Wild Dreams - Melanie Lane - E-Book
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Melanie Lane

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Beschreibung

The secret ingredient is always L.O.V.E.

Kann ein heißer One-Night-Stand mehr werden?
Die toughe Violett ist sich sicher, dass sie den attraktiven Koch Jax mit all seinen Tattoos und dem Charme nie wiedersehen wird. Immerhin lebt sie in New York und er in LA. Doch dann kreuzen ihre Wege sich auf wundersame Weise und die beiden werden zu unfreiwilligen Mitbewohnern – auf Zeit. Obwohl weder Violett noch Jax auf der Suche nach einer Romanze sind, lodert das Feuer zwischen ihnen hoch. Doch übersteht es auch die Herausforderungen ihres stressigen Lebens?

Sinnlich, authentisch und voller Tempo – eine prickelnde Lovestory in New York.

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Liebe Leserin, lieber Leser,

Danke, dass Sie sich für einen Titel von »more – Immer mit Liebe« entschieden haben.

Unsere Bücher suchen wir mit sehr viel Liebe, Leidenschaft und Begeisterung aus und hoffen, dass sie Ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern und Freude im Herzen bringen.

Wir wünschen viel Vergnügen.

Ihr »more – Immer mit Liebe« –Team

Über das Buch

The secret ingredient is always L.O.V.E.

Kann ein heißer One-Night-Stand mehr werden?Die toughe Violett ist sich sicher, dass sie den attraktiven Koch Jax mit all seinen Tattoos und dem Charme nie wiedersehen wird. Immerhin lebt sie in New York und er in LA. Doch dann kreuzen ihre Wege sich auf wundersame Weise und die beiden werden zu unfreiwilligen Mitbewohnern – auf Zeit. Obwohl weder Violett noch Jax auf der Suche nach einer Romanze sind, lodert das Feuer zwischen ihnen hoch. Doch übersteht es auch die Herausforderungen ihres stressigen Lebens?

Sinnlich, authentisch und voller Tempo – eine prickelnde Lovestory in New York.

Über Melanie Lane

Melanie Lane stammt aus der schönen Stadt Hamburg, in der sie lebt und in ihrem eigenen Design Studio "schockverliebt" arbeitet.  Sie ist begeisterungsfähig, laut, trinkt gerne Vino und verabscheut Schubladendenken. Als bekennende Feministin lebt sie Themen wie Gleichberechtigung und Diversität, was sich auch stets in ihren Titel wiederfindet. Sie liebt Sarkasmus, ist eine große Tierliebhaberin und Schreiben ist ihre absolute Leidenschaft. Neben ihren Romance Titeln, die im Aufbau Verlag erscheinen, veröffentlicht sie 2020 auch ihr Fantasy Debüt „Von Blut und Magie“ im Isegrim Verlag.   

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Melanie Lane

Wild Dreams

Jetzt und für immer

Übersicht

Cover

Titel

Inhaltsverzeichnis

Impressum

Inhaltsverzeichnis

Titelinformationen

Grußwort

Informationen zum Buch

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Widmung

Mitchell Ferguson geht in den Ruhestand; Violett Ferguson-Gibson wird Nachfolgerin

3 Jahre später: Violett

Jackson

Violett

Jackson

Violett

Jackson

Violett

Jackson

Violett

Jackson

Violett

Jackson

Violett

Jackson

Violett

Jackson

Violett

Violett

Jackson

Violett

Jackson

Violett

Jackson

Violett

Violett

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Violett

Jackson

Violett

Jackson

Violett

Jackson

Violett

Jackson

Violett

Jackson

Violett

Jackson

Violett

Sechs Monate später

Danksagung

Impressum

Lust auf more?

Für alle, die schon einmal das Gefühl hatten, gegen Windmühlen zu kämpfen.

Euer Kampf ist nicht umsonst. Während ihr an euch zweifelt, gibt es Leute da draußen, die Angst vor eurem Potenzial haben!

Glaubt an euch. Ich tue es!

Mitchell Ferguson geht in den Ruhestand; Violett Ferguson-Gibson wird Nachfolgerin

Der Vorstand von Ferguson International gab Dienstag bekannt, dass Violett Ferguson-Gibson mit Wirkung zum 1. September 2019 ihrem Vater als CEO nachfolgen wird.

Gründer Mitchell Ferguson bleibt der von ihm gegründeten Firma als Vorstandsmitglied erhalten.

Tochter Violett, die derzeit Senior Accounter im Unternehmen ist, wird zeitgleich mit ihrer Beförderung auch dem Vorstand von Ferguson International beitreten.

Ferguson-Gibson, die bereits in den letzten Jahren diverse operative Geschäftsführungsaufgaben übernahm, fühlt sich der Position gewachsen.

»Meine Tochter wird ihren Job gut machen«, gab sich Mitchell Ferguson in einem Interview mit unserem Reporter Frank Gutheimer zuversichtlich. Er habe »keinerlei Bedenken, dass sie Ferguson International vorantreiben wird«. Nicht zuletzt, so Ferguson, da ihr Ehemann ebenfalls in der Finanzbranche tätig ist.

»Zahlen liegen uns im Blut.«

Und nicht nur Mitchell Ferguson sieht positiv in die Zukunft. In einem schriftlichen Statement äußerte sich Violett Ferguson-Gibson wie folgt:

»Ich werde meinen Fokus auf die stetige Weiterentwicklung unserer Bestandskunden legen. Dennoch strebe ich für die Zukunft von Ferguson International eine innovative und provokative Strategie an. Wir müssen mutiger werden, um am Markt weiter oben mitzuspielen. Auch sind bisher von uns nicht erschlossene Gebiete der Erde wie Asien für mich interessant.«

Große Ziele, die sich die junge Frau als CEO gesetzt hat. Und nicht jeder im Unternehmen scheint ihren Enthusiasmus zu teilen.

Mit im Rennen um den Posten als CEO war Trevor McKenna, ebenfalls im Vorstand von Ferguson International. Er steht der neuen Besetzung der Chefetage mit gemischten Gefühlen gegenüber, so ein Insider. Wie es scheint, werden die nächsten Jahre an der 55E 52nd Street in Midtown Manhattan in vielerlei Hinsicht interessant.

Auszug aus dem Wall Street Journal, 17. Juni 2019

3 Jahre später

Violett

Violett?«

Jemand räusperte sich. Einmal. Dann noch einmal.

»Violett?«

Dumpf vernahm ich das nervöse Trommeln von Fingerspitzen auf der bis zur Unendlichkeit polierten Glasplatte des riesigen Konferenztisches. Das Geräusch war nicht nur nervig, sondern auch absolut unpassend. Wer in aller Welt –

Ich stockte und sah hinab auf meine scharlachrot lackierten Nägel. Verdammt. Das Geräusch kam von mir. Ich war es, die völlig nervös und unpassend mit ihren Fingern trommelte. Möglichst unauffällig zog ich die Hand von der Tischplatte, legte sie auf meinen Oberschenkel und ballte sie zur Faust. Trevor und der Rest des Vorstands – allesamt alte weiße Männer – beobachteten mich argwöhnisch.

»Violett, ist alles in Ordnung?«, fragte Trevor, wobei seine Miene und die zusammengekniffenen Augen dafür sorgten, dass ich mich aufrechter hinsetzte. Dann verbannte ich jegliche Gedanken an Ty und unser Gespräch von heute Morgen mit aller Macht aus meinem Kopf, denn hier ging es um meinen Job, meine Karriere, meine verdammte Firma, und nichts war wichtiger als das. Ich würde mir weder vor Trevor noch vor einem der anderen neun Sesselpupser, die den Vorstand von Ferguson International bildeten, die Blöße geben. Aber vor allem nicht vor Trevor.

»Mir geht es bestens, Trevor.« Betont gelangweilt sah ich in die Runde, dabei setzte ich jene Miene auf, die meine Freunde stets als Boss-Bitch-Gesicht bezeichneten. Minimal hochgezogene Augenbraue, leicht zusammengepresste Lippen und eine absolute Null-Bullshit-Ausstrahlung. Die perfekt frisierten Strähnen meines dunklen Bobs wippten um mein Gesicht, als ich mich leicht vorlehnte.

»Ich war in Gedanken bei dem Henderson-Pitch«, rettete ich mich und fixierte den Mann vor mir. Jenen Mann, der nur zu gern an meinem Stuhlbein sägte. Dass es mein Name war, der sich in Großbuchstaben in unserem Firmenschild wiederfand, war Trevor herzlich egal.

So wie jeder der hier anwesenden Männer hoffte auch er, dass ich einen Fehler beginge und sie mich als CEO absetzen konnten. Dabei übte ich diese Position jetzt seit rund drei Jahren aus, und ich machte einen verflucht guten Job. Ganz zu schweigen davon, was ich für diesen Titel hatte opfern müssen. Keiner von ihnen konnte sich auch nur im Ansatz vorstellen, wie schwer es war, sich als Frau in einer männerdominierten Welt wie der Finanzbranche durchzusetzen. Auch wenn sie Mitspracherecht hatten – ich war in diesem Raum die Chefin, dies war meine Firma. Seitdem mein Vater sich zur Ruhe gesetzt hatte, leitete ich Ferguson International, und zwar mehr als erfolgreich. Doch natürlich erwähnte niemand, wie steil unsere Umsatzzahlen bergauf gingen oder wie sehr unser Ruf sich in den letzten Jahren verbessert hatte. Nein, sie waren damit beschäftigt, über meine Outfits zu reden. Darüber, ob ich roten Lippenstift trug, wie kurz mein Kleid war oder ob ich vorhatte, in den nächsten Jahren ein Kind in die Welt zu setzen.

