A Wild Cowboy's Touch - Stacey Kennedy - E-Book
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A Wild Cowboy's Touch E-Book

Stacey Kennedy

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Beschreibung

Amelia hat ein Händchen dafür, das perfekte Bier zu kreieren. Doch in der Liebe läuft bei ihr so gar nichts perfekt. Und seit sie von ihrem Verlobten vor dem Altar stehen gelassen wurde, hat sie den Glauben an die Liebe aufgegeben und konzentriert sich auf den Erfolg der »Three Chicks Brewery«.
Beckett Stone kann sein Glück kaum fassen: Die Hochzeit seiner Highschool-Liebe Amelia ist geplatzt. Ist das seine Chance, um ihr Herz noch einmal zu erobern? Diesmal für immer? Oder hat Amelia etwas Besseres verdient als ihn - den gescheiterten Rodeo-Reiter?
Als Amelia in große Not gerät, ist Beckett sofort an ihrer Seite. Und obwohl sie sich nicht wieder verlieben will, kann sie nicht leugnen, dass ihr Herz in seiner Nähe immer ein wenig schneller schlägt ...

Der dritte Band der Cowboy-Romance-Reihe von USA-Today-Bestsellerautorin Stacey Kennedy. Eine spicy Second-Chance-Liebesgeschichte mit großen Gefühlen!

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Seitenzahl: 256

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Inhalt

Cover

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Grußwort des Verlags

Über dieses Buch

Titel

Widmung

Prolog

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

Epilog

Über die Autorin

Weitere Titel der Autorin

Impressum

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Über dieses Buch

Amelia hat ein Händchen dafür, das perfekte Bier zu kreieren. Doch in der Liebe läuft bei ihr so gar nichts perfekt. Und seit sie von ihrem Verlobten vor dem Altar stehen gelassen wurde, hat sie den Glauben an die Liebe aufgegeben und konzentriert sich auf den Erfolg der »Three Chicks Brewery«.

Beckett Stone kann sein Glück kaum fassen: Die Hochzeit seiner Highschool-Liebe Amelia ist geplatzt. Ist das seine Chance, um ihr Herz noch einmal zu erobern? Diesmal für immer? Oder hat Amelia etwas Besseres verdient als ihn – den gescheiterten Rodeo-Reiter?

Als Amelia in große Not gerät, ist Beckett sofort an ihrer Seite. Und obwohl sie sich nicht wieder verlieben will, kann sie nicht leugnen, dass ihr Herz in seiner Nähe immer ein wenig schneller schlägt …

STACEY KENNEDY

A WILDCOWBOY’STOUCH

Aus dem amerikanischen Englischvon Silvi Heiderömer

Für alle,die irgendwann mal ihr gebrochenesHerz geheilt haben.

Prolog

Der Violinist spielte sanfte klassische Musik, die das leise Lachen der Gäste übertönte, als Amelia Carters sechsjähriger Neffe Mason den Gang zwischen den Stühlen hinunterrannte. Sie befanden sich in der alten Scheune, die zur Three Chicks Brewery umgebaut worden war – einer Craftbier-Brauerei, die Amelia zusammen mit ihren beiden Schwestern betrieb. Alles in Amelia schien zu beben. Sie hatte noch nie eine außerkörperliche Erfahrung gemacht, doch sie war sich sicher, dass sie so etwas genau jetzt erlebte. Sie beobachtete und hörte alles und jeden um sich herum und hatte dennoch das Gefühl, nicht wirklich anwesend zu sein. Fast so, als würde sie über allem schweben und den Tag beobachten, der eigentlich der glücklichste ihres Lebens hätte sein sollen.

Clara, die älteste Carter-Schwester und Masons Mutter, seufzte, woraufhin Amelia sich ihr zuwandte. Claras tiefblaue Augen verengten sich auf ihren ungestümen Sohn, dessen hellbraunes Haar auf seinem Kopf wippte. »Nun, er hat es geschafft, und die Ringe liegen immer noch auf dem Kissen. Ich schätze, das ist ein Sieg?« Ihr wunderschönes rotbraunes Haar fiel in großen Wellen über ihre Schultern und reichte bis zum oberen Rand des lavendelfarbenen Brautjungfernkleides.

Maisie, die jüngste Carter-Schwester, stand neben ihr und lachte. »Ich dachte, das würde noch viel schlimmer werden, um ehrlich zu sein.« Ihr blondes Haar war locker hochgesteckt und unterstrich damit Maisies lockere und sanfte Persönlichkeit. Ihre dunkelblauen Augen lachten immer noch, als sie zwischen den weißen Stühlen den Gang entlangschritt.

