Abenteuer männlicher VerFührung - Björn Thorsten Leimbach - E-Book

Abenteuer männlicher VerFührung E-Book

Björn Thorsten Leimbach

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Beschreibung

Dieses Buch ist das Gegenstück zu den üblichen Beziehungs- und Erotikratgebern. Es erklärt provokant und in klaren Worten, was die unbekannte Matrix in der Mann-Frau-Beziehung ausmacht. Aber Vorsicht: Dieses Buch ist nichts für zarte Gemüter. Heilsame Schockerlebnisse und schlaflose Nächte können dabei der erste Schritt auf dem Weg sein, sich als Mann nicht in einem bequemen "Jein" zu verlieren, sondern mutig und entschieden sein Herz zu öffnen und ein erfolgreicher Verführer zu werden – beim Kennenlernen von Frauen ebenso wie im Alltag bei der eigenen Frau. Der führende Männercoach und Bestsellerautor Bjørn Thorsten Leimbach zeigt in diesem Buch anschaulich und mit vielen Tipps und Übungen, was es heißt, mit seiner eigenen männlichen Kraft in Kontakt zu kommen, und welche weitreichenden Folgen das für Erotik, Sex und Partnerschaft hat.

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Seitenzahl: 465

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Bjørn Thorsten Leimbach

AbenteuermännlicherVerFührung

Frauen wählen und erobernDie Partnerin lieben und führen

Inhalt

VorwortWarum lesen Sie als Mann dieses Buch?

Teil 1Frauen wählen und erobern

Die Matrix der Mann-Frau-Beziehung

Polarität statt Unisex

Der Status quo Ihrer Beziehung

Beziehungsmodelle

Wie steht es wirklich um Ihr Liebesleben?

Die Männerrolle in der Partnerschaft

Männliche Orientierung in der Mann-Frau-Beziehung

Darf ein Mann dominant sein? Oder muss er es sogar?

Wie funktioniert eine Liebesbeziehung?

Frauen führen

Schuld und Scham

Dominanz

Alpha und Beta

Die Betaisierung des Mannes durch die Partnerin

Test: Wer hat zu Hause das Sagen?

Zum Alpha werden

Das Alpha-Training

Alpha-Verhalten im Umgang mit Frauen

Grenzen setzen

Streiten üben

Geheimnisse bewahren

Frauen verführen und führen lernen

Die Jagd

Die große Frage: Wie spreche ich sie an?

Das Handwerkszeug des Verführers

Die drei Stufen der Verführung

Zu Stufe 1: Ansprechen und Anziehung aufbauen

Zu Stufe 2: Vertrauensaufbau

Zu Stufe 3: Die Verführung

Einige typische Fehler

Alpha-Tests: Wie testen Frauen die Männer?

Wie entsteht eine Liebesbeziehung?

Affäre, Beziehung, Ehe – was wollen Sie?

Wie hält man den Status einer Affäre aufrecht?

Kinderwunsch

Die passende Frau auswählen und sich erfolgreich verlieben

Ein Fragenkatalog als Leitfaden

Liebeskummer, gebrochenes Herz und Oneitis

Frauentypen – welche Frau passt zu mir?

Aussehen

Polarität (feminin – maskulin)

Selbstwert

Libido

Bewusstheit

Teil 2Die Partnerin lieben und führen

Gründe für Ehe- und Beziehungskrisen

Kurzfristige, einmalige Probleme

Langfristige Probleme

1. Mangelndes Interesse oder fehlende Aufmerksamkeit des Mannes

2. Keine Erotik, langweiliger Sex

3. Projektionen auf die Partnerin – die Hure, die Heilige und die Mutter

4. Die ungelöste Mutterbindung

5. Eifersucht

6. Nicht kongruente Wertesysteme oder Lebenskonzepte

7. Probleme der Partnerin mit sich selbst

8. Gründe, die in der Persönlichkeitsstruktur der Partnerin liegen

Streit mit der Partnerin – muss das sein?

Warum streiten Paare miteinander?

Alpha-Strategien im Streit

Strategie 1: Ignorieren

Strategie 2: Ablenken

Strategie 3: Wilder Sex

Strategie 4: Humor

Strategie 5: Raufen

Strategie 6: Kaltstellen

Strategie 7: Liebe

Regeln für erfolgreiche Liebhaber

Regel 1:Ihre Partnerin ist nicht Ihr Besitz

Regel 2:Flirten Sie täglich mit anderen Frauen

Regel 3:Vermeiden Sie die Best-Friend-Falle

Regel 4:Bleiben Sie Alpha. Lassen Sie sich nicht betaisieren

Regel 5:Bleiben Sie unberechenbar

Regel 6:Begegnen Sie sich mit Respekt, Dank und Liebe

Regel 7:Fordern Sie Ihre Frau heraus

Regel 8:Praktizieren Sie Selbstliebe

Regel 9:Schaffen Sie Distanz. Sagen Sie Nein

Regel 10: Keine halbherzigen Begegnungen oder Routinesex

Regel 11: Werden Sie ein Verführungskünstler

Regel 12: Verstehen, was Ihre Partnerin von Ihnen braucht

Regel 13: Akzeptieren Sie keine Sex-Vermeidungs-Strategien

Die Ex zurückerobern

Die exakte Strategie zur Rückeroberung

Weshalb wollen Sie Ihre Frau eigentlich zurückhaben?

Entwickeln Sie Ihre Persönlichkeit

Ihr Leben wird besser ohne die Ex

Die Kontaktaufnahme

Hindernisse, Widerstände und Einwände

Informationen zur Arbeit des Autors

Impressum

Vorwort

Warum lesen Sie als Mann dieses Buch?

Dies ist kein übliches Lebensberatungs- und Paartherapie-Buch. So etwas lesen sowieso nur Frauen. Hier steht auch nicht, dass Sie einfühlsamer, verständnisvoller und netter sein sollen. Eher im Gegenteil. Es ist auch kein Verführungs-Ratgeber, der Ihnen sagt, wie Sie möglichst viele Frauen ins Bett bekommen. Hier erfahren Sie, was es bedeutet, mit seiner eigenen männlichen Kraft und Essenz in Kontakt zu kommen. Dadurch können Sie Frauen verführen, eine Liebesbeziehung mit der passenden Partnerin aufbauen und vor allem: Sie können damit auf Dauer eine emotional und sexuell erfüllende Partnerschaft führen. Sie erfahren, wie Sie eine Partnerschaft so gestalten, wie Sie es wollen, wie Sie jederzeit tollen Sex haben können und die Führung in Ihrer Ehe bekommen. Finden Sie heraus, wie Sie es anstellen, dass Sie – nicht nur als Single – ein Magnet für attraktive Frauen werden. Ertragen Sie das überhaupt?

Wenn Sie das Buch lesen, warne ich Sie hiermit aber ausdrücklich: Als gut erzogener deutscher Mann könnten Sie danach schwer geschockt sein. Ihr Bild über Frauen und Beziehung wird ins Wanken geraten, und Sie könnten sich gezwungen sehen, einen Weg der radikalen Veränderung zu beginnen. Ihre (weibliche) Umwelt könnte sich dadurch zum Teil erheblich provoziert fühlen. Sie werden Ihren Bekanntenkreis und Ihre Freunde polarisieren, Sie werden mehr Konflikte und Feinde, aber auch echte Freunde haben. Sie werden Sachen mit Ihrer eigenen Frau und anderen Frauen machen, die Ihnen schon in Ihrer Fantasie die Schamesröte ins Gesicht treibt. Sind Sie dazu bereit?

Nach der Lektüre dieses Buches können Sie nicht mehr über Frauen oder Ihre Partnerin jammern und sagen: „Wenn ich könnte, dann würde ich ja …“ oder „Ich kann meine Frau eh nicht ändern …“ Es ist eine Einbahnstraße, Sie können nicht wieder zurück. Das ist auch eine der Definitionen einer wirklichen Initiation: Unumkehrbarkeit. Denn Sie wissen nach dem Lesen sehr genau, was Sie tun können und müssen – die Zeit der Ausreden ist vorbei.