Himmel, ich brauchte einen Drink. Einen doppelten. Egal, wovon. Hauptsache, es hatte viele Umdrehungen.

»Was sind deine Gedanken zu Henderson?«

»Wir müssen aggressiver vorgehen«, erwiderte ich. Ich hatte mit dieser Frage gerechnet und war darauf vorbereitet. Eine Lektion, die ich bereits früh in der Firma meines Vaters gelernt hatte: Während alle Männer hundert Prozent gaben, musste ich zweihundert Prozent geben. Ich musste in allem, ausnahmslos allem, besser sein als sie. Nur so respektierte man mich.

»Ich habe eine Quelle in Hendersons Team. Der alte Quinn möchte umgarnt werden«, sagte ich und jubelte innerlich, als ich sah, wie nicht nur einer der anwesenden Männer bei dem Wort »alt« eine Augenbraue hochzog. »Er will sein Geld in guten Händen wissen, ja, aber er will auch Innovation, Kampfgeist und eine Rundum-Betreuung.« Lässig lehnte ich mich zurück. »Mit einer Runde Golf und einem Whisky im Gentlemen’s Club kommen wir bei ihm nicht weit.«

Trevor runzelte die Stirn. »Was schlägst du also vor?«

»Wir sagen ihm ab.«

Vier kleine Worte, und Chaos brach aus. Aber genau das hatte ich erwartet.

»Das kann nicht dein Ernst sein!«

»Violett …«

»Weiß Ihr Vater davon?«

Herrgott noch mal, wie ich diese Frage hasste: Weiß Ihr Vater davon? Als wäre ich zwölf und müsste um Erlaubnis fragen. Ich war vierunddreißig Jahre alt und wusste, wie ich dieses Unternehmen zu leiten hatte.

»Wir sagen ihm ab«, wiederholte ich mit fester Stimme. »Während so gut wie jede andere Investmentfirma in New York Quinn Henderson Butter aufs Brot schmiert, lehnen wir dankend ab.«

»Henderson wird durchdrehen …«

»Ganz genau.«

Henderson würde durchdrehen. Niemals würde er damit rechnen, dass wir uns aus dem Pitch zurückziehen. Keiner würde das. Nicht, wenn es um eines der – laut Forbes Magazine – erfolgreichsten Unternehmen der Ostküste ging, welches obendrein auch noch plante, nach Asien zu expandieren. Hendersons Firma war extrem erfolgreich. Der Mann schwamm im Geld, und die Prognosen standen gut, dass er sein Vermögen in den nächsten Jahren exponentiell steigern würde. Dazu brauchte er eine gute Investmentfirma, die das Finanzportfolio seiner Firma verwaltete. Berater und Beraterinnen, denen er vertrauen konnte und die kluge Entscheidungen für ihn und mit ihm trafen. Er wusste, dass der ausgeschriebene Pitch zurzeit das Ereignis in den heiligen Betonschluchten der Wall Street war. Jeder, der auch nur im Ansatz etwas mit Finanzen zu tun hatte, wollte diesen Auftrag. Ganz Manhattan wollte diesen Auftrag. Also würden wir uns freiwillig zurückziehen, und genau das würde ihn uns am Ende in die Arme treiben. Umgekehrte Psychologie.

»Das Phänomen der Reaktanz.«

Lee, einer der Aktionäre, hob gebieterisch die Hand, und das aufgeregte Murmeln um uns herum verstummte.

»Erklären Sie das genauer, Mrs Gibson.«

Gibson. Ich war keine Gibson mehr. Jedenfalls würde ich es nicht mehr lange sein. Aber ich war noch immer eine Ferguson. Gefühle drohten in mir aufzusteigen. Ich schluckte schwer und unterdrückte sie meisterhaft. Für den Moment. Nachher konnte ich zusammenbrechen. Nach dieser Sitzung. Jetzt aber musste ich mein Gesicht wahren.

»Das Phänomen der Reaktanz ist eine pädagogisch-psychologische Theorie. Sie besagt, dass die meisten Menschen dazu neigen, negative Emotionen dagegen aufzubauen, dass jemand versucht, sie von etwas zu überzeugen«, zitierte ich eine Quelle meiner Recherche. »Je mehr die Person sich ins Zeug legt, um uns von etwas zu überzeugen, desto mehr wenden wir uns ab und tendieren zum Gegenteil. Henderson ist ein narzisstisches Arschloch.« Lees linke Augenbraue hob sich, ich redete unbeirrt weiter. »Wenn wir ihm etwas unter die Nase halten, was er nicht bekommen kann, dann wird er es definitiv haben wollen.«

»Und dieses Etwas, Mrs Gibson, ist unsere Firma?«

»Die Dienstleistung meiner Firma«, erwiderte ich trocken. Oder eher die meines Vaters, denn mein Dad besaß den Löwenanteil unserer Aktien. Aber ich war CEO, also war es meine Firma. »Wir sind gut – sehr gut –, aber wir sind nicht die Besten auf dem Markt.« Noch nicht. »Also müssen wir mit allen Mitteln kämpfen. Auch wenn sie zunächst unorthodox erscheinen. Henderson wird umkreist wie eine dicke, fette Robbe im Haifischbecken. Lehnen wir uns zurück und lassen ihn zu uns kommen.«

»Das ist Irrsinn, Violett.«

Trevor, ganz der Arschkriecher im Designeranzug, der er war, sah zu Lee. »Das können wir nicht ernsthaft in Erwägung ziehen.« Stille breitete sich in dem schicken Konferenzraum aus. Zu gern hätte ich nach dem Wasserglas vor mir gegriffen. Jede Bewegung und Reaktion meinerseits wäre jedoch ein Beweis dafür, wie nervös ich unter meiner gelassenen Fassade tatsächlich war. Also hielt ich Lees Blick stand und meinen Gesichtsausdruck unter Kontrolle.

»Umgekehrte Psychologie, Violett?«

Ich nickte. Es war selten, dass eines der Vorstandsmitglieder mich mit Vornamen ansprach. »Es wird funktionieren.«

Ich hielt die Luft an. Trevor hielt die Luft an. Ebenso wie der Rest der Männer, die mich mit großen Augen musterten, aber zu wenig Eier in der Hose hatten, mir entweder zuzustimmen oder zu widersprechen. Sie alle saßen lediglich an diesem Tisch, weil sie zwischen ein und fünf Prozent unserer Firma in Aktien besaßen. Lee Dandy war der Einzige von ihnen, der hier wirklich etwas zu sagen hatte und dessen Meinung mein Vater schätzte.

Schließlich schlug Lee mit der flachen Hand auf den Tisch. Trevor zuckte zusammen, ich hingegen lächelte.

»Ich hoffe, dass Sie wissen, was Sie tun, Mrs Gibson.«

»Das weiß ich.« Das hieß, ich hoffte es. Sehr. Andernfalls würde uns ein wirklich dicker Auftrag durch die Lappen gehen. Aber ich kannte Männer wie Henderson. Ich war mit ihnen aufgewachsen. Als ich klein war, hatte ich mich an den Mini-Schreibtisch in meinem Spielzimmer gesetzt und so getan, als wäre ich sie. Als ich größer wurde, hatte ich sie beobachtet. Sie studiert. Henderson war vom gleichen Schlag wie mein Vater oder Lee, er war es nicht gewohnt, dass man ihm etwas ausschlug oder gar Nein zu ihm sagte.

»Morgen früh rufe ich ihn an.«

Lee nickte. Mit einem letzten Klopfen seiner Fingerknöchel auf der Tischplatte verabschiedete er sich. Vorstandsmitglied um Vorstandsmitglied folgte ihm, bis nur noch Trevor und ich im Konferenzraum übrig waren. Normalerweise war es an mir, solche Meetings zu beenden, für heute hatte ich darauf verzichtet. Immerhin hatte ich soeben einen Kampf gewonnen. Es wäre unklug, direkt wieder in die Offensive zu gehen.

»Eins muss man dir lassen, Violett …« Trevor fuhr sich mit den Fingern durch die dunklen, glatten Haare. Ein Nerv an seinem linken Auge begann zu zucken. Ich konnte regelrecht dabei zusehen, wie seine Fassade bröckelte. Wahrscheinlich hätte er mir just in diesem Moment am liebsten seine Wasserflasche an den Kopf geworfen. »Du weißt, wie man sie um den Finger wickelt.«

»Falsch.« Ich erhob mich. »Im Gegensatz zu dir weiß ich, wie ich meinen Job zu machen habe.«

Trevor lachte freudlos auf. »Dein Nachname hat dich in diese Firma gebracht. Nicht mehr und nicht weniger.«

Ich wusste schon lange, dass Trevor und die meisten der anderen Vorstandsmitglieder so dachten. Sie machten keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegen mich. Ich hatte diese Worte also schon oft gehört und hätte abgehärtet sein müssen, doch sosehr ich mich auch bemühte, Trevors verletzende Worte an mir abprallen zu lassen, ein wenig ihres Hohns drang durch meinen Panzer und hinterließ einen bitteren Beigeschmack. Meinen Gesichtsausdruck fest im Griff, erhob ich mich, strich meine weiße Seidenbluse glatt und schenkte Trevor mein schaurig-schönstes Lächeln.