Eine Welle aus Kälte überrollte Amelia und vertrieb alle Wärme aus ihren Knochen. Der lange Schleier, der ihr Gesicht bedeckte, fühlte sich an wie ein schützender Vorhang, der sie vor den Freunden und der Familie verbarg, die bald alle nur noch auf sie blicken würden. Heute Morgen war sie mit einem Kribbeln im Magen aufgewacht, und dieses Gefühl hatte den ganzen Tag über angehalten. Irgendetwas war nicht in Ordnung. Sie redete sich ein, dass es ihr gut ging, obwohl sie mit ihren hohen Absätzen nervös auf dem Kies wippte und ihre Finger ununterbrochen an der Spitze ihres Hochzeitskleides herumfummelten. Allein der Gedanke daran, zu ihrem Verlobten Luka vor den Altar zu treten, ließ sie ihr Frühstück fast über den glänzenden Holzboden würgen.

Als Maisie die erste Stuhlreihe erreicht hatte, drehte sich Clara zu Amelia um. »Bereit?«, fragte sie sanft.

Amelia dachte über die Frage nach und suchte nach dem Grund für ihr ungutes Gefühl. Sie fragte sich, ob es vielleicht daran lag, dass ihre Eltern nicht da waren. Sie und ihre Schwestern hatten ihre Eltern bei einem Autounfall verloren, und ihre Großeltern hatte sie großgezogen. Vielleicht lag es auch daran, dass ihre Großeltern nicht da waren? Das Fragenkarussell drehte sich weiter, aber nichts schien wirklich die Ursache zu sein. Unsicher, wie sie antworten sollte, nickte sie.

Das Gefühlschaos zeichnete sich offenbar auf Amelias Gesicht ab, denn Claras typisch harter Ausdruck wurde weicher. Sie ergriff Amelias Hände und drückte sie fest. »Du schaffst das schon. Glaub mir, die Zeremonie ist der schwierigste Teil. Danach feiern wir. Okay?«

Clara würde ihre Gefühle vielleicht besser verstehen als jeder andere hier. Sie hatte vor Kurzem den Profi-Baseballspieler Sullivan Keene geheiratet, ihre Highschool-Liebe und Masons Vater. Gott, was war nur los mit ihr? Amelia atmete langsam aus und sagte den Sorgen, dass sie sich verziehen sollten. Sie nickte entschlossen. »Okay. Ja, ich bin bereit.«

»Ja, das bist du«, sagte Clara lächelnd. »Ich sehe dich dann vorn.« Sie zögerte, und ihr Blick wurde ungewöhnlich emotional. »Du siehst heute wunderschön aus, Amelia.«

All die Kälte schmolz bei Claras warmer Zuneigung dahin. Sie war Clara immer näher gewesen als Maisie, auch wenn sie sich im letzten Jahr wirklich zusammengerauft hatten. Clara war lange Zeit alleinerziehend gewesen. Meistens hatte sie eine harte Schale, aber davon war im Moment nichts zu sehen. »Danke, Clara. Ich hab dich lieb.«

»Ich habe dich auch lieb.« Clara warf ihre Arme um Amelia und drückte sie lange und fest, sodass Amelia erneut ganz warm wurde, bevor sie sich wieder den Gästen zuwandte. Mit einem tiefen Atemzug ging sie den Gang hinunter und ließ Amelia allein zurück.

Sie befahl ihren Füßen, sich in Bewegung zu setzen. Sie weigerten sich.

Die Zeit schien sich zu verlangsamen, während ihre Haut viel zu heiß wurde. Amelias Verstand begann, alle möglichen Gründe für ihr Zögern durchzugehen, nur um sie dann schnell wieder zu verwerfen. Sie hatte diese Entscheidung getroffen, und sie liebte Luka. Sie beide hatten sich in ihrem ersten Jahr am College kennengelernt und waren seitdem immer zusammen gewesen. Sie wollte die Ehe und ihr eigenes Happy End. Also tat Amelia ihre Sorgen als reines Lampenfieber ab, schluckte den Rest davon runter, straffte die Schultern und war bereit, sich auf ihre Zukunft einzulassen.

Der Violinist neben den Trauzeugen wechselte zu einem anderen Lied, als Clara Maisie erreichte. Ihre beiden Schwestern lächelten ihr vom Ende des Ganges aus zu. Amelia hielt sich an dem Wissen fest, dass dieser Tag so viele Menschen glücklich gemacht hätte. Besonders ihre verstorbenen Eltern und Großeltern. Und all die Menschen hier liebten sie. Von ganzem Herzen.

