Richtig nähen mit Overlock- und Coverlock-Maschinen - Christelle Beneytout - E-Book

Richtig nähen mit Overlock- und Coverlock-Maschinen E-Book

Christelle Beneytout

4,8
19,99 €

Beschreibung

Was sich mit Overlock- und Coverlockmaschinen alles zaubern lässt und wie zeitsparend diese dabei sind, offenbaren Christelle Beneytout und Sandra Guernier: Das Autorinnen-Duo nimmt dem Leser die Angst vor der vermeintlich komplizierten Technik und zeigt vielmehr auf, dass gerade anspruchsvolle Stoffe mit diesen Maschinentypen komfortabel verarbeitet werden können. In den ersten Kapiteln werden hierfür zunächst verschiedene Modelle vorgestellt, ehe es an die eigentliche Praxis geht und die Erstellung professioneller Nähte und Säume sowie Detailarbeiten wie das Anbringen von Krägen und Bündchen erläutert werden.

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Seitenzahl: 130

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Inhalt

Vorwort

1. Kapitel

Overlockmaschinen, Coverlockmaschinen und Zubehör

O Die Overlock kennenlernen

Grundfunktionen

Sticharten

C Die Coverlock kennenlernen

Grundfunktionen

Sticharten

OC Gemeinsamkeiten

Die Nähmaschine im Überblick

Die verschiedenen Funktionen

Stichlänge

Stichbreite

Differenzialtransport

Nähfußandruck

OC Nadeln

Spezialnadeln für Overlock und Coverlock

Klassische Nähmaschinennadeln

Universalnadeln

Jerseynadeln

Stretchnadeln

Jeansnadeln

Topstitch- oder Nachsticknadeln

Sticknadeln

Metallicnadeln

Microtexnadeln

Stepp- oder Quiltnadeln

Praktische Anwendungstipps

Nähgarn

Eigenschaften der Spulen und Konen

Farbtöne

Garnqualitäten

Klassisches Polyestergarn

OCBauschgarn

OCWollgarn

OCElastikgarn

CStickgarn

OCMetallicgarn oder Metallgarn

CGarn für Steppnähte/Topstitch

OC (dickeres Garn)

