Warum Krieg? - Albert Einstein - E-Book

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Einstein Albert

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Beschreibung

Warum Krieg? versammelt die wichtigsten politischen und moralischen Schriften von Albert Einstein, in denen er sich über Jahrzehnte hinweg konsequent gegen Krieg, Militarismus, Nationalsozialismus und die Bedrohung durch atomare Waffen wendet. Die Sammlung zeigt Einstein nicht als Physiker, sondern als engagierten Intellektuellen, der seine weltweite Autorität nutzte, um vor den zerstörerischen Kräften moderner Machtpolitik zu warnen. Im Zentrum steht der berühmte Briefwechsel mit Sigmund Freud, in dem beide der Frage nachgehen, warum Krieg trotz kulturellen Fortschritts immer wiederkehrt. Einstein sucht hier nicht nach einfachen Antworten, sondern nach strukturellen Ursachen: Machtinteressen, Nationalismus, Manipulation der Massen und die fehlende internationale Rechtsordnung. Texte wie Zur Abschaffung der Kriegsgefahr, Friede und Drei Briefe an Friedensfreunde formulieren einen leidenschaftlichen Pazifismus, der jedoch nicht naiv, sondern politisch durchdacht ist. Mit dem Aufstieg des Faschismus verschärft sich der Ton. In Schriften wie Faschismus und Wissenschaft, Der Krieg ist gewonnen, aber der Frieden noch nicht und Vergessen wir nicht analysiert Einstein die geistigen Voraussetzungen totalitärer Systeme und warnt vor der Unterordnung von Wissenschaft unter militärische und ideologische Ziele. Besonders eindringlich sind die Texte zur atomaren Bedrohung: Atomkrieg oder Frieden und Die Gefahr der Massenvernichtung zeigen seine tiefe Sorge über eine Technik, die schneller wächst als die moralische Verantwortung der Menschheit. Zugleich weist die Sammlung über reine Kritik hinaus. In Auf dem Weg zu einer Weltregierung, Der Ausweg und dem Offenen Brief an die Generalversammlung der Vereinten Nationen entwickelt Einstein konkrete Visionen für eine supranationale Friedensordnung. Essays wie Die Schulen und das Problem des Friedens, Zum Militärdienst und Über die Freiheit machen deutlich, dass Frieden für ihn nicht nur eine politische, sondern auch eine kulturelle und erzieherische Aufgabe ist. Warum Krieg? ist damit ein eindrucksvolles Dokument moralischer Klarheit. Das Buch zeigt einen Denker, der die Katastrophen des 20. Jahrhunderts nicht nur analysierte, sondern unermüdlich versuchte, ihnen mit Vernunft, Verantwortung und humanistischer Hoffnung entgegenzutreten.

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Veröffentlichungsjahr: 2026

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Albert Einstein

Warum Krieg?

Gesammelte Schriften gegen Nazismus und gegen Atomkrieg
e-artnow, 2025

Inhaltsverzeichnis

Warum Krieg? - Briefwechsel zwischen Albert Einstein und Sigmund Freud
Faschismus und Wissenschaft
Zur Abschaffung der Kriegsgefahr
Friede
Drei Briefe an Friedensfreunde
Atomkrieg oder Frieden
Der Krieg ist gewonnen, aber der Frieden noch nicht
Die Gefahr der Massenvernichtung
Auf dem Weg zu einer Weltregierung
Der Ausweg
Offener Brief an die Generalversammlung der Vereinten Nationen
War Europa ein Erfolg?
Die Schulen und das Problem des Friedens
Zum Militärdienst
Militärisches Eindringen in die Wissenschaft
Vergessen wir nicht
Verlorenes Paradies
Über die Freiheit

Warum Krieg? - Briefwechsel zwischen Albert Einstein und Sigmund Freud

Inhaltsverzeichnis
Albert Einstein
Sigmund Freud

ALBERT EINSTEIN

Inhaltsverzeichnis
Caputh, bei Potsdam, 30.Juli 1932.
Lieber Herr Freud!

