Zeilen für Cherika - Andrzej Slomianowski - E-Book

Zeilen für Cherika E-Book

Andrzej Slomianowski

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Beschreibung

Liebesgedichte als Integrationsprozess. Ein polnischer Dichter versucht, seine Liebe zu einer deutschen Frau auf Deutsch auszudrücken. Natürlich umfasst seine Liebe auch die deutsche Sprache, die er sich zunehmend aneignet. Ein Gedicht ist auf Englisch geschrieben.

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Seitenzahl: 17

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Sprache

abgehetzt

mit dem müden Mund

auf dem endlosen Weg

zum Hause des Nachbarn

Johannes Bobrowski, aus

dem Gedicht Sprache -

1963

INHALT

Zwei Brunnen

Guten Abend

Eine Frage der Dimensionen

Aus des Dichters Tagebuch

Das Geschenk

Chez Elle

Lullaby for E. L.

A quatre mains

Ein Wort-Bild für sie

Nestor geht

Stunden

Fern und nah

Der unterbrochene Traum

Die Zauberin

Sie

On y va

Angekommen

ZWEI BRUNNEN

Ihre Augen:

Zwei leuchtend

zwinkernde

Brunnen

wie Zwillingssterne

in der

Nacht.

Gleichzeitig

fällt er in die beiden

hinein.

Und so,

im freien Fall

sich überschlagend,

gleitet er

und gleitet

weiter

hinein

in das singende

Licht.

GUTEN ABEND

Guten Abend! Guten Abend!

Guten Abend!

Was kann man

zu zweit an diesem

besonderen,

einmaligen und

einzigartigen Abend

tun?

Sicher wird man

einiges tun

wie zum Beispiel

musizieren,

essen gehen,

Karten spielen,

Freunde besuchen,

Witze erzählen,

Händchen halten,

unter Laternen

durch den Park

schlendern,

sich sogar

ein bisschen

langweilen

(warum nicht?)

und vieles mehr.

So wollen wir

hoffen…

Es werden noch

unzählige Stunden

vergehen, bevor

die Nacht kommt.

EINE FRAGE DER DIMENSIONEN

/Ein mathematisches Liebesgedicht/

„Dichterlich wohnet der Mensch,“

sagt Hölderlin.

In mehr Dimensionen

als den vieren, die seinen

Raum-zeitlichen Käfig bestimmen.

Dichterlich wohnt der Dichter

mit seiner Muse, die selbst

vom zehn-dimensionalen

Hilberts Raum nie

umfasst würde.

Der Dichter hat sie geträumt

und sie ist wahr geworden.

AUS DES DICHTERS TAGEBUCH

Unterwegs zu zweit mit

dem Hund am letzten

Oktobertag. Das Auto ist

ultramarin und der Hund

schokoladenbraun.

Das Laub leuchtet

kunterbunt.

„Diesig“, sagt sie, er

kennt das Wort nicht und

sie erklärt, spielt mit

den Synonymen, ihre ruhige

Hand an der Gangschaltung.

Deutsch ist nicht

seine Muttersprache.

Farben überall.

Sie bewegen sich inmitten

eines Malers Palette,

sind vom Rot

der Kirschbäume gefesselt,

dem schillernden Blutrot

des späten Oktobers.

DAS GESCHENK

Sie und er -

sie bekamen

ein Geschenk,

eine junge Pflanze

zu pflegen.

Sie wissen

noch nicht,

wie man solch