Wo bleibt die Vernunft? - Kurt Thielmann - E-Book

Wo bleibt die Vernunft? E-Book

Kurt Thielmann

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Beschreibung

Es sind zwei Jahre vergangen, seit die Corona-Krise das Weltgeschehen beherrscht. Das COVID-19-Virus trat zum Ende des Jahres 2019 erstmals in der Großstadt Wuhan in China auf, verbreitete sich in Windeseile auf der ganzen Welt und entwickelte sich schnell zur Pandemie. Seit diesem Zeitpunkt wird unser Lebensablauf von dieser Pandemie bestimmt. Dieses Buch zeichnet die einzelnen Schritte des Verlaufs der Corona-Krise auf. Doch die Corona-Krise nimmt keine Alleinstellung ein. Sie ist Teil eines Krisen-Szenarios, das nahezu alle Bereiche in Politik, Wirtschaft und im privaten Sektor einschließt. Ein Rückblick in die junge Geschichte Deutschlands und eine Analyse der Grundlagen der menschlichen Gesellschaft, die auf Begriffs-Trilogien aufbaut bildet die Basis für die weiteren Ausführungen.

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Seitenzahl: 242

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Inhaltsverzeichnis

Impressum 6

A Vorbemerkung: Ereignisreiche Zeit 7

B Rückblick auf die Geschichte von Deutschland 13

C Wichtige Zeitabschnitte und aktuelle Ereignisse 18

I. 150 Jahre Deutschland 18

II. Gedanken zum II. Weltkrieg (Beginn vor 80 Jahren) 20

III. 75 Jahre Frieden 21

IV. 30 Jahre deutsche Wiedervereinigung 22

V. Aktuelle Ereignisse im Jahr 2020 23

1 Februar 2020: (Wahlen in Thüringen) 23

2 US-amerikanische Manager stellen „Shareholder-Value Prinzip“ infrage 24

3 November 2020: Präsidentschaftswahlen in den USA 25

4 Weihnachten 2020: Brexit-Abkommen 26

5 Gedanken zum Jahresende 27

6 Zwei weitere wichtige politische Ereignisse zu Beginn des neuen Jahres 28

D Die Corona-Krise 31

I. Die erste Welle der Corona-Krise (Januar – September 2020) 31

1 Lockerungsmaßnahmen und Konjunkturprogramm 33

2 Die Finanzkrise von 2008 ist noch nicht überwunden 34

3 Drei Jahre als Bemessungszeitraum für Ertragssteuern (2020 – 2022) 35

II. Die zweite Welle (ab Mitte November 2020) 37

1 Der gemäßigte Lockdown (ab Mitte November 2020) 37

2 Der harte Lockdown (ab Mitte Dezember 2020) 38

3 Verlängerungen des harten Lockdown (ab 10. Januar 2021) 40

4 Die Sonderstellung von Deutschland in der aktuellen Krise 43

III. Die dritte Welle (ab Januar 2021) 45

1 Die ersten Mutationen 45

2 Die nächste Verlängerung (14. Februar – 07. März 2021) 46

IV. Ein Jahr Corona-Krise (Februar 2021) 48

1 Zur Aufgabe der politischen Instanzen 48

2 Der Stufenplan 52

3 Die Inzidenzziffer 53

4 Die Corona-Krise eine „permanente Krise“ 54

5 Wird der Sommer die Wende bringen? 55

V. Das Krisen-Szenario aus deutscher Sicht 57

VI. Die Corona-Krise in Europa 59

1 Ein Ländervergleich (Ende März 2021) 59

2 Der Anleihekauf der EZB 61

3 Der Recovery Fonds der EU 61

VII. Die Ratsführerschaft Deutschlands ab 1. Juli 2020 63

VIII. Die Corona-Krise in den USA und der Welt 66

IX. Das Verhältnis USA – China 68

X. Die vierte und fünfte Welle der Corona-Krise 70

1 Die vierte Welle der Corona-Krise 70

2 Die fünfte Welle der Corona-Krise 72

E Grundlagen der menschlichen Gesellschaft 75

I. Die Darstellung in Trilogien 75

II. Die Menschenrechte als Ausgangsbasis 76

III. Die Philosophie als Geisteswissenschaft 79

IV. Die geopolitischen Systeme der Welt 84

V. Wiederkehrende äußere Störfaktoren 88

VI. Systemimmanente Störfaktoren 90

VII. Das Rechtswesen 92

VIII. Die Phasen der wirtschaftlichen Entwicklung 95

IX. Bildung und Kultur 97

X. Zur aktuellen Weltlage im 1. Halbjahr 2021 98

1 Die Welt ist in der „Krise“ 98

2 Die USA ist zurück 98

3 Die Europäische Union muss handlungsfähiger werden 100

4 Der Handelsstreit zwischen den USA und China 103

5 Abkommen zwischen den USA und China 105

XI. Zusammenfassung 106

F Die Rahmenbedingungen menschlichen Handelns in Deutschland 108

I. Frieden in Deutschland 108

II. Kapitalismus 109

III. Die „soziale Komponente“ 110

IV. Repräsentative Demokratie 111

V. Gewaltenteilung 112

VI. Föderalisierung 113

VII. Der Leistungsstandard der arbeitenden Menschen 114

