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Sophie taucht mit ihren Freunden in eine spannende Parallelwelt ein und nimmt den Kampf gegen Ausserirdische auf. Dafür stellt ihnen Zill, ein rätselhaftes, fremdes Wesen, die notwendigen Waffen zur Verfügung. Schnell werden die Freunde in packende Kämpfe verwickelt. Schliesslich wird Sophie vor eine endgültige Entscheidung gestellt… Alexander Jackson erzählt in seinem ersten Roman "Zill" die Abenteuer von Sophie und ihren Freunden.
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Seitenzahl: 68
Veröffentlichungsjahr: 2022
Inhalt
Impressum 2
Kapitel 1 3
Kapitel 2 12
Kapitel 3 17
Kapitel 4 31
Kapitel 5 40
Kapitel 6 47
Impressum
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.
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© 2022 novum publishing
ISBN Printausgabe: 978-3-99131-374-8
ISBN e-book: 978-3-99131-375-5
Lektorat: Melanie Dutzler
Umschlagfoto: Monika Wisniewska, Manjik | Dreamstime.com
Umschlaggestaltung, Layout & Satz: novum publishing gmbh
www.novumverlag.com
Kapitel 1
Sophie war kalt. Normalerweise machte ihr die Kälte nichts aus, aber an diesem Wintertag sass sie da, ihren Körper in eine dicke Jacke eingehüllt, die Fenster im geheizten Klassenzimmer geschlossen und spürte diese teuflische Kälte in ihre Seele eindringen. Sie wünschte sich, nach Hause zu ihrem Computer zu gehen, und dort diese bedeutungslose Zeit des endlosen Lernens, Repetierens und Vergessens hinter sich zu lassen. Aber als sich der Zeiger der Uhr über der Wandtafel langsam Viertel nach eins näherte und ihre Klassenkameraden zurückkehrten, stellte sie fest, dass sie die lang erwartete Mail vom Mathelehrer nicht erhalten hatten, der die Stunde hätte absagen sollen. Sie nahm ihre Materialen aus dem Rucksack und legte sie auf den Tisch. Die Jungs riefen irgendetwas Blödes, der Lehrer erklärte, warum die Stunde trotz dessen, was auch immer es war, stattfinden würde und sie fingen mit der Theorie an. Wie immer verstand Sophie fast nichts davon, die Ablenkung liess sie aber die Kälte vergessen.
Als drei Stunden später die Glocke das Ende des Schultags verkündete, stürmte Sophie mit vorhergepacktem Rucksack durch die Masse schwätzender Gesichter aus der Schule und auf die Strasse. Sie schaffte es gerade noch zur Bushaltestelle und stieg keuchend ein, Sekunden bevor der Bus abfuhr. Keine Sekunde wollte sie verschwenden, also lief sie quer durch den Bus, alle herumstehenden Leute beiseite schubsend, bis sie bei der optimalen Türe ankam, also die, die ihrem Ziel am nächsten war. Aus dem Fenster sah sie, wie die Stadt langsam weicher wurde, mehr Bäume und Gräser auf dem Strassenrande auftauchten. Dann aber verschwanden die Pflanzen wieder und mit ihnen das Licht. Sie waren im Schatten eines Wohnblocks. Im Ganzen gab es sechs davon; jeder sah ein bisschen anders aus, aber keiner war mehr als ein quadratischer Betonklotz. Die Türe öffnete sich und sie stieg aus.
Aus ihrem Fenster konnte sie einen Fluss sehen. Der verlief parallel zur Strasse bis in die Stadt hinein und an ihrer Schule vorbei, so dass sie nie weiter als einen Kilometer davon entfernt war. Früher war sie oft mit ihrer Familie an ihm wandern gegangen, das war aber lange her; vielleicht weil die früher auf dem gegenüberliegenden Ufer stehenden Häuser durch mehr Betonklötze ersetzt worden waren. Sophie erinnerte sich an die Baustelle, die noch vor einem Jahr dort gestanden, jetzt aber den Fluss weiter hinaufgezogen war, wie ein Raubtier, das nach dem Mahl nur kalte, farblose Knochen hinterlässt.
Sie schluckte den Rest ihrer Cola, die sie aus dem Kühlschrank geholt hatte, hinunter. Es waren noch etwa zwei Stunden, bis ihre Eltern zurückkamen, also genug Zeit für eine SessionLegend of Dawnblade.Sie schaute ein letztes Mal aus dem Fenster auf die glatte, farblose Landschaft, stellte das Glas auf ihren Schreibtisch und schaltete den Computer ein. Schon bald stand sie, Zilia Vorensk, vor dem Stadttor von Ularia und blickte vom Berg hinab auf den Schattenwald von Norn. Ihr Gefährte, Darian Shadowclaw, beschwerte sich, dass sie nicht länger in Ularia geblieben waren, wobei Jarei ihn an die Wichtigkeit ihrer Aufgabe erinnerte, die Welt vor dem Einschlag des roten Mondes zu retten. Für die nächsten zwei Stunden wanderte sie durch den Wald, kämpfte gegen Schattentrolle und Himmelsdrachen, erkundete unterirdische Ruinen und erfuhr, wer der böse General Ziorol wirklich war. Dann hörte sie, wie die Türe geöffnet wurde. Sie speicherte ihren Spielstand an der nächsten Sternenquelle und schaltete den Computer ab.