Wenn Sie Ihre Ruhe haben wollen und im Grunde ganz zufrieden mit allem sind, dann legen Sie dieses Buch besser wieder zurück. Ich schreibe offen und schonungslos, wie die moderne Matrix zwischen Mann und Frau in Erotik und Liebe aussieht und was man tun muss, um dauerhaft Führung, Erfolg und Liebe zu finden. Das widerspricht allen romantischen Klischees und den im Mainstream publizierten Vorstellungen. Und es ist manchmal schmerzhaft, denn es könnte sein, dass Sie feststellen, dass Sie in Bezug auf Frauen schon lange genau das Falsche gedacht, gesagt und getan haben. Das mag bitter sein, aber es ist besser, als weiterhin mit (hoffnungslosen) Illusionen zu leben. Wie in dem Film „Matrix“ können Sie mit diesem Wissen nicht mehr in die Scheinwelt zurück, in der die meisten Männer leben – dieses Buch kann also ein Segen sein, wenn Sie den beschriebenen Weg einschlagen wollen, oder aber ein Fluch, wenn Sie wissen, was Sie tun könnten, aber zu skeptisch, zu ängstlich oder einfach zu sehr in Ihrer kuscheligen Komfortzone gefangen sind, um sich in Bewegung zu setzen. Dann lesen Sie lieber einen der vielen netten, von Frauen oder femininen Männern geschriebenen Beziehungsratgeber, das ist ungefährlicher.

Ach, noch etwas. Auch wenn ich Tantralehrer, Therapeut und Coach bin: Ich formuliere keine esoterischen oder therapeutischen Weichspülprogramme, sondern Klartext – ehrlich von Mann zu Mann. So gehe ich auch mit meinen Männern in den Seminaren um, und die Ergebnisse sind grandios.

Okay, Sie haben die Warnung vernommen und lesen trotzdem weiter. Dann heiße ich Sie willkommen in der Männerwelt und einer männlichen Darstellung der verborgenen Matrix, die Anziehung, Erotik, Liebe und Partnerschaft bestimmt. Viele der beschriebenen Übungen bringen Sie in Kontakt mit einer für Sie vielleicht bisher unbekannten Kraft, mit männlicher Energie, Mut und Abenteuergeist. Sie werden lernen, wie Sie männliches Charisma entwickeln und Ihr Leben auf ein höheres Level katapultieren.

Mannsein heißt, den Frauen als Mann begegnen

Ich habe schon viele Männer vorbereitet und bei kraftvollen Initiationen ins Mannsein begleitet. Das sind rituelle Prüfungen, die Männer an ihre eigenen emotionalen und körperlichen Grenzen führen, um diese zu erweitern. Für einige Männer sind die teils extremen körperlichen und psychischen Belastungen, die dabei entstehen, leichter zu bewältigen als die Herausforderungen, die in den Begegnungen mit Frauen auf sie warten. Die meisten Männer treten Frauen nämlich als großer Junge und nicht als Mann gegenüber – und wundern sich über die negativen Effekte. Hier lernen Sie, was es bedeutet, einer Frau als Mann zu begegnen, als Mann zu flirten und zu verführen. Sie lernen, wie Sie im Kontakt mit Frauen die Führung behalten können. Vor allem aber erkläre ich, was Sie beachten müssen, um in einer Partnerschaft nicht zum großen Jungen zu werden und der Frau die Gestaltung der Liebesbeziehung zu überlassen.

Ihre Partnerin verhält sich Ihnen gegenüber respektlos und zickt herum? Ihre Frau zieht sich zurück, will keinen Sex mehr mit Ihnen? Sie will sich „ihrer Gefühle klar werden“ oder hat bereits einen anderen Liebhaber? Warum wohl? Sie haben die Führung als Mann verloren – oder schlimmer noch: Sie hatten sie noch niemals. Hier lernen Sie, wie Sie das vermeiden können und wie Sie das Ruder an sich reißen können. In einigen tragischen Fällen ist es schon zu spät dafür – aber schließlich lernen Sie etwas für sich und nicht für Ihre Frau.

Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall, dass Sie sich durch dieses Buch gestärkt und männlicher fühlen und deutlicher sehen können, wohin Ihr Weg als Mann gehen wird.

Lassen Sie uns zunächst klären, warum Sie dieses Buch eigentlich lesen. Männer lesen Bücher nicht einfach so aus Interesse, wie das Frauen tun. Und schon gar nicht Bücher zum Thema Lebensberatung, Psychologie oder zu irgendwelchen anderen emotionalen Themen. Warum also lesen Sie? Sie müssen überdurchschnittlich motiviert sein, und es gibt nur wenige handfeste Gründe, die dafür infrage kommen.

Als Single: Entweder Sie kommen bei Frauen nicht an – konkret: Sie haben zu wenig guten Sex. Sie scheitern schon im ersten Schritt, denn Sie versuchen entweder nicht wirklich oder aber nicht wirklich erfolgreich, interessante Frauen kennenzulernen. Oder Sie haben ab und zu Glück mit Frauen, aber weil Sie so ein fürchterlich netter Kerl sind, landen Sie immer wieder in der „Best friend“-Nummer – nur nie mit der betreffenden Frau im Bett.

Oder aber es gelingt Ihnen keine längere Liebesbeziehung, die Sie sich so wünschen; die kurzen und meist unverbindlichen Affären sind auf Dauer unbefriedigend. Sie warten auf „die Richtige“, ahnen aber eigentlich schon, dass Sie diese nie finden werden und das Problem im Grunde bei Ihnen liegt.

In Partnerschaft: Entweder Ihre Frau ist Ihnen innerlich abhanden gekommen. Sie sind in einer Krise, haben keinen Sex mehr miteinander oder haben sich sonst wie auseinandergelebt. Immer dieselben nervenden Streitereien oder aber nur noch Schweigen bestimmen Ihre Ehe. Doch Sie lieben Ihre Partnerin und wollen sie auf keinen Fall verlieren. Aber einfach alles machen, was sie sagt, um die Konflikte zu kitten, wollen und können Sie nicht (mehr). Vielleicht ist auch äußerlich alles okay, aber innerlich ist die Beziehung monoton und todlangweilig.

Oder Ihre Frau ist Ihnen äußerlich abhandengekommen. Sie hat sich nach einigen Kundgebungen ihrer Unzufriedenheit und Androhungen von Ihnen zurückgezogen, um sich „ihrer Gefühle klar zu werden“ – mit dem Resultat einer Beziehungspause. Auszug. Oder sie hat sogar schon einen neuen Liebhaber. Bei dem Gedanken daran, wie sie Sex mit einem anderen Kerl hat, und der Vorstellung, sie zu verlieren, gehen Sie die Wände hoch, haben aber keine Idee, was Sie tun können …

Vielleicht sind Sie auch schon in einem fortgeschrittenen Stadium: Ihre Partnerin und Sie sind getrennt, und Sie haben auch schon einige sexuelle Erfahrungen mit anderen Frauen gemacht, aber sich nicht wirklich neu verliebt. Jetzt wird Ihnen klar, dass Sie Ihre Ex lieben und sie „die Richtige“ für Sie ist. Aber wie schaffen Sie es, sie zurückzuerobern?

Es gibt noch zwei weitere Varianten. Sie leben in einer Partnerschaft und haben eine heimliche Geliebte. Entweder Ihre Frau erfährt davon und droht, sich zu trennen, oder Ihre Geliebte droht, sich von Ihnen zu trennen, wenn Sie Ihre Frau nicht verlassen. Sie wollen keine der beiden verlieren und stecken in einem Dilemma.

Oder Sie leben in einer monogamen Partnerschaft, sind aber in Ihren Gedanken alles andere als monogam. Der Sex mit Ihrer Frau langweilt Sie zunehmend (auch wenn das früher mal ganz anders war), Sie trauen sich aber nicht auszubrechen und fremdzugehen. Eine Idee, wie der Sex mit Ihrer Partnerin besser und aufregend werden könnte, haben Sie aber auch nicht.

In all diesen Fällen benennt das Buch die Hintergründe und zeigt konkrete Handlungsanweisungen auf – und sagt Ihnen manchmal auch unbequeme Dinge. So viel vorweg: Es gibt für all die aufgezeigten Fälle eine Lösung, ob Sie allerdings auch den Preis dafür zahlen wollen, ist eine andere Frage. In den meisten Situationen muss eine Veränderung in Ihnen als Mann stattfinden, eine echte Persönlichkeitsentwicklung ist gefragt. Als Männer-Coach habe ich in zahllosen Fällen anderen Männern in solchen Situationen weitergeholfen; warum also nicht auch Ihnen?

Vielleicht hat Ihnen Ihre Frau dieses Buch geschenkt und Sie denken: „In meiner Ehe ist eigentlich alles in Ordnung.“ Offenbar gab es in Ihrer Partnerschaft noch keinen Vulkanausbruch, aber es brodelt unter der Oberfläche.