Sie schritt den Gang hinunter und ließ ihren Blick über die Gäste schweifen, die sich von ihren Plätzen erhoben. Familie und Freunde aus jeder einzelnen von Amelias Lebensphasen. Doch ihr Blick richtete sich nur auf einen: Beckett Stone. Sein sandbraunes Haar war nie wirklich gestylt, und seine grauen Augen schrien in ihre Richtung, dass er nichts als Ärger bedeutete. Er war der Mann gewesen, von dem Amelia dachte, dass sie ihn eines Tages heiraten würde. Ihre Highschool- Liebe – und ihre größte Enttäuschung. Beckett stand neben Maisies Verlobtem, Hayes Taylor, und Claras Ehemann, Sullivan Keene. Amelia hatte überlegt, ob sie Beckett einladen sollte, aber schließlich wollte sie ihn dabei haben. Sicher, sie hatten eine Vergangenheit, doch in ihrer Geschichte steckten auch viel Liebe und eine lange Freundschaft. Für den Bruchteil einer Sekunde hielten sich ihre Blicke fest, die Welt verblasste, bis nur noch ihr Herzschlag in ihren Ohren klopfte. All die ungesagten Dinge. All der anhaltende Herzschmerz, als sie erkannt hatte, dass Beckett nicht der Richtige war. All der Schmerz, als er zugegeben hatte, dass sie sich auseinandergelebt hatten und er kein Interesse daran hatte, ihr in die große Stadt zu folgen, während sie aufs College ging.

Sie riss ihren Blick von ihm los und richtete ihn auf Luka, der am Ende des Ganges auf sie wartete. Beckett brach Versprechen. Luka hatte kein einziges je gebrochen. Aber als sie ihren zukünftigen Ehemann ansah, der auf sie wartete, wirkte seine Haut blass. Luka war ein paar Zentimeter größer als sie und war mit seinen schicken Anzügen, einschließlich des Smokings, den er jetzt trug, und seinem gestylten dunklen Haar ein absoluter Stadtmensch.

Als sie neben ihn trat, lächelte sie unter ihrem Schleier hervor. Er lächelte nicht zurück. Er wippte von einem Fuß auf den anderen.

Der Beamte begann: »Heute sind wir hier, um zu feiern …«

»Warten Sie.«

Amelias Blut gefror in ihren Adern, als sie die Verzweiflung in Lukas Stimme hörte. Sie hatte ihn noch nie so gehört. Er murmelte unzusammenhängende Dinge, bevor er sagte: »Ich kann nicht … Es tut mir leid, Amelia. Ich kann das nicht tun.«

Lautes Keuchen ging durch den Raum, und Getuschel erfüllte Amelias Ohren. Sie hob ihren Schleier hoch und spürte, wie das Adrenalin durch ihren Körper spülte. »Was?«

Luka schaute über seine Schulter zu seinen Eltern und seiner Großmutter, die ihn entsetzt ansah. »Es tut mir leid«, sagte er leise, seine Stimme zitterte. »Ich habe mich in all das hineingesteigert. I–« Er drehte sich zu Amelia um. »Es tut mir leid. Ich kann das nicht durchziehen. Ich liebe dich nicht mehr.«

Die Welt um Amelia herum kollabierte. Luka stürzte beinahe, als er sich umdrehte, um wegzulaufen. Doch etwas hielt ihn auf.

Becketts Faust.

Der Schlag traf Luka mitten auf die Nase. Er flog nach hinten und landete hart auf dem Boden zwischen den Stühlen, genau wie Amelias Hoffnungen und Träume.

Es senkte sich eine schwere Stille über die Scheune, bis Maisies Seufzen sie durchbrach. »Also das habe ich erwartet«, sagte sie.

1

Zwei Wochen später …

Als Amelia um kurz nach neun Uhr morgens aus dem Uber stieg, fühlte sie sich anders als die Frau, deren Lebenspläne vor zwei Wochen plötzlich einen linken Haken geschlagen hatten und geradewegs im Müll gelandet waren. »Danke«, sagte sie zu dem Fahrer, der bereits ihr Gepäck aus dem Kofferraum geholt hatte.

»Passen Sie auf sich auf«, erwiderte der Fahrer, bevor er wieder in sein Auto stieg und davonfuhr.

Amelia stand vor dem großen weißen Farmhaus im Kolonialstil in der kleinen Stadt River Rock inmitten der wunderschönen Landschaft Colorados, bevor sie die Stufen der Veranda hinaufstieg. In dem Haus war immer so viel Leben. Zuerst, als ihre Großeltern sie und ihre beiden Schwestern bei sich aufgenommen hatten, um sie großzuziehen, nachdem ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen waren. Dann, als sie mit Clara, Maisie und Mason in das Haus gezogen war, nachdem ihre Großeltern verstorben waren. Aber jetzt, als sie die Haustür öffnete, traf sie nur auf Stille. Ihre Großeltern waren fort. Maisie war bei Hayes eingezogen. Und Clara und Mason wohnten nun bei Sullivan. Alles, was in dieser schweren Stille noch lebte, war die Erinnerung daran, dass Luka geplant hatte, mit Amelia hier einzuziehen. Jetzt gab es nur noch sie.

