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Henry Bins hat eine seltene Schlafkrankheit – er kann täglich nur eine Stunde lang wach sein. Um diese eine Stunde muss er sein ganzes Leben organisieren. Er wacht um drei Uhr morgens auf und schläft um vier Uhr morgens wieder ein. Ein ganz einfacher Lebensrhythmus! Bis er eines nachts den Schrei einer Frau hört. Aus dem Haus gegenüber stürmt ein Mann. Harry glaubt seinen Augen nicht: Es ist der Präsident der Vereinigten Staaten!
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Veröffentlichungsjahr: 2022
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Übersetzung aus dem Englischen von Alexander Wagner
© Nick Pirog 2016
Titel der englischen Originalausgabe:
3:00 A. M.
© Piper Verlag GmbH, München 2022
Published in agreement with the author, c/o Baror International, Inc., Armonk, New York, U. S. A.
Konvertierung auf Grundlage eines CSS-Layouts von digital publishing competence (München) mit abavo vlow (Buchloe)
Covergestaltung: zero-media.net, München
Coverabbildung: Finepic®, München
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Cover & Impressum
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Inhaltsübersicht
Cover
Textanfang
Impressum
Eine Stunde. Sechzig Minuten. Dreitausendsechshundert Sekunden. So lange habe ich jeden Tag. So lange bin ich wach. Ich will euch nicht mit dem wissenschaftlichen Aspekt des Ganzen langweilen; ich möchte lieber zur Story kommen. Eine unglaubliche Story. Und mir bleibt nur eine Stunde, um sie zu erzählen. Aber vorher solltet ihr zumindest wissen, dass ich bereits jede Menge Ärzte aufgesucht und alle nur erdenklichen Medikamente eingeworfen habe, ohne dass es irgendetwas geholfen hätte. Ich wache jeden Morgen um Punkt 3:00 Uhr auf und schlafe eine Stunde später wieder ein. Dann schlafe ich dreiundzwanzig Stunden. Bis sich das Spiel wiederholt. Nicht besonders viel Leben, aber das einzige, das ich kenne.
Ich bin sechsunddreißig Jahre alt.
Die meisten Menschen meines Alters sind seit über zweihunderttausend Stunden wach. Ich dagegen seit weniger als vierzehntausend. Den Ärzten zufolge bin ich einer von drei Menschen weltweit in diesem Zustand. Zustand, so nennen sie es. Keine Krankheit, kein Leiden, ein Zustand. Ein junges Mädchen in Taiwan hat es. Und noch ein Typ in Island. Aber es ist nach mir benannt. Ich hatte es zuerst. Henry Bins. So nennen sie es. Ich bin Henry Bins, und ich habe Henry Bins.
Wie auch immer, ihr fragt euch vielleicht, wie ich zwei Sätze aneinanderreihen kann, obwohl ich weniger Stunden wach war als ein normaler Dreijähriger. Nun, was soll ich sagen? Ich bin ein Wunderkind. Und vielleicht, weil Gott mir Henry Bins gegeben hat – ich bin Henry Bins, und ich habe Henry Bins –, fand er es nur fair, mich mit einem brillanten Geist zu entschädigen.
Es ist jetzt 3:02 Uhr. Also lege ich besser mal los.
…
Ich öffne schlagartig die Augen.
Es ist der 18. April. Das weiß ich, weil gestern der 17. April war. Und weil der große elektronische Wecker auf meiner Kommode das Datum anzeigt. Die leuchtenden grünen Ziffern verraten mir außerdem, dass es 3:01 Uhr ist.
Eine Minute vergangen.
Ich reiße die Decke weg und springe aus dem Bett. Ich bin vollständig bekleidet. Graue Jogginghose, ein kastanienbraunes Kapuzensweatshirt und limettengrüne Asics. Nächster Halt: die Küche. Mein Laptop steht auf dem Küchentisch bereit. Ein Tippen auf das Mousepad, der schwarze Bildschirmschoner verschwindet, das eingefrorene Bild einer Burg erscheint. Eine Folge von Game of Thrones, die Serie, die ich mir jeweils in Zehn-Minuten-Sitzungen reinziehe. Ein weiteres Tippen auf die Leertaste, und die Folge startet. Den Blick auf den Monitor geheftet öffne ich den Kühlschrank und hole mir ein Sandwich – Roastbeef mit viel Senf – und einen Erdnussbutter-Proteinshake heraus. Beides hat mir Isabel zubereitet, eine Mexikanerin, die für mich kocht, putzt und unzählige andere Dinge tut, für die meine Zeit nicht reicht.
