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Die kleine Xianu entdeckt mit ihren Geschwistern das Leben: Höhen und Tiefen, Aufregendes und Besinnliches und dabei die Liebe. Und die hat so ihre Tücken – so scheint es. Neugierig, etwas großspurig, gewitzt und mit unwiderstehlichem Charme entdeckt die Katze Xianu das Leben und erobert ihre Liebe – und die Herzen ihrer Leserinnen und Leser.
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Seitenzahl: 53
Veröffentlichungsjahr: 2012
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Helen Fulda
Xianu und die Liebe
Eine Geschichte über Liebe und Freundschaft für große und kleine Katzenfreunde
Dieses eBook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Helen Fulda
Eine Geschichte über Liebe und Freundschaft - für kleine und große Katzenfreunde
Die kleine Xianu entdeckt mit ihren Geschwistern das Leben: Höhen und Tiefen, Aufregendes und Besinnliches und dabei die Liebe. Und die hat
1. Der Aufbruch
2. Der Wald
3. Yord
4. Der Abschied
5. Usum
6. Gitta
7. Die Reichen
8. Der Bauernhof
9. Die Rückkehr
10. Die Liebe auf den ersten Blick
Impressum
Helen Fulda
Eine Geschichte über Liebe und Freundschaft - für kleine und große Katzenfreunde
Die kleine Xianu entdeckt mit ihren Geschwistern das Leben: Höhen und Tiefen, Aufregendes und Besinnliches und dabei die Liebe. Und die hat
1. Der Aufbruch
Heute habe ich das erste Mal meine Augen aufgemacht und meine Mama gesehen. Sie ist wunderschön. Sie ist ganz schwarz und hat weiße Ohren, eine weiße Nase und weiße Pfoten. Sie streichelt mich und sagt: „Willkommen Xianu auf dieser Welt. Mögest du ein gutes Leben haben und dass die Engel dich begleiten“. Ich habe Hunger. „Du hast immer Hunger, Xianu. Du wirst mal eine starke Katze“. Mir ist das total egal. Ich möchte nur die zuckersüße warme Milch von meiner Mama trinken. Mama leckt mich.
Wir sind nicht alleine. Ich habe drei Geschwister: Yord, Cewu und Vada. Cewu sieht komisch aus und riecht auch seltsam. Mama sagt, dass er krank ist und sterben wird. Yord ist hellwach und will endlich mit mir spielen. Vada ist die Jüngste. Ihre Augen sind noch geschlossen und sie schläft. Mama sagt „Passt mir gut auf Vada auf. Ich muss mir was zu essen besorgen.“ Wir drei liegen dicht beieinander. Es ist schön warm und die Sonne scheint auf uns herab. Um uns herum ist es grün und es riecht gut. Es ist schön, da wo wir sind.
Irgendwann ist Mama wieder da. Sie sagt, dass wir umziehen werden. Sie wird uns nacheinander zu unserem neuen Zuhause tragen. Sie streichelt Vada. Dann sagt sie „Zuerst Yord, dann Vada und zuletzt mein kleiner Vielfraß“. Damit bin ich gemeint. Ich bin nicht begeistert. Ich werde nicht gefragt. Mama wendet sich Cewu zu. „Gute Reise, Cewu!“ sagt sie. Ihre Stimme klingt traurig. Dann fasst Mama Yord im Nacken und läuft los. Ich will auch laufen. Ich stehe also auf wie Mama und falle um. Nicht wie Mama. Mist. Noch einmal. Bum. Mist! Noch einmal. Bum. Mist! Ich heule ein bisschen. Dann streichele ich Vada. „Ej, Vada! Glaub bloß nicht, dass du laufen kannst, wenn du die Augen aufmachst! Weißt du was passiert? Du fällst um. Bum.“ Ich überlege, ob ich noch etwas Frustrierendes sagen kann, aber mir fällt nichts ein.
2. Der Wald
Ich laufe um Mama herum. Ich bin super stolz auf mich. Vada kann nämlich noch nicht laufen. Yord schon. Wir spielen fangen. Ich beiße Yord in den Schwanz. Er lacht. Wenn wir nicht hintereinander her rennen, versuchen wir Käfer zu fangen. Nach dem Spielen sind wir müde. Wir trinken und schlafen. Als wir wieder aufwachen, zeigt uns Vada, dass sie auch laufen kann. Mama ist zufrieden. Sie sagt, sobald wir alle drei kräftig genug sind, will sie ein neues Zuhause für uns finden. „Warum? Es ist doch schön hier!“ Mama streicht sich mit der Pfote über das Gesicht „Ja, es ist schön hier. Aber wir Katzen brauchen die Hilfe von Menschen, um zu leben.“
„Menschen? Was sind Menschen?“
„Menschen“, sagt Mama, „sind Zweibeiner. Sie haben kein Fell. Deshalb hüllen sie sich in Tücher. Sie wohnen in Häusern, in denen es immer schön warm ist. Und sie haben Schränke voller Essen.“
„Warum sollen wir mit denen leben?“
„Vor langer, langer Zeit haben die Menschen und unsere Vorfahren beschlossen, zusammen zu leben. Wir brauchen uns gegenseitig. Wir schenken ihnen Aufmerksamkeit und Liebe. Sie geben uns Essen und ein warmes Plätzchen, wo man gemütlich schlafen kann.“
Das klingt vielversprechend. Ich schließe die Augen und träume von in Tüchern gehüllten Zweibeinern. Dann öffne ich wieder die Augen. „Warum sind wir denn jetzt nicht beiMenschen?
Mama räkelt sich. „Ich war bei netten Leuten. Aber dann haben sie eines Tages gemerkt, dass ich Junge bekommen werde. Da haben sie mich davon gejagt.“
„Menschen sind nicht immer nett?“
„Nein. Man mussgut auf sich aufpassen. Sie können ganz schön böse sein.“ Mama schaut uns streng an. „Vergesst das nie!“
Wir starren Mama mit großen runden Augen an und nicken.
Yord will mehr wissen: „Reden Menschen wie wir?“
Mama lacht. „Nein“, sagt sie, „Menschen sprechen eine ganz andere Sprache. Wir können sie aber gut verstehen.
„Und die Menschen – verstehen die uns denn auch?“ Wir drei platzen vor Neugierde.
„Nein, die Zweibeiner verstehen unsere Sprache nicht. Sie sagen, wir miauen. Das ist das, was sie hören: Miau. Nur mit unserem Schnurren können sie etwas anfangen. Sie wissen dann, dass wir ja gesagt haben.“ Sie lacht wieder. Dann hebt sie ihre Pfote „Nur die kleinen Zweibeiner, die Kinder verstehen unsere Sprache. Aber irgendwann scheinen sie sie zu vergessen.“
