Wochenend und Wohnmobil - Kleine Auszeiten Franken - Rainer D. Kröll - E-Book

Wochenend und Wohnmobil - Kleine Auszeiten Franken E-Book

Rainer D. Kröll

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Beschreibung

Lieber Nürnberger Kaiserburg oder Würzburger Residenz? Lieber hopfiger Genuss in Bierfranken oder edler Tropfen in Weinfranken? Lieber selber paddeln in der Altmühl oder große Frachter bestaunen am Main? Franken hat so viel zu bieten, da reicht ein einzelnes Wochenende gar nicht aus. Gut, dass Sie mit Ihrem Camper öfter losfahren können, um die abwechslungsreichen Tourenziele dieses Wohnmobilführers vollends auszukosten.

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RAINER D. KRÖLL lebt in der ruhigen Oberpfalz, ist jedoch viel unterwegs. Seit 2002 ist er als freier Reiseleiter für Wander-, Kultur-, und Trekkingreisen im In- und Ausland, sowie als freier Autor und Fotograf für Wander- und Reiseführer tätig. Im Bruckmann-Verlag sind von ihm zahlreiche Wanderführer in- und ausländischer Destinationen und Wohnmobilreiseführer europäischer Länder erschienen.

KLEINE AUSZEITEN IN

-FRANKEN-

INHALT

EINLEITUNG

FACHWERKHÄUSER & WEINBERGE

Natur und Kultur erleben in Franken

1 RHÖN – LAND DER OFFENEN FERNEN

Auszeit zum Durchatmen

2 WESTLICHES SPESSART-MAINLAND

Eine Landschaft wie im Märchen

3 GENUSSREGION CHURFRANKEN

Entspannung zwischen Spessart und Odenwald

4 ÖSTLICHES SPESSART-MAINLAND

Entdeckungen am Main

5 FRÄNKISCHES WEINLAND

Am Maindreieck

6 GOTTESGARTEN & COBURGER LAND

Inspirierendes Land Obermain–Jura

7 FRANKENWALD & FICHTELGEBIRGE

Geruhsame Natur in Frankens Norden

8 GENUSSWELT BIERFRANKEN

Nicht nur Brauereikunst und Opernkultur

9 BAMBERG & BAMBERGER LAND

Eine Idylle zwischen Regnitz und Aisch

10 TRAUMLAND FRÄNKISCHE SCHWEIZ

Felsen, Höhlen, Burgen

11 AISCHGRUND & STEIGERWALD

Die stillen Seiten Frankens

12 STÄDTEREGION NÜRNBERG

Touren für Entdecker

13 ANSBACH & FRANKENHÖHE

Historische Kleinode

14 AN DER ROMANTISCHEN STRASSE

Zauber des Mittelalters

15 IM FRÄNKISCHEN SEENLAND

Alte Badekultur und neue Ferienregionl

Orts- und Sachregister

Impressum

Mystische Nebelstimmung im Schwarzen Moor in der Rhön

FACHWERKHÄUSER & WEINBERGE

Natur und Kultur erleben in Franken

Soweit das Auge reicht, steht der Wein auf den Hängen.

Franken ist das perfekte Reiseland für vielfältige Entdeckungen – nicht umsonst führen die touristischen Routen Burgenstraße, Romantische Straße und Straße der Residenzen durch weite Teile dieser Region im Norden Bayerns. Die abwechslungsreichen und gegensätzlichen Landschaften sind in der Geografie und Geologie begründet.

Wer sich Franken als Urlaubsregion auserkoren hat, den erwarten nicht nur geschichtsträchtige Städte, Museen und Burgen. Die offenen Fernen der Rhön verführen zum Träumen, während die tiefen Wäldern im Spessart wie Magie wirken. Weinfranken, mit mildem Klima gesegnet, wird vom Main und Wein geprägt, Bierfranken wiederum ist nur eine der gastfreundlichen Genussregionen Frankens. Die Fränkische Schweiz lockt als beliebtes Traumland mit feenhaften Felsgestalten, der Gottesgarten im Obermain-Jura mit Inspiration. Den Frankenwald und das Fichtelgebirge durchzieht der Fränkische Gebirgsweg zu aussichtsreichen Höhen. Nicht zuletzt zeigen Bamberg, Nürnberg, Bayreuth, Würzburg, Bad Kissingen und Städte an der Romantischen Straße ihre mittelalterliche Kultur im Zeichen des UNESCO-Kulturerbes. Und das Fränkische Seenland erfüllt die Träume der Wassersportler und Badenixen.