Ach so, falls Sie wirklich zu den wenigen Männern gehören, die dieses Buch aus reiner Neugier gekauft haben: Viel Spaß damit, hier finden Sie beschrieben, wie eine erfolgreiche Beziehung funktioniert. Und Sie werden erfahren, in welche Gruben Sie zum Glück nicht gefallen sind, noch nicht …

Frauen verführen und die Führung behalten

Wie verführen Sie erfolgreich Frauen oder Ihre Partnerin? Viele meinen, wenn sie eine Frau erfolgreich zum Sex verführt haben, gelingt auch der Rest. Das ist leider ein großer Irrtum! Es klingt sehr nach dem Märchen, in dem der Prinz die Prinzessin erobert und sie „glücklich bis ans Ende ihrer Tage leben“. Eine Frau zu verführen ist nur der erste Schritt zum Liebesglück. Schritt 2 bedeutet, die passende Partnerin für eine Beziehung zu wählen und diese dann langsam nach Ihren Vorstellungen aufzubauen. Und Schritt 3 heißt, eine Beziehung auch so zu führen, dass man langfristig miteinander glücklich ist. Denn wer meint, nach einer erfolgreichen Verführung könnte er sich ausruhen und die Führung an die Frau an seiner Seite abgeben, der findet sich bald in einer Partnerschaft wieder, die er „so nie gewollt hat“. In dieser bemitleidenswerten Situation sind viele Männer. Im Wort Verführung liegt Führung – und die sollte ein Mann auch in der Partnerschaft behalten.

Literatur zum Thema Frauen verführen gibt es zuhauf, durchaus auch mit guten Inhalten. Oft wird versprochen, dass Sie nach dem Lesen jede beliebige Frau verführen können. Das ist kompletter Unsinn und Aufschneiderei. Glauben Sie, dass sich Ihre Partnerin von einem „perfekten Verführer“ zum Sex bewegen lässt, nur weil er originelle Tricks drauf hat? Falls ja, sollten Sie Ihr Frauenbild einmal ernsthaft hinterfragen. Man kann auch aus dem Überwinden der ursprünglichen Schwierigkeit, Frauen anzusprechen, eine Philosophie und einen Lebensinhalt machen. Dann wird man ein Verführer, dessen Ziel es ist, als Don Juan möglichst viele Frauen ins Bett zu bekommen. Das kann für einzelne Männer für einige Zeit ein erstrebenswertes Ziel sein – auf Dauer macht es aber wohl kaum jemanden glücklich. Denn dies wäre das Leben eines beziehungslosen Mannes, dessen Herz sich dadurch auf Dauer verschließen wird. Er fürchtet sich und flüchtet vor wirklicher Intimität und Nähe.

Hier geht es nicht darum, wie man Sex-Kontakte knüpft, sondern wie man eine dauerhafte Liebes-Beziehung aufbaut. Dazu gehört natürlich zunächst der erste Schritt: Frauen ansprechen, eine erotische Anziehung und Vertrauen aufbauen, um sie dann zu verführen. Aber Schritt 1 sollte nicht überbewertet werden, man muss auch nicht gleich zum Casanova werden. In der sogenannten „Seduction-Bewegung“, in der überwiegend junge Männer trainieren, Frauen zu erobern, bleibt man meist auf dieser Stufe stehen. Liebe und Beziehung sind es jedoch, die eine Liebesbeziehung ausmachen, nicht alleine die Verführung und Eroberung. Freilich fängt auch eine lebenslange Ehe immer mit Flirten, Eroberung und Verführung an, und deshalb sollte dies jeder Mann beherrschen.

Ebenso wichtig ist es, in Schritt 2 die passende Partnerin zu wählen. Dazu muss man sich aber darüber im Klaren sein, was für eine Form von Partnerschaft man sich wünscht und welche Ansprüche und Vorstellungen man in Bezug auf die Partnerin hat. Und es bedarf einer realistischen Einschätzung, was man in der Lage und bereit ist, einer Frau zu geben. Welche Frauentypen gibt es, und welcher passt zu Ihnen? Hier scheitern schon viele Männer. Sie schlittern vollkommen unbewusst, von Äußerlichkeiten, Zufällen und ihren Verliebtheitsgefühlen geblendet, in eine einengende Beziehungsform mit einer unpassenden Partnerin hinein. Sie lassen sich einfach treiben und finden sich schließlich als Anhängsel der Frau in einer frustrierenden Beziehung wieder. Wenn Sie die Anleitungen dieses Buches beherzigen, wird Ihnen das nicht passieren.

Schritt 3 ist das Wissen darüber, wie man als Mann die Führung in einer Partnerschaft behält, sodass diese auch nach Jahren noch erfüllend ist. Das betrifft besonders das Sexualleben, das bei den allermeisten Paaren schon nach wenigen Jahren oft dem von Geschwistern gleicht. Es ist möglich, die Erotik über viele Jahre lebendig zu halten – mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass Ihre Partnerin Ihnen treu bleibt. Warum? Weil Sie ein charismatischer, aufregender und wissender Liebhaber sind. Wenn Sie in einer Partnerschaft leben und schon viele Fehler gemacht haben, dann können Sie hier lernen, wie Sie das Ruder herumreißen können. Wie Sie sich wieder Respekt und Achtung von Ihrer Partnerin verschaffen, wie Sie das erotische Feuer wieder anfachen können. Sie lernen, was Sie tun müssen, damit Ihre Frau Sie wieder begehrt, und wie Sie sie sogar zurückerobern können, wenn Sie einen Liebhaber hat oder bereits weggegangen ist.

Sollten Sie sich aber nur ein paar einfache Tricks erhoffen, dann könnten Sie auf die Nase fallen – Sie sind vermutlich das Problem, nicht die Frau! Ihre Partnerin ist nur ein weibliches Spiegelbild von Ihnen selbst; versuchen Sie mal Ihr Spiegelbild zu verändern! Sie können nur sich selbst als Mann ändern. Sie werden dabei vielleicht Dinge tun müssen, vor denen Sie eine verdammte Angst haben. Aber wenn Sie es getan haben, wird es einen absolut verblüffenden Effekt haben.

In diesem Buch erhalten Sie für alle drei Schritte eine klare Orientierung, die in der Praxis funktioniert. Die psychologischen Hintergründe und wahren Regeln, wie die Beziehung zwischen Mann und Frau funktioniert, mögen für einige schockierend sein. Wie ich in vielen Zuschriften und persönlichen Feedbacks zu meinem Buch „Männlichkeit leben“ erfahren habe, wirkt dieser Schock aber motivierend, um grundlegende Veränderungen vorzunehmen. Es ist manchmal allerdings bitter festzustellen, dass man viele Jahre in die falsche Richtung gelaufen ist. Trotzdem ist es besser, lieber spät als niemals umzukehren.

Das Lesen dieses Buches mag bereits manchem die Augen öffnen, die eigentliche Arbeit aber ist die Umsetzung in die Praxis. Ich gebe Ihnen dafür konkrete, manchmal äußerst detaillierte Anleitungen und Übungen. Wenn Sie die nötige Motivation und Disziplin haben, diese umzusetzen, garantiere ich Ihnen traumhafte Erfolge im Umgang mit Frauen. Dazu werden Sie aber immer wieder über Ihren eigenen Schatten springen und sich selbst in den Hintern treten müssen.

Ich verspreche Ihnen, dass Sie bei konsequenter Umsetzung folgende Ziele erreichen:

Schritt 1: Wie Sie …

… ein erfolgreicher Verführer werden

… ein charismatischer Alpha-Mann werden

… schöne und interessante Frauen ansprechen

… entspannt und souverän Gespräche mit Frauen führen

… Anziehung und eine erotische Spannung aufbauen

… die Freundschaftsfalle vermeiden

… Dates machen und Sex haben können.

Schritt 2: Finden Sie heraus,

… welche Beziehungsform Ihnen entspricht

… welche Phasen und Formen von Beziehungen es gibt

… welche Frau zu Ihnen passt und wie Sie diese finden

… welche Frauentypen und Fallen Sie vermeiden sollten

… wie Sie eine Abhängigkeit und Fixierung auf eine Frau vermeiden

… wie Sie eine solide Partnerschaft aufbauen

… wie Sie mit Eifersucht konstruktiv umgehen können.

Schritt 3: Wie Sie …

… zum erfolgreichen Liebhaber werden

… sich Respekt und Achtung als Mann verschaffen

… die Führung in der Partnerschaft behalten

… Konflikte und Dramen positiv steuern

… es schaffen, dass Ihre Frau Ihnen treu bleibt

… auch nach vielen Jahre Ehe eine lebendige Erotik und guten Sex haben

… Ihre Frau zurückerobern können.

