Ein Vampir in Schwarz auf Weiß - Sabrina Georgia - E-Book

Ein Vampir in Schwarz auf Weiß E-Book

Sabrina Georgia

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Beschreibung

Das Leben beschert dem CEO Seo Min Guk seit einiger Zeit jede Menge Ärger, den er nicht gewohnt ist. Erst muss er sich um den Schlamassel in Tae-Hoons Job kümmern, dann findet er auch noch heraus, dass sich der Junge sogar noch größeren Ärger eingebrockt hat. Dagegen scheint es wesentlich einfacher zu sein, seine neue Sekretärin einzuarbeiten, die ihm ab jetzt auf Schritt und Tritt zur Seite stehen muss. Kim Son Ya ist talentiert. Sie begreift direkt, dass Ärger ansteht, als Chaebol Kwon ihn zu einem Meeting auffordert. Was will denn der Vater von Tae-Hoons Ex von ihm? Seo Min Guk befürchtet, es dürfte nichts Gutes sein ... Ein romantisches Vampirabenteuer mit Humor, Aktion und dem gewissen Etwas! Empfohlene Lesereihenfolge: MmeeBs: 01 – Ein Vampir fürs Leben MmeeBs: 02 – Erinnerungen eines Vampirs MmeeBs: 03 – Eine Vampirdame im Sprechzimmer Yvor und Yvi – Eine Vampir-Liebesgeschichte mit Knacks MmeeBs: 04 – Vampirische Eifersucht MmeeBs: 05 – Vampirdamen bedeuten nichts als Ärger Yvor und Yvi 2 – Eine Vampir-Liebesgeschichte und noch ein Knacks MmeeBs: 06 – Vampirischer Auftrag: Blutiges Erbe MmeeBs: 07 – Blut, Eis und Flammen Yvor und Yvi 3 – Kein Knacks ist auch keine Lösung VieW 01 – Sam und Moe VieW 02 – Sam und Moe 2 VieW 03 – Avalarie und das Schicksal VieW 04 – Adrian – Gegen die Zeit VieW 05 – Sam und Moe 3 VieW 06 – Vivienne Korean love – Miras Abenteuer MmeeBs: 08 – Phönixgirl – Aus der Asche MmeeBs: 09 – Phönixliebe – über den Tod hinaus Korean love 2 – Neuanfang mit Geheimnissen MmeeBs: 10 oder Korean love 3 – Ein Vampir in Schwarz auf Weiß Natürlich ist es kein Muss – die Bücher machen auch einzeln Spaß! :) MmeeBs – Manchmal muss es eben Blut sein VieW – Verliebt in einen Wolf Und die Welt wächst weiter!

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Prolog
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Epilog
An einem anderen Ort

Ein Vampir in Schwarz auf Weiß

Korean Love mit Biss
Ein Roman von Sabrina Georgia
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Ein Vampir in Schwarz auf Weiß – Korean Love
Sabrina Georgia
1. Auflage
Februar 2024
© 2024 DerFuchs-Verlag D-74889 [email protected] DerFuchs-Verlag.de
Alle Rechte vorbehalten.
Das Werk, einschließlich aller Teile, ist urheberrechtlich geschützt.
Alle Rechte, insbesondere die der Vervielfältigung, Verbreitung, Übersetzung und Verfilmung liegen beim Verlag. Eine Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen ohne Genehmigung des Verlags ist strafbar.
ISBN 978-3-96713-041-6 (Taschenbuch)
ISBN 978-3-96713-042-3 (ePub)

Korean Love trifft aufManchmal muss es eben Blut sein.

Was dabei herauskommt? Hoffentlich ein Abenteuer, das euch Spaß macht ... ;)

Prolog

Müde saß ich am Schreibtisch und brütete über den Verträgen des nächsten Deals. Der Konzern wollte sich erweitern und eine neue Sparte einführen. Das war mein Leben. Als CEO eines erfolgreichen Unternehmens arbeitete ich Tag und Nacht und erfüllte brav meine Pflicht. Seit Jahren kümmerte ich mich darum. Es war mir ans Herz gewachsen, zudem war es das Vermächtnis meines besten Freundes, den ich überlebt hatte. Taes Vater war ein wundervoller Mensch gewesen und der Einzige, der all meine Geheimnisse kannte. Vor allem war er ein Ehrenmann gewesen, sie zu bewahren, sogar vor seiner Frau, die er von ganzem Herzen geliebt hatte. Für Hoseok hatte Yejin die Welt bedeutet. Diese Emotion war mir bislang leider fremd geblieben. Klar kannte ich es, jemanden gern zu haben, auch etwas mehr Gefühl für diese Person zu entwickeln, aber doch nicht so viel, mein Leben in deren Hände zu geben.

Es klopfte an der Tür und Choi Taemin, besser bekannt und gefürchtet als Pic der Killer, betrat den Raum. Das war typisch für ihn. Er wartete nie auf ein Herein oder darauf, begrüßt zu werden. Mein Weggenosse zeigte die üblichen Spuren der Zeit.

»Wie sieht es aus?«, erkundigte er sich und ich konnte nicht anders, weshalb ich seufzte. »So schlimm?«

»Sie bestehen auf die Heirat. Chaebol Kwon meinte, entweder wir gehen auf den Deal ein oder Tae wird es bereuen – dabei weiß der Junge überhaupt nichts von der Sache. Diese Scheißkerle haben es tatsächlich darauf angelegt, ihn wie ein Stück Vieh zu kaufen. Als würde die Fusion dadurch ein Erfolg werden.« Abermals seufzte ich und Pic schüttelte den Kopf.

»Ich könnte das problemlos regeln. Wenn du mich nur machen lassen würdest, dann«, brummte mein Gegenüber mit den gerade recht eigenwillig gegelten Haaren, doch ich schüttelte den Kopf.

Auf gar keinen Fall wollte ich, dass der Killer meine Angelegenheiten regelte. Am Ende würde vielleicht sogar rauskommen, was Tae-Hoon beruflich gemacht hatte. Das wäre sein Ruin. So sehr er auf seine Freiheit bestand und den Drang, unabhängig zu sein, aber das wollte er sicherlich nicht um jeden Preis. Leider hatte er keine Ahnung, was für Schwierigkeiten er noch bekommen würde. Chaebol Miga, Kwons Tochter schien ihrem Vater sehr ähnlich zu sein, zumindest was man sich so erzählte. Ich hatte sie bislang noch nie getroffen. Tae lehnte sie irgendwann als Kundin ab, was sie nicht auf sich sitzen lassen wollte. Als sie dies ihrem Vater gegenüber erwähnte, war es mit dem Frieden komplett aus gewesen. Auch Kim Moohyun – Taes Boss und ein wahrer Verbrecher – hatte danach mitgemischt. Es war viel Geld und einiges an Nerven nötig gewesen, Tae-Hoon freizukaufen. Zu meinem Bedauern bestand Chaebol Kwon allerdings weiterhin auf die Hochzeit. Das würde Tae allerdings niemals mitmachen. Er war verliebt in ein blondes hübsches Ding, das ich ihm herzlich gönnte. Die Kleine hatte den Mumm, den man ihr im ersten Moment niemals zutraute. Ein wenig erinnerte sie mich an Taes Mutter Yejin in früheren Zeiten. Hoseoks Frau hatte ein ruhiges Wesen besessen, doch unter der Oberfläche loderte ein Feuer, das alles verbrannte, was sich ihm näherte. Mein Freund hatte es zumindest lichterloh und leidenschaftlich erfasst.

