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Frauen! Das schöne Geschlecht , das schwache Geschlecht. Zuständig für Kinder, Küche, Kammer, Kirche. Ganz so ist es glücklicherweise heute nicht mehr. Eines jedoch hat sich seit dem Mittelalter zu heutiger Zeit kaum verändert: Fällt eine Frau aus der gesellschaftlichen Norm, ganz gleich ob sie durch ihre Güte und Herzlichkeit besticht, ob sie mit besonderen Gaben gesegnet ist wie dem Hellsehen, mit energetischen Händen oder Heilwissen, ob sie von besonderem Reiz durch ihre Aura und Schönheit ist, ob sie einfach besonders kraftvoll ist, weil sie ein besonders durchdacht und bewusst denkender Mensch ist, oder gar über Zauberkräfte verfügt. Damals wie heute werden solche Frauen gern schnell ins Kreuzfeuer des Geredes genommen, schief angesehen, abgeurteilt und manchmal sogar ausgegrenzt. Nicht zuletzt dadurch, dass sich die Männerwelt durch derart besondere und starke Frauen in ihrer Vormachtstellung bedroht fühlte. Glücklicherweise finden besondere Frauen gerade heute immer öfter und immer mehr Anerkennung unter den Mitmenschen, obgleich es noch genügend männliche Zeitgenossen gibt, die Angst vor starken Frauen haben, doch eine wirklich starke Frau vermag Angst durch Liebe und Geduld zu heilen. Im Mittelalter nannte man diese besonderen Frauen Hexen und verbrannte sie auf dem Scheiterhaufen. Heute dürfen wir dankbar für das Gerede und dessen Verschriftlichung im Mittelalter sein, ansonsten wären uns die Geschichten und Legenden um das wunderbare, magische und mystische Schaffen dieser besonderen Frauen, der Hexen, der Magierinnen, der Heilerinnen, wohl nicht bis heute erhalten geblieben.
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Seitenzahl: 81
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Vorwort
Das Mahl zu Walpurgis
Der Bräutigam der Hexe
Hexen in Gittelde
Die Räuberbraut von Zellerfeld
Das Silberhohl
Walpurgis
Der Heilige Teich
Die Wolfsklippen
Die Nix im Waldschloss
In Liebe ergeben
Rettung in den Tod
Der Wolfsbrunnen
Graf Viktor und der Schweinehirt
Der Kinderbrunnen am Rammelsberg
Die Jungfrau von Osterode
Der Untergang Burg Ilsesteins
Die Fee am Untreuborn
Der Ilsestein
Romar und Ruma
Frauen! Das schöne Geschlecht – das schwache Geschlecht. Zuständig für Kinder, Küche, Kammer, Kirche.
Ganz so ist es glücklicherweise heute nicht mehr. Eines jedoch hat sich seit dem Mittelalter zu heutiger Zeit kaum verändert:
Fällt eine Frau aus der gesellschaftlichen Norm, ganz gleich ob sie durch ihre Güte und Herzlichkeit besticht, ob sie mit besonderen Gaben gesegnet ist wie dem Hellsehen, mit energetischen Händen oder Heilwissen, ob sie von besonderem Reiz durch ihre Aura und Schönheit ist, ob sie einfach besonders kraftvoll ist, weil sie ein besonders durchdacht und bewusst denkender Mensch ist, oder gar über Zauberkräfte verfügt…
Damals wie heute werden solche Frauen gern schnell ins Kreuzfeuer des Geredes genommen, schief angesehen, abgeurteilt und manchmal sogar ausgegrenzt. Nicht zuletzt dadurch, dass sich die Männerwelt durch derart besondere und starke Frauen in ihrer Vormachtstellung bedroht fühlte. Glücklicherweise finden besondere Frauen gerade heute immer öfter und immer mehr Anerkennung unter den Mitmenschen, obgleich es noch genügend männliche Zeitgenossen gibt, die Angst vor starken Frauen haben. Doch eine wirklich starke Frau vermag Angst durch Liebe und Geduld zu heilen.
Im Mittelalter nannte man diese besonderen Frauen Hexen und verbrannte sie auf dem Scheiterhaufen und heute…. Heute dürfen wir dankbar für das Gerede und dessen Verschriftlichung im Mittelalter sein, ansonsten wären uns die Geschichten und Legenden um das wunderbare, magische und mystische Schaffen dieser besonderen Frauen, der Hexen, der Magierinnen, der Heilerinnen, wohl nicht bis heute erhalten geblieben.
