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XOKSAPAPF - Die wichtigste Religion des 3. Jahrtausends! - Ein Sachbuch aus der fernen Zukunft - Der Blick richtet sich in der Zeit zurück ans Ende des 20. Jahrhunderts, als ein Mensch das Licht der Welt erblickt, Patrick, der schließlich aus einer tiefen Lebenskrise herausfindet mittels einer kleinen Schrift, die er selbst entworfen und verfasst hat: Dem XOKSAPAPF. Von ihm selbst kategorisiert als Religion, Philosophie und Kunstwerk zugleich, folgen wir diesen Ideen und erfahren, wie die Welt sie aufgenommen hat und welche Kraft sie entwickeln konnten.
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Seitenzahl: 122
Veröffentlichungsjahr: 2023
Patrick B. Rau
XOKSAPAPF
© 2023 Patrick B. Rau
https://buch.patrickbrau.de
Covergrafik: Patrick B. Rau – Abstrakt / abstract #6 - #1
Verlagslabel: Patrick B. Rau Buch
ISBN Softcover: 978-3-347-99648-9
ISBN Hardcover: 978-3-347-99649-6
ISBN E-Book: 978-3-347-99650-2
Druck und Distribution im Auftrag des Autors: tredition GmbH, Heinz-Beusen-Stieg 5, 22926 Ahrensburg, Germany
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist der Autor verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne seine Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors, zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung "Impressumservice", Heinz-Beusen-Stieg 5, 22926 Ahrensburg, Deutschland.
"Nicht der hat Religion, der an eine heilige Schrift glaubt, sondern der welcher keiner bedarf und wohl selbst eine machen könnte."
Friedrich Schleiermacher
Cover
Titelblatt
Urheberrechte
Vorwort
Das Buch Patrick
Das Buch Xoksapapf
Das Buch Benjamin
Asche und Makulatur
Nachwort
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Vorwort
Die Arbeit eines Forschers stellt an ihn, sofern er seine Profession ernst nimmt, äußerste Anforderungen. Er muss akribisch recherchieren, detailversessen aufarbeiten, Zusammenhänge scharf analysieren, präzise formulieren - und selbst dann, wenn ihm all das gelingt, so kann er sich doch des Erfolgs und der scheinbar verdienten Anerkennung nicht sicher sein. Viele meiner Kollegen beklagen ihre Situation und verzweifeln an den zahlreichen, mitunter äußerst enervierenden Schwierigkeiten ihres Karriereweges. Wie anders dagegen geht es mir. Ich habe mich früh und aus Leidenschaft auf einen bestimmten Gegenstand in meiner Forschung spezialisiert. Und jeden Tag bin ich glücklicher über diese Entscheidung, die ich als junger Mann traf, ohne genau zu wissen, wohin sie mich eines Tages führen würde. Heute bin ich dankbar dafür, ein Feld zu bearbeiten, das ich immer wieder aufs Neue als beglückend empfinde. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um das Werk des unsterblichen Patrick, ein kulturelles Ereignis, wie es in der Menschheitsgeschichte kaum einmal anzutreffen ist und das prägend für unsere Gegenwart und Zukunft bleiben wird. Es ist kaum ein Weltenbürger, der noch nie das Wort „Xoksapapf“ gehört hat!
Der vorliegende Band vereint zum ersten Mal die wesentlichen Ergebnisse unserer jahrzehntelangen Forschungsarbeit in einer leicht verständlichen Art und Weise für ein breites Publikum. Dabei stützen wir uns selbstverständlich auf die überlieferten Originaltexte, welche wir unverändert wiedergeben, aber, gerade auch wenn es um biographische Angaben geht, nutzten wir weitere Quellen wie Notizen und Tagebücher von Patrick selbst, aber insbesondere auch von seiner Mutter Margarethe, sowie historische Dokumente und Aussagen Dritter.
Unsere Edition gliedert sich in vier Bücher. Wir beginnen mit dem BUCH PATRICK, das Aufschluss über den Lebensweg des großen Denkers gibt, bis zu jenem Zeitpunkt, an dem er begann sein Hauptwerk, das BUCH XOKSAPAPF, zu verfassen. Dies wird das zweite Buch sein. Es folgt das BUCH BENJAMIN, das uns unter anderem Einblick in die frühe Rezeptionsgeschichte des zweiten Buches gibt. Abschließend drucken wir als viertes Buch den einzigen Text, den Patrick im Alter verfasste. Hier zieht er ein knappes Fazit seines Lebens und Wirkens. Er tat dies unter dem Titel ASCHE UND MAKULATUR. Wir behalten diesen Titel bei.
