Zwei Jungs im Sommer - Jay Bell - E-Book

Zwei Jungs im Sommer E-Book

Jay Bell

4,5

Beschreibung

Die heißen Nächte von Texas sind sehr einsam für Ben - bis Tim Wyman in sein Leben tritt. Tim ist wunderschön, hat reiche Eltern und scheint das perfekte Leben zu führen. Als ein nicht ganz zufälliger Unfall die beiden Jungs zueinanderbringt, entdeckt Ben, dass auch Tim jede Menge unerfüllter Sehnsüchte hat. Doch damit fangen die Probleme erst an. Denn die wirkliche Herausforderung besteht darin, sich gegen die Widerstände der anderen zu behaupten. Weil nicht nur Tims Familie versucht, die beiden auseinanderzubringen, wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. "Zwei Jungs im Sommer" ist die turbulente und berührende Geschichte einer jungen Liebe.

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Seitenzahl: 528

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Für Andreas – mein Leitstern, mein glücklicher Gedanke, mein wahr gewordener Traum.

Ich liebe dich, Baby.

Inhalt

Erster Teil: Houston, 1966

Zweiter Teil: Chicago, 1999

Dritter Teil: Austin, 2003

Epilog: Austin, 2008

Danksagung

Über das Buch

Über den Autor

Impressum

Buchtipps

Erster Teil:

Houston, 1996

Kapitel 1

Das hier ist keine Coming-out-Geschichte. Das habe ich vor zwei Jahren hinter mich gebracht, im zarten Alter von vierzehn Jahren. Ich habe gewusst, dass ich schwul bin, seit ich zwölf Jahre alt war und mein bester Freund Kevin nach Utah zog. Es brach mir das Herz, was vermutlich eine normale Reaktion für ein Kind ist. Nachdem Kevin zwei Wochen fort war, beschloss ich, mich in einen Greyhound-Bus zu setzen, um ihn zu sehen. Der Kerl am Schalter wollte mir kein Ticket verkaufen, also versuchte ich mich als das Kind eines anderen Fahrgastes auszugeben, der gerade einstieg. Das klappte auch nicht. Der Busfahrer forderte mich auf auszusteigen, und ein Bahnhofswärter rief meine Eltern an. Ihre Reaktion auf meinen kleinen Plan machte mir klar, dass meine Gefühle für Kevin über das gewöhnliche Maß hinausgingen. Na ja, das – und die Tatsache, dass ich einen Ständer bekam, wann immer ich an ihn dachte.

Bens Finger schwebten zögernd über der Tastatur seines Notebooks, während er noch einmal las, was er gerade geschrieben hatte. Er holte tief Luft, der metallene Geruch des überhitzten Gerätes füllte seine Nase, bevor er ihn seufzend ausstieß. Warum klangen seine Worte immer so abgedroschen, wenn er versuchte, über sein Leben zu schreiben? Er wollte etwas schreiben, das anders war, wirklich war – aber am Ende klang es immer wie eine der Geschichten aus seinem kleinen Stapel Pornohefte.

Er schwor sich, beim nächsten Mal mit Stift und Papier zu schreiben, ganz altmodisch. Dann würde er wenigstens das Vergnügen haben, die unbefriedigenden Ergebnisse zerknüllen und in einen kleinen Mülleimer aus Blech schmeißen zu können – so wie sie es immer in Filmen taten. Ben konnte nicht mehr tun, als sein Dokument zu speichern, das Schreibprogramm zu schließen und die Datei per Mausklick in den Papierkorb zu befördern. Während er diesen mit einem Rechtsklick leerte, fragte er sich, ob es wirklich daran lag, dass er nicht schreiben konnte, oder ob die Geschichten in seinen Pornoheften vielleicht einfach nur wirklich gut waren. Er begann zu bereuen, dass er seinen Text gelöscht hatte, als sein Blick auf die Uhr am unteren rechten Bildschirmrand fiel. Zehn vor sieben. Gleich würde es für Mr. Blue Shoes Zeit zum Joggen sein.

Für einen kurzen Augenblick geriet Ben ins Schwanken. Ein Teil von ihm sah durchaus, wie gruselig sein Verhalten war. Er war sich nicht sicher, ob man bereits von Stalking sprechen konnte, aber zweifelsohne war es gefährlich nah dran. Aber was sollte er sonst tun? Schreiben hatte nicht funktioniert, und im Fernsehen gab es nichts außer Wiederholungen, wie jeden Sommer. Was war schon schlimm an einem unschuldigen Bummel durch die Nachbarschaft? Und wenn er dabei Mr. Blue Shoes begegnen sollte, dann war das eben so.