Teil 1

Frauen wählen und erobern

Die Matrix der Mann-Frau-Beziehung

Seit einigen Jahrzehnten ist in den Industrienationen eine neue Offenheit und Freiheit, aber auch eine große Verwirrung in Bezug auf die Geschlechterrollen zu beobachten. Immer mehr Männer und Frauen sind zutiefst verunsichert, was männlich und was weiblich ist, was eine Frau und was einen Mann ausmacht. Die klassischen Rollen werden abgelehnt, und es werden oft vermischte Rollen oder vielfach auch ein Rollentausch gelebt – meist mit unbefriedigenden Ergebnissen.

Immer mehr Männer und Frauen fühlen sich verunsichert. Die Frau fragt sich: „Bin ich attraktiv, sexy und interessant genug für Männer?“ Und die Männer fragen sich: „Bin ich männlich, interessant und selbstbewusst genug für Frauen?“ Von dieser Verunsicherung leben ganze Industriezweige, die uns weismachen wollen: Mit diesen Modeschuhen bist du weiblich. Nur mit dieser Frisur hast du eine Chance bei Männern. Mit diesem Parfüm bist du männlich. Mit diesem Auto kommst du bei Frauen an. Die immense innere Verunsicherung führt dazu, dass Scharen von Männern und Frauen nicht ihrem eigenen Geschmack vertrauen, sondern große Summen für Dinge ausgeben, die als modisch gelten und sie scheinbar zum „richtigen Mann“ und zur „richtigen Frau“ machen. Dadurch wird das Bruttosozialprodukt enorm gesteigert, aber Selbstbewusstsein, gelebte Männlichkeit und Weiblichkeit sind etwas anderes! Ich bin auch dann männlich, wenn ich keinen neuen Sportwagen fahre und keine Markenklamotten trage. Und Frauen riechen auch ohne teure Parfüms toll und sehen ohne Designermode schön aus. Also sparen Sie sich das Geld und investieren Sie lieber in Ihre Persönlichkeit – auf die kommt es nämlich an! Selbst ohne teures Auto und mit einem halbwegs gepflegten Aussehen können Sie fantastische Frauen verführen. Bei Frauen, die nur an Ihrem Status und Vermögen interessiert sind, haben Sie dagegen wenig Chancen. Für diese Frauen empfehle ich Ihnen auch eher einen Ratgeber à la „Wie werde ich Millionär?“ – den Rest übernehmen dann diese Frauen für Sie.

Umgekehrt ist es aber so, dass es heute große Freiheiten gibt: Gesellschaftliche Normen, Zwänge und Repression existieren fast nur noch in unseren Köpfen, dafür aber unbewusst und nicht weniger wirkungsvoll. Wir haben fast alle äußeren Freiheiten, unsere Männerrolle, unser Verhalten, Beziehung und Sexualleben so zu gestalten, wie wir es wollen. Eigentlich genial, oder? Doch wer nutzt diese Freiheit wirklich: Die innere Verunsicherung und Selbstzweifel machen die Freiheit zur Bürde. Es fehlt an Orientierung, was männlich und was weiblich ist. Die gesellschaftlichen Normen, Konventionen und Modevorgaben werden dann übernommen, wenn eine eigene Vision fehlt. Um diese Vision wird es hier gehen.

Polarität statt Unisex

Über viele Jahre hinweg habe ich eine sehr klare und erfolgreiche Matrix für erfolgreiches Flirten, Verführung und erfüllte Liebesbeziehungen konzipiert. Es geht dabei um die Stärkung der männlichen und weiblichen Polarität. „Das ist doch ein alter Hut, das haben unsere Eltern und Großeltern gelebt!“, werden Sie vielleicht einwenden. Stimmt, das haben sie. Aber sie taten das innerhalb sehr enger und begrenzter Klischees – und meist sehr unbewusst mangels Alternativen. Die sogenannte sexuelle Revolution und der Feminismus haben eine Öffnung der Geschlechterrollen und Beziehungsformen bewirkt. Konkret versuchen Frauen aktuell, möglichst viele männliche Werte und Verhaltensweisen zu übernehmen und besser als die Männer zu sein. Und viele Frauen machen das sehr gut, sie sind die besseren Männer geworden: beruflich erfolgreich, durchsetzungsstark, konfliktbereit, zielstrebig, und sie haben immer das letzte Wort. Auch und besonders zu Hause und im Bett. Aber glücklich ist etwas anderes – viele dieser Frauen kommen in psychologische Beratungen und Frauenseminare, weil sie unter Burn-Out, Stress, Orgasmusunfähigkeit leiden und – weil es kein maskuliner Mann lange mit ihnen aushält. Denn unter dem Einfluss der feministischen Bewegung formierte sich eine Männerbewegung, die labern, kochen und jammern lernte. Sie haben dabei vielfach die Frauen überrundet: anpassungsfähig, hingebungsvoll, entspannt, weich, einfühlsam und enorm leidensfähig. Immerhin passt dieser neue Männertyp zu den neuen Frauen. Nur: Die Frauen wollen keinen Nice guy, sie verachten diese weichgespülten Männer und machen sich über sie lustig. Sie wollen echte Kerle.

Der Status quo Ihrer Beziehung

Beginnen wir zunächst einmal damit zu analysieren, was für ein Beziehungstyp Sie sind. Egal, ob Sie aktuell in einer Beziehung sind oder gerade Single. Wenn Sie mehrere längere Beziehungen hatten, richten Sie den Blick auf diese Partnerschaften und überprüfen, was auf Sie zutrifft.

Viele Männer sind in ihrer Beziehung unglücklich und leiden darunter, aber nur sehr wenige Männer wissen, was sie sich in Bezug auf die Partnerschaft und konkret von ihrer Frau wünschen. Sie überlassen die Beziehungsgestaltung und Führung der Partnerin und wundern sich, dass sie sich nach Jahren der schleichenden Anpassung wie in einem Gefängnis fühlen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie leidensfähig Männer sind und was sie sich von ihrer Partnerin an Schikanen, Demütigungen und Respektlosigkeiten bieten lassen. Nach einer anfänglichen schönen Zeit versanden Leidenschaft und Erotik allmählich, das Paar streitet immer häufiger oder aber lebt sich auseinander. Männer hoffen, dass sich die Probleme von selbst lösen, wenn man nur geduldig abwartet. Oder sie hoffen, dass die Frau sich schon wieder ändert. Frauen übernehmen meist mehr Verantwortung für ihre Bedürfnisse und Wünsche, sie warten nicht ewig ab. Wenn sie sich dann einen Liebhaber sucht oder die Koffer packt, fällt der Mann aus allen Wolken. Sie hat es aber schon viele Male angedroht, nur hat er es nicht ernst genommen.

Männer sagen dann: „Alles lief prima – aber plötzlich rastete sie aus.“ Im Gespräch wird meist recht bald klar, dass nichts prima lief und es deutliche Erschütterungen vor dem Erdbeben gab. Viele Männer haben dafür aber keine Antennen. Im Folgenden skizziere ich eine Reihe typischer Beziehungskonstellationen.

Beziehungsmodelle

Aus meiner Erfahrung als Paartherapeut habe ich für Sie eine Liste von möglichen Beziehungsmustern zusammengestellt. Diese können eine Phase in einer langjährigen Partnerschaft sein (Verliebtheit, Machtkampf) oder ein generelles Muster aufgrund der Persönlichkeiten von Mann und Frau und der Dynamik zwischen beiden. Generell beeinflussen zahlreiche Faktoren das Beziehungsverhalten, etwa die Partnerschaft der Eltern, der eigene Selbstwert, die Libido, Erfahrungen aus vergangenen Partnerschaften etc. Die meisten Beziehungsmodelle sind unerlöste Bindungen, bei denen die Partner in ihre psychologischen Muster und Projektionen verstrickt sind. Das bedeutet aber nicht, dass sie permanent darunter leiden oder dass das Ganze nicht funktioniert. Es gibt sogar Paare, die stets streiten oder sich gar hassen und die doch ihr Leben lang zusammenbleiben. Und es gibt scheinbare Traumpaare, die alle beneiden, die sich aber nach kurzer Zeit zur Überraschung aller wieder trennen. Die Beziehungsmodelle sind markant charakterisiert – überprüfen Sie, wo Sie sich selbst einordnen können.