OUnsichtbares Nähgarn

Praktische Anwendungstipps

Nähfüße und Kantenführungen

O Für die Overlock

Kräuselfuß

Blindstichfuß für unsichtbare Säume

Gummibandkräusler

Paspelfuß

Kantenführung

Bandnähfuß mit Bandabroller

Kordonierfuß A und B

C Für die Coverlock

Klarsichteinsatzfuß

Mittelkantenfuß

Saumführung

Bandführung

Verstellbare Kantenführung

Elastik-Kräuselzubehör

OC Weiteres Zubehör für Overlock- und Coverlockmaschinen

OC Nähhilfe: Einlagenstoffe

Bügelvlies

Meterware

Bänder

Die Kreativen

Verschiedene Modelle von Overlock- und Coverlockmaschinen

Overlockmaschinen

Brother 4234D

Elna 664 Pro

Janome MyLock 744D

Juki MO-644D

Pfaff Hobbylock 2.0

Coverlockmaschinen

Brother Cover Stitch 2340CV

Elna 444

Janome Cover Pro 1000 CPX

Kombinierte Overlock-Coverlock-Maschinen

Baby Lock Evolution

Bernina 1300 MDC

Pfaff Coverlock 4.0

Singer Professional 5

OC Wartung und Pflege

OC Einrichtung eines Nähplatzes

2. Kapitel

Grundlagen des Nähens mit Overlock und Coverlock

OC Einfädeln

Das Prinzip der Knotentechnik

Die Knotentechnik Schritt für Schritt

O Nahtlinie und Nahtzugaben

Schnittmuster mit enthaltenen Nahtzugaben

Schnittmuster ohne enthaltene Nahtzugaben

O Nähen mit und ohne Stecknadel

Erstes Nähen

O Mit der Overlock

C Mit der Coverlock

Regeln der Fadenspannung

O 4-Faden-Overlockstich mit der Overlock

Tipps und Tricks

C Breiter Overlockstich mit der Coverlock

OC Regeln der Stichlänge

OC Regeln der Stichbreite

OC Den Differenzialtransport regeln

Nahtenden sichern

C Mit der Overlock

O Mit der Coverlock

O Mit oder ohne Messer der Overlock nähen

O Rundungen nähen

Innenbögen nähen

Außenbögen nähen

O Overlockstich kreisförmig nähen

O Ecken nähen

An der Außenkante

Ecken an der Innenkante

O Eine Ecke verstärken

3. Kapitel

Zusammennähen von Kleidungsstücken

Sticharten

O Versäubern

2-Faden-Überwendlichnaht

3-Faden-Überwendlichnaht

Umsetzung

Zusammenfügen

O 1-Nadel-3-Faden-Überwendlichstich

Französische Naht

O 3-Faden-Super-Stretch

Umsetzung

O 4-Faden-Überwendlichnaht

Umsetzung

C Kettstiche

Umsetzung

K 4- oder 5-Faden-Sicherheitsnaht

C Dreifach-Covernaht

Umsetzung

Raffen und Gummizüge

O Raffen

Vorgehen wie mit der Nähmaschine

Einsatz des Differenzialtransports der Overlock

OEinsatz des Kräuselfußes

Gummizüge

Letzte Arbeitsschritte

O Halsausschnitte

Runder Halsausschnitt

V-Ausschnitt

Annähen einer Kapuze

Ärmel- oder Hosensaum mit Strickbündchen

OÜberwendlichnaht

CCovernaht

Bund und Tunnelzüge

OAngesetzter Bund

OBund mit Hosenschlitz

OCAngeschnittener Bund

Schrägbänder

OOhne Bandführung

CMit Bandführung

Säume

OEinfach eingeschlagener Saum

CSaum mit Einlage

Säumen mit der Coverlock

OFalscher Saum mit Überwendlichnaht

OUnsichtbarer Saum

4. Kapitel

Zierstiche und spezielle Verarbeitungen

O Flatlock

2-Faden-Flatlock

3-Faden-Flatlock

Flatlocks als Verbindungsnaht

Flatlock und Verbindungsstich kombinieren

Flatlock und 3-Faden-Überwendlichstich

Flatlocks und Strickbündchen

Flatlocks an gebügelter Kante

Flatlocksaum, Leiterstichseite

Flatlocksaum, Kettelstichseite

Flatlocks und Patchwork

Crazy Patchwork

Aufnähen von Bändern und Flatlocks

Nähen eines Kissenbezugs

Nähen einer Tunika

O Rollsaum

Klassischer Rollsaum

Wasserlösliche Einlage

Ziergarn

Wellensaum

Wave-Rollsaum

Integriertes Wave-Rollsaum-Programm

Manuell einstellen

Muschelsaum

O Festonstich

Integriertes Festonstich-Programm.

Manuell genähter Festonstich

C Kettstiche

Doppelkettenstichnaht

Sticken

C Coverstich

Rechte Stoffseite

Linke Stoffseite

Sticken

Zusamennähen

Zusamennähen und zugleich Sticken

Variante mit Coverstichen, die über die Naht hinausgehen

Biesen

O Biesen und Rollsaum

O Biesen an einem schmalen Saum

C Klassische Biesen

OC Paspel

Herstellen einer Paspel

Annähen einer Paspel

Spitze annähen

O Mit Überwendlichstichen

C Mit Coverstichen

O Mit Flatlocks

Annähen eines Reißverschlusses

O Mit Überwendlichstichen

C Mit Coverstichen

Glossar

Danksagungen

OCK

Vorwort

Dieses Buch ist aus einer gemeinsamen Leidenschaft zuerst für das Nähen, dann für Jerseystoffe entstanden. Spricht man von Jerseystoffen, denkt man auch an die Schwierigkeiten, diese mit der Nähmaschine zu nähen. So haben wir das Nähen mit Overlock- und Coverlockmaschinen entdeckt, die uns inzwischen unverzichtbar geworden sind. Die vielfältigen Möglichkeiten, die diese Maschinen bieten, haben uns so begeistert, dass wir unser Wissen nicht für uns behalten möchten.

Es gibt immer mehr stolze Besitzerinnen (und Besitzer!) einer Overlock- oder Coverlockmaschine, die sich wie wir für den Umgang mit diesen Maschinen interessieren. Dieses Buch will eine Einführung für Anfänger und Fortgeschrittene sein. Wir hoffen, dass Sie darin die gewünschten Informationen fi nden, dass das Buch Ihnen hilft, das ganze Potenzial Ihrer Maschine auszuschöpfen, oder dass es Sie dazu anregt, sich einfach einmal daran zu wagen.