Ben fuhr sein Notebook runter und fragte sich, wann er es das letzte Mal getan hatte. War es gestern gewesen? Sicherlich vorgestern. Wie oft schon in dieser Woche? Da sie im selben Alter waren, war sich Ben sicher, dass Mr. Blue Shoes nach den Sommerferien auf seine Schule kommen würde, und er wollte nicht vorher schon auffallen. Sich an der Schule geoutet zu haben, hatte ihm schon genug Spott eingebracht, da musste er sich nicht noch durch kriminelle Verzweiflung lächerlich machen.

Ben zog sich seine Schuhe an und schloss leise die Tür seines Zimmers hinter sich. Der Sound von MTV’s Mega Summer Beach Party, oder wie immer sie es dieses Jahr nannten, dröhnte aus dem Zimmer seiner Schwester. Ausnahmsweise belagerte sie mal nicht das Badezimmer. Ben flitzte über den Flur und schaltete das Licht an. Er wusste, dass er nicht viel Zeit hatte, dass er nur einen kurzen Moment hatte, um sein Aussehen zu checken.

Sein blondes Haar musste mal wieder geschnitten werden, aber noch ging es, entschied er, und er versuchte es in Form zu bringen. Sofort blieb sein Blick an seinen kastanienbraunen Augen hängen und ließ ihn wünschen, seine Eltern hätten ihm zu Weihnachten die farbigen Kontaktlinsen geschenkt, die er sich gewünscht hatte. Grün, blau, lila – alles außer braun. Wenigstens war er die Zahnspange jetzt los. Er grinste breit und suchte nach möglichen Resten des Spinatsoufflés, das seine Mutter zum Abendessen serviert hatte. Hätte er mehr Zeit gehabt, hätte er sich die Zähne geputzt. Nur für den Fall, dass das Leben einmal so spielen würde wie in einer dieser Sexgeschichten. Zu schön, um wahr zu sein.

Er war froh, dass auf seinem Gesicht noch ein paar Spuren der Sonnenstrahlen zu finden waren, die er beim Campen letzte Woche abbekommen hatte. Bedeutend weniger freute ihn das dämliche Smashing-Pumpkins-Shirt, das er anhatte. Das war überhaupt nicht seine Musik. Das Shirt war eines Tages unter mysteriösen Umständen in seinem Wäschestapel aufgetaucht. Der Freund seiner Schwester hatte es nach einem seiner nächtlichen Besuche liegen lassen, und nachdem Ben das rausgefunden hatte, trug er es, um sie zu quälen. Diese textilgewordene Erpressung war ihm einige Nummern zu groß und hing wie ein Zelt an seinem gertenschlanken Körper. Ben biss sich auf die Lippe und entschied sich dagegen, im Wäschekorb nach etwas Besserem zu suchen. Wenigstens war dieses Shirt sauber.

Er knipste das Licht im Badezimmer aus und rannte die Treppen runter, wobei er immer zwei Stufen gleichzeitig nahm und mit einem Knall unten landete, der ihm garantiert einen lautstarken Kommentar seiner Mutter einbringen würde. Er hielt inne, aber das Einzige, was er hörte, war Gelächter aus der Konserve. Dem Himmel sei Dank für die hypnotisierende Wirkung des Fernsehprogramms. Ben schlich aus dem Haus, unbemerkt von allen außer Wilford, dem Hund der Familie.

Es war August, und die Abende waren immer noch hell, wenn auch nicht mehr so sehr wie letzten Monat. Ben dachte über den symbolischen Charakter dieses Zeichens nach – die Welt verdüsterte sich mit dem näher rückenden neuen Schuljahr –, während er die Straße runter Richtung Ende des Blocks joggte. Hinter diesen Häusern hier lag ein Wald, der an einen großen öffentlichen Park anschloss. Er suchte sich einen Garten aus, dessen Besitzer sich vermutlich nicht beschweren würde, und durchquerte ihn. Er lief an dem Haus vorbei, durch den nicht abgezäunten Garten, und sah vor sich einen Wald, dessen Schönheit man in einer modernen Vorstadt wie dieser nie vermutet hätte.

