52 Runden - Stefan Ludwig - E-Book

52 Runden E-Book

Stefan Ludwig

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Beschreibung

Er läuft und läuft und läuft. Wieder war Stefan Ludwig unterwegs am Dortmunder Phoenixsee und hat 52 interessante Menschen getroffen. Sie haben sich auf ihn eingelassen: Bis zu 70 Minuten Gespräch auf einer See-Runde mit 3,2 Kilometern Strecke. Kein Skript. Kein Entkommen. Fernsehmoderator, Profi-Sportler, Schauspielerin, Konzerthaus-Intendant, Cartoon-Zeichner, Superintendent, Sprachwissenschaftler, Regisseur, Kino-Chef, Mediziner, Koch, Autor, Comedian, Zauberer, Freunde und Weggefährten, Menschen aus Politik und Wirtschaft. Alle sind drin. Was hält Dich bei der Stange? Wer oder was hilft Dir, aufzustehen und Dir den Staub des Alltags von den Knien zu klopfen? Stefan Ludwig spricht darüber mit seinen Gästen, ist selbst krisenerprobt und ein erfahrenes Steh-auf-Männchen mit 40 Jahren. Gesundheit ist Geschenk und Herausforderung gleichermaßen. Das weiß der Autor, der durch eine spastische Cerebralparese gehbehindert ist. Er ist aber auch Arbeitnehmer, Kulturhungriger und braucht Bewegung für Kopf und Körper. Was liegt da näher, als das Wichtigste aus diesen Begegnungen in einem spannenden Buch festzuhalten? Gäste der See-Runden im zweiten Buch sind: Thomas Abel, Walter Aden, Lioba Albus, Ulrich Ausbüttel, Tim Becker, Hermann Beckfeld, Mike Bomheuer, Daniel Bunk, Uwe Cassens, Carol Cooke, Georg Delfmann, Gregor Doepke, Hans-Peter Durst, Katharina Durst, Ronny Ehlen, Mechthild Eickhoff, Paul Falk, Dieter Fender, Anja Fest, Frank Fligge, Bernd Gieseking, Jens Heinze, Hendrik Heisterberg, Yvonne Held, Jens Heuwinkel, Michael Holtschulte, Julia Holtz, Thomas Josch, Holger Klatte, Corinna Kleinmann, Peter Klinkert, Thomas Koch, Dieter Kottnik, Peter Löhmann, Sylvia Löhrmann, Sabine Loos, Shari Malzahn, Ingo Neserke, Manuel Neukirchner, Philipp Ostrop, Steffi Powitz, Thomas Rödel, Benedikt Stampa, André Steinebach, Kai Magnus Sting, Friederike Tiefenbacher, Marion Tillmann, Oliver Uschmann, Maximilian van Bremen, Martin von Mauschwitz, Alexander Waldhelm, Andrea Wilke, Frank Winkels

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Seitenzahl: 701

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhalt

Vorwort

Einleitung

01 Philipp Ostrop Online-Redakteur

02 André Steinebach Verkäufer

03 Jens Heuwinkel Zauberer

04 Thomas Koch Radiomoderator

05 Shari Malzahn Stiftungsmitarbeiterin

06 Sylvia Löhrmann Ministerin

07 Benedikt Stampa Konzerthaus-Intendant

08 Hendrik Heisterberg Lektor

09 Hermann Beckfeld Chefredakteur

10 Peter Löhmann Comedian

11 Uwe Cassens Chefarzt

12 Corinna Kleinmann und Thomas Josch Café-Betreiber

13 Martin von Mauschwitz Fernsehmoderator

14 Julia Holtz Superintendentin

15 Ingo Neserke Amtsleiter

16 Jens Heinze Geschäftsführer

17 Hans-Peter Durst Profisportler

18 Alexander Waldhelm Regisseur

19 Georg Delfmann Gastronom

20 Tim Becker Bauchredner

21 Michael Holtschulte Karikaturist

22 Bernd Gieseking Kabarettist

23 Manuel Neukirchner Geschäftsführer

24 Dieter Fender Gemeindereferent

25 Frank Fligge Kommunikationstrainer

26 Kai Magnus Sting Kabarettist

27 Andrea Wilke Krankenschwester

28 Dieter Kottnik Veranstaltungsprofi

29 Ulrich Ausbüttel Apotheker

30 Maximilian van Bremen Geschäftsführer

31 Thomas Abel Sportwissenschaftler

32 Mike Bomheuer Geschäftsführer

33 Peter Klinkert Orthopäde

34 Daniel Bunk Verkäufer

35 Thomas Rödel Koch

36 Holger Klatte Sprachwissenschaftler

37 Anja Fest Verkäuferin

38 Yvonne Held Redaktionsleiterin

39 Frank Winkels Musical-Darsteller

40 Oliver Uschmann Autor

41 Lioba Albus Kabarettistin

42 Paul Falk Sänger

43 Marion Tillmann Architektin

44 Walter Aden Geschäftsführer

45 Friederike Tiefenbacher Theaterschauspielerin

46 Stefanie Powitz Kulturmanagerin

47 Carol Cooke Profisportlerin

48 Gregor Doepke Pressesprecher

49 Mechthild Eickhoff Kulturpädagogin

50 Ronny Ehlen Buchhändler

51 Sabine Loos Geschäftsführerin

52 Katharina Durst Online-Redakteurin

Danke

Vorwort

Achtung, jetzt wird’s wortreich. Alle, die ein Vorwort doof finden und viele Vorwörter hinderlich, können in wenigen Sekunden weiterblättern, denn der Vorwortführer wird hier in verschiedenen Buchstabenkombinationen ohnehin nur zwei dürre Ideen jonglieren: Miteinander reden ist gut; Stefan Ludwig tut’s, das ist auch gut; fertig. Bitte drücken Sie auf seiner Facebook-Seite einfach den Like-Button, wenn Sie das auch so sehen, und stürzen Sie sich nun kopfüber in seine jüngste Lese.

Was nach diesem knackigen Einstieg folgt, ist ausgedehnte Huldigung eines Mannes, der vielen ein angenehmer Zeitgenosse ist. Anscheinend auch Ihnen, warum sonst hielten Sie dieses Buch in Händen? Wohlan:

Es ist laut geworden in Deutschland. Wer nur kann, sagt den anderen die Meinung ins Gesicht. Oder ins Gesichtsbuch, schreit sie also in die Timelines und Storys anderer Leute. Falls es halbwegs hirnhaltig zugeht, überträgt sich dabei sogar eigene Meinung und nicht eine hastig angeeignete, die anderswo fermentiert und algorithmisch ins Rückenmark des Lauten diffundiert ist.

Diese neue Lautheit nennt sich digitale Kommunikation und hat ein einfaches Prinzip: Wer nicht für mich ist, ist gegen mich, und sollte zum Verstummen gebracht oder aus dem Dunstkreis der vertrauten Gefühlsmarinade entfernt werden. Das alles geht so schnell, dass Janosch zur Vermessung die kleinste bekannte Zeiteinheit: ‚Hassunichgesehn‘, bemühen würde.

In diesem lauten, kopflos knopfgesteuerten, sauren Meinungsmilieu zieht Stefan Ludwig tapfer seine Kreise. Nein, neben diesem Milieu, oder vielleicht auch mitten hindurch. Er kreist langsam, denn das ist seine Natur, ohne Wirbel zu verursachen. Er hastet nicht, vielleicht sollte es besser heißen: er hetzt nicht. Er ist analog unterwegs, wie es die Bestimmung des Menschen ist, bevor der sich Schnittstellen ins Ohr pflanzt und mit dem Finger zärtlich über kalte Oberflächen streicht und dabei immer mehr außer sich gerät.

Stefan Ludwig weiß, dass der Mensch gehen muss, fortschreiten, um zu Erkenntnissen zu gelangen, die ihn selbst übersteigen. Schritt für Schritt erkundet der wachsende homo sapiens sapiens die Welt, Gedankenschritt für Gedankenschritt. Und wer nicht aufhören will zu wachsen, wird auch nicht aufhören, im Kopf oder mit den Füßen Schritte zu wagen. Davon handeln diese Gespräche, die der reinen journalistischen Lehre nach mehr Talks sind als Interviews. Denn wir erfahren in ihnen auch immer etwas über den Mann, der sie gesucht, der sie ermöglicht und hier dokumentiert hat. Das ist das offene Geheimnis dieses Buches; dass es immer wieder an den Anfang gelingender Kommunikation zurückkehrt, zur Begegnung. Jede neue Runde beginnt damit, dass zwei Menschen einander gelten lassen. Sie lesen hier ein Buch vom unaufhörlichen Neuanfang der Begegnung. Vom Respekt des Geschöpfs vor dem Geschöpf, von der Hinwendung zum Geschöpf. Ein Dokument der Leisigkeit.

Stefan Ludwig hätte Grund, ein Misanthrop zu sein. Keinen guten, aber naheliegenden. Er war ihm in die Wiege gelegt. Denn anders als andere, durfte er erst gar nicht und musste dann gleich mehrmals Laufen lernen. Ein gnadenvolles Schicksal – er würde wohl sagen: Gottes Segen – und viel Übung haben ihn davor bewahrt, sich im Fragen nach dem Warum zu verkrümmen. Er schaut sich nach dem Straucheln nicht um, wen er verklagen könnte. Stattdessen schaut er nach dem Wozu eines Abgehängt-Seins, dass kaum jemand so fröhlich wie er als Freiheit empfängt, und bricht auf zum Wohin.