REISEN IN FRANKEN

Mit dem eigenen kleinen Wohnmobil kommt man am bequemsten überall hin. Auf kleineren Ortsverbindungsstraßen in abgelegenen Gegenden stoßen größere Wohnmobile allerdings an ihre Grenzen. Besonders Parkplätze an den Sehenswürdigkeiten und in Städten können ein Problem darstellen. Glücklich, wer ein E-Bike besitzt.

In den kleinräumigen Zielgebieten empfiehlt es sich, von einem Camping- oder Stellplatz aus alles Sehenswerte zu erkunden. Dafür kann man das eigene Wohnmobil einfach stehen lassen und das gut ausgebaute öffentliche Verkehrsnetz nutzen. In der Saison werden außerdem touristische Buslinien angeboten, damit man die langen Wanderrouten schaffen kann. Auch anspruchsvolle Touren lassen sich so organisieren (Auskunft erhält man in den örtlichen Touristinformationen).

Ein Kontakt zu den Fremdenverkehrsbüros lohnt ohnehin immer, denn es stehen oftmals Fahrpläne, besondere Tickets und Gästekarten zur Verfügung, die Vergünstigungen, etwa für Museen oder den öffentlichen Nahverkehr, bedeuten. Auch in den Städten gibt es für Touristen eigene interessante Ticket-Angebote. Nicht zuletzt sind dort aktuelle Informationen zur Region erhältlich.

STELLPLÄTZE IN FRANKEN

Ein »hübsches Plätzchen« für das Wohnmobil, auf dem man sein Zuhause auf Zeit einrichtet, findet sich in Franken eigentlich immer. Dafür sorgen mehr als 280 ausgewiesene Wohnmobilstellplätze. Diese liegen zum Beispiel am Fuße der Weinberge, in direkter Nachbarschaft der fränkischen Thermen oder auch nur einen Steinwurf von den historischen Altstädten Frankens entfernt, die man vom Stellplatz oft sogar in wenigen Minuten zu Fuß erreichen kann.

Doch nicht nur die Lage der fränkischen Stellplätze ist dabei ausgezeichnet. Viele von ihnen wurden aufgrund ihrer Qualität bereits mehrfach prämiert. Mit dem perfekten Stellplatz als Basis eröffnet sich schließlich die ganze Vielfalt der Freizeitmöglichkeiten in Franken. Vielleicht eine Kulturtour, eine Landpartie mit dem Rad oder Wasserwandern? Oder lieber eine Wanderung in den Weinbergen, zu Felsen und Wäldern – bei Wohnmobiltouren in Franken ist für jeden Geschmack und alle Bedürfnisse das Richtige dabei (www.frankentourismus.de).

SeeCamping Langlau

Unterwegs auf dem Frankenwaldsteigla

Die Seltenbachschlucht bietet ein Naturschauspiel.

ZIELE UND AKTIVITÄTEN

Die Ziele stellen Kurztrips für die Reise mit dem Wohnmobil dar. Dabei kann nach Lust und Laune zwischen Städtetouren, Naturerlebnissen und stiller Urlaubsgegend gewählt werden. Es sind Ziele mit Genussfaktor, Abenteuer, Natur und Erholung. Und natürlich lassen sich die Ziele auch für einen längeren Aufenthalt kombinieren. Beispiele für Wanderungen, Radtouren oder kulturelle Unternehmungen sind in den Zielen angegeben. Über weitere Freizeitmöglichkeiten geben die Touristinformationen oder entsprechende Internetplattformen Auskunft.

BÜCHER, KARTEN UND BROSCHÜREN

Reiseführer, Wander- und Radwegkarten gibt es im Buchfachhandel (zum Beispiel die Freizeitkarten 1:50 000 der Landesvermessungsämter). Die örtlichen Touristinformationen und überregionalen Fremdenverkehrsämter halten eine große Menge an meist kostenlosen Informationsbroschüren und Karten bereit. Darunter sind auch Broschüren oder Übersichtskarten für spezielle Interessen zu finden wie zum Beispiel Radkarten, eine Übersicht der Museen, Campingplätze, Wandertipps, Erlebnisse für Kinder, Golfplätze, Wellness und vieles mehr. Es lohnt sich immer, bei den örtlichen Touristinformationen vorbeizuschauen oder sich Material vorab zuschicken zu lassen. Die zuständigen Touristinformationen sind am Ende der jeweiligen Zielbeschreibungen angegeben.

