Wirbelsturm im Bethaus - Nelli Epp - E-Book

Wirbelsturm im Bethaus E-Book

Nelli Epp

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Beschreibung

Eine typische Mädchenfreundschaft. Oder? Susanne und Maria lernen sich in der Schule kennen. Doch eine Freundschaft ist nicht möglich, weil Marias Zugehörigkeit in der Brüdergemeinde das nicht duldet. Mennonitische Brüdergemeinden sind sehr streng und bestehen fast ausschließlich aus Russlanddeutschen, die wieder in ihre "alte Heimat" Deutschland zurückgekommen sind. Es gibt in diesen Gemeinden sehr strenge Regeln und einen großen Zusammenhalt, der es schwer macht, als Außenstehender Kontakt zu knüpfen. So schnell wollen die beiden aber nicht aufgeben und hecken einen Plan aus. Susanne passt sich äußerlich der Gemeinde von Maria an und besucht regelmäßig die Veranstaltungen. Die eigene Sprache der Kirche und die vielen Regeln geben ihr Rätsel auf und führen zu nicht wenigen Missverständnissen. Susanne kann kaum glauben, wie sich Menschen freiwillig so viel verbieten lassen, um ihr Leben in einem engen Glaubenskostüm zu führen. Doch eine heftige Krise in Susannes Familie lässt sie erfahren, welche Kraft hinter einer Gemeinschaft wie die der Brüdergemeinde stecken kann. Susanne ist von der Unterstützung der Gemeinde schwer beeindruckt. Wird sie nun doch den Weg in die Gemeinde finden? Und Maria? Sie hat jetzt auch die Vorzüge eines freien Lebens kennen gelernt. Nutzt sie die Gelegenheit, die Enge des Gemeindelebens hinter sich zu lassen?

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Seitenzahl: 244

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Kapitel 1 Reise in die Vergangenheit

August 2016

Ich musste eingenickt sein. Mit einem unterdrückten Gähnen streckte ich Arme und Beine und sah aus dem Zugfenster. Dörfliche westfälische Landschaft zog vorbei und Erinnerungen kamen hoch wie ein alter Film, den ich ewig nicht mehr gesehen hatte. Die nächste Station war Bertel. In etwa einer halben Stunde würde ich in Eisenfeld ankommen.

Unglaubliche 8 Jahre war ich nicht mehr hier gewesen. Seit mein Vater und ich nach Wiesbaden gezogen sind - in die Nähe meiner Schwester. Seitdem hatte ich keinen Grund mehr gehabt, den Ort meiner Kindheit zu besuchen. Und dann kam vor vier Monaten ein Brief meiner ehemals besten Freundin Maria. Eine Einladung zu ihrer Hochzeit. Ich war ordentlich nervös. Lichtenreich. Eine Station noch. Ich kramte in meinem kleinen braunen Lederrucksack nach meinem Spiegel. Ich wollte nicht zerzaust und verschlafen aussehen. Rasch zog ich Lippenstift und Kajal etwas nach und strich meine Haare hinter die Ohren. Ok. Bereit. Es konnte losgehen. Maria hatte angeboten, dass ihr Bruder mich abholen könnte. Das Angebot hatte ich dankend angenommen und etwas außerhalb von Eisenfeld ein Zimmer in einer kleinen Pension gebucht. Auch das war schon lustig: meine Vermieterin hieß Elisabeth Giesbrecht. Es wimmelte hier nur so von Russlanddeutschen, die man schnell am Namen erkannte. In jeder Familie gab es eine Helene einen Viktor und mindestens eine Olga und einen Jakob. Ich kicherte und der junge Mann mir gegenüber sah mich seltsam an. Sein jungenhaftes Aussehen, die brave Kleidung und der Seitenscheitel ließen mich vermuten, dass er auch ein Viktor oder Jakob war.

Die Ansage holte mich aus meinen Gedanken: „In wenigen Minuten erreichen wir Eisenfeld“.

Ich holte meinen Koffer aus der Gepäckablage und rückte meine Jeansjacke zurecht. Ich trug dazu eine bequeme hellbraune Stoffhose und braune Schuhe mit einem leichten Absatz. Wie die Begegnung mit Maria und ihrer Familie wohl sein würde? Ich stieg aus dem Zug und sah mich nach allen Seiten um. Mit mir stiegen weitere 6 Personen aus. Eine Familie mit 2 Kindern und ein älteres Paar, das bereits dabei war, in ein Taxi einzusteigen.