Pink Honeymoon: Romantik und Projektion

In dieser Phase einer Beziehung dominieren die Verliebtheitsgefühle. Es werden nur die positiven Seiten im anderen gesehen, alles Übrige wird ausgeblendet. Beide bedienen die romantischen Ideale und Erwartungen des anderen. Kennzeichnend sind eine lebendige Erotik, Sinnlichkeit und viel Körperkontakt. Beide Partner neigen zum symbiotischen Verhalten, sie treffen sich und telefonieren sooft es geht und können kaum genug voneinander bekommen. Das Bedürfnis, sich voneinander abzugrenzen, besteht kaum. Gesehen und geliebt wird nicht der andere, sondern eine idealisierte Projektion des Traumpartners. Diese Phase kann von wenigen Tagen bis hin zu mehreren Jahren (etwa bei einer Fernbeziehung) dauern. Es gibt Menschen, die diese Phase für den einzig funktionierenden Beziehungstyp halten und hoffen, dass sie ewig dauert. Ist diese Phase aber vorbei, so trennen sie sich und suchen jemand Neues, mit dem das Spiel von vorne beginnt.

Cool and easy: Freiheit und Unnahbarkeit

Wer emotional seine Ruhe haben und sich nicht mit Problemen auseinandersetzen will, ist in dieser Beziehungsform gut aufgehoben. Hier handelt es sich eigentlich eher um eine Affäre als um eine wirkliche Partnerschaft. Beide sind vollkommen unabhängig und auch emotional unnahbar. Sie haben ein komplett getrenntes Leben, Familie, Freundeskreis und Hobbys, wodurch viele Reibungspunkte vermieden werden. Durch ein oberflächliches und auf das Außen orientiertes Leben wird jeglicher Tiefgang vermieden. Wirkliche Intimität und Streit vermeidet man durch Aktivismus, unregelmäßige Treffen oder die große Distanz einer Fernbeziehung. Nach außen stellen die beiden häufig schönen und stilvollen Menschen ein beeindruckendes Paar dar, alles ist wie aus einer Designer-Zeitschrift. Aber die emotionale Temperatur ist unter dem Gefrierpunkt, es fehlen Wärme, Herzlichkeit und Nähe – von Liebe ganz zu schweigen. Beide haben einen Partner an ihrer Seite zum Vorzeigen, für Freizeitgestaltung und Sex. Trotzdem müssen sie ihr Leben nicht an den anderen anpassen, sie haben völlige Freiheit. Man ist so cool, dass einem jede Eifersucht fremd ist – der andere kann machen, was er will. Und wenn er sich mal wochenlang nicht meldet, ist das auch in Ordnung. Bloß keine Gefühle! Immer cool bleiben, alles easy, lautet das Credo. Sollte der Partner doch auf die Idee kommen, Forderungen zu stellen oder sich womöglich richtig verlieben, sucht der andere schnell das Weite. Diese Beziehungsform findet man häufig in der oberen Mittel- und Oberschicht.

Mama und Papa: Symbiose

Bei manchen Paaren geht die Verliebtheitsphase in eine Symbiose über. Die beiden tauchen nur noch als Paar auf und werden im Plural angeredet, es gibt bald nur noch gemeinsame Freunde, eine E-Mail-Adresse für die ganze Familie und ein Familienhandy. Wenn gemeinsame Kinder da sind, werden die Partner häufig auf ihre Rollen als Mama und Papa reduziert. Da jede individuelle Abgrenzung und Spannung fehlt, ist dies eine reine Funktions- und Kuschelbeziehung. Als sexuelle oder gar eigenständige Wesen existieren beide schon längst nicht mehr. Die Umwelt nimmt die beiden deshalb als Neutren wahr, Flirten ist ein Fremdwort für beide, da jede noch so kleine Gefahr die Symbiose bedrohen könnte. Also wird in gegenseitigem Einvernehmen die Erotik verbannt. Das äußere Erscheinungsbild und Auftreten der beiden ist aber meistens auch so unerotisch, dass niemand auf die Idee kommt, mit ihm oder ihr zu flirten.

Papa und Tochter

In dieser Beziehungskonstellation ist der Mann deutlich älter als die Frau. Der Altersunterschied kann auch geringer sein, wenn der Mann väterliche Eigenschaften hat und die Frau mädchenhaft und abhängig von ihrem Mann ist. Sie ist nicht bereit, erwachsen zu werden, und bleibt im Schatten des Mannes, der sich wie ein Vater um sie kümmert. Er trifft alle Entscheidungen, behütet und versorgt sie finanziell. Für diese Sicherheit muss sie sich allerdings auch seiner Persönlichkeit und seinem Leben anpassen und bleibt immer unselbstständig. Alles Positive, aber auch alle Probleme werden auf den Partner projiziert – er allein ist dann für alles verantwortlich. Der Mann braucht in dieser Konstellation Führungsqualität, Selbstsicherheit und muss bereit sein, Orientierung und Entscheidungen für beide zu übernehmen. Häufig hat er dadurch aber keine Partnerin auf Augenhöhe, sondern eben ein „süßes Töchterchen“ zum Vorzeigen an seiner Seite. Gleichzeitig steigert eine junge und attraktive Frau, die sich ihm unterordnet, seine Macht und seinen Status.

Die Konstellation findet sich tendenziell häufiger in der Oberschicht, respektive bei berühmten, reichen oder charismatischen Männern wieder, die sich eine deutlich jüngere und schöne Frau suchen.

In den folgenden vier, aktuell äußerst populären Beziehungsformen sind die männlichen und weiblichen Rollen vertauscht. Die Frau lebt ihre maskulinen Qualitäten und hat die Führung, der Mann ist feminin, einfühlsam und anpassungsfähig. Sie entsprechen dem in den 1970er-Jahren begonnenen Rollentausch und verdrängen allmählich die anderen Beziehungsformen. Diese Beziehungsmodelle spiegeln auch eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung wider.

Mama und Sohn

Ist die Frau stärker und hat mehr Willenskraft, Selbstbewusstsein und männliche Energie als der Mann, kann sie für den Mann eine Mutterrolle einnehmen. Sie versorgt, hätschelt und bevormundet ihn in zunehmendem Maße. Wenn der Mann sein Mutterthema nicht bearbeitet hat, wird er allmählich zum Muttersöhnchen. Sie übernimmt die Führung in der Partnerschaft, kontrolliert und manipuliert den Partner in ihrem Sinne. So wird er immer mehr zum großen Jungen, der abhängig ist von ihrer Liebe und Bestätigung. Sie ist emotional stärker, er völlig abhängig von ihr. Ist sie schlecht gelaunt, fühlt er sich schuldig. Ist sie fröhlich, geht es ihm auch gut. Da aus dem Mann immer mehr ein unselbstständiger Junge wird, verliert die Frau jeglichen Respekt vor ihm. Ab und zu benutzt sie ihn zur Befriedigung ihrer sexuellen Bedürfnisse – natürlich bestimmt sie auch hier das Wann, Wo und Wie.

Prinzessin und Hofnarr

Die Frau hat in dieser Konstellation stark narzisstische Züge. Sie ist es gewohnt, dass alle nach ihrer Pfeife oder besser gesagt nach ihren Gefühlen tanzen. Speziell attraktive Frauen mit einem schwachen oder nicht anwesenden Vater haben von Männern niemals Grenzen gesetzt bekommen. Deshalb akzeptiert sie auch keinerlei Grenzen. „Meine Gefühle sind die absolute Wahrheit“, lautet ihr Credo. Leider wechseln die Gefühle und die Wahrheit mitunter alle paar Minuten. Diese Frau ist in hohem Maße unsozial und von sich selbst eingenommen. Ihr Weltbild ist schwarzweiß: Sie ist launisch, sprunghaft, wechselhaft und liebt die Extreme. Sie himmelt den Mann an, um ihn im nächsten Moment zu hassen. Sie ist im Grunde eine unerzogene und unreife Göre, eine Prinzessin, die sich bereits für eine Königin und den Mittelpunkt der Welt hält. Der Mann an ihrer Seite ist vorzugsweise ein Clown oder auch ein lieber, gutmütiger Trottel mit dickem Fell. Mit seinem Humor, seiner Gelassenheit und Anpassungsfähigkeit gleicht er das exzentrische und neurotische Verhalten der Frau aus. Er entschärft durch seinen Witz ihr unerträgliches und unsoziales Verhalten. Tatsache ist: Als Team haben die beiden einen hohen Unterhaltungswert und sind auf jeder Party gern gesehen – mit ihnen wird es niemals langweilig. Längere Zeit aber erträgt es niemand in ihrer Nähe. Der Selbstwert des Mannes ist sehr gering, denn sie hat die Führung – in der Beziehung und in der Sexualität. Dieser Beziehungstyp ist häufig in der Mittel- und Oberschicht anzutreffen.

