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Woran erkennt man eine echte Elfe und warum hat der Frühling das Rehtal verlassen? Kann ein kleiner Spatz tatsächlich die Not eines Kobolds lindern und findet ein Glühwürmchen - auch ohne Licht - im Sommer die wahre Liebe? Warum sucht Professor Pippo im Herbstwind vergeblich nach seinen Vorräten? Hat Ritter Finn sie heimlich mit ans Meer genommen – oder steckt vielleicht Lilly Langfinger dahinter? Ist im tiefsten Winter die uralte Hutzelmann-Weihnachtstradition in Gefahr, und was eigentlich hat Tante Abigail mit all dem zu tun? Lassen wir uns vom Duft des Frühlings verführen und vom Gold des Sommers blenden, oder lauschen wir lieber dem Flüstern des Herbstes und genießen die Stille des Winters? Mit ihrem dritten Buch "Wie Sternenstaub im Wind" hat sich die Autorin, die sonst eher tiefgründige und nachdenkliche Texte schreibt, an eine wunderbare Abkehr vom Ernst des Lebens gewagt. Begeben Sie sich gemeinsam mit ihr auf einen augenzwinkernden Spaziergang durch die fantasievolle Welt von Tante Abigail. Hier warten märchenhafte Erzählreime, die sich wie Goldstaub auf die Seele legen und unsere Kinder, aber auch das verborgene Kind in uns Erwachsenen mit einem Schmunzeln verzaubern. Die Verse führen uns durch alle vier Jahreszeiten und werden ergänzt von märchenhaft angehauchten Geschichten, ob als Gute-Nacht-Ritual für unsere Kinder und Enkel zum Vorlesen, oder als heimlicher Seelenschmeichler für uns selbst beim gemütlichen Kuscheln auf der Couch. Das exklusiv für dieses Buch gemalte Coverbild von Franz-Peter Kraayvanger, Maler und Fotograf aus Norderstedt, öffnet uns das Tor in ein Land voller Magie, treten Sie ein, lesen Sie selbst oder lesen Sie ihren Kindern und Enkeln daraus vor…
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Seitenzahl: 85
Veröffentlichungsjahr: 2025
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über dnb.dnb.de abrufbar.
© Corinna Schenk, 2025
Text und Buchgestaltung: Corinna Schenk
Korrektorat: Agentur KoCaLe
Copyright Coverbild: © Franz-Peter Kraayvanger
Die schwarz/weiß Illustrationen im Buch wurden als Grafik aus lizenzfreien und eigenen Vorlagen, oder mit Unterstützung durch „gemini“ erstellt.
Druck und Distribution im Auftrag der Autorin: tredition GmbH, Heinz-Beusen-Stieg 5, 22926 Ahrensburg
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt und darf ohne Zustimmung der Autorin nicht vervielfältigt, wiederverkauft oder veröffentlicht werden. Für die Inhalte ist die Autorin verantwortlich.
Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag der Autorin, zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung "Impressumservice", Heinz-Beusen-Stieg 5, 22926 Ahrensburg, Deutschland, Kontaktadresse nach EU-Produktsicherheitsverordnung: [email protected]
Für alle Omas und Opas,
deren grenzenlose Liebe zu den Enkeln
ein unsichtbares Band zwischen den Generationen webt
und als ewiges Licht im Heimathafen leuchtet,
für alle Mamas und Papas,
die ihren Kindern ein sicheres, fest verwurzeltes Fundament aus Liebe bauen, von dem aus sie gestärkt, voller Hoffnung und Zuversicht und mit weit ausgebreiteten Flügeln in die Welt hinausziehen,
für unsere Kinder und Enkelkinder,
die bestenfalls all unsere Liebe und Fürsorge
in sich tragen, schätzen und weitergeben,
für all die guten, ehrlichen Seelen
mit der Unbekümmertheit eines Kindes im Herzen,
für Johnny,
für Finn.
Wie Sternenstaub im Wind
Märchenhafte Gedichte & Geschichten für die ganze Familie
Im Kreislauf der vier Jahreszeiten
Prolog - Das Haus von Tante Abigail
Der Duft des Frühlings
Ein Flügelschlag der Liebe
Das Geheimnis der drei Steine
Elfriede, die Fliege
Frühlingsgefühle
Vom Frühling wachgeküsst
Alle Entchen müssen mit
Der Duft von Jasmin
Das Gold des Sommers
Das Buch der Wahrheit
Ein Kobold in Not
Das goldene Wuddelchen
Elfenkönig Jonathan
Ein Sommerfest im Märchenwald
Prinzessin Sternenstaub
Fipsy, die kleine Raupe
Das Flüstern des Herbstes
Das Herz der alten Eule
Lilly Langfinger
Ritter Finn
Nebel im November
Das fröhliche Schweinchen
Der Blauwal Toni
Herbstgeflüster
Die Stille des Winters
Advent, Advent
Wer huschte durch stille Gassen?
Der zerstreute Weihnachtswichtel
Verflixt!