Weite Teile Frankens sind angenehm ländlich geprägt.

INTERNET

Natürlich gibt es auch zahlreiche Internetplattformen, die für die Reiseplanung genutzt werden können. Unter anderem haben alle Städte und Fremdenverkehrsorte ihre eigenen Seiten. Im Vorfeld der Reise sind folgende Adressen empfehlenswert: www.frankentourismus.de (Anreise und Urlaubsplanung), www.frankens-mehrregion.de (allgemeine Informationen und Führer durch die Regionen) und www.frankentourismus.de (Camping-, Stellplätze).

BESTE JAHRESZEIT

Natürlich ist ein Urlaub in Franken in den Sommermonaten am schönsten. Herrlich ist aber auch der Herbst mit seinen unvergleichlichen Farben, und das Wetter kann stabiler sein als im Sommer. Die Herbst- und Weinfeste locken viele Gäste an. Wer Blumen liebt, wird sich am Frühling oder am Frühsommer orientieren. Aber auch der Winter hat seine Reize. Die Weihnachtsmärkte in den romantischen Städten sind berühmt.

WETTER UND KLIMA

In Franken fällt mit 500 bis 900 Millimetern weniger Regen als im südlichen Bayern mit 2000 Millimeter Niederschlag jährlich. Für die momentanen Wetteraussichten eines bestimmten Ortes benutzt man am besten eine der örtlichen Wetterstationen. Allgemeinere Wettervorhersagen gestalten Internetplattformen wie zum Beispiel www.wetteronline.de.

WANDERUNGEN UND RADTOUREN

Franken ist ein herrliches Wandergebiet. Fernwanderwege und unzählige Themenwanderwege wie etwa der Fränkische Gebirgsweg durchziehen die Täler und Höhen. Alle Pfade sind im Gelände bestens ausgeschildert. Einige der Wandervorschläge sind den Büchern »Mystische Pfade Unterfranken«, »Wandergenuss Fränkische Schweiz und Oberfranken« und »Wandergenuss Mainfranken« des Verfassers entnommen, in dem sich genaue Wegbeschreibungen befinden (Bruckmann Verlag). Und sollten Sie gerne mit dem Rad unterwegs sein, ohne dabei viele Höhenmeter überwinden zu müssen: Einige der ausgeschilderten Radwege wurden auf stillgelegten Bahntrassen oder in den Flusstälern angelegt und weisen daher keine starken Steigungen auf.

Wandern in die Morgensonne

REGIONALE KÜCHE

Die Zutaten der fränkischen Küche sind oft nicht sehr zahlreich, aber regional und frisch. Zu den bekanntesten Spezialitäten zählen die Bratwürste, die mit geheimen Gewürzmischungen hergestellt werden. Die Nürnberger sind gerade mal so groß wie ein kleiner Finger, die Fränkischen, auf dem Land gemetzgert, länger und dicker. Probieren Sie aber auch die leckere Coburger und Ansbacher Bratwurst. Im Weinort Sulzfeld wird sie in Schneckenform »vom laufenden Meter« verkauft. Und »Saure Zipfel« werden nicht gebraten, sondern in einem Sud aus Essig, Frankenwein und Gewürzen gekocht. Eine der bekanntesten fränkischen Spezialitäten ist das »Schäufele«, ein knusprig braun gebratenes Schulterstück vom Schwein, serviert mit rohen Kartoffelklößen und Soße. Die Kartoffel spielt auch als Hauptgericht eine wichtige Rolle. »Bauchstechala« oder »Backers« sind solche Spezialitäten. Häufig auf Frankens Speisekarten zu finden ist zudem der Karpfen. Ein Aischgründer Karpfen, gebacken oder »blau«, ist allein schon eine Reise wert. In den Monaten mit »R« − also von September bis April − wird er fangfrisch serviert. Ab Anfang Mai bis Juni ist auch der fränkische Spargel eine besondere Delikatesse. Und großer Beliebtheit erfreut sich nach wie vor die fränkische Brotzeit mit Presssack und Griebenwurst, rohem Schinken, »Zieberleskäs« und deftigem Bauernbrot.

Alle fränkischen Bratwürste schmecken lecker.

In Franken gibt es viele gute Einkehrmöglichkeiten.