»Red dir das ruhig weiter ein, wenn du dann nachts besser schlafen kannst.«

»Oh, ich schlafe ganz hervorragend.« Er schob seinen Stuhl zurück und stand ebenfalls auf. »Und jede Nacht träume ich davon, dich von diesem dämlichen Thron zu stoßen, auf den dein Vater dich gesetzt hat.«

Zähneknirschend schluckte ich meine Wut herunter. »Niemand hat mich auf einen Thron gesetzt, Trevor. Ich habe mir meinen Platz ebenso hart erarbeitet wie du.« Ha, nein! Härter noch. Er hatte ja keine Ahnung!

»Das war mein Posten … vor drei Jahren! Nicht deiner!«

»Wenn dem so wäre, dann säßest du jetzt in dem großen Eckbüro, nicht ich. Also spar dir die Attitüde.«

»Wir werden sehen.«

Das schmierige Grinsen auf Trevors enervierend attraktivem Gesicht ignorierend, schüttelte ich den Kopf. Er war es nicht wert, auch nur einen Gedanken an ihn zu verschwenden.

»Stell schon mal den Champagner kalt, McKenna, denn mein Plan wird funktionieren.«

Mit diesen Worten rauschte ich auf meinen Sechs-Zentimeter-Absätzen an Trevor »Arschkriecher« McKenna vorbei. Fest entschlossen, Gigi anzurufen, die nächstbeste Bar zu stürmen und mich sinnlos zu betrinken.

Schlimmer konnte dieser Tag nicht mehr werden.

Wie falsch ich damit lag, erkannte ich genau zwei Stunden später. Ich saß, einen Gin Tonic mit Gurke vor mir auf dem Tresen, an der Bar des Lordes – Tys, Gigis und meiner Stammbar. Das Lordes war schick, aber nicht abgehoben, und der Besitzer war ein Freund von Gigi. Der Gin war hervorragend, die Snacks vielfältig und das Publikum relativ gemischt für New Yorker Verhältnisse. Außerdem bekamen wir immer einen Tisch. Ich sah auf mein Handy und las Gigis Nachricht erneut.

Shooting dauert länger. Tut mir leid, Vi.

Hieß, sie würde es nicht schaffen. Ich nahm einen großen Schluck meines bereits halb leeren Drinks. Dann überlegte ich es mir anders und exte den Rest. Während ich passiv-aggressiv auf meiner Gurkenscheibe herumkaute, ging ich im Kopf meine Optionen durch. Nach Hause gehen wollte ich nach diesem beschissenen Tag noch nicht. Gigi würde wahrscheinlich noch Stunden bei ihrem Fotoshooting festsitzen, und Ty … tja, ich konnte ja schlecht den Mann anrufen, der der Grund für dieses spontane Saufgelage war.

Ich möchte die Scheidung.

Nicht unbedingt die Worte, die man direkt nach dem Aufstehen hören möchte. Ty hatte zerzaust und mit blutunterlaufenen Augen um sechs Uhr früh vor meiner Tür gestanden, mir einen Cappuccino entgegengehalten und sich mit den Worten »Wir müssen reden« in meine Wohnung gedrängt.

Besorgt hatte ich ihn gemustert. Schlechte Nachrichten waren immer scheiße, aber kamen sie noch vor meinem ersten Kaffee, dann waren sie so richtig beschissen. Und diese Nachricht war in der Tat richtig beschissen.

Ty traf sich schon seit Langem mit Raphael. Vermutlich hätte ich es also kommen sehen müssen, immerhin sollten wir morgen Abend alle zusammen essen gehen, um einen Teil von Raphaels Familie kennenzulernen, aber ich hatte Ty und Raphael ausgeblendet und mich auf meine Karriere konzentriert. Dabei waren die beiden so verdammt süß zusammen. Ekelerregend süß. Also ja, vermutlich hätte es mich tatsächlich nicht so sehr aus der Bahn werfen sollen, dass Ty sich von mir scheiden lassen wollte, um Raphael zu heiraten. Immerhin war unsere Ehe eine Farce. Dennoch hatte es mich überrascht, dass er es plötzlich so eilig hatte.

Seit über drei Jahren lebten wir nun in dieser Scheinbeziehung.

Als Ty mir den Antrag gemacht hatte, waren wir sturzbetrunken gewesen. Wütend auf unsere Eltern, die Gesellschaft, die ganze verfluchte Welt, hatten wir uns die Kante gegeben. Im großen Stil. Am Ende des Abends war er schwankend niedergekniet und hatte um meine Hand angehalten. Am nächsten Morgen, verkatert, aber wieder völlig nüchtern, hatten wir beide die Vorteile dieser – im wahrsten Sinne des Wortes – Schnapsidee erkannt, und ein Plan hatte sich in unseren Köpfen geformt.

Zwei Monate später hatten wir standesamtlich geheiratet. Unsere Eltern, seit einer Ewigkeit miteinander befreundet, waren überglücklich gewesen. Unsere Ehe hielt Tys Eltern davon ab, ihn zu terrorisieren, sodass mein bester Freund in Ruhe sein Leben leben konnte, und meine Eltern … tja, meine Mutter hatte vor Freude geweint, und Dad? Er hatte mir kameradschaftlich auf die Schulter geklopft und mich gefragt, ob wir das Gespräch nicht ins Arbeitszimmer verlegen wollten. Mit fast siebzig hatte er schon länger darüber nachgedacht, sich zur Ruhe zu setzen, allerdings hatte er mir den Posten des CEO einer internationalen Investmentfirma nicht zugetraut. Nicht als Single. »Du brauchst einen Mann, der dich erdet«, hatte er gesagt. Einen Ausgleich. Einen Ruhepol. Was ich eigentlich brauchte, waren Eltern, die erkannten, dass ich gut in meinem Job war, verdammt hart arbeitete und die Beförderung verdient hatte. Diese Diskussion hatte ich jedoch schon etliche Male geführt, und sie endete immer gleich: im Streit. Ich war nicht stolz darauf, meinen Dad manipuliert zu haben, aber ich hatte nun mal Visionen! Ich wusste genau, wie wir Ferguson International ins einundzwanzigste Jahrhundert führen konnten. Unsere Firma genoss ein gewisses Ansehen in New York. Man kannte uns, aber wir spielten noch lange nicht in der obersten Liga mit. Ich hatte vor, das zu ändern und Ferguson International zu einem der erfolgreichsten Investment-Unternehmen der USA zu machen. Mit einer Frau an der Spitze. Ich wollte auf das Cover des Forbes Magazine, und ich schämte mich kein bisschen, das zuzugeben.

Mein Fuß wippte auf und ab, und beinahe wäre mir einer meiner schwarzen Manolos von den Füßen gefallen.

»Vi?« Rio, der Barkeeper, lehnte sich über den Tresen und musterte mein leeres Glas. »Noch einen?«

Gedankenverloren nickte ich. Ich war hier, um mich zu betrinken, oder nicht? Dass meine beiden besten Freunde mir dabei keine Gesellschaft leisten würden, sollte mich nicht davon abhalten, meinen Plan in die Tat umzusetzen. Mein Handy vibrierte erneut. Ich entsperrte das Display und las Gigis zweite Nachricht.

Gigi

Du bist mein Lieblingsmensch.

Grinsend tippte ich meine Antwort.

Ich

Und du meiner.

Ich ließ das Handy zurück in die Tasche gleiten und beobachtete Rio dabei, wie er einen weiteren Gin Tonic vor mir abstellte. Diesmal schwamm ein Stängel Rosmarin in der klaren Flüssigkeit.

»Keine Gurke?«

Rio lehnte sich mit der Hüfte gegen die Bar und verschränkte die wohldefinierten Arme vor der Brust. Das weinrote Hemd und die schwarzen Hosenträger, die er trug, ließen ihn in diesem stilvollen Ambiente gleichzeitig rebellisch und schick aussehen. Der Hut und die mit schwarzem Kajal umrandeten Augen verliehen ihm etwas Verruchtes. Das Zwinkern, das er mir schenkte, schien zu sagen: Erzähl mir all deine Geheimnisse.

Dabei wusste ich, dass er viel lieber Tys Geheimnisse ergründet hätte. Abgesehen davon hatte ich nicht wirklich viele Geheimnisse außer der Tatsache, dass ich meinen besten und ältesten und definitiv schwulen Freund Tyler Gibson geheiratet hatte, um meine Karriere voranzutreiben.

»Ach, scheiß auf die Gurke«, murmelte ich und griff nach dem vollen Glas.

Rio schüttelte sich gespielt verletzt. »Sag doch nicht so was, Violett. In diesem Etablissement reden wir nicht schlecht über Gurken.«

Prustend hielt ich mir die Hand vor den Mund.

»Am liebsten will ich gar nicht über Gurken reden.« Die sogenannten Gurken waren der Grund, warum ich überhaupt erst hier saß und mir den Kopf zerbrach.

Rio grinste mich süffisant an. »Auch nicht über das Prachtexemplar von Gurke, das dich seit gut zwanzig Minuten anstarrt?«

Was?