Die Mischung aus Pinien und Zedern wurde nur von einem einzelnen Trampelpfad gestört, der zwischen den Bäumen verschwand. Dieser Weg, für alle Zeiten verunstaltet von den kreuz und quer verlaufenden Furchen, die unzählige Fahrradfahrer hinterlassen hatten, wand sich in Schlangenlinien durch die Bäume, sodass sich vier Hektar Wald wie eine grenzenlose Wildnis anfühlten.

Ben drehte rechts ab und stieg eine Böschung hinauf, um auf einen weniger heruntergekommenen, gepflasterten Weg zu gelangen, der um einen kleinen, von Menschenhand angelegten See führte und dessen Rand von Bänken und Abfalleimern gesäumt war. Er suchte die Gegend nach seiner Beute ab. Zunächst sah er niemanden, nur ein Pärchen mittleren Alters, das Hand in Hand lief. Aber dann hörte er die dumpfen Schritte eines Läufers.

Da war er, Mr. Blue Shoes. Ein noch treffenderer Name wäre Mr. Neon Electric Blue Shoes gewesen. Oh, wie verzweifelt Ben nach diesen Schuhen gesucht hatte, nachdem er sie das erste Mal gesehen hatte. Nicht nur, weil er fand, dass sie einfach großartig aussahen, sondern auch, weil sie ein potenzieller Aufhänger für ein erstes Gespräch gewesen wären. Hey, du hast die gleichen abgefahrenen Schuhe wie ich. Aber auch wenn er seine Mutter auf all ihren Shoppingtouren begleitet hatte, hatte er nie ein Paar entdeckt. Er war sich nicht mal sicher, was für eine Marke sie waren. Irgendeine ausgefallene, italienische Marke, die Mr. Blue Shoes bevorzugt gekauft hatte, bevor er hierhin in die Staaten gezogen war, malte Ben sich aus. Schon klar, vielleicht war er gar kein Italiener – aber das würde zumindest den dunklen Ton seiner Haut und sein rabenschwarzes Haar erklären.

Ben wurde aus seinen Tagträumen gerissen, als er merkte, dass das Objekt seiner Begierde geradewegs auf ihn zu joggte. Und er hatte die ganze Zeit hier gestanden und ihn angestarrt. Normalerweise machte Ben wenigstens geringfügige Anstalten, um den Eindruck zu erwecken, dass er an der frischen Luft sei, um zu trainieren. Seine Muskeln waren wie gelähmt, und er versuchte zu entscheiden, was er tun sollte. Er sollte sich vielleicht nach rechts abwenden und weggehen, um nicht allzu auffällig zu wirken. Er fing an, genau das zu tun, als ihm bewusst wurde, dass er dann Mr. Blue Shoes nicht mehr sehen würde, also drehte er sich wieder um. Unglücklicherweise sendete sein verwirrtes Gehirn keine Signale an die Muskeln, die er gebraucht hätte, um tatsächlich loszulaufen. Ben blieb einfach stehen, so wie er zuvor schon gestanden hatte, mit dem Unterschied, dass er nun direkt in die Richtung blickte, aus der Mr. Blue Shoes kam. Und er konnte nichts tun, außer zu starren.

Lust spülte jeden letzten Rest von Selbstbewusstsein weg. Ben blickte von den merkwürdig gefärbten Schuhen aufwärts. Seine Augen nahmen die schwarzen Härchen auf den muskulösen Waden wahr, bevor sie weiter nach oben wanderten, um die Ausstattung zu mustern, die unter der braunen Sporthose baumelte. Ohne sein Glück über Gebühr strapazieren zu wollen, ließ er seinen Blick weiter nach oben gleiten, wo sich die beachtlichen Brustmuskeln abzeichneten. Der Abend war nicht warm genug, als dass man ohne Shirt hätte laufen können, aber das graue Tank-Top erlaubte den uneingeschränkten Blick auf seine muskulösen Arme und das sexy schwarze Haar in seinen Achselhöhlen. Ben schaute in das attraktive Gesicht; er ignorierte die schweißnassen Strähnen dunklen Haares, die auf der breiten Stirn und den wohlgeformten Wangenknochen klebten, und schaute stattdessen lieber in die silbergrauen Augen, die ihn bis in seine Träume verfolgten.