Ich nehme mir dann, nicht ohne Chuzpe, das Recht heraus, das letzte Wort zu haben, und werde in einem kurzen Nachwort noch einmal versuchen für Sie das Vorangegangene einzuordnen.
Doch wenn Sie bis zu diesen letzten Worten gelangt sein sollten, so wird ihr Leben bereits ein anderes geworden sein.
Genießen Sie die Lektüre, nehmen Sie teil an einer Sternstunde der Menschheit!
Planet Erde, im Mai 2523
Das Buch Patrick
Das an historischen Ereignissen nicht arme 20. Jahrhundert nach Christi Geburt erlebte einige Jahre vor seinem Ende den bedeutsamsten Höhepunkt seiner Chronologie: Patricks Geburt. Wenngleich diese historische Zäsur zunächst von niemandem als eine solche erkannt wurde, so ist es aus heutiger Sicht unstrittig, dass hier eine neue Epoche der Menschheitsgeschichte ihren Anfang nahm.
Doch greifen wir nicht vorweg und beginnen unsere Aufzeichnung mit den basalen Tatsachen, wie sie uns überliefert sind: Patrick war der erste und einzige Sohn des süddeutschen Automobilingenieurs Arnulf R. und seiner geliebten Gattin Margarethe, Zahnarztassistentin von Beruf. Verschiedenen Gerüchten zum Trotz deutet heute vieles darauf hin, dass Patrick auf dem damals üblichen Weg gezeugt wurde. Seine Eltern hatten gemeinschaftlich und aus Überzeugung die üblichen biologischen Vorgänge in Gang gesetzt, als deren Endresultat der kleine Patrick das Licht der Welt erblickte.
Auf die angeblich authentischen Berichte aus verschiedenen Quellen, wonach etwa ein Blitz die jungfräuliche Mutter getroffen habe und daraufhin die Schwangerschaft einsetzte oder auf die Vermutung das Patrick-Kind sei direkt von einer Wolke auf die Erde herabgeschwebt oder gar von einem Engel gebracht worden, auf all das können wir hier nicht näher eingehen. Die Patrick-Forschung mag zwar derzeit noch keine endgültige Aussage in dieser Diskussion treffen können und wird sich alleine mit dieser Frage möglicherweise noch Jahrhunderte auseinandersetzen müssen, doch vieles deutet darauf hin, dass unsere Version der Geschichte den Tatsachen am nächsten kommt.
Nun ward Patrick also geboren. Große Freude brach aus bei Freunden und Verwandten. Der Junge war gesund und munter. Liebevoll betrachteten ihn alle, die ihn sahen, und er antwortete der Welt mit einem gelassenen aber doch aufmerksam interessierten Blick, der vermutlich sagen sollte: „Was ist das alles hier? Was soll das?“.
Schnell fiel auf, dass Patrick mit einer raschen Auffassungsgabe gesegnet war und manchmal blickte er selbst als Säugling schon derart kritisch in die Welt, dass man vermutete, er wolle fragen: „Ist das euer Ernst? Das alles soll ich jetzt die nächsten Jahrzehnte mitmachen?“
Seine Eltern liebten den kleinen Patrick sehr. Sie lachten und scherzten mit ihm, gaben ihm Wärme und Geborgenheit, nährten und umsorgten ihn. So wuchs er heran und keiner ahnte zu jener Zeit, welch bedeutsame Rolle er einst spielen würde. Und doch wurden erste Anzeichen, dass Patrick kein gewöhnliches Schicksal beschieden war, bald bemerkt.
Patrick war erst seit gut zwei Wochen in den Kindergarten aufgenommen worden, da suchte eine seiner Erzieherinnen das Gespräch mit seiner Mutter.