Wie sehr ich die beiden in den letzten Monaten vermisste. Allein deshalb, da ich nicht mehr mit meinem Freund reden konnte, hatte ich mich in die Arbeit gestürzt.

»Ich soll dir übrigens etwas ausrichten. Deine Sekretärin wird demnächst wohl ausfallen. Hast du eine Nachfolgerin?«, meinte Taemin leise, jedoch schaute ich erschrocken auf, als hätte er mich angebrüllt. Ich hatte total vergessen, dass er noch hier war.

»Was hat sie denn?«, fragte ich verwirrt, was den Killer und meinen derzeitigen Fahrer zum Lachen brachte.

»Sie ist schwanger und wird demnächst wohl ihr Kind kriegen ...? Schaust du deine Mitarbeiter vielleicht mal an, wenn du mit ihnen sprichst? Sie ist kugelrund!«

Ja, da war etwas gewesen. Ich erinnerte mich daran, dass sie zwischendurch ein wenig zugenommen hatte. Schwanger?

»Zu meiner Verteidigung: Sie sitzt meist an ihrem Schreibtisch, wenn ich mit ihr rede.« Ich brach ab, denn egal, was ich nun sagen würde, es zeigte mich in keinem guten Licht. Es war richtig, dass ich die Menschen um mich herum mehr oder weniger ignorierte. Bis auf diejenigen, mit denen ich mich auf geschäftlicher Ebene traf, hatte ich mit fast keinem mehr Kontakt.

»Sie suchen eine neue Sekretärin für dich. Darum habe ich die Personalabteilung gebeten. Gern geschehen.« Taemin nahm auf der Couch platz und streckte die Beine aus. Er würde anscheinend nicht mehr so schnell gehen.

Ob ich mit ihm über die Probleme reden sollte, die mich derzeit beschäftigten? Aber nein! Am Ende gäbe es nur Tote und das brauchten wir auf keinen Fall. Tae war eh bald auf Dauer in Deutschland und aus der Schusslinie. Zur Not musste ich Chaebol Kwon etwas anderes anbieten.

»Wie lange kennen wir uns jetzt schon, Hyeong?« Taemin legte den Kopf schief und starrte mich mit seinen dunklen Augen an.

Ich überlegte.

»Etwas an die 400 Jahre?«

Taemin nickte.

»Richtig. Und ich bin seit über 200 Jahren im Geschäft als Auftragsmörder. Ich sag dir, die Kerle werden erst dann Ruhe geben, wenn ich mich um sie gekümmert habe. Diese Menschen, die mit dem goldenen Löffel im Mund aufgewachsen sind, ticken alle so. Am besten ist es, man lässt die ganze Sippe verschwinden – oder demonstriert seine Macht, indem man ihnen etwas wegnimmt, was ihnen lieb und teuer ist. Wie hieß die Kleine noch, mit der sich dein Goldjunge getroffen hat?«, knurrte mein alter Freund.

»Miga«, seufzte ich. »Aber ich bin nicht überzeugt, dass das etwas helfen wird.«

»Ich kann es dir nur anbieten. Der alten Zeiten willen.«

Choi Taemin zwinkerte und ich wurde mir mal wieder bewusst, wie weit sich unsere Lebenswege getrennt hatten. Er wurde zu einer Waffe, die Menschen das Leben kostete, während ich mit dem Konzern oftmals alles tat, um dieses zu bewahren. Wir hatten allerdings eins gemeinsam: Wir waren beide geborene Vampire und in dieser Welt im Grunde allein.

1

Eine Woche später.

»Es freut mich sehr, dass Ihnen die Firma und der Arbeitsplatz gefallen. Der Einsatz ist recht kurzfristig und auf dieser Stelle nicht von Dauer, weshalb ich mich sehr geschmeichelt fühle, Ihre Offenheit zu sehen.«

Seo Min Guk hatte mich persönlich empfangen und durch das Gebäude geführt. Er war eine angenehme Person und sprühte förmlich vor Charme. Ich sollte als Sekretärin einspringen, bis die derzeitig in den Wehen liegende Dame zurückkehrte. Für mich war es kein Problem, denn meine Pläne sahen eh keinen allzu langen Aufenthalt vor. Nur noch diesen Job und ich würde nach Amerika gehen. Ein Freund erwartete mich dort, zusammen mit neuer Arbeit und weiteren Herausforderungen.

»Leider habe ich niemanden, der Sie in die Aufgaben einführen könnte, deshalb müssen Sie wohl oder übel mit mir ergründen, was alles zu tun ist. Fangen wir doch gleich mit ein paar Kleinigkeiten an: Meinen Kaffee trinke ich schwarz und das um zehn und um 15 Uhr. Sollten wir auf Geschäftsreisen sein, auch noch einen um 21 Uhr, da ich zu solchen Anlässen meist bis spät in die Nacht arbeite. Den Kaffee servieren Sie mir bitte automatisch und ohne Aufforderung, egal ob ich in einer Besprechung sein sollte oder wir unterwegs sind. Das ist mir in der Tat sehr wichtig«, redete der CEO weiter und ich erkannte deutlich, dass ihm diese Abläufe einen gewissen Halt gaben. Sicherlich würden noch einige solcher Anweisungen folgen. Ich brauchte unbedingt eine Uhr, die tadellos funktionierte.

»Um Ihnen die Arbeit zu erleichtern, erhalten Sie ein Handy, eine Uhr und einen Pieper, der Sie regelmäßig erinnert, was zu tun ist.«

›Na, was für eine Erleichterung‹, dachte ich sarkastisch und musste mir ein Lächeln verkneifen. Stattdessen nickte ich, um meinem neuen Boss zu zeigen, dass ich verstanden hatte.

So wurde die Unterhaltung weitergeführt. Eigentlich war es ein Monolog, der endlos zu sein schien. Es kostete mich meine ganze Beherrschung, nichts zu erwidern, das meinem Herrn missfallen könnte. Der CEO wusste, was er wollte und tat dies auch selbstbewusst kund. Er war es offensichtlich gewohnt, alles zu bekommen, was er verlangte, dennoch blieb er höflich und umgänglich. Eine seltsame Kombination. Man konnte ihm nichts übel nehmen. Seo Min Guk arbeitete hart und benötigte meine Hilfe, dies weiter fortführen zu können. Dazu war ich gern bereit, zumindest für eine Weile.

»Wunderbar. Dann finden Sie sich eine halbe Stunde zurecht, ehe wir aufbrechen.«

»Aufbrechen?«, fragte ich verdattert, denn niemand hatte mir mitgeteilt, dass wir schon am ersten Tag unterwegs sein würden.