VIII. Die Innovationskraft der Unternehmen 115

IX. Der Vorrang der Realwirtschaft 116

X. Gesundheit und Klima 118

G „Nachhaltiger, Sozialer Kapitalismus“ in Deutschland 119

I. Anmerkungen zur aktuellen Ausgangsposition im 1. Halbjahr 2021 119

1 Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt 119

2 Der Rückgang der Wählerschaft der Volksparteien 119

3 Die repräsentative Aufgabenstellung der Parteien 121

4 Die weltweite Dominanz der Parteien 122

5 Die Neugestaltung der EU 122

6 Der „Partizipative Sozialismus“ 124

II. Anmerkungen zum aktuellen Krisen-Szenario (Juni 2021) 126

1 Zur Corona-Krise 126

2 Der Klimawandel 127

III. Die Bedeutung des Gewinns als Ziel des Wirtschaftens 129

1 Was ist „Gewinn“ in wirtschaftlichem Sinn? 129

2 Der Jahresgewinn als Eigenkapital des Unternehmens 131

3 Das Jahresergebnis als vorläufiges Zwischenergebnis 132

4 Zur Geschichte des wirtschaftlichen Gewinns 134

5 Der Jahresgewinn ist keine steuerliche Bemessungsgrundlage 137

6 Der Gewinnanspruch 141

7 Die wirtschaftlichen Produktivfaktoren 143

8 Die Gewinnbeteiligung der Mitarbeiter 145

9 Der Gewinnverteilungsbeschluss der Aktiengesellschaft 146

IV. Die Nachhaltigkeit als systemrelevanter Bereich 148

V. Die Neugestaltung der „sozialen Komponente“ 153

1 Die Aufgabenstellung 153

2 Was ist sozial? 154

3 Die neue Struktur der sozialen Sicherung 156

VI. Zur „eigenen Rechtspersönlichkeit“ der Unternehmung 163

VII. Die Rechtsform der Aktiengesellschaft 165

VIII. Das Kapital und seine Erscheinungsformen 169

1 Eigen- und Fremdkapital 169

2 Externes und Internes Kapital 172

3 Die Struktur des Gesamtkapitals 179

4 Entscheidungsrechte für Humankapital 181

IX. Liquidität geht vor Rentabilität 185

X. Die neue steuerliche Bemessungsgrundlage 187

1 Umsatzsteuer statt Mehrwertsteuer 187

2 Besteuerung der Entnahme statt des Gewinns 187

3 Wertschöpfung ist die Aufgabe allen unternehmerischen Handelns 188

XI. Zusammenfassung 197

H Die Familie als Basiseinheit der menschlichen Gemeinschaft 199

I Schlussbemerkungen 202

I. Nachhaltigkeit 202

1 Die Gesundheitskrise 202

2 Der Klimawandel 203

3 Umweltprobleme 205

II. Die „soziale Komponente“ und die demographische Entwicklung 206

III. Der Kapitalismus 207

IV. Die Finanz- und Schulden-Krise 209

V. Das Wahlprogramm der CDU/CSU 211

VI. Zusammenfassung 213

VII. Ausblick 215

Anhang 219

Anhang 1: Rechtsreformen des 3. geopolitischen Systems 219

Anhang 2: Die Trilogien des 3. geopolitischen Systems 221

Anhang 3: Literaturverzeichnis 223

Anhang 4: Der Autor 224

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie­.

Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.d-nb.de abrufbar.

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Film, Funk und Fern­sehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger, elektronische Datenträger und ­auszugsweisen Nachdruck, sind vorbehalten.

© 2022 novum publishing

ISBN Printausgabe: 978-3-99131-372-4

ISBN e-book: 978-3-99131-373-1

Lektorat: Melanie Dutzler

Umschlagfoto: XXX

Umschlaggestaltung, Layout & Satz: novum publishing gmbh

www.novumverlag.com

A Vorbemerkung: Ereignisreiche Zeit

Das Weltgeschehen wird seit Februar 2020 von der Corona-Krise bestimmt. Es handelt sich um eine weltweit verbreitete Pandemie, die so dominant ist, dass alle weiteren Aufgaben und Probleme in den Hintergrund verdrängt werden. Hinzu kommt, dass die Finanzkrise (2008) und die Flüchtlingskrise (2015) noch nicht überwunden sind. Der Klimawandel ist ein weiteres Problem. Das ist beängstigend und wird zunehmend zur Bedrohung. Das Vertrauen der Bürger schwindet. Wir leben in einer permanenten Krisensituation, die zu einer umfassenden Vertrauenskrise geführt hat.

Wir müssen wach werden und jetzt handeln. Wir müssen die Gegenwart in unserer Welt gestalten und das Geschehen auf dem Planeten „Erde“ in eine bessere Zukunft führen, bevor es zu spät ist.

Insgesamt geht es der Menschheit derzeit so gut wie nie zuvor. Dennoch bestehen vielfältige Risiken und Gefahren, die existenzbedrohenden Charakter annehmen. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren. Wir müssen gestaltend eingreifen.