Sie kämpfte dagegen an, dass die Scham und die unerträgliche Traurigkeit wieder Besitz von ihr ergriffen, und schlug diesen Gedanken die Tür vor der Nase zu. Wortwörtlich. Als sie am Morgen, nachdem Luka die Hochzeit hatte platzen lassen, das Flugzeug in die Flitterwochen nach Sankt Lucia bestiegen hatte, wollte sie vor allem davonlaufen. Die üppigen Wälder, der sonnige Himmel und der köstliche Rum hatten sie zwar zwei Wochen lang aus ihrer Verzweiflung gerissen, aber sie auch gezwungen, ein paar Wahrheiten zu erkennen. Sie konnte nicht länger davonlaufen. Und sie musste sich der Tatsache stellen, dass Luka nicht ganz unrecht gehabt hatte – selbst sie hatte Zweifel an ihrer Beziehung gehabt. Also gönnte sie sich drei Tage, in denen sie sich in ihrem Hotelzimmer versteckte, um vor Scham zu sterben und den Verlust des Lebens zu betrauern, das sie mit Luka geplant hatte. Den Rest ihrer Reise verbrachte sie damit, sich mit ihrem neuen Leben abzufinden und darüber nachzudenken, was falsch gelaufen war. Doch als sie spät am vorigen Abend gelandet war und in das Bett im Flughafenhotel in Denver fiel, hatte sie beschlossen, jetzt, wo sie wieder zu Hause war, ein offenes Herz und einen offenen Geist zu haben. Keine Bitterkeit oder Scham mehr.

Entschlossen, die Scherben ihres Lebens aufzusammeln, stellte sie ihren Koffer neben der großen Holztreppe ab, wo eine Galerie gerahmter Fotos mit glücklichen Familienmomenten hing. Sie nahm ihr Handy aus der Handtasche und ging wieder nach draußen, um in die Brauerei zu gehen. Sie erreichte gerade die Flügeltüren der Scheune, als sie das Knirschen von Reifen auf Kies hörte. Ein kurzer Blick zurück offenbarte einen großen schwarzen Truck mit der Aufschrift ROCKY MOUNTAIN BEER DISTRIBUTION an der Seite.

Der Truck hielt an, und Ronnie Keene stieg mit einem ungewöhnlich sanften Lächeln aus. Er war ein paar Zentimeter größer als Amelia und hatte hellgrüne Augen, die immer auf eine Weise ernst aussahen, die Amelia an den meisten Tagen verunsicherte. Sie war keine Geschäftsfrau wie Clara, die normalerweise mit Ronnie zu tun hatte. Er trug eine Baseballmu¨tze der Red Sox auf seiner Glatze, um seinen Neffen Sullivan zu unterstützen, der für das Team spielte. Aber das Lächeln, mit dem er sich näherte – dieses weiche, mitleidige Lächeln –, war ganz für Amelia bestimmt.

»Guten Morgen, Ronnie«, sagte sie fröhlich. »Danke, dass du gekommen bist.« Sie hatte ihm die Nachricht heute Morgen auf der Rückfahrt von Denver geschickt, weil sie etwas brauchte, um beschäftigt zu bleiben. Zumal er ihr eine E-Mail geschickt hatte, in der er um ein Treffen mit ihr gebeten hatte, sobald sie sich dazu bereit fühlte.

»Morgen«, sagte er und steckte die Hände in die Taschen, als er sie erreichte. »Bist du sicher, dass du schon so weit bist? Wie ich geschrieben habe, können wir warten …«

»Ich bin bereit«, sagte sie und schenkte ihm ein strahlendes Lächeln, in der Hoffnung, seine Sorgen zu zerstreuen. »Ich habe zwei Wochen lang entspannt, mich verwöhnen lassen und Spaß gehabt. Ich fühle mich erfrischt und verjüngt und bin absolut bereit, wieder an die Arbeit zu gehen.«

Ronnie nickte ihr zu und sah sie mit so etwas wie Stolz an. »Clara hat gesagt, dass du verreist bist.«

Amelia nickte. »Nach Sankt Lucia.« Was sie für zwei Wochen zum Selbstbemitleiden gehalten hatte, war zu vierzehn Tagen der Heilung geworden. Sie hatte sogar etwas Spaß gehabt. »Die Reise war genau das, was ich gebraucht habe, also bitte, wirklich, lass uns wieder an die Arbeit gehen.«

Ein weiteres Nicken. »Also gut.« Er winkte in Richtung der Brauerei. »Lass uns wieder an die Arbeit gehen.«

Gut. Eine Person hatte ihr geheiltes Herz akzeptiert. Jetzt musste sie den Rest der neugierigen, überfürsorglichen Stadt dazu bringen, das ebenfalls zu tun. Sie schloss die Scheunentore auf, öffnete sie mit einem Ruck, und ihr Herz brach noch ein bisschen mehr. Sie hatte vier Chargen Bier gären lassen, die sie hätte überprüfen sollen, bevor sie zum Flughafen gefahren war. Sie hatte vorgehabt, ihren Schwestern Anweisungen zu geben, sich um das Bier zu kümmern, während sie weg war, doch das war das Letzte, woran sie gedacht hatte. Sie konnte das ranzige Getreide riechen, als sie durch die Tür trat. Der Zustand ihrer Brauerei war schrecklich, und dafür war allein sie verantwortlich. »Ronnie, ich entschuldige mich dafür. Clara und Maisie kennen diesen Teil des Geschäfts nicht, und ich bin einfach gegangen …«