»Es hat sich ergeben, dass wir heute einen Abschluss machen und Sie Ihre Feuerprobe leisten können. Von hier aus geht es zum Jet. Falls Sie Sachen brauchen, reicht es, wenn Sie sie dort kaufen.«

Zu meiner großen Überraschung händigte er mir eine Kreditkarte aus und wandte sich ab, um in seinem Büro zu verschwinden.

Damit wurden meine Pläne für diesen Tag gehörig aus der Bahn geworfen, doch um nicht anzuecken, suchte ich ein paar Dinge zusammen, die ich gebrauchen könnte, und packte sie ein. Glücklicherweise hatte ich die große Handtasche dabei. Sie war zwar nicht die Schickeste, aber zweckdienlich.

Genau eine halbe Stunde später kehrte der CEO zurück, hielt mir eine Papiertüte hin, in der sich das angekündigte Handy, die Uhr und der Pieper befanden, ehe er die Tür ansteuerte, um das Gebäude zu verlassen. Seinen Koffer, ein handliches Paket, ließ er betont stehen, da ich mich seiner annehmen sollte. Rasch schnappte ich mir alles und eilte hinter ihm her. Kurz vor dem Aufzug holte ich den CEO ein.

»Tiefgarage«, sagte er knapp und ich drückte hastig auf den Knopf.

Als Sekretärin des Konzernchefs gab es einige Aufgaben. Ihm vollkommen den Rücken freizuhalten gehörte dazu. Türen öffnen, Knöpfe drücken, darauf achten, dass er den Weg nahm, den er wollte, falls er Nachrichten auf dem Handy checkte. All das meisterte ich vorab, bis wir in der Tiefgarage ankamen und der Wagen vorfuhr.

***

Von der Tiefgarage aus war es direkt zum Flughafen gegangen und zur Privatmaschine. Der Wagen des CEO fuhr in Richtung eines riesigen Hangars. Der Fahrer, ein Typ mit nach hinten gegelten schwarzen Haaren, starrte meist konzentriert geradeaus, doch wenn mich sein Blick traf, fühlte ich mich seltsam. Es war, als würde er mich durchleuchten. Automatisch zog ich die Akten näher an mich heran, die mir der CEO gereicht hatte, und nutzte sie wie eine Art Schutzschild.

»Ignorieren Sie Choi Taemin. Er ist ein guter Fahrer und Bodyguard, aber kein sehr geselliger Typ«, raunte Seo Min Guk irgendwann und zwinkerte dem Angestellten zu, der ergeben den Kopf senkte.

Erneut war ich mir nicht ganz sicher, was für eine Art Mann der CEO war. Machte er sich gerade über seinen Mitarbeiter lustig oder galt der unterschwellige Spott mir?

»Er wird Sie dennoch in die Stadt begleiten und Ihnen bei den Besorgungen helfen.«

Der Fahrer nickte, ehe er anhielt. Ich staunte nicht schlecht, als ich den Privatjet betrachtete. Würden so meine nächsten Wochen aussehen?

Im Jet hatte ich genug Möglichkeiten, mich umzuschauen, denn der CEO blieb weiterhin mit den Unterlagen beschäftigt. Der Flug ging allerdings nicht lang, dann wechselten wir erneut auf den Fahrweg. Der Wagen wartete ohne Chauffeur bereits im Hangar. Es war interessant, wie viel organisiert worden war, ohne dass ich tätig wurde.

»Gehören diese Vorgänge in Zukunft zu meinen Aufgaben?«, erkundigte ich mich und war verwundert, als der CEO den Kopf schüttelte.

»Hierfür habe ich meine Kontakte. Sie kümmern sich in einer halben Stunde bitte um den Kaffee.« Seo Min Guk blickte betont auf die Uhr.

»Ich werde mich darum kümmern.«

2

Chaebol Kwon lehnte sich zurück und bedachte mich mit argwöhnischer Miene und einem Blick, der mich hätte töten können.

»Was soll das heißen, wir müssen noch einmal über die Verträge reden?«, hakte er nach, als hätte er meine Worte nicht begriffen.

»Wir wissen beide, dass es keine Hochzeit geben wird. Warum also ändern wir nicht den Plan?« Ich schaute ihn ohne Unsicherheit an und bemerkte, wie sehr es ihn ärgerte. Das verschaffte mir zu meiner eigenen Verwunderung eine gewisse Genugtuung. Ich konnte den Kerl nicht leiden.

»Ob die Hochzeit stattfindet oder nicht, ist bisher ohne Belang. Wir kennen beide den Grund. Wie heißt dieses blonde Weibsstück?«, knurrte der Firmenchef, woraufhin ich schnaubte.

»Mira ist kein Weibsstück, sondern eine wundervolle Frau, die der Erbe des Park-Vermögens liebt. Und deshalb biete ich eine Alternative an, mit der wir hoffentlich beide zufrieden sind.«

Mit einem dröhnenden Knall schlug Chaebol Kwon auf den Schreibtisch, doch ich zuckte nicht einmal. Der Mann war für mich keine Bedrohung. Von seiner körperlichen Statur her war er ein Wicht. Sein Einfluss hingegen machte mir Sorgen. Er hatte gute Kontakte zu Individuen, die meines Bedauerns Pic ähnelten.

»Was für eine Alternative denn?«, herrschte Kwon mich an und ich verkniff mir ein Seufzen.

Den Umschlag, den ich bereits auf den Schreibtisch gelegt hatte, schob ich ihm entgegen. Er klaubte ihn von der Arbeitsplatte und schaute es sich an. Mit jeder Zeile, die er erfasste, wurde sein Gesicht stetig röter. Es war ein gruseliger Anblick.

»Das ist doch wohl ein Witz?«, brachte er heraus. »Das hier ist keine Alternative, sondern eine Frechheit! Wir sprachen zuvor von einer familiären Verbindung und jetzt soll es eine simple vertragliche Vereinbarung sein? Wahrlich eine Frechheit! Aber Hindernisse können aus dem Weg geräumt werden.«

Nach dieser Äußerung runzelte ich automatisch die Stirn. Was sollte das denn heißen? Es klang nach einer Drohung.

Ehe ich etwas dazu sagen konnte, klopfte es an der Tür und meine neue Sekretärin trat ein. Sie trug ein Tablett mit Tassen.

»Entschuldigen Sie, Sir. Ihr Kaffee«, meinte sie kleinlaut.

»Dankeschön. Stellen Sie ihn auf den Tisch und machen Ihre Besorgungen. Choi Taemin soll Sie begleiten. Ich melde mich«, wimmelte ich sie ab. Auf keinen Fall wollte ich, dass Sie hier bei Chaebol Kwon und mir blieb. Da ich nicht wusste, wie lang ich mich noch würde beherrschen können, war Vorsicht angebracht. Seit etwa einer Woche hatte ich nichts mehr zu mir genommen und es wurde allmählich wieder Zeit dafür. Die meisten Vampire schafften es nicht so lang, aber ich verbot mir seit Jahren eine normale Blutaufnahme.