Wir erkennen an diesem Mann vielleicht dreierlei: Manche Menschen sind innen größer als außen. Leise ist lauter. Und der Weg zur Begegnung kann auch im Kreis führen. Denn was kann schöner sein als ein Leben, das sich rundet? Lauf, Stefan, lauf!

Uwe Schulz

im Juni 2018

Einleitung

Na, haben Sie es sich schön gemütlich gemacht im Lese-Sessel? Das Glas Wein auf elf Uhr stehen, die Beine angenehm hochgelegt? Oder bin ich Ihr Begleiter in der S-Bahn auf dem Weg zur Arbeit? Oder lesen Sie sich in Kleingruppen von Menschen dieses Buches vor, um anschließend mit einem schön erstaunten ‚Das wusste ich ja gar nicht‘ eine kleine, aber feine Läster-Runde zu starten? Dieses Buch kann vieles, von anheizen bis inspirieren. Bei manchen wird es sicher auch einfach nur im Badezimmer in greifbarer Nähe liegen. Eine Ehre.

Ich habe 52 interessante Menschen am Dortmunder Phoenixsee getroffen. Sie alle haben sich auf unsere Verabredung eingelassen, sich von ihrer Schokoladenseite gezeigt oder auch einfach mal was getraut. Lesen Sie von Momentaufnahmen. Lesen Sie von Talenten, von großen und kleinen Fragen über das Leben von Menschen und denen, die sie umgeben. Manches ist auch nicht mehr aktuell. Nichts ist älter als die Minute von eben.

Laufen, reden, gute Zeit haben. Mit diesen drei Idealen habe ich 2016 mein erstes Buch dieser Art herausgebracht. Seitdem hat sich viel getan, haben sich Türen geöffnet, einige angelehnt, manche sich eher geschlossen. Alles davon ist gut. Denn es zeugt von Bewegung.

Jetzt haben wir bereits 2018 und ich bin immer noch nicht müde, Menschen zu treffen, sie kennenzulernen und vorzustellen. Dabei noch einem Sport nachzukommen, zu dem ich mich nicht überwinden muss – das empfinde ich als großes Plus an der Sache.

Wie Sie das Buch lesen müssen? Das bleibt Ihnen überlassen. Technisch erlaube ich mir den Hinweis: In Normalschrift finden Sie die Äußerungen meiner Gäste. Meine Aussagen stehen in Fettdruck.

Ein aufrichtiges ‚Herz auf!‘ wünsche ich Ihnen beim Lesen und für die Zeit, die Sie mit meinem Buch verbringen mögen. Vielen Dank für Ihre Zeit.

Dortmund, im August 2018

Stefan Ludwig

[email protected]

01 Philipp Ostrop

Also, ich bin Philipp Osttrop, bin 35, hab zwei Kinder und heute Nacht nicht allzuviel geschlafen. Franka, unsere Tochter, die ist ein halbes Jahr alt und völlig verschnupft. Ich arbeite bei den Ruhr Nachrichten und mache da so Digital-Zeugs. Ich versuche eigentlich auch um einen See zu laufen, im Münster um den Aasee. Die letzte Runde ist allerdings auch schon wieder zwei Wochen her.

Philipp, ich kann Dir, glaube ich, versprechen, dass diese Runde eine der angenehmsten Aufgaben ist, die Du von RN-Chefredakteur Wolfram Kiwit bisher übernehmen musstest.

Ich möchte nicht drüber reden. Nein, quatsch, alles gut.

Du wirst sehen, heraus kommt ein tolles Buch. Also ich für meinen Teil habe noch nicht eine Runde bereut. Tolle Begegnungen. Kurzweilig. Manchmal reden wir über ernste Themen, manchmal über Gott und die Welt. Lebst Du noch in Münster?

Ich habe einen ähnlichen Plan wie Du: Wenn ich die Treppe im Pressehaus hochkomme, möchte ich nicht so außer Atem sein. Wir beide haben uns ja bei den Ruhr Nachrichten kennengelernt.

Richtig. Ich möchte sagen: Ich wusste schon immer, das was Großes aus Dir wird. Du bist so wie Du bist. Du bist schnell, interessiert, aufgeschlossen. Ich weiß nicht, wie die Volos heute so durch’s Leben gehen, aber damals fiel mir Deine Art schon sehr positiv auf. Für mich hast Du damals ein neues Bild eines Volontärs abgeliefert. Da stand einer, der auch eine große Affinität zu dem hat, was er macht, und er kann daraus auch etwas für andere machen. Das mag sich jetzt für Dich alles unheimlich hochgegriffen anhören.

Allerdings. Aber ich lass das mal einfach so stehen. Ich hab schon Bock auf das, was ich da tue. Das stimmt. Der Rest kommt dann irgendwie von selber, glaube ich. Zumindest, wenn man das Glück hat, das zu machen, worauf man Bock hat. Wenn man morgens denkt “Och ja, jetzt zur Arbeit, warum nicht”, ist damit sicher schon mal viel gewonnen. Wahrscheinlich hatte ich damals auch einfach ein bisschen mehr Glück als Verstand. Ich mach das aber jetzt einfach noch ein bisschen weiter.

Du sagst, Du machst da so ein bisschen Digital-Zeugs. Du bist Leiter Digitale Inhalte. Das ist schon ein anderer Schnack.

Ich schaue gerade die zweite Staffel “House of Cards”, eine Serie mit Kevin Spacey, die ich sehr cool finde. Natürlich arbeitest Du nicht im Weißen Haus, aber immerhin in einem Pressehaus und bei Dir geht ganz sicher auch das Telefon, wenn es mal wichtig wird.

Sicher ist das bei uns nicht so brisant, obwohl ich schon gerne wüsste, welche Leichen der Dortmunder Oberbürgermeister im Keller hat. Wenn man das auf Francis J. Underwood überträgt.

Ich liebe informierte Begleiter. Passender hätte ich nicht vergleichen können.

Die Zeit ist schon eine Besondere. In der aktuellen Medienlandschaft ändert sich so viel im Moment. Es müssen so viele Anpassungen eingestielt werden, um bestehen und mitmischen zu können. Ob man das immer alles will oder nicht. Das ist sehr interessant. Natürlich würde bei wichtigen Ereignissen auch bei mir das Telefon klingeln, aber im Moment bin ich fast ausschließlich dabei, an Konzepten zu schrauben.

Wenn ich das richtig verstanden habe, hat ja halb Dortmund Dir die neue BVB-App BUZZ09 zu verdanken, oder? Die wird ja so plakativ und allgegenwärtig beworben, dass man an ihr fast gar nicht vorbeikommt.

Nicht nur mir. Uns. Sie ist ja kostenlos und wir überlegen gerade, wie wir letztlich mit ihr auch mal Geld verdienen können. Das wird aber nicht über ein Abo-Modell gelöst. Wir setzen im Moment sehr auf Reichweite und auf loyale Nutzer in der App.

Siehst Du, die Runde hat sich schon gelohnt. Ich hab nämlich gedacht, sie wäre kostenpflichtig und ich werde sie natürlich nachher gleich runterladen. Was erfährt man denn dank ihr?

Immer. Schneller. Überaller. Wir bündeln alles, was es zum BVB gibt, in einer App. Und wir machen sie auf deutsch und auf englisch, also auch für den internationalen Markt. Gerade dadurch bekommen wir verrückte, interessante Rückmeldungen. Manchmal löst der Digitale Markt auch Probleme. Und manchmal weiß man gar nicht, dass dieses oder jenes Problem existiert und erfährt dann über die Community davon. Als es das noch nicht gab, hat es auch keiner vermisst. Jetzt ist sie für viele Fans anscheinend wunderbar, alles über ihren Verein an einer Stelle lesen zu können. Nicht hier ein bisschen in einer Zeitung und da ein bisschen auf einer Internetseite, bei twitter und dann muss man auch noch Auba auf Instagram folgen.

Kannst Du Dich noch an unser Kennenlernen erinnern?

Na ja, das wird in der Redaktion in Witten gewesen sein, als ich da volontiert habe. Das wird 2001/2002 gewesen sein.

Ich erinnere mich, dass wir die Umstellung auf das neue Redaktionssystem Dialog in Witten so ziemlich alleine geschmissen haben, weil da zu der Zeit ein ziemlich hoher Krankenstand und von Urlaub betroffen war. Und ich habe Euch das System nicht nur nahegebracht, sondern auch noch als Freier Mitarbeiter Inhalte zugeliefert. Zusammen mit Holger Niehaus haben wir ein sehr verrücktes Wochenende gestemmt.

Ich verbinde mit Witten vor allem noch Gedanken, dass zu meiner Zeit gar nicht unbedingt das neue System auf dem Plan stand, aber die Redaktion umgezogen ist und zu der Zeit der Wittener Satanistenmord für Aufregung sorgte. Ich erinnere mich, dass ich fast alleine in der Redaktion war und ich dann erstmal in der Chefredaktion anrief um zu erfragen, wie ich mit dem Satanistenmord umgehen sollte. Natürlich habe ich mit stolzer Brust behauptet, das schon hinzukriegen. Vielleicht hat mir die Redaktion auch deswegen Holger zur Verstärkung geschickt. Die drei Monate waren total crazy, auch wenn ich das so ganz detailgenau auch nicht mehr zusammenkriege. Ich weiß, damals war es noch revolutionär, dass Texter noch ein Foto vom Termin mitgebracht haben.

Heute bringen sie den Kommentar als Video und eine ganze Bilderstrecke mit. Und das alles für 20 €.