Emanze und Softie

Rothaarige Emmas und Kampfemanzen gibt es heute kaum noch, die strickenden Softies sind ausgestorben, oder? Doch, es gibt sie noch, aber sie haben sich aus der linkspolitischen und alternativen Ecke verabschiedet. Die Emanzen, das sind die Managerinnen, Richterinnen, Politikerinnen, Anwältinnen und andere Frauen in Führungspositionen. In einer Männerdomäne und einem harten Job braucht dieser Typ Frau extreme maskuline Energie. Hosenanzug, kurze Haare, harte Stimme und zackiges Auftreten lassen sie mehr als Mann erscheinen, selbst wenn sie einen schönen weiblichen Körper hat. Die Führungsposition ist ihr im Laufe ihrer Karriere in Fleisch und Blut übergegangen, auch im Privatleben kann sie diese kaum ablegen. Sie ist es gewohnt, die Kontrolle und das letzte Wort zu behalten. Im Gespräch mit der Therapeutin spricht sie zwar von ihrer Sehnsucht nach dem „starken Mann“, dem sie sich hingeben will, in der Realität müsste dieser aber ein beinharter Macho sein, wenn er es mit ihr aufnehmen wollte. Dann wäre der Fightclub eröffnet (siehe Modell auf Seite 28 f.). In der Praxis suchen diese Frauen sich eher ein feminines Gegenstück in einem männlichen Körper: der Hausmann, der in der weiblichen Rolle für sie sorgt und sich ihr anpasst. Vielleicht kümmert er sich wirklich um Haushalt und Kinder, ist brotloser Künstler oder Yogalehrer. Sie ist die Verführerin und sitzt beim Sex oben oder lässt sich von ihm nach dem stressigen Job massieren. Die beiden haben einfach die Rollen getauscht. Könnte doch prima sein, oder? Meistens verliert die erfolgreiche Frau jedoch bald das Interesse an so einem Weichei, er wird langweilig und sie spielt nur mit ihm. Auch macht er in der Öffentlichkeit bei Vernissagen, Geschäftsessen und Tagungen keine gute Figur, ja, sie schämt sich ehrlich gesagt für ihn und lässt ihn das auch spüren. Dieses Modell widerspricht einfach zu grundsätzlich allen Genen und der Sozialisation, beide verleugnen außerdem ihre wahre Essenz als Frau und Mann. Dieses Modell ist trotzdem im Kommen, durch die bevorstehende Frauenquote in den Führungsetagen werden wir mehr toughe Führungsfrauen bekommen, die einen Hausmann suchen oder sich süße Liebhaber und Gespielen halten.

Dramaqueen und Duckmäuser

Die Dramaqueen ist eine Frau mit geringem Selbstwertgefühl, häufig ist sie in zerrütteten Familienverhältnissen aufgewachsen. Sie hat keinerlei Selbstkontrolle und mangelnde Selbstreflexion. „Ich bin nur, was ich fühle.“ Das Schlimmste für sie wäre, nichts zu fühlen. Längere Phasen von Harmonie erträgt diese Frau einfach nicht. (Und Liebe, Zärtlichkeit und respektvolles Verhalten alleine genauso wenig.) Passiert nichts Dramatisches oder Krasses, dann inszeniert sie selbst Dramen: banalste Kleinigkeiten reichen da aus. Dadurch fühlt sie sich in ihrer Existenz bestätigt. Kein reifer, selbstbewusster Mann würde es an ihrer Seite aushalten. Deshalb zieht sie Duckmäuser an, die fasziniert sind von ihren emotionalen Dramen. Der Duckmäuser hatte in vielen Fällen eine dominante Mutter, die Partnerin erfüllt ebendiese Rolle. Er selbst hat wenig Zugang zu seinen Gefühlen, seine Partnerin lebt sie sozusagen stellvertretend für ihn aus. Er ist dabei gleichzeitig fasziniert und verängstigt. Deshalb passt er sich ihren Dramen an und versucht stets, sie zu besänftigen. Sein gesamtes Verhalten ist unterwürfig, fast wie das eines wohlerzogenen Hundes. Interessanterweise ist dieser Beziehungstyp besonders bei Intellektuellen vertreten.

Dramaqueen und Bad boy

Die einzige Chance für den Mann, um in der Beziehung mit einer Dramaqueen die Führung zu behalten, ist, den Bad boy zu geben. Die Frau braucht regelmäßig schlechte Behandlung, Strafen und eine deutlich dominante, autoritäre Führung. Der Bad boy muss resistent sein gegen extrem negative Gefühlsäußerungen. Ist er jedoch selbst eine integre Persönlichkeit, wird er erstens ihre Dramen auf Dauer nicht ertragen und zweitens selbst kein Interesse an einer solchen Rolle haben. Deshalb hält diese Konstellation nur für eine Affäre. Oder aber die beiden begeben sich „eine Stufe tiefer“ zum:

Zuhälter und Flittchen

In dieser Rolle hat der Mann die Führung. Der Typ (nicht Job) des Zuhälters ist ein dominanter, gewaltbereiter Mann. Er macht klare Ansagen und hat unmissverständlich das Sagen – nach außen hin und zu Hause. Er ist egozentrisch und hat kaum Einfühlungsvermögen, da er keinen Zugang zum eigenen Herzen hat. Der Zuhälter ist ein echtes Arschloch, er nimmt auf nichts und niemanden Rücksicht, häufig ist er auch frauenverachtend. Und genau das macht ihn für eine bestimmte Sorte Frauen faszinierend: das Flittchen. Sie hat ein niedriges Selbstwertgefühl und beschäftigt sich fast nur mit Äußerlichkeiten wie Kleidung, Schmuck und Statusobjekten. Sie braucht permanente Bestätigung von Männern und lässt sich deshalb leicht verführen. Sie hat häufig einen sehr dominanten Vater gehabt oder auch als Kind Gewalt erfahren. Sie verehrt ihren „Zuhälter“ und passt sich ihm an. Häufig ist sie finanziell abhängig von ihm und würde alles für ihn tun, was dieser auch gern ausnutzt. Beide gehören meist der sozialen Unterschicht an und haben auffallend oft ausländische Wurzeln aus Ost- oder Südeuropa. Unter Umständen lässt sich auch eine Dramaqueen auf so einen Zuhälter ein, da sie fasziniert ist von seiner männlichen Dominanz und gerne leidet. Wenn er vom sozialen Niveau aber deutlich unter ihr steht, gibt es im Alltagsleben erhebliche Probleme, sodass es eher bei einer Affäre bleibt.

Unisex-Beziehung

Kommen wir mal in ruhigere Gewässer, nämlich zum genauen Gegenteil. In der Unisex-Beziehung haben wir zwei Partner, bei denen die männliche und weibliche Energie völlig neutralisiert ist. Der Mann hat weibliche und die Frau männliche Züge, beide haben ein geringes Energieniveau. Sie kleiden und geben sich neutral und unauffällig. Es gibt keine Polarität in der Beziehung, alles verläuft konfliktfrei, emotionslos und etwas blutleer. Die beiden leben tägliche Routine und Verpflichtungen, abgesichert und geplant. Es gibt keine Überraschungen, jeder Tag ist wie der vergangene. Das Reihenhaus wird monatlich abbezahlt, das Kind ist geplant – genau wie die Rente. Planbarkeit, Stabilität und Sicherheit sind beiden wichtig. Beide haben geringe Libido, also kaum sexuelle Appetenz. Der wenige Sex ist denn auch eher sanft und unspektakulär. Sie wirken nach außen hin wie Brüderchen und Schwesterchen. Die erotische Ausstrahlung und der Flirtfaktor tendieren bei beiden gegen Null. In einigen Fällen ist die Libido beider Partner so gering, dass sie sich für eine platonische Beziehung entscheiden. Diese Partnerschaft ist zwar für viele Außenstehende extrem langweilig und spießig, dafür aber oft sehr beständig und alltagstauglich.

Geiler Bock und Zicke

Der geile Bock ist ein Mann, der stets sexuell und emotional bedürftig ist. Er ist permanent sexuell unbefriedigt, manchmal sogar schon wieder kurz nach dem Sex. Diese Bedürftigkeit beruht auf einem geringen Selbstwertgefühl und einer Sucht nach Bestätigung durch Frauen. Er kann nicht mit sich alleine glücklich sein, sondern bezieht seine Existenzberechtigung durch die Frau. Er verehrt Frauen in unangemessener und manipulativer Weise, was viele Frauen als schleimig oder anbiedernd erleben – sie wenden sich angeekelt ab. In einer Beziehung fühlt die Partnerin die Unselbstständigkeit des Mannes und seine Fixierung auf sie. Diese zeigt sich in seinem grenzenlosen Bedürfnis nach Körperkontakt und Sex: Egal wie viel und wie lange, es ist nie genug. Sie genießt zu Beginn der Beziehung, dass er sich sehr um sie bemüht, vielleicht ist er sogar ein Gentleman. Vielleicht mag sie auch den sinnlichen Lustmolch in ihm, der sie stundenlang massiert. Doch bald bemerkt sie, dass er dabei wie ein Vampir ist, der sie emotional aussaugt. Sie beginnt, sich körperlich zurückzuziehen, setzt ihm Grenzen und verweigert den Sex. Er fühlt sich dadurch als Mann abgelehnt und rennt wie ein bedürftiger Junge hinter ihr her. So wird sie zur Zicke, die ihn beschimpft und ihm die Grenzen setzt, die er sich selbst nicht setzen kann. Im Laufe der Zeit erniedrigt er sich immer mehr und wird zum Bettler um Sex und Anerkennung, was dazu führt, dass sie ihn verachtet. Sie identifiziert sich als Zicke mit dem Gegenpol zu ihm und wird immer rigider, abwehrender und lustloser.