Wie die Elfe MissSelly zu ihrem Namen kam
Hutzelmännchen Spinnefix
Weil Weihnachten ist…
Epilog
Ohne Zauber geht es nicht
Über die Autorin…,
D a n k e
Ganz weit oben auf dem Berg
steht ein Haus mit rotem Dach,
ins Tal hinunter, durch die Schlucht,
schlängelt sich sanft ein kristallklarer Bach.
Der Apfelbaum am Gartentor
trägt auch im Winter süße Früchte,
und nach wie vor steht rechts am Zaun
die immergrüne Fichte.
Ein Fliederbusch im kleinen Garten
treibt im Frühling kräftig aus,
und ein Meer aus weißen Blüten
schmückt das zauberhafte Haus.
Der Wind rauscht durch das hohe Gras,
die Luft, sie duftet nach Jasmin,
und vor dem Haus liegt ordentlich
das Holz gestapelt für den Kamin.
Kleine, weiße Schäfchenwolken
kündigen den Sommer an,
nachts singt eine Nachtigall,
so schön und laut, wie sie nur kann,
Glühwürmchen im Mondenschein,
sie tanzen mit Elfen und Feen,
das Licht, das durch die Zweige fällt,
scheint aus Magie hervorzugehen.
Die Finsternis blickt unheilvoll
durch bodentiefe Fenster,
zur Geisterstunde – unausweichlich –
erwachen auch die alten Gespenster
…und zur Sommersonnenwende
wächst und blüht traditionell
roter Mohn am Wegesrand,
vor dem Haus von Tante Abigail.
Doch wer ist Tante Abigail?
Sie ist tausend Jahre alt
und lebt in Goldenlund,
sie wacht über die Jahreszeiten
und färbt im Herbst die Blätter bunt.
Die Menschen, sie erzählen sich,
dass sie anders sei als wir,
eine Elfe – geboren aus Wind –
und herzensgut zu Mensch und Getier.
Sie ist die Sonne, der Regen,
der Sturm und der Schnee,
ihr Lächeln taucht die Welt in Farbe,
sie ist der graue Nebel über der See.
Sie findet immer die richtigen Worte,
ist einfühlsam, hegt keinen Groll,
sie schweigt, wenn‘s nichts zu sagen gibt,
ist warmherzig, verständnisvoll.
Ihr Haus liegt friedlich eingebettet,
zwischen Mythen und Legenden,
ein Königreich der Lichtgestalten,
wie wir es nennen – seit Menschengedenken.
Ein alter Ofen wärmt die Stube,
im Hause selbst ist’s urig schön,
die Wände sind aus Zedernholz
und grob geputztem Lehm.
Ganz hinten links in einer Ecke
steht eine Truhe mit Lebensgeschichten,
sie erzählen von tapferen Helden,
von Zauberwesen und Bösewichten,
und wenn wir Tante Abigail
zwischendurch einmal besuchen,
dann gibt es – wie bei Oma früher –
Kakao und warmen Apfelkuchen.
Wir alle brauchen diesen einen Ort,
der uns Schutz und Hoffnung schenkt,
eine Zuflucht in der Not,
die man „Herz und Seele“ nennt.
Ein Raum wie dieser,
zauberschön, mit all seinen Besonderheiten,
liegt in den Herzen der Menschen,
im Kreislauf der vier Jahreszeiten.
Der Sommer löst den Frühling ab,
der Winter sagt dem Herbst „Ade“,
auf Regen folgt stets Sonnenschein,
und manchmal ruhet die Erde
still unter dem Schnee.
Vor der Endlichkeit des Lebens
vergeht die Zeit oft viel zu schnell,
doch wenn die Zeiger der Uhren
gefühlt langsamer laufen,
dann sind wir zu Gast
in der Natur
und bei Tante Abigail.
Vor vielen Jahren, als die Menschen noch an Wunder glaubten, lebte ein Burgfräulein ganz allein in einem Schloss. Obgleich ihr, wie jeder hoheitlichen Familie, zweifelsohne Kammerdiener und Zofen zur Seite standen, fehlte es ihr gerade an Nähe und familiärer Verbundenheit. Im Stall war ein junger Bursche damit beschäftigt, sich um die prachtvollen Pferde und ein paar alte Maultiere zu kümmern, und ein altgedienter Verwalter sorgte gewissenhaft für das große burgähnliche Gebäude. Zu ihrem persönlichen Schutz war eine Leibgarde abgestellt, die jedoch den ganzen Tag über gemächlich am Schlosstor Spalier stand. Es war nur ein kleiner Hofstaat, aber die junge Dame Holly war, bis auf die Tatsache, dass sie sich eine Familie wünschte, sehr glücklich mit ihrem Leben.
