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Nicht schicksalsergeben, sondern in tiefer Dankbarkeit für das, was ist, erfrischend ehrlich im Umgang mit den Herausforderungen unseres Daseins, haben sich die beiden Autoren auf den Weg gemacht, in ihr zweites, gemeinsames Leben. Dabei nehmen sie uns mit auf ihre Gedankenreisen, die sich sowohl mit dem Gelingen einer wirklich wahrhaftigen Liebe in gegenseitiger Akzeptanz, Vertrauen und Freiheit, als auch kritisch mit unserer Welt auseinandersetzten. Diese Ansichten werden zum Inhalt ihrer wunderbaren, offenen und ehrlichen Gedichte. Die Herausforderungen des Alltags, der Mut zur Reflektion, das Geschenk ihrer Kinder, das Bestreben und die Achtsamkeit, eine Liebe in Weisheit zu leben, lässt sie aus einem großen Erfahrungsschatz schöpfen. Durch die gekonnte Mischung einer lebensnahen bis abstrakten Wortwahl, zeichnen die Autoren ein lebendiges Bild der heutigen Gesellschaft, in dem sich die Leser*innen wiederfinden und zum Nachdenken einladen. Die Autoren weisen mit Hilfe einer vielfältigen Themenauswahl liebevoll und anregend auf die notwendige wertschätzende Kommunikation in heutiger Zeit hin.
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Seitenzahl: 125
Veröffentlichungsjahr: 2020
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Hans Karl Stephan Böhme, Anja Böhm-Bui
Wir
Gedichte über die Liebe und das Leben
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Dieses Buch ist
Fin
Liebeshauch
Desaster
DiesMal
Wechselbad der Gefühle
Für immer
Ich fühle
Weg
Dankbar
Getier, klüger als wir!
Tschüss
Warum nur?
Freudengeduld
Es
Zulassen
Stark sein
Du
Endlich
Wahrig
Wandeln
Je t‘aime
Wofür?
Schön wäre es
…
Mutter Fürchterlich
Wechselbad
Hier
Wut
Rosenkrieg
Sonnentag
Neues Leben
Hektik
Wenn
Sch… Tag
Sei doch mal ehrlich
Geister
Die Qualle
Guten Morgen
Dein Lächeln
Vom Lehren und Leeren, und Lernen
Dankbar
Wir Zwei
Los jetzt
Manchmal ist es gar nicht gut, Zeit zu haben
So ist es
Selbstanspruch
Ich kündige
Singenkönnen
Alles Gute
Reflexion
JaJoJoJaJoTiJaJoJo
Nur noch ein Traum
Einmal
Null
Vom Sein zum Schein
Einfach schlecht
Anfang
Auferstanden
Die Würde
Wunden
Sorgenvoll
Du
Ich bin nicht stark
(Er)wachsen – (Er)ziehen
Leicht
Schwer
Wunsch
Freiheit
Geburtstag
Außer Dir
Faul und Dumm
Erinnerung
Aufwärts
Buntes Leben
Erkenntnis
Der Leichter-Leben-Tanz
Mein Kind
Impulsiv
Vielleicht
Menschsein
Meine Zeit auf Erden
Hindurch
Stück für Stück
Kalkül
Nur Du
Seelenverwandt
Wider die Angst und dem Tod
Mal sehen
Petrichor
Momente
Hab acht
Mein Weg
Gerade mal so
Hoffnung
Familie
Kleiner Mann
Erinnerung
Zirkus
Untergang
Wortlos
Ödchen an das Leben
Hand in Hand
Worte
Ich liebe Dich
Meine Sieben
Sorgfalt
Weltentor
Mami, ich hab' Dich unendlich lieb
Der Ort
Hör, sieh, handele
Lethargie
Lichter
Schreibblockade
Glückszeit
Befreit verbunden
Der Weg
Lebensblatt
Geständnis
Sonntag
Die Geduld
So lang
Rettung
Fliegen können
Schlaflos
Nur für Dich
Standort
Höllenpfad
Federleicht
Die Suche
Überlegen
Traumhaft
Das Froh
Zauberdank
Das Fürimmer
Du und wir
Schluss
Wir
Widerschein
Pfützentrinken
Der Weg
So ist es
Die Chance
Man
Ich und Du
Geschafft
Immer wieder
nach Denken!