„Susanne?“ Ich sah mich um und ein schlanker junger Mann stand vor mir mit einem breiten Lächeln, das mir gleich vertraut vorkam. „Edi. Du hast dich kaum verändert - bist nur etwas länger geworden.“ „Dich hab ich auch sofort erkannt. Deine Sommersprossen und die blonden Haare. Schick siehst du aus. Hat die Fahrt gut geklappt?“ „Ja, es war nicht viel los und ich musste von Siegen aus nur 1 mal umsteigen. Das war ganz entspannt.“ „Ich würde vorschlagen, ich bringe dich zu deiner Pension und hole dich zum Abendessen ab. Maria freut sich schon riesig auf dich. Aber ich denke, du wirst dich erst einmal ausruhen wollen.“ Ich überlegte kurz. „Wenn es dir nichts ausmacht, kurz zu warten, würde ich gern nur mein Gepäck in die Pension bringen und einchecken und dann direkt mitkommen. Ich kann ja vielleicht beim Essen vorbereiten etwas helfen.“ „Kein Problem. Ach ja, da kommt ja ein Profi ins Haus. Am Herd macht dir so schnell keiner was vor, oder? Wie viele Sterne hast du noch gleich?“ Ich musste lachen. „Sterne- wäre schön, aber so scharf drauf bin ich nicht. Ich fühl mich wohl in der Küche des Bistros, das ich mit meiner besten Freundin führe.“ Ein Schatten huschte über Edis Gesicht. Der Ausdruck beste Freundin war früher stets auf seine Schwester Maria bezogen. „Na, jedenfalls bin ich zufrieden mit meinem Leben und meinem Job.“

„Das freut mich zu hören“, meinte Edi und hatte sein Lächeln schnell wiedergefunden.

Er packte mein Gepäck in den Kofferraum seines Fabia Kombi, öffnete die Beifahrertür und sagte mit einer angedeuteten Verbeugung. „Ich möchte dir jemanden vorstellen: das ist meine Frau Lina.“ Ein bildhübsches dunkelhaariges Mädchen stieg aus. Sie hatte dichtes, dunkelbraunes Haar, das in einem Zopf um ihren Kopf herum festgesteckt war. Ihre Augen waren braun und funkelten mit ihren unglaublich weissen Zähnen um die Wette. Sie hätte locker als Model durchgehen können. Aber sie wirke so jung und arglos. Nie wäre ich darauf gekommen, dass sie verheiratet war. „Na, alle Achtung, Edi. Da hast du aber einen Volltreffer gelandet. Herzlichen Glückwunsch.“ Beide mussten lachen. Und Edi war doch tatsächlich rot geworden. „So, jetzt aber los“, sagte er schnell.

Es dauerte nur wenige Minuten zu meiner Pension. Es war ein hübsches kleines Häuschen mit roten und weißen Geranien auf den Fensterbänken und jeder Menge Blumen und Kräutern im

Vorgarten. Ein buntes aber schönes Durcheinander. Die Tür öffnete sich und vor uns stand eine kleine, rundliche Frau mit grauen, lockigen Haaren und einem freundlichen Gesicht. Ich fühlte mich gleich wohl. „Hier ist nicht so viel Verkehr. Da höre ich gleich, wenn ein Auto am Haus parkt. Sie müssen müde sein. Ich werde Ihnen das Zimmer zeigen und den Papierkram können wir auch später oder morgen machen.“ Ich erklärte, dass ich nur mein Gepäck dort lassen wollte, um dann zu meiner Freundin zu fahren. „Oh, das verstehe ich gut, Sie haben sich lange nicht gesehen oder?“ „Acht Jahre“, antworte ich und merkte in dem Moment, wie seltsam das klang. Als ich mich von der netten Wirtin verabschiedet hatte, ging ich nach draussen, wo Edi bereits den Wagen gewendet hatte und wartete. Ich versuchte, mich während der Fahrt auf die Gegend zu konzentrieren. Manches sah bekannt aus, anderes wirkte fremd und neu. Schließlich bogen wir in eine Wohnsiedlung mit lauter Einfamilienhäusern ab und parkten vor dem hellgelben Haus mit großer Terrasse. Marias Elternhaus sah genau so aus, wie ich es in Erinnerung hatte.

Ich sah mich neugierig um. Alles wirkte sehr ordentlich. Dunkelbraune Holzmöbel auf der Terrasse, geharkte Blumenbeete…

Weiter kam ich nicht, denn eine junge Frau kam mit einem herzlichen Lächeln auf mich zu und umarmte mich. „Ich freu mich so, dass du da bist.“ Maria strahlte mich an. Natürlich erkannte ich sie sofort wieder, aber sie wirkte anders als ihr jüngerer Bruder sehr gereift und ihr Gesichtsausdruck hatte etwas Trauriges, Abgeklärtes an sich. Was sie wohl in den letzten Jahren erlebt hatte? Welche Höhen und Tiefen hatten sie zu der Frau werden lassen, die jetzt vor mir stand? Wir sahen uns an und wahrscheinlich gingen ihr ähnliche Fragen durch den Kopf.