»Ich denke, nach dem Kaffee sollten wir das Gespräch für heute beenden. Ich muss über einiges nachdenken. Treffen wir uns dann morgen auf meinem Landsitz. Ich werde ein Essen für uns drei vorbereiten lassen. Miga wird ebenfalls anwesend sein.«

Dies machte mich durchaus neugierig. Die junge Frau hatte es zumindest geschafft, eine Zeit lang Tae um den Finger zu wickeln. Aus diesem Grund bedeutete ich Kim Son Ya, zu warten, und trank in angemessener Geschwindigkeit den Kaffee. Im Anschluss verabschiedete ich mich höflich von Chaebol Kwon, mit der Bitte, genau über das Angebot nachzudenken. Ein weiteres würde nicht folgen. Die Miene des Konzerninhabers wurde daraufhin äußerst finster, doch er erwiderte, das hätte er vor.

Kim Son Ya hatte überraschenderweise ruhig an der Tür auf mich gewartet, verbeugte sich brav zum Abschied und nahm mir die Unterlagen ab, die ich ihr reichte.

»Wollen Sie nun ins Hotel fahren?«, erkundigte sie sich, aber mir stand plötzlich nach etwas anderem der Sinn.

»Nein, Sie benötigen für morgen noch Kleidung und für heute Abend auch. Wir fahren gemeinsam ins Kaufhaus.«

Meine Sekretärin wirkte zwar, als wäre ihr diese Entscheidung ganz und gar nicht recht, sagte jedoch nichts. Ihre Miene sprach hingegen Bände. Sie amüsierte mich.

***

Während ich mich mit dem Handy beschäftigte und ein paar Anrufe tätigte, beobachtete ich meine neue Sekretärin dabei, wie sie von einem Laden in den Nächsten ging, dicht gefolgt von Choi Taemin, allerdings ohne etwas zu kaufen. Es kam mir recht merkwürdig vor.

»Taemin, was ist denn los?«, fragte ich im Vorbeigehen nach und mein Bodyguard lächelte plötzlich. Dieser Anblick hatte etwas Befremdliches.

»Ihr sind die Kleider wohl entweder nicht passend oder zu teuer. Ich befürchte, sie wird noch sehr viel Zeit für eine Entscheidung benötigen.« Er zwinkerte mir zu.

»Sollte sie sich die nächste halbe Stunde weiterhin uneins sein, schreite ich ein, keine Sorge. Langsam werde ich durstig«, brummte ich und in der Miene des Fahrers schimmerte Unbehagen durch. Er wusste, wie es war, wenn man sich nicht nähren konnte.

»Soll ich es organisieren?«, hakte er nach, doch ich schüttelte den Kopf.

Bis jetzt war ich durchaus imstande gewesen, mich selbst um solche Angelegenheiten zu kümmern, und ich würde es weiterhin.

»Wie du möchtest.« Natürlich fand mein Gegenüber dies unverantwortlich.

Danach führte ich weitere Telefonate, darunter eins mit unserem Lieferanten für einen Bluttransport. Ich durfte es nicht auf die lange Bank schieben. Sie gaben an, mir einen Beutel ins Hotel zu schicken und ich stimmte zu. Eine weitere Schattenseite meines seins: Ich war abhängig von dem Saft des Lebens und würde es bis zu meinem Tode sein. Im Allgemeinen nannte man es Vampirismus, ich fand, es war ein Fluch, der mir jedoch ein langes Leben geschenkt hatte. Nicht ohne Weiteres wurde man 465 Jahre alt.

Erneut kamen Kim Son Ya und Choi Taemin ohne Einkauf an mir vorbei. Es wurde also tatsächlich langsam Zeit, einzuschreiten.

3

Ich war kurz vor der Verzweiflung. Dieses Kaufhaus schien keine Mode aufzuweisen, die zu mir und meiner Anstellung passte, außer es kostete ein halbes Vermögen. Es war eine Katastrophe!

»Haben Sie noch nichts gefunden?«, hörte ich die Stimme des CEO hinter mir und zuckte erschrocken zusammen. Hastig drehte ich mich zu ihm um und suchte nach Worten. Leider wollten mir keine einfallen. »Es sieht nicht so aus.«

Zu meinem Entsetzen wandte er sich auf einmal der Auslage zu.

»Entschuldigen Sie, doch bis jetzt ist nichts dabei gewesen«, begann ich nun, aber er suchte bereits nach Kleidungsstücken.

»Na, das bezweifle ich.«

Seo Min Guk ergriff ein schwarzes Kleid, das eher für ein Abendessen, als für die Arbeit nützlich war. Er reichte es mir und befahl geradezu, dass ich es anprobieren sollte. Um keinen Ärger zu bekommen, ging ich rasch in Richtung Umkleide und schlüpfte hinein. Das Kleid lag gut an meiner Figur an und betonte sie sogar an den richtigen Stellen. Der CEO hatte einen tollen Geschmack. Es reizte mich, ihm das Ergebnis zu präsentieren.

Als ich aus der Umkleide trat, heftete sich sein Blick auf mich. Es war ein eigenwilliges Gefühl, das mich beinahe augenblicklich ergriff. Ich empfand es, als wäre ich eine Beute, die dem Jäger unter die Augen trat.

Seo Min Guk schluckte.

»Das Kleid steht Ihnen. Sie können es zum Abendessen tragen. Bitte probieren Sie auch noch die anderen Kleidungsstücke an«, raunte er und ich entdeckte den großen Stapel an Stoffen.

»Wie Sie wünschen.«

***

Ich hatte mittlerweile alles anprobiert, was mir der CEO gereicht hatte, und jedes einzelne Kleidungsstück war ein voller Erfolg gewesen. Für was sollte ich mich nur entscheiden? Vollkommen ratlos verließ ich die Umkleide.

»Haben die Sachen gepasst?«, fragte Seo Min Guk direkt und ich schluckte.

»Wie angegossen, allerdings ist der Preis doch«, wollte ich eine Ausrede finden, aber der CEO fiel mir ins Wort.

»Wunderbar! Dann nehmen wir sie.« Ohne einen weiteren Kommentar von mir abzuwarten, ergriff er den Berg an Sachen und marschierte zur Kasse.

»Aber ...«

»Geben Sie auf. Unser Chef duldet keinen Widerspruch, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat. Sagen Sie also einfach Danke und freuen Sie sich über die neue Kleidung. Die Firma kann es sich ohnehin problemlos leisten«, brummte Choi Taemin auf einmal hinter mir und ich wandte ihm den Kopf zu.

Der Mann trug eine unergründliche Miene zur Schau, doch ich glaubte einen kurzen Moment, ein Lächeln wahrgenommen zu haben.

Nachdem Seo Min Guk bezahlt hatte, brachte unser Fahrer die Sachen zum Wagen und wir fuhren ins Hotel. Allein bei dem Anblick des Gebäudes zitterten mir die Knie. Es war sicherlich das teuerste Hotel der Stadt.