Ich bin
In Gedanken
Die Suche nach dem Glück
Hut ab
Du bist hier
Heimat
Selbstliebe
Wirklich
Gefühl los
Die Flaumklette
Der Souverän dankt ab
Ewiglich
Schwermut
L(i)eben
Seelenbegleiter
Wenn
Kein anderes mehr
Leichenschmaus
Dich lassen
Entfremdet
Das Geschenk
Minimum
Kleiner Tipp
Liebesschwur
Aus Trauer, Wut, Kälte
Helden
Gewaltige Würde
Hingefühlt
Unser Kind
Angekommen
Umweg
Ach ja
Weltenhaus
Zeit
Kleiner Mensch
La Cœur
Mensch, oder so
Selbstschuld
Du
Verschenkt
Dein inneres Kind
Mutter und Kind
Ein ärmlicher Versuch
Untertan
Guten Morgen
Aperçu
So ist es nun mal
Geschenkt
Innendrin
Ich liebe mich
Liebesgedanken
Papa
Wolkenwanderer
Freund
Wehmut
Wandlung
Impressum neobooks
Jamila, Jonas, Josefine, Jana, Johanna, Timo, Janis, Joscha und Johan
in Dankbarkeit, Verbundenheit und Liebe
gewidmet.
Hallo!
Als Mutter von sieben wunderbaren Kindern durfte ich unbeschreibliches Glück, Dankbarkeit und auch viele Herausforderungen erleben.
Als Frau und Partnerin habe ich tiefe Verbundenheit, aber auch Trennungen, Verluste, sowie den Tod meines geliebten Lebensgefährten erfahren.
Immer wieder habe ich gelernt, dass das Leben einfach passiert und es wenig Sinn macht, mit dem, was gerade unangenehm ist, zu hadern. Diese Akzeptanz hat mich mutig und offen werden lassen für eine neue Liebe.
In meinen Texten nehme ich Sie mit, auf eine persönliche Reise meiner tiefsten Gedanken über die Liebe und das Leben, zu einem Schatz, den ich mit Demut betrachte, immer wieder inspiriert und motiviert durch meine Kinder und den Mann an meiner Seite, die ich aus ganzem Herzen liebe.
Liebe Grüße
Anja Böhm-Bui
Hallo!
Dieser Gedichtband entstand in meinem zweiten Leben. Mein erstes war mit Schönem, wie meiner Familie, meinen zwei Kindern, aber auch mit Tod und viel menschlichem Leid gefüllt. Als Kriminalbeamter brachten mich die Erfahrungen an den Rand des Lebens. Kurz bevor ich entschlossen war, diesem ein Ende zu setzen, gelang mir die Umkehr. Nach mehrjährigem Ringen mit mir und meiner Gesundheit, bin ich heute in der Lage, anderen Menschen als Gewaltpräventionstrainer und -pädagoge, Paar- und Familienberater, Mediator und Übungsleiter für Tai-Chi/QiGong, mit Lösungen, durch wertschätzende Kommuni-kation und Meditation, zu einem liebevollen Umgang miteinander zu verhelfen.
Die Gedichte erzählen von meinen Gedanken aus beiden Leben und laden zum Träumen und Nachdenken ein.
Liebe Grüße
Hans Karl Stephan Böhme
die große Frage nach der Schuld
wie staubiges Wasser auf netziger Haut
ein nicht erkennbares Bild
auf unerfüllten Träumen gebaut
zerfrisst Deine Seele, Stück für Stück
zermalmt zu grauem Blütenstaub
aschfahl wird Dein Augenglück
strahlt nicht mehr, ist farbentaub
sieh’ auf Dich und erkenn’ Dein Leid
find’ Deinen Weg aus Pein und Qual
zieh’ aus Dein schwarzes Opferkleid
darunter buntes Regenbogenwertgefühl
Dein Herz betritt mein Leben
und ich umschließe Deine Seele
wie rosafarbener Sommerregen
le souffle de la vie équilibrée
der regelmäßige Schlag pulsiert
bis in den Abgrund meiner Seele
zitternd, wohltuend massiert
le souffle de la vie équilibrée
das durchdringende Licht erwärmt
alle hintersten Ecken meiner Seele
durch rotgelbe Wellen zertrennt
le souffle de la vie équilibrée
die wohlklingende Harmonie entzückt
trägt weit hinfort meine Seele
in die Unsterblichkeit gerückt
le souffle de la vie équilibrée
alles um uns herum verschmilzt
vereint, verwoben unsere Seelen
unbändig verankert im Hier und Jetzt
der gleichmäßige Atem des Lebens
Wer hat Schuld an meinem Leid?