Die Gestaltung von oben erweist sich als zu langsam und schwerfällig. Die Organisationen auf der Weltebene sind weitgehend handlungsunfähig. Das gilt auch im Besonderen für die Europäische Union (EU). Die bestehenden übergeordneten Organisationen eliminieren sich im Innenverhältnis. Das steht in Zusammenhang mit deren Verfassung. Die Einstimmigkeit der Beschlusslage bzw. das Vetorecht einzelner Staaten verhindern die notwendigen Sachentscheidungen. Die Führung von oben funktioniert so nicht.

Also müssen wir einen anderen Weg beschreiten. Wenn wir genau hinsehen, erkennen wir, dass diese Entwicklung längst eingesetzt hat. Wir müssen die Zeichen der Zeit erkennen und das Geschehen in der Welt schneller und effektiver steuern und lenken.

Deutschland hat in seiner kurzen Geschichte eine enorme Entwicklung genommen, aber in letzter Zeit große Schwächen gezeigt. Das kann nicht auf die rechtliche Verfassung zurückgeführt werden. Im Folgenden werden einige Regeln des Grundgesetzes aufgeführt, die für die weiteren Ausführungen richtungsweisend sind:

Art. 1: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.)Art. 20: „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt“. Wir sind ein föderal geführter Staatenbund. Der Bund und die Länder sind für die Gesetzgebung und deren Umsetzung zuständig.Art. 21: „Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit.“Art. 38: „Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt“.

Hier stellt sich die Frage, ob die Wahl von Abgeordneten über die Zweitstimme und die Parteiliste in Verbindung mit dem Fraktionszwang der Parteien noch mit dem Grundgesetz zu vereinbaren ist. Was ist hier „unmittelbar“? Der einzelne Wähler fühlt sich hier nicht mehr mitgenommen.

Parteilisten und Fraktionszwang führen zu Machtpolitik und Machterhaltung. Die parteigeführten Organe handeln nur immanent innerhalb des bestehenden Systems. Wahlpolitik geht vor Sachpolitik. Keiner sägt den Ast ab, auf dem er sitzt. Hier liegt die Ursache für die zuletzt aufgetretenen Schwächen. Hier müssen wir ansetzen.

Die Corona-Krise wird uns noch längere Zeit begleiten. Die Infektionszahlen schwanken, gleichzeitig breiten sich die gefährlicheren Mutationen zunehmend aus. Wir führen einen Wettlauf mit der Zeit. Selbst wenn wir in Deutschland die Entwicklung in den Griff bekommen, ist die Krise nicht vorüber. Deutschland befindet sich in einer Sonderstellung. Trotz aller Kritik haben wir noch immer eine gute Position im Vergleich zu Europa und der Welt. Die Corona-Krise ist aber ein Problem, das die ganze Welt betrifft.

Wir befinden uns in einer ereignisreichen Phase der Zeitgeschichte. Am 17. Januar 1871, vor 150 Jahren wurde im Schloss Versailles in Paris das Deutsche Reich gegründet. Es war die Geburtsstunde von „Deutschland“. 25 Vertreter deutschsprachiger Länder und Städte waren nach Paris gereist, um an diesem Ereignis teilzunehmen. Am Tag danach wurde Wilhelm der I. von Preußen zum „Deutschen Kaiser“ ernannt. Das junge Deutschland war ein Kaiserreich und ein Bundesstaat zugleich. Vorgänger waren eine Zollunion und der Norddeutsche Bund, dem zu dieser Zeit auch Österreich angehörte.

Bei der Gründung des Deutschen Reiches schied Österreich aus. Hingegen wurde Elsass-Lothringen dem Deutschen Reich zugeordnet. Es war ein folgenschwerer Geburtsfehler. Frankreich konnte sich mit dieser Zuordnung nicht anfreunden. Eine jahrzehntelange Feindschaft zwischen Frankreich und Deutschland war die Folge.

Die unterschiedlichen Interessen der europäischen Staaten in der Zeit des Kolonialismus kamen hinzu.

Die junge Geschichte Deutschlands kann in zwei Abschnitte von jeweils 75 Jahren eingeteilt werden: Das Gedankengut der Französischen Revolution (Freiheit, Gleichheit; Brüderlichkeit) und der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung konnte sich in Deutschland zunächst nicht durchsetzen. Es folgten Jahre des Absolutismus während der Kaiserzeit und des Nationalsozialismus – mit nur kurzer Unterbrechung durch die Weimarer Republik.

Sowohl die ersten Jahre des Deutschen Reiches als auch der gesamte zweite 75-jährige Zeitabschnitt der Geschichte Deutschlands sind, wirtschaftlich betrachtet, ausgesprochene Erfolgsgeschichten. Während in der ersten Phase der Reichskanzler Otto von Bismarck über einen längeren Zeitraum die Fäden in der Hand hielt und u. a. eine Sozialgesetzgebung auf den Weg brachte, waren nach 1945 ein freiheitlicher, demokratischer Rechtsstaat und die Soziale Marktwirtschaft die Basis für den erfolgreichen Verlauf.