»Tu das nicht«, sagte Ronnie fest hinter ihr. »Du brauchst dich nicht zu entschuldigen.« Er trat neben sie und schenkte ihr ein beruhigendes Lächeln. »Ich habe keinen Zweifel daran, dass du die Dinge wieder zum Laufen bringst und alle deine Quoten erfüllen wirst.«

»Danke für Ihr Verständnis«, sagte sie und führte ihn durch die Brauerei in den hinteren Lagerraum, um ihm zu zeigen, dass nicht alles verloren war. »Wir werden die Quote für diesen Monat auf jeden Fall erreichen.«

Ronnie betrat den Raum und sah sich die bereits abgefüllten Kisten Foxy Diva an. Ihr meistverkauftes Bier, das Ronnie und seine Vertriebsfirma vor Kurzem übernommen hatten, um es an alle Bars, Restaurants und Geschäfte in Nordamerika zu liefern. Eine große Leistung für eine kleine Brauerei, die drei Schwestern gehörte. »Habt ihr immer so viele Vorräte auf Lager?«, fragte er und sah sie mit großen Augen an.

Sie nickte. »Ich stelle immer sicher, dass ich dem Spiel voraus bin.« Sie wusste nicht, was es über sie aussagte, dass sie immer mit dem Schlimmsten rechnete. Es lag einfach daran, dass sie ihre Eltern bei einem Autounfall verloren hatte und ihr bereits zweimal das Herz gebrochen wurde. Sie wusste, dass sie immer einen Schritt voraus sein musste, wenn die Dinge gut liefen, denn es würden immer wieder schlechte Zeiten kommen.

»Das ist gut, Amelia«, sagte Ronnie und drehte sich im Kreis. »Sehr gute Arbeit.« Er verließ den Lagerraum wieder, und sie schloss die Tür hinter ihm.

»Es wird nicht lange dauern, bis ich die Brauerei wieder auf Vordermann gebracht habe«, sagte sie und versuchte, flach zu atmen, um den sauren Geruch nicht einzuatmen.

»Ich habe keinen Zweifel, dass das stimmt«, erwiderte Ronnie und ging neben ihr den Gang zwischen den Tanks entlang. An den Doppeltüren der Scheune blieb er wieder stehen und atmete ebenfalls sichtlich tiefer. Er verschränkte die Arme. »Der Grund, warum ich dir die E-Mail für das Treffen geschickt habe, ist, dass wir ein Marketing-Meeting hatten, während du weg warst. Foxy Diva macht sich gut. Wirklich gut. Aber wir würden gerne mehr Interesse für die Brauerei im nächsten Jahr wecken. Das Team hat vorgeschlagen, dass wir jedes Quartal ein besonderes Bier herausbringen.«

Amelias Mund wurde trocken. »Wow. Das ist ein tolles Angebot.«

Ronnie nickte. »Wir haben gesehen, dass das bei einer anderen Brauerei, die wir haben, sehr gut funktioniert. Der einzige Haken ist, dass wir nur einen Platz für diese Art des Vertriebs haben und drei Brauereien in unserem Verzeichnis um diesen Platz konkurrieren.« Er hielt inne und presste die Lippen aufeinander, bevor er fortfuhr: »Ich weiß, wie viel Druck das auf dich ausübt. Wenn du nicht bereit oder in der Lage dazu bist …«

»Ich bin dabei«, entfuhr es Amelia, bevor sie überhaupt darüber nachgedacht hatte. Maisie hatte ihre kleine Brauerei anfangs erfolgreich gemacht, indem sie zu Bierfesten reiste und ihren Namen bekannt machte. Clara war der Grund dafür, dass Ronnie Foxy Diva aufgegriffen hatte und vertrieb. Jetzt musste Amelia zeigen, was sie drauf hatte.

Ronnie lachte leise und nickte. »Ich dachte mir schon, dass du dabei sein würdest.« Er blickte zurück in die Brauerei und stampfte mit seinem Cowboystiefel auf den Boden. »Nimm dir ein paar Monate Zeit. Braue sechs verschiedene Bierproben. Danach machen wir ein paar Verkostungen und sehen, welche vier am besten ankommen.«

»Absolut machbar.« Amelia lächelte, ihr Puls raste bei der Vorstellung, ein neues Bier zu kreieren. So kreativ hatte sie nicht mehr sein müssen, seit sie das Rezept von Pops’ Hausbrauerei genommen und die Zutaten angepasst hatte, um das Bier in Foxy Diva zu verwandeln. Doch gleichzeitig machte sich die kleine Stimme in ihrem Kopf bemerkbar, die sich sorgte, dass sie ein so großes Unterfangen nicht bewältigen könnte. Sechs Bierproben bei klarem Verstand waren schwer zu brauen, und ihr Verstand fühlte sich … eher trüb an. »Danke für dein Vertrauen in unser Produkt, Ronnie.«