Dem gebührt meine Rache!
Auf, dass ich mir mein Leben
damit glücklich mache.
Wenn das getan,
Genugtuung macht sich breit.
Im Spiegel aber immer noch
die Tränen meines Leid’.
War wohl das falsche Opfer,
muss ich weitersuchen.
Und Rache üben, ganz tapfer,
krank und traurig und wütend
schließe ich mein Leben ab.
Und nehme nur Leere
mit in mein Grab.
Es war das Mal, es war zu klein,
um ein wirklich großes Karzinom zu sein
bräunlich hell, fast unscheinbar und
gleichmäßig kreisrund
unten drunter wurde es braun und brauner
noch immer sah niemand genauer
hin, dann war’s zu spät
und alle tun, als hätt‘
es keiner kommen sehen können
res publica verbrennen
alle machen wieder mit
Wendehälse im gleichen Schritt
Gott, wie ich den Gleichmut hasse
ihn im Nacken fest erfasse
und die Gesellschaft von ihm befreie
immer und immer wieder aufs Neue
Der warme Sommerwind
schwebt leicht und locker übers Land
die helle Sonne lacht dazu
und taucht die Welt ins friedlich' Gewand
Das saft'ge helldunkle Grün der Bäume
wirft kühlenden Schatten übers Wasser
gekräuselt von kleinen Wellen und Wogen
ein Bild, geschaffen für friedvolle Träume
Lasse meinen Blick schweifen
genieße Ruhe und Frieden
erblicke die alten Autoreifen
und schillernd bunte Ölschlieren
Ein Fisch schwimmt stumm und langsam vorbei
sein weißer Bauch zur Sonne gestreckt
die Ratte am Ufer ist fleißig dabei
den Fisch zu angeln, damit er ihr schmeckt
Das grüne Kleid des Waldes
verdeckt das verdorrte Herz
die Biene fehlt, die Hummel liegt
am Boden schon seit dem Monat März
Das blaue Fass glitzert,
von schwarzem Morast zäh umspült
ein Vogel versucht laut zwitschernd
ihm zu entkommen
Seltsam, einsam und leise
ist die Lichtung gefühlt
ohne Leben und Möglichkeit dazu,
ziemlich verkommen
Merke, die Traurigkeit in mir
steigt auf in ungeahnte Höhen
mein Herz wird schwer vor Sehnsucht
nach summenden Bienen und lachenden Tieren
nichts von dem kann ich mehr sehen,
grauer Trist
Schöngeredet, nichts ist wahr
das Geld muss fließen
oh, homo sapiens - wie dumm Du bist
Das Schlaflos quält sich durch die Nacht.
Die Unruh’ taktet den ganzen Tag.
Die Schuld der anderen, versucht zu schultern.
Dein Herz schlägt.
Deine Liebe lag über mir,
ohne zu bewerten, ohne Grenze.
Das tut unendlich gut, gibt Kraft.
Das ist es, warum ich Dich immer lieben mag.
Es ist jetzt friedlich und
Dein Blick ist es auch.
Unser Leben ist bunt.
Wir schreiben unser Buch.
Wer will, kann es lesen.
Wer nicht will, soll’s lassen.
Zu gefallen ist gewesen.
Wir sind nicht zu fassen,
für die, die es uns nicht gönnen.
Fliegen weit, auf und davon.
Sind nur von denen zu bekommen,
die nicht wertvoll ehrlich tun
und wir haben uns unfassbar.
Herz an Herz
ganz ganz nah.
von unten links
aus tiefem Schwarz,
durchbrichst das Nichts
blau schimmerndes Quarz
schallend lautes Gelächter,
die Sonne zu Fratzen verzerrt,
erleuchtetes Gezeter
den Weg Dir versperrt
ganz leise hörst Du Dich selbst,
weiter, weiter immer weiter,
der Angst entgegengestellt
wie ein hellblauer Reiter
mit schillernder Lanze
den Weg Dir ebnen,
auf in das leuchtende Ganze
in Dein wahres, glückliches Leben
nimm mit, wen Du da liebst
steck’ ein, was Du dort magst,
nur mit dem Wichtigsten begibst
Du Dich dorthin, und fragst
nicht nach dem Sinn vom Sein,
sei einfach da
das Leben schließt Dich mit ein
und es wird wunderbar
ich sitze hier, ohne zu denken
nicht an die dummen Rechten,
Klimawandel, Weltuntergang,
Narzissten, Macht und Geldanbetung
bin froh, dass ich das kann,
wann ich es will, nicht irgendwann
lass’ sie fliegen mit den Wolken
lass’ mich treiben auf den Wogen
sehe alle Farben aus dem Weltentopf
Himmelszelt, habe ein Dach über’m Kopf
höre all‘ die Klänge der Natur
und bin unendlich dankbar dafür
Das Feuer knistert gelb und rot,
lodert, flackert, warm und gut.