Seit Jahresbeginn 2020 wird das Weltgeschehen durch die Corona-Pandemie beherrscht. Ausmaß und unmittelbare Folgen verdrängen alle anderen Aufgaben und Probleme. Nachdem die Pandemie im Sommer des vergangenen Jahres im Abklingen war, sind wir ab Herbst vergangenen Jahres wieder mit steigenden Infizierungen und Todesfällen konfrontiert. Die politischen Instanzen haben im November zunächst auf einen gemäßigten Lockdown gesetzt und im Dezember auf einen harten Lockdown gewechselt. Dieser wurde inzwischen mehrfach modifiziert und verlängert. Das Corona-Virus ist über Mutationen von der 2. Welle in eine 3. Welle übergewechselt. Wir sind noch lange nicht am Ende angekommen. Die 3. Welle der Corona-Krise mit wesentlich stärkerer Ansteckungsgefahr ist weltweit noch nicht gebannt. Wollen wir hoffen, dass der Engpass bei der Lieferung der Impfstoffe bald überwunden wird. Weitere Vorsicht ist geboten.

In den USA ist inzwischen die Amtsübergabe an den neugewählten Präsidenten Joe Biden erfolgt. Große Hoffnungen kommen auf. Der neue Präsident hat am ersten Tag verkündet, dass die USA dem Klimaabkommen von Paris wieder beitreten werden. Weitere schnelle Maßnahmen sind veranlasst – ein verheißungsvoller Anfang. Es wird entscheidend darauf ankommen, ob der neue Präsident die gespaltene US-amerikanische Gesellschaft wieder zusammenführen und die internationalen Beziehungen der USA in eine neue Zukunft lenken kann. Die anstehenden Probleme der Welt können nur gemeinsam gelöst werden. Einen erneuten kalten Krieg, diesmal zwischen den USA und China, können wir uns nicht leisten. Es geht um schnelle Lösungen für die Welt.

In Deutschland finden die nächsten Wahlen im September 2021 statt. Der Wahlkampf hat bereits eingesetzt. Der Streit der Parteien untereinander und in deren Innenverhältnis beherrscht das Geschehen zunehmend.

Es geht aber um ein Sachprogramm, das Deutschland, Europa und die Welt in eine gesicherte Zukunft führt.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, die Präsidentin der Europäischen Kommission, der Präsident des Europäischen Rates, der französische Staatspräsident, die deutsche Bundeskanzlerin und der Präsident Senegals haben zu einem Gedankenaustausch aufgerufen: „Die Welt wird nach Corona eine andere sein. Lassen Sie uns diese Herausforderungen mit einer klaren Zukunftsvision bewältigen. Wir laden Führungspersönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Religion und anderen Bereichen ein, sich an diesem globalen Gedankenaustausch zu beteiligen.“ (Siehe FAZ v.03.02.21: „Mit multilateraler Kooperation die Krisen überwinden“)

Gedankenaustausch ist nicht genug. Wir brauchen klare Konzepte für viele Bereiche und müssen diese umgehend umsetzen. Visionen für die Zeiträume bis 2035 und 2050/2060 reichen nicht. Es geht um konkrete Umsetzung, um die politische „Exekutive“ in allernächster Zeit.

Da die Erneuerung von internationalen Institutionen nicht vorankommt, muss die Initiative von der Basis ausgehen. Deutschland hat zurzeit eine Sonderstellung, die eine Führungsverantwortung einschließt. Die Freundschaft mit Frankreich ist eine gute Ausgangsposition für ein gemeinsames Vorgehen in Europa. Nehmen wir alle Staaten Europas mit, die bereit sind, mitzumachen. Neben der Währungsunion kann die Europäische Union auch noch eine weitere Teilorganisation, die „Vereinigten Staaten Europas“, gestalten. Es sind alle die Staaten, die bereit sind, Europa eine eigenständige Position mit entsprechender Verantwortung zu übertragen. Dieser Ansatz geht weit über eine einheitliche Währung hinaus. Er erfordert die Bereitschaft, gewisse staatliche Rechte der gemeinsamen Entscheidung zu unterstellen. Das ist nur in Einzelschritten umzusetzen. Eine „Revolution“ ist keine Lösung. Fangen wir an! Gestalten wir die Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene. Die Umsetzung kann einzelnen Staaten bzw. einschlägigen Institutionen übertragen werden oder bei den Einzelstaaten verbleiben.

Der „Staatskapitalismus“ der östlichen Welt entspricht nicht unseren kulturellen Ansprüchen. Die Menschenrechte sind unverzichtbar. Der „Neoliberalismus“ US-amerikanischer Prägung, der in der westlichen Welt vorherrscht, hat inzwischen Formen angenommen, die nicht zukunftsfähig sind. Fehlentwicklungen und Übertreibungen führen in die falsche Richtung.

Europa muss den Mut haben, eine eigene geopolitische Position zu gestalten und einzunehmen. Dabei sollte die Zugehörigkeit zur westlichen Welt nicht infrage stehen, aber ein gewisses Maß an Eigenständigkeit angestrebt werden. Wir brauchen eine entsprechende zukunftsweisende Vision und sollten umgehend mit der Umsetzung eines konkreten Konzeptes beginnen. Nicht nur „Führungspersönlichkeiten“ sind aufgefordert, mitzumachen. Jeder Bürger hat das Recht und die Pflicht, sich seinen Fähigkeiten entsprechend einzubringen. Die Mitte der Bevölkerung bilden die Menschen, die „mitmachen“. Setzen wir die Bürger in die Lage, verstärkt mitmachen zu können. Die Bürger sind mündiger geworden. Wer den arbeitenden Mitbürger als „Kostenfaktor“ einstuft, wird der Würde des Menschen nicht gerecht.