Beide Hände am Glas, drehte ich mich auf meinem Hocker erst nach links und dann nach rechts. Wen zur Hölle meinte er? Die Bar war gut gefüllt, und an den meisten Tischen saßen kleine Grüppchen bei einem After-Work-Drink zusammen, außer –

»Hinten links, in einem der Separees.«

Mein Blick folgte Rios Angabe und ich erstarrte mitten in der Bewegung.

Ach. Du. Heilige. Scheiße.

Das nenne ich mal eine Gurke!

Der Mann, der mich angeblich seit zwanzig Minuten beobachtete, war … interessant. Während die meisten Leute in der Bar Anzüge, Kostüme oder anderweitig schicke Bürokleidung trugen, saß er dort in dunklen Jeans und einem schwarzen Polohemd. Die Arme stark tätowiert, hielt er sein Handy locker in der Hand, während er mich seinerseits interessiert musterte. Das Separee lag in einer der dunklen Ecken der Bar. Indirektes Licht sorgte dafür, dass seine Erscheinung faszinierend und irgendwie einnehmend wirkte. Ein markantes Kinn, eine große, leicht gebogene Nase, hohe Wangenknochen und ein düsterer, intensiver Blick. Braun, dachte ich. Ich schätzte, seine Augenfarbe war Braun. Ein tiefes, sattes Braun. Der Griff um mein Glas verstärkte sich. Rio stieß sich lachend vom Tresen ab.

»Das ist definitiv eine Gurke, die du dir nicht entgehen lassen solltest.«

Obwohl wir nie offen darüber gesprochen hatten, war Rio nicht entgangen, dass Ty in den letzten fünf Jahren, in denen wir mittlerweile hierherkamen, lediglich mit den männlichen Gästen geflirtet hatte. Gigi liebte sowohl Frauen als auch Männer. Und ich? Ich war verliebt in meinen Job. Meine Karriere.

Unser Trio war laut, bunt und schrill, und ich liebte es. Gigi und Ty waren meine Familie – jene, die ich mir selbst ausgesucht hatte. Wir akzeptierten uns so, wie wir waren, und Rio kannte uns zu lange, um nicht das ein oder andere miterlebt zu haben.

»Ich will keine Gurke«, murmelte ich und riss meinen Blick von dem Fremden los.

Seit Tys und meiner Hochzeit hatte es Männer in meinem Leben gegeben, diskret natürlich, immerhin war ich verheiratet, aber das war nur Sex gewesen.

Du warst verheiratet, Vi… bald bist du es nicht mehr.

Demnächst wäre ich geschieden.

Fragen und Sorgen stürmen mit der Wucht einer Dampfwalze auf mich ein. Was würde mein Vater sagen? Der Vorstand? Was bedeutete die Scheidung für meine Stellung in der Firma? Würde es einen Unterschied machen?

In diesem Moment mochte ich mich nicht einmal selbst für diese Art von Fragen. Alles, was zählte, war, dass Ty sein Glück fand. Niemals würde ich ihm im Weg stehen, erst recht nicht jetzt, wo er sich endlich dazu entschlossen hatte, seinen Eltern sein wahres Ich zu zeigen und ihnen die Stirn zu bieten. Aber ich hatte in den letzten drei Jahren verdammt hart gearbeitet, und vor meinem inneren Auge sah ich Trevor, wie er die Säge rausholte und anfing, kräftig an meinem Stuhl zu sägen. Mehr noch als sowieso schon. Sie würden mir Versagen vorwerfen, dachte ich, ob ich nun Schuld hatte – sofern man überhaupt von Schuld in so einer Lage sprechen konnte – oder nicht. Für den rein männlichen Vorstand von Ferguson International wäre es mein Fehler. Ich sah sie bereits jetzt, die mitleidigen Blicke. Mitleidig und fragend. Wäre ich noch in der Lage, die Firma zu leiten? Würde die Scheidung mich und meine Emotionen beeinträchtigen?

Ich freute mich von Herzen für Ty, aber heute Abend würde ich es mir erlauben, in Selbstmitleid und Selbstzweifeln zu versinken. Und in Alkohol.

Der Gin Tonic rann kalt meine ausgetrocknete Kehle herab. Rosmarin war so viel besser als Gurke.

Jackson

Sie sah bereits zum dritten Mal zu mir herüber. Sie tat es nicht bewusst, dafür war ihr Blick zu ernst und angestrengt, leicht abwesend sogar, aber sie sah mich an. Wieder und wieder. Die letzte Stunde hatte ich damit verbracht, meinen kleinen Bruder zu verfluchen, da er mir auf meine Frage nach einer adäquaten Bar in New York hin das Lordes empfohlen hatte. New Yorker Businessyuppies weit und breit. Und sie alle konnten es bei ihrem sogenannten After-Work-Drink nicht lassen, weiter über die Arbeit zu sprechen. Genau deswegen war New York niemals eine Option für mich gewesen. Sosehr mein Bruder auch versucht hatte, mir die Ostküste schmackhaft zu machen, es hatte nicht funktioniert. New York und ich funktionierten nicht. Alles hier war zu groß. Zu laut. Zu … alles. Es ging um Erfolg, Geld und Status. Und der Status kam durch Erfolg und Geld, also drehte sich alles, ausnahmslos alles, um die Arbeit. Vierundzwanzig Stunden. Todo el día. Hinzukam, dass ein Gin Tonic rund zwanzig Dollar kostete und das Essen in Restaurants, in denen man unter hundert Dollar wieder rausging, ungenießbar war. Ich vermisste L. A. Sehr. Dabei war ich gerade mal vier Stunden hier.

Und du hattest abschalten wollen …

Nati hatte meine Pflichten im Restaurant übernommen und mich mit den Worten »Du musst mal abschalten, Chef« aus der Tür geschoben. Ich wollte abschalten, wirklich, aber das war leichter gesagt als getan. Mein Blick kollidierte erneut mit dem der dunkelhaarigen Frau an der Bar. Wie die meisten Frauen in Manhattan war sie elegant gekleidet und stank nach Geld. Eine Businessfrau durch und durch. Dennoch war da etwas an ihr, in ihrem Blick, das mich faszinierte. Ich konnte nicht aufhören, sie anzustarren. Die dunklen Haare, ihre schmale Gestalt und die langen Beine, die durch die lächerlich hohen Schuhe äußerst sexy betont wurden, all das war definitiv sehr hübsch anzusehen. Aber es war nicht ihr Körper, der mein Interesse weckte – na ja, es war nicht nur ihr Körper, der mein Interesse weckte. Die Art und Weise, wie sie sich an ihren Drink klammerte und ihr Blick leicht verloren durch die Bar huschte, berührte etwas in mir.

Vielleicht war es die Tatsache, dass ich mich aktuell ebenso verloren fühlte, wie Miss Gin Tonic an der Bar aussah. Dabei hatte ich eigentlich keinen Grund, mich zu beklagen. Das Restaurant lief gut, sehr gut sogar, dennoch beschlich mich seit längerer Zeit das Gefühl, dass ich von meinem eigentlichen Weg abgewichen war. Jetzt, kurz vor meinem einundvierzigsten Geburtstag, begann ich mich zu fragen, ob ich wirklich alles erreicht hatte, was ich in den letzten Jahren hatte erreichen wollen. Im Gegensatz zu den Leuten in dieser Bar definierte ich Erfolg nicht über Geld und Status. Als ich das Triple C vor über zehn Jahren eröffnet hatte, war es eine Hommage an meine Großmutter, meine abuela, gewesen. Sie hatte stets gesagt: El camino hacia el cielo está lleno de buena comida. »Der Weg in den Himmel ist gepflastert mit gutem Essen.« So war der Name meines Restaurants entstanden. Die drei Cs standen für comida, calle y cielo. Das Essen, die Straße und der Himmel.

Und im übertragenen Sinne stand es auch für mich. Ich kam nicht direkt von der Straße, allerdings war das Leben in dem Viertel in L. A., in dem ich unter der Aufsicht meiner abuela, der Mutter meines Vaters, aufgewachsen war, alles andere als rosig gewesen. Ich liebte Essen über alles, kochen brachte mich dem Himmel jedes Mal ein Stückchen näher. Insofern war mir die Namensfindung damals relativ leichtgefallen. Schwerer war es gewesen, die richtige Positionierung zu finden. Das Konzept des Triple C war südamerikanische Street Food Cuisine.