»Ich schlage vor, wir gehen jetzt auf die Zimmer und treffen uns in einer Stunde zum Abendessen. Choi Taemin wird sich noch um einige Angelegenheiten kümmern, weshalb wir im Restaurant zu zweit sein werden. Ich hoffe, das ist Ihnen recht?« Der CEO schaute mich offen an und erneut hatte ich das Gefühl, wie ein Kaninchen in die Falle gegangen zu sein. Trotz allem nickte ich gehorsam, was mein Gegenüber zum Grinsen brachte. »Wunderbar! Dann treffen wir uns in einer Stunde hier in der Lobby.«

Mit einem Wink erschien ein Page, der die ganzen Tüten und mich aufs Zimmer bringen sollte, was er auch tat. Oben angekommen überreichte ich ihm einen Geldschein, den mir Seo Min Guk noch im Vorbeigehen zugesteckt hatte.

»Danke Madam«, meinte der Page und verschwand.

Ich sah umher. Das Zimmer war riesig! Darin hätte eine ganze Familie Platz gefunden, ohne sich auf die Nerven zu gehen. Zudem hatte man aus dem Fenster einen atemberaubenden Ausblick. Es war beinahe wie im Märchen.

›Die Frage ist aber, ob Seo Min Guk ein Prinz ist oder die gute Fee‹, kam es mir in den Sinn und ich musste herzlich über meine seltsamen Gedanken lachen.

Was für ein Chaos! Fürs nächste Mal schwor ich mir, einen großen Koffer an meinem ersten Arbeitstag mitzunehmen. Solch eine wohltätige Behandlung würde ich sicherlich nicht noch einmal erfahren.

Eilig suchte ich das schwarze Kleid heraus, das der CEO gleichfalls gekauft hatte, und zog es an. Zu meiner Freude wirkten die schwarzen Schuhe dazu, obgleich sie nicht ganz zu der feinen Gesellschaft unten passen würden. Vielleicht sollte ich am Morgen vor dem Frühstück losgehen und ein neues Paar schwarzer Schuhe kaufen.

Es klopfte an der Tür.

»Einen Moment«, rief ich und lief hin, um zu öffnen.

Vor der Tür stand Choi Taemin.

»Der CEO hat mich darum gebeten, noch etwas zu besorgen. Das ist ihm erst im Wagen aufgefallen.« Perplex nahm ich die beiden Kartons entgegen. Es waren Schuhe.

4

Ich hatte noch gesehen, wie zwei Besucher meines Vaters sein Büro verließen. Sie wirkte recht aufgeregt, obwohl sie sich redlich Mühe gab, es zu verbergen. Er hingegen schien die Ruhe selbst zu sein. Allein sein energischer Schritt ließ mich erahnen, dass er innerlich kochte. Diese Reaktion auf meinen Vater kannte ich nur allzu gut. Er war niemand, der mit den Leuten auskam, außer, sie machten genau das, was er wollte.

»Wer war das?«, erkundigte ich mich bei meines Vaters Sekretärin, die zur Begrüßung gelächelt hatte.

»Das war der CEO und, wie ich hörte, ein enger Freund des Park-Erben. Und seine Sekretärin. Ein unbeholfenes Ding.« Lee Ahri verzog missbilligend den Mund. Sie duldete diese jungen Dinger nicht, die es ihrer Meinung nach nicht verdient hatten, einen solchen Posten zu erhalten. Mir gegenüber erwähnte sie einmal, sie hätte den Verdacht, die meisten würden es eh nur ihres Aussehens wegen erreichen, in die Chefetage aufzusteigen. Bei Vaters Sekretärin bezweifelte ich eine solche Laufbahn. Sie war sicherlich wegen ihres Könnens befördert worden, denn die hübscheste Frau war sie weiß Gott nicht.

»Und? Wie schlimm ist es?«, hakte ich weiter nach und hörte ein Schnauben. »So schlimm also. Na, da kann ich mich ja auf etwas freuen.«

Seufzend näherte ich mich der Bürotür meines Vaters und klopfte. Nach einem geknurrten Herein!, kam ich der Aufforderung nach. Scherben lagen am Boden vor der Tür. Es sah ganz so aus, als hätte mein Vater seinem Ärger Luft gemacht und ein Glas gegen die Wand geworfen. Zumindest hatte er so ein kleines Ventil gehabt und ich musste nicht alles allein ausbaden.

»Was lungerst du an der Tür herum? Komm rein!«, befahl er und ich schloss hinter mir die Tür.

»Ich habe gehört, der CEO der Parks war hier.« Es würde besser sein, es gleich hinter mich zu bringen, deshalb sprach ich es direkt an.

Die Miene meines Vaters verfinsterte sich. Also hatte es dieser Kerl gewagt, sich ihm entgegenzustellen. Nicht gut.

»Dieser arrogante Fatzke hat uns ein Angebot gemacht. Es war eine Frechheit! Das wird ihnen noch leidtun«, bellte Vater und ich zuckte zurück, als er die Faust auf den Tisch sausen ließ. Er schlug mehrfach darauf ein und ich machte einen weiteren Schritt zurück.

»Tae ist mittlerweile in Deutschland angekommen. Er ist weg«, flüsterte ich und hoffte, meine Worte würden ihn nicht noch mehr aufregen.

»Dieser Hurenbock wird schon merken, dass es ein Fehler war.«

Ich schluckte, denn mir schwante Böses. Mein Vater redete jedoch nicht weiter, weshalb ich doch ansetzte:

»Meinst du nicht, dass auch ein vertragliches Arrangement funktionieren könnte? Tae-Hoon hat sich schlussendlich gegen mich entschieden. Er ist kein schlechter Mensch und ich glaube ihm, dass er Mira liebt. Sollte sie ihn am Ende doch fallen lassen, kann ich ihn immer noch aufsammeln.« Ich meinte es ernst. Seit Tae aus den Fängen meines Vaters entkommen war, hatte ich lange darüber nachgedacht. Natürlich wollte ich weiterhin die Frau des Park-Erben werden, allerdings nicht um jeden Preis.

Ich hatte einen Augenblick nicht aufgepasst und war meinem Vater zu nahe gekommen. Ein Fehler, wie ich sofort feststellen musste. Es klatschte laut, als seine Hand auf meine Wange traf und ein Brennen setzte gleich darauf ein. Automatisch drückte ich die kalten Finger dagegen, um die Schwellung von vornherein zu bekämpfen. Dieser Schlag hatte es in sich gehabt.

»Du wirst ihn heiraten! Eine familiäre Bindung ist wesentlich mehr wert als ein Vertrag. Auf keinen Fall werde ich nachgeben. Und wenn ich ihn halb tot prügeln lassen muss, dass er es einsieht!«

***

Vom Büro meines Vaters aus, wandte ich mich der Einkaufsmeile zu. Ich brauchte jetzt etwas Schönes, denn damit bekam ich ein gutes Gefühl. In letzter Zeit benötigte es etliche Schuhe und viel Schmuck, um mein Leben zu ertragen. Manche Menschen meinten, wenn man in einem reichen Haus geboren wurde, hatte man keine Sorgen. Niemand wusste, wie beengt ein riesiges Haus sein konnte. Vielleicht hatte ich mich deshalb so sehr an Tae-Hoon gehängt. Er wäre mein Freifahrtschein ins Paradies gewesen, weg von meinem Vater.