Mit einer Mischung aus Erleichterung und Abscheu stellte Ben fest, dass diese Augen auf sein T-Shirt fixiert waren. Sein offenkundiges Starren war möglicherweise gar nicht bemerkt worden, allerdings um den Preis, dass Mr. Blue Shoes den schlimmsten Teil seiner Aufmachung bemerkt hatte. Als er an Ben vorbeijoggte, trafen sich ihre Blicke. Mr. Blue Shoes hob seine Augenbrauen und nickte auf eine Weise, die unverkennbar »Cool!« sagte, bevor er ein Lächeln aufblitzen ließ.

Und dann war er fort, unmittelbar gefolgt von einer schwitzigen, nach Moschus riechenden Duftwolke. Ben sog diesen Geruch tief ein, und nach einem dramatischen Augenblick der Euphorie fand er die Kraft, weiterzugehen. Er schlenderte durch den Park, bevor er sich wieder nach Hause aufmachte. Er fühlte sich, als sei er eben von einem Traum-Date zurückgekommen. Ihm war klar, dass das alles eher erbärmlich war, aber das war ihm jetzt egal. Der heißeste Typ dieses Planeten hatte ihn gerade zur Kenntnis genommen, und all das nur wegen einer Band, deren Musik zu hören Ben sich nie geschert hatte. Er nahm sich vor, seine Schwester noch am selben Abend zu bitten, ihm eine ihrer CDs zu leihen, aber zuerst würde er sich in seinem Zimmer einschließen und sich wie ein Wahnsinniger einen runterholen, während er an dieses Lächeln dachte.

Shopping mit Allison! Gab es etwas Besseres? Nicht nur, dass sie die Herrlichkeit der Einkaufsstraße erfassen konnte und seine Verehrung dafür teilte, sie kannte auch noch jede Menge kleiner Läden in Seitenstraßen, in denen man Sachen fand, die es nirgends sonst gab. Ben hatte keine Ahnung, wie sie diese Orte immer fand. Manchmal fragte er sich ernsthaft, ob sie vielleicht in die Stadt gefahren war, um die Ladenbesitzer zu überreden, mit ihren Geschäften in die nördlichen Vororte der Woodlands zu ziehen, wo er und Allison wohnten.

»Nach Hause?«, fragte Allison und schaute in den kleinen, gesprungenen Spiegel, der in dem Blendschutz steckte. Ihre ausdrucksstarken Augen verfolgten die glänzende Spur des pflaumenfarbenen Lippenstifts, während sie ihn auftrug – der Farbton passte perfekt zu ihrer dunkelbraunen Haut. Dann presste sie ihre Lippen aufeinander, klappte den Spiegel nach oben und drehte sich zu Ben. »Wir können auch morgen noch die Läden unsicher machen. Ich denke, für heute haben wir eine ganz gute Ausbeute.«

Ben nickte. Sie hatten es geschafft, nicht nur eine, sondern gleich zwei Hosen zu finden, die sich eng um seine Hüften schmiegten, ohne dass man sie mit roher Gewalt und einem Gürtel zurechtzurren musste. In Sachen Shirts hatte er nicht so viel Glück gehabt, aber es dauerte noch ein paar Wochen, bis die Schule wieder anfing, und er hatte noch nicht in den Second-Hand-Läden geschaut. Ironischerweise schienen sie dort immer Klamotten zu haben, die stylisher und hipper waren als das Zeug aus den Modeläden.

Als der Ford Escort heimwärts tuckerte, dachte Ben darüber nach, wie verloren er ohne Allison wäre, wie sehr ihr breites Grinsen und das schelmische Funkeln in ihren Augen immer seine Stimmung hoben. Er liebte auch die eifersüchtigen Blicke, die Männer ihm zuwarfen, wenn sie zusammen ausgingen und die große, schlanke Schönheit, mit der er Arm in Arm lief, fälschlicherweise für seine Freundin gehalten wurde.

»Scheiße!«, rief Allison, als die Kassette im Autoradio stockte und quietschte.

Natürlich war diesen eifersüchtigen Jungs vermutlich nicht klar, dass sie auch fluchen konnte wie ein Matrose.

Ohne einen Blick auf die Straße zu werfen, haute Allison so lange auf die Eject-Taste, bis das Kassettendeck ihr neuestes Mixtape ausspuckte. Sie zog es nach oben und sah, wie das Magnetband in Schlaufen nach unten baumelte. »Ich bin die ganze Nacht wach geblieben und habe am Radio gehockt, um dieses dumme Teil zu machen«, jammerte sie und trat gerade noch rechtzeitig auf die Bremse, als sie die rote Ampel vor sich bemerkte.