Es gab Ceviche, Empanadas, Humitas, Pachamanca y Curanto und vieles mehr. Alles modern interpretiert, aus besten Zutaten hergestellt und stilvoll serviert. Und genau das war es, was mir das Genick gebrochen hatte. Eine etwas drastische Darstellung, zugegeben. Aber mein Perfektionismus war es, der das Triple C bekannt und bei den Schönen und Reichen beliebt gemacht hatte. Sie hatten die einfachen Leute vertrieben, die Surfer, Hipster und Latinos, und bereits nach zwei Jahren war das Lokal vom schicken Bistro zum In-Restaurant geworden. Plötzlich waren wir auf Wochen hin ausgebucht und in ganz Kalifornien bekannt. Am Anfang hatte der Erfolg mich geblendet. Ich hatte mich darüber gefreut, war stolz auf mich und mein Team gewesen, aber seit ein paar Monaten – Jahren, wenn ich ehrlich mit mir selbst war – entglitt mir das Triple C immer mehr. Ich hatte das Gefühl, meine Vision und mich verraten zu haben. Ich spürte keinerlei Verbindung mehr zu dem Essen, das ich kochte, zu den Zutaten und den Menschen in meinem Restaurant. Denn anders als viele Köche in meiner Position lehnte ich mich nicht zurück und genoss das Geld. Ich stand selbst in der Küche. Mein Rückzugsort, meine große Liebe und dennoch … ich fühlte mich verloren. So verloren, wie die Frau an der Bar mich schon wieder ansah. Ein dritter Gin Tonic landete vor ihr auf dem Tresen, und der Barkeeper grinste nicht sie, sondern mich an. Also war ihm aufgefallen, dass ich sie angestarrt hatte. Kein Problem für mich. Die Wangen der Frau röteten sich leicht, und eindeutig angewidert fischte sie eine Gurkenscheibe aus ihrem Glas und warf sie vor den Barkeeper auf den Tresen. Dieser wandte sich glucksend ab. Nicht aber, ohne mir noch einen bedeutungsschweren Blick zuzuwerfen. Ob ich zu ihr hinübergehen sollte? Seit meinem letzten … Abenteuer waren mehrere Monate vergangen. Josh, mein bester Kumpel, und mein Bruder hatten sich zusammengetan und eine Party zu meinem vierzigsten Geburtstag organisiert. Es war wild, laut und witzig gewesen. Wir hatten bis in die Nacht am Strand gefeiert. Ein Barbecue, eine Menge Tequila und laute Musik hatten uns dabei begleitet, und am Ende des Abends war ich mit einer Freundin von Joshs Schwester Emily im Bett gelandet. Das war über neun Monate her. Neun verfluchte Monate. Joder. Fuck.

Mein Bruder hatte recht. Ich war alt und traurig. Zumindest verhielt ich mich so. Wochenlang hatte er mich überzeugen müssen, dass ich mich in ein Flugzeug nach New York setzte. Ich liebte meinen Bruder, er war Teil meiner familia, aber ihn zu sehen, weckte auch jedes Mal die weniger schönen Erinnerungen aus unserer Kindheit. Ich sperrte mein Handy und ließ es in die Tasche meiner Lederjacke gleiten, die neben mir auf der Sitzbank lag. Trotz der viertausend Kilometer Luftlinie, die uns trennten, hatten Rapha und ich eine gute, stabile Beziehung zueinander aufgebaut, auch wenn unsere sogenannten Eltern es uns nicht immer leicht gemacht hatten. Unsere Mutter jettete lieber durch die Weltgeschichte, immer auf der Suche nach dem einen perfekten Ehemann, der sie endlich glücklich machen würde, als sich um uns zu kümmern. Und unsere Väter? Raphas Dad war okay, soweit ich wusste. Ich hatte Paolo nur wenige Male gesehen, aber er hatte sich um seinen Sohn gekümmert, nachdem unsere Mutter ihn sitzen lassen hatte. Ein Kind machte sich nicht gut, wenn man Ehemann Nummer vier suchte. Drei Kinder schon gar nicht. John, den Vater unseres ältesten Bruders, hatte ich nie kennengelernt. Angeblich war er die große Liebe unserer Mom gewesen. Dennoch hatte sie ihn und ihren fünf Jahren alten Sohn verlassen. Während meine Brüder mit ihren Vätern Glück gehabt hatten, hatte mein Dad mich bei meiner abuela in L. A. abgeladen und war nach Mexiko verschwunden. Eine gelegentliche SMS informierte mich darüber, dass er noch lebte. Von klein auf war mir bewusst gewesen, dass mein Dad die Ausnahme gewesen war. Meine Eltern waren nicht verheiratet gewesen, ich war das Produkt einer heißen Affäre. Niemals hätte Gloriana Alvarez sich dazu herabgelassen, einen armen Schrauber aus Kalifornien zu heiraten. Nicht, wenn es an der Ostküste so viel dickere Fische gab. Mittlerweile war Gloriana über sechzig, aber noch immer eine wunderschöne Frau. Meine Mutter hatte mich, die wenigen Male, die ich sie zu Gesicht bekommen hatte, an eine der glamourösen Hollywood-Schauspielerinnen aus den Fünfzigerjahren erinnert. Distanziert und unantastbar, aber faszinierend. Also war ich ohne Vater aufgewachsen. Und ohne Mutter. Ich hatte keinen von ihnen sonderlich vermisst, dafür hatte Maribel, meine abuela, gesorgt. Ein wenig Geld meiner Mutter und diverse Nebenjobs hatten uns über Wasser gehalten, bis ich alt genug gewesen war, mein eigenes Geld zu verdienen. Als Latino, als Kind südamerikanischer Einwanderer, in einem der sozial schwächeren Viertel von L. A., hatte ich genau zwei Möglichkeiten gehabt. Entweder ich erfüllte das traurige Klischee und schloss mich einer Gang an, oder ich rannte so schnell und so weit ich konnte. Allzu weit war ich nicht gekommen, immerhin waren wir in L. A. geblieben, dennoch hatte ich uns nach meiner Ausbildung zum Koch ein ganz neues Leben ermöglichen können, ein einfaches zwar, aber frei und selbstbestimmt. Durch harte Arbeit und Talent hatte ich mir einen guten Ruf erarbeitet und war als Souschef in einem angesagten Restaurant in Malibou Beach angeheuert worden. Von da an hatte mein Leben eine drastische Wendung genommen. Abuela war vor Stolz geplatzt, als ich ihr mit Ende zwanzig unser Zwei-Zimmer-Apartment präsentiert hatte. Endlich hatte ich ihr den Traum von einem Leseplatz mit Blick aufs Meer erfüllen können. Es war eine schöne Zeit gewesen, friedlich und glücklich. Dann aber war sie krank geworden. Wenige Monate später war ich allein gewesen. Schon wieder. Also hatte ich das Apartment verkauft, war zu Josh gezogen und hatte all mein Geld für die Eröffnung des Triple C gespart.

Noch heute war ich meinem Kumpel mehr als dankbar, dass er es ein Jahr mit mir auf seiner Couch ausgehalten hatte. Heute war Josh verheiratet und Vater einer zauberhaften kleinen Tochter. Ich freute mich für ihn, wirklich, aber das war nicht mein Leben. Alles, was ich immer vom Leben gewollt hatte, war, die Menschen durch Essen zusammenzubringen. Sie glücklich zu machen, sie in Ekstase zu versetzen, sie zu trösten und dazu beizutragen, dass sie einen unvergesslichen Abend verbringen konnten. So wie ich es von meiner abuela gelernt hatte.

Und damit wären wir wieder bei meinem eigentlichen Problem: Ich fühlte es nicht mehr.

Wieso genau fühlte ich es nicht mehr?

Die Musik in der Bar wurde lauter, und instinktiv sah ich zum Tresen. Sie war noch immer da. Das Handy in der Hand, sah sie stirnrunzelnd auf das leuchtende Display hinab. Dann begann sie zu tippen.

Vielleicht sollte ich zu ihr hinübergehen. Es war schon eine Weile her, dass ich eine Frau in einer Bar angesprochen hatte … während ich mit mir selbst diskutierte, sah ich dabei zu, wie sie das Handy aufgebracht in ihre schwarze Tasche stopfte und sich elegant von ihrem Barhocker gleiten ließ.

Unter dem aufmerksamen Blick des Barkeepers schulterte sie ihre Tasche, griff nach ihrem Glas und kam direkt auf mich zu. Ihr Gang war selbstbewusst, sexy und kein bisschen schüchtern.

Ich war vierzig Jahre alt, verflucht noch mal, dennoch konnte ich es nicht verhindern, dass mein Herz einen kleinen Satz machte. Je näher sie mir kam, desto mehr konnte ich von ihrem außergewöhnlichen Gesicht erkennen. Ein spitzes Kinn, hohe Wangenknochen, ein schlanker, eleganter Hals und große graue Augen, die einen interessanten Kontrast zu ihrem dunklen, fast schwarzen Haar bildeten.

»Hi.« Der Gin Tonic landete vor mir auf dem Tisch. Fragend sah ich auf.

»Hi.«

»Ich bin Violett.« Sie lächelte, und unwillkürlich ballte ich die Hände unter dem Tisch zur Faust. Wieso auch immer, aber meine spontane Reaktion auf diese Frau fiel heftig aus. Lust durchfuhr mich schnell und kompromisslos, als ich ihr dabei zusah, wie sie den Kopf leicht schräg legte und ihre Lippen befeuchtete. »Darf ich mich setzen?«

Ich nickte.

Himmel, Jackson, sag doch was, du Trottel.

»Bitte.« Ich wies auf den freien Platz mir gegenüber. Kopfschüttelnd ignorierte sie meine Aufforderung und ließ sich auf die Sitzbank neben mich fallen.

»In rund zwanzig Minuten dreht Rio die Musik noch lauter«, sie zwinkerte mir zu, »so ist es einfacher.«

Wenn das so war, dann wusste ich ihre Weitsicht durchaus zu schätzen.

»Ich bin Jax«, sagte ich und streckte ihr meine Hand entgegen. Ohne zu zögern, griff sie danach. Als unsere Finger sich berührten, ging ein Stromstoß durch meinen Körper, und meine Fingerspitzen kribbelten leicht. Interessant.