„Komm rein, meine Eltern freuen sich auch schon, dich zu sehen.“ „Bist du dir da sicher?“ fragte ich zweifelnd. Dem abrupten Ende unserer Freundschaft vor acht Jahren war ein heftiger Streit vorausgegangen. Damals waren Marias Eltern nicht nur sauer auf mich, sondern auch bitter enttäuscht. So fühlte ich mich auch als erwachsene Frau prüfend von den beiden gemustert, als wir die Diele betraten.

„Guten Tag Frau und Herr Esau“. begrüßte ich die beiden und gab ihnen die Hand. „Ach, Susanne, sag doch einfach Olga und Jakob, sonst denke ich, du bist ganz fremd“, meinte Marias

Mutter und nahm mich in den Arm. Ihr Vater war schon immer eher ein Mann der wenigen Worte und begrüßte mich mit einem „Herzlich willkommen.. äh, ja, ich bin Jakob.“ Es blieb beim Handschlag, aber das störte mich gar nicht.

„Du musst unbedingt erzählen, wie es dir ergangen ist. Susanna, Susanna, erwachsen bist du geworden… Aber geheiratet hast du noch nicht, oder? Du bist eine tolle Köchin, haben wir gehört. Das hast du gut gemacht. Kochen hat dir schon immer Spaß gemacht. Das würde ich mir etwas mehr für unsere Maria wünschen. Das ist doch so wichtig. Backen kann sie. Aber kochen? Keine Interesse…“ Olga hätte ihren Redefluss bestimmt noch nicht beendet, wäre nicht Maria dazwischen gegangen.

„Mama, wir haben heute noch etwas vor. Das weißt du doch.“ Zu mir gewandt sagte sie: „Meinen Verlobten wirst du morgen kennenlernen. Heute würde ich gerne nur zu zweit essen gehen. Ich hab gedacht, wir fahren nach Lichtenreich zum Italiener. Wie in alten Zeiten. Was hältst du davon?“ „Sehr gute Idee. Auf Pizza habe ich immer Lust - auch wie in alten Zeiten.“ „Na dann, komm.“ Sie nahm meine Hand und zog mich nach draußen.

Die Fahrt in ihrem etwas älteren Ford Fiesta war laut und rappelig und sie redete in einer Tour. Das hatte sie früher schon gemacht, wenn sie nervös war. Ich versuche zuzuhören, aber meine Gedanken schweifen immer wieder ab in die Vergangenheit. Ich erinnere mich genau, wo ich Maria das erste mal begegnet bin.

Kapitel 2 Wie alles begann

September 2003

Es ging um ein Kunst-Projekt in der Schule. Ich war schon immer ganz gut darin, etwas in Worte zu fassen. Also wurde ich damit betraut, die Geschichte unserer Stadt und die der Schule in einer Erzählung wiederzugeben. Einige Schüler hatten ihre Manuskripte eingereicht und meins hatte gewonnen. Ich hatte mich von meiner Vorliebe für das Mittelalter inspirieren lassen und so eine Art modernes Märchen geschrieben, in dem ein Mönch sich plötzlich im 20. Jahrhundert befindet und bei der Gründung der Stadt Eisenfeld dabei war. Nun musste noch jemand her, der zu meinen Texten die passenden Bilder zeichnete. Hier kam Maria ins Spiel. Sie war phantastisch. Ich hatte einige ihrer comicartigen Zeichnungen gesehen und war mir gleich sicher, dass das passt. Bestimmt hatte ich sie vorher schon einmal gesehen - sie war in meiner Parallelklasse, aber ich brachte mit dem Namen Maria Esau kein Gesicht in Zusammenhang. Unser erstes Treffen fand im Kunstraum statt. Während die anderen aus meiner Klasse zu einem anderen Thema Symmetrische Zeichnungen fertig stellten, sollten Maria und ich die Zeichnungen für den Projekt besprechen. Als sie hereinkam und sich vorstellte, musterte ich sie unbewusst von Kopf bis Fuß. Etwas an ihr war merkwürdig. Sie war freundlich und sah nett und schüchtern aus. Ihre langen Haare waren zu einem Zopf geflochten, der ihr fast bis auf den Hintern fiel. Sie trug ein kariertes Flanellhemd und einen langen Rock aus so einer Art Jeansstoff. Sie sah so schlicht aus und trotzdem hatte ihr Auftreten etwas besonderes. Sie setzte sich mir gegenüber hin und holte eine Mappe aus ihrer Umhängetasche. Ich starrte sie immer noch an und sie sagte leicht irritiert: „Können wir anfangen? Ich hab einen Teil deiner Texte ja letzte Woche beim Vorlesen bereits gehört und habe ein paar Skizzen der Hauptfiguren entworfen.“ „Äh… ja, natürlich“, meinte ich etwas verlegen und konzentrierte mich nun ganz auf ihre Entwürfe. Sie waren toll. Der Stil gefiel mir und wir konnten gut miteinander arbeiten. Sie verstand meine Vorstellung und brachte auch jede Menge eigener Ideen ein. Die Unterrichtsstunde verging wie im Flug.