»Keine Ursache«, sagte er. Der Stolz war wieder in seinen Augen zu sehen. »Du bist eine begabte Braumeisterin, Amelia. Du hast hier ein gutes Ding am Laufen. Vergiss nicht, dass die Brauerei ohne dein Talent nicht da wäre, wo sie heute ist.«

Er ließ sie sprachlos über seine freundlichen Worte zurück und ging davon. Ronnie lobte sie selten, und sie wusste, dass er versuchte, ihr Selbstvertrauen zu stärken, nachdem es in aller Öffentlichkeit so sehr geschwächt worden war. Sie schätzte seine Freundlichkeit ungeachtet seiner Gründe und winkte ihm zu, als er wegfuhr. Dann wandte sie sich mit einem tiefen Seufzer den Tanks zu. Noch nie in ihrem Leben hatte sie ihre Brauerei in diesem Zustand verlassen. Ihr Lehrer, Graham Neal, würde tot umfallen, wenn er einen Fuß in ihre Brauerei setzte. Desinfizieren, desinfizieren, desinfizieren, war sein Motto gewesen. Staub war an Stellen, an denen er nicht sein sollte. Ein Tank stand offen. Anscheinend wollte eine ihrer Schwestern ihn reinigen und hatte es sich dann anders überlegt. Wahrscheinlich Maisie.

»Du bist zu Hause.«

Erschrocken über die sanfte, tiefe Stimme hinter ihr, wirbelte Amelia herum und entdeckte die letzte Person, die sie heute zu sehen geglaubt hatte. Beckett stand zwischen den Doppeltüren und sah so hart aus wie immer. Nicht nur sein muskulöser Körper, sondern auch seine Augen. Nicht, dass sie es ihm verübelt hätte. Becketts Kindheit war kein Zuckerschlecken gewesen, und er würde diese Narben immer mit sich tragen. »Was tust du hier?« Ihre Stimme klang schnippischer, als sie beabsichtigt hatte, und sie versuchte es ruhiger. »Entschuldige, ich meine, ich habe dich nicht erwartet.«

Er schien nicht betroffen zu sein und hob träge eine Schulter. »Ich habe in der Zwischenzeit immer mal wieder dein Haus im Auge behalten und einen Truck in der Einfahrt gesehen. Ich wollte nachsehen, hab dann aber gesehen, dass es Ronnie war.« Er betrat die Scheune, verzog das Gesicht und ging zurück. »Ist hier drin etwas gestorben?«

Sie nickte verzweifelt. »Ja, Bier.«

»Das ist eine verdammte Schande«, sagte er mit dem ihr vertrauten schiefen Lächeln. Eines, das sie in all den gemeinsamen Jahren immer wieder gesehen hatte. Eines, von dem sie einst dachte, sie würde es jeden Tag für den Rest ihres Lebens sehen.

»Ja, es ist wirklich eine Schande«, stimmte sie zu und ließ die Scheunentore offen, in der Hoffnung, den Raum vor der Reinigung ein wenig lüften zu können.

»Wie war Sankt Lucia?«, fragte er und ging mit ihr zurück zu seinem großen dunkelgrauen Ford F-150, der in der Nähe des Hauses parkte.

»Atemberaubend«, antwortete sie. »Die Natur war nicht von dieser Welt. Wunderschönes Wandern. Wunderschönes Wetter. Der Ort ist so üppig und lebendig.«

»Nach dem, was ich gesehen habe, sah es so aus.«

Sie schaute ihn an und studierte seinen Gesichtsausdruck. Aber er wich ihrem Blick aus. Sie wusste, dass sie nicht so überrascht hätte sein sollen, dass er nachschaute, wo sie hinging. Beckett war immer ein Beschützertyp, er hatte Luka sogar eine verpasst, als er ihr Unrecht angetan hatte.

Sie hatten sich nicht getrennt, weil sie sich nicht geliebt hatten. Beckett war drei Jahre älter, und bevor Amelia zum College ging, wurde klar, dass ihre Leben sich in unterschiedliche Richtungen entwickelt hatten. Sie hatte zwar viele Tränen geweint, als Beckett die Beziehung beendete, doch als sie nach Denver ans College ging, eröffnete sich ihr eine ganz neue Welt. Sechs Monate, nachdem sie und Beckett Schluss gemacht hatten, lernte sie Luka kennen, und während ihrer Zeit am College verliebten sie sich schließlich ineinander. Als sie nach River Rock zurückkehrte, blieb die Liebe zu Beckett bestehen, nur war es eine andere Art von Liebe. Nicht so bedürftig und verzweifelt, sondern vertrauter und bequemer – eine sehr gute Freundschaft. Egal was passierte, Beckett war für sie da. Immer. Und sie war auch für ihn da, wenn sie konnte, obwohl er ziemlich schlecht darin war, um Hilfe zu bitten.