Nach einer ausführlichen Beschreibung dieser Maschinen stellen wir Ihnen deren grundlegende Funktionen vor, dann die Techniken des Zusammennähens und Versäuberns sowie dekorativer Anwendungen.

Viel Spaß bei der Lektüre und beim Nähen!

Overlockmaschinen, Coverlockmaschinen und Zubehör

Warum eine andere Maschine verwenden als Ihre geliebte Nähmaschine? Warum sich mit drei, vier oder mehr Spulen das Leben schwer machen? Ganz einfach, um sich die Arbeit zu erleichtern und über professionelle Techniken für alle Näharbeiten zu verfügen.

Overlock- und Coverlockmaschinen (kurz: Overlock und Coverlock) ergänzen Ihre Nähmaschine; sie verfügen über andere Sticharten, können Ihre Maschine aber auch bei vielen Arbeiten ersetzen.

Dieses 1. Kapitel zeigt den Unterschied zwischen Overlock- und Coverlockmaschinen und ihren speziellen Techniken. Anschließend werden Zubehör und nützliche Helfer für das Nähen mit diesen Maschinen vorgestellt (Nadeln, Nähgarn, Nähfüße, Einlagen etc.).

Bei der Gelegenheit geben wir auch einen Überblick über das aktuelle Angebot an Maschinen und ihre jeweiligen Besonderheiten. Zuletzt befassen wir uns mit Aufbau und Wartung der Maschinen, bevor wir uns im folgenden Kapitel dem eigentlichen Nähen zuwenden.

Die Overlock kennenlernen

Grundfunktionen

Die Overlock erlaubt sauberes Abschneiden des Stoffes, Zusammennähen und Versäubern in einem Arbeitsgang. Mit der 4-Faden-Overlocknaht wird der Stoff sowohl zusammengenäht als auch versäubert. Dies bedeutet eine erhebliche Zeitersparnis gegenüber der normalen Nähmaschine, die mindestens zwei Arbeitsgänge nötig macht: das Zusammennähen im Geradstich und das Versäubern im Zickzackoder Überwendlichstich. Auch das Einnähen von Gummibändern, Paspeln etc. ist mit einer Overlock zeitsparender möglich.

Brother Overlock 1034D

Die Overlock verfügt über zwei Messer: ein unteres, feststehendes Messer und ein oberes Messer, das sich auf und ab bewegt. Sie schneiden vor dem Anbringen der Naht den überschüssigen Stoff ab, sodass die Naht sehr professionell aussieht.

Das obere Messer kann ausgeschaltet werden, sodass die Messer nicht mehr schneiden. Für bestimmte Sticharten und Techniken ist das erforderlich; dies wird im Einzelfall in den folgenden Kapiteln angemerkt.

Nur die Overlockmaschinen besitzen Messer. Bei den kombinierten Overlock-Coverlock-Maschinen sollten die Messer für den Coverlock- und Kettstich stets ausgeschaltet werden.

Messer einer Overlock

Sticharten

Die Sticharten variieren je nach Overlockmodell: Overlockstich, Rollsaumstich, Flatlock etc. Die gebräuchlichsten Overlockmaschinen verwenden vier Fäden (zwei Nadel- und zwei Greiferfäden), doch je nach Stichart werden zwei, drei, vier oder fünf Fäden benötigt. Mit der Overlock wird immer an der Stoffkante gearbeitet.

Hier einige Beispiele für Sticharten, die sich mit der Overlock nähen lassen.

4-Faden-Overlocknaht

3-Faden-Overlocknaht

Rollsaum breit und schmal

Gewellter Rollsaum

Flachnaht (Flatlock)

Festonstich

Die Coverlock kennenlernen

Grundfunktionen

Die Coverlock dient dazu, Stoffe aller Art in einem Arbeitsgang umzusäumen, ohne dass sich der Stoff verzieht, sowie dazu, Stoffe zusammenzunähen.

Außerdem verfügt sie über Zierstiche, die keine andere Maschine bietet, unter Verwendung des Kettstichs und des Coverlockstichs (siehe Fotos.) Dafür werden zwei, drei oder vier Fäden benötigt. In Ausnahmefällen, z. B. beim Top-Bottom-Stich, werden fünf Fäden benötigt.

