Wo sind meine Wurzeln? - Paul Schindler - E-Book

Wo sind meine Wurzeln? E-Book

Paul Schindler

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Beschreibung

Paul Schindler wird 1936 auf dem Hof seiner Eltern in Oberschlesien geboren und verlebt eine relativ unbeschwerte, schöne Kindheit. Doch der Zweite Weltkrieg bringt die heile Welt schlagartig ins Wanken: Im kalten Winter 1946 muss die Familie innerhalb von fünf Minuten ihre Sachen packen und wird vertrieben. Es folgt eine beschwerliche Irrfahrt nach Finsterwalde, und fortan verbringt sie zwei Monate in einem Lager. Dann die Flucht in den Westen, und endlich wieder ein Lichtblick! Paul Schindler kann die Schule abschließen und eine Lehre machen. Schließlich heiratet er, gründet eine Familie und sein Leben geht äußerst aufregend und turbulent weiter. Doch kein Glück ist von Dauer, und so muss er sich nach über 50 Jahren Ehe von seiner geliebten Frau für immer verabschieden. Aber es gibt sie: die zweite große Liebe … Ein eindrucksvolles, bewegendes Zeitzeugendokument über die Kriegs- und Nachkriegszeit, wie auch über die Zeit des deutschen Wirtschaftswunders.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 123

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhaltsverzeichnis

Impressum

Vorwort

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

10. Kapitel

11. Kapitel

12. Kapitel

13. Kapitel

14. Kapitel

15. Kapitel

16. Kapitel

17. Kapitel

18. Kapitel

19. Kapitel

20. Kapitel

21. Kapitel

22. Kapitel

23. Kapitel

24. Kapitel

25. Kapitel

26. Kapitel

27. Kapitel

Zweiter Teil meiner Lebensgeschichte

28. Kapitel

29. Kapitel

30. Kapitel

31. Kapitel

Nachwort

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie­.

Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.d-nb.de abrufbar.

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Film, Funk und Fern­sehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger, elektronische Datenträger und ­auszugsweisen Nachdruck, sind vorbehalten.

© 2016 novum Verlag

ISBN Printausgabe: 978-3-95840-092-4

ISBN e-book: 978-3-95840-093-1

Lektorat: Silvia Zwettler

Umschlagfoto: Ricardo Reitmeyer | Dreamstime.com

Umschlaggestaltung, Layout & Satz: novum verlag

www.novumverlag.com

Vorwort

*

Der Inhalt dieser Niederschrift sollte keine direkte Biografie werden, da ich weder Schriftsteller noch Buchautor bin. Da ich auch nur aus der 8. Klasse der Volksschule entlassen wurde und durch die Kriegsereignisse des 2. Weltkrieges zwei Jahre gar nicht zur Schule gehen konnte, ist diese Niederschrift nicht profihaft und vorwiegend für den eigenen Gebrauch anzusehen. Die Ereignisse und Erlebnisse von mir und meiner Frau sollten aber trotzdem der Nachwelt vor Augen geführt und erhalten bleiben.

Das Leben meiner Eltern und auch meines sowie das meiner Ehefrau Elisabeth Schindler, geb. Pohl, die ebenfalls Vertriebene aus Niederschlesien war, entwickelte sich daher sehr aufregend und turbulent. Trotzdem haben wir alle Höhen und Tiefen des Lebens meistern können und haben es nie bereut, früh geheiratet zu haben. Wir waren zufrieden und glücklich trotz großer Strecken bitterster Armut. Aus unseren zwei Kindern, die aus der Ehe hervorgingen, sind ebenfalls anständige Menschen geworden, die es auch in beruflicher Weise zu etwas gebracht haben. Die Musik, der ich mich seit 1989 wieder widmete, hat mir große Freude und Lebensmut vermittelt. Solange ich es gesundheitlich ermöglichen kann, möchte ich diesem Hobby genauso wie der Reisetätigkeit weiter nachgehen.