Ich schnappe mir mein Handy. Keine Anrufe. Aber drei Textnachrichten. Alle von meinem Vater. Zwei davon Bilder von seinem Hund. Ich schreibe ihm zurück, dass er sich endlich wieder eine Partnerin zulegen soll, dann klemme ich mich hinter den Computer. Ich verschlinge das Sandwich und spüle es mit dem Shake runter, während ich mich in mein E-Trade-Konto einlogge. Multitasking heißt das Zauberwort. Unwillkürlich spähe ich auf die Uhr am rechten unteren Bildrand.
3:04 Uhr.
Vier Minuten vergangen.
Ich checke meine Aktien, die gut stehen – ich habe in den letzten vierundzwanzig Stunden etwa achttausend Mäuse gemacht –, korrigiere dann geringfügig meine Parameter für Käufe und Verkäufe und schließe das Fenster wieder. Ich logge mich auf OkCupid ein, einem Dating-Portal, und gehe die Nachrichten durch. Nichts Lohnendes. Mein Screenname, NIGHTOWL3AM, zieht nur Verrückte an. Wie ihr euch vielleicht denken könnt, gestalten sich Treffen mit Frauen bei mir eher schwierig. Viele Jahre habe ich es mit rund um die Uhr geöffneten Buchhandlungen, Cafés oder Restaurants versucht, aber nachdem ich dreimal in der Notaufnahme gelandet war und einmal eine Frau ihren Bruder anrief, um meine vermeintliche Leiche entsorgen zu lassen, habe ich es aufgegeben.
Ich schließe die Seite und widme meine ungeteilte Aufmerksamkeit drei Minuten lang Game of Thrones. Ich liebe Tyrion.
Um 3:10 Uhr klicke ich auf Pause, schnappe mir mein iPhone und meine Earbuds und sprinte aus der Tür.
Es ist Frühlingsanfang, und die Luft in Alexandria ist kalt. Ich wünschte, ich hätte eine Mütze aufgesetzt, aber ich will keine Zeit damit verschwenden, umzudrehen und mir eine zu holen. Die Straßen sind menschenleer. Drei Uhr morgens muss die stillste Zeit des Tages sein. Selbst die hartgesottenen Nachtschwärmer sind inzwischen zu Hause, und die verrückten Frühaufsteher liegen noch im Bett. Andererseits habe ich keinen echten Vergleich. Ich weiß nur, dass während der halben Stunde, die ich draußen verbringe, die Wirklichkeit genauso gut auf stumm geschaltet sein könnte. Ich renne unter den Straßenlaternen dahin, die dem Sonnenlicht wahrscheinlich am nächsten kommen, und konzentriere mich auf meinen Körper. Meine Oberschenkel brennen, die kalte Luft sticht in meinen Nasenlöchern und in den Lungen.
Ich zwinge mich, im Hier und Jetzt zu bleiben. Keine Zeit für die Vergangenheit oder die Zukunft. Mein Leben ist die Gegenwart. Viele Jahre lang habe ich das Was-wäre-wenn-Spielchen gespielt. Was wäre, wenn ich ein normales Leben hätte? Wo wäre ich dann? Wäre ich verheiratet? Hätte ich Kinder? Aber auf die Art sind ruckzuck zwanzig oder dreißig Minuten vergangen. Vergeudet. Mit Dingen, die ich ohnehin nicht ändern kann. Die unveränderlich sind.
Ich höre drei Songs von The Lumineers, meiner neuen Lieblingsband, und dann fünf Minuten lang Feed the Pig, einen Investment-Podcast. Es sind drei Kilometer bis zum Potomac, einer Wasserstraße, die eine natürliche Grenze zwischen Virginia und Maryland bildet, und ich verbringe eine ganze Minute damit, einen Trawler zu beobachten, der von der schwarzen Strömung stromabwärts getrieben wird. Früher habe ich mich oft gefragt, wie so etwas wohl bei Tageslicht aussehen würde, das glitzernde Wasser unter der brennenden Sonne, die weißen, hingetupften Wolken. Doch der Tag existiert für mich nicht. Nur die Nacht. Nur die Dunkelheit.
Auf dem Rückweg bemerke ich einen Wagen, der in eine Seitenstraße abbiegt. Das erste fahrende Auto seit sechs Tagen. Es ist ein Ford Focus. Ein neues Modell. Die Ford-Aktie hat bei 13,02 geschlossen. Das nur nebenbei.
Ich schaffe die sechs Kilometer in knapp achtundzwanzig Minuten, und als ich mein Apartment erreiche, ist es 3:38 Uhr.
Mir bleiben noch zweiundzwanzig Minuten.
Drei Minuten Liegestütze und Sit-ups.
Danach vier Minuten duschen.
Nachdem ich einen sauberen Satz fast identischer Klamotten übergestreift habe und wieder in die Küche zurückgekehrt bin, ist es 3:48 Uhr.
Noch zwölf Minuten.