Stimmt. Und warum ist das Video noch nicht online? Natürlich am Besten für lau.

Warum lebst Du denn noch in Münster? Ist Dir die Pendelei nicht zu anstrengend? Auch für Dich hat der Tag doch nur 24 Stunden.

Mit dem Zug ist das eine halbe Stunde. Ich mag die Zeit. Da kann ich Musik hören, aus dem Fenster gucken oder E-Mails schreiben. Ich fahr morgens mit dem Fahrrad zehn Minuten zum Bahnhof, das geht alles. Meine Frau pendelt eine halbe Stunde in die andere Richtung, Münster ist gut für beide.

Was macht Deine Frau beruflich?

Die ist Schulpsychologin. Als Psychologin hat sie natürlich zuhause das Meiste zu tun. Ist Dir denn der räumliche Abstand zum Büro auch so noch wichtig?

Unbedingt ist mir dieser Abstand wichtig. Ich hab ja auch lange in Dortmund an der Möllerbrücke gewohnt. Da hatte ich fünf Minuten zur Arbeit. Natürlich hatte das den Effekt, dass man zwar zuhause ankam, aber gedanklich immer noch im Büro war. Wenn irgendwas Kurzfristiges war, rief man immer gerne den Ostrop an, der war ja schnell da. Was machst Du, wenn es nicht heißt, Treppe oder Fahrstuhl? Welchem Sport gehst Du nach? Ich hab so ungefähr gar keine Hobbies. Kein Schach, kein Kegeln, kein Aquarellmalen. Ich versuche, ab und zu laufen zu gehen.

Bist Du Fußballfan?

Jetzt kommt’s. Jeder soll ja anscheinend auch ein kleines Geheimnis auf seiner Runde erzählen. Ich bin kein militanter Fußballfan. Früher war ich mal Bayern-Fan.

Gut, dass die Runde gleich geschafft ist.

Du schmeißt mich gleich in den See, oder? Beruflich freue ich mich natürlich, wenn es dem BVB gut geht. Natürlich kann man auch gute Geschichten über ihn schreiben, wenn es ihm schlecht geht. Ich bin gerne im Stadion. Aber auch nicht jede Woche. Wie entspanne ich, war die Frage, oder?

Ja. Welches Buch hast Du zuletzt gelesen? Papier oder eBook?

Wahrscheinlich digital. Ich glaube, das war die Gerhard-Schröder-Biografie. So an die 1.000 Seiten stark. Ich lese immer Sachbücher. Es kann Silicon Valley von Christoph Keese von Axel Springer gewesen sein. Schon ein paar Monate her. Übrigens, Glückwunsch.

Warum? Wozu?

Du hast vor einiger Zeit sogar mal einen Journalistenpreis gewonnen.

Ach das. Ja, das geschah auch mal. Hab ich aber schon wieder komplett vergessen. Das war ein Wirtschaftspreis. Spannender war, dass später die ganze Redaktion, die ich mal leitete, den gleichen Preis gewonnen hat. Tobias Großekemper hat gerade den Theodor-Wolff-Preis gewonnen und das ist beides wirklich groß. Sowohl der Preis als auch Tobias Großekemper als Journalist.

02 André Steinebach

Mein Name ist André Steinebach. Ich bin gerade seit Mitte April 43 Jahre alt und gebürtig eigentlich gar nicht aus Dortmund, sondern gebürtiger Herner, in Castrop-Rauxel groß geworden. Vor 23 Jahren hat es mich hier nach Hörde verschlagen, als ich meine jetzige Frau kennengelernt habe. Also kennengelernt nicht hier, sondern in Holland im Urlaub. Unsere erste gemeinsame Wohnung war dann auch hier an der Hermannstraße. Jetzt wohnen wir in Loh, ein bisschen ruhiger, ein bisschen grüner. Hier war noch lange Zeit viel los mit den LKWs, mit der Hörder Fackel, eine Menge tamtam. Dass das hier besonders erleuchtet war, daran kann ich mich noch ganz genau erinnern. Beruflich bin ich seit anderthalb Jahrzehnten im Einzelhandel, im Sportartikel-Einzelhandel.

Ich mag es, wenn man hier schnell diesen Tumult hinter sich hat und es entspannter wird. Für mich ist es heute hier eine Premiere, dass ich mal so hier rumgehe. Sonst bin ich ja hier in Sportklamotten und renne hier um den See.

Wann hast Du die letzte Sport-Runde hier gemacht?

Gestern früh morgen. Hierhin hab ich’s nur drei Kilometer weit. Ich komme aus Berghofen, laufe dann über den 236-Tunnel runter und komme dann da hinten an der Brücke raus. Dann mache ich so eine oder zwei Runden. Gestern war es eine Runde vor der Arbeit. Hier um den See geflitzt und dann wieder nach Hause. Damit komme ich auf meine zehn Kilometer und das passt dann immer ganz gut. Ich versuch das hier auch immer so ein bisschen im Blick zu behalten, was sich so tut.

Deswegen auch die 52. Jede Woche einmal mit einem Gast und das mal ein Jahr lang durchziehen, diszipliniert sein. Und dann war ich nach neun Monaten fertig. Weil es richtig Bock macht, die Leute mir darauf tolle Rückmeldungen geben, aufgeschlossen sind und sich schnell Zeit nahmen. Für mich ist inzwischen klar, dass ich das auf jeden Fall weitermachen will. Du kannst dabei nicht verlieren.

Für Dich, als Erfahrung, als Sammlung, oder wie meinst Du das?

Die Motivation hat sich entwickelt. Es gab so ein, zwei Dinge, die sich vorher ergeben haben. Wenn ich mittags mit meinen Arbeitskollegen zur Kantine gegangen bin, sind wir 100 Meter einen kleinen Berg hoch. Auf dem Weg unterhielten wir uns miteinander, oben angekommen, bekam ich dann keinen Ton mehr raus. Diese Kurzatmigkeit störte mich, die wollte ich mir wegtrainieren. Laufen und gleichzeitig reden, das muss man trainieren. Ist wie Fahrradfahren, das lernt man auch nur durchs Machen.

Zweitens hat mich angetrieben, dass ich so zehn bis 15 Jahre als freier Journalist und Kulturmacher verbracht hab. Ich hab sehr viele Interviews mit Künstlern geführt, hatte viele Begegnungen und war mit dem Gedanken unterwegs, mal eine Biografie schreiben zu wollen. Es gibt so ein paar Sachen in meinem Leben, mit denen ich auch mal abschließen wollte. Beim Verarbeiten hilft mir das Schreiben, das wusste ich schon von mir. Mir ist inzwischen klar, dass in meine Biografie nicht nur ich gehöre, sondern auch ganz viele Menschen, die mich geprägt, begleitet, beeindruckt und interessiert haben. Jeder kennt so Leute, von denen man sich mal was abguckt, was mitnimmt. Damit habe ich eins und eins zusammengezählt und mir vorgenommen, jede Woche eine Runde mit so einem Menschen zu machen.

Das Ganze ist ein großes Geschenk, weil Du unterwegs an der frischen Luft bist, Du hast ein Gespräch, was immer nur ein Zugewinn sein kann, weil man sich austauscht und mal Gedanken loslassen kann. Ich hab einfach noch nichts Negatives daran festgestellt. André, erzähl mal: Was hast Du mit Sport genau am Hut?

Sport hat für mich mit dem Laufen angefangen. Nach der Bundeswehr-Zeit. Dadurch bin ich im Einzelhandel gelandet. Ein großes Sportgeschäft in Herne suchte damals Leute, die selber laufen und die Produkte verkaufen wollen und können.

Es ist immer gut, wenn man selbst eine Affinität zu dem hat, was man beruflich macht. Man sollte kein Couch-Potato sein in Deinem Bereich.

Wenigstens dafür interessieren. Man muss nicht unbedingt jeden Tag laufen, aber so eine gewisse Leidenschaft und Affinität, finde ich, macht das Ganze für mich angenehm. Als gelernter Kfz-Mechaniker bin ich als Quereinsteiger in dieser Schiene gelandet.

Möchtest Du die Kette nennen? Ist es überhaupt eine?

Ich bin bei Runners Point in der Thier-Galerie, war vorher bei Laufsport bunert, einem Fachgeschäft in der Innenstadt. Vorher bei Decathlon in Herne, also auch einer großen Kette. Ich bin jetzt seit zwei Jahren in der Thier-Galerie. Ich wollte wieder ein großes Team in einer großen Filiale haben und bekam ein entsprechend gutes Angebot als stellvertretender Filialleiter. Ich arbeite mit einem super Team zusammen und stehe weiterhin mit meinem Sport auch beruflich in Verbindung.

Als stellvertretender Filialleiter reicht es nicht, um fünf vor zehn im Laden zu sein.

Viel Organisatorisches, Personelles, Kooperationen mit Firmen, sowas fällt in mein Hauptaufgabengebiet. Den Kontakt zur Lauf-Szene zu halten.

Du bist mit einem Stammkunden unterwegs. Seit Jahren kaufe ich meine Laufschuhe bei Runners Point in der Thier-Galerie.

