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Das Draußensein und die sehr eigene, wenn nicht eigensinnige Sicht auf das, was ist, machen auch hier, wie im ersten Band, den Draußenseiter aus. Was den Autor umtreibt, findet sich in seinen poetischen Texten wieder, die durch die gewählte Reimform eine besondere Intensität erhalten. Vor sich selbst macht er dabei so wenig Halt wie vor der Kirche, die er sich in krassen Versen vornimmt. Die Umdeutungen von Schillers Ode an die Freude oder Rilkes Herbsttag sprechen den Irrsinn unserer Zeit aus. Und immer wieder die Natur in all ihren Facetten.
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Seitenzahl: 38
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Copyright by AQUENSIS VerlagPressebüro Baden-Baden GmbH 2021Printed in Germany
Alle Rechte vorbehalten. Jede Verbreitung, auch durch Film,Funk, Fernsehen, fotomechanische Wiedergabe jeder Art,elektronische Daten, im Internet, auszugsweiser Nachdruckoder Einspeicherung und Rückgewinnung in Datenverarbeitungsunterlagenaller Art ist verboten.
Lektorat: Gereon Wiesehöfer
Satz und Gestaltung: AQUENSIS Verlag
Pressebüro Baden-Baden GmbH
ISBN 978-3-95457-228-1
eBook: ISBN 978-3-95457-229-8
www.aquensis-verlag.de
Benno Schurr
VERMERK
DER SPÄTE ENGEL
VON DER FEIGHEIT
WOHIN
VOTUM FÜR DIE HÖLLE
IM GRAU
GEFRAGT
BLÄTTER
NIEMAND
ICH KOMM NICHT WIEDER
MORGENS
ANGEPISST
SELTSAME KLAGE
BLAUES WEHEN
BLAUES WEHEN
DIE KERZE
WO
VERGLÜHT
WIE DAS LEBEN EBEN SCHAUT
JAHRESRINGE
MEINE RINGE
JUGENDJAHRE
WEINENDES KIND
RÜCKSCHAU
BRUDER UND SCHWESTER
VOM ERINNERN
SCHMERZ UND POESIE
VON DER TRÄNE
VERSUCH
DIE UHR
VOM ZAUBER
RUFEN
MEIN HAUS
DIE FALSCHE
WO IST DIE LIEBE
LIEBESTRAUM
LIPPEN
SCHÄMEN
MORAL
SIE
KLOAKENSPIEL
BAUCH UND URNE
DER GEBROCHENE MANN
EIN ANDERER „HERBSTTAG“
DIE SCHNEISE
MENSCH
ERDE
UNHEIMLICHER PARK
VERWUNSCHENER GARTEN
WOLKENFANTASIE
HERDEN
ZEPHYRS SPIELE
ER
WASSERLAUF
KRÄHENSCHWARM
SCHWARZE VÖGEL
REHE
DER REIHER
REGENMELODIE
REGENTERRASSE
NACH DEM REGEN
LIED AUF DEN SPÄTSOMMER
DER APFELBAUM
HERBSTBILDER
NOVEMBERTAG
ZEIT DES VERFALLS
WINTERBILD
„ODE AN DIE FREUDE“
POESIESTERNE
GUTE NACHT
ANGST
STERNE
UNTERM JASMIN
KLANG DER NOTE
LEERE
KÄLTE
ZEIT DER TRÄNEN
AUS DEM VERLIES
DER KAUZ
REGEN IM GESICHT
UNBESTIMMTES
MITTERNACHTSBILDER
NACHTHIMMEL
ZORN
DER PFAD
LETZTER BLICK
MEINE HAND
IN DER WOLKE
BÄNKE UND FREUNDE
KEINE ANTWORT
VERRAT
DIE LÜCKE
FÜR ARNO S.
VORHANG
EIN GOTTESMANN
ZEIT FÜRS EXEMPEL
DAS DING
ANGEWICHST
VOM ABBILD
LETZTES LÄUTEN
Dass mir da keiner lauert
Wenn ich im Loch versinke
Am Grabe mich bedauert
Mit weißer Nelke winke
Pflegt die Bäuche und die Ehen
Kurz die Alltäglichkeit
Nur Totengräber stehen
In Trauer aus Beruflichkeit
Blieb ja eher doch für mich
Warum sollte sich das kehren
Weil ich grad mal so verblich
Muss das keinen scheren
Lasst mir Gott und Pfaffe weg
Nicht Glockentöne fließen
Einfach in das Loch im Dreck
Runter und verschließen
Ein Furz noch aus dem Untergrund
Auf alles, was gewesen
Nur nicht auf die letzte Stund
Dann will ich verwesen
In mein Grab nicht wage
Dich, Engel, zu begeben
Rufen zu jüngstem Tage
Mich und ewigem Leben
Dir werd Gewalt ich tun
Das, Engel, musst du wissen
Im Grabe will ich ruhn
Auf Ewig ist geschissen
Mich lockt kein Paradies
Mit Herrlichkeit besät
Auf Erden hofft’ ich dies
Engel, du kommst zu spät
Was hält dich am Leben
Feigheit – sei geständig
Dir den Rest zu geben
Jetzt und eigenhändig
Und der Ekel speit
Speit dir ins Gesicht
Du bist nicht bereit
Nein, das bist du nicht
Ja im Sinne, nie getan
Dass bitter Scham aufsteige
Andre gingen dir voran
Und du, du bist zu feige
Dies ist nicht meine Zeit
Ich wollt auch nie dahin
Und die Vergangenheit
Verklärt ein falscher Sinn
Mein ist sie nie gewesen
Die Welt, ich geh von Bord
Ein letztes Glas am Tresen
Dann auf zu bess’rem Ort
Lohnt es hinzustreben
Ein leises Zaudern narrt
Ob nicht gerade eben
Dort größ’res Elend harrt
Was kann die Hölle sein
Ein Ort für kalte Füße
Gerne fahre ich da ein
Und meine Sünden büße
Was kann die Hölle sein
Ein Ort für Atheisten
Gerne fahre ich da ein
Dort gibt es keine Christen
Was kann die Hölle sein
Ein Ort für Misanthropen
Gerne fahre ich da ein
Die Tore stehen open
Was kann die Hölle sein
Ein Ort für Heuchler nicht
Gerne fahre ich da ein
Wo man die Wahrheit spricht
Was kann die Hölle sein
Ein Ort für Außenseiter
Gerne fahre ich da ein
Die Richtung ist gescheiter
Im Nebel zu wandern
Seh ich keine andern
Den Tag mir versauen
Hätt’ ich das Sagen
Der Nebel blieb stehen
Schön ist das Grauen
Könnt’ mich rauswagen
An so schönen Tagen
Und niemanden sehen
Just durch meine Sinne huscht
Siebzig Jahre sind verpfuscht
So dies Jahr in Stunden endet
Hin sich zu dem neuen wendet
Und wendet dies zum nächsten Jahr
Sich hin, so ist mir jetzt schon klar
Dass dieses dann genauso endet
Einundsiebzig sind verschwendet
Was denkt der Mensch an seinem Ende
Wenn Kälte steigt in alte Hände
Freude, Angst, Gewissensqual
Oder ist es scheißegal
Blätter auf dem Grabe
Der Herbst hat sie gestreut
Er hat die geheime Gabe
Der Vergänglichkeit
Es ward verkündet nicht
