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Warum gelang Edison die Erfindung der Glühbirne oder wieso schaffte Reinhold Messner als erster Mensch die Besteigung aller Achttausender? Der Glaube an die eigenen Möglichkeiten spielt bei der Beantwortung dieser Frage eine entscheidende Rolle. Menschen, die auf dem Weg zu ihrem Ziel einer ganzen Reihe von Schwierigkeiten trotzen und auch dann nicht aufgeben, wenn andere schon lange den Rückzug angetreten haben, sind von sich, ihrer Kraft und ihren Fähigkeiten überzeugt. Sie vertrauen darauf, dass es eine Lösung gibt und lassen sich auch nicht so leicht von Misserfolgen umhauen. Ein solch starker Glaube an die eigenen Möglichkeiten und das Gelingen einer Handlung wird in der Fachwelt als hohe Selbstwirksamkeit bezeichnet. In diesem Buch werden die Hintergründe von hoher Selbstwirksamkeit, welche Motor für Erfolg und Lebenszufriedenheit ist, durchleuchtet und ihre Wirkungsweise erklärt. Auf dieser Grundlage stellt der Autor ein gut verständliches und anwenderfreundliches Training zum Aufbau von Selbstvertrauen vor, das eine Form der aktiven Gelassenheit und die Lust auf neue Herausforderungen fördert. Mit zwei Kernaussagen – "Selbstwirksamkeit ist Trainingssache" und "Das Training der Selbstwirksamkeit kann in jedem Altersabschnitt begonnen werden" – möchte Martin Volgger, der seit vielen Jahren erfolgreich mit Spitzenathleten zusammenarbeitet, allen interessierten Menschen Mut machen, die eigenen Potentiale umzusetzen.
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Seitenzahl: 75
Veröffentlichungsjahr: 2013
www.tredition.de
Martin Volgger
Yes I can, das geht!
Training der Selbstwirksamkeit
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© 2013 Martin Volgger
1. Auflage
Umschlaggestaltung: Martin Volgger
Bildrechte: Martin Volgger
Lektorat, Korrektorat: Corinna Podlech, Hamburg
Alle Rechte, auch die des auszugsweisen Abdrucks oder der Reproduktion einer Abbildung, sind vorbehalten.
Verlag: tredition GmbH, Hamburg
ISBN: 978-3-8495-4400-3
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Hinweis: Aus Gründen der Einfachheit habe ich im gesamten Bereich die männliche Personalform gewählt. Jede Form der Geschlechterdiskriminierung liegt mir fern.
Im sportlichen Geschehen ist das „Du“ Normalität. Ich gebrauche in diesem Buch diese Form, die mir auch selber am nächsten liegt.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Macht der Überzeugung
Gesundheit und Selbstvertrauen
Was ist mentale Stärke?
Auswirkungen von positiven Selbstwirksamkeitserwartungen
Wenn positive Selbstwirksamkeitserwartungen fehlen
Entstehung und Auswirkungen von negativen Selbstwirksamkeitserwartungen
Teufelskreislauf der negativen Selbstwirksamkeitserwartung
Unser Orientierungssystem
Wie entstehen Orientierungssysteme (Landkarten)?
Wirkungsweise unseres Orientierungssystems
Die „Firewall“ unseres Orientierungssystems
Aussagen zur Selbstwirksamkeitserwartung
2. Mentaltraining
Was ist mentales Training?
Ziel des mentalen Trainings
Kann man mentale Stärke trainieren?
Welche Methoden/Techniken werden im mentalen Training eingesetzt?
Argumente für das mentale Training
Argumente gegen das mentale Training
Wie mentales Training gelingt!
Drei Tipps für den Weg zur mentalen Stärke
3. Selbstwirksamkeitstraining
Ziel und Auswirkungen des Selbstwirksamkeitstrainings?
Verstehen/Selbsterkenntnis
Wie steht es mit deinen allgemeinen Selbstwirksamkeitserwartungen?
Trainingsbeginn – 1. Schritt
Methoden zur Steigerung der allgemeinen Selbstwirksamkeitserwartung
Positive Selbstwirksamkeitserwartung durch positives, realistisches Denken
Denkfallen
Positive Selbstwirksamkeitserwartung durch realistische Interpretationen & Analysen
Staatsanwalt oder Anwalt?
Das Gespräch mit deinem Staatsanwalt
Lebensrechte achten!
Du bist ein Original
Positive Selbstwirksamkeitserwartung durch veränderte Körperhaltung
Positive Selbstwirksamkeitserwartung durch Visualisierung
Formen der Visualisierung
Visualisierung des Gefühls „Yes I can!“
Positive Selbstwirksamkeitserwartung durch Selbsthypnose
Positive Selbstwirksamkeitserwartung durch Lebensweisheiten und Weltanschauungen!