Euer Personal gefällt mir immer sehr gut. Man merkt, dass sie nicht dieses „Ist nicht meine Gondel“-Denken haben. Nicht aufn Kopf gefallen, die nehmen sich Zeit, hören zu, beraten dich qualifiziert. Entsprechend gut ist das Gefühl, mit dem ich aus dem Laden herausgehe. Ich bin totaler Fan des Nike Free Run, der sich Deinem Fuß sehr anpasst und unglaublich leicht ist. Ich hab vorher lange Jahre schwere Lederschuhe getragen und dann während einer Reha über einen guten Orthopädie-Techniker diese hier kennengelernt. Laufschuhe sind das, was meine normale Beschaffenheit der Füße fördert. Klar sind meine Füße schon etwas besonders, aber umso wichtiger ist es, dass sie auch ihre Natürlichkeit irgendwo behalten können und ich nicht so sehr in einem starren Korsett unterwegs bin.

Diese jetzt merkt man kaum am Fuß, damit kann ich auch zwölf Stunden herumlaufen. Für mich gibt’s auch nix Bequemeres, ob Freizeit oder Arbeit. Ich hab immer Sportschuhe an. Eine Berufskrankheit.

Das ist besser als die Berufskrankheit von Sparkassen-Fachwirten, die immer ihre Standard-Anzüge tragen müssen. In sowas würde ich mich gar nicht wohlfühlen.

Sowas brauche ich auch nicht den ganzen Tag.

Fünf Monate später wechselte er den Job und die Branche und seine Dienstkleidung ist nun ein Anzug.

Dann doch lieber ein bisschen der Berufsjugendliche bleiben. Ich möchte gerade ein intensiveres Training angehen, ich hab jetzt ab nächster Woche drei Wochen Urlaub. Ich hab mich zum Inklusionslauf in Berlin angemeldet.

Dabei geht es einmal am Tempelhofer Feld entlang. Dabei hab ich die geringste Disziplin ausgewählt, fünf Kilometer. Nächste Woche werde ich hier jeden Tag wieder eine Runde machen. Übernächste Woche checke ich dann mal, wie es mit zwei Runden aussieht. Mit 3,2 Kilometern, die es hier sind, komme ich ja in Berlin noch nicht weit. Ich bin gespannt, wie ich zurechtkommen werde.

Sicher eine gute Vorbereitung. Ohne die wäre das nicht gut. Das wäre dann für Dich auch nicht so angenehm.

Ich bin an einem Punkt, an dem der Schweinehund mal wieder dran ist. Ich brauche mal wieder ein Ziel. Einmal im Jahr hab ich das, da muss ich mir ein Ziel setzen. Es passt gerade perfekt. Vor dem Lauf habe ich noch zehn Tage Zeit. In der Zeit kann ich super trainieren. Trotzdem ist es auch ein bisschen just for fun. Ich schaue gerade noch nach Lauf-Klamotten. Mal gucken, was sich da anbietet. Ich hab für mein Projekt noch nichts Richtiges.

Dein Projekt interessiert mich ja, weil ich verstehen kann, dass Du hier viel vor Ort bist. Eine Chance, den Wandel zu begreifen und im Detail hier mitzubekommen.

Hier tut sich ständig was und davon auch noch viel. Manchmal ist es die Tierwelt, wenn die kleinen kanadischen Gänse zur Welt gekommen sind.

Als ich hier gestartet bin, war das noch eine Reihe weniger Häuser. Als ich den See hier kennengelernt habe, hab ich noch hauptberuflich in Hannover gearbeitet und da gab‘s hier nur die Eisdiele. Alles andere kam dann dazu. Das ‚Best Friends‘ hat sich mittlerweile flächenweise schon vervierfacht. Schlecht wird’s bei denen nicht laufen.

Das Restaurant vorne auf der Ecke hat jetzt schon den zweiten oder dritten Betreiber, glaube ich.

Ich hab mal gelesen, dass die jeden Monat eine Miete von 20.000 € aufbringen müssen. Die musst Du erstmal einspielen.

Und das ist nur die Miete. Ohne Energiekosten, Personal, Wareneinsatz. Es ist schwierig, hier dann mit ‚4 Garnelen für 17 €‘ zu punkten.

Bei so einer Riesenmiete musst Du auch jeden Abend die Bude voll haben.

Wie hast Du denn eigentlich von meinem Projekt erfahren?

Gute Frage, ich glaube, das war Facebook. Ich meine, in der Zeitung hätte ich auch mal was gesehen. Man hält sich ja mittlerweile viel in der digitalen Welt auf, was manchmal auch Fluch und Segen ist. Das eröffnet uns natürlich auch wieder andere Möglichkeiten, ja. Sich informieren, in Kontakt treten. Hat sich ja bei uns auch so ergeben. Eine ganz spannende Sache. Aber manchmal denke ich, früher ging das auch anders. Versuch das Ding doch im Urlaub auch mal einen Tag ruhen zu lassen. Fällt irgendwie schwer.

Surfen und Chatten ist uns mittlerweile sehr in Fleisch und Blut übergegangen. Darf ich Dir zumuten, dass ich meine Sonnenbrille aufsetze? Ich bin ja Freund davon, meinem Gesprächspartner auch in die Augen schauen zu können. Aber das Licht ist hier gerade unglaublich hell.

Sicher, man muss immer der Situation angepasst sein. Ich genieße es hier ja sehr, auch mal einen weiten Blick haben zu können. Ich bin gerne hier an der Brücke, von der aus ich direkt da hinten wunderschön auf die Hörder Burg schauen kann, die im Dunkel im Winter auch noch so schön beleuchtet ist.

Der Florian gehört auch schon mit zum Ausblick.

Ja, und der Hochofen und das Gasometer. Gut, dass Du hier in Dortmund gelandet bist. Ich hab ja auch noch Freunde und Familie in Castrop-Rauxel und Herne. Dort zu wohnen kann ich mir inzwischen nicht mehr vorstellen. Dortmund ist so abwechslungs- und facettenreich.

Du bekommst hier alles an Stimmung, was Du haben möchtest. In Hannover hat mir das anderthalb Jahre nur gefehlt. Ich bin selbst ohne Stadion-Eintrittskarte mal am Wochenende mit dem Zug nach Dortmund gekommen, nur um mal auf dem Alten Markt die Heimspiel-Stimmung einzuatmen. Schon was Besonderes.

Sowas Ähnliches haben mir auch andere Menschen erzählt, die bei uns arbeiten wollten und aus anderen Bundesländern kamen oder von hier aus in andere Bundesländer wechselten. So wie hier ist es anderswo noch lange nicht. Ich kenne Leute, die jahrelang in Süddeutschland gearbeitet und da nie Anschluss gefunden haben. Die haben da existiert, aber nur funktioniert. Wenn man da nicht im Schützenverein war, geschah gar nichts. Mag auch manchmal an den Leuten selber liegen, aber das haben mir schon so viele bestätigt, dass was dran sein muss.

Kümmerst Du Dich bei euch viel um Veranstaltungen?

Ja, ich pflege einerseits die schon vorhandenen Kontakte, zum Beispiel unterstützen wir den Lauftreff Asseln der AWO. Die machen auch jedes Jahr sehr erfolgreich so eine Laufveranstaltung mit Distanzen von 15 Kilometern bis zum Halbmarathon. Wir unterstützen da mit Sachmitteln, um Gelder geht es natürlich auch immer. Da helfen wir, den Ausrichtern Sicherheit zu geben, dass das auch stattfinden kann. Eine der Veranstaltungen, die mit Herz gemacht sind. Da bin ich dieses Jahr auch mitgelaufen und hab gemerkt – jeder, von der Startnummernausgabe bis zum Verpflegungspunkt oder im Ziel – ist mit dem Herzen dabei. Die machen das alle freiwillig und kriegen dafür nichts. Die freuen sich richtig mit. Sowas muss man auch nach Kräften unterstützen.

Hast Du hier schon mal beim Halbmarathon am Phoenixsee mitgemacht?

Ja. Bei den ersten beiden Ausgaben war ich auch an der Orga beteiligt, da hab ich noch bei Laufsport bunert gearbeitet. Meinem damaligen Chef gehörte bis dahin auch noch die Eventagentur, die den veranstaltet. Da war ich im Zielbereich tätig und hab geguckt, dass alles funktioniert und hatte das da zum ersten Mal von der anderen Seite aus gesehen. Wenn die Leute ins Ziel kommen, sich freuen, sich ärgern, lachen, weinen, weil sie ihre Zeit erreicht oder verpasst haben. Unheimlich tolle Eindrücke. Später bin ich dann auch mitgelaufen, wollte die Strecke mal ganz sehen. Auch diese Verbindung Phoenixsee – Phoenix West – Rombergpark – Westfalenpark, diese ganzen Achsen wollte ich mal selber auf der Strecke mitnehmen. Für mich dann die gewohntere und noch angenehmere Seite. Gerade das Verbinden der ganzen Flächen hier ist, glaube ich, nicht nur für Auswärtige interessant, sondern auch für Leute, die in Dortmund wohnen. Das alles kombiniert mit einem kleinen Wettbewerb mit sich selbst, mal zu versuchen, eine gute Zeit zu laufen – das ist schön.

Du hast ja eine E-Mailadresse, die mir vom Begriff her erstmal sympathisch ist, Du Endorphinjunkie.