Fightclub

Hier treffen sich zwei dominante Alpha-Persönlichkeiten mit hohem Geltungsdrang, häufig stehen sie in gesellschaftlichen Führungspositionen. Bei beiden ist der maskuline Teil der Persönlichkeit stark entwickelt, deshalb geht der maskuline Teil der Frau auch permanent in einen Machtkampf mit dem Mann. Beide ringen in der Beziehung stets um die Führung, aber es ist eine Patt-Situation, da sie gleich stark sind. Entweder sie leben diese aggressive Kampfenergie in ihrem Job aus, oder sie zerhacken sich gegenseitig. Denn keiner ist bereit einzulenken, zurückzustecken oder mal „Fünfe grade sein zu lassen“. Die Frau sehnt sich in ihrem Inneren danach, sich dem Mann hinzugeben, schafft es aber in der Praxis nicht, über ihren eigenen Schatten zu springen. Und dem Mann fehlt etwas an Macht, Führung oder Aggression, um sie zu übertreffen. Vielleicht ist er den permanenten Machtkampf aber auch leid. Ein mögliches Ventil ist der Sex. Beide haben vermutlich hohe Libido und Potenz. Deshalb kann der Sex entsprechend ekstatisch sein und durchaus im Hardcore- oder SM(Sadomaso)-Bereich liegen, da hier beiderseitige Aggression ausgelebt wird. Ich kenne Paare, die es im Dom-und-Sub-Spiel schaffen, eine klare Hierarchie zu leben: Im Rollenspiel lässt die Frau sich auf die Dominanz des Mannes ein und kann sich ihm hingeben. Diese Beziehungsform ist faszinierend, aber auch kräftezehrend. Es fehlt das harmonisierende und regenerative feminine Element, deshalb neigen beide dazu auszubrennen. Männer suchen hier als Ausgleich häufig eine devote Geliebte mit viel femininer Energie.

Die Todeszone

Dies ist die Beziehung, die viele von ihren Eltern kennen, wobei sie sich geschworen haben: Niemals werde ich so. Aber die Honeymoon-Phase ist schon lange vorbei, und nach jahrelangen Machtkämpfen werden beide müde, sich aneinander zu reiben. Sie haben resigniert und sich mit dem nörgelnden Partner, dem lieblosen Umgang und der alltäglichen Routine abgefunden. Eine lähmende Schwere und öder, grauer Alltag haben sich breitgemacht. Doch sie können beide ihre Rolle nicht verlassen und brauchen die Sicherheit der beständigen Partnerschaft. Jedes Mal, wenn sie sich ärgern, sinnen sie auf Rache: Sie gehen beide im Kopf fremd oder geben eine Kontaktanzeige auf – aber treffen niemanden real. Innerlich haben sie gekündigt, sind nicht mehr bereit, das negative Bild vom anderen aufzugeben oder sich selbst zu verändern: Der andere ist schließlich Schuld an allem, er oder sie müsste sich nur ändern. Bei so viel Schwere gibt es kaum noch Lebensfreude und Lebendigkeit, kein Abenteuer, keine Überraschungen. Wen verwundert es da, dass die beiden schon lange keinen Sex mehr haben? Sie wirken eher wie Zombies und nicht wie attraktive oder lebensfrohe Menschen.

Heimliche Geliebte

Wie hält man es dauerhaft in der Todeszone, im Fightclub oder als geiler Bock mit der Partnerin aus? Auch wenn man unzufrieden ist, gibt es häufig viele Gründe, sich nicht zu trennen: aus Angst, Sicherheit, Kinder oder materielle Güter zu verlieren, und manchmal auch aus Liebe. Der Routinesex ist langweilig, so er denn stattfindet, die Demütigungen und Respektlosigkeiten der Partnerin sind unerträglich. Eine sehr verbreitete Lösung sind kleine Alltagsfluchten in abgestuften Formen: heimliche Selbstbefriedigung vor dem Porno, Puffbesuche oder eine heimliche Geliebte. Das schafft Erleichterung und ist eine Art heimliche Rache gegenüber der Partnerin für ihr „schlechtes Verhalten“. Hier kann der Mann sich stark und potent fühlen: Durch die Show der Nutte oder die Verehrung, die ihm die Geliebte entgegenbringt, sieht er sich mental als Pornodarsteller. Die Heimlichkeit verschafft dabei einen zusätzlichen Kick und erhöht die Spannung und die Geilheit. Der Mann kann „Druck ablassen“, und das Ganze stabilisiert letztendlich die Partnerschaft oder Ehe. Oft ahnt die Partnerin etwas, weil der Mann sich zu dumm anstellt beim Verheimlichen, aber sie akzeptiert unbewusst die virtuelle oder reale Geliebte – es nimmt Druck aus der Beziehung und von ihr. Solange er bestimmte Regeln einhält und sie nicht öffentlich bloßstellt, spielt sie das Spiel mit. Das Ganze funktioniert übrigens genauso mit vertauschten Rollen. Untersuchungen belegen, dass mittlerweile sogar mehr Frauen fremdgehen als Männer.

König und Königin

Hier haben wir eine reife Partnerschaft zweier erwachsener Persönlichkeiten. Beide ruhen in sich und sind unabhängig. Sie sind nicht aus Bedürftigkeit ein Paar. Sie übernehmen Verantwortung für sich selbst und lassen sich aufgrund einer bewussten Entscheidung auf die Partnerschaft ein. Der König hat seine Kriegerenergie entwickelt, er fällt Entscheidungen, übernimmt Verantwortung und kämpft, wenn nötig – er hat eine starke maskuline Essenz. Gleichzeitig ist er aber auch mit seinem Herzen verbunden: Er handelt aus Liebe und vermeidet Gewalt und Schmerz. Die Menschen schätzen sein Charisma, seine Würde und Autorität. Die Königin ist fest in ihrer femininen Essenz verankert: Sie steht an der Seite des Königs und folgt ihm, ohne sich unterzuordnen. Sie tut es aus freier Entscheidung. Natürlich könnte sie diskutieren, kämpfen und mitentscheiden – aber wozu? Sie hat ihren femininen Einfluss an der Seite des Königs: Je machtvoller und würdevoller er ist, umso mehr strahlt auch sie. Sie weiß, dass sie sich seiner Liebe sicher sein kann und braucht keine permanente Bestätigung dafür. Sie weiß auch, dass sie seine Führung, wenn es sein muss, im Hintergrund korrigieren kann. Sie würde ihn aber niemals manipulieren, so etwas hat sie nicht nötig. Sie hat auch eine maskuline Seite, die ihr Würde und ein Strahlen verleiht. Der König hat die Führung; das wird von ihm erwartet, und er nimmt die Rolle gerne ein. Er ist Gentleman und respektiert seine Partnerin, verweist sie aber auch in ihre Grenzen, wenn es sein muss. Berechtigte Kritik hört er sich an, überdenkt diese und kann sie auch annehmen, wenn es ihm sinnvoll erscheint. König und Königin stehen beide für sich und werden von anderen als Vorbild verehrt. In der Sexualität können sie völlig offen und ehrlich miteinander kommunizieren. Die Königin liebt es, von ihrem König verführt zu werden, allerdings provoziert sie dies gerne durch erotisches und sinnliches Auftreten und Verhalten.

Es gibt noch weitere Beziehungsformen von Menschen, die den Weg intensiver Persönlichkeitsentwicklung beschritten haben. Dazu gehören die visionäre Beziehung von einem Königspaar, das gemeinsam eine Lebensvision realisiert und eine Mission in der Welt erfüllt. In der tantrischen Partnerschaft kann ein Paar mit gereifter Persönlichkeit auf hohem spirituellen Niveau Energie transformieren und die Beziehung auf ein völlig anderes energetisches Niveau heben. Beide Beziehungsformen setzen aber einen jahrelangen und intensiven persönlichen wie spirituellen Entwicklungsweg voraus. Daher werde ich in diesem Buch nicht näher darauf eingehen.