Der Tittel dieses Buches lautet:

„Wo bleibt die Vernunft“

„Nachhaltiger, Sozialer Kapitalismus“

Nach einer einführenden Analyse des aktuellen Geschehens in der Welt folgen basisorientierte Informationen. Das Hauptthema des Buches ist auf einen wirtschaftspolitischen Reformvorschlag ausgerichtet, der die „soziale Komponente“ und die „Nachhaltigkeit“ einschließt. Die Grundordnung des Kapitalismus als politisch/wirtschaftlicher Systemgedanke wird grundsätzlich nicht infrage gestellt. Es bedarf aber einer neuen inhaltlichen Bestimmung der elementaren Begriffe:

Gewinn – Eigentum – Kapital

B Rückblick auf die Geschichte von Deutschland

Deutschland ist ein sehr junger Staat. 150 Jahre sind bezogen auf die Weltgeschichte ein äußerst geringer Zeitraum.

Das Adjektiv „deutsch“ kommt hingegen schon einige Jahrhunderte früher vor. Es wird erstmals als Gesamtbezeichnung für die germanischen Hauptstämme, die eine gemeinsame Sprache sprechen, im Mittelalter, im 8. Jahrhundert, erwähnt. Es war zu dieser Zeit kein deutsches Volk und kein deutsches Land vorhanden. Der ursprüngliche Vorgänger Deutschlands war das „Fränkische Reich“. Es bildete die Grundlage für die politische und kulturelle Entwicklung des Abendlandes im Mittelalter. Das Fränkische Reich erreichte seine größte Ausdehnung unter Kaiser Karl dem Großen (800 n. Chr.). Das Gebiet reichte aus heutiger Sicht von Frankreich bis Deutschland und von Italien bis Holland. Es entsprach in etwa dem Gebiet der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG, Vertrag von Rom,25. 03.1957).

Das Fränkische Reich wurde 843 n. Chr. unter der Herrschaft von Ludwig dem Frommen auf seine drei Söhne aufgeteilt: Westfranken (Frankreich). Ostfranken (Deutschland), Italien und Burgund (Italien, Belgien Luxemburg, Holland). Ostfranken setzte sich in der Folgezeit aus vielen Einzelstaaten (Fürsten- und Herzogtümer, Königreiche und Erzbistümer) zusammen. Viele interne Kriege fanden statt.

Besonders hervorzuheben sind der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648, die drei Schlesischen Kriege, die Friedrich der Große, König von Preußen, in der Zeit von 1740 bis 1763 gegen Österreich führte und die Kriegszüge von Napoleon (französischer Kaiser in der Zeit von 1804 bis 1814/15), die ihn bis nach Russland führten und in einer vernichtenden Niederlage gegen Preußen und Österreich (1813: Völkerschlacht bei Leipzig) endeten. Die Verbündeten drangen anschließend bis nach Frankreich vor und stürzten ihn vom Thron. Die folgenden Friedensverhandlungen des „Wiener Kongresses“ im Jahr 1815 brachten eine Neuordnung in Europa. Preußen, Österreich und Russland waren die Nutznießer.

Der Zeitraum von 1789 bis 1919 war in Europa trotz der Französischen Revolution die Zeit des Absolutismus. Deutschland ging in dieser Zeit aus Preußen und dem Norddeutschen Bund (1850) hervor. 1866 wurden zunächst Schleswig-Hollstein, Hannover, Hessen-Kassel, Nassau und Frankfurt/Main Preußen zugeteilt. Österreich schied aus dem Norddeutschen Bund aus.

Am 17./18. Januar 1871 wurde während des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 im Schloss von Versailles, in Paris, das Deutsche Reich gegründet und Wilhelm der I. zum Deutschen Kaiser ernannt.

Eine positive Entwicklung in allen Bereichen stellte sich bald ein. Deutschland verwandelte sich vom Agrarland zur führenden Industrienation. Zunächst die Stahlindustrie und einige Jahre später die Elektrotechnik, die Chemie und auch der Automobilbau trugen zum Aufschwung bei. Die Elektrifizierung der Großstädte und der Eisenbahnbau waren wichtige Betätigungsfelder. Eine kluge Bildungs-, Hochschul- und Forschungspolitik mit besonderer Betonung der Naturwissenschaften brachte die notwendige Unterstützung. Bismarcks Sozialgesetze (Krankenversicherung von 1883, Unfallversicherung von 1884 und Altersversicherung von 1889) waren wichtige Begleitmaßnahmen. Eine geschickte Bündnispolitik mit europäischen Staaten wirkte unterstützend. In den Nachbarländern England und Frankreich sah man die positive Entwicklung in Deutschland kritisch. Die eingeführte, ursprünglich negative Produktkennzeichnung „Made in Germany“ wandelte sich schnell in ein Gütesiegel für hohe Qualität. Die ersten 40 Jahre können durchaus als „erstes deutsches Wirtschaftswunder“ eingestuft werden. Im März 1890 trat Bismarck als Reichskanzler zurück. Das hatte einen ersten Einschnitt zur Folge. Die Verbündeten wandten sich nach und nach von Deutschland ab. Ein abruptes Ende brachte der I. Weltkrieg (1914–1918).