4. Spezifische Selbstwirksamkeit
Zur besseren Veranschaulichung ein (fiktives) Beispiel
Die persönliche Ausgangslage verstehen!
Analyse Zielverhalten Soll-Zustand:
Firewall berücksichtigen
5. Begriffserklärung
6. Schlussbemerkungen
Zum Autor
Quellenverzeichnis
Vorwort
Glaubst du an Wunder? Ich nicht, aber ich hatte immer wieder das große Glück, wundersame Entwicklungen begleiten zu dürfen. Ich spreche von Erfahrungen, die ich mit Menschen machte, die damit anfingen, an ihre Möglichkeiten zu glauben. Ich spreche von Menschen, die begannen ihre Anteile besser kennen und akzeptieren zu lernen und so das Original zum Vorschein kam, das offensichtlich in allen von uns steckt. Und ich spreche von der unglaublichen Energie, die dadurch frei wird.
In meiner Arbeit als Lehrer und Sportpsychologe hat mich seit jeher die Frage fasziniert: „Was bringt Menschen dazu, an ihre Fähigkeiten zu glauben?“ Für mich die wohl spannendste Frage in der Arbeit mit Menschen überhaupt. In diesem Buch setze ich mich mit dieser Frage (ohne den Anspruch der Wissenschaftlichkeit zu erheben) auseinander.
Dieses Buch ist ein Ratgeber für Athleten und Interessierte, die mehr über das Thema Selbstwirksamkeit erfahren und Trainingsmethoden zur Steigerung des Selbstvertrauens kennenlernen wollen.
Der Aufbau des Buches ist so angelegt, dass im ersten theoretischen Teil die psychologischen Grundannahmen menschlichen Verhaltens veranschaulicht werden. Dieses Kapitel (2) ist für Leser, die sich mit dem Fach Psychologie nur wenig auskennen, nicht immer ganz leicht zu lesen. Die im praktischen Teil vorgestellten Methoden zur Steigerung des Selbstvertrauens lassen sich aber auf dem Hintergrund der in Kapitel 2 dargestellten psychologischen Mechanismen menschlichen Verhaltens besser verstehen, sodass ich dazu rate, sich früher oder später auch damit auseinanderzusetzen.
Danken möchte ich allen Athleten/innen und Trainer/innen, die sich an unserer Fragebogenaktion (Wie gehen Athleten/innen und Trainer/innen mit dem Thema Selbstvertrauen um?) beteiligt haben. Die erhaltenen Daten waren wichtige Hinweise, Denkanstöße und Wegweiser zugleich. Bedanken möchte ich mich auch bei meinen Kollegen/innen und befreundeten Athleten, die sich mit den vorliegenden Zeilen in vielerlei Hinsicht kritisch auseinandergesetzt und mit ihren Rückmeldungen Fragen aufgeworfen und neue Denkanstöße gegeben haben.
Martin Volgger
Sterzing, im April 2013
Warum gelang Edison die Erfindung der Glühbirne oder wieso entdeckte Christoph Kolumbus die Neue Welt? Warum wurde Nelson Mandela nach 20 Jahren Haft in südafrikanischen Gefängnissen Präsident Südafrikas? Oder warum putzen sich so viele Menschen morgens und abends die Zähne?
Es gibt einen gemeinsamen Aspekt, der Edison, Kolumbus, Nelson Mandela und alle Zähne putzenden Menschen verbindet. Sie waren oder sind davon überzeugt, dass die Verwirklichung ihrer Vorstellung nützlich ist und gelingen kann, und dass sie die Kraft und Ausdauer haben, ans Ziel zu kommen. Kolumbus war zutiefst davon überzeugt, dass die Erde rund sein muss, Edison sah seine Glühbirne leuchten, noch lange bevor sie leuchtete, Nelson Mandela war beseelt von einer gleichberechtigten Gesellschaft und diejenigen, die sich die Zähne putzen, wissen, dass ihre Zähne dadurch vor Karies und ihr Zahnfleisch vor Paradentose geschützt werden.
Kolumbus hat unser aller Landkarte über die Erde grundlegend erweitert. Er brauchte dazu aber unglaublich viel Energie, um seine Theorie von einer anderen Form der Erde beweisen und die schier unendlichen Hindernisse aus dem Weg räumen zu können. Diese Energie schöpfte er aus einer tiefen, ja fast unerschütterlichen Überzeugung. Auch Edison brauchte unzählige Versuche, bis seine Lampe zu leuchten begann. Sie alle gaben nicht auf und glaubten weiterhin an ihre Idee und ihre Kraft, die nicht enden wollende Durststrecke zur Realisierung ihrer Überzeugung überwinden zu können.
Unser ärgster Feind kann nur unser mangelnder Glaube an uns selbst sein.
Angela Merkel
Der Glaube an die eigene Kraft spielt eine zentrale Rolle bei der Leistungserbringung. Dies belegen auch wissenschaftliche Studien eindeutig (siehe Seite 49 – Andreas Bund).