„Also, wie war’s heute in der Menschenfabrik?“, fragte ihr Vater.
Alle vier sassen um den Esstisch, Sophies Mutter und Bruder in ihre Geräte versunken, während sich das rituelle Gespräch abspielte.
„Also …“, sie versuchte, sich an irgendetwas Interessantes zu erinnern, „wir haben in Bio gelernt, wie die Zellteilung abläuft.“
Er schaute sie erwartungsvoll an.
„Ich hätte gedacht, dass du dich mindestens an etwas so Grundlegendes erinnern würdest.“
„In zwanzig Jahren kann man vieles vergessen, vor allem Dinge, die man nie richtig gelernt hat.“
Sophie seufzte und machte sich daran, aus ihren Erinnerungen das Gelehrte zusammenzustückeln. Heute war es schlimmer als sonst, weil sie am vorherigen Abend viel zu lang aufgeblieben war und fast die ganze Biolektion verpennt hatte, aber irgendwie schaffte sie es trotzdem, eine halbwegs kohärente Erklärung zustande zu bringen. Ihr Vater wandte sich dann zum Bruder, der sein Handy widerstrebend ausschaltete und irgendetwas über Französisch murmelte. Als dann etwa zehn Minuten später alle Teller leer waren, hiess es ab zum Duschen.
Das warme Wasser verdrängte die Müdigkeit aus Sophies Körper, so dass sie nicht umkippte, als sie die kurze Strecke zu ihrem Computer zurücklief und der leuchtende Bildschirm und die laute Musik aus ihren Kopfhörern verhinderten, dass sie zurückkehrte. Sie stellte einen Alarm für halb elf, um die Fehler von gestern nicht zu wiederholen, und öffnete das Game. Ein Update. Sie schaltete den Bildschirm aus, erfahrungsgemäss würde es etwa eine halbe Stunde dauern, und nahm ihr Handy hervor. Nach etwa zehn Sekunden Scrollen wurde ihr aber klar, dass sie heute nichts Interessantes finden würde. Was jetzt? Hinter ihr stand ein Rucksack, gefüllt mit Blättern, die sie für die kommende Physikprüfung repetieren sollte. Sie hatte eigentlich geplant, heute Abend einige Stunden ins Üben zu investieren, wie es andere machten, hatte aber keine Lust und schaute lieber aus dem Fenster. Als sie auf die gelb beleuchtete Strasse hinunterblickte, verfluchte sie ihre Faulheit, die ihr so schlechte Noten gab, und sich selbst, die nichts dagegen unternehmen würde. Als ihre Augen und ihr Hirn sich aber auf die Strasse konzertierten, bemerkte sie etwas Unnatürliches, das sie vom Fenster zurückschrecken liess. Langsam blickte sie trotz ihrer Angst wieder hinab auf die Bushaltestelle an der gegenüberliegenden Strassenseite und in die Augen des Mädchens, das da auf der Bank sass. Es lächelte Sophie freundlich an und winkte. Sophie hob dann unsicher ihre Hand und ahmte die Geste nach. Sophie wollte gleichzeitig wegschauen und ihren Blick halten, sie hatte ein angespanntes Gefühl in ihrer Brust und ein unsicheres Lächeln auf ihrem Gesicht. So standen sie für etwa eine Minute, bis ein Bus kam und das erste Gefühl sie vom Fenster wegriss. Sie legte sich auf das Bett, ihre Emotionen kämpften gegen ihre Gewohnheit, jeden Abend zu gamen. Dem zweiten Drang widerstehend blieb sie liegen und dachte an das Mädchen, fragte sich, wer sie war, was sie wollte, ob sie sie jemals wiedersehen würde und warum sie sie wiedersehen wollte.
So lag sie, weil ihre umherschweifenden Gedanken sie nicht einschlafen liessen, einige Stunden, bis sie hörte, wie ihr Fenster geöffnet wurde. Blitzschnell setzte sie sich auf, fand aber nur ihr leeres Zimmer. Sie stand auf, um das Fenster zu schliessen, stoppte aber, als sie am Himmel einen Stern entdeckte. So etwas sah sie wegen der hellen Strassenlichter nur selten, also setzte sie sich an ihr Pult und stellte den Bildschirm, der ihr Blickfeld ganz füllte, beiseite.
„Guten Abend, Sophie Ackermann.“
Sophie schaute den Stern beängstigt an, zu müde, um sich zu erschrecken.
„Entschuldigung, aber ich habe jetzt nicht viel Zeit.“, sagte der Stern. „Geh Morgen direkt nach der Schule zum Bahnhof Effikon, dort wirst du jemanden treffen. Bahnhof Effikon, verstanden?“
Der kleine Stern, der nur etwa zwei Meter hinter dem Fenster geschwebt hatte, fiel hinab und war schon verschwunden, als Sophie hinunterblickte. Nach einigen Minuten nahm der Schock ab und sie legte sich wieder ins Bett.