Ich hole einen Salat aus dem Kühlschrank: Gemüse, Karotten, Tomaten, Quinoa und Huhn. Gesundes Zeug. Ich schnappe mir einen Apfel, zwei Schokoladenplätzchen und ein großes Glas Milch. Dann setze mich an den Tisch und klicke auf meinen Kindle. Ich lese Lone Survivor über einen Navy SEAL, der eine Schießerei mit den Taliban in den Bergen Afghanistans überlebte. Spannende Story.
Ich esse langsam, sauge dabei jedes Wort in mich auf.
Den letzten Bissen meines zweiten Schokoladenplätzchens vertilge ich um 3:58 Uhr.
Ich schalte den Kindle aus, stehe auf und schlurfe in Richtung Schlafzimmer.
Um 3:59 Uhr setze ich mich auf mein Bett.
Genau in dem Moment höre ich die Frau schreien.
Ich springe auf, renne zum Fenster. Direkt gegenüber steht ein Haus im Ranch-Stil mit einem Tor. Der Ford Focus, den ich vorhin gesehen habe, parkt direkt davor. Keine Ahnung, wer dort wohnt. Ich habe die Leute noch nie gesehen. Was so ziemlich für alle meine Nachbarn gilt.
Eigentlich sollte ich schleunigst zurück ins Bett, weil ich jeden Moment umkippen werde. Geht aber nicht. Ich klebe am Fenster. Ebenso gut könnte ich zwischen den Doppelscheiben eingeklemmt sein. Die Sekunden ticken.
Das Tor öffnet sich, und mit eiligen Schritten kommt ein Mann heraus.
Während er die Tür des Ford Focus aufschließt, steht er für einen Augenblick direkt unter der Straßenbeleuchtung. Und als würde er meinen Blick spüren, dreht er sich um und späht nach oben. Wir starren einander in die Augen. Dann steigt er ein und fährt davon.
Und während meine Lider zufallen und ich umkippe, gilt mein letzter Gedanke dem Mann mit den markanten Gesichtszügen und dem durchdringenden Blick.
Dem Präsidenten der Vereinigten Staaten.
Als ich mich wieder aufrappele, ist bereits die erste Minute meines Tages verstrichen. Mein Hals ist steif, eine Folge des Schlafens in leicht verrenkter Position. Andererseits kann ich mich glücklich schätzen. Mein Kopf ist nirgendwo angestoßen. Kein Blut. Keine Gehirnerschütterung.
Ich reibe mir den Hals, während ich aus dem Fenster spähe. Vor meinem inneren Auge erscheint das Gesicht des Präsidenten, und ich schüttele heftig den Kopf, was einen stechenden Schmerz durch meinen Musculus sternocleidomastoideus jagt – den langen Kopfwendermuskel, der vom Schlüsselbein bis dicht unters Ohr verläuft. Kann das sein? War er das wirklich? Kein Zweifel. Der Mann, den ich gesehen habe, war eindeutig Connor Sullivan. Der 44. Präsident der Vereinigten Staaten.
Ich gehe in die Küche und setze mich vor den Laptop. Nach ein paar Sekunden habe ich die Biografie von Connor Sullivan auf Wikipedia aufgerufen. Der ehemalige Gouverneur von Virginia hat dunkelbraune Haare, trägt den Scheitel links und hat graugrüne Augen, ganz ähnlich wie ich. Das war’s dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Sullivan ist unser bisher größter Präsident, er stellt Lincoln um sieben und Madison um fast vierzig Zentimeter in den Schatten. Er ist einen Kopf größer als ich, und ständen wir uns gegenüber, befände ich mich etwa auf Augenhöhe mit dem berühmtesten Kinngrübchen der freien Welt. Und als wäre das nicht genug, ist der Mann auch noch Flügelspieler im All-American-Basketball-Team der Dayton University gewesen.
Ich überlege kurz, ob ich den endlosen Wikipedia-Artikel noch um ein Update ergänzen soll: 18. April – er ermordete eine Frau in Alexandria, VA.
Das bringt mich darauf, die lokalen Nachrichtenportale zu sichten, ob vielleicht Meldungen über eine schwere Körperverletzung oder einen Mord vorliegen. Nichts dergleichen.