Im Sport, wo Leistungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten, Orten und variierenden Bedingungen erbracht werden müssen, ist Selbstvertrauen ein absolutes Muss. Nur jene Athleten/innen, die an ihre Chancen glauben, sind im entscheidenden Moment erfolgreich.
In einer von uns durchgeführten Umfrage stimmten über 85% der Aussage zu, dass Selbstvertrauen absolut notwendig sei, um erfolgreich zu sein. Das entspricht weitgehend Ergebnissen anderer Umfragen, die es zum Thema bereits gibt.
Gesundheit und Selbstvertrauen
Wenn du dich für dieses Buch interessierst, dann wohl deshalb, weil du – wie alle anderen Menschen auch – Selbstvertrauen als etwas sehr Wichtiges ansiehst. Und das ist gut so, denn Lebensgenuss, Erfolg und Gesundheit sind vom Grad des Selbstvertrauens hochgradig abhängig. Wer seinen eigenen Fähigkeiten vertraut und optimistisch mit Herausforderungen umgeht, ist zufriedener und glücklicher und kann sein Leben intensiver erleben. So gesehen ist Selbstvertrauen nicht nur Grundlage für Erfolg, sondern auch eine wichtige Voraussetzung für körperliche und psychische Gesundheit und der Möglichkeit, dass sich „Mentale Stärke“ entwickeln kann.
Es bleibt einem jeden immer noch so viel Kraft, das auszuführen, wovon er überzeugt ist.
Johann Wolfgang von Goethe
Was ist mentale Stärke?
Wenn wir 10 Menschen diese Frage stellen, so bekommen wir 10 ähnliche, aber nicht gleiche Antworten. Wir haben alle eine größtenteils übereinstimmende Vorstellung von mentaler Stärke, allerdings mit einer persönlichen Gewichtung, die stark von unserer persönlichen Interessens- und Ausgangslage abhängt.
In der Sportpsychologie sprechen wir von einer „engen“ Definition von mentaler Stärke, wenn ein Athlet imstande ist, an beliebigen Orten, zu verschiedenen Zeitpunkten und unter veränderten Bedingungen seine Bestleistung abzurufen. An einer solchen Leistungsfähigkeit sind nicht nur Leistungssportler interessiert, Piloten, Manager, Führungskräfte, und ich würde mal sagen wir alle, wollen dasselbe. Im entscheidenden Moment das leisten zu können, was wir wirklich drauf haben, heißt leistungsfähig, aber auch authentisch sein zu können.
Wenn mentale Stärke als grundlegende Fähigkeit des Menschen, sein Leben zu meistern, definiert wird, so verstehen wir darunter weit mehr („weite Definition“). Neben der Leistungsumsetzung unter verschiedenen Bedingungen, und dies auch in schwierigen Situationen, führen Stressresistenz, Kommunikations-, Genuss-, Konzentrations- und Durchsetzungsfähigkeit, Ausdauer, Motivations- und Willenskraft, Mut, Entscheidungsfreudigkeit u.a. psychologische Fähigkeiten dazu, das Leben wirklich leben zu können. Die Erfüllung eigener Bedürfnisse ist durch das Vorhandensein mentaler Stärke wahrscheinlicher, die mental starke Person erhöht dadurch einerseits die persönliche Erfolgswahrscheinlichkeit und erfährt andererseits mehr Glück und Lebenszufriedenheit.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an sich selbst.
Marie von Ebner-Eschenbach
Den Nährboden für all diese so lebenswichtigen psychologischen Fähigkeiten bilden:
a. Positive Überzeugungen
Überzeugungen (auch Zuversicht oder Gewissheit) sind Vorstellungen, die sich auf die eigene Leistungsfähigkeit beziehen. Z.B. „Ich kann Klavier spielen“ oder „Meine Englischkenntnisse sind sehr schlecht“ usw.
b. Positiv-realistische Einschätzungen
Einschätzungen sind Vorstellungen, die sich auf Abläufe beziehen, die nicht von der eigenen Person beeinflusst werden können. Z.B. „Heute fängt es an zu regnen“ oder „Zu viel Neuschnee kann Lawinen auslösen“.
c. Positive Werthaltungen
Werthaltungen sind Vorstellungen, die sich auf Werte und Glaubensinhalte sowie Ideologien beziehen, die jeder von uns hat. Z.B. „Man sollte keine dummen Fehler machen“ oder „Leben und leben lassen ist mein Lebensmotto.“
Das Training der Selbstwirksamkeit zielt auf die Veränderung von Überzeugungen, Einschätzungen und Werthaltungen im Sinne einer Harmonisierung und positiven Haltung gegenüber Herausforderungen ab.
Auswirkungen von positiven Selbstwirksamkeitserwartungen
Was passiert mit uns, wenn wir daran glauben, eine Aufgabe lösen zu können?