„Ich muss mit Ihnen über Patrick sprechen. Er ist ja erst seit kurzer Zeit bei uns in der Maikäfer-Gruppe. Aber mir ist schon jetzt einiges an ihm aufgefallen.“
„Doch hoffentlich nur Gutes!“
„Wie man es nimmt. Ich will nicht um den heißen Brei herumreden. Wir vermuten, dass Patrick ein Genie ist.“
„Ein Genie? Aber was soll das denn heißen? Wie kommen Sie denn darauf?“
„Nun, ich habe so etwas selbst noch nie erlebt, aber es gibt Fachliteratur zu solchen Fällen. Manche Forscher streiten ab, dass es so etwas wie eine genialische Veranlagung überhaupt gebe, aber ich denke, Patricks Beispiel widerlegt sie. Er ist den Gleichaltrigen in seiner Gruppe geistig weit überlegen. Er fasst Zusammenhänge schneller und tiefer auf als sie und sondert sich häufig von ihnen ab. Darüber hinaus reagiert er sehr leidenschaftlich, wenn etwas nicht nach seinem Kopf geht. Andererseits kann er sich stundenlang mit sich selbst beschäftigen, wenn man ihn ungestört lässt. Befindet er sich in einer Gruppe, stellt er automatisch den Anspruch, der oberste Anführer zu sein, und wird ihm das verweigert, ist er tief beleidigt und fühlt sich ungerecht behandelt.“ „Ja, und was bedeutet das jetzt für uns? Gibt es Medikamente dagegen? Kann er überhaupt ein normales Leben führen unter diesen Umständen?“
„Nun, man kann wenig dagegen tun. Ihr Sohn wird später komplett untauglich für das sein, was man gemeinhin das praktische Leben nennt. Er wird höchstwahrscheinlich seltsame Werke produzieren, die seine Mitmenschen, sofern sie sie überhaupt zur Kenntnis nehmen, grundsätzlich und fast ausnahmslos missverstehen und fehldeuten werden. Er wird einen gewissen Hang zur Melancholie an den Tag legen, der, sofern er nicht lernt ihn zu verbergen, seine Mitmenschen verschrecken wird. Da kommt einiges auf Sie zu.“
„Der arme, kleine Racker. Er ist doch noch ein Kind!“ Patricks Mutter kamen die Tränen.
„Lernen Sie, damit zu leben. Es gibt schlimmere Schicksale als dieses. Versuchen Sie einfach, das Beste daraus zu machen.“
Noch am selben Abend berichtete Margarethe R. ihrem Gatten vom Gespräch mit der Erzieherin. Sie mache sich nun Sorgen um die Zukunft. Der kleine Patrick werde es schwer haben später, das war keine offene Frage mehr, das stand unumstößlich fest. „Arnulf, wir haben ihm das Leben geschenkt, wir haben uns nichts Böses dabei gedacht und nun das. Ein Genie! Wenn das die Leute erfahren. Was werden sie von uns denken?“
„Sorge dich nicht! Beruhige dich. Das alles muss gar nichts bedeuten. Eine Erzieherin hat zu viele unsinnige Bücher gelesen und hat nun den Kopf voller seltsamer Theorien, die sie dann auch noch ausgerechnet auf unseren Sohn anwenden muss. Wir sollten uns beschweren. Sieh ihn dir doch an! Wie er da sitzt und Bauklotz auf Bauklotz stapelt! Er ist vollkommen gesund! Er ist ein Kind wie Millionen andere auch. Die wird sich noch wundern, diese Pädagogentante. Ich mache aus meinem Sohn einen erstklassigen Ingenieur. Oder Zahnarzt. Oder Anwalt! Wenn das alles nicht klappt, dann kann er immer noch ein Genie werden, wenn es denn wirklich gar nicht anders geht. Aber das wird man schon zu verhüten wissen! Man wird ihm den Kopf beizeiten zurechtrücken, sollte er tatsächlich Flausen entwickeln.“
Patricks Mutter betrachtete einen Moment lang ihren Sohn, wie er, versunken im Spiel, nichts wusste von all ihren Sorgen, von dem schweren Schicksal, das ihm drohte. Er war ein unschuldiges Kind und freute sich am Dasein. Er würde schon einen Weg durchs Leben finden, möge er auch noch so schwierig werden.