Wir tauschten unsere Handynummern aus und beschlossen, uns in den nächste Tagen noch einmal zu treffen. Das war der Anfang einer ganz besonderen und ungewöhnlichen Freundschaft. Ich freute mich sehr über diesen neuen Kontakt. Meine Freundin Bianca, die ich seit dem Kindergarten schon kannte, hatte kaum noch Zeit für Dinge außerhalb des Pferdestalls. Sie hatte sich immer mehr auf ihr zeitaufwendiges Hobby konzentriert. Da konnte ich nicht mithalten. Nicht, dass ich etwas gegen Pferde hätte. Im Gegenteil: ich sah ihr auch mal gerne beim Reiten zu. Aber für mich konnte ich mir das nicht vorstellen. Und ständig nur Zuschauer zu sein, war sterbenslangweilig. Als dann vor einem Jahr Monika neu in unsere Klasse kam, haben die beiden Pferdenärrinnen sich sofort gefunden und ich fühlte mich schnell wie das fünfte Rad am Wagen. In letzter Zeit wurde ich oft enttäuscht, wenn ich versuchte, mich mit den beiden zu verabreden. Jedesmal kam entweder ein Ausritt, ein wichtiges Turnier oder ähnliches dazwischen. Mit Maria verstand ich mich blendend. Sie hatte einen tollen Sinn für Humor und war genau wie ich eine Leseratte. Als wir mit dem Schulprojekt so gut wie fertig waren, ging ich wie selbstverständlich davon aus, dass wir uns weiterhin verabreden würden. Aber jedesmal, wenn ich sie fragte, ob sie Lust hätte, mal ein Eis essen zu gehen oder ins Kino, hatte sie keine Zeit. Ich versuchte es noch einmal anders:

„Wozu hättest du denn Lust? Kino oder Eis scheinen ja nicht so dein Ding zu sein. Also, spuck’s aus. Stehst du auf Spaziergänge oder Tretboot fahren? Ich würde mich jedenfalls gerne weiter mit dir treffen.“ Maria wurde verlegen und ihr Gesichtsausdruck sagte mir, dass sie wieder nach einer ihrer Ausflüchte suchte. „Erzähl mir nicht, dass du nie Zeit hast.“

„Tja, viel Zeit habe ich wirklich nicht. Und ich habe in den letzten Wochen mein Üben am Klavier ziemlich schleifen lassen. Und…“ Ich wurde langsam sauer. „Ok, ich weiß nicht, was ich dir getan habe, oder ob du mich einfach nicht magst. Dann sag es mir bitte ehrlich ins Gesicht. Die blöden Ausreden kann ich jedenfalls nicht mehr hören.“ Es machte sie sichtlich betroffen, mich so wütend zu sehen, aber ich fand ihr Verhalten so blöd und albern, dass ich nicht anders konnte.

„Wenn ich nicht gut genug für dich bin, ist das auch in Ordnung. Dann war’s das eben. Ich wünsch dir noch ein schönes Leben“, erklärte ich ruppig, drehte ihr den Rücken zu und ging. Den ganzen Abend rechnete ich mit einem Anruf oder zumindest mit einer SMS von ihr. Nichts. Mein schlechtes Gewissen wurde laut. Ich hätte sie nicht so anschnauzen sollen. Schließlich war sie immer nett zu mir gewesen. Aber genau das war ja das Komische. Sie war fast unheimlich ausgeglichen, nett und hilfsbereit. Nicht nur mir gegenüber. Als würde sie über den Dingen stehen, sich nie ärgern oder aus der Fassung bringen lassen. Das konnte doch nicht echt sein. Am nächsten Morgen piepte mein Handy, als ich gerade dabei war, mein Fahrrad aus der Garage zu holen. Tatsächlich eine SMS von Maria. „Hast du heute Zeit? Ich muss mit dir reden. 15 Uhr am NP -Markt?“ Ich antwortete knapp mit einem OK und wartete gespannt auf den Nachmittag.