Von vorne wohlig, von hinten kühl,
sitzen alle im Kreis und lauschen still.
Der Mähr des Steinalten,
mit seinen tiefen Furchen und Falten.
Im Gesicht und an den Händen,
die beschreibend kreisen, als fänden
sie die Worte im kühlenden Wind.
Fangen sie ein, bevor sie entfliegen
und für immer entschwunden
und mit ihnen die wundervollen Stunden,
voll Herz und Liebe und Vertrauen
und aus gefangenen Worten gehauen.
Geschichten aus uralten Epochen.
Sehr fremd, phantastisch gesprochen.
Von Wesen mit Armen und Beinen,
mit Köpfen und Herzen, die scheinen
vollkommen nutzlos gewesen zu sein
sonst fände man nicht nur noch Gebein,
dieser einstmals vielzähligen Form,
in einem exotischen Land geboren.
Vernichtete alles Leben um sich herum.
Auch sich selbst, die Zuhörer lachen,
wie dumm.
Sie verbrannten Pflanzen, aßen alle Fische,
gruben tiefe Löcher,
erfanden die Plastikflasche,
wählten Häuptlinge, mit und ohne Perücke,
teilten die Welt in kleine Stücke,
um die sie kämpften mit Atom und Feuer.
Zurück blieben immer nur Tod und Trauer.
Kämpften bis auf’s Blut um Götzen.
Sie sich gegenseitig deshalb zerfetzten.
Nahmen sich selbst die Freiheit zum Leben,
um der Natur ihren Willen auf zu zwingen.
Dies alles nur, um Zettel mit Zahlen
zu sammeln, und ertrugen die Qualen.
Die Luft wurde dünn und machte krank.
Sie wussten es vorher. Das Meer, es stank.
Zu Trinken und Essen war
für sie nichts mehr da.
Sie erstickten und wurden gewahr,
dass Geldgier Gefühle zerstört. Zu spät!
Der Steinalte hebt die Hände und rät:
Seid achtsam zu euch und zufrieden mit dem,
was ihr habt und strebt nicht nach Höherem
bleibt bescheiden, in Feuer und Schlacke
ohne die Menschen.
Hoch lebe die Kakerlake!
Ich kenn’ Dich nicht.
Weiß nur, dass mein Herz mir bricht,
wenn Deine Freunde von Dir reden.
Wünschte mir, Du würdest leben.
Abschied nehmen ist nicht leicht.
Ich weiß, dass es nicht reicht,
von Dir zu reden, Bilder zu zeigen,
mit Dir in Gedanken zu fliegen,
zu Orten voll Erinnerungen.
Das zu dürfen, ohne Verwirrungen,
alleine, zu zweit oder mit vielen.
All die schönen Gedanken zu teilen.
Dazu braucht‘s für alle einen Platz.
Geheim, verwunschen, wie ein Schatz.
Erreichbar für alle, die Dich suchen.
Immer und immer wieder verfluchen,
dass Du nicht mehr da,
bist aus Fleisch und Blut.
Niemand in Deinen Armen ruht.
Finden Dich dennoch an diesem Ort.
Können reden, streiten und weinen dort.
Mit Dir zusammen, in eigenen Gedanken,
ohne Grenzen, ohne alle Schranken.
Wichtig ist nur, dass alle wieder landen
und immer ihr Lachen wiederfinden.
Dann kann’s gelingen,
Dir Tschüss zu sagen.
Ohne dauerndes Leid und ohne Fragen
nach dem Warum, gerade Du und jetzt.
Ohne, dass Du ein ewiges Loch hinterlässt.
Du bist da, für jeden, der mag
und wartest dort an jedem Tag.
Und dennoch, ich kenn’ Dich nicht.
Weiß nur, dass mein Herz mir bricht
wenn Deine Freunde von Dir reden.