An dieser Stelle gehe ich nur ungern und in erster Linie der Vollständigkeit halber auf Gerüchte und unbelegte Vorwürfe ein, die Jahrzehnte später aufkamen. So behaupteten zwei Frauen aus Patricks Altersgruppe, er habe sie als Vierjähriger im Kindergartenalter sexuell belästigt. So habe er sie wiederholt dazu aufgefordert, sich auszuziehen, und in einem Fall sei es angeblich beinahe zu unsittlichen Berührungen gekommen. Hierzu gab es eine kleine Pressekonferenz und Notizen in der Boulevardpresse. Es gibt bis auf den heutigen Tag in der Patrick-Forschung keinerlei Anhaltspunkte für die Richtigkeit der Anschuldigungen. Zeit seines Lebens bestritt Patrick jegliche Schuld im Zusammenhang mit dieser Frage. Persönlich glaube ich nach ausgiebiger Recherche, dass es keinerlei Grundlage für die Vorwürfe gab. Es ist äußerst lästig und eine Behinderung jeder ernsthaften Patrick-Forschung, wenn unseriöse Agenten von verschiedener Seite stets aufs Neue versuchen, diesen schäbigen Anschuldigungen Gehör zu verschaffen, nur um unser Patrick-Bild zu beschmutzen. Dies ist ein ganz grundsätzliches Problem, da es sich nicht allein auf diese Frage beschränkt, wie wir sogleich an anderer Stelle noch sehen werden.
Denn die seriöse Patrick-Forschung muss sich immer wieder mit folgendem Vorwurf auseinandersetzen, der von Gegnern und Neidern vielfach vorgebracht wurde: Patrick sei ein Reaktionär und widerlicher Nationalist. Anlass für diese Hetze gegen eine der wichtigsten Geistesgrößen der Menschheitsgeschichte liefert die Analyse von Bildern, die der kleine Patrick zu KITA-Zeiten angefertigt haben soll. Eine Untersuchung eines sogenannten „Kunstpsychologen“ habe dabei ergeben, dass auf den bis heute in digitalen Archiven erhaltenen Kopien von mit Buntstiften oder häufiger auch mit Wachsmalstiften gezeichneten Werken, die Patrick zugeschrieben werden, sich bestimmte Motive auffälligerweise wiederholen, darunter an erster Stelle die Deutschlandflagge oder Muster in den Nationalfarben, häufig in Kombination mit Ritterburgen. Ein Team aus Psychologen der Universität in Cambridge meinte, daraus ableiten zu können, dass Patrick sich mit diesen graphischen Arbeiten politisch rechts positionieren wollte und sehen darin ein Plädoyer für eine Abschottung Deutschlands nach außen, eine restriktive Zuwanderungspolitik und eine nationalistische Gesinnung. Selbst ein Kollege an meinem Institut war der Ansicht, die gewonnenen Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass es sich bei Patrick um einen „Nationalromantiker“ handeln müsse. Im Namen der seriösen Patrick-Forschung muss ich dieser Ansicht entschieden widersprechen. Zum einen ist die Echtheit der Bilder nicht zweifelsfrei gesichert, zum anderen widerspricht Patricks Werk in weiten Teilen einem kleingeistigen Nationalismus, wie er ihm hier unterstellt wurde. Es sei den Wissenschaftlern, die sich mit Patrick als Gegenstand ihrer Forschung auseinandersetzen wollen, geraten, zunächst einmal sein Werk ernsthaft zu studieren, ehe man aus singulären Beobachtungen von zweifelhafter Seriosität auf angebliche Tatsachen schließt, die man dann sogleich in die Welt hinausposaunt, nur um einen Skandal zu erzeugen. Ungesichertes Halbwissen mit fragwürdigen Methoden aufzubauschen, um Patrick zu diskreditieren, ist leider auch heute noch ein sicherer Garant für offene Ohren in einer Kultur der Aufmerksamkeitsökonomie, die nur allzu oft grundlegende Maßstäbe der Ernsthaftigkeit und Professionalität über Bord wirft. Ein Zustand über den Patrick sicher zutiefst enttäuscht gewesen wäre.
Patricks KITA-Zeit gilt gemeinhin als das, was man eine „glückliche Kindheit“ nennt. Wenn man Patrick zu dieser Zeit fragte, was er werden wolle, wenn er einmal groß sei, so antwortete er, je nachdem was gerade Gegenstand seiner Leidenschaft war, er wolle Ritter, Cowboy oder Pirat werden. Auch ein Dasein als Kaiser konnte er sich wohl vorstellen. Als er erfuhr, dass es den Beruf des Rechtsanwaltes gab, verkündete er augenblicklich, er strebe eine Karriere als Linksanwalt an. Ansonsten plante er die Hochzeit mit wechselnden Spielgefährtinnen.