Als ich auf den Parkplatz des NP Marktes fuhr, lehnte Maria neben ihrem Fahrrad an der Mauer und sah mich sofort. Sie wirkte noch schüchterner als sonst. „Hi“,grüßte ich kurz, lehnte ebenfalls mein Rad an die Mauer und setzte mich daneben. „Hi. Ich glaube, ich muss dir was über mich erklären.“ Ich sah sie neugierig von der Seite an, während sie meinem Blick zunächst

auswich. „Ich darf mich weder mit dir noch mit den anderen aus der Schule treffen. Das erlaubt meine Kirche nicht und meine Eltern auch nicht. Solange es mit einem Schulprojekt zu tun hatte, war es ok…“ Ich war völlig überrumpelt. Mit so einem Problem hatte ich nicht gerechnet. Und sauer machte es mich auch. „Wie jetzt? Sind wir alle nicht heilig und nicht gläubig genug? Ich glaube auch an Gott - schließlich bin ich getauft und konfirmiert. Ich geh auch in die Kirche. Na ja, nicht jeden Sonntag… aber doch manchmal.“ Maria schüttelte den Kopf. „Es ist komplizierter… Es gibt in unserem Glauben so viele Regeln. Ich weiß gar nicht, wo ich da anfangen soll. Also: es sind nur Freundschaften innerhalb der Kirche erlaubt. Alle anderen Kontakte… sind… wie soll ich das erklären? Einfach nicht gut für unsere Seele und den Glauben. Wir tragen keinen Schmuck, schminken uns nicht, gehen nicht Schwimmen, tragen die Haare zum Zopf und tragen lange Röcke. Es gibt in unseren Häusern keinen Fernseher, keinen Computer. Wir sind in keinen Vereinen, gehen nicht in Kneipen oder Discos… Es ist so vieles anders.“ Ich starrte sie mit offenem Mund an. Tatsächlich hatte es mir für einen Moment die Sprache verschlagen. „Das hört sich ja schlimm an. Und da machen alle mit? Es würde doch keiner merken, wenn du mit mir zum Beispiel ins Freibad gehst. Oder? Unglaublich…“ „Susanne, du verstehst es nicht richtig. Es sind die Regeln unserer Kirche und unseres Glaubens. Und mir ist es wichtig, so zu leben, dass ich dazugehöre. Ja, es ist manchmal schwer. Wir nennen das Anfechtung, wenn uns etwas außerhalb der Gemeinde so reizt, dass wir kaum widerstehen können. Und trotzdem ist es wichtig, gerade dann „Nein“ zu sagen. Es geht nicht um den Moment, um den kurzen Spaß an etwas. Es geht um unser Seelenheil. Ich möchte mit Gott leben und nach seinen Geboten. Eines Tages wird sich der ganze Verzicht lohnen. Wir werden alle in Ewigkeit selig sein. Gottes Reich ist so viel größer als das bißchen Leben, was es hier auf dieser Welt gibt…“ Maria sah mich abwartend an und wurde etwas rot im Gesicht. Ich musste plötzlich schmunzeln. „Predigst du auch in deiner Kirche? Wenn nicht, solltest du damit anfangen. Das war schon nicht schlecht.“ Maria sah mich erschrocken an. „Nein, Frauen dürfen bei uns keine großen Aufgaben übernehmen. Wir ordnen uns den Männern unter. Frauen machen solche Dienste wie Kinderstunden oder für Feierlichkeiten die Küche und Verköstigung übernehmen.“ „Das klingt ja wie im Mittelalter. Dann sind wahrscheinlich Frauen auch weniger wert als Männer, oder? Nur schade, dass Männer die Frauen brauchen. Schon allein dafür, dass unsere Spezies nicht ausstirbt. Oder ist Sex etwa auch verboten?“ Mit gespieltem Entsetzen hielt ich meine Hand vor den Mund. Maria sah sich um, als würde uns jemand belauschen. „Nein, Geschlechtsverkehr ist erlaubt. Aber nur im gesicherten Rahmen. Also, wenn man verheiratet ist.“ Ich atmete tief durch. Da gingen wir zusammen zur Schule und ich dachte, wir wären Freundinnen und doch lebten wir tatsächlich in zwei völlig verschiedenen Welten. Ich kaute auf meiner Unterlippe. Wie immer, wenn ich über etwas nachdachte. Wie könnte trotz aller Unterschiede diese Freundschaft doch funktionieren? Wie könnten wir uns treffen, ohne dass Maria Ärger mit ihren Eltern und ihrer Kirche bekommen würde? So schnell gab ich nicht auf. „Und wie könnten wir uns trotzdem treffen? Ich könnte mal mitkommen zu dir und deine Eltern davon überzeugen, dass ich vielleicht doch kein so schlechter Umgang für dich bin.“ Maria sah mich kritisch an. „Wenn ich ihnen sagen würde, dass du Interesse hast am Glauben. Das wäre eine Möglichkeit. Aber das können sie nur dann ernst nehmen, wenn du dich unseren Regeln anpasst. Und das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.“ Sie konnte ein Grinsen nicht unterdrücken. Ich lachte auch. Die Vorstellung von mir ohne Ohrringe, mit Zopf und langem Rock war zu witzig. Davon abgesehen, dass mein einziger Rock ein ziemlich kurzer und enger Jeansrock war. Wenig überzeugend für Marias Leute. Aber die Idee an sich gefiel mir ganz gut und mein Plan nahm schon mal ein wenig Gestalt an.