Die Sozialdemokraten erhielten im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung zunehmenden Zuspruch aus der wachsenden Gruppe der Industriearbeiter. Ein äußerer Anlass, die Ermordung des österreich-ungarischen Thronfolgers in Sarajewo, löste schließlich den Ausbruch des I. Weltkrieges aus. Am 28. Juli 1914 erklärte Österreich den Krieg gegen Serbien. Es folgte am 1. August 1914 Deutschland mit der Kriegserklärung an Russland, das auf der Seite von Serbien stand und eine allgemeine Mobilmachung eingeleitet hatte. Am 3. August 1914 folgte die Kriegserklärung Deutschlands an Frankreich. England nahm am 4. August 1914 den Einmarsch der deutschen Armee in Belgien zum Anlass, Deutschland den Krieg zu erklären. Der I. Weltkrieg nahm seinen Verlauf. Nach anfänglichen Erfolgen trat mit dem Einstieg der Vereinigten Staaten Amerikas eine Wende ein. In Russland führte die Revolution von 1917 zum Ende der Kriegshandlungen. Im Westen endete der Krieg mit einer vernichtenden Niederlage Deutschlands. Die Friedensverhandlungen starteten am 19. Januar 1919 in Versailles. Sie zogen sich bis Mitte des Jahres hin. Die Kriegsschuld wurde allein Deutschland zugeordnet. Hohe Reparationszahlungen über viele Jahre und erhebliche Gebietsverluste waren die Folge. Elsass-Lothringen ging zurück an Frankreich. Gebietsverluste im Osten kamen für Deutschland hinzu.

Der Deutsche Kaiser Wilhelm der II. trat zurück und ging ins Exil nach Holland. Es folgte die Weimarer Republik. Am 14. August 1919 trat die Weimarer Reichsverfassung in Kraft. Deutschland war ein demokratisch-parlamentarischer und föderativer Rechtsstaat, der auf der Gewaltenteilung aufbaute. Die Sozialdemokraten hatten im Reichstag die Mehrheit und übernahmen die Regierung. Es folgte eine Zeitphase der Schwäche und der Katastrophen. Die Finanzkrise (Inflation) von 1923 und die Wirtschaftskrise von 1929/30 sind hier zu nennen. Gegenkräfte bildeten sich auf der rechten und der linken Seite. Der Nationalismus und der Kommunismus erstarkten in Deutschland. Im Jahr 1933 brach die Weimarer Republik zusammen. Die Nationalsozialisten übernahmen die Macht. Die Diktatur kam zurück. Die Grenzstreitigkeiten im Osten führten am 1. September 1939 zur Kriegserklärung an Polen. Am 10. Mai 1940 begann der Angriff im Westen. Der II. Weltkrieg hatte begonnen und nahm seinen verheerenden Verlauf.

Die Kriegshandlungen endeten am 8. Mai 1945 mit dem totalen Zusammenbruch und der Kapitulation des Deutschen Reiches. Die Siegermächte teilten das weitgehend zerstörte Land in vier Besatzungszonen auf. Am 20. Juni 1948 erfolgte die Währungsreform. Die Deutsche Mark (DM) löste die Reichsmark (RM) ab. Im Jahr 1949 schlossen sich die drei westlichen Zonen zur Bundesrepublik Deutschland zusammen. Die sowjetische Besatzungszone wurde in „Deutsche Demokratische Republik“ (DDR) umbenannt. Die Bundespolitik war ein demokratisch-freiheitlicher Rechtsstaat. Die DDR wurde „demokratisch“ genannt.

Die neue politische und wirtschaftliche Grundordnung wurde mit dem Begriff „Soziale Marktwirtschaft“ belegt. Es wurde zur Erfolgsgeschichte. Ein zweites „Wirtschaftswunder“ stellte sich ein.

Die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland, das Grundgesetz, wurde am 23. Mai 1949 eingeführt. Die Bundesrepublik ist ein Rechtsstaat. Die Ausübung des Rechts unterliegt der Gewaltenteilung (Legislative, Exekutive, Judikative). Gesetzgebung, deren Umsetzung und Rechtsprechung sind im Grundgesetz geregelt. Die Bundesrepublik ist ein demokratischer, parlamentarischer, sozialer Staat. Die Staatsgewalt geht vom Volk aus und wird durch Wahlen und Abstimmungen ausgeübt. Die Bundesrepublik ist ein repräsentativer, föderaler Staat.

Die Menschenrechte sind im Grundgesetz zugesichert. Das Gedankengut der Aufklärung, das als vernünftig und zweckmäßig Erkannte gegenüber dem geschichtlich überlieferten Zustand zur Geltung zu bringen, ist im Grundgesetz verankert. Die Ansätze der Französischen Revolution wurden verfassungsmäßig erfasst.

Entscheidend zu dem Erfolg und dem erreichten Wohlstand haben die in Deutschland lebenden Bürger mit ihrem individuellen Leistungsvermögen beigetragen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass uns die Siegermächte nach dem Krieg freundlich unterstützt haben. Es begann mit dem Marshall-Plan der USA und der Luftbrücke nach Berlin. Am 18. Januar 1951 wurde die Montan-Union in Paris gegründet. Es folgte im Jahr 1957 die Gründung der „Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft“ (EWG). Frankreich, Deutschland, Italien, Holland, Belgien und Luxemburg gehörten ihr an.