Ihr Vater, ein großzügiger und liebevoller Burggraf, starb im Winter davor und noch auf seinem Sterbebett versprach er seiner Tochter auch weiterhin gut auf sie aufzupassen. Schon zu Lebzeiten war er von einem großen Glauben an Magie erfüllt und so wunderte sich Holly nicht, dass er ihr mit seinen letzten Worten zuflüsterte: „Achte immer auf einen Schmetterling, auf den schönsten, den du je gesehen hast. Dann wird dir nie ein Leid geschehen.“
Ihre Mutter war schon vor langer Zeit gestorben, und Holly, damals noch ein kleines Mädchen, erinnerte sich nicht mehr an sie. Ihr Vater aber hielt bis zu seinem Tod das Andenken an ihre Mutter in Ehren. Wunderschön soll sie gewesen sein, und klug, und immer, wenn ihr Vater von ihr sprach, leuchteten seine Augen wie Morgentau im Frühling. So wie jetzt. Die ersten Sonnenstrahlen begrüßten den Tag und überall auf den Wiesen funkelten die Tautropfen als Zeichen einer klaren, windstillen Nacht. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis die Sonne diesem Zauber ein Ende bereitete. Der große Schmetterlingsflieder im Schlossgarten wartete geduldig auf den Sommer und freute sich schon auf die ersten farbenfrohen Falter. Holly rannte barfuß über die noch nasse Wiese zurück ins Schloss, direkt in die Küche, wo sie fröhlich lachend deutliche Fußtapsen auf dem Steinboden hinterließ: „Was für ein schöner Tag. Wenn ich jetzt noch den richtigen Mann für mich finde, dann wäre mein Glück vollkommen.“
Sie plapperte sofort drauf los, setzte sich zu ihrem Verwalter an den Tisch und goss sich den frischgebrühten Tee aus einem Krug in ihren Becher. Dieser überlegte kurz, um die richtigen Worte zu wählen: „Nun, liebste Holly, es steht mir wohl nicht zu euch dahingehend Ratschläge zu erteilen, aber es wird euch sicher schwerfallen, eine gute Wahl zu treffen. Wie wollt ihr herausfinden, ob ein Mann an euch oder nur an eurem Schloss interessiert ist?“
Holly dachte eine Weile über seine Worte nach und spontan hatte sie eine Idee: „Sie haben wie immer recht. Wir erzählen niemanden, dass es um mich geht. Wir behaupten, dass ich unser edelstes und schönstes Pferd an einen treuen, unverheirateten Mann verschenken möchte. Dafür muss dieser aber drei Prüfungen bestehen. Alle, die Interesse daran haben, sollen sich innerhalb von sieben Tagen und bis zum Eintritt der Dunkelheit melden und ich überlege mir bis dahin drei nicht allzu leichte Aufgaben. So kann ich in aller Ruhe die Männer, die sich beworben haben, beobachten und schauen, ob mir einer gefällt.“
Nachdenklich schaute sie auf die noch nassen Fußabdrücke, die langsam vor sich hin trockneten. Ihr Vater hatte sie früher immer liebevoll damit aufgezogen, denn anscheinend hatte sie nicht nur die Schönheit ihrer Mutter, sondern auch die etwas breitere Form der Füße geerbt. Ungewöhnlich für eine junge Frau und gleichermaßen für ein kleines Mädchen, doch genau so war es nun mal, und im Stillen sehnte sich Holly danach, eines Tages von einem Mann mit derselben tiefen Zuneigung geliebt zu werden, die ihr Vater ihrer Mutter entgegenbrachte.
Der Verwalter kümmerte sich zügig, und wie immer gewissenhaft, um den Wunsch des Burgfräuleins, denn auch er wollte sie in guten Händen wissen. So kam es, dass sich Tage später Männer jeden Alters im Burghof einfanden, ihr Interesse am Pferd bekundeten und die Prüfungen absolvieren wollten. Viele der Bauern, Zimmerleute und Handwerker, die rund um Burg Elfenfels lebten, waren begeistert von dem Angebot. Es waren auch hochherrschaftliche Männer aus weit entfernten Landsitzen zum Schloss gekommen, um sich den Prüfungen zu stellen. Und alle wünschten sich eins der leistungsstarken und zuverlässigen Tiere aus dem Burgstall zu gewinnen. Ob Hengst oder Stute, das spielte dabei keine Rolle.
Holly begrüßte die Männer und schritt zusammen mit ihrem Verwalter die Reihen ab. Erstaunt erblickte sie unter den Kandidaten auch ihren Stallburschen Johann. Ehrfürchtig begrüßte auch er das Burgfräulein mit einer tiefen Verbeugung. Holly fragte ihn verwundert nach seinen Ambitionen und ob er, sollte er das Pferd gewinnen, die Absicht habe, Burg Elfenfels zu verlassen. Dies verneinte Johann und sagte: „Ich diente eurem verstorbenen Vater seit vielen Jahren und auch euch werde ich nicht enttäuschen. Mein Leben gehört euren Pferden und das allein ist der Grund, warum ich hier bin. Ich könnte und möchte mich von keinem der Pferde trennen. Also erlaubt mir gütigerweise die Teilnahme an den Prüfungen.“