Quelle: Harzer Sagen Harz-Urlaub-de
Seit jeher ist der Brocken als Heimstatt des Teufels und seiner Gesellen bekannt. In der letzten Aprilnacht eines jeden Jahres vollzieht sich ein furchterregendes Schauspiel, dort oben, auf dem höchsten Harzgipfel.
Satan persönlich zitiert all seine Hexen und Zaubergehilfen zum diesem Schauspiel – dem wichtigsten Hexensabbat.
Kaum, dass Mitternacht vorüber ist, stürmen aus allen Richtungen des Himmels die teuflischen Scharen herbei. Sie reiten auf Ziegenböcken, seltsamen Wesen, auf Mistgabeln oder Reisigbesen und führen eine große Zahl an Zauberutensilien mit sich.
Sind alle versammelt, lädt der Teufel zum wilden Tanze und alle springen und tanzen wie besinnungslos unter einem höllischen Lärm um ein großes flammendes Feuer – bis zur restlosen Erschöpfung. Währenddessen tönt der leibhaftige in den bösesten und lästerlichsten Tönen über Gott und alle die ihm folgen.
Alsdann besteht ein Festmahl vor, welches auf dem Hexenaltar bereitet wird. Doch nicht Kalb oder Lamm, sondern Hexenfleisch wird verspeist und zwar das derjenigen, die als letzte zum Feste kam. Weil es als Mangel gezollten Tributes gegenüber dem Teufel gilt, muss sie ihr Leben, nach einer letzten heißen Liebkosung durch ihn, lassen. Unter Spottgelächter und Getöse wird sie vom Teufel in Stücke gerissen und in den Kessel geworfen um zu braten.
So gut gestärkt, machen sich alle kurz vor Anbruch des ersten Maimorgens hastig in alle Himmelsrichtungen davon.
In einem kleinen Dorf, tief in den Harzer Wäldern war vor langer Zeit ein junger Mann zu Hause. Er hatte eine hübsche Braut, doch sehr zu seiner Verwunderung, waren sie und auch ihre Mutter wahrhaftige Hexen. So nahte die letzte Aprilnacht. Er wusste inzwischen, dass beide stets in jener Nacht ausfliegen, hinauf auf den Brocken, um mit dem Teufel Orgien zu feiern. Seine Neugierde wuchs und so schlich er ihnen nach und beobachtete, wie sie im Stall hinter dem Stroh den Heuboden emporkletterten, unter einem Ballen Stroh eine Truhe hervorzerrten und aus ihr ein seltsames Gefäß nahmen. Was mag wohl darin gewesen sein, denn kaum dass die beiden Hexen daraus getrunken hatten, waren sie auch schon spurlos verschwunden – wie von Geisterhand.
Er sah sich um, ob sie nicht doch zu sehen wären und als er sie nicht erblicken konnte, nahm er selbst einen Schluck aus diesem Gefäß, nicht ahnend, was ihm widerfahren würde, denn im nächsten Augenblick fand er sich auf dem Brocken, mitten unter den ausgelassen tanzenden Hexen, rauchenden Feuern und wildem Geheul wieder.
Verwundert schaute er drein und wischte sich die Augen, doch es war kein Traum. Er sah den Teufel vor sich auf der Kanzel stehen, den Dreizack in der Hand. Um ihn loderte ein Feuer und alle Hexen tanzten wie wild um ihn umher – unter ihnen seine Braut und ihre Mutter. Eilig verkroch der junge Mann sich hinter einem Felsen und beobachtete das wilde Treiben aus sicherer Entfernung, welches die ganze Nacht hindurch andauerte.
Bald graute der Morgen und schließlich rief der Teufel all seine Gespielinnen zu sich, reichte ihnen einen Pokal und eine nach der anderen trank aus ihm, so, wie er es ihnen geheißen hatte. Und im selben Moment, da sie getrunken hatten, erhoben sie sich in die Lüfte und flogen in alle Richtungen auf und davon und schlussendlich verschwand auch der Teufel in einer Rauchwolke.
Nun stand er da, der arme Bräutigam, mutterselenallein und wusste nicht ein noch aus. Er konnte nicht aus dem Pokal trinken und sicherlich war das gleiche absonderliche Getränk darinnen, was ihn von zu Hause auf den Brocken brachte. So blieb dem armen Thor nichts weiter übrig, als zu Fuß den Heimweg anzutreten. Oh, wie war ihm jammervoll zu Mute, musste er doch viele Stunden durch unwegsames Gelände, über Stock und Stein und durch gefährliches Moor wandern. Gänzlich erschöpft, erreichte er am frühen Abend das Haus seiner Braut.