»Du brauchst einen CD-Player«, sagte Ben.

»Ich brauche ein neues Auto«, entgegnete sie.

Wie auf ein Stichwort hin fuhr ein Sportwagen, in dem mehrere Teenager saßen, zu der Ampel vor; Musik dröhnte so laut aus dem Auto, dass es den Rückspiegel des Escorts zum Zittern brachte. Obwohl der Sommer fast schon vorbei war, stand auf dem Auto noch immer Class of 96 in großen Lettern aus weißer Schuhcreme.

»Ich hoffe nur, dass wir nicht genauso lahm sind, wenn wir unseren Abschluss machen«, sagte Allison, als die Ampel auf Grün sprang und der Sportwagen loszischte, »aber wenigstens können sie Musik hören.«

»Es gibt ja immer noch das Radio«, schlug Ben vor.

Allison zeigte durch die Windschutzscheibe in Richtung eines kleinen Stummels aus Metall, dort, wo die Antenne hätte sein sollen. Sie zog ihre Augenbrauen nach oben und bewegte ihren Kopf hin und her, auf eine Art, die man bei vielen schwarzen Mädels beobachten konnte, wenn sie eine Sache auf den Punkt gebracht hatten.

»Ah, richtig!« Ben verwarf den Gedanken.

Allison legte ihre Hände wieder auf das Lenkrad und widmete ihre Aufmerksamkeit der Straße; dann zog sie wieder ihre schmalen, geschwungenen Brauen hoch und lächelte.

»Sing für mich«, sagte sie mit süßer Stimme.

»Was möchtest du hören?«

»Hmmm... Wie heißt dieser eine Song noch mal? Take a Chance on Me.«

»Du meinst den von ABBA?«, fragte Ben, und es gelang ihm nicht, die Enttäuschung in seiner Stimme zu verbergen.

»Ja, der mit dem Comicstrip-Video und dem heißen Sänger.«

»Du meinst Take on Me von A-ha«, korrigierte Ben sie erleichtert.

»Sing ihn einfach, mein hübscher Bengel.«

Ben lächelte, räusperte sich und begann zu singen. Seine Stimme war das, was er am meisten an sich mochte. Wenn er redete, klang sie denkbar gewöhnlich, aber wenn er sang, dann floss seine Stimme wie Honig. Ben liebte es zu singen. Schon als kleiner Junge hatte er die Countrymusik mitgesungen, die seine Mutter hörte, während sie putzte, und die Oldies, die liefen, wenn sein Vater Auto fuhr. Wenn er sang, fühlte sich die ganze Welt für ihn richtig an, so als ob es sie für den Augenblick in einen Zustand der Gnade versetzte.

Der Glanz in Allisons Augen verriet ihm, dass sie ebenso fühlte. Sie hörte sich das Lied bis zur Hälfte an, lachte, wenn er neue Textzeilen erfand, weil er die richtigen nicht kannte, bevor sie beim zweiten Refrain einstieg. Ihre Stimme war um Klassen besser als die aller anderen Mädchen an der Schule – wenn er der Honig war, war sie der Zucker. Niemand konnte die beiden toppen, wenn sie sangen, das hatten sie vergangenes Jahr im Schulchor mehr als einmal bewiesen.

Allison hörte abrupt auf zu singen und bog scharf nach rechts ab. »O Gott, bist du in letzter Zeit mal hier unten gewesen?«

»Nein«, sagte Ben und wünschte sich, dass sie wenigstens das Lied zu Ende gebracht hätten.

»Es sieht jetzt total anders aus hier, du wirst es nicht glauben.«

Vor ihren Fenstern war ein ganzer Straßenzug aus Neubauten entstanden. Sie befanden sich nur drei Blocks von Bens Zuhause entfernt, aber er hatte den Bauarbeiten hier keinerlei Beachtung geschenkt. Wie er sich vage erinnerte, hatten sich seine Eltern über diese Häuser beschwert. Sie waren gerade so viel größer und besser als ihre eigene Immobilie, als dass sie deren Wert mindern würden. Oder steigern. Er erinnerte sich nicht mehr genau. Wie auch immer, die Neubauten sahen nett aus, auch wenn die Gärten noch ganz kahl waren, abgesehen von den spindeldürren jungen Bäumen, die man in die Erde gesetzt hatte.