Mein Handy summt, und ich antworte rasch auf die »Lebst du noch?«-SMS meines Vaters, damit er endlich beruhigt schlafen kann. Meine Mutter hat uns verlassen, als ich sechs war, weil sie mit meiner Krankheit nicht umgehen konnte, und überließ es meinem Vater, sich um mich zu kümmern. Er hatte zwei Jobs, arbeitete täglich sechzehn Stunden, war aber jede Nacht da, wenn ich um drei Uhr aufwachte. Er gab sich alle erdenkliche Mühe, mein Leben so normal wie möglich zu gestalten. Als ich klein war, ging ich jeden Morgen zwanzig Minuten in die Schule bei Lehrer Bins. Mathe, Naturwissenschaften, Rechtschreibung – er hat mir alles beigebracht. Mein Vater bestand vor allem darauf, dass ich soziale Fähigkeiten entwickelte. Er engagierte andere Eltern, ja, er bezahlte sie tatsächlich dafür, dass sie ihre Kinder vorbeibrachten, damit diese eine halbe Stunde lang mit mir Videospiele, Karten oder Tischtennis spielten. (Mit einigen von ihnen stehe ich immer noch auf Facebook in Kontakt.) Mein Vater forderte Gefälligkeiten ein oder gab große Summen dafür aus, um in bestimmten Einrichtungen spezielle Arrangements für mich zu treffen. An meinem zehnten Geburtstag erwachte ich in einem Vergnügungspark. Eine Stunde lang hatten wir beide den ganzen Park für uns. Als ich achtzehn war, organisierte er mir einen Abschlussball. Mein Date war die Tochter einer Arbeitskollegin, und obwohl sie keine echte Schönheit war, war es trotzdem aufregend, und ich bekam sogar einen flüchtigen Kuss. Dad bereitete mich über zehn Nächte auf den Eignungstest für die Universität vor und beugte sich mit einer Stoppuhr über mich. An meinem einundzwanzigsten Geburtstag verwandelte mein Vater unser Haus in eine Bar, und es war voller Studenten. Später erfuhr ich, dass er einer Studentenverbindung der University of Virginia ein paar Tausend Dollar gezahlt hatte, um die Hütte voll zu kriegen.
Ich überlege, ob ich meinen Vater anrufen und ihm Neuigkeiten über seinen Lieblingspräsidenten erzählen soll, aber dann würde er mich nur in endlose Fragen verwickeln, und meine Stunde würde wie nichts verfliegen.
Lieber schnappe ich mir ein Sandwich aus dem Kühlschrank und versuche, den gestrigen Abend zu vergessen. Gestern war Vergangenheit. Die Vergangenheit interessiert mich nicht. Mich interessiert nur die Gegenwart. Und gegenwärtig habe ich bereits achtzehn Minuten meines Tages verschwendet.
Ich schnappe mir mein Handy, schlüpfe in meine Asics, denke diesmal an meine Mütze und trabe aus der Tür.
Es ist 3:26 Uhr.
Ich muss meinen Lauf abkürzen. Ich renne eineinhalb Kilometer in sieben Minuten, dann die Strecke wieder zurück in sechs Minuten. Als ich unter der Straßenlaterne stehe, unter der Connor Sullivan einen Tag zuvor sein Auto geparkt hat, ist es 3:39 Uhr.
Noch einundzwanzig Minuten.
Ich drehe mich um und werfe einen Blick auf das Haus. Alles wirkt ruhig, als würde die schmiedeeiserne Umzäunung jede Bedrohung und auch jedes Geräusch von dem Gebäude fernhalten. Ich schiebe den Ärmel meines Sweatshirts über die Hand und fummle am Torschloss herum. Der Riegel schnappt zurück, und das Tor öffnet sich mit einem leisen Quietschen. Was ich hier vorhabe, ist weder gesetzlich noch moralisch vertretbar, schon klar, aber wenn in dem Haus eine Frau dringend Hilfe braucht? Seit dem Schrei sind fast vierundzwanzig Stunden vergangen. Die Frau könnte noch am Leben sein. Oder etwa nicht? So oder so, ihr fragt euch vielleicht, warum ich nicht die Polizei rufe, damit sie nachschaut?
Ganz einfach.
Es ist das Aufregendste, was in den vierzehntausend Stunden meines Wachseins je passiert ist.
Ich schlüpfe durch das Tor und schleiche auf Zehenspitzen die Treppe hoch. Rechts und links neben der Haustür befinden sich zwei schmale vertikale Fenster, und ich beuge mich vor und spähe ins Innere. Immer noch geblendet vom Licht der Straßenlaterne erkenne ich keine scharf umrissenen Formen. Mit der Hand, die noch immer von meinem Ärmel bedeckt ist – ich habe nicht vor, Fingerabdrücke zu hinterlassen –, drücke ich auf den schmiedeeisernen Türgriff. Er gibt nach, und die Tür öffnet sich nach innen.
Vorsichtig weite ich mit meinem Fuß den Spalt, bis ich hindurchschlüpfen kann. Die Tür fällt hinter mir ins Schloss. Ich ziehe mein Handy heraus und tippe die Taschenlampe an. Der Raum wird heller.
Das ist Einbruch. Hausfriedensbruch. Was auch immer. Ich schaue mich um.
Dem Grundriss des Hauses nach zu urteilen müsste die Garage links liegen und die Küche, das Wohnzimmer, die Schlafzimmer auf der rechten Seite. Ich atme tief durch und flüstere: »Hallo.«
Keine Reaktion.
Ende der Leseprobe