Als sie seinen Wagen erreichten, drehte sie sich zu ihm. »Danke, dass du das Haus im Auge behalten hast, während ich weg war. Ich weiß das wirklich zu schätzen.« Sie hielt inne, als ihr klar wurde, dass da noch etwas war, für das sie ihm danken muss. »Und danke, dass du Luka eine reingeschlagen hast. Das wollte ich unbedingt tun, aber ich hatte nicht den Mumm, es tatsächlich auszuführen.«

»Dafür musst du mir nicht danken. Ich werde ihn jederzeit gerne für dich ausknocken.« Sein Mund zuckte, als er seine Daumen in die Taschen seiner Jeans steckte. »Und was dein Haus angeht, es liegt auf dem Weg zur Farm, zu der ich jetzt dringend mal muss.«

Ein warmes Gefühl durchströmte sie, und sie lächelte, als er die Wagentür öffnete und sich auf den Fahrersitz setzte. Beckett war einst drauf und dran gewesen, ein professioneller Kälberzu¨chter zu werden, aber stattdessen arbeitete er jetzt für Nash Blackshaw, der eine Pferdetrainingsanlage besaß, die problembehaftete oder junge Pferde rehabilitierte. Die Anlage in Colorado war inzwischen überall bekannt. Die Leute kamen aus dem ganzen Land, um Pferde von dem ehemals berühmten Bullenreiter Nash Blackshaw zu kaufen. Beckett war ein Teil davon. Amelia hatte die besondere Verbindung immer bewundert, die er zu Pferden hatte, und war froh, dass er seinen Platz in der Welt gefunden hatte.

Als er in seinem Wagen saß, ließ er das Fenster herunter und schaute sie lange mit seinem harten Blick an. »Sieht aus, als hätte die Reise dir gutgetan.«

»Danke«, sagte sie. »Das hat sie auch.«

Sein sanftes Lächeln ließ sie zurücklächeln. »Schön, dass du wieder zu Hause bist, Am.« Nur Beckett nannte sie bei diesem Spitznamen, der sie an bessere Zeiten erinnerte, als das Leben noch viel einfacher war. Bevor er davonfuhr und Staub hinter seinem Wagen aufwirbelte, warf er ihr sein charmantes Grinsen zu, das früher alles gewesen war, woran sie hatte denken können.

Sie wartete, bis der Truck am Ende der Straße verschwand, bevor sie sich der angsteinflößenden Realität stellte. Sie hatte kaum genug Zeit, um eine neue Biersorte zu entwickeln – geschweige denn sechs. Einige der dunkleren Biere mussten fünf Wochen lang gären, was bedeutete, dass sie ihren Plan schnellstens umsetzen musste. Sicher, sie hatte im letzten Jahr an einer Handvoll neuer Sorten herumgetüftelt, aber als Ronnies Firma Foxy Diva unter Vertrag genommen hatte und das Bier in Umlauf brachte, war Amelias Hauptaugenmerk darauf gerichtet gewesen, Angebot und Nachfrage in den Griff zu bekommen. Zuallererst musste sie sich um den chaotischen Zustand ihrer Brauerei kümmern. Den Rest würde sie später herausfinden. Sie verdrängte die aufkommende Anspannung, die sich in den Tropen fast verflüchtigt hatte, betrat das Haus und schloss die Tür hinter sich. Die Stille. Sie war überall und sie war schwer, eine Erinnerung daran, dass das Leben ihrer Schwestern weiterging und ihres …

Sie schüttelte den Kopf und ließ nicht zu, dass ihre Gedanken sie an diesen dunklen Ort führten. Dies war ihr neuer Alltag, und sie musste weitermachen. Als sie in die Küche kam, lächelte sie über die Tulpen in der Vase auf dem alten Küchentisch aus Eiche. Der Tisch barg so viele Erinnerungen. Einige gute. Einige schlechte. Alle Familientreffen, ob schwierig oder nicht, fanden an diesem Küchentisch statt. Er war immer ein sicherer Ort gewesen. Ein kurzer Blick in den Kühlschrank verriet, dass irgendjemand die verderblichen Lebensmittel ausgeräumt hatte, während sie weg gewesen war. Das war nicht Beckett gewesen. Das war die Handschrift ihrer Schwestern. Und so unsicher die Dinge auch waren, ihre Familie war nicht das Problem. Sie war ihr Fels.

Es klopfte an der Tür, Sekunden bevor sie geöffnet wurde, und ihre jüngere Cousine Penelope rief: »Amelia?«

»Ich bin hier«, antwortete sie.