»Freut mich, dich kennenzulernen, Violett.«

Die schwarze Handtasche zwischen uns begann im Stakkato zu vibrieren. Violett seufzte. Ich zog fragend eine Augenbraue in die Höhe.

»Meine Freunde«, erklärte sie und ließ mich damit innerlich aufseufzen. Kein Freund. Nur ihre Freunde.

»Sie haben dich sitzen lassen?«

Sie lachte auf. »So offensichtlich, hm?«

Ich folgte ihrem Blick zur Bar. »Ein wenig?« Dann sah ich auf ihren Drink. »Harter Tag?«

»Beschissene Woche.«

Das brachte mich zum Lachen. Violett blickte mich vergnügt an.

»Kann ich dich zu einem weiteren Gin Tonic verführen?«, fragte ich sie.

Ein Ausdruck, den ich nicht ganz deuten konnte, huschte über ihr Gesicht. Ich hoffte jedoch stark, dass ihre Gedanken eine ähnliche Richtung eingeschlagen hatten wie meine eigenen. Vielleicht war das Lordes doch keine so schlechte Idee gewesen.

Violett

Kann ich dich zu einem weiteren Gin Tonic verführen?

Ich unterdrückte den Drang, mir Luft zuzufächeln. Ob er mich zu einem Gin verführen konnte? Himmel, der Mann konnte mich verführen zu was auch immer er wollte. Von Weitem war er bereits attraktiv gewesen, aber jetzt? Von Nahem? Seine Augen waren tatsächlich von einem satten, tiefen Braun, und sein Dreitagebart zeigte die ersten Anzeichen von Grau. Verdammt sexy.

»Gern.«

»Rosmarin oder Gurke?«, fragte er mich, als er sich geschmeidig erhob. Ich musterte ihn ungeniert. »Gurke«, murmelte ich. Definitiv Gurke. Jax sah auf mich herab, und man musste kein Genie sein, um zu sehen, dass er ganz genau verstanden hatte. Wir wussten beide, worauf dieser Abend hinauslaufen könnte, wenn wir es zuließen. Ob ich es allerdings zulassen würde, würden die nächsten Stunden entscheiden.

»Lieblingsfilm?«, fragte ich ihn, während ich in die Schale mit Wasabi-Nüssen griff.

»Nur einer?« Gespielt empört runzelte Jax die Stirn. Seit zwei Stunden saßen wir nun zusammen. Als er von der Bar zurückgekommen war und zwei Gin Tonic vor uns abgestellt hatte, hatten wir uns darauf geeinigt, den peinlichen Small Talk einfach direkt zu überspringen. Seitdem redeten wir über Musik, Serien, Bücher und Filme. Und was sollte ich sagen? Der Mann war nicht nur nett anzusehen, er war witzig, intelligent und schlagfertig. Eine durchaus gefährliche Kombination.

»Drive«, sagte er schließlich.

»Der Film mit Ryan Gosling?«

Jax nickte. »Geiler Film. Cooler Typ. Super Soundtrack. Was will man mehr?«

Kauend tat ich so, als müsste ich überlegen. »Constantine.«

Jax erwiderte meinen Blick, diesmal ehrlich überrascht. »Keanu Reeves?«

»Der netteste Typ von ganz Hollywood in einer saucoolen Rolle. Was will man mehr, mhm?«

Wir grinsten uns an. Als ich meinen Mut zusammengenommen hatte und zu Jax hinübergeschlendert war, hatte ich gewusst, dass es mehrere mögliche Szenarien gab. Ich hatte jedoch ehrlich gesagt nicht erwartet, dass der Mann mir so gut gefallen würde. Jetzt ertappte ich mich dabei, wie ich ihn immer wieder musterte. Er war anders als die Typen, die ich tagtäglich um mich hatte. Seine definierten Arme, die Tattoos, das Grübchen im Kinn. Der Bartschatten. Unbewusst rutschte ich auf meinem Platz hin und her.

Unsere Blicke trafen sich, und Jax’ Augen verdunkelten sich schlagartig. Es war offensichtlich, dass wir im selben Boot saßen, was den Ausgang dieses Abends anging.

Das Handy in meiner Tasche vibrierte erneut. Diesmal kramte ich es hervor und schickte Gigi ein Daumen-hoch-Emoji. Dabei ignorierte ich sowohl ihre als auch Tys zahlreiche Nachrichten. Normalerweise würde ich die beiden wichtigsten Menschen in meinem Leben niemals absichtlich ignorieren, aber heute … heute war eine Ausnahme.

Jax musterte mich neugierig.

»Alles okay?«

Mhm. Abwesend ließ ich das Handy zurück in meine Tasche gleiten.

»Alles bestens.« Zumindest für diesen Abend. Morgen konnte ich mich wieder um meine Probleme kümmern.

Er hob fragend eine Augenbraue. »Sicher?«

»Nur meine Freunde«, winkte ich ab.

»Die, die dich versetzt haben?«

Er hatte ja keine Ahnung. »Mhm«, machte ich erneut.

»Was hältst du davon, wenn wir hier verschwinden?«

Hoppla. Ich hatte mit diesen Worten gerechnet – hätte er sie nicht ausgesprochen, hätte ich es getan –, aber der plötzliche Themenwechsel verwirrte mich kurz. Jax beugte sich vor und umfasste sanft meinen Hals. In den letzten zwei Stunden waren wir uns immer näher gekommen, berührt hatte er mich bisher jedoch nicht. Augenblicklich schnellte mein Puls in die Höhe, und mein Blick hing wie gebannt an seinen Lippen und dem Bartschatten, der mir verriet, dass er mit einem richtigen Bart umwerfend aussehen würde. Himmel, die Wirkung, die dieser Mann auf mich hatte … Hatte ich jemals etwas Vergleichbares gefühlt? Und alles, was er wollte, alles, was er mir bot, war eine Nacht. Eine heiße Nacht, daran zweifelte ich keine Sekunde.

»Ja.«

Jax’ Mundwinkel zuckten.

»Ich habe kein Hotel«, erinnerte er mich leise und kam mir noch näher, bis ich die Wärme seines Körpers spüren und sein herbes Parfüm riechen konnte. »Wenn du also nicht auf der Couch meines Bruders schlafen willst, müssen wir zu dir.«

»Mein Apartment ist nicht weit weg.«

Er grinste. »Daran habe ich keine Sekunde gezweifelt.«

Was sollte das denn heißen?

Ich wollte ihn fragen, doch da überbrückte er bereits die kurze Distanz zwischen uns und presste seine warmen, weichen Lippen auf die heftig pochende Stelle an meinem Hals. Und jeglicher gesunde Menschenverstand verließ meinen Körper. Ich war im Himmel. Ich war in der Hölle. Aber vor allem war ich verloren.

Blind tastete ich nach meiner Handtasche und rutschte seitlich aus der Sitzbank.

Warum mehr Zeit verlieren? »Gehen wir.«

Leise lachend führte Jax mich an die Bar und warf ein paar Scheine auf den Tresen vor uns. Rio, der uns bisher breit grinsend, aber schweigend beobachtet hatte, griff danach und winkte mir fröhlich zu.

»Habt Spaß, Kinder.«

Oh, und wie ich Spaß haben würde.

Jax griff nach meiner Hand, und mein ganzer Arm begann zu kribbeln. Wenn diese Reaktion auch nur annähernd ein Vorgeschmack dessen war, wie ich mich in seinen Armen fühlen würde – nackt! –, dann war ich so was von dabei.

»Hast du eine Jacke dabei?«, fragte er mich mit rauer Stimme. Eine Jacke? Ende Mai in New York? Das war in etwa so überflüssig wie ein Bikini im Winter.

»Nein.«

Er nickte und manövrierte uns sicheren Schrittes durch die in den letzten Stunden voller gewordene Bar. Überall standen kleine Gruppen, Freundinnen, Pärchen, sie alle lachten, tranken und hatten Spaß. Ich nahm sie kaum wahr. Alles, was ich spürte, war Jax’ große, warme Hand, die sich direkt über dem wild schlagenden Puls meines Handgelenks befand. Selbst wenn ich gewollt hätte, ich hätte meine Reaktion auf diesen Mann nicht verbergen können. Die letzten Stunden waren nichts anderes als ein sinnliches verbales Vorspiel gewesen. Worte, Blicke, Berührungen. Jetzt aber wollte ich richtig spielen, und ganz offensichtlich erging es Jax nicht anders.

Kaum dass wir aus der Bar getreten waren, rief er nach einem Taxi.

Die dunklen Augen fest auf mein Gesicht geheftet, fragte er mich: »Wo wohnst du?«

Ich nannte ihm die Adresse. Normalerweise war ich diejenige, die mitging. So konnte ich jederzeit und ohne Probleme verschwinden. Gigi, Ty und ich schrieben uns jedes Mal, wenn wir mit jemandem nach Hause gingen, sogar die Adressen des Auserwählten. Mit Jax brach ich also bereits zwei meiner Regeln. Aber Himmel, selbst wenn dieser Mann ein Axtmörder wäre, dann hoffte ich, dass er die Axt erst nach dem Sex rausholte. In meinem aktuellen Zustand wollte ich auf keinen Fall sterben. Ein beinahe hysterisches Kichern entfuhr mir. Ich war nicht betrunken, nicht komplett jedenfalls, aber anscheinend sorgte der Gin für eine ganze Reihe an absurden Gedanken.