GEOLOGIE

Der größte Teil des Untergrundes Frankens wird von Gesteinen des Süddeutschen Schichtstufenlands gebildet. An der sogenannten Fränkischen Linie, einer bedeutenden Verwerfung, wurde das Grundgebirge um teils bis zu 2000 Meter gegenüber der Süddeutschen Großscholle herausgehoben. In den westlichen zwei Dritteln Frankens dominiert die Trias mit den Sand- und Tonsteinen des Buntsandsteins, den Kalksteinen und Mergeln des Muschelkalks und den Sedimentgesteinen des Keupers. In der Rhön sind die Triasgesteine durchsetzt vom Vulkangestein des Tertiärs. Im östlichen Drittel Frankens dominiert der Jura der Fränkischen Alb mit den Kalk- und Dolomitsteinen des Weißjura. Der berühmteste Fossilienfund ist der erdgeschichtlich erste Vogel Archaeopteryx. Er wurde in der Fossilfundstätte Solnhofen im Solnhofener Plattenkalk gefunden.

Die historischen Städtchen am Main haben ihren besonderen Reiz.

FRANKEN IM WANDEL DER GESCHICHTE

Die Region wurde bereits im mittleren Eiszeitalter vor gut 600 000 Jahren vom Urmenschen Homo erectus besiedelt. In der Eisenzeit (ab etwa 800 v. Chr.) werden archäologisch die Stämme der Kelten greifbar. Mit der römischen Macht im ersten vorchristlichen Jahrhundert und dem gleichzeitigen Vorstoß germanischer Stämme von Norden her wurde der Niedergang der keltischen Kultur eingeleitet. Unter den Kaisern Domitian (81–96), Trajan (98–117) und Hadrian (117–138) legte man den Rätischen Limes als Grenze zu den germanischen Stämmen im Norden an. Ab der Mitte des 3. Jahrhunderts konnte sie aber nicht mehr gehalten werden, und die Alamannen besetzten die Gebiete bis zur Donau. Den fränkischen Stämmen fiel mit ihren Siegen über die Alamannen im 6. Jahrhundert die heutige Region Franken zu. Karl der Große baute im 8. Jahrhundert die Gebiete um den Main zu einer Königsprovinz aus, geistliches Zentrum wurde Würzburg. Ab Mitte des 9. Jahrhunderts entstand das Stammesherzogtum Franken, und ab dem 12. Jahrhundert war die Nürnberger Burg der Sitz der Burggrafschaft Nürnberg unter der Herrschaft der Zollern (fränkische Linie der späteren Hohenzollern). Die Stauferkönige Konrad III. und Friedrich Barbarossa machten Franken zum Mittelpunkt des Reichs. Als Markgrafen errichten sie zahlreiche Schlösser und legten barocke Planstädte an. Ihre einstigen Residenzstädte spiegeln diese Zeit und Pracht besonders gut wider. Die Bauernkriege des 16. Jahrhunderts und der Dreißigjährige Krieg im 17. Jahrhundert setzten Franken sehr zu, es wurde zu einer der ärmsten Regionen im Reich. Die durch Kleinstaaterei geprägte Struktur des Mittelalters überdauerte bis in das 18. Jahrhundert. 1803 erhielt das spätere Königreich Bayern unter Napoleon Bonaparte große Teile Frankens, was zu teils erheblichen Ressentiments gegen die neue Zugehörigkeit führte. Die Franken bewahren ihre innere Eigenständigkeit bis heute und streichen ihre Maibäume mit den Farben Weiß und Rot statt mit Weiß und Blau.

Blick von der Vogelsburg auf den Main

RHÖN – LAND DER OFFENEN FERNEN

Auszeit zum Durchatmen

In Ostheim steht die schönste Kirchenburg Deutschlands.

1

Der freie Blick über die Rhön sammelt hohe Basaltkuppen, einsame Hochflächen und geheimnisvolle Hochmoore. Tausende von Kilometern markierter Wanderwege zeichnen die Rhön als Wanderlandschaft aus. Die vier Badekurorte der Rhön gründen mit ihren gesunden Wassern ebenfalls auf den Geschenken der Natur.