Wie keiften und wetterten die Weiber, dass er sie belauscht und von ihrem Trunk genommen hatte. Sie kannten in ihrem Zorn keinen Halt mehr und verhängten einen bösen Fluch über ihn. Augenblicklich verwandelte er sich in einen Esel, er wollte sich noch erklären, doch aus seinem Maul klang nur noch ein jämmerliches „i-ahh“.
Als er so an sich herabblickte, erfasste ihn tiefe Scham und Betrübnis und so trottete er von dannen. Wehklagend, ob seiner schrecklichen Gestalt und der Härte seiner Braut, trabte er von Hof zu Hof, bis er schließlich Obdach bei einem gütigen alten Bergbauern fand. Der führte ihn in den Stall und versorgte ihn mit duftendem Heu und frischem Wasser. Der vermeintliche Esel jedoch bockte und wollte das gute Futter nicht annehmen. Der Bauer konnte es nicht verstehen und auch er geriet in Wut über den Esel, dass er ihn zuletzt unter Gewetter und Tritten vom Hofe jagte.
Drei Tage und Nächte irrte der Arme umher, bis er schließlich wieder vor dem Haus seiner Braut stand und zum Steine erweichen jammerte, klagte und schrie immerfort: „I-ahhhh“.
Quelle: Harzer Sagen Harz-Urlaub-de
Es regnete, als wollte der Himmel mit ihm weinen, seine Ohren hatte er angelegt und den Schweif unter den Bauch gezogen, sein Kopf hing nach unten und die Regentropfen rannen ihm von der Nase, als seien sie ein Meer von Tränen.
So erblickte ihn seine Braut, die es längst schon reute so hart zu ihrem Liebsten gewesen zu sein. Tränen rannen ihr über das rosige Gesicht, doch sie konnte den Zauber nicht rückgängig machen. So sprach sie zu ihm: „Morgen wird im Nachbarort ein Kind getauft. Gehe hin zu der Kirche und tritt dreimal gegen die Pforte. So wird man dir das Taufwasser über den Kopf gießen und du kannst deine menschliche Gestalt zurück erlangen!“.
Der Esel tat wie ihm geraten wurde, auch wenn er nicht wusste, wie er es anstellen sollte, dass man ihm das Taufwasser übergießen sollte. Die ganze Nacht stand er vor der Kirchentür und als endlich der Küster heraustrat am Mittag des folgenden Tages, um das Taufwasser auf die Wiese zu schütten, sah er den Esel, der ihm mitten im Weg stand. Er schimpfte und schupste ihn, doch der Esel stand still und stur wo er stand. Zornig nahm der Küster das Taufbecken und schüttete es dem Esel über den Kopf. Im gleichen Augenblick verwandelte sich der Esel zurück in den jungen Mann, der er einst war.
Glücklich und befreit ging er geradewegs zu seiner Braut, die er trotz allem was sie ihm angetan hatte, noch heiß und innig liebte. Er schloss sie in ihre Arme, beide verziehen sich und bald darauf wurde Hochzeit gehalten.
Doch von Zeit und Stunde an wagte er es nie wieder seiner Frau und seiner Schwiegermutter zu bestimmten Tagen nach zu spionieren.
Vor langer Zeit soll es in Gittelde viele Hexen gegeben haben. Über ihren Schornsteinen sollen oftmals lodernde Feuer gebrannt haben, immer dann, wenn der Teufel obenauf gesessen haben soll, um den Hexen Geschenke zu bringen. Daran erkannte man wohl die Häuser, in denen die Hexen hausten.
So lebte in Gittelde auch eine Hexe namens Tamara. Sie hielt sich einen Knecht, den man Olbrich nannte. Tagelang verbrachte er damit Brennholz zu hauen für seine Gebieterin, auch wenn er nie sah, dass sie Holz zum Feuern brauchte, was ihn sehr verwunderte. Auch waren Tag für Tag die herrlichsten Speisen im Hause, doch nie sah Olbrich seine Herrin Speisen bereiten, sondern stets nur am Lustwandeln. „Das geht nicht mit rechten Dingen zu! Ich muss herausfinden was sie treibt und wie das geht!“, dachte er bei sich und beschloss in aller Heimlichkeit den Dingen auf den Grund zu gehen.