»Was ist so witzig?«, wollte Jax wissen, als er mich neben sich auf die Rückbank des Taxis zog, das soeben neben uns gehalten hatte.

Ich würde ihn nie wiedersehen, oder? Wahrscheinlich nicht. Also beschloss ich, ehrlich zu sein.

»Ich breche meine Regeln wegen dir.«

Etwas blitzte in den dunklen Tiefen seiner Augen auf. »Ich Glückspilz.«

»Du hast ja keine Ahnung.«

Rückblickend war ich nicht sonderlich stolz auf meine nicht vorhandene Zurückhaltung oder darauf, dass ich den Taxifahrer einfach ausblendete, mich zu Jax hinüberlehnte und mich auf ihn stürzte. Aber verflucht …

Die dunklen Augen, die tiefe Stimme, sein Geruch. Der ganze Mann ging mir durch Mark und Bein. Zum Glück schien es ihm ebenso zu ergehen, da er keine Sekunde zögerte, mein Gesicht mit den Händen zu umschließen und seine Lippen fest auf meine zu pressen. Sein Kuss war kein sinnliches Rantasten, es war eine Eroberung meiner Sinne. Aller meiner Sinne. Die Taxifahrt zu meinem Apartment kam mir vor wie ein Wimpernschlag. Nur mit Mühe löste ich mich von Jax’ fordernden Lippen, kramte zwei Zwanziger hervor und überreichte sie dem Fahrer mit glühenden Wangen. Nicht im Geringsten peinlich berührt, stieg Jax aus und zog mich zurück in seine Arme.

»Schlüssel«, keuchte ich, während er heiße Küsse auf meinem Hals und meinem Schlüsselbein verteilte.

»Wo?«, fragte er und ließ seine Hände, langsam, quälend langsam und suchend, meine Wirbelsäule hinabgleiten. Auf zittrigen Beinen sah ich zu ihm auf. Mein Herz schlug so schnell, es überraschte mich, dass er es nicht hören konnte. Der Rhythmus fühlte sich ungewohnt an. Fremd. Aber verdammt gut. Ich fühlte mich lebendig.

»Wo?«, knurrte er leise.

Was war wo?

»Violett.« Jax holte tief Luft und grinste. »Wo ist der Schlüssel?«

Ach ja, der Schlüssel. Ich tastete nach dem goldenen Schlüsselring mit schwarzem Puschel in meiner Handtasche. Wenig später zog ich meine Beute triumphierend hervor.

Noch immer grinsend musterte Jax den schwarzen Puschel.

»Hier.«

»Der ist … süß.«

»So wie ich.«

»Irgendwas sagt mir, dass du nicht nur das bist.«

Oh? Und was brachte ihn auf den Gedanken? Dass ich alleine in einer Bar in Manhattan saß und dabei war, ihn abzuschleppen? Oder dass ich im Taxi über ihn hergefallen war? Er hatte absolut recht. Ich war nicht süß, ich war geil.

»Hör auf zu quatschen«, murmelte ich und zog seinen Kopf zu mir herab. Unsere Küsse wurden wilder, und sofern wir keine Anzeige wegen unsittlichen Verhaltens riskieren wollten, sollten wir wirklich langsam das Apartmentgebäude betreten.

Stolpernd, küssend und lachend passierten wir den diskret zur Seite schauenden Portier und betraten den Fahrstuhl. Um Contenance bemüht, drückte ich auf den Knopf mit der Acht. Mein Stockwerk.

Kaum dass sich die Fahrstuhltüren geschlossen hatten, schlang Jax einen Arm um meine Taille und presste mich mit dem Rücken gegen den Spiegel des Fahrstuhls, während er mich besinnungslos küsste. Nahezu krampfhaft umklammerte ich Handtasche und Schlüssel. Von ihm gehalten, berührt und geküsst zu werden, fühlte sich gut an. Sehr gut. Viel zu gut. Aber dies hier war ein One-Night-Stand, erinnerte ich mich. Eine heiße Nacht, mehr nicht. Fluchend löste er seine Lippen von meinen.

»Verdammt, Violett …«

Oh, ich wusste genau, was er meinte.

Der Fahrstuhl plingte, und die Türen öffneten sich. Ohne Rücksicht auf Verluste packte ich Jax am Arm und zog ihn hinter mir her. Der schwarze Puschel an meinem Schlüssel wippte hin und her, als ich erst ein, dann zwei Versuche brauchte, um meine Tür aufzuschließen.

Als sie hinter uns ins Schloss fiel, tastete ich nach dem Lichtschalter und benutzte den Dimmer, um den Raum nicht komplett zu erhellen. Ty hatte letztes Jahr darauf bestanden, mir alles Mögliche mit Alexa einzustellen, ein »Smart Home« hatte er es genannt. Stolz hatte er ihr diverse Befehle gegeben: Alexa, mach das Licht im Wohnzimmer an. Alexa, wie spät ist es? Alexa, wie wird das Wetter morgen? Ich hatte geschwiegen und seine Begeisterung über mich ergehen lassen. Sobald er jedoch wieder gegangen war, hatte ich den Stecker gezogen. Ich brauchte keine Alexa, die für mich das Licht anmachte oder mir sagte, wie man eine anständige Pannacotta zubereitete. Ich hatte zwei Hände, und für die beste Pannacotta ging ich sowieso zu Lu. Die Dimmer hingegen, die Ty installiert hatte, die hatten bleiben dürfen. Ich drehte mich zu Jax um. Durch die Wohnungstür kam man direkt in die großzügige offene Küche. Ein hübscher Tresen mit Barhockern trennte diese vom Wohnzimmer. Zwei weitere Zimmer gingen von dem schmalen Flur ab. Schlafzimmer mit Bad, Gästezimmer mit Bad. Das Apartment war nicht riesig, aber für Manhattaner Verhältnisse nicht übel. Immerhin brachte die monatliche Miete mein linkes Auge regelmäßig zum Zucken. Aber es war Liebe auf den ersten Blick gewesen. Besonders die große Fensterfront hatte es mir angetan. Gigi und Ty lebten beide nicht in Manhattan, sie hatten dem schlimmsten Trubel entfliehen wollen und sich für Queens und Brooklyn entschieden. Ich hingegen liebte es hier. Außerdem musste ich so morgens keine zwei Stunden im Stau stehen, um in die Firma zu kommen. Meine Handtasche landete mit einem dumpfen Geräusch auf der Kücheninsel.

»Willst du noch etwas trinken?« Bitte sag Nein.

»Nein.« Er riss den Blick von den edlen Fronten der Küche los und sah mich an.

»Hübsch hast du es hier.«

»Danke.«

Im schummrigen Licht der Wohnung wirkte Jax noch größer und breiter als ohnehin schon. Er war so weit entfernt von den aalglatten Anzugträgern, die ich kannte, dass meine Libido zu schnurren begann.

»Du bist kein irrer Axtmörder, oder?«

Seine Augen weiteten sich überrascht. »Ist es für diese Frage jetzt nicht zu spät?«

Vermutlich ja.

Nickend und beinahe wie in Trance trat ich um den Tresen herum und überbrückte die Distanz zwischen uns mit zwei langen Schritten. Wenn es eh zu spät war, dann konnten wir jetzt auch das Beste daraus machen. Jax versteifte sich, als ich mich Brüste voran sanft gegen ihn presste und zu ihm aufsah. Das wilde Schlagen meines Herzens war zurück, und nicht nur meine Brüste begannen, verlangend zu schmerzen und zu prickeln. Ich legte meine Hände auf seinen Brustkorb, und unter meinen Handflächen spürte ich, wie seine Muskeln leicht zuckten.

Doch nicht ganz so cool, wie du tust, mhm? Ich wette, ich könnte –

Bevor ich den Gedanken jedoch zu Ende bringen konnte, hatte Jax mich gepackt. Eine Hand unter meinem Po, die andere in meinem Nacken, hob er mich hoch und trug mich zum Sofa. Mit einem leisen, überraschten Aufschrei landete ich in den weichen Polstern. Sofort war er über mir. Die Energie im Raum wechselte von neckisch zu drängend. Jax’ Mund bedeckte meinen, und jetzt waren seine Hände überall auf einmal. Seine Zunge spielte mit meiner, sein Bartschatten kratzte über die sensible Haut meines Halses, und ich keuchte auf, als er an dem edlen Stoff meiner Bluse zerrte, während ich mir die Manolos von den Füßen kickte. Jax packte den Saum meiner Bluse und zog sie mir überraschend vorsichtig über den Kopf. Bewundernd sah er auf das helle Spitzenbustier hinab, für das ich mich heute Morgen entschieden hatte. Zartrosa und mit kleinen Blümchen verziert, war es komplett durchsichtig.

Gigi hatte einmal gesagt, man solle das Haus stets so verlassen, dass man sich nicht schämte, sollte jemand einen ausziehen müssen, um erste Hilfe zu leisten. Das Bild war ein wenig drastisch, aber ich hatte verstanden, worauf sie hinauswollte. Das Leben war zu kurz für hässliche Unterwäsche.

Ein leises Grollen kam aus Jax’ Kehle, und ich beugte mich vor, um beide Hände unter sein dunkles Poloshirt zu schieben. Das Erste, was ich zu spüren bekam, waren harte Muskelstränge, die sich unter meinen wandernden Fingern immer mehr zusammenzogen.