Über allem steht die Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland. Am 22.Januar 1963 unterzeichneten de Gaulle und Adenauer den Deutsch-Französischen Vertrag über die Zusammenarbeit beider Länder, der als Friedensvertrag bezeichnet wird.

Schließlich gelang im Jahr 1989 die Wiedervereinigung Deutschlands mit nicht zu unterschätzender Unterstützung Russlands.

Am 1. November 1993 folgte die Gründung der „Europäischen Union“, der inzwischen 27 Länder angehören. 17 Länder gehören der Währungsunion an. Zum Jahresende 2020 ist Großbritannien aus der Union ausgetreten. Ein Brexit-Abkommen konnte in letzter Minute abgeschlossen werden. Viele Fragen sind noch offen und bedürfen einer Regelung.

Über allem steht, dass wir über 75 Jahre keinen Krieg in Deutschland erlebt haben.

Die Europäische Union ist für Europa und die westliche Welt unverzichtbar. Nur gemeinsam sind wir stark. Es ist noch manches zu gestalten. Packen wir es an.

Die obigen Ausführungen knüpfen an die Ausführungen über die deutsche Geschichte und den I. und II. Weltkrieg, dargestellt im Neuen Brockhaus, herausgegeben 1960, an.

C Wichtige Zeitabschnitte und aktuelle Ereignisse

I. 150 Jahre Deutschland

Am 19. Januar 2021 besteht Deutschland 150 Jahre. Bezogen auf die Weltgeschichte ist das ein äußerst kurzer Zeitraum. Was die Deutschen bewogen hat, den Gründungsakt Deutschlands zu jenem Zeitpunkt in Paris vorzunehmen, kann nur mit dem speziellen Verhältnis der beiden Staaten zueinander erklärt werden. Der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 war seinerzeit noch nicht beendet. Paris war eingenommen und besetzt. Eine Zerstörung war nicht vorgesehen. Der Triumpf sollte ausgekostet werden. Die Rückgliederung von Elsass-Lothringen ins Deutsche Reich war ein unfreundlicher Akt, der von französischer Seite nicht akzeptiert wurde. Die feindselige Einstellung beider Staaten setzte sich fort.

Für Deutschland war die Zusammenführung der einzelnen politisch selbstständigen Regionen ein glückliches Ereignis. Es war die Ausgangsbasis für eine insgesamt positive Entwicklung. Zunächst lebte der Absolutismus weiter fort. König Wilhelm der I. wurde zum Kaiser von Deutschland ernannt. Unter der strengen Führung von Reichskanzler Otto von Bismarck nahm Deutschland einen schnellen wirtschaftlichen Aufschwung. Der Wandel vom Agrarland zum Industriestaat vollzog sich in schnellen Schritten. Rückblickend kann von einem „1. Wirtschaftswunder“ gesprochen werden. Deutschland war ein Bundesstaat. Viele neue Gesetze begründeten einen Ordnungsrahmen, der eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung ermöglichte. Deutschland konnte in kurzer Zeit zu den führenden europäischen Ländern aufschließen.

Der I. Weltkrieg brachte einen ersten Einschnitt in diese positive Entwicklung. Er endete mit einer vernichtenden Niederlage Deutschlands. Die Friedensverhandlungen fanden erneut im Schloss von Versailles in Paris statt. Der deutsche Kaiser dankte ab und ging ins Asyl nach Holland. Der Friedensschluss war mit Reparationszahlungen und Landverlusten verbunden. Unter anderem ging Elsass-Lothringen wieder an Frankreich.

Die Weimarer Republik folgte. Sie stand von Anfang an unter einem schlechten Stern. Die Inflation von 1923 und die Wirtschaftskrise von 1929 waren Spätfolgen in dieser Zeit. Sie endete mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten in der Diktatur.

II. Gedanken zum II. Weltkrieg (Beginn vor 80 Jahren)

Am 01. September 1939 vor über 80 Jahren begann der II. Weltkrieg, einer der schrecklichsten Kriege der Menschheitsgeschichte. Fernsehen und Presse sind voller rückblickender Berichte. Auch für mich ist dies ein Zeitpunkt des Innehaltens und der Rückbesinnung. Ich lebe im 85. Lebensjahr. Ich habe den II. Weltkrieg zwar noch in meinen Kindesjahren bewusst miterlebt, habe aber nie in den Krieg ziehen müssen– was für ein glücklicher Umstand. Möge es auch in der restlichen Zeit so weitergehen und unsere Region von Kriegen verschont bleiben.

Die zurückblickende Berichterstattung zeigt allzu deutlich, mit welcher Unbekümmertheit und Brutalität die deutsche Wehrmacht in Polen eingefallen ist und gehandelt hat. Nahezu unvorstellbar, wie weit sich das Gruppenverhalten von der unbestritten vorhandenen geistigen, sozialen Grundeinstellung des Einzelnen entfernen kann und wie sehr der Einzelne durch das Gruppenverhalten fremdbestimmt werden kann.

Für mich ist es unvorstellbar, mit welcher Nonchalance nach 80 Jahren, am 1. September 2019, dem Primat der Politik über Demokratie und Rechtsstaatlichkeit das Wort geredet werden kann und Zustimmung erteilt wird. Haben in den letzten beiden Jahrtausenden die Christlich-Katholische Religion, die Reformation und die Aufklärung in der westlichen Welt so wenig bewirkt?