ICH bin glücklich darüber, dass ich durch die Anregung des Völkerbundes und seines Internationalen Instituts für geistige Zusammenarbeit in Paris, in freiem Meinungsaustausch mit einer Person meiner Wahl ein frei gewähltes Problem zu erörtern, eine einzigartige Gelegenheit erhalte, mich mit Ihnen über diejenige Frage zu unterhalten, die mir beim gegenwärtigen Stande der Dinge als die wichtigste der Zivilisation er scheint: Gibt es einen Weg, die Menschen von dem Verhängnis des Krieges zu befreien? Die Einsicht, dass diese Frage durch die Fortschritte der Technik zu einer Existenzfrage für die zivilisierte Menschheit geworden ist, ist ziemlich allgemein durchgedrungen, und trotzdem sind die heissen Bemühungen um ihre Lösung bisher in erschreckendem Masse gescheitert.

Ich glaube, dass auch unter den mit diesem Problem praktisch und beruflich beschäftigten Menschen, aus einem gewissen Gefühl der Ohnmacht heraus, der Wunsch lebendig ist, Personen um ihre Auffassung des Problems zu befragen, die durch ihre gewohnte wissenschaftliche Tätigkeit zu allen Fragen des Lebens eine weitgehende Distanz gewonnen haben. Was mich selber betrifft, so liefert mir die gewohnte Richtung meines Denkens keine Einblicke in die Tiefen des menschlichen Wollens und Fühlens, so dass ich bei dem hier versuchten Meinungsaustausch nicht viel mehr tun kann, als versuchen, die Fragestellung herauszuarbeiten und durch Vorwegnahme der mehr äusserlichen Lösungsversuche Ihnen Gelegenheit zu geben, die Frage vom Standpunkte Ihrer vertieften Kenntnis des menschlichen Trieblebens aus zu beleuchten. Ich vertraue darauf, dass Sie auf Wege der Erziehung werden hinweisen können, die auf einem gewissermassen unpolitischen Wege psychologische Hindernisse zu beseitigen imstande sind, welche der psychologisch Ungeübte wohl ahnt, deren Zusammenhänge und Wandelbarkeit er aber nicht zu beurteilen vermag.

Weil ich selber ein von Affekten nationaler Natur freier Mensch bin, erscheint mir die äussere bezw. organisatorische Seite des Problems einfach: Die Staaten schaffen eine legislative und gerichtliche Behörde zur Schlichtung aller zwischen ihnen entstehenden Konflikte. Sie verpflichten sich, sich den von der legislativen Behörde aufgestellten Gesetzen zu unterwerfen, das Gericht in allen Streitfällen anzurufen, sich seinen Entscheidungen bedingungslos zu beugen, sowie alle diejenigen Massnahmen durchzuführen, welche das Gericht für die Realisierung seiner Entscheidungen für notwendig erachtet. Hier schon stosse ich auf die erste Schwierigkeit: Ein Gericht ist eine menschliche Einrichtung, die umsomehr geneigt sein dürfte, ihre Entscheidungen ausserrechtlichen Einflüssen zugänglich zu machen, je weniger Macht ihr zur Verfügung steht, ihre Entscheidungen durchzusetzen. Es ist eine Tatsache, mit der man rechnen muss: Recht und Macht sind unzertrennlich verbunden, und die Sprüche eines Rechtsorgans nähern sich umsomehr dem Gerechtigkeitsideal der Gemeinschaft, in deren Namen und Interesse Recht gesprochen wird, je mehr Machtmittel diese Gemeinschaft aufbringen kann, um die Respektierung ihres Gerechtigkeitsideals zu erzwingen. Wir sind aber zurzeit weit davon entfernt, eine überstaatliche Organisation zu besitzen, die ihrem Gericht unbestreitbare Autorität zu verleihen und der Exekution seiner Erkenntnisse absoluten Gehorsam zu erzwingen imstande wäre. So drängt sich mir die erste Feststellung auf: Der Weg zur internationalen Sicherheit führt über den bedingungslosen Verzicht der Staaten auf einen Teil ihrer Handlungsfreiheit bezw. Souveränität, und es dürfte unbezweifelbar sein, dass es einen ändern Weg zu dieser Sicherheit nicht gibt.