Kapitel 3 Der große Plan

Dezember 2003

Es hatte schon etwas Vorbereitung gebraucht und vor allem einiges an Überredungskunst, bis sich Maria mit meinem verrückten Plan einverstanden erklärte. Zunächst hatte sie nur Worte wie „Gotteslästerung“, „Sünde“ und „Lug und Trug“ für meine Idee übrig. Aber von vorn:

Nachdem wir uns am NP Parkplatz verabschiedet hatten, versprach ich Maria, mich am nächsten Tag zu melden um ihr meine Idee, wie wir unsere Freundschaft weiter behalten durften, zu erklären. „Warum sagst du es mir nicht jetzt? Wenn dein Plan so super ist, will ich ihn auch wissen. Ich hab nämlich nicht mal den Ansatz einer Idee.“ Ich dachte kurz nach. „Nein, ich muss mir dafür noch so einiges überlegen. Ich kann es dir erst erzählen, wenn der Plan steht.“ Ich wußte, ich würde sie überzeugen müssen und dafür musste einfach alles gut durchdacht sein. Also fuhr ich so schnell wie möglich nach Hause. Bis zum Abendessen hatte ich noch gute zwei Stunden Zeit. Ich nahm mir einen Schreibblock und Stifte mit und ging auf den Dachboden. Das war mein Rückzugsort für besondere Momente, der Raum in dem Gedanken zu Ideen wurden und Ideen zu Plänen. Jedenfalls war es ein perfekter Ort zum Denken. Wir mussten Marias Eltern davon überzeugen, dass ich für sie eine gute Freundin sein konnte. Das ging nur, wenn sie glaubten, ich sei eine von „ihnen“. Also schön, ich würde ihnen nicht vorspielen können, dass ich eine Russlanddeutsche war. Dazu passte weder mein Name noch mein Aussehen. Aber wenn ich nun eine reumütige Sünderin wäre, die in die Gemeinschaft der Heiligen aufgenommen werden wollte? Ein armes Mädchen, deren Eltern nichts vom Glauben wissen wollten? Die nur ein Ziel hatte: Selig zu werden und zur großen Familie der Brüdergemeinde zu gehören? Ich begann mit meiner Liste:

1. Lange Röcke besorgen

2. Haare lang wachsen lassen

3. Keinen Schmuck mehr

4. Schwimmverein kündigen

5. Alle Gottesdienste besuchen (keine Ahnung wie viele - erst mal Termine rausfinden

6. Meinen Eltern meine Verwandlung glaubhaft machen, ohne dass sie mich in eine Therapie schickten

7. Wichtig: die Sprache der Gläubigen lernen

Ein paar Worte hatte ich mir schon gemerkt: alle in der Gemeinde sind Brüder und Schwestern, die Ältesten sind die Chefs (sie sind nicht wirklich älter als alle anderen). Selig werden ist das Ziel des Lebens und Sünde ist … ja, was ist es? Alles, was Spaß macht. Alles außerhalb der Gemeinde. „Ich bin eine arme Sünderin, ich bin eine arme Sünderin…“, murmelte ich vor mich hin. Da hörte ich meine Mutter von unten rufen: „Bist du da oben, Susi? Abendessen ist fertig.“

„Ich komme“, rief ich. „Ich bin eine arme Sünderin, aber ich komme zum Abendessen.“ „Was redest du für einen Quatsch?“ Meine Mutter sah mich stirnrunzelnd an. „Alles in Ordnung, Mum. Mach dir keine Sorgen. Ich schlüpf nur grad in eine Rolle.“ Sie lachte. „Dir gehen auch nie die verrückten Ideen aus, oder?“ ,Ähm, lass mich kurz überlegen: nein!“