Mit der Coverlock lassen sich bestimmte Stoffe leichter nähen als mit der normalen Nähmaschine: Der Differenzialtransport reguliert den Stofftransport und erleichtert so die Verarbeitung von fließenden, elastischen oder sehr glatten Stoffen.

So lassen sich tadellose Abschlüsse arbeiten und dabei sparen Sie zudem noch Zeit.

Im Unterschied zur Overlock, die an der Stoffkante arbeitet, näht die Coverlock in der Stoffmitte. Sie besitzt keine Messer.

Coverlockmaschine Janome Cover Pro 1000CPX

Sticharten

Hier einige Sticharten, die sich mit der Coverlock nähen lassen:

Top-Bottom-Stich, auf Vorder- und Rückseite identisch

Dreifach-Covernaht

Covernaht breit

Rückseite des Kettstichs (als Zierstich verwendet)

Gemeinsamkeiten

Bestimmte Eigenschaften haben alle Overlock- und Coverlockmaschinen gemeinsam, ganz gleich welches Modell von welchem Hersteller.

Die Nähmaschine im Überblick

Wie bei einer Nähmaschine drückt der Nähfuß den Stoff auf die Zacken des Transporteurs der Overlock- oder Coverlockmaschine, damit er weiterbewegt wird. Man kann ihn abmontieren und durch einen Spezialfuß ersetzen.

Der Spulenhalter für das Nähgarn fasst je nach Modell drei bis acht Spulen oder Konen.

Die Fadenführung führt die einzelnen Fäden so vom Spulenhalter zur Maschine, dass sie sich nicht verwirren.

Standardnähfuß einer Overlock

Die Fadenspannungsscheiben dienen dazu, die Spannung der einzelnen Fäden individuell einzustellen; sie unterscheiden sich oft durch bestimmte Farben. Der Faden muss in die Scheibe eingeführt werden; je größer die eingestellte Zahl, desto höher ist die Fadenspannung. Manche Maschinen regeln die Spannung automatisch je nach gewählter Stichart. An einfacheren Modellen muss sie von Hand so eingestellt werden, dass eine ordentliche Naht entsteht (siehe).

Der Spulenhalter hält die Konen und die darüber angebrachte Fadenführung, die verhindert, dass sich die Fäden verwirren.

Die Spannungsscheiben, hier von Hand zu regeln, unterscheiden sich durch ihre Farbe.

Die Overlock näht mit ein bis zwei Nadeln, die Coverlock mit einer, zwei oder drei Nadeln.

Die Greifer führen die Fäden unter die Nadeln, durch Verschlingen mit den Nadelfäden entsteht ein Stich. Die Overlock hat zwei Greifer, den oberen Greifer (der seinen Faden über dem Stoff verschlingt) und den unteren Greifer (der seinen Faden unter dem Stoff verschlingt). Die Coverlock hat nur einen Greifer.

Mit dem Handrad kann man die Maschine bedienen, ohne das Pedal zu benutzen (siehe Foto). Manchmal ist es notwendig, einen oder zwei Stiche zu setzen, um zu überprüfen, ob alles korrekt eingefädelt ist, oder um präzise eine Ecke zu nähen: Mithilfe des Handrads ist es möglich, ganz langsam und exakt zu arbeiten.

Um einen Stich zu setzen, greifen die Greifer der Overlock nacheinander in die Nadelfäden.

Mit dem Freiarm lassen sich schlauchförmige oder kleine Teile leichter nähen, z. B. Kragen, Manschetten oder Säume. Nicht alle Overlocks und Coverlocks haben diese Funktion; manche Modelle mit Freiarm sind besonders praktisch, da der Anschiebetisch komplett abnehmbar ist.

Der Greifer der Coverlock führt den Faden bis an die Nadeln heran.

Freiarm-Overlock mit komplett abnehmbarem Anschiebetisch zum leichteren Nähen schlauchförmiger Teile.

Christelles Nähkästchen

Ich bevorzuge Overlocks und Coverlocks mit großer Arbeitsfläche oder einem extra Anschiebetisch, damit meine Arbeit rings um den Nähfuß schön glatt liegt. So lässt es sich angenehmer arbeiten.

