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Mit ihrem 3. Lyrikband "Zierelemente" entführt uns Christiane Schwirner erneut in ihre poetische Gedanken- und Gefühlswelt. Der Band aus 75 neuen Gedichten vereint ein weites Spektrum an Themen und Formen. Er beginnt mit unterschiedlichsten Betrachtungen über Schönheit und Kraft des Meeres und seiner Umgebung, inspiriert von einem längeren Usedom-Aufenthalt. Wie gewohnt jongliert Christiane Schwirner ebenso liebevoll wie begeistert mit der Sprache, denn "da ist Heimat im Schreiben", wie sie es in einem ihrer Verse benennt.
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Seitenzahl: 34
Veröffentlichungsjahr: 2015
Möwenflug
Die Buchen am Meer
Feierstunde
Ruf des Meeres
Kleine Möwenkunde
Etwas über Wolken
Gedanken am Meer
Seepferdchen-Lied
Der versunkene Garten
Blaues Glas
Gefäße
Glaswelt
Das wird immer sein
Weißer März
Maienwind
Sommerlaune II
Blaue Stunde
Heidekraut
Heimat ist
Worte
Heimat im Schreiben
Unvollkommene Kunst
Blockade
Perlenfischer-Tag
Farbe
Reisewege
Wüstenlied
Fremde Stadt
Letzte Reise
Herbstlaune
Herbstbraut
Gräser im Regen
Herbstweg
Welken
Über die Kostbarkeit der Zeit
Leuchtendes Fest
Vor dem Fenster
Den Winter überstehn
Letzter Schmetterling
Januarbäume
Der Erde Schlaf
Eisige Zeit
Wintertraum
Bett aus Mondlicht
Misslungen, damals
Zuwendung
Versäumnis
Was du mich lehrtest
Ohne dich
Grabstein für Marie
Die Formel
Lehre mich beten
Hoffnungstag
Wünsche
Geliehen
Stille sein und hoffen
Zu-Fälle
Leidenschaft für Kunst
Sinnsuche
Blicke
Traumfahrt
Kleine Vision II
Besuch
Bruder Tier
Des Tieres Klage
Kind sein
Lauschige Laube
Rauschbeerenrebus
Vollmond
Spähende Häher
Sprichwörter
Soziologisches
Resümee
Noch uff de Beene
Een Denkmal haben
Gleitet dahin, ihr Schönen, schwärmt aus,
die ihr meergeboren und der Luft gegeben seid!
Die ihr steigt und sinkt mit den Fluten,
auf den Brisen schwebt und mit dem Lichte spielt:
Entfaltet die weiten Schwingen und tanzt nun
für die Fische über der Gischt,
gebt den stolzesten Segeln Geleit,
füllt der Winde Brausen mit eurem Lied,
umkreist die Inseln und befestigt sie,
schwingt hoch und zeichnet die Bläue weich.
Und weil ihr’s nicht wisst, sage ich euch:
Ihr seid wahrhaftig die Königinnen
über das Wellenreich!
Ach, ich beneide die Buchen sehr,
sie stehen Tag und Nacht am Meer.
Ja, die Buchen sind zu beneiden,
sie werden nie an Meer-Sehnsucht leiden!
(Eigentlich war das Gedicht hier zu ende,
doch die Buchen melden sich nun zu Wort)
Leise raunen die Buchen mir zu:
Das Meer ist schön, doch gibt selten Ruh,
erzählt Geschichten in dunkler Nacht,
die es von weither mitgebracht:
Von verlorenem Kurs und glitschigen Planken,
die an eisigen Bergen im Nebel versanken,
von schweren Brechern und berstendem Wrack,
von gebrochenen Masten am Klippengezack,
von grausigen Tiefen, versunkenem Land,
und von manchem, der für immer verschwand ...
Auch so ist das Meer, es kennt seine Schuld.
Nur manchmal hat es mit sich Geduld:
Dann schimmert und glitzert es himmelweit
und zeigt sich in blauer Freundlichkeit
den Dichtern in der Sommerzeit ...
Glatt und blank in seiner Schale,
still gebettet liegt das Meer.
Leuchtend fällt mit einem Male
ein Bündel Strahlen von oben her.
Ist es eine jener Feierstunden,
in der es heimlich formt und webt,
in der alles Wirken soll gesunden,
das nach einem Ganzen strebt?
Rührt der Strahl aus Gottes Auge,
das da ewig schaut und sieht,
was die alte Welt nun tauge
und ob gut, was grad geschieht ...?
Du rufst nach mir mit schäumendem Mund,
zerrst mich an deinen dunklen Schlund,
umschlingst mich mit Algen und Gekröse,
machst unentwegten Lärm, Getöse,
lässt zu, dass Steine, Muschelspitzen,
mir in die nackten Füße ritzen,
äußerst selten gibst du Ruhe,
füllst Sand und Dreck in meine Schuhe,
zerstörst mir meine Strandgebäude
mit eisigkalter Schadenfreude.
Noch in der Nacht brechen sich Wellen
durch meinen Schlaf und zerschellen
mit Netzen voller Schalengetier!
Ist ja gut – ich vergesse nicht,
ich komme aus dir!
Begleit-Möwen: Klein, nett, adrett, sie trippeln vor einem her und zeigen einem ihren Strand, weisen dabei aber auch immer wieder in Richtung Meer.
Lach-Möwen: Sie schießen durch die Luft und lachen sich kaputt. Über wen bloß, etwa über die Feriengäste?
Polizei-Möwen: Groß, grau, sie laufen misstrauisch um einen herum und legen dabei den Kopf bedenklich schief.
Raub-Möwen