Genauso unverständlich ist für mich, wie das deutsche Volk, richtiger: die politische Führung, aus reinem Machtdenken einen solchen unsinnigen Krieg entfachen konnte. Das ist nie wieder gut zu machen. Der deutsche Bundespräsident hat bei seiner Reise nach Polen anlässlich des 80-jährigen Gedenkens die richtigen Begriffe gewählt, als er von Vergebung und Gnade sprach.

III. 75 Jahre Frieden

Am 8. Mai 1945 endete der II. Weltkrieg mit der bedingungslosen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht. Seit diesem Zeitpunkt sind nunmehr 75 Jahre vergangen. Es waren Jahre des Friedens für Deutschland. Welch ein Glück für unser Volk. Die Besatzungsmächte, insbesondere die westlichen drei Staaten (USA, Frankreich und England) haben hierzu wesentlich beigetragen. Sie haben sich nicht lange als Siegermächte verhalten. Sie haben bald mit unterstützenden Maßnahmen zur Seite gestanden.

Zunächst kam kein Friedensvertrag zustande, sondern nur ein Viermächteabkommen. Versuche zur Wiedervereinigung der Besatzungszonen scheiterten. Die drei westlichen Zonen und die sowjetische Zone nahmen eine getrennte Entwicklung, die mit den Währungsreformen im Juni 1948 zur Spaltung führte. Im Mai 1949 wurde das Grundgesetz für die Bundesrepublik verabschiedet. Die Präambel beginnt mit dem Appell an das deutsche Volk, die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden.

IV. 30 Jahre deutsche Wiedervereinigung

Nach vielen Jahren der Verweigerung trat im Jahre 1989 eine entscheidende Wende auf russischer Seite ein. Sie stand in Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Viele Bürger der Deutschen Demokratischen Republik, der ehemaligen sowjetischen Besatzungszone, weilten in der Botschaft in Prag.

Massendemonstrationen der Bürger der DDR waren vorausgegangen. Sie leiteten nach 40 Jahren den Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 ein. Der Außenminister der Bundesrepublik, Friedrich Genscher, reiste nach Prag und verkündete die freie Ausreise den Bürgern der DDR mit. Am 1. Juli 1990 übernahm die DDR das westdeutsche Wirtschaftssystem. Am 3. Oktober 1990 wurde die Wiedervereinigung vollzogen. Wir sollten nicht vergessen, dass diese glückliche Fügung durch die freundliche Unterstützung der sowjetischen Regierung unter Führung von Gorbatschow zustande kam. Deutschland war geeint. Der Sitz der Regierung wurde nach Berlin verlegt. Der Kalte Krieg zwischen Russland und den USA fand ein Ende.

V. Aktuelle Ereignisse im Jahr 2020

1 Februar 2020: (Wahlen in Thüringen)

In Thüringen ist erstmals ein Ministerpräsident mit den Stimmen der AfD (Alternative für Deutschland) gewählt worden.

Ausgehend von der Position, dass es in solchen Situationen um die Macht geht, liegt der Schluss nahe: Die gewollte Variante ist eingetreten. Die Annahme der Wahl durch den Fraktionsvorsitzenden der FDP, Herrn Kemmerich, ist insofern zunächst folgerichtig. Es war der Weg, um die rot/rot/grüne Minderheitsregierung im 3. Wahlgang zu verhindern.

Das anschließende direkte Eingreifen der Kanzlerin von Südafrika aus und ihre Aussage „Jeder wusste, dass die AfD-Finte im Raum stand.“ zeigen, wer die Fäden zieht. Der Schatten der Kanzlerin ist übermächtig. Auch sie wusste es und hat dies nicht verhindert.

Die Parteivorsitzende der CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer, hat ihren Anspruch auf die Kanzler-Kandidatur im Nachgang zur Verfügung gestellt.

Der Ministerpräsident von Thüringen ist inzwischen nach wenigen Tagen ebenfalls zurückgetreten.

Dass bei der Neuwahl ein parteiloser Dorfbürgermeister als Kandidat auftritt, der von der ihn aufstellenden Partei, der AfD, nicht gewählt wird, ist äußerst sonderbar. Sind wir in einer „Bananenrepublik“ angelangt? Hier geht jede „Glaubwürdigkeit“ verloren.

Diese Situation ist in unserem Land deutlich erkennbar. Die Kanzlerin ist zudem bemüht, ihre politische Position zu wahren und bis zum Ende der Legislaturperiode zu halten. Der tägliche Parteienstreit bei der Umsetzung des Koalitionsvertrages lässt aber die Strukturen der Parteienlandschaft mehr und mehr verwischen. Die „Identität“ leidet. Die Wählerschaft fühlt sich nicht angesprochen und nicht mitgenommen. Sie wendet sich zunehmend enttäuscht ab.

Wir befinden uns in einer ausgeprägten politischen Krise. Die ursprüngliche „Mitte“ der Wählerschaft ist für die beiden „Volksparteien“, die CDU/CSU und die SPD, weitgehend verloren gegangen. Die Ursachen reichen weit zurück. Der „Thüringer Eklat“ ist nur der bisher letzte Schritt.