»Das war hier alles freies Feld als wir noch Kinder waren, erinnerst du dich?«, seufzte Allison. »Wir haben hier immer gespielt.«

Er erinnerte sich, auch wenn es genau genommen Allison und seine Schwester Karen gewesen waren, die zusammen gespielt hatten. Er hatte sich ein paar Mal an sie rangehängt, aber immer gegen ihren Willen. Ein kleiner Altersunterschied hatte dieser Freundschaft ein Ende gesetzt. Kaum war Karen in der Highschool, befand sie, dass es sozialer Selbstmord wäre, mit einem Mädchen aus der Junior High befreundet zu sein, und so war automatisch Ben zu Allisons neuem besten Freund befördert worden. Allison neigte dazu, Geschichtsklitterung zu betreiben und alle Erinnerungen an die gemeinsame Zeit mit Karen Ben zuzuschreiben, was irgendwie auch schmeichelhaft war.

»Schade um die Trauerweide«, sagte sie und zeigte auf einen Tennisplatz und einen Spielplatz für Kleinkinder. »Aber trotzdem: Ich hätte nichts dagegen, hier zu wohnen.«

»Es ist ganz nett«, sagte er, während er die breiten Garagen und die hohen Fenster begutachtete, hinter denen sich der Eingangsbereich der Häuser über zwei Stockwerke erstreckte. Diese neue Wohnsiedlung hatte etwas an sich, das Ben gleichermaßen abschreckend und anziehend fand. Was er nicht mochte, war die Tatsache, dass die Häuser zu neu waren, um einen eigenen Charakter zu haben. Keines von ihnen hatte eine persönliche Note erhalten, sei es durch das Aufhängen von Basketball-Körben, durch einen gewagten Anstrich, wild gewachsenen Rasen oder eigenwillige Gartendekoration. Sie sahen aus, als hätte jemand sie mit einer Ausstechform für Plätzchen geschaffen. Das war in den meisten Wohngegenden so, aber die Einförmigkeit wurde aufgehoben, wenn individuelle Eigenheiten aus dem Haus ein Zuhause machten.

Was Ben mochte, rührte genau von dem, was er nicht mochte. Das gewöhnliche Schablonenhafte war wie ein leeres Blatt Papier und machte es ihm einfacher, sich vorzustellen, in einem der Häuser zu wohnen, das ihm gefallen würde. In seinem Kopf konnte Ben sich ausmalen, in welcher Farbe er es streichen würde, wie er es im Innern dekorieren würde, ja sogar welchen Job er haben und mit wem er in dem Haus wohnen würde. Diese Vorstellung schürte in ihm die Sehnsucht, bald mit der Schule fertig zu sein, sodass er sein eigenes Leben führen könnte.

Das Brummen eines Rasenmähers stimmte in den ungesunden Klang des Motors ein, als sie um eine Ecke fuhren. Eine Gestalt, die Ben bekannt vorkam, schob die Maschine durch einen Garten, dessen Rasen noch kaum zu sprießen begonnen hatte.

»Fahr ran!«, schrie Ben auf. »Nein! Nicht hier!«, rief er, als Allison dorthin fuhr, wo Mr. Blue Shoes sich bewegte. Dankenswerterweise schaute er nicht in ihre Richtung und bemerkte nicht, wie das Auto von der Bordsteinkante wieder in Richtung Straßenmitte gerissen wurde.

»Was zur Hölle?«, beschwerte Allison sich. »Ich hab gedacht, du müsstest kotzen oder so was.

»Sorry!« Ben zappelte in seinem Sitz, als er sich umdrehte, um durch die Heckscheibe zu schauen. »Lass mich einfach am Ende des Blocks raus.«

»Na schön«, sagte Allison und warf einen argwöhnischen Blick in den Rückspiegel. »Du kennst diesen Typen?«

»Noch nicht«, sagte er mit einem Lächeln, während das Auto langsamer wurde.

Allison lachte überrascht auf. »Du bist ganz schön mutig heute! Komm später bei mir vorbei und hol dein Zeug ab. Das heißt, wenn du nicht beschäftigt bist.«

»Halt die Klappe!« Ben grinste, als er aus dem Wagen sprang. Er winkte ihr zu, während sie wegfuhr, bevor er sich in die Richtung des Objekts seiner Begierde aufmachte.