Seit meine Mutter verstorben war, hatte sich Vater zu einem Monster verwandelt. Er beherrschte alle Menschen in seinem Umfeld, tyrannisierte sie geradezu. Und mich? Mich wollte er im Grunde für eine Fusion verkaufen. Ich war eine Schachfigur in meines Vaters Spiel, mehr nicht. Seine Liebe, sollte er sie mir gegenüber jemals empfunden haben, war längst vergangen. Nun hatte ich nur noch den Wert, dass ich eine Braut sein würde.

»Kann ich Ihnen helfen?«, riss mich die Verkäuferin des Schuhgeschäfts aus meinen trüben Gedanken.

»Ja, danke. Ich will Ihre teuersten Schuhe in Größe 37 anprobieren.«

Schon fünf Minuten später saß ich vor einem riesigen Stapel an Schuhkartons. Ich stöberte alles durch und nahm wahr, wie sich die Leere in mir allmählich füllte. Schöne Dinge zu kaufen, war wirklich großartig.

Ich ließ die Einkäufe direkt in die Villa liefern und machte einen langen Spaziergang. Für diesen Anlass hatte ich mir außerdem ein Paar Turnschuhe von Gucci geleistet, während ich meine schicken Jimmy Choo in einer Luxustasche umhertrug.

»Madam«, vernahm ich die Stimme des Fahrers hinter mir. »Wollen Sie nicht nachhause?«

»Nein, ich werde etwas essen gehen. Danach nehme ich ein Taxi«, gab ich zurück und hoffte inständig, dass der Hund meines Vaters gehen würde und mich in Ruhe ließ. Leider hatte ich weniger Glück.

»Madam, Ihr Vater wird das nicht gutheißen.«

»Lass das meine Sorge sein! Und jetzt verschwinde«, blaffte ich diesen miesen Speichellecker an und er zog wie üblich den Schwanz ein. Ich hasste ihn!

Nun hatte ich allerdings keine andere Wahl, als das Restaurant des Hotels zu besuchen, vor dem ich gerade stand. Wenigstens schien es ein Exklusives zu sein, also marschierte ich hinein. Ich musste meinen Verfolger loswerden.

5

Nervös zupfte Kim Son Ya am Saum ihres Kleids. Sie war es ganz offensichtlich nicht gewohnt, in schicken Restaurants essen zu gehen. Es war irgendwie charmant. Leider ging mein Blick regelmäßig zur Ader an ihrem Hals. Die Blutlieferung war nicht pünktlich eingetroffen. Hoffentlich half das Essen etwas, dieses elende Gefühl in meinen Eingeweiden zu minimieren.

Natürlich übernahm ich die Führung und orderte einiges von der Karte, wovon ich annahm, dass es ihr schmecken könnte. Sie machte bei der Bestellung große Augen und wartete dann recht ruhig darauf, dass das Essen kam. Sich mit ihr zu unterhalten, könnte interessant werden.

»Und? Was sagen Sie bisher zu Ihrer Arbeit?«, begann ich deshalb mit etwas Smalltalk.

»Es ist ungewöhnlich.« Son Ya lächelte zaghaft und ihr Puls beschleunigte sich. Das Rauschen erfüllte meine Ohren und machte es mir sehr schwer, mich zu konzentrieren.

»Ich hoffe doch nicht, dass es negativ zu verstehen ist«, meinte ich und die Frau vor mir errötete. Das Dröhnen in meinem Schädel wurde lauter.

»Nein, nein! Das wollte ich auf gar keinen Fall sagen!«, klang sie aufgeregt und suchte daraufhin nach Worten.

»Entspannen Sie sich! Das war ein Scherz.« Meine Äußerung kam hastig, denn wenn es so weiterging, würde ich den Raum verlassen müssen. Die Fänge in meinem Zahnfleisch kribbelten und es benötigte viel Disziplin, sie zurückzuhalten.

Glücklicherweise näherte sich der Kellner und wir konnten uns gleich darauf beide aufs Essen konzentrieren. Das schien meine neue Sekretärin zu beruhigen und der Puls normalisierte sich. Eine Wohltat!

Mein Handy vibrierte und ich schaute auf das Display. Die Blutlieferung war angekommen und man würde das Paket aufs Zimmer liefern. Die Erlösung war also zum Greifen nah. Beinahe gab ich der Versuchung nach, mich kurz von Kim Son Ya zu lösen, um gleich ins Zimmer zu eilen, doch es erschien mir unnötig unhöflich. Am Ende würde sie mir das auch noch übel nehmen.

»Darf ich etwas zu heute fragen?«, erkundigte sie sich zu meiner Verwunderung auf einmal und ich nickte, dass ich es ihr erlaubte. »Chaebol Kwon scheint nicht erfreut gewesen zu sein. Waren die Vertragsgrundlagen derart schlecht für ihn?«

Ich seufzte. Sie hatte eine gute Frage gestellt und wollte sich wohl auf den nächsten Tag vorbereiten können. Es war vorausschauend.

»Es ist nicht einfach für ihn. Seine Tochter und der Park-Erbe sollten eigentlich heiraten, doch die beiden kommen nun doch nicht zusammen. Es sollte nicht sein.«

»Wie ist der Erbe des Park-Vermögens so? Falls ich diese Frage stellen darf ...?« Die Neugier Kim Son Yas war nichts Ungewöhnliches. Die meisten interessierten sich für Tae-Hoon. Niemand kannte seine Geschichte, außer die Menschen in seinem Umfeld, doch er war jung, reich und das zog besonders Frauen an.

»Entschuldigung«, flüsterte meine Sekretärin und ich schüttelte den Kopf.

»Sie werden es selbst erleben, wie er ist. Bald findet eine Hochzeit in seinem Freundeskreis statt, dann wird er wohl auch ins Büro kommen. Aber er interessiert sich nicht für den Konzern. Tae-Hoon ist nicht wie sein Vater. Ganz und gar nicht.«

***

Das Essen mit Kim Son Ya war recht angenehm gewesen, doch mein Körper verlangte nun sehr deutlich nach Blut. Aus diesem Grund verabschiedete ich mich frühzeitig und begab mich in Richtung des Zimmers. Als ich um eine Ecke bog, stieß ich jedoch mit jemandem zusammen, so intensiv wurde der Durst.

»Verzeihen Sie bitte«, murmelte ich und wollte mich schon abwenden, als mir dieser betörende Duft in die Nase stieg. Süßes Blut. Woher stammte es?

»Kein Problem.« Die Stimme der Frau klang angenehm melodisch. Leider verschwamm meine Sicht, da der Blutmangel bereits zu weit fortgeschritten war. Die anderen Sinne wurden dadurch jedoch umso schärfer. Sie roch verdammt gut. Es bewirkte, dass sich meine Fänge verlängerten. Automatisch wandte ich mich ab.

»Einen schönen Abend«, brachte ich noch heraus und suchte das Weite.