Danke. Wir sind eine Freizeitgruppe, die regelmäßig zusammen läuft. Dabei sind wir bewusst kein Verein. Ziel war, einen Lauftreff zu schaffen, der nicht so klassisch organisiert ist wie die anderen, mit festen Zeiten, Verpflichtungen, einer Satzung – all dieses Bürokratische wollten wir nicht. Wir sagen einfach ‚Hey, wir treffen uns.‘. Wir machen das, worauf wir Bock haben. Vom Lauf-Einsteiger bis zum Ultramarathon-Läufer sind alle herzlich willkommen. Im Wettkampf macht man ja viel für sich alleine. Je mehr du dir vornimmst, umso mehr kommst du um Strukturen nicht herum. Du willst eine Homepage? Dann muss sich auch jemand um die kümmern. Du willst jährlich eine kleine interne Meisterschaft? Die muss auch organisiert werden. Dann haben wir Freunde anderer Lauftreffs eingeladen und sind ein bisschen an der Hohensyburg auf und ab gelaufen. Wer gewinnt, bekommt einen kleinen Pokal im Wert von fünf Euro. Dann trinken wir ein Bierchen zusammen und dann ist gut. Wir versuchen, das Ganze nicht zu ernst zu nehmen. Was geht, das geht. Freundschaften sind entstanden und geblieben. Wie baust Du Kondition auf?

Das fragen mich ja viele auch im Geschäft. Die Leute wollen anfangen, es aber möglichst richtig machen. Ich rate immer, nach Körpergefühl zu laufen. Du musst das Gefühl haben, dass es machbar ist. Und es muss Spaß machen. Sicherlich kommt hier und da auch mal der Punkt, an dem es ein bisschen zu viel wird. Das merkt man dann oft erst nachher. Bei mir ging es eigentlich immer darum, die Distanz zu erhöhen und nicht darum, die Zeit zu verbessern. Anfangs bin ich hier nur so ein bisschen in den dunklen Seitenstraßen und Ecken der Hermannstraße am Rand des Stahlwerks rumgelaufen. Hast du ein Ziel, dann mach so, wie es dir gut tut. Lieber ein bisschen weniger. Belastet euch, aber schaut auch nach ausreichender Entlastung. Das ist meine Philosophie. Bewusst auch die Pausen genießen. Kein Kopfstress, kein Druck.

03 Jens Heuwinkel

Ich bin Jens Heuwinkel und ich mache seit rund 30 Jahren das Sauresani-Theater. Ich bin 51 Jahre alt. Das Sauresani-Theater ist ein reisendes Kindertheater, sozusagen ohne Haus, und es agiert von Lippe aus. Ich wohne in Detmold, bin verheiratet und habe zwei Kinder. Eins ist schon aus dem Haus, das andere macht gerade Abi. Ganz spannend finde ich an meiner Arbeit, möglichst viel mit der Phantasie des Publikums zu arbeiten und mit möglichst reduziertem Aufwand meine Theaterstücke zu spielen.

Hast Du Zivildienst gemacht?

Ja.

Dann weißt Du was jetzt kommt. Leg mir mal bitte die Oberarm-Handytasche um. Du weißt nicht, wo ich Zivildienst gemacht habe.

Wir kennen uns ja noch nicht. Du darfst mir noch wehtun. Wir erkennen das ja an der Farbe blau, wenn’s zu fest ist. Was weißt Du eigentlich bisher über das, was hier passiert? Ich hab ein Video von Dir gesehen. In dem hast Du erzählt, dass Du beschlossen hast, eine Biografie zu schreiben, dass Du schon so viel erlebt hast, dass die Zeit dafür gekommen ist. Du bist dadurch auf die Idee mit diesen 52 Runden gekommen.

Tatsächlich war das die Grundidee. Ich hab ja viele Jahre nebenberuflich als freier Journalist und als Kulturveranstalter gearbeitet. Dadurch hab ich unfassbar viele Menschen kennenlernen dürfen. Viele Künstler habe ich interviewt und zehn Jahre später veranstaltet. Eine interessante Wechselwirkung. Ich veranstalte nicht mehr, schreibe noch ehrenamtlich für die Trottoir. Ansonsten arbeite ich weder als Journalist noch als Veranstalter, halte aber zu vielen Leuten dieser tollen Szene den Kontakt. Die Kontakte sind herzlich und mir sehr wichtig. Nur vom Risiko lasse ich inzwischen seit Ende 2012 die Finger. Ich hab relativ schnell bei dieser Biografie-Idee spitzbekommen, dass zu mir ganz viele andere Menschen gehören. Wenn ich über mich erzählen oder schreiben will, müssen diese anderen Menschen auch dazu. Von vielen hab ich mir was abgeguckt, was gelernt und mitgenommen. Die haben mich geprägt und begleitet und mich zu dem gemacht haben, der ich heute bin. Das ist die Verpackung, die meine Biografie viel knackiger macht. Das alles kombiniert mit dem Gedanken, dass sich der Spastiker mal ein bisschen regelmäßiger bewegen muss – daraus ist ein Schuh geworden. Was gegen die Kurzatmigkeit tun, regelmäßig draußen sein, Muskeltraining betreiben. Jetzt lade ich mir etwa jede Woche einen Gesprächspartner ein und mache das mal ein Jahr lang.

Dieses Gesamtpaket schlägt im Positiven ein wie eine Bombe. Es kann ein Interview sein, oder einfach ein Spaziergang. Man lässt sich jedenfalls auf mehr ein als auf ein zehnminütiges Telefon-Interview. 70 Minuten laufen und gleichzeitig reden, das kann ganz schön anstrengend sein. Bei viel Training kommen jetzt auch noch tolle Gespräche heraus. Wunderbar. Du kannst dabei nicht verlieren. Auf manche Termine müssen wir halt ein wenig warten, da sie ja immer hier am See stattfinden sollen.

Wenn Du vor Kindern spielst, vor welcher Altersklasse trittst Du meist auf? Mit welchem „Lehrauftrag“ bist Du unterwegs?

Meine Kernaltersgruppe ist dreieinhalb bis elf Jahre alt. Als meine Mission betrachte ich, wenn man das so sagen will: Ich bin auf einer Insel groß geworden, auf einem kleinen Dorf, etwas abgelegen, vielleicht gab’s drumherum zwei Kinder in meiner Altersklasse. Sonst war da erstmal gar nix die nächsten zwei, drei Kilometer, bis dann die Chance bestand, wieder jemanden zu treffen. Das war aber nicht immer machbar und hat dazu geführt, dass ich mich sehr viel mit meiner Phantasie und allem Drumherum beschäftigte. Ich glaube, dass es viele Kinder gibt, die in vielen Sachen isoliert sind. Meine Idee ist, durch meine Form des Theaters – die eben auch sehr viel mit Aktionen der Kinder auf der Bühne zu tun hat – den Kindern einen kleinen Anstoß dahin zu geben, ihnen zu zeigen, dass es da noch was anderes gibt.

Hauptsächlich geht es darum, Mut zu machen, seine Träume selber anzugehen und zu verwirklichen. Mut des Ausprobierens, des Entdeckens, des Realisierens. Ist auch ein bisschen mein Thema. Neuland entdecken.

Spannend, was Du erzählst. Du bist nicht der erste Theaterschauspieler, mit dem ich jetzt unterwegs bin. Fürs erste Buch war ich mit Beate Albrecht unterwegs, die mittlerweile eher Stücke für die angrenzende Altersklasse inszeniert. Beide seid Ihr Menschen, die mit Visionen unterwegs sind. Das finde ich bewundernswert.

Du und ich, wir haben einen gemeinsamen Bekannten. Matthias Rauch, der das Video auf meiner Facebook-Seite gemacht und Dich wahrscheinlich dazu verführt hat, auf Play zu drücken. Wie seid Ihr über mich ins Gespräch gekommen?

Ich hatte hier in der Bibliothek in Hörde einen Auftritt. Nach meinen Auftritten brauche ich immer ein bisschen Luft. Ich kann mich dann nicht gleich ins Auto setzen und lossemmeln. Dann bin ich hier ein bisschen spazieren gegangen und auf den See gestoßen bin und auf diese Thomasbirne da vorne.

Davon hatte ich ein Foto gemacht und es auf Facebook gepostet. Ich war total begeistert von dieser Thomasbirne, weil sich für mich endlich die Frage beantwortete, wie hier früher Stahl geschmolzen wurde, ohne dass das Gefäß rund rum geschmolzen ist. Es muss ja immer noch etwas geben, was heißer werden kann ohne draufzugehen. Ich hab‘s mir da endlich beantworten können und war so begeistert. Matthias hatte mir dann geschrieben: ‚Hey, dann könnte Dich das hier auch interessieren.‘ und hat mir dann Deinen Link geschickt.

Ich fand Dein Konzept total spannend. Da ist jemand, dem ist es egal, wer sich bei ihm meldet, ich will mal ein paar Leute kennen lernen und drehe hier meine Runden. Eine Runde um den Block und dabei reden wir. Wenn das so passiert, dann lass mal sehen. Ich treffe eben auch gerne Leute und dementsprechend war ich da sehr neugierig. Dann ergänzen wir uns gut. Da Du ja schon mal hier warst: Wie war damals Dein erster Eindruck? Könntest Du Dir vorstellen, hier mit dem nötigen Großgeld zu leben?

In Dortmund, oder hier am Phoenixsee? Ich brauche Licht, ich brauche grün, ich brauche den Wechsel der Jahreszeiten und ich muss die Möglichkeit haben, mit dem Fahrrad nach der Arbeit nochmal rauszukommen. Nach einer kleinen Tour und langer Zeit im Auto bin ich manchmal sehr angespannt, dass ich mich dann gerne aufs Fahrrad setze und nochmal eine Stunde im Wald verschwinde.

Im Wald kannst Du mal Dampf ablassen.