Ben war es gewohnt, dass dieses kleine Ritual am Abend stattfand. Sich am helllichten Tag zu bewegen, machte ihn nervös. Er hatte Angst, zu sehr aufzufallen, wenn er einfach nur so die Straße entlanglaufen würde, ohne ein bestimmtes Ziel. Ben wünschte sich, er hätte … Was? Vielleicht ein Clipboard oder dergleichen? Wenigstens seinen Hund hätte er ausführen können.

Ben verfluchte sich im Stillen. Wilford! All die Abende, an denen er so beiläufig an Mr. Blue Shoes vorbeigelaufen war, hätte er seinen Hund ausführen können. In den Magazinen stand immer, dass Hunde gute Eisbrecher waren. Vielleicht war Mr. Blue Shoes ein Tierfreund. Vermutlich war er das, und er wäre schon vor Monaten stehen geblieben, um Wilford zu streicheln. War es nun zu spät, den Hund mitzunehmen?

Der Lärm des Rasenmähers war nähergekommen, aber Ben wagte es nicht, aufzuschauen. Das war zu auffällig. Stattdessen ließ er seinen Blick über die Häuserreihe auf der rechten Straßenseite gleiten und tat so, als suche er eine bestimmte Adresse. Ich gehöre hierhin, ich gehöre hierhin – er wiederholte die Worte in seinem Kopf. Nichts Außergewöhnliches daran, dass ich hier bin, beachte mich gar nicht.

Der Rasenmäher dröhnte zu seiner Linken, dann wurde er hinter ihm immer leiser, während Ben weiterlief. Er riskierte einen Blick über seine Schulter und sah, wie der verschwitzte Mr. Blue Shoes kehrtmachte, um wieder in seine Richtung zu kommen. Ben riss seinen Kopf wieder nach vorne, hoffte, dass man ihn nicht bemerkt hatte, und beschleunigte seinen Schritt. Gott, wie sehr er nun hoffte, dass Allison tatsächlich heimgefahren war, und nicht gewendet hatte, um ihn zu beobachten. Er hätte sich vor ihr für sein sinnloses Getue wirklich geschämt. Sie nahm an, dass Ben einfach freundlich einen fremden Typen ansprechen konnte, dabei schaffte er es in Wirklichkeit nicht mal, ihn anzuschauen.

Wenigstens war es jetzt vorbei. Ben erreichte die Straßenecke und drehte sich um; er hörte, wie eine weibliche Stimme etwas Unverständliches rief. Das Geräusch des Rasenmähers verstummte, und wieder war die Stimme zu hören: »Tim! Telefon!« Ben riskierte einen weiteren Blick zurück und sah, wie Mr. Blue Shoes auf die Haustür zuging, wo eine Frau ihm ein schnurloses Telefon entgegenhielt. Als die Luft rein war, rannte Ben lachend die Straße runter. Jetzt wusste er nicht nur, wo er wohnte – er kannte auch seinen Namen.

Allison grinste breit, als sie ihm die Einkaufstasche vom Wasserbett, auf dem sie saß, aus zuwarf. »Also? Was ist passiert?«

»Er heißt Tim.« Ben ließ sich auf das Bett fallen, wobei er Wellen verursachte, die sie beide auf und ab hüpfen ließ.

»Das ist schon mal ein guter Anfang. Was hast du gesagt?«

»Na ja ...«

Allison entglitten die Gesichtszüge. »Du hast doch mit ihm gesprochen, oder etwa nicht?«

»Der Rasenmäher lief. Was hätte ich denn tun sollen? Ihn anhalten, nur um Hallo zu sagen? Außerdem kam auch gerade seine Mutter aus dem Haus.«

»Also hast du da nur rumgehangen und gelauscht?« Allison schnaubte. »Ich würde dir jetzt sagen, dass das erbärmlich ist, wenn ich nicht genau dasselbe getan hätte.«

Ben lächelte und griff in das Regal über dem Kopfende des Bettes, wo sie ihre CDs in Kunststofftaschen aufbewahrte. Er griff wahllos eine der Taschen und begann, sie durchzublättern. »Was denkst du, sollte ich jetzt tun?«

»Weiß nicht. Du musst dir einen Grund einfallen lassen, ihn anzusprechen.« Allison zog ihre Augenbrauen für einen sarkastischen Blick nach oben. »Vielleicht klingelst du bei ihm und sagst ihm, dass du Plätzchen für die Pfadfinderinnen verkaufst.«

»Bring mich nicht auf dumme Gedanken«, entgegnete Ben. »Hm, ich könnte einfach behaupten, dass meine Katze abgehauen ist.«