Penelope war an Weihnachten vor zwei Jahren nach River Rock gezogen und nie wieder weggegangen. Amelia war glücklich darüber. Penelope kümmerte sich um die Brauereifu¨hrungen, die jedes Wochenende stattfanden, und meisterte sie mit Bravour. Sie hatte sich in Rekordzeit in die Brauerei eingearbeitet und konnte nun ohne Unterbrechung den Prozess der Bierherstellung erklären und jede Frage fehlerfrei beantworten. Vor allem aber kam sie unglaublich gut bei den Besuchern der Führungen an. Die Leute liebten Penelope. Amelia konnte das verstehen, denn auch sie liebte Penelope.

Als diese die Küche betrat, sah sie so wunderschön aus wie immer. Ihr langes braunes Haar war perfekt frisiert und ihre grünen Augen funkelten vor Glück. Amelia war froh, das zu sehen. Penelopes schreckliche Eltern hatten sie jeden Sommer zu Amelia und ihren Schwestern zu den Großeltern geschickt, damit sie die Sommer ohne sie auf Reisen verbringen konnten. Aber Penelope hatte sich in River Rock ein gutes Leben aufgebaut, und sie verdiente jedes bisschen Glück, das ihr widerfuhr.

»Oh, Liebes, deine Bräune ist ja zum Sterben schön«, sagte Penelope und öffnete ihre Arme weit.

Amelia ging direkt auf sie zu und drückte ihre Cousine fest. »Es ist leicht, braun zu werden, wenn man sich nur an der Poolbar betrinkt.«

»Klingt gut«, sagte Darryl, Penelopes Ehemann, und betrat die Küche mit zwei braunen Papiertüten. Darryl hatte einen Vollbart und dunkelbraunes Haar. Er war Polizist bei der örtlichen Polizei, und seine bernsteinfarbenen Augen waren zwar freundlich, strahlten allerdings auch eine gewisse Autorität aus.

Amelia schaute auf die Einkaufstu¨ten und presste ihre Hand auf die Brust. »Du hast für mich eingekauft?«

Er stellte die Einkäufe auf dem Küchentisch ab. »Clara hat gefragt, ob wir das Nötigste für dich mitnehmen können. Sie und Sullivan hatten heute Morgen ein Gespräch mit dem Schulleiter.« Darryl warf Amelia über seine Schulter ein Lächeln zu. »Mason ist in einen Streit geraten.«

»Oh, oh«, murmelte Amelia und konnte sich nur vorstellen, wie Clara auf diese Nachricht reagiert hatte. Wahrscheinlich nicht gut.

Penelope lachte leise. »Ich habe Sullivan noch nie so stolz gesehen. Mason hat sich nur gewehrt.«

Darryl begann, die Lebensmittel aus den Papiertüten zu holen. »Sullivan ist überzeugt, dass er Ballspieler wird, aber ich setze all mein Geld darauf, dass er eines Tages Polizist wird.« Während Penelope zustimmend nickte, wandte er seine Aufmerksamkeit Amelia zu und warf ihr einen ernsten Blick zu. »Und du? Wie geht’s dir?«

»Gut.« Als die beiden sie nur anstarrten, lachte sie, um das Schweigen zu brechen. »Ehrlich, es geht mir gut. Ich habe drei Tage lang in meinem Hotelzimmer geweint, mich unter der Bettdecke versteckt und den Zimmerservice kommen lassen. Aber die Reise war genau das, was ich brauchte, und ich bin froh, dass alles vorbei ist. Ich muss Luka nicht mehr sehen oder von ihm hören, und das Leben kann weitergehen.« Zumindest redete sie sich das so lange ein, bis sie es glaubte.

Darryl verzog das Gesicht.

Penelope sah alles an, nur nicht Amelia.

»Hab ich was verpasst?«, fragte Amelia.

Penelope und Darryl tauschten einen langen Blick, bevor Darryl fragte: »Du hast noch nichts von Beckett gehört?«

Amelia sah sie beide stirnrunzelnd an. »Ich habe gehört, dass er für mich auf das Haus aufgepasst hat, während ich weg war, aber das ist alles.«

»Du hast ihn nicht gesehen?«, fragte Darryl.

Amelia blickte von Penelope zu Darryl, und ihr Stirnrunzeln vertiefte sich. »Er war gerade hier, hat aber nichts gesagt. Was ist hier los?«

Darryl stellte die Schale mit den Erdbeeren ab, drehte sich dann zu Amelia um und warf ihr seinen ernsten Polizistenblick zu. »Luka hat Anzeige gegen Beckett erstattet.«

Amelia blinzelte. Verarbeitete das. Hitze kribbelte in ihrem Gesicht. »Du verarschst mich doch, oder?«

Darryl schüttelte langsam den Kopf und presste den Kiefer zusammen. »Ich fürchte, das tue ich nicht, und Luka wird die Anklage auch nicht fallen lassen. Ich habe zwei Mal mit ihm gesprochen, um zu sehen, ob er seine Meinung geändert hat. Das hat er nicht.«