Ja. Wenn ich eine Kinder-Show hatte, war das meist auch sehr energetisch. Und die positivste Art, diese Energie entsprechend zu verarbeiten ist für mich dann, genau das Gegenteil zu suchen, einen Stille-Moment. Das ist eben sehr schön, wenn du dann im Wald bist und merkst, wie alles noch so ein bisschen nachhallt. Es ist auch ein gutes Gefühl, nachdem man eine Show gespielt hat und gut angekommen ist.

Der andere Teil der Anspannung ist der: Du bist auf der Autobahn und semmelst da so lang, versuchst, irgendwie nach Hause zu kommen. Auch das gibt unheimlich viel Anspannung. Ich bin am Liebsten an der frischen Luft. Ich könnte den ganzen Tag an der frischen Luft verbringen. Ich war mal da hinten in der Nähe dieses Fernsehturms, da wohnen zwei Freunde von mir. Da fand ich‘s schon ganz nett.

Nach was für einem Tag treffen wir uns heute? Hast Du heute Morgen mit Kindern zusammen eine Schule auf links gedreht?

Ich hatte heute Morgen erstmal Krankengymnastik, danach hab ich drei Stunden lang in Dinslaken als Walk-Act auf einem Kinderfest gearbeitet.

Und jetzt auch noch walken. Sportlich.

Ist doch super, da kommst Du mir ganz gelegen. Jetzt brauche ich, wenn ich nach Hause komme, nicht mehr mit dem Fahrrad fahren.

Win-Win-Situation. Hervorragend. Du machst seit 30 Jahren Kindertheater? Das finde ich bewundernswert, wenn jemand so lange bei der Stange ist und seine Profession gefunden hat. Du sprichst heute auch noch in einer Art und Weise darüber, dass schnell klar wird, dass Dir das heute noch Spaß macht und nicht nur ein Job ist. Womit erhältst Du Dir die Kraft, die Du für diesen Job brauchst?

Ich bin durch so Motivationskurven gegangen, aber ich muss dazu sagen, dass ich versuche, alles, was auf mich zukommt, als Herausforderung zu sehen. Wenn‘s mir mal langweilig wird, frage ich mich auch, wo ich gerade stehe und warum mir das gerade langweilig wird. Was kann ich jetzt tun, damit es mir nicht mehr langweilig ist? Worin kann ich eine kleine Herausforderung suchen?

Einfach mal ein Requisit vergessen, zum Beispiel.

Ja, zum Beispiel. Oder die Nase vergessen, das T-Shirt. Oooooh. Ich hab ja auch mal schnell solche Situationen, in denen ich improvisieren muss. Spiele ich als Walk-Act und hab keine Leute, dann überlege ich mir auch, was ich jetzt machen kann. Vielleicht kann ich mit den wenigen, die da sind, auch mal Neues ausprobieren.

Wie viele Stücke hast Du, mit denen Du unterwegs bist?

Im Moment sind es sieben und das sind alles selbstgeschriebene Stücke. Ich weigere mich so ein bisschen, auf diesen Zug aufzuspringen, Märchen oder Kinderbücher nachzuspielen. Das machen im Moment viele Kollegen, teilweise auch wirklich richtig gut. Aber das wäre so ein Kniefall vor der Veränderung des Marktes, dazu bin ich noch zu stolz. Manche Veränderungen sind ja auch nötig.

Du meinst eher den Intellekt und den Ideenreichtum. Du möchtest nicht nur nachspielen. Spielst Du denn ein Stück, das es bei Dir jetzt auch schon 30 Jahre gibt?

Ja, ich habe ja mit 15 Jahren angefangen. Da habe ich Jugendtheater an der vhs gespielt. Mit „Was heißt hier Liebe?“ haben wir angefangen. Ich bin nach dem ersten Abend nach Hause gekommen und habe gewusst, das will ich machen. Das Stück war von einem Berliner Kindertheater „Rote Grütze“, das mich auch geprägt hat. Sehr minimalistisch, hochkonzentriert. Die haben auch keine großen Kulissen gehabt. In der Zeit ist viel entstanden, Grips Theater, Cirque du Soleil, inzwischen weltweit unterwegs. Viele Leute sind von dieser neuen Art Theater auch geprägt worden.

Wie kamst Du auf den Namen Sauresani?

Damals war es schwer angesagt, alles zu ver-italienisieren. Es gab schon einen Zauberer namens Udoni, der hieß eigentlich Udo und hat sich ein ‚ni‘ dahinter gehängt. Fand ich sehr lustig. Vielleicht konnte ich ja irgendwas verballhornen. Sarrasani lag schon ziemlich nah, dann hab ich da Sauresani draus gemacht.

Dann wirst Du hoffentlich zuhause nicht Jensi genannt.

Doch, auch.

Jens, was findest Du besonders an Deinem Beruf?

Wer kriegt schon Applaus in seinem Beruf? Hey, da kommt er wieder, der Müllmann und los geht die La Ola... das hab ich noch nirgendwo erlebt. Applaus geschenkt zu bekommen finde ich schon toll.

Montagmorgens um viertel nach sieben. Schönes Bild.

Ein Flashmob für Müllmänner.

Ich ruf Dich an.

Ich bin dabei. Also, ich kriege Applaus, also meine Streicheleinheiten. Ich schaue immer, auch was zurückzugeben. Ich hab nicht den Anspruch, die Weisheit gepachtet zu haben. Aber wenn ich die Möglichkeit habe, etwas zurückzugeben, dann tue ich das gerne.

Du bist ja heute mit jemandem unterwegs, der noch einen Riesenberg vor sich herschiebt. Als ich vor vielen Jahren noch in meinem kleinen Laden stand, in dessen Schaufenster Künstler auftraten und ich vorher noch die Zuschauer begrüßte, bin ich wegen dieser zwei Minuten immer kurz gestorben. Schnappatmung, Stimme weg. Ich hab noch Wurst im Auto und muss jetzt auch los. Weißt Du, was ich meine? Ich glaub, ich krieg das hin, aber das bedeutet noch ganz viel Arbeit. Wie machst Du Leuten Mut, auf eine Bühne zu gehen und sich auszuprobieren?

Schwierige Sache. Ich bin auch jemand, der noch Angst vor Publikum hat. Immer noch. Weil diese kleinen Monster ja auch mal einen schlechten Tag haben können?

Nee, das sind nur die Erwachsenen. Das ist wirklich sehr lustig. Wenn Leute vor mir stehen und mir erzählen, ich wäre großartig, dann bin ich mit Sicherheit schlecht. Das ist bei mir so, als würde man die Luft rauslassen. Wenn Kinder das sagen, ist das was anderes. Ein ganz schräger Effekt bei mir. Kleine Monster gibt es nicht. Kinder gucken immer mit dem Herzen. Ich habe auch sehr viel in Brennpunkten gearbeitet. Manche sind verhaltensoriginell und haben dadurch andere Formen ihre Liebe auszudrücken.

Danke, dass ich heute ein neues Wort lernen durfte.

Das ist doch schon mal gut. Gern geschehen. Kinder lassen dich auch ganz schön abprallen, wenn sie merken, dass du dich beim Spielen eigentlich nur selbst beweihräuchern möchtest. Dann werden die zu kleinen Monstern. Aber das ist eigentlich nur das Problem und die Konsequenz desjenigen, der auftritt.

Du hast nach Tipps gefragt. Ich kann jedem raten, sich selber nicht so ernst zu nehmen. Schaue, deinen eigenen Stil zu entwickeln. Ich kriege im Moment mit, dass es unglaublich viele Top-Models gibt und alle haben die gleichen Moves. Dabei gilt: Sei doch mal du selbst. Sei mal individuell.

Das Buch, an dem ich hier arbeite, möchte ich nicht nur fürs Lager schreiben. Ich möchte auch damit raus zu den Leuten. Lesungen, Talk-Runden, gemeinsame Gespräche, vielleicht sind mal einzelne Gäste der Runden dabei. Vielleicht lässt sich da irgendeine Form von Live-Programm schaffen. Ich glaube, das Potential ist drin. Ich nehme als Hausaufgabe mit, an meinem modellhaften Schmollmund zu arbeiten. Vielen Dank.

Mit einer Lesung hast Du ja schon mal was, was Du machen willst. Du hast ein Produkt vorliegen und kannst Dich letztendlich auch mal einfach hinsetzen und was vorlesen.

Kennst Du ‚Inspector Barnaby‘? Ich war kürzlich bei einer Lesung des Hauptdarstellers bei uns hier in Dortmund in der Mayerschen. Die Serie ist inzwischen in über 200 Länder verkauft.

Diese Lesung dauerte 45 Minuten und der Schauspieler stand nur vor dem Schreibtisch und hat nicht einmal das Buch in der Hand gehabt. Er hat einfach aus seinem Leben erzählt und davon, wie er zu der Serie kam. Und ich dachte nur ‚Wow!‘ Meine Erwartungshaltung war komplett dahin. Der hätte auch die neuen Gelben Seiten vorstellen können. Das, was er gemacht hat, fand ich als Stilmittel hochinteressant. Er vermittelte noch den Eindruck, einfach solch ein Zirkuspferd zu sein, das nicht mal darüber nachdenken muss, was es gleich tut.

In der Vortrags-Art war ja Harry Rowohlt ein unerreichter Meister.

Ja, mögen jetzt viele Engel mit ihm lange tolle Abende verbringen. Ich durfte mal ab und zu über seine Abende berichten. Ein Fest. Fantastisch. Und dabei bringt er dir noch viel bei. Er bringt dir Sprache nochmal ganz neu und in einer Beiläufigkeit bei, dass es Seinesgleichen sucht. Einfach Gabe.

