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Glühende Hitze. In der Luft liegt ein Knistern. Blätter rollen sich welkend ein. Weihnachten im australischen Busch. Es soll ein glücklicher Tag werden für einen jungen Mann, der das Fest bei Braut und Schwiegervater verbringen will. Doch mit einem Mal steht ein versoffener alter Wanderarbeiter vor der Tür und möchte mitfeiern. Als der Schwiegervater ihn fortschickt, stößt der Fremde eine rätselhafte Drohung aus: »Ich werde gegen den Wind reisen ...«
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Veröffentlichungsjahr: 2022
James Skipp Borlase
Zwölf Meilen
Aus dem Australischen übersetzt von
Shawnee Lawrence
1. Auflage 2022
Balladine Publishing Ltd & Co. KG, Köln
Copyright © 2022 Balladine Publishing
Alle Rechte vorbehalten
Umschlaggestaltung: Balladine
ISBN 978-3-945035-56-6
www.balladinepublishing.com
Zwölf Meilen
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Ich glaube, ich wäre nicht versucht gewesen, den letzten Weihnachtstag mit dem alten Matthew Fallon, dem deutschen Winzer, zu verbringen, wenn da nicht zu der Verlockung durch eine versprochene gebratene Gans eine weitere Verführung in Gestalt seiner süßen Tochter Gretchen hinzugekommen wäre. Zufälligerweise wurde sie genau an diesem Tag achtzehn Jahre alt und ich hoffte, sie noch vor Ablauf des Jahres 1884 heiraten zu können.
Gott sei Dank ist sie nun meine Frau. Aber obwohl ich eben dabei bin, eine Geschichte über unsere kurze Verlobungszeit zu schreiben, würde ich um nichts in der Welt zulassen, dass Gretchen diese Zeilen liest. Auf keinen Fall soll durch die Schrecken, über die ich berichten werde, die furchtbare Erinnerung an die Geschehnisse, die ihr damals beinahe den Verstand geraubt haben, geweckt und zur erneuten Gefahr für ihr seelisches Gleichgewicht werden.
Stell Dir also vor, wie ich an einem glühend heißen Weihnachtstag mein kleines Schindelhaus verlasse, auf dessen Veranda das Thermometer in einer schattigen Ecke neunundzwanzig Grad anzeigt. Bekleidet bin ich lediglich mit einem farbigen Hemd – ein sauberer Kragen und eine Krawatte gehören selbstverständlich dazu – sowie mit einer Hose und einem breitkrempigen, flachen Palmblatthut, den ich eine Woche zuvor für ein paar Guineas in Wodonga gekauft habe.
Stell Dir weiter vor, wie ich ein Pferd besteige, für das ich bei derselben Gelegenheit gerade einmal eine halbe Krone bezahlt habe, obwohl es auf jeder Messe oder auf einem Markt in England mehrere Pfund eingebracht hätte, wäre es anständig zugeritten und gestriegelt gewesen.