Ein Blick auf die Erfolglosigkeit der zweifellos ernst gemeinten Bemühungen der letzten Jahrzehnte, dieses Ziel zu erreichen, lässt jeden deutlich fühlen, dass mächtige psychologische Kräfte am Werke sind, die diese Bemühungen paralysieren. Einige dieser Kräfte liegen offen zutage. Das Machtbedürfnis der jeweils herrschenden Schicht eines Staates, widersetzt sich einer Einschränkung der Hoheitsrechte desselben. Dieses « politische Machtbedürfnis » wird häufig genährt aus einem materiell-ökonomisch sich äussernden Machtstreben einer ändern Schicht. Ich denke hier vornehmlich an die innerhalb jedes Volkes vorhandene kleine, aber entschlossene, sozialen Erwägungen und Hemmungen unzugängliche Gruppe jener Menschen, denen Krieg, Waffenherstellung- und handel, nichts als eine Gelegenheit sind, persönliche Vorteile zu ziehen, den persönlichen Machtbereich zu erweitern.

Diese einfache Feststellung bedeutet aber nur einen ersten Schritt in der Erkenntnis der Zusammenhänge. Es erhebt sich sofort die Frage: Wie ist es möglich, dass die soeben genannte Minderheit, die Masse des Volkes ihren Gelüsten dienstbar machen kann, die durch einen Krieg nur zu leiden und zu verlieren hat. (Wenn ich von der Masse des Volkes spreche, so schliesse ich aus ihr diejenigen nicht aus, die als Soldaten aller Grade den Krieg zum Beruf gemacht haben, in der Ueberzeugung, dass sie der Verteidigung der höchsten Güter ihres Volkes dienen, und dass manchmal die beste Verteidigung der Angriff ist.) Hier scheint die nächstliegende Antwort zu sein: Die Minderheit der jeweils Herrschenden hat vor allem die Schule, die Presse und meistens auch die religiösen Organisationen in ihrer Hand. Durch diese Mittel beherrscht und leitet sie die Gefühle der grossen Masse und macht diese zu ihrem willenlosen Werkzeuge.

Aber auch diese Antwort erschöpft nicht den ganzen Zusammenhang, denn es erhebt sich die Frage: Wie ist es möglich, dass sich die Masse durch die genannten Mittel bis zur Raserei und Selbstaufopferung entflammen lässt? Die Antwort kann nur sein: Im Menschen lebt ein Bedürfnis zu hassen und zu vernichten. Diese Anlage ist in gewöhnlichen Zeiten latent vorhanden und tritt dann nur beim Abnormalen zutage; sie kann aber verhältnismässig leicht geweckt und zur Massenpsychose gesteigert werden. Hier scheint das tiefste Problem des ganzen verhängnisvollen Wirkungskomplexes zu stecken. Hier ist die Stelle, die nur der grosse Kenner der menschlichen Triebe beleuchten kann.

Dies führt auf eine letzte Frage: Gibt es eine Möglichkeit, die psychische Entwicklung der Menschen so zu leiten, dass sie den Psychosen des Hasses und des Vernichtens gegenüber widerstandsfähiger werden? Ich denke dabei keineswegs nur an die sogenannten Ungebildeten. Nach meinen Lebenserfahrungen ist es vielmehr gerade die sogenannte « Intelligenz », welche den verhängnisvollen Massensuggestionen am leichtesten unterliegt, weil sie nicht unmittelbar aus dem Erleben zu schöpfen pflegt, sondern auf dem Wege über das bedruckte Papier am bequemsten und vollständigsten zu erfassen ist.

Zum Schluss noch eins: Ich habe bisher nur vom Krieg zwischen Staaten, also von sogenannten internationalen Konflikten gesprochen. Ich bin mir dessen bewusst, dass die menschliche Aggressivität sich auch in anderen Formen und unter anderen Bedingungen betätigt (z.B. Bürgerkrieg, früher aus religiösen, heute aus sozialen Ursachen heraus, Verfolgung von nationalen Minderheiten). Ich habe aber bewusst die repräsentativste und unheilvollste, weil zügelloseste Form des Konfliktes unter menschlichen Gemeinschaften hervorgehoben, weil sich an ihr vielleicht am ehesten demonstrieren lässt, wie sich kriegerische Konflikte vermeiden liessen.

Ich weiss, dass Sie in Ihren Schriften auf alle mit dem uns interessierenden, drängenden Problem zusammenhängenden Fragen teils direkt, teils indirekt geantwortet haben. Es wird aber von grossem Nutzen sein, wenn Sie das Problem der Befriedung der Welt im Lichte Ihrer neuen Erkenntnisse besonders darstellen, da von einer solchen Darstellung fruchtbare Bemühungen ausgehen können.

Freundlichst grüsst Sie Ihr

A. Einstein.