Und diese Stärke, mit der er sich auch an Bücher heranbegeben hat. Er hat immer gesagt Bücher nicht wortwörtlich übersetzen zu können. Das könne man sowieso nicht. Er hat sie in seinem Verständnis neu geschrieben. In meiner Sprache, aber mit dem Inhalt, den der Autor gemeint hat. Sehr stark.

04 Thomas Koch

Mein Name ist Thomas Koch. Ich bin 59 Jahre alt und komme aus der Region. Ich bin verheiratet und habe einen erwachsenen Sohn, der in Kopenhagen lebt und arbeitet. Ich bin so ein Gemischtwarenladen, von meiner beruflichen Existenz her. Ich würde sagen Allround-Stümper. Ich bin ganz gut dabei.

Thomas Koch, schön, dass Du Dir Zeit nimmst. Wir folgen heute der Empfehlung von Fred Ape, mal zusammen auf einer Runde unterwegs zu sein. Er sagte, das was ich hier mache, müsse ich Dir unbedingt mal erzählen. Fred vertraue ich in solchen Dingen sehr. Er hat wenig Bauch, aber viel Bauchgefühl.

In welchem Kontext wird Dein Buch denn erscheinen?

Gerade in dieser Woche entscheidet ein namhafter Verlag darüber, sich meines Konzeptes anzunehmen. Höre ich in der Zeit nichts, wird es im Print-on-demand-Verfahren erscheinen. Natürlich gäbe es über einen richtigen Verlag auch eine andere Präsenz im Buchhandel, zumindest hoffe ich darauf.

Auch bei der Alternative erscheint es dann als richtiges Buch und nicht nur als eBook?

Ja. Vielleicht kann ich dann noch mit 3-4 Buchhandlungen sprechen, die mich kennen und die sich ein paar Exemplare in Kommission hinlegen würden. Viel mehr passiert dann aber noch nicht im Handel, denke ich.

Gestern bin ich hier in Hörde mit dem Fahrrad an der Buchhandlung vorbeigefahren. Da hatte ich mal fünf Bücher von „Ernsthaft“ abgegeben, das im März erschienen ist. Zwei waren noch da. Offensichtlich gibt es noch keinen wirklichen Bedarf an Nachschub. Sehr mühsam.

Da passiert viel im Kopf des Autoren. Ich kann es gerade kaum erwarten, dass es rauskommt und der Welt zur Verfügung steht. Man muss da sehr geduldig rangehen. Ich bin bei einem kleinen Verlag in Paderborn und war jetzt auf der Buchmesse in Leipzig. Lectora heißt der Verlag, macht fast nur Bühnen-Literatur von Poetry-Slamern. Da bin ich, glaube ich, Alterspräsident, weil ich das Durchschnittsalter etwas nach oben gebracht habe.

Hervorragend, ich laufe heute mit einem echten Präsidenten.

Manchmal kann einem ganz schön wehmütig werden, wenn man sieht, wie viele Neuerscheinungen es gibt und mit welcher Wucht die auf den Markt drängen. Das erste, was man braucht, wenn man ein Buch schreibt, ist ein anständiger Job, mit dem man seine Brötchen verdient.

Ist das da hinten eigentlich ein Tomaten-Gewächshaus oder gehört das auch zur Emscherkunst?

Ich meine, das gibt es hier schon länger als die Emscherkunst. Aber ich glaube, sie beteiligen sich daran mit einem Beitrag.

Es ist wahrscheinlich Kunst. Tomaten-Kunst.

Ich war tatsächlich auch einen Tag auf der Buchmesse in Leipzig. Man freut sich, weil so viele schreiben „Neu-Autoren willkommen“, aber dass da wirklich die beiden Richtigen zusammenfinden, ist doch schon sehr unwahrscheinlich. Ich hab jetzt ein halbes Jahr mit der Verlagssuche zugebracht. Eigentlich habe ich alle durch, möchte ich mal behaupten. Ich bin auf zwei Verlage gestoßen, die es machen wollten.

Man muss irgendwann vielleicht auch in Betracht ziehen, dass das Buch vielleicht nicht so gut ist. Das ist natürlich der Gedanke, den man lange für völlig absurd hält. Oder dass irgendwas mit dem Produkt nicht stimmt, sagen wir mal ganz nüchtern. Ich kenne das von der anderen Seite, weil ich einmal im Monat bei WDR2 ein Buch vorstelle. Das ist ein sehr enger Platz und ich werde ja doch von dem einen oder anderen Autoren schon mal direkt angesprochen. „Was ist mit meinem Buch – gefällt Dir das etwa nicht?“ - Ich kriege die Vorschauen und bestelle mir dann was. Ich lasse Romane und Krimis schon außen vor und suche immer eher etwas obskure Werke, was aber auch sehr anstrengend ist. Und manchmal ist es einfach nix. Oder zumindest bei mir eben nix gewesen. Ich hab dann 15 Seiten gelesen und danach weggelegt. Der Autor meint dann, ich müsse 40 lesen. Das ist manchmal hart. Die Bereitschaft, selber zu denken, dass es nix war, die ist sehr gering. Vielleicht ist es der falsche Titel, das falsche Cover – das muss man einfach mal in Betracht ziehen.

Ich genieße ja alles, was jetzt kommt. Einfach weil ich bei Null anfange. Ich bin weit davon entfernt, mir eine Bühnen-Karriere aufbauen zu wollen. Ist das Buch erstmal veröffentlicht, ist schon was geschafft. Dann sehe ich weiter. Ja, vielleicht gibt es eine Handvoll Lesungen – aber ich kalkuliere mit nichts.

Durch die Zeit, die ich als Journalist und Kulturmensch unterwegs bin, habe ich gelernt, nicht ständig zu erwarten, dass die Angebote zu einem kommen. Wenn man sich in dieses Wasser begibt und eine Absage kommt, muss man bereit sein, sofort die nächsten zwei Anfragen abzuschicken.

Genau. Wenn Du eine Live-Präsentation damit vorhast, kannst Du es ja bei Lektora auch mal versuchen. Die sind klein, aber sehr rege. Und über die Möglichkeit, so eine Tätigkeit zu einem ernst zu nehmenden Standbein für seinen Lebensunterhalt werden zu lassen, darf man eigentlich gar nicht nachdenken.

Keine Frage. Beim Buch selbst ist es ja so: Ich hab das erste für mich angefangen und im Laufe der Buch-Entstehung wurde es immer mehr ein Buch für die Leute.

Genug, von mir, lieber Thomas. Wie ist das Berufliche bei Dir? Bist Du angestellt beim WDR?

Nein, ich bin seit 30 Jahren Freiberufler. Angefangen habe ich bei einem Kabel-Pilotprojekt wie so viele, die - wie ich - da irgendwie rein geschlittert sind. Da konnte ich viel ausprobieren und habe zum richtigen Zeitpunkt meine Fühler in Köln ausgestreckt. Damals bei WDR 1, Eins Live ging daraus hervor. Das hat plötzlich funktioniert. Man hat auch als Freiberufler beim WDR eine Menge Vorzüge und Möglichkeiten. Gerade, wenn man in der Moderation ist und sich nicht ständig völlig verheddert, kann man sich auch darauf verlassen, dass man die Moderationsjobs erstmal weiter bekommt. An sonsten erhält man auch früh genug Zeichen, sich vielleicht lieber was im Bereich Strickerei oder Handwerk zu suchen.

Oder Poststelle.

Bisher läuft das aber – toi toi toi – ganz gut. Nebenbei konnte ich auch immer ganz gut andere Projekte machen, die mehr mit Bühnengeschichten zu tun haben. Das hat sich ganz gut entwickelt.

Ich glaube, ich habe Dein Bühnen-Wirken bei „Klopp kommt nicht“ oder bei „Akte X-Mas“ gesehen. Oder beidem. Ja, beidem.

Das kann gut sein. Akte X-Mas ist so ein Baby, über das ich mich sehr freue. Es gab es mal die Idee, für den WDR, Poetry-Slammer und klassische Weihnachtsliteratur zusammenzubringen. Das machen wir dieses Jahr zum achten Mal. Daraus ist so eine richtige Reihe entstanden. Das erste Mal in Dortmund hat der WDR direkt aufgezeichnet. Eine gute Starthilfe, die wir da bekamen, - mit elf Leuten auf der Bühne. Das kann man ansonsten einfach nicht finanzieren. Es ist ja kein subventioniertes Theaterstück. Es war wie zusammen Kindergeburtstag zu feiern – alle hatten viel Spaß dabei. Zwischenzeitlich ist Herr Sträter ja richtig berühmt geworden.

Ich hab es – glaube ich – vorletztes Jahr gesehen. Neben Dir läuft ein Akte X-Mas-Fan. Das ist schön. Wir lernen dabei ja auch immer noch was. Wir probierten das damals aus und dachten: Hoffentlich funktioniert das gerade in der Vorweihnachtszeit, wenn wir dieses sehr albernen, und absurden Episoden auf die sehr eindringlichen, ernsthaften, und emotionalen Geschichten prallen lassen. Fazit: In der Vorweihnachtszeit ist man eh so aufgeweicht, dass das sowas da am besten geht. Super!