Am nächsten Tag war ich ziemlich nervös. In der großen Pause nahm mich Maria an die Seite. „Und? Was ist mit deinem großen Plan?“ „Ok, also. Kurz zusammengefasst: es ist doch so, dass du dich mit jemandem treffen darfst, der sich für den Glauben interessiert, oder? Sozusagen ein verlorenes Schäfchen oder auch eine arme Sünderin auf der Suche nach ihrem Seelenheil…“ Maria unterbrach mich. „Aber das wäre doch alles nicht echt. Das kann ich nicht. Vor vorn herein ist das nur Betrug und Lügerei. Das kommt sowieso schnell ans Licht. Wie stellst du dir das vor? Allein dein Aussehen passt doch gar nicht. Das wird nie funktionieren.“ „Jetzt warte doch mal. Hör mir erst mal zu. Es ist doch so, dass auch jemand anders, der von ganz außen in eure Kirche reinkommt, sich nicht von heute auf morgen ändern kann, oder? Klar, die Kleidung kann man schnell austauschen. Aber bis die Haare lang sind, das dauert halt. Oder tragen die Leute dann Perücken?“ Maria überlegte kurz und schüttelte den Kopf. „Ich weiß es nicht. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass jemand so von aussen in die Gemeinde kommt. Ich kenne nur welche, die nach einem Umzug von einer anderen Brüdergemeinde kommen oder eben der Nachwuchs der eigenen Mitglieder, die sich mit 15 oder 16 Jahren taufen lassen.“ Ich wollte so schnell nicht aufgeben. „Es ist doch trotzdem einen Versuch wert. Außerdem fände ich es ganz spannend, mich mal näher mit deinem Glauben zu beschäftigen. Wer weiß? Vielleicht bekehre ich mich ja noch und lasse mich auch taufen… Ach Moment. Ich bin ja schon getauft. Kann man sich auch umtaufen lassen?“ „Machst du dich jetzt lustig? Oder ist das dein Ernst? Ich kann mir dich in so einer Gemeinde beim besten Willen nicht vorstellen. Wie willst du glaubhaft leben, dass du dich an die Regeln hälst? Also keine Kino- und Discobesuche mehr, kein Schminken…“ Ich verdrehte die Augen. „Ja, ich weiß. Lange Röcke, keinen Schmuck, kein Schwimmen, Bibel lesen ohne Ende. Genauso kann es gehen.“ Marias Blick sagte mir, dass sie mich so langsam für bekloppt erklärte. „Wie lange willst du das dann durchziehen?“ Auch dazu hatte ich mir etwas überlegt. „Erst einmal will ich es so lange machen, bis ich eine klare Vorstellung von so einem Leben habe, wie ihr es führt. Dann lerne ich ja bestimmt deine Familie kennen und sie lernen mich kennen. Und wenn ich dann wirklich nach ein paar Monaten entscheide, so kann ich nicht mehr weitermachen, dann habe ich sie bestimmt überzeugt, dass ich trotzdem eine Freundin von dir bleiben darf.“ „Nie im Leben akzeptieren die eine Freundin außerhalb der Kirche. Dann ist es sowieso aus.“ Ich grinste siegessicher. „Du hast noch nicht meine schauspielerische Leistung und meine Überzeugungskraft kennengelernt.“ Maria wirkte immer noch sehr skeptisch. „Ach komm, gib es zu: einen Versuch ist es wert.“ Ich hielt ihr meine offene Handfläche entgegen. „Komm schon, Schlag ein!“ Zögerlich aber doch entschlossen klatschte sie meine Hand ab.

Das Abenteuer Brüdergemeinde konnte beginnen.

Kapitel 4 Erinnerungen

August 2016

„Hey, Susa. Wir sind da.“ Ich war so in Gedanken versunken gewesen, dass ich gar nicht gemerkt hatte, dass wir Lichtenreich erreicht hatten und Maria das Auto bereits am „Gänsemarkt“ geparkt hatte. Sie sah mich skeptisch von der Seite an. „ Hast du geschlafen? Wenn du zu müde bist, können wir auch Schicht machen für heute oder wir nehmen und was zu essen mit und ich bringe dich zu Liesel in die Pension.“ „Nein, auf keinen Fall will ich auf den Abend mit dir verzichten. Und müde bin ich auch nicht besonders. Weißt du, ich war jetzt fast 8 Jahre nicht mehr hier in der Gegend meiner Kindheit. Und an jeder Ecke werden irgendwelche Erinnerungen geweckt. Ich werde schon fast sentimental. Das muss am Alter liegen. Gerade musste ich an die Zeit in der Realschule denken, als wir uns kennengelernt haben…“ Es gab einen seltsam stillen Moment zwischen uns bis Maria nachdenklich sagte: „Das Gefühl kenne ich. Seit klar ist, dass ich bald heirate, geht mir immer wieder meine Kindheit und meine Teeniezeit durch den Kopf. Mit allem Schönen und allen Schwierigkeiten. Aus heutiger Sicht kann ich sagen: du warst die beste Freundin, die ich jemals hatte. Wir haben einander ohne Worte verstanden. So nah fühle ich mich nicht mal meinem Verlobten.“ Sie machte die Tür auf und stieg aus. „Komm Susa, gehen wir.“ Ich musste lächeln: Susa - niemand außer Maria hatte mich je so genannt. Bei dem Gedanken an unsere vor langer Zeit zerbrochenem Freundschaft fühlte ich einen Stich in meiner Brust und musste einmal tief durchatmen. Ich sah mich um. Es sah alles sehr vertraut aus. Wie oft sind wir hier durch die Innenstadt geschlendert. Zum Bummeln, Eis- oder Pizzaessen… Manchmal waren wir erst im nahe gelegenen Wald spazieren und sind dann hungrig von der frischen Luft bei unserm Lieblingsitaliener eingekehrt. Nach wenigen Gehminuten waren wir da, gingen hinein und wurden zu einer der schönen Sitzecken am Fenster geführt. Nachdem jetzt das lange verschwiegene Thema angeschnitten war, konnte keiner von uns so ohne weiteres zum Smalltalk zurückkehren. Innerlich focht ich einen Kampf mit mir selbst aus. Einerseits würde ich gern einfach nur einen schönen und entspannten Abend mit leckerem Essen genießen. Andererseits war es auch die Gelegenheit, herauszufinden, wie eigentlich damals diese Freundschaft zerbrechen konnte. Wer weiß, wieviel Zeit wir am nächsten Tag haben würden? Wahrscheinlich nicht viel. Immerhin war morgen der Tag vor dem großen Tag. Mit Sicherheit musste noch so einiges vorbereitet werden.