Eher hektisch statt elegant näherte ich mich dem Zimmer und hielt die Karte vor die Schließanlage der Tür. Mit einem Klicken gab sie mir den Weg frei und ich stürmte hinein. Mein Ziel war das Paket, das man auf einen Stuhl gestellt hatte. Rasch riss ich es auf. Der Blutbeutel versprach Erlösung und ich zögerte nicht, sondern biss hinein.

Ein Fehler!

Der bittere Geschmack des geronnenen Bluts ließ mich würgen. Ich hastete ins Badezimmer, um keine Schweinerei zu veranstalten. Die Konserve landete daraufhin zuerst im Waschbecken, während ich nicht nur das Blut, sondern auch das Essen in der Toilette verlor. Nicht förderlich, wenn man eh schon auf Entzug war. Mein Körper krampfte.

›Verdammt!‹, dachte ich und hielt mich am Porzellan fest, bis mir ein Knacken klar machte, dass ich loslassen musste.

Ich sank zu Boden und konzentrierte mich auf meine Atmung. Es war wichtig, um die Anfälle durchzustehen. Irgendwann war ich dann endlich soweit, nach meinem Handy zu nesteln. Im Telefonbuch suchte ich nach der Nummer des Lieferdienstes.

»Der Nutzer dieser Nummer ist nicht verfügbar«, ging die Nachricht direkt los und ich runzelte die Stirn. Das hatte mir gerade noch gefehlt.

6

Der CEO der Parks hatte mich direkt angesehen, aber dennoch nicht erkannt. Ich hatte ihn sofort erkannt, aber anscheinend war ich so unbedeutend, dass man nicht wusste, wer ich war? Er hatte mir noch einen schönen Abend gewünscht und war verschwunden. Seine Sekretärin saß mittlerweile angespannt an der Bar und genehmigte sich einen Schlummertrunk. Meine Gelegenheit.

Als wäre es das Natürlichste auf der Welt, setzte ich mich neben sie und seufzte leise.

»Entschuldigen Sie«, meinte ich danach und sie schaute zu mir herüber. »Mein Tag war heute nicht gerade einfach. Männer können so verwirrend sein.«

Meine Worte ließen sie schmunzeln.

»Das sind sie eigentlich immer. Am besten macht man einen Bogen um sie. Wobei es auch Ausnahmen geben soll«, entgegnete sie und ich lachte unterdrückt.

»Da haben Sie wohl Recht. Ich schätze mal, der Herr, der Sie hier gelassen hat, war die Ausnahme?«

Die Sekretärin des CEO schaute mich daraufhin erstaunt an, schüttelte aber den Kopf.

»Dieser Mann ist besonders verwirrend. Ich denke jedoch, er ist noch einer der Guten. Wobei es mir nicht zusteht, ihn zu beurteilen. Ich bin seine Sekretärin.«

Jetzt strahlte ich sie an und beteuerte, wie spannend ich diesen Beruf fand. Ich wäre leider nur eine Aushilfe, die bis auf die Schule noch nichts erreicht hatte. Ich log nicht einmal, schließlich hatte ich zwar studiert, danach allerdings keinen Job angefangen, sondern war stets nur auf der Jagd nach dem richtigen Mann, der meinen Vater zufriedenstellen sollte. Den hatte ich zuvor in Tae-Hoon gefunden, doch nun war dieses Kapitel ebenfalls abgeschlossen. Ich musste stattdessen versuchen, mich aus den Fängen meines Elternhauses zu befreien. Nur wie?

Ob ich vielleicht diesen CEO um Hilfe bitten sollte? Besonders er musste wissen, wie mein Vater war. Andererseits hatte Tae den besten Grund, mich zu hassen. Ich hatte mich schrecklich verhalten, als mir Mira über den Weg gelaufen war. Dieses junge blonde Ding hatte mich geärgert und ich konnte die Verhaltensweisen meines Vaters auch an mir entdecken. Das hatte mich wohl am meisten erschreckt.

»Alles okay?«, wollte meine Gegenüber wissen und ich nickte schnell.

»Natürlich. Ich musste nur an etwas denken.«

Ja, das tat ich oft in letzter Zeit. Gedanken vergifteten meine heile Welt, zerstörte die Blase, in der mich meine Mutter hatte wissen wollen und die Realität schlug mir hart ins Gesicht.

»Ich befürchte, ich muss gehen. Einen schönen Abend wünsche ich.« Rasch wollte ich bezahlen und griff nach meiner Handtasche, die am Stuhl hing. Zumindest hatte sie dort gehangen, denn jetzt war sie weg. Ich schaute verwundert auf die Stelle, wo sich zuvor die Tasche befunden hatte. Nichts. »Das darf doch nicht wahr sein!«

»Bitte? Was ist los?« Die Sekretärin des CEOs blickte mich fragend an.

Ich war weder in der Lage, meinen Drink zu bezahlen, noch konnte ich mir ein Taxi rufen. Das Handy steckte ebenfalls in der Tasche. Ich wünschte dem Dieb die Krätze an den Hals und rief den Barkeeper zu uns heran.

»Man hat mir meine Handtasche gestohlen!«, schimpfte ich gleich drauflos und der Mann hinter der Theke wurde blass. »Ich will den Manager sprechen!«

***

Der Tag hätte nicht schlimmer enden können! Geld, Handtasche, Handy und auch alle meine Kreditkarten und der Ausweis waren einfach weg. Zudem hatte mich der Manager nicht behandelt, wie ich es gewohnt war. Es klang fast so, als wäre ich in seinen Augen eine Betrügerin. Ich hatte mir ein Taxi rufen lassen und war nachhause gefahren. Dort beglich unsere Hausdame die Rechnung der Fahrt und ich war direkt in meinen Räumlichkeiten verschwunden.

Mittlerweile lag ich auf meinem Bett und starrte an die Decke. Es klopfte leise an der Tür, doch ich reagierte nicht. Ich hatte keine Lust auf Fragen oder gar eine Predigt, dass ich mich nicht hätte allein in einem Hotel aufhalten sollen.

»Madam Miga? Soll ich jemanden schicken, der Ihre Tasche sucht?«, wollte die Hausdame durch die Tür wissen und ich ächzte leise.

Leider benötigte ich meine Sachen.

»Ja, schicken Sie den Fahrer zum Hotel. Der Manager kann ihm weiterhelfen«, gab ich zurück und vergrub dann mein Gesicht im Kissen.

Auf diese Weise schaffte ich es indirekt, mich an beiden Männern zu rächen. Der Fahrer würde auf der Suche verzweifeln und dem Manager war es hoffentlich peinlich, wie er mich behandelt hatte. Was für eine Blamage! Und der Blick der Sekretärin, als ich das Fehlen der Handtasche bemerkt hatte. Ich tat ihr ganz offensichtlich leid. Ich! Chaebol Miga, Tochter des Chaebol-Imperiums, bemitleidet von einer kleinen Sekretärin.

Von dem Gedanken genervt, marschierte ich zu meinem Schreibtisch und zog die Schublade heraus. Zum Vorschein kamen ein paar Kreditkarten, Bargeld und ein paar schicke Geldbeutel, die ich regelmäßig wechselte. Alles musste schließlich zum Outfit passen. Das gehörte sich in meiner Familie so.