Anfangs haben wir dem Konzept selbst nicht so ganz getraut. Die Leute biegen sich gerade noch vor Lachen und danach sollte Charlotte direkt Musik machen mit einem sehr ruhigen Stück. Sie stellte sich zunächst hin und versuchte, zu erklären, was jetzt folgt: „Jetzt muss ich aber mal sagen – Jetzt kommt ein bisschen was anderes“ - wir haben hinterher gemeinsam drüber gelacht und beschlossen: Einfach machen! Manchmal muss man einfach ins Wasser springen, die Leute machen das schon mit.

Mittlerweile sind wir damit ganz erfolgreich in NRW, und gastieren inzwischen in acht Städten. Ein bisschen hat sich alles auch professionalisiert, denn es gibt eine Agentur, die sich drum kümmert.

Nicht nur einfach, denke ich. Die Termine vor Weihnachten sind ja sehr begehrt und wichtig für Euch, in dem Zeitraum auch angemessen zu verdienen.

Das ist sehr unterschiedlich. Bei 22 € Eintritt kann man sich schnell ausrechnen, dass da keiner mit vollen Taschen nach Hause geht. Trotzdem ist der Status der beteiligten Künstler sehr unterschiedlich. Für die einen ist es noch ein schönes, ernst zu nehmendes Weihnachtsgeld, für andere sind das echt Peanuts. Das Schöne ist: Es spielt keine Rolle. Wir haben alle Spaß daran.

Man merkt Euch an, dass Ihr es genießt, mal richtig die Sau rauszulassen und unkonventionell an Sachen herangehen zu können, mit Kunst und mit Formen zu spielen.

Viele meiner Mitstreiter sind ja das ganze Jahr über alleine unterwegs.

Ich hab selbst zur Freiberuflichkeit viel gelernt in meinem Leben. Hast Du irgendwann aufgehört, über eine Festanstellungs-Alternative nachzudenken oder hast Du nie über Alternativen nachgedacht?

Ich habe mein Studium erfolgreich abgebrochen. Die Formulierung habe ich von Robert Treutel, einem früheren WDR-Kollegen.

Ah, den kenne ich. Heute ist er als Comedian mit dem Namen Bodo Bach unterwegs. In einer Sendung mit ihm habe ich damals den Eins Live Rucksack gewonnen. Am ersten Tag meinen Abi-Lernens. Vier Stunden zugehört und mitgeschrieben, was in den Rucksack getan wurde.

Der legendäre Eins Live Rucksack.

Davon hab ich ihm dann erzählt, als ich ihn mal als Bodo Bach im Saalbau in Witten veranstaltet hab‘. Die Welt ist ein Dorf.

Ich hatte eine Zeit lang den Traum oder Albtraum, dass ich meine Abschlussprüfung im Studium nicht bestehe und alles für die Katz war. Und ich hatte den Traum - noch zu der Schallplatten-Zeit - dass ich alleine als Radio-DJ im Studio sitze und ich keine Platten dabei habe. Das hat irgendwann aufgehört. Ein gutes Zeichen. Ich hab mir nie ernsthafte Sorgen gemacht. Das passte immer, ich hab Glück gehabt. Unterbewusst bleibt mein Lebensmodell aber ein bisschen suspekt. Ganz lange bin ich vormittags einkaufen gegangen – mit den Frauen, die sicher von mir dachten, ich sei arbeitslos oder hätte nix anderes zu tun. Irgendwann hat das aber auch aufgehört. Ich bereue diesen Weg nicht und Ich genieße es sehr, dass manches auch nochmal auftaucht, ich vieles ausprobieren kann. Mir fallen immer noch viele Sachen ein, das ist schön, kreativ an Dingen zu arbeiten, manchmal ist es schön, sie auch abzuschließen – aber wirklich nie trete ich dabei auf der Stelle und das ist schön.

Ich habe eine Ausbildung zum Technischen Zeichner gemacht, war im Maschinenbau, hab mein Fachabitur gemacht, und dann angefangen, Architektur zu studieren. Irgendwann hab ich mich mal bei einem Berufsberater erkundigt, was meine Ausbildung denn noch wert sei. „Er sagte: Für den Arbeitsmarkt gelten Sie als ungelernt“. Wenn man den Beruf länger als sieben Jahre nicht ausgeübt hat, gilt man als ungelernt und ist nicht mehr vermittelbar. Würde ich jetzt in so feste Strukturen geraten

Ist Deine Frau berufstätig?

Ja, sie arbeitet im sozialen Bereich. Wir konkurrieren Gott sei Dank nie in unserer Arbeit. Als wir unseren Sohn bekamen, konnten wir beide gleichermaßen weitermachen. Es musste keiner zurücktreten und der Kleine war gut versorgt.

Schön. Wann geht bei Dir die Birne an? Wenn alle im Bett liegen?

Ich brauche auch ein bisschen Druck. Da muss irgendwas lauern in der Zukunft. Beim Buch sind das ja zum Glück oft selbstgestellte Fristen. Ansonsten wird immer fleißig gesammelt. Auf Zetteln, die ich dann nicht wiederfinde...

Gibt es so eine Standard-Woche bei Dir? Wie sieht die aus?

Normalerweise habe ich einen WDR-Tag in der Woche, einen Sende-Tag. An dem fahre ich mit dem Zug über Schwerte nach Köln. Die Nacht davor schlafe ich immer noch schlecht, weil ich einfach aufgeregt bin und für meine freiberuflichen Verhältnisse schweinefrüh aufstehe.

Um 4.30 Uhr.

Exakt. Der Tag davor ist zur Vorbereitung, und die restlichen Tage kümmere ich mich um den anderen Kram. Schreibe was, organisiere viel, mache Musik mit einer Band.

Abends möchte ich nicht gerne arbeiten. Ich bin kein Nacht-Schreiber.

Kommst Du mit dem Bühnen-Rhythmus gut zurecht?

Das hab ich ja nicht so häufig. Eine ganze Woche „Klopp kommt nicht“ ist schon hart. Ich muss darauf achten, nicht gleich mit einem Schlaf-Defizit da reinzugehen, mich vorher gut erholen. Wenn ich nachts noch nach Hause fahre, spür‘ ich das schon am nächsten Tag in den Knochen. Dabei ist allein die WDR-Sendung schon sehr aufwändig, sehr anstrengend, sehr inhaltsreich. Wir haben lange Zeit für Gespräche, die auch vorbereitet und geführt werden wollen.

Mit Deinem WDR2-Kollegen Uwe Schulz war ich ja fürs erste Buch unterwegs. Damals fragte er sich noch, ob jetzt seine WDR 5-Zeit gekommen sei. Dabei ist er einer der drei Frontsäue zur PrimeTime des Radios – montags bis freitags von 5-10 - immer noch bei WDR2 (Anm. d. Autors: Zum Zeitpunkt des Interviews).

Das schlaucht sicher. Peter Großmann ist ja auch so ein Kollege, der sich fürs Morgenmagazin ins Auto setzt. Hut ab.

Kaffeetrinker oder Tee?

Beides. Erst Kaffee, dann Tee.

Was gibt’s von Dir als Nächstes?

Ein kleines aber feines Buch: „Das Siegerbaby – Zeugung, Aufzucht, Weltherrschaft“. Eine kleine Satire. Darauf bin ich sehr gespannt. Beim Schreiben, was jetzt schon einige Zeit zurückliegt, hat mir das unglaublich viel Spaß gemacht. Das Thema ist ja schon ein Bereich, den man nicht mehr toppen kann.

Klar. Ich bin hier mit jungen Eltern unterwegs, die durchdrehen, weil sie vor lauter Ratgebern nicht mehr wissen, was sie machen oder lassen sollen.

Thomas, wie sieht es mit dem Sport aus beim Präsidenten?

Ich bin Mannschaftsführer in unserem Tennisclub, aber ansonsten ohne Funktion. Wir finden inzwischen immer leichter Leute, mit denen wir auch mal anderthalb Stunden spielen können. Am nächsten Tag tun Dir die Knochen weh, aber Du hast was gemacht. Passt. Ein toller Mannschaftssport, auch wenn man Einzel oder Doppel spielt.

Ich hab da erst letzte Woche beim Badminton eine junge Frau kennengelernt, die vom Fußball kommt und immer noch zum Federball stürmt.

Das ist wie mit Fred Ape, der ja Torwart war. Die ersten drei Male ist er noch zum Ball gehechtet, wie Olli Kahn. Ein Wahnsinns-Einsatz. Ich find das super. Es bleibt diese Rivalität, die man einfach hat. Das mag ich am Sport so. Ich bin mir sicher, dass Sport eine der wichtigsten naturhistorischen Errungenschaften ist. Die Idee ist einfach: Man kann kämpfen, muss dabei aber niemanden töten. Wer verliert, behält sein Leben und seine Würde.

05 Shari Malzahn

Mein Name ist Shari Malzahn. Ich bin derzeit noch 25 Jahre alt, werde dieses Jahr noch 26. Es gibt, glaube ich, den besten Überblick, wenn ich sage: Ich bin hier in Dortmund geboren, bin ein Dortmunder Mädchen, auch wenn ich immer mal ab und zu abhaue, um gerne wiederzukommen. Ich liebe diese Stadt und möchte auch nirgendwo anders sein. Ich habe in Bochum studiert, mittlerweile studiere ich in Köln, bin im hoffentlich letzten Master-Semester eines Studiums namens Kommunikation und Bildung interkulturell. Seit nunmehr dreieinhalb Jahren arbeite ich in der Neven Subotic Stiftung, sie ist mittlerweile ein Kleinkind und kein Baby mehr.

Also bist Du Mitarbeiterin der ersten Stunde? Kann man das so sagen?