»Zieh dein Shirt aus«, befahl ich ihm heiser und beobachtete, wie er sich auf die Fersen zurückfallen ließ, nach den Enden seines Shirts griff und es sich mit einer flüssigen Bewegung über den Kopf zog.

Heilige Scheiße. Nicht nur seine Arme waren tätowiert. Sein kompletter Oberkörper war durch dunkle und farbige Tinte verziert. Hatte ich so etwas zuvor schon einmal gesehen? Live?

Fasziniert studierte ich die Linien und Bilder in dem schummerigen Licht, so gut ich konnte. Er ließ mich starren und verfolgte meine Finger, die gerade dabei waren, eine besonders komplizierte Linie nachzuzeichnen, mit einem hungrigen Blick. Eine Linie, die in seinem tief sitzenden Hosenbund verschwand. Ich schluckte. Jax war definitiv nicht wie die Trevors dieser Welt.

Ich umkreiste den Knopf seiner Jeans, und er stöhnte leise auf. Offenbar hatte ich seine Schmerzgrenze jetzt erreicht.

»Dios mío, Violett …«

Jackson

Meine Selbstbeherrschung hing am seidenen Faden. Violett unter mir. Ihre Brüste eingehüllt in zarte Spitze, die sich im Rhythmus ihres schweren Atems hoben und senkten. Und ihre Finger, die am Knopf meiner Jeans spielten … es fehlte nicht mehr viel, und ich würde alle Zurückhaltung über Bord werfen und mich auf sie stürzen.

Ich atmete tief durch und nahm mir einen Moment, die Frau unter mir zu bewundern. Sanft strich ich ihr mit dem Daumen über die von unseren Küssen geschwollene Unterlippe. Violetts Zunge schnellte vor, sie öffnete die Lippen und sog meinen Daumen in ihren feuchten, heißen Mund.

Santa mierda.

Ich war gestorben und in den Himmel gekommen, das war die einzige Erklärung. Ein rauer, kehliger Laut entfuhr mir, als ich ihr dabei zusah, wie sie an meinem Daumen saugte. Zunächst zurückhaltend, dann aber immer kräftiger. War meine Erektion zuvor steinhart gewesen, war sie jetzt nahezu schmerzhaft. Was machte diese Frau mit mir?

Violett stieß ein kleines, zufriedenes Seufzen aus, und dieser in diesem Moment völlig unpassende, unschuldige Laut gab mir den Rest. Ich zog meinen Daumen aus ihrem heißen Mund und meine Hand zurück. Ihre Lippen formten ein überraschtes Oh, und ich nutzte den Moment, um meinen Kopf zu senken, sie zu küssen, meine Zunge in ihren Mund zu schieben. Stürmisch erwiderte sie den Kuss. Damit gab ich jegliche Zurückhaltung auf und meinen Trieben nach. In Rekordzeit schafften wir es, uns unserer restlichen Kleidung zu entledigen. Endlich konnte ich jeden Zentimeter ihrer weichen Haut berühren und küssen. Violett wand sich unter mir. Die Hände in meinen Haaren vergraben, manövrierte sie mich genau dorthin, wo sie mich haben wollte, und ich kam ihrem Wunsch nur zu gerne nach.

Ihr Duft, ihr Geschmack, all das war berauschend, und ich kostete sie nicht nur, ich huldigte ihr. Violetts Bewegungen wurden wilder, immer wieder hob sie ihre Hüfte vom Sofa und drückte ihren Schoß fester an mich. An mein Gesicht und meine Zunge. Grinsend sah ich auf und legte einen Arm über ihre Hüfte und ihren Bauch, um sie ruhig zu halten.

»Jax …«, wimmerte sie. Wieder und wieder. Ich verstand ihr Verlangen, das Drängen in ihren grauen Augen, die mittlerweile so dunkel wie Gewitterwolken waren, aber ich war noch lange nicht fertig. Immer und immer wieder strich ich mit meiner Zunge über ihre Klitoris. Küsste sie, saugte an ihr, knabberte an der Innenseite ihrer Schenkel. Violetts Stöhnen wurde lauter, und als ich einen Finger in sie gleiten ließ, schrie sie auf.

Heilige Scheiße. Ich wusste nicht, wen ich hier gerade mehr quälte, sie oder mich selbst. Blind tastete sie um sich, bis sie meinen Oberschenkel zu fassen bekam.

»Jax, bitte …«

»Bitte was?«, murmelte ich, als ich meinen Finger leicht krümmte und mich ihren Körper hinauf küsste, bis ich bei ihren hübschen Brüsten ankam. Mit dem Daumen strich ich über einen Nippel, während ich den anderen tief in meinen Mund saugte. Violett warf den Kopf zurück in die Kissen und klammerte sich an meine Schultern. Ihre Wangen waren gerötet, und Strähnen ihres dunklen Haars verfingen sich in den langen Wimpern. Ihr Blick war verhangen. Ich saugte kräftiger, und sie keuchte verlangend auf.

Dann hob sie ruckartig ihren Oberkörper, neigte den Kopf und biss mir in den Hals. Kräftig. Währenddessen fand sie mit flinken Fingern, wonach sie gesucht hatte, und schloss sie um meine Erektion.

Leise fluchend sah ich auf sie hinab.

»Wir können, ahh«, sie keuchte, als ich einen zweiten Finger in sie gleiten ließ, »später noch … spielen.«

Zu sehen, wie sie auf das reagierte, was ich hier mit ihr anstellte, wie es sie dazu brachte, die Beherrschung zu verlieren, war absolut heiß.

»Ich mag, wie du denkst«, erwiderte ich und ließ für einen kurzen Moment von ihr ab, um auf dem Boden nach meinem Portemonnaie zu suchen. Kondom, wir brauchten dringend ein –

»Ah, Violett.« Ihr Name war ein Gebet und ein Fluch zugleich. Mit ihrer Hand bearbeitete sie mich, fuhr meine Erektion mit kräftigen Fingern und genau dem richtigen Druck auf und ab, und ich musste verflucht aufpassen, nicht vollends die Beherrschung zu verlieren. Nicht, bevor ich nicht in ihr war. Endlich bekam ich zu fassen, wonach ich gesucht hatte, riss die Folie auf und löste mich widerwillig aus Violetts Berührung. Statt mir jedoch zuzusehen, wie ich das Kondom überstreifte, nahm sie mir das kleine Päckchen ab. Schwer atmend beobachtete ich, wie sie die Spitze zusammendrückte und das feuchte Latex langsam über meine gesamte Länge rollte.

Unsere Blicke begegneten sich, und das wilde Wummern meines Herzens setzte für einen kleinen Moment aus. Madre mía, sie war wunderschön. Wobei wunderschön ein beinahe zu triviales Wort war, um eine Frau wie Violett zu beschreiben. Sie war atemberaubend. Heiß. Selbstbewusst. Und für diese eine Nacht gehörte sie mir. Wild entschlossen, dafür zu sorgen, dass wir diese Nacht beide nicht so schnell vergessen würden, stürzte ich mich auf sie.

Violett

Die leise Anfangssequenz von Dusty Springfields »Son of a Preacher Man« ertönte, und schlagartig öffnete ich die Augen. Wie jeden Morgen. Sobald der Wecker die ersten Geräusche von sich gab, war ich wach. Meist wachte ich sogar noch vorher auf. Nicht so heute. In dieser Nacht hatte ich meinen Schlaf dringend gebraucht. Immerhin war ich erst gegen drei eingeschlafen, hatte mehr als nur einen Drink und atemberaubenden Sex gehabt. Zweimal.

Träge streckte ich mich und testete meine Gliedmaßen. Steif und minimal verkatert. Ich hatte nicht wenig getrunken, aber auch nicht so viel, dass ich nicht aus dem Bett käme. Aber die letzte Nacht … ich drehte den Kopf zur Seite, und mein Blick fiel auf den tief und fest schlafenden Mann neben mir. Noch eine Regel, die ich gebrochen hatte. Normalerweise war Übernachten strengstens untersagt. Auf dem Bauch schlafend, hatte Jax einen Arm über seinen Kopf gestreckt, während er mit dem anderen sein – mein – Kissen umarmte. Die gebräunten, tätowierten Arme bildeten einen aufreizenden Kontrast zu meinen hellgrauen Laken. Meine ohnehin schon ausgetrocknete Kehle wurde noch trockener. Besonders, als ich entdeckte, dass der leichte Bartschatten von gestern Abend in der Tat länger geworden war. Er regte sich leise neben mir. In bester Ninja-Manier rollte ich mich aus dem Bett, bis ich auf allen vieren nackt auf dem Teppich ankam. Nicht gerade graziös, aber dafür hatte ich keine Zeit. Ich musste Henderson anrufen. Um neun hatte ich mein erstes Meeting, und wenn ich nicht in einer Stunde im Büro wäre, würde Trevor mir den ganzen Tag am Arsch hängen. Nachdem ich gestern so große Töne gespuckt hatte, musste ich heute unter Beweis stellen, dass ich alles unter Kontrolle hatte. Ich sah auf den großen, schlafenden Mann in meinem Bett. Den großen, schlafenden, unverschämt sexy Mann in meinem Bett. Kontrolle. Genau, ich hatte alles unter Kontrolle. Augenrollend schnappte ich mir mein Handy und schlich mich ins Bad. Zunächst brauchte ich eine Dusche, dann eine große Tasse Kaffee.