Die Arbeitsfläche ist die Fläche zwischen dem Nähfuß und dem Korpus der Overlock. Je größer sie ist, desto leichter fallen Nähen und Bearbeitung des Stoffes.

Der Farb-/Zahlencode für das Einfädeln ist der Einfachheit halber oft direkt auf der Maschine angegeben. Manche Maschinen verfügen sogar über ein vollautomatisches Jet-Air-Einfädelsystem.

Die verschiedenen Funktionen

Stichlänge

Die Stichlänge ist der Abstand zwischen den einzelnen Einstichen der Nadel im Stoff; sie lässt sich an der Maschine einstellen (je nach Modell mit einem Rädchen, einer Stellschraube, einem Hebel oder einer Taste, siehe Foto). Beim Overlockstich verändert sich durch Verstellen der Stichlänge die Dichte der Naht: Soll die Naht den Stoff komplett bedecken (aus ästhetischen oder praktischen Gründen, Frottee und Plüsch erfordern z. B. eine dichtere Naht), muss die Stichlänge verringert werden, damit die Fäden der Overlocknaht enger beieinanderliegen. Beim Flatlockstich kann aus ästhetischen Gründen eine größere Stichlänge notwendig sein.

Stichbreite

An der Overlock entspricht die Stichbreite dem Abstand zwischen der am weitesten links positionierten Nadel (bei Verwendung mehrerer Nadeln) und der Stoffkante. Mit einem Rädchen lässt sich die Schnittbreite verstellen, d. h. der Abstand zwischen den Messern und der am weitesten rechts positionierten Nadel: Die Overlocknaht wird mehr oder weniger breit.

An der Coverlock ist die Stichbreite der Abstand zwischen linker und rechter Nadel. Die Stichbreite hängt auch von der gewählten Stichart ab: Eine 5-Faden-Sicherheits-Overlocknaht (Geradstich + Overlockstich, ca. 9 mm breit) ist breiter als ein Rollsaumstich (2 mm); ein Kettstich (1 mm) ist schmaler als ein breiter Coverstich (6 mm).

Differenzialtransport

Diese Funktion ist sehr praktisch zum Nähen von Strickstoffen und zum Erzielen von Kräuseleffekten an jeder Stoffart. Die Overlock besitzt zwei verschiedene Transporteure, die unter dem Nähfuß angebracht sind und deren Geschwindigkeit unabhängig voneinander regelbar ist. Je nach Einstellung wird der Stoff gedehnt oder gerafft.

Von oben: Einstellung von Stichlänge und Differenzialtransport sowie das Handrad

Nähfußandruck

Dies ist der Druck, den der Nähfuß auf den Stoff ausübt. Er lässt sich mit einem Rädchen oder einer Stellschraube regeln. Ein zu schwacher Nähfußandruck führt zu unregelmäßigen Stichen. Um gleichmäßige Stiche zu erhalten, genügt es, den Andruck zu erhöhen. Dicke und voluminöse Stoffe erfordern einen höheren Nähfußandruck.

Betrachten wir nun das verschiedene Zubehör, das zum Nähen mit Overlock und Coverlock benötigt wird. Es empfiehlt sich, das Zubehör stets passend zur jeweiligen Arbeit auszuwählen.

Mit Overlock und Coverlock lassen sich alle Stoffe verarbeiten.

Webstoffe und Wirkstoffe

Webstoffe sind von Wirkstoffen zu unterscheiden, auch wenn alle mit Overlock und Coverlock verarbeitet werden können.

Beim Webstoff (mit Kette und Schuss) kreuzen sich die Kettfäden (meist vertikal) und die Schussfäden (meist horizontal). Es gibt verschiedene Bindungen, nach denen die Fäden miteinander gekreuzt werden: Leinwandbindung, Atlasbindung oder Köperbindung. Webstoffe sind z. B. Batist, Popeline, Jeansstoff, Tweed, Leinen oder Charmeuse.

Wirkstoff (sogenannte Maschenware) besteht aus Maschen (die Fäden formen Schleifen, die ineinander verschlungen werden), die ihn elastisch machen: Jersey, Interlock und Rippstrick sind Wirkstoffe.

