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Das Buch ZΩA enthält 24 Tiergedichte sowie ein Märchen, die Sandburg.
Das E-Book ZΩA wird angeboten von tredition und wurde mit folgenden Begriffen kategorisiert:
Tiergedichte, Pfau, Sandburg Kremidas
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Seitenzahl: 26
Veröffentlichungsjahr: 2021
ZΩA
Impressum: © 2021 Panagiotis Kremidas
Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg
ISBN:
978-3-347-23722-3 (Paperback)
978-3-347-23723-0 (Hardcover)
978-3-347-23724-7 (e-Book)
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Gewidmet der Erde mit ihren wunderbaren Lebewesen
Δόσις ολίγη τε φίλη τε.
( ΟΔΥΣΣΕΙΑ ξ’ 57 )
Wenig, aber mit Liebe
( Homer Odyssee )
Goldfisch
Er schwamm im Glas stets hin und her,
das Weite suchend und das Meer.
Doch was er fand, nur jene Sicht,
am Rande spiegelnd sein Gesicht.
Wie sehr er auch dagegen trat,
das Spiegelbild blieb endlos hart.
Das Ich verwehrte ihm das Sein,
so blieb er einsam und allein.
Um ihn herum die Menschen gafften,
sie staunten, redeten und lachten,
wenn er aus ihren Fingern fraß,
man glaubte, dass man ihn besaß.
Wie sehr er dieses „Dasein“ hasste,
tagein, tagaus, das gleiche Spiel.
Die Stunde kam, es war zu viel,
sein Bild erlosch, das Gold verblasste.
Nun stand er reglos, mittendrin.
In einer Schale ohne Sinn.
Lachs
Abermals drängt sich der Transfer,
es schwamm vom weit entfernten Meer,
der Lachs,
den langen Weg zurück.
Zu diesem Ort, die eine Stelle,
die Suche nach dem einen Glück,
nach Kraft, der Seelenruhe Quelle.
Vom Bächlein bis zur alten Mauer,
diese beständig und verlässlich,
ihre Bedeutung unermesslich,
und dort genau für kurze Dauer,
Frohsinn umhüllt den müden Geist,
der Kosmos steht, die Psyche reist,
entschwindet ihm die schwere Last
jegliche Trauer und Ballast.
Erinnerung, nach vorne blickend,
die Richtung suchend wie im Traum,
nach dauerhafter Rückkehr sehnend,
verliert den Sinn für Zeit und Raum.
Doch unerklärt, der Trieb, die Pflicht;
zum Abschied nötigt, raubt die Sicht,
dass neu erstarkt, gewohnt galant
die Kiemen widerwillig pressend
nach außen wie gewohnt charmant
im Innern braust der Kummer fressend
schlagartig und in voller Größe,
als ob ihn die Natur verstieße
vom Wasser in die Höhe springt.
In farbenfroher Pracht und Glanz
im Höhepunkte mit sich ringt
Disharmonie aus Kampf und Tanz
schlagend noch in der Luft sich wendet
der Auftritt annähernd beendet
sich streckt, letztlich bewusst, gezielt
schussartig fallend wieder taucht
ein Tropfen kurz im Mondlicht spielt,
ohne dass er den Abschied braucht,
ist er verschwunden, Übersee.
Im Kreise seiner Odyssee.
Stier
Der Tag, der große, war gekommen,
und beide hörten das Geschrei.
Die Menge brüllte wie von Sinnen,
der Stier blieb still, dem Stiersein treu.
Ein Blick voll Zorn, doch nicht naiv,
nur rot, das hasst er abgrundtief,
der Farbton, der ihm alles nahm
und nun auch nach dem Leben trachtet,
als Liebe, er in ihm vernahm,
der Grund, weshalb er ihn verachtet.
Stolz kleidet ihn das dünne Fell,
die Sonne scheint, der Kampfplatz hell.
Sein Gang, sein Mut, die Eleganz,
schimmernd gepaart mit Schweißes Glanz.
Die Angst, ein Hang, den er nicht kennt,
das Herz spartanisch glühend brennt,
für Ruhm für Freiheit, ums Verderben,