Paul Schindler

1. Kapitel

*

Die Kindheit auf dem Bauernhof in Oberschlesien

Die Kreisstadt Neisse in Oberschlesien gehörte bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges zu Deutschland. Sie hatte 40.000 Einwohner und man nannte sie damals das schlesische Rom. Auch die heutige polnische Bevölkerung nennt sie noch genauso. Denn es gibt viele wunderschöne Kirchen und Klöster. Auf 500 qm gibt es auch heute noch 4 verschiedene Klöster. Die Basilika St.Jakobus, welche Europas größtes Dach mit Dachziegeln besitzt, war im 18.Jahrhundert Bischofssitz. Neisse war eine Festungsstadt, die durch Friedrich den Großen zur Festung ausgebaut wurde. Ein Wallgraben sowie der Nebenfluss der Glatzer Neisse, die Biele, bildeten eine natürliche Grenze. In der Nähe des Bahnhofes gab es einen riesigen Markt und ein Fußballstadion. In unmittelbarer Nähe davon war das Elternhaus von Prof. Grzimek, der schon als Kind einen kleinen Zoo im elterlichen Garten hatte. Später war er der Direktor des Frankfurter Zoos und durch viele seiner Fernsehfilme bekannt geworden. Vor der Stadt Neisse gab es bei Ottmachau einen Stausee, der als Trinkwasserreservoir diente. Im Sept. 1938 ist die Staumauer zerbrochen und es gab ein schreckliches großes Hochwasser, an das ich mich, der ich damals ein gut 2-Jähriger war, noch erinnern kann. 1936, als ich geboren wurde, hatte das deutsche Volk noch unter dem 1918 verlorenen Ersten Weltkrieg und später an der darauf folgenden Inflation 1922–1924 durch große Arbeitslosigkeit stark zu leiden. Auf dem Lande weniger, denn damals war die Landwirtschaft noch weitverbreitet und durch meist von Mensch und Tier ausgeführte Bearbeitung der Felder gab es auch noch einen großen Anteil an Landarbeitern. Das Volk ahnte zum größten Teil nichts davon, was die 1932 an die Macht gekommene NSDAP und ihr „Führer“ für die Zukunft mit Deutschland vorhatte. Obwohl „Adolf Hitler“ bereits am 24.Febr. 1924 im Münchener Hofbräuhaus beim Parteitag der DAP bei seiner Rede offen seine Ziele und Absichten kundgab, konnte keiner ahnen, wie der spätere Führer diese Pläne umsetzen würde. Als er dann 1933 die Führung und Macht übernahm, ging er als Erstes gegen die Massenarbeitslosigkeit vor, indem er Autobahnen bauen ließ. Danach wurde langsam die Rüstungsindustrie aufgebaut. Der größte Teil der Bevölkerung ahnte nicht, was uns der Führer in der Zukunft bringen würde. Am 3.6.1936 wurde ich als jüngstes von vier Kindern im Schlafzimmer meiner Eltern geboren. Das war damals so üblich, weil das Gesundheitssystem und die Dichte der Ärzte und Krankenhäuser nicht mit heute– 2015 – zu vergleichen war. Also in Konradsdorf, Kreis Neisse Oberschlesien (damals noch Deutschland), erblickte ich diese Welt. Wie man mir sagte, hätte ich bei der Geburt Übergewicht gehabt. Aber im Alter von einem Jahr hatte ich dermaßen abgenommen, dass der Arzt in Neisse meiner Mutter sagte, dass ich durch den starken Gewichtsverlust nicht am Leben bleiben würde. Meine Eltern hatten einen Bauernhof, wie er damals noch üblich war. Es gab ein Zugpferd und 6 Kühe, 4Schweine, 2 Ziegen, ca. 25 Hühner und ca. 150 Stück Tauben. Im Herbst gab es dann noch eine kleine Schar Gänse. Außerdem hatte mein Vater schon im Alter von 18 Jahren mit der Imkerei begonnen. So durfte ich als sehr schwaches Kleinkind länger schlafen, während meine Eltern mit Magd und Knecht bereits auf den Feldern waren. Meine anderen Geschwister: Der älteste Bruder August ist 1930 geboren, dann meine Schwester Maria am 11.1.1932 und der weitere Bruder Walter, geboren am 27.5.1933. Ich war also der Nachzügler. Und so durfte ich meist allein frühstücken, wobei man mir zusprach, alles, was auf dem Tisch stand, reichlich und nach Herzenslust zu mir zu nehmen: Milch direkt von der Kuh mit nicht abgeschöpfter Sahne, Zucker, Butter, Honig und sonstige leckere Sachen. Das führte dazu, dass ich eine Vorliebe für süße Sachen entwickelte und man mich bald den Paul, zuckersüßen Paul nannte. Aber zugenommen habe ich deswegen trotzdem nicht und blieb bis zu meiner Lehrzeit immer klein und schmächtig. Meine Kindheit auf dem Bauernhof war für mich als Jüngster, auf den immer Rücksicht genommen wurde und den jeder verwöhnte, eine wunderschöne Zeit. Auch wenn man dies als Kind nicht so bewusst wahrnimmt. Wir Geschwister spielten nicht nur miteinander, nein, wir hatten auch noch Nachbarn, die 9Kinder hatten, welche oft bei uns waren. Im Sommer spielte sich vieles draußen ab. Nach strengen Wintern mit bis zu minus 20 Grad wurde dann ab Anfang Mai nur noch barfuß gelaufen. Dabei ist manchmal durch auf den Straßen befindliches dickes Kopfsteinpflaster die Kuppe des großen Zehs aufgestoßen worden. Das tat weh und blutete auch noch.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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