»Na klar. Mal abgesehen davon, dass du keine Katze hast. Und selbst wenn: Was sollte sie in seinem Haus suchen?«

Ben warf die Tasche mit den CDs beiseite, drehte sich auf den Rücken und stöhnte auf. »Es muss doch eine Möglichkeit geben.«

»Na ja, in zwei Wochen fängt die Schule an. Vielleicht habt ihr irgendwelche Kurse zusammen.«

»Zwei Wochen? So lange will ich nicht warten.«

»Du wirst es überleben.« Allison warf einen Blick auf das Display ihres Digital-Weckers. »Mein Dad kommt in zehn Minuten nach Hause. Wollen wir noch mal raus und nach Shirts für dich suchen?« Diese beiden Sätze waren nicht ohne Zusammenhang. Allisons Vater hasste ihn. Das beruhte auf Gegenseitigkeit, aber Ben fürchtete sich vor einer Konfrontation.

Der Mann schien immer bis aufs Blut gereizt, die dicken Adern auf seiner Stirn und seinen Schläfen pochten warnend, wann immer er Ben bei dessen Besuchen erwischte. Er hatte nie mit ihm geredet, auch nicht, wenn Ben ihn höflich grüßte. Tatsächlich hatte er nur einmal etwas zu ihm gesagt, als Ben eines Tages gerade das Haus verließ: »Scheiß Schwuchtel!«

»Klar, lass uns noch mal shoppen gehen«, sagte Ben mit einem unruhigen Blick auf die Uhr. »Aber lass uns diesmal ins Einkaufszentrum gehen. Da sind mehr Leute.«

»Für alle Fälle?«, fragte Allison.

»Für alle Fälle.«

Kapitel 2

Es waren nur noch zwei Tage, bis die Schule wieder anfing, und Ben hatte Tim nicht mehr gesehen, auch wenn er zweimal täglich an seinem Haus vorbeigelaufen war. Bei all seinen Versuchen hatte er Wilford als Tarnung dabei. Er führte einfach nur seinen Hund Gassi, wie jeder andere Trottel auf der Welt auch. Das machte Wilford sehr glücklich, aber Ben hatte es nichts eingebracht, außer noch mehr Frustration. Er gab dem elendig heißen August die Schuld, der alle Leute ihre Vorhänge zuziehen und die Klimaanlage anschmeißen ließ.

Einzugrenzen, wo jemand joggen gehen würde, war in den Woodlands besonders schwierig. Zahllose geteerte Radwege führten durch die gesamte Stadt, die meisten von ihnen wanden sich vorbei an der Vielzahl von Bäumen, die die Fassaden der Gebäude verdeckten. Mit dem Rad durch die Stadt zu fahren und dabei nichts als Bäume zu sehen war hier durchaus möglich. Nachdem Tim hierhergezogen war, war er offenbar erst mal auf dem immer gleichen Pfad zwischen seinem Haus und dem kleinen See gelaufen, aber nun erkundete er vermutlich andere Wege. Außerdem begann Ben sich zu sorgen, dass Tim nur für den Sommer nach Texas gekommen war, um Verwandtschaft zu besuchen, und dass er bereits wieder nach Hause zurückgekehrt war, wo immer das auch sein mochte.

In der Hoffnung, diesmal mehr Glück zu haben, durchquerte Ben auf seinem Nachhauseweg wieder einmal die Gegend, in der Tim wohnte. Wegen eines suizidalen Eichhörnchens zerrte Wilford so heftig an seiner Leine, dass Ben die Aufregung ganz in seiner Nähe gar nicht wahrnahm, bis eine Stimme enthusiastisch aufjubelte.

»Oh, wow! Verdammte Scheiße! Ups, sorry, Mom. Es ist nur so verdammt großartig! Danke!«

Verzweifelt riss Ben ein letztes Mal an der Leine und schaute auf. Tim war in der Auffahrt zu seinem Haus und hüpfte um einen funkelnden, schwarzen Sportwagen herum. Eine zerstreute Gruppe von Leuten schaute ihm mit amüsierten Gesichtern zu. Ben nahm die Luftballons wahr, die am Garagentor befestigt waren, als auf einmal jemand Happy Birthday rief.

Wilford wählte diesen Moment, um ein Büschel Gras zu beschnuppern, bevor er sich dankenswerterweise hinhockte, was Ben die Gelegenheit gab, stehenzubleiben und unverhohlen zu starren.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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