergnügen in Reih und Glied zu einer Musik marschieren kann, dann verachte ich ihn schon; er hat sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde. Diesen Schandfleck der Zivilisation sollte man so schnell wie möglich zum Verschwinden bringen. Heldentum auf Kommando, sinnlose Gewalttat und die leidige Vaterländerei, wie glühend hasse ich sie, wie gemein und verächtlich erscheint mir der Krieg; ich möchte mich lieber in Stücke schlagen lassen, als mich an einem so elenden Tun beteiligen! Ich denke immerhin so gut von der Menschheit, daß ich glaube, dieser Spuk wäre schon längst verschwunden, wenn der gesunde Sinn der Völker nicht von geschäftlichen und politischen Interessenten durch Schule und Presse systematisch korrumpiert würde.

Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht. Wer es nicht kennt und sich nicht mehr wundern, nicht mehr staunen kann, der ist sozusagen tot und sein Auge erloschen. Das Erlebnis des Geheimnisvollen - wenn auch mit Furcht gemischt - hat auch die Religion gezeugt. Das Wissen um die Existenz des für uns Undurchdringlichen, der Manifestationen tiefster Vernunft und leuchtendster Schönheit, die unserer Vernunft nur in ihren primitivsten Formen zugänglich sind, dies Wissen und Fühlen macht wahre Religiosität aus; in diesem Sinn und nur in diesem gehöre ich zu den tief religiösen Menschen. Einen Gott, der die Objekte seines Schaffens belohnt und bestraft, der überhaupt einen Willen hat nach Art desjenigen, den wir an uns selbst erleben, kann ich mir nicht einbilden. Auch ein Individuum, das seinen körperlichen Tod überdauert, mag und kann ich mir nicht denken; mögen schwache Seelen aus Angst oder lächerlichem Egoismus solche Gedanken nähren. Mir genügt das Mysterium der Ewigkeit des Lebens und das Bewußtsein und die Ahnung von dem wunderbaren Bau des Seienden sowie das ergebene Streben nach dem Begreifen eines noch so winzigen Teiles der in der Natur sich manifestierenden Vernunft.

Von der Freiheit der Lehre

Inhaltsverzeichnis

Zum »Fall Gumbel«

Zahlreich sind die Lehrkanzeln, aber selten die weisen und edlen Lehrer. Zahlreich und groß sind die Hörsäle, doch wenig zahlreich die jungen Menschen, die ehrlich nach Wahrheit und Gerechtigkeit dürsten. Zahlreich spendet die Natur ihre Dutzendware, aber das Feinere erzeugt sie selten.

Das wissen wir alle, warum also klagen? War es nicht immer so, und wird es nicht immer so bleiben? Gewiß ist es so, und man muß das von Natur Gegebene hinnehmen, wie es eben ist. Aber es gibt daneben auch einen Zeitgeist, eine der Generation eigentümliche Gesinnung, die sich von Mensch zu Mensch überträgt und die einer Gemeinschaft ihr charakteristisches Gepräge gibt. An der Wandlung dieses Zeitgeistes muß jeder sein kleines Teil arbeiten.

Vergleichen Sie den Geist, der in der hiesigen akademischen Jugend vor einem Jahrhundert lebendig war, mit dem heute lebendigen! Es gab einen Glauben an eine Besserung der menschlichen Gesellschaft, Hochachtung vor jeder ehrlichen Meinung, jene Toleranz, für die unsere Klassiker gelebt und gekämpft haben. Es gab damals ein Streben nach einer größeren politischen Einheit, welche Deutschland hieß. Damals war es die akademische Jugend und waren es die akademischen Lehrer, in denen diese Ideale lebten.

Auch heute gibt es ein Streben nach sozialem Fortschritt, nach Toleranz und Freiheit des Gedankens, nach einer größeren politischen Einheit, die bei uns heute Europa heißt. Heute aber ist die akademische Jugend nicht mehr die Trägerin der Hoffnungen und Ideale des Volkes, so wenig wie die akademische Lehrerschaft. Dies muß jeder zugeben, der ohne Leidenschaft, mit nüchternem Blick, unsere Zeit betrachtet.

Wir sind heute zusammengekommen, um uns auf uns selbst zu besinnen. Der äußere Anlaß zu dieser Zusammenkunft ist der »Fall Gumbel«. Dieser von Gerechtigkeitssinn getragene Mann hat mit hingebendem Fleiß, mit hohem Mut und mit musterhafter Objektivität über ungesühnte politische Verbrechen geschrieben und durch seine Bücher der Gemeinschaft einen großen Dienst erwiesen. Wir erleben es, daß dieser Mann heute von der Studentenschaft und zum Teil auch von der Lehrerschaft seiner Hochschule bekämpft und zu verdrängen gesucht wird.

So weit darf politische Leidenschaft nicht gehen. Ich bin der Überzeugung, daß jeder, der Herrn Gumbels Bücher mit offenem Geiste liest, davon einen ähnlichen Eindruck haben wird wie ich selbst. Solcher Männer bedarf es, wenn wir es zu einer gesunden politischen Gemeinschaft bringen sollen.

Urteile jeder nach seinem eigenen Ermessen, auf Grund seiner eigenen Lektüre, aber nicht nach dem, was andere ihm sagen!

Geschieht dies, so kann der »Fall Gumbel« nach einem wenig rühmlichen Anfang noch Gutes bewirken.

Der wahre Wert eines Menschen

Inhaltsverzeichnis

ist in erster Linie dadurch bestimmt, in welchem Grad und in welchem Sinn er zur Befreiung vom Ich gelangt ist.

Gut und Böse

Inhaltsverzeichnis

Es ist im Prinzip richtig, daß denen die meiste Liebe entgegengebracht werden soll, die zur Veredelung der Menschen und des menschlichen Lebens am meisten beigetragen haben. Wenn man aber weiter fragt, was für Menschen das seien, gerät man in nicht geringe Schwierigkeiten. Bei den politischen, ja, sogar bei den religiösen Führern ist es meist recht zweifelhaft, ob sie mehr Gutes oder Schlechtes bewirkt haben. Ich glaube daher allen Ernstes, daß man den Menschen am besten dient, indem man sie mit einer edlen Sache beschäftigt und dadurch indirekt veredelt. Dies gilt in erster Linie von den bedeutenden Künstlern, in zweiter Linie aber auch von den Forschern. Es ist richtig, daß die Ergebnisse der Forschung den Menschen nicht veredeln und bereichern, wohl aber das Streben nach dem Verstehen, die produktive und rezeptive geistige Arbeit. So wäre es doch gewiß auch schlecht angebracht, wenn man den Wert des Talmud nach seinen intellektuellen Ergebnissen beurteilen wollte!