Der Kellner brachte die Speisekarten und nahm die Getränke- bestellung entgegen. Ich bestellte einen Weißwein und Maria ein Bitter Lemon. Dann nahmen wir uns die Karte vor und klappten sie nach bereits wenigen Sekunden wieder zu. Wir lachten beide los. „Und: Hawaii?“ Fragte ich immer noch glucksend. „Klar. Und du: Tonno?“ „Ich glaube nicht, dass der Kellner schon so lange hier arbeitet, dass wir sagen könnten „wie immer“.“ Mit den Worten: „Schön, so hübsche und auch noch so gut gelaunte Gäste zu haben“, kam die Bedienung wieder an den Tisch. Wir beruhigten uns etwas und bestellten die Pizza. Ich hatte mich entschieden, erst einmal ein wenig verfängliches Thema anzuschneiden. „Wie sieht eigentlich der Plan für morgen aus? Kann ich vielleicht bei irgendwas helfen?“ Maria überlegte kurz.

„Also“, zählte sie auf: „Wir müssen morgen die Blumendeko abholen und die Torte. Nachmittags kommt meine Schwägerin zur Probefrisur. Zwei meiner Cousinen reisen morgen mit der Bahn an. Es wäre super, wenn du sie vom Bahnhof abholen könntest und zu meinen Großeltern bringen. Ansonsten ist eigentlich alles geregelt. Na ja, außer es springt jemand ab oder wird krank oder ähnliche nicht geplante Geschichten.“

Das Gespräch drehte sich noch eine Weile um Peinlichkeiten auf Feiern, die wir schon erlebt hatten und lustige Anekdoten, die immer wieder gern auf den Tisch gebracht wurden. Zum Beispiel bei der Hochzeit meines Onkels, der seiner Braut beim Tanzen versehentlich ein Beinchen stellte oder wie auf der Geburtstagsparty meiner Mutter eine nordische Fischplatte angekündigt wurde und versehentlich italienische Antipasti geliefert wurden. Auch lecker, aber doch komische Fische. Unvergessen blieb auch, als Marias Großvater bei der Dankesrede auf seiner Goldenen Hochzeit herzhaft ins Mikrofon rülpste.

Dann kam die Pizza, die zu verführerisch roch, um noch viele Worte zu machen. Nachdem wir bereits mit den Reststücken kämpften und zwischendurch das Besteck hinlegten, brachte Maria schließlich das zur Sprache, was uns beiden schon lange auf der Seele brannte.

„Fragst du dich auch manchmal, wie anders alles gelaufen wäre, wenn wir uns nicht so zerstritten hätten?“ Ich musste erst einmal meinen Kloß im Hals herunterschlucken - und der hatte nichts mit der Pizza zu tun. „Du glaubst gar nicht wie oft… Immer wieder habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, sich wieder zu vertragen. Ganz einfach. Wie Kinder, die sich die Hand geben, sich gegenseitig entschuldigen und dann ist alles wieder gut. Aber je mehr Zeit verging, umso mehr fühlte ich mich im Recht. Vermisst habe ich dich schrecklich, das kann ich dir sagen.“ Ich atmete einmal durch und schlug vor: „Sollen wir vielleicht irgendwo weiterreden, wo wir allein sind?“ Mir gelang ein etwas verrutschtes Lächeln. Also zahlten wir und liefen zunächst ein bißchen in der Gegend umher. Schließlich fanden wir am Rand der Fußgängerzone eine kleine gemütliche Bank und setzten uns. Bevor ich es mir noch einmal anders überlegen konnte, legte ich einfach mal los und begann, den schmerzhaftesten Teil meiner Vergangenheit aufzurollen.

Kapitel 5 Vorbereitung ist alles

Dezember 2003