Aus dem Schrank kramte ich eine neue Louis Vuitton, die ich bislang noch nie genutzt hatte, und befüllte diese Handtasche mit allem, was ich täglich mit mir herumtragen musste. Lippenstifte, Balsam, Taschentücher, Mascara, Puderdosen und allerlei Tand, auf den ich gut und gerne hätte verzichten können, hätte ich nicht dieses Leben, in dem ich steckte. Meine Mutter würde sich vermutlich im Grab umdrehen, sollte ich mich einmal nicht schicklich zurechtmachen und benehmen. Dabei fragte ich mich in letzter Zeit immer häufiger, was dieser Zirkus überhaupt sollte. Ich zweifelte an allem. Die ständigen Streifzüge in den Einkaufszentren, den Edelboutiquen oder Juwelieren, weil ich sonst keine Aufgabe hatte, der ich nachgehen konnte.

Mein Leben war echt nutzlos.

›Morgen sollte ich mir eine richtige Beschäftigung suchen! Egal, was Vater dazu sagt, ich muss endlich aus dieser Rolle des verwöhnten Görs raus‹, beschloss ich und freute mich bei dem Gedanken sogar auf eine richtige Herausforderung.

Es klopfte erneut und ich rollte mit den Augen.

»Ich bin bereits im Bett«, meinte ich genervt und hörte ein Räuspern. Es war ein Mann. War mein täglicher Schatten etwa zurück?

»Ich habe Ihre Sachen gefunden, Madam. Zwar sind Tasche und Geld weg, aber zumindest sind Ihr Pass und ein paar Karten aufgetaucht.«

Rasch lief ich zur Tür und riss diese auf. Davor stand tatsächlich der Chauffeur, der bei meiner Aktion leicht zusammenzuckte. Seine dunklen Augen betrachteten mich einen Moment, ehe er mir die Sachen hinhielt. Ohne Kommentar schnappte ich sie mir und nickte ihm zu, bevor ich die Tür schloss. Für heute hatte ich keine Lust mehr.

7

Der nächste Morgen startete ohne Zwischenfälle und zu meiner Freude reibungslos. Ich machte mich zurecht, ging frühstücken, packte danach meine neuen Kleider zusammen und verstaute sie in einem Koffer, den mir Choi Taemin vorbeibrachte. Er hatte ihn angeblich aus praktischen Gründen gekauft, doch seine Aufmerksamkeiten wurden mir allmählich unangenehm.

Der CEO war den ganzen Morgen und den Vormittag über nicht zu sehen gewesen. Langsam fragte ich mich, ob ich mal nach ihm schauen sollte. Er hatte ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie sein Tag abzulaufen hatte, aber ausgerechnet heute wirkte es so, als würde er alles über Bord werfen.

Auf dem Weg zu seinem Zimmer lief ich Choi Taemin in die Arme.

»Was wollen Sie hier?« Er beäugte mich erneut auf diese beunruhigende Weise, sodass mir komisch wurde.

»Der CEO ist noch nicht mit mir in Kontakt getreten, deshalb dachte ich, ich schau einmal nach ihm. Demnächst müssen wir schließlich Richtung Chaebol-Plaza«, erklärte ich und bemerkte, dass der Blick des Fahrers alarmiert zur Tür des Zimmers ging, in dem unser Chef die Nacht verbracht hatte. Anscheinend kam ihm das Verhalten des CEOs nun ebenfalls komisch vor.

Mit schnellen Schritten überbrückte er die Distanz und klopfte an die Tür. Choi Taemin wartete, doch die Reaktion blieb aus.

»Gehen Sie am besten zurück in Ihr Zimmer und warten Sie dort. Ich hole Sie gleich ab«, knurrte er und zückte eine Karte.

Ich stutzte. Der Kerl hatte eine Zimmerkarte unseres Bosses?

Als hätte er meine Gedanken gehört, wandte er sich mir zu und runzelte die Stirn.

»Ich bin eigentlich kein Fahrer. Ich bin sein Bodyguard. Das Zimmer ist nicht das einzige, das ich unter die Lupe genommen habe. Ihre Räumlichkeiten wurden ebenfalls inspiziert, ehe Sie dort übernachteten. Das gehört zu meinen Aufgaben.« Damit taxierte er mich und mein Herz rutschte mir spontan in die Hose. »Bitte gehen Sie jetzt in Ihr Zimmer.«

Ich tat, was er verlangte, bekam aber noch mit, wie er den Raum betrat und einen Fluch ausstieß.

***

Es dauerte mehr als eine Stunde, bis Choi Taemin an meine Tür klopfte und mich darum bat, schon einmal mit dem Taxi zum Chaebol-Plaza zu fahren und Chaebol Kwon persönlich Bescheid zu geben, dass sich der CEO verspäten würde. Er hätte noch etwas Persönliches zu klären. Bereits bei der Vorstellung, allein mit dem Oberhaupt des Chaebol-Imperiums zu sein, wurde ich nervös. Dieser Mann hatte ein Aggressionsproblem und ich würde leichte Beute werden, sollte er seiner Wut freien Lauf lassen. Ich durfte mich schließlich nicht wehren.

»Keine Sorge, wir kommen so schnell wie möglich nach. Allerdings wollen Sie jetzt auch nicht bei uns sein. Das könnte Ihnen sonst ebenfalls nicht gut bekommen. Sagen wir es so: Der CEO ist gerade nicht er selbst.« Choi Taemins Kommentar gab mir einiges zum Nachdenken.

Was genau sollte das bedeuten? Der CEO ist gerade nicht er selbst? Hatte er vielleicht ein Drogenproblem und sich einmal komplett in andere Sphären geschossen?

»Ich werde Ihre Sachen im Wagen mitnehmen. Mittlerweile gehe ich davon aus, dass wir nach diesem Meeting zurückfliegen werden. Der ganze Aufwand dürfte eh umsonst gewesen sein. Chaebol Kwon ist eine miese Ratte, die auf das Angebot des CEOs kaum eingehen wird. Leider glaubt der noch an das Gute. Das wird ihn irgendwann einmal das Leben kosten, fürchte ich. Oder er wird pleite gehen.«

Harte Worte. Es klang allerdings, als würde sich der Bodyguard echte Sorgen um den Boss machen. Wieso sollte er? Nach meiner Erfahrung nach waren Firmenchefs entweder große Egos, die sich auf nichts und niemanden verließen oder schlichtweg mit dem Kopf durch die Wand gingen. Wieso sollte Seo Min Guk eine Ausnahme sein? Der Mann hatte zwar bessere Manieren, als ich erwartet hatte, doch seine Eigenheiten pflegte er trotzdem.

Um aus Choi Taemins Gesellschaft zu kommen, marschierte ich also in Richtung Empfang, um mir ein Taxi rufen zu lassen, dann fuhr ich tatsächlich zur Chaebol-Plaza. Hoffentlich war es der Kerl wert, dass ich mir für ihn ein paar Ohrfeigen abholen würde!

8

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