Wünschte mir, Du würdest leben.
warm, geborgen und verbunden
wohl behütet
kurze Zeit danach entbunden
zu früh oder auch verspätet
ganz egal, alle warten
freuen sich
ins Erdenleben starten
jetzt regiert die Vorsicht
Dir darf nichts passieren
der Preis ist die Erfahrung
Du lernst, die Ängste regieren
bestimmen Deine Ahnung
Deine Wünsche werden geschönt
gebrochen, gut angepasst und lieb
Wut und Aggression verpönt
Kita und Schule, Kindheitsdieb
nicht lebensfähig ohne selbstigen Wert
die Erziehungsfirma spuckt Dich aus
ohne Erfahrungswert
der so wichtig gewesen wäre, raus
ins Haifischbecken, Ellenbogen stoßen
Dich nieder allenthalben, überall
Narzissmus mit Menschlichkeit übergossen
verlogene Humanität bringt Dich zu Fall
alle zerbrochenen Seelen
kämpfen, jeder gegen jeden
warum müssen wir uns so quälen
sollten Liebe und Achtung uns geben
für ein glückliches Leben
die Welt fliegt vorbei
über Leitern geht‘s voran
was ich auch zu denken versuche
ich komme immer bei Dir an
bleibe hängen und verweile
genieße, dass Du da bist
schreibe weiter, Zeile für Zeile
freue mich, dass es aus mir fließt
all die wunderschönen Gedanken
an Deinen Duft und Liebreiz
Deine schönen Augen und Dein Lachen
wunder mich über meinen Fleiß
mein Schreiben wird hektisch
so sehr freu’ ich mich
auf Dich
Das ist bah, es hört einfach nicht.
Das Kind raubt mir den letzten Nerv.
Es schreit bei jeder Gelegenheit.
Spukt aus, jedes gekochte Gericht.
Es läuft mit eins keinen einz‘gen Schritt.
Zum Verzweifeln, mit dem Kind.
Es spricht noch immer kein einz‘ges Wort.
Ich weiß nicht mehr weiter, ist es kaputt?
… aber …
ein Klaps hat noch nie geschadet.
Hier gelten meine Regeln, wenn nicht, dann.
Du wirst schon sehen,
denn ich kann auch anders.
Kommt zu spät, stört den Unterricht
und hört nicht zu, in der Schule.
Malt Bilder unentwegt.
Sie sagen, ist sozial unverträglich.
Es findet keine Freunde.
Alle, die ich aussuche, sind ja nix.
Macht keine Hausaufgaben gerne.
Schreibt auch nur Dreien zur Genüge
… aber …
ein Klaps hat noch nie geschadet.
Hier gelten meine Regeln, wenn nicht, dann.
Du wirst schon sehen, denn ich kann
auch anders.
Die Lehrer geben auf, untragbar.
Gibt ständig Wiederworte, sieht es nicht ein,
dass das Verhalten falsch ist, kann nicht mehr.
Warum sind alle anderen Kinder wunderbar?
Nur meines nicht, finde Hilfe in der Medizin.
Gott sei Dank ein Gendefekt, liegt nicht an mir
das ist phantastisch, es liegt am Dopamin.
… hurra …
eine Pille hat noch nie geschadet.
Hält sich an meine Regeln, wenn nicht, dann.
Stillgelegt mit Drogen,
angepasst und kann auch anders.
Ruhig, ausgeglichen, lieb am Tag.
Nachts ohne Schlaf, schwere Träume.
Keiner bemerkt die Trauer und Not.
In den Himmel wachsende Bäume.
Erschlagende Pflichten, kein Nein, kein Sein.
Burnout, Depression und Tod.
Wie konnte das passieren?
Habe doch alles aus Liebe getan.
Kann es nicht verstehen.
Alle anderen haben es
natürlich kommen sehen.
… schlimm …
aber mich trifft keine Schuld daran.
Der Gendefekt, welch’ tragisch’ Schicksal.
Hab’ nie gefragt, warum und weswegen,
denn nur ich wusste ja, was gut für es ist.
inmitten von Dingen
alleine gelassen mit wütender Trauer
trotzdem sollst du hoffen
es kann Dir gelingen
in jeder riesigen Mauer
stehen irgendwo Türen offen
dahinter gibt es sehr warmes Licht
welches Dich wohlig umschließt
durchwärmt Dein Herz
umschmeichelt Dein kaltes Gesicht
die Wut und Trauer aus Dir fließt
im Geflecht aus Liebe vernetzt