Nadeln

Spezialnadeln für Overlock und Coverlock

In der Bedienungsanleitung Ihrer Maschine steht, ob Sie Universalnadeln verwenden können (d. h. normale Nähmaschinennadeln) oder ob Sie spezielle Overlock- und Coverlocknadeln benötigen: Es gibt z. B. das System ELx705 von Schmetz, JLx2 von Bernina oder die Nadeln HA-1SP von Janome oder Organ.

Auch wenn die Maschine mit Universalnadeln funktioniert, wird manchmal die Verwendung von Spezialnadeln empfohlen, da diese für die höhere Nähgeschwindigkeit der Overlock- und Coverlockmaschinen besser geeignet sind. Sie sind so konstruiert, dass sie eine große Schlaufe bilden, die für den Stich von einem oder mehreren Greifern erfasst wird.

Wenn Sie Universalnadeln mit Spezialnähgarn verwenden wollen, müssen Sie die Nadeln dem Nähgarn und dem verwendeten Stoff anpassen.

Schmetz-Nadeln: ELx705 und ELx705 CF (Chrome Finish – verchromt, Qualität einer Industrienadel)

Christelles Nähkästchen

Ich rate Ihnen dringend zur Verwendung der Schmetz-ELx705-Nadeln, v. a. für alle Covernähte: Die Nähte werden deutlich schöner und gleichmäßiger!

Klassische Nähmaschinennadeln

Manche Overlocks funktionieren mit den gleichen Nadeln wie normale Nähmaschinen. Für die Verwendung von Spezialnähgarn muss man manchmal auf diese Nadeln zurückgreifen.

Universalnadeln

Diese überall erhältlichen Nadeln eignen sich für mitteldicke und dünne Webstoffe.

Universalnadeln

Jerseynadeln

Die abgerundete Spitze dieser Nadeln schiebt die Maschen auseinander, statt sie zu durchstechen, und verhindert so, dass Löcher entstehen. Unverzichtbar für die Verarbeitung aller Strickstoffe (Jersey, Interlock etc.).

Jerseynadeln

Stretchnadeln

Diese Nadeln mit mittlerer Kugelspitze (zwischen Universal- und Jerseynadel) werden u. a. für die Herstellung von Wäsche und Bademoden verwendet. Die Form ihrer Hohlkehle (über dem Nadelöhr) nimmt den Spulen- oder Greiferfaden auf und verhindert so, dass bei sehr dehnbaren Stoffen (z. B. Lycra) Stiche übersprungen werden.

Stretchnadeln

Jeansnadeln

Diese sehr spitzen Nadeln sind für besonders feste, dicht gewebte Stoffe konzipiert (Jeansstoff, Köperstoff, Gabardine …).

Jeansnadeln

Topstitch- oder Nachsticknadeln

Durch ihr besonders großes Nadelöhr sind diese Nadeln gut für dickeres Nähgarn geeignet. Dank der scharfen Spitze werden sie für Nähte und Zierstiche an Jeansstoff, Cord, Polsterstoffen oder Leder verwendet.

Topstitchnadeln

Sticknadeln

Die spezielle Konstruktion dieser Nadeln reduziert die Reibung und schützt so die (oft empfindlichen) Fasern des Stickgarns vor Verschleiß und Durchreißen.

Profil einer Sticknadel

Sticknadeln

Metallicnadeln

Diese Nadeln sind zur Verarbeitung von dekorativem Metallicgarn bestimmt. Der nicht sehr reißfeste Metallicfaden benötigt eine Nadel mit Spezialöhr, das die Reibung minimiert.

Durch Reduzierung der Reibung verhindern die Nadelöhre von Stick- und Metallicnadeln, dass das Nähgarn reißt.

Metallicnadeln

Vergleich der Nadelöhre von Schmetz-Nadeln

Microtexnadeln

Diese dünnen, spitzen Nadeln eignen sich perfekt für Mikrofaserstoffe, die zugleich dicht, dünn und empfindlich sind. Außer für Mikrofasern werden sie auch für Seiden- und Polyesterstoffe verwendet.

Microtexnadeln

Stepp- oder Quiltnadeln

Dank der abgeflachten Spitze lassen sich mit diesen langen, dünnen Nadeln Stoff und Wattierung nähen, ohne sie zu beschädigen. Sie sind für alle Stepparbeiten geeignet; die Nadel sollte man regelmäßig wechseln.

Steppnadeln

Praktische Anwendungstipps