Einst formten gewaltige Kräfte aus dem Erdinneren und die folgende Erosion die urwüchsige Landschaft der Rhön mit kahlen Basaltkuppen, weiten Hochflächen und Mooren. Das Biosphärenreservat Rhön präsentiert sich in seiner Herrlichkeit auf der Fahrt über die Hochrhönstraße. Doch nur wer sich für eine Wanderung Zeit nimmt, sieht die Weidenröschen, Silberdisteln und vielen Schönheiten der Natur. Auch der Fiberklee, das Wollgras, die Rentierflechte und der winzige Sonnentau in den Mooren können nur von den Bohlenwegen aus erfasst werden.

BAD KISSINGEN

Das bayerische Staatsbad Bad Kissingen im Tal der Fränkischen Saale gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Nicht nur ist der Kurgarten aus dem Jahr 1738 der älteste in Europa, Bad Kissingen besitzt auch das größte Ensemble historischer Kurbauten Europas. Die Liste weltbekannter Gäste ist lang. Wer vom Stellplatz oder vom Knaus-Campingpark aus die Sehenswürdigkeiten auf einer Strecke von zwei Kilometern erwandern will, kommt entlang der Fränkischen Saale und durch den Luitpoldpark zum prachtvollen Luitpoldbad von 1871, in dessen Nordflügel das Luitpold-Casino der Staatlichen Spielbank ist. Auf der Ostseite der Fränkischen Saale, die wir auf dem Arkadensteg erreichen, steht die lange Brunnen- und Wandelhalle im klassizierenden Jugendstil. Durch den Kurgarten nach Norden gelangt man zum Arkadenbau im Stil der florentinischen Frührenaissance aus dem Jahr 1838. An bestimmten Tagen finden Führungen durch die historischen Gebäude und Kuranlagen statt.

Nach Überquerung der Ludwigstraße stehen wir im Rosengarten mit dem Springbrunnen. Und nach weiteren zwei Kilometern Richtung Norden entlang der Fränkischen Saale erreicht man die Einrichtungen der historischen Solegewinnung und das Gradierwerk. Es dient heute nur noch der Soleinhalation. Die Solehebepumpe und die Untere Saline sind Bauten aus dem 19. Jahrhundert. Etwas außerhalb befindet sich das Museum Obere Saline. Es unterteilt sich in die Themen Weltpolitik, Salzgewinnung und Spielzeugwelt.

Alle angeführten Sehenswürdigkeiten sind auch mit dem Stadtbus oder der Gecko-Bahn zu erreichen. Ein romantisches Erlebnis ist es, mit dem Schiffchen »Dampferle« auf der Fränkischen Saale vom Rosengarten zur Saline hinauszufahren. Wer Bad Kissingen von oben sehen will, steigt zur Burgruine Botenlauben hinauf. Die Entstehung der Burg wird um 1180 vermutet, ihre Glanzzeit erlebte sie 1220, als Minnesänger Otto von Botenlauben sich hier niederließ. Mit Bad Königshofen, Bad Brückenau und Bad Neustadt hat die Rhön weitere Kur- und Wellness-Alternativen anzubieten.

Tipp

Ein Ausflug nach Münnerstadt führt in eine Fachwerkstadt mit 1250-jähriger Geschichte. Zugleich ist die Stadt in historischen Mauern und Toren umgeben von purer Natur. Zu entdecken gibt es in der mittelalterlichen Altstadt allerlei, und in der Stadtpfarrkirche wartet der Riemenschneider-Altar auf kunstbegeisterte Besucher. www.muennerstadt.de

Der Kurgarten in Bad Kissingen wurde im Jahr 1738 angelegt.

Im Freilandmuseum Fladungen

Fahrt mit dem Rhön-Zügle

FLADUNGEN

Die Stadt Fladungen ist die nördlichste Stadt Bayerns und liegt im Biosphärenreservat Rhön. In dem kleinen Städtchen stehen mit Blumen geschmückte malerische Fachwerkhäuser in den Gassen und das trutzige Zehntschloss mit dem Rhönmuseum. Es beherbergt bedeutende Sammlungen Rhöner Volkskunst. Eine gut erhaltene Stadtmauer mit fünf Türmen umfasst Fladungen. Die größte Bekanntheit hat das Städtchen aber durch das Freilandmuseum mit Tieren, alten Höfen, Bauerngärten und alten Handwerksstuben aus der Region. Vor dem Museum befindet sich der Bahnhof mit jeder Menge historischer Waggons und Lokomotiven. Ein schönes Erlebnis ist eine Fahrt mit der historischen Dampfeisenbahn »Rhön-Zügle« durch das Tal der Streu. Die sogenannten »Donnerbüchsen« verkehren zwischen den Bahnhöfen Mellrichstadt und Fladungen.

DORFRUNDEN Eine Wanderung um Fladungen, durch den Stadtkern und bis zum Freilichtmuseum erschließt Besuchern nicht nur die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Beim Bummel durch die Bauerngärten bis zum Wirtshaus des Freilichtmuseums taucht man auch in die Vergangenheit ein. Auf der Wanderung durch ausgedehnte Streuobstwiesen öffnen sich immer wieder wunderschöne Blicke auf Fladungen und die Sankt Gangolfsk Kapelle. www.dorfrunde.de/dorfrunden/liste/fladungen

Mystische Stimmung im Schwarzen Moor

Im Gebiet Fladungens liegt auf den Höhen der Rhön an der Hochrhönstraße das Schwarze Moor mit einem 2,5 Kilometer langen Moorlehrpfad mit Aussichtsturm. Fieberklee, Wollgras und das violette Sumpfblutauge säumen die Bohlenwege, und vielleicht ist aus der Ferne das Kullern des seltenen Birkhuhns zu hören. Das Schwarze Moor zählt zu den bedeutendsten Hochmooren Europas. Eine Wanderung von Fladungen zum Schwarzen Moor hinauf ist einfach sechs Kilometer lang. Die Informationsstelle am Moor bietet Info-Broschüren und einen Imbiss.

DIE KIRCHENBURG IN OSTHEIM

Der Parkplatz an der Nordheimer Straße in Ostheim ist auch Stellplatz für Wohnmobile. Die Kirchenburg aus dem 16. Jahrhundert ist ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung, denn sie ist Deutschlands größte und eine der schönsten Kirchenburgen überhaupt, geschützt mit einer doppelten Ringmauer mit fünf Türmen und sechs Bastionen. Die Gaden (Speicherhäuser) an der Innenseite der Mauer sind noch heute begehbar. Im Zentrum der Burg befindet sich die im Renaissancestil erbaute Kirche Sankt Michael aus dem Jahr 1620. Ein Museum und die Touristinformation sind auch in der Kirchenburg; dort werden jeden Mittwoch um 11 Uhr Führungen angeboten. Im Oktober findet in Ostheim der Rhöner Wurstmarkt statt, auf dem die kulinarischen Produkte aus der Region präsentiert werden.

ZUM BASALTSEE Die zwölf Kilometer lange Wanderung von Oberelsbach zum Basaltsee führt durch Buchenwälder sowie über Basaltblockhalden und baumfreie Matten der Hochrhön. Der Basaltsee ist ein künstlicher, idyllisch gelegener See, der durch den Abbau von Basalt entstanden ist, und das Zentrum des Naturdenkmals Steinernes Haus. Das Biosphärenzentrum Haus der Langen Rhön in Oberelsbach informiert über das UNESCO-Biosphärenreservat. www.oberelsbach-rhoen.de/steinernes-haus.html

Tipp

Auf einem Altstadtrundgang durch Bischofsheim kann man romantische und verträumte Ecken finden. Die historische Stadtmauer und die Fachwerkhäuser spiegeln das historische Flair. Sympathische Gaststätten, Cafés und viele kleine Geschäfte runden einen Besuch ab. Wer möchte, kann von Bischofsheim aus noch eine zwölf Kilometer lange Rundwanderung über die Burgruine Osterburg zum Kloster Kreuzberg machen.

KLOSTER KREUZBERG

Der Kreuzberg weist eine jahrhundertealte Tradition als Wallfahrtsort auf. Auch er wird als »Heiliger Berg der Franken« bezeichnet. Das Franziskanerkloster Kreuzberg entstand im 17. Jahrhundert. Dort zeigt die Ausstellung im Bruder Franz Haus die Verbindungen zu Franz von Assisi. Nach vorheriger Anmeldung sind voraussichtlich ab April 2023 auch Führungen durch das Kloster möglich. Seit 1731 besitzt das Kloster zudem eine eigene Brauerei. Daher ist der Kreuzberg heute nicht zuletzt das Ziel von Wallfahrern, die vor allem das Bier in der Klosterschänke im Sinn haben. Doch auch die herrliche Aussicht zieht Wanderer und Besucher an.

AUF EINEN BLICK

Info

STADT/REGION: Die Rhön in Unterfranken