Und wie verhält es sich mit den Themen offene Beziehung oder Dreiecksbeziehung? Ich kenne einige Menschen, die damit experimentieren und viel Verwirrung stiften, weil sie nicht die Integrität dafür haben und ihre Intention zweifelhaft oder unklar ist. Ich kenne nur sehr wenige, die dies im Alltag leben. Die meisten Männer schaffen es noch nicht einmal, die Führung über sich selbst und ihre Partnerin zu behalten, geschweige denn über zwei oder mehr Frauen. Eine führungslose Beziehung funktioniert nicht oder kreist nur um sich selbst. Es braucht also eine charismatische und absolut klare Führung, es braucht Willenskraft, ein großes Herz, viel Potenz und Erfahrung als Liebhaber sowie einen hohen Bewusstseinsgrad für diese Stufen.

Wie steht es wirklich um Ihr Liebesleben?

Konnten Sie sich in einer der Beschreibungen wiederfinden? Bei welchem Modell ordnen Sie Ihre Beziehung ein? Wie sah es in früheren Beziehungen aus? Manche Beziehungsdynamiken kommen erst nach einigen Jahren zum Tragen – wie im Modell „Pink Honeymoon“ oder „Cool and easy“ beenden viele die Beziehung, sobald es tiefer geht oder der andere Forderungen stellt.

Hören Sie auf, sich etwas vorzumachen, wie die meisten Männer es tun, sondern machen Sie eine klare Analyse Ihrer Beziehung. Beschönigen Sie nichts und seien Sie sich selbst gegenüber ehrlich. Sollten Sie aktuell in keiner Beziehung sein, dann schauen Sie sich die letzte Partnerschaft an.

Beantworten Sie folgende Fragen für sich:

•Ist das die Beziehung, die ich so leben will?

•Fühle ich mich geliebt und zeige meiner Partnerin, dass ich sie liebe?

•Gibt mir die Beziehung Kraft oder raubt sie mir Energie?

•Begehre ich meine Frau und freue mich an ihrer Schönheit?

•Fühle ich mich von meiner Partnerin begehrt?

•Wie häufig haben wir Sex? (Ehrlich!)

•Ist der Sex spannend, abwechslungsreich, erfüllend oder nur Routine?

•Lebe ich meine sexuellen Fantasien oder Vorlieben mit meiner Partnerin aus?

•Können wir zusammen lachen und weinen?

•Ist der Umgang miteinander respektvoll und aufmerksam?

•Wie häufig streiten wir uns? Wie fühle ich mich danach?

•Können wir konstruktiv miteinander streiten und Konflikte lösen?

•Halte ich Spannungen aus oder lenke ich stets ein?

•Habe ich die Führung in der Partnerschaft?

•Wie viel Drama, Streit, Lieblosigkeit und fehlenden Sex ertrage ich?

•Was genau sollte sich in meiner Partnerschaft verändern?

•Was genau sollte sich am Verhalten meiner Partnerin mir gegenüber ändern?

•Will ich so den Rest meines Lebens mit dieser Frau in dieser Art Beziehung verbringen?

•Wenn nein, wann soll sich etwas ändern? In einem Jahr? In zehn Jahren?

•Kann ich fröhlich sein, wenn meine Partnerin in einer anderen Stimmung ist?

•Habe ich sexuelle Fantasien mit anderen Frauen, erste Kontakte oder eine Geliebte?

•Was bedeutet Treue für mich, und was erwarte ich von meiner Partnerin?

•Wie viel bin ich bereit zu investieren, um die Führung zu übernehmen und eine glückliche Liebesbeziehung zu haben?

Wo immer Sie gerade stehen und was immer Sie auch in Bezug auf Ihre Liebesbeziehung oder Ihr Sexualleben zu beklagen haben: Weder Abwarten noch Jammern führt zu einer Verbesserung. Machen Sie eine nüchterne Bestandsaufnahme des Status quo. Disqualifizieren Sie sich nicht selbst, indem Sie herumjammern und Ihre Situation beklagen – das raubt Ihnen Energie und macht Sie äußerst unsexy.

Also: Schluss mit faulen Ausreden, Kompromissen und lauwarmem Sex. Schluss mit endlosen Beziehungsdramen und zermürbenden Diskussionen. Den lieben, verständnisvollen und immer hilfsbereiten Nice guy mit seinem permanenten Lächeln werden Sie erschlagen müssen, um Ihre wahre männliche Essenz zu leben und Erfolg bei Frauen zu haben.

Die Männerrolle in der Partnerschaft

Männliche Orientierung in der Mann-Frau-Beziehung

Ein Fischer, der mit seiner Frau in einer armseligen Hütte lebt, angelt im Meer einen Butt, der als verwunschener Prinz um sein Leben bittet; der Fischer lässt ihn wieder frei. Als Ilsebill, die Frau des Fischers, das hört, fragt sie ihn, ob er sich denn im Tausch gegen die Freiheit des Fisches nichts von ihm gewünscht habe. Sie drängt ihren Mann, den Butt erneut zu rufen, um sich eine kleine Hütte zu wünschen. Diesen Wunsch erfüllt ihm der Zauberfisch. Doch schon bald ist Ilsebill damit nicht mehr zufrieden. Erneut verlangt sie von ihrem Mann, den Butt an Land zu rufen und einen größeren Wunsch vorzutragen.

Der Refrain mit dem Ruf des Fischers an den Butt lautet:

Manntje, Manntje, Timpe Te,

Buttje, Buttje in der See,

myne Fru de Ilsebill

will nich so, as ik wol will.

Der Fischer teilt die Wünsche seiner Frau nicht, beugt sich aber trotz wachsender Angst ihrem Willen. Je maßloser Ilsebills Wünsche werden, desto mehr verschlechtert sich das Wetter. Die See wird erst grün, dann blauviolett, dann schwarz, der Sturm wird immer heftiger. Nach der Hütte verlangt sie ein Schloss. Als sie auch damit nicht zufrieden ist, möchte sie König, Kaiser und schließlich Papst werden. Alle diese Wünsche werden vom Butt erfüllt und angekündigt mit der Formel: Geh nur hin, sie ist es schon.

Als sie schließlich fordert, wie der liebe Gott zu werden, wird sie wieder zurück in die armselige Hütte versetzt, wie am Anfang.

Die bekannte Geschichte vom Fischer und seiner Frau schildert in dramatischer Form, was mit Männern passiert, die keine Führung in ihrer Partnerschaft übernehmen und der Frau keine Grenzen setzen. Sie verlieren am Ende alles: Image, Kinder, Haus und Geld. Vor allem aber verlieren sie ihre Selbstachtung als Mann.

Die entscheidende Frage in Bezug auf eine Liebesbeziehung ist:

Darf ein Mann dominant sein? Oder muss er es sogar?

In allen Beziehungs- und Partnerschafts-Ratgebern findet man dieselbe Grundidee als Konzept für Liebesbeziehungen: die gleichberechtigte und demokratische Partnerschaft. Beide müssen lernen, mehr aufeinander einzugehen, politisch korrekt miteinander zu reden, verständnisvoll und einfühlsam sein, um Kompromisse zu finden – dann klappt es auch mit der Partnerschaft. Die Partnerschaft funktioniert dann oft reibungslos, die beiden sind ein gutes Team für Kindererziehung, Wohngemeinschaft, Arbeit und Repräsentation. Und alle sagen: „So ein harmonisches, tolles Paar!“ Es gibt keinerlei Reibung und Aufregung in der Beziehung, noch nicht mal nachts im Bett. In so einer reibungslosen Beziehung wird nur gekuschelt. Der Preis für diese heile, harmonische Welt ist eine eingeschlafene Erotik. Beide Partner werden zu geschlechtslosen Neutren, zu Mama und Papa. Die Partnerschaft ist nur noch eine Funktionsehe mit praktischem und wirtschaftlichem Nutzen, damit beide sich nicht so einsam fühlen. Bis einer von beiden merkt, dass da etwas Grundsätzliches fehlt: Lebendigkeit, Abenteuer, Aufregung, Erotik und Sex – mit einem Wort: Es fehlt das Leben! Die Partnerschaft ist leblos geworden, und die Beteiligten werden es nach und nach auch, wenn keiner der beiden ausbricht.

Wie funktioniert eine Liebesbeziehung?

Wenn man Frauen fragt, was für einen Partner sie sich wünschen, bekommt man zur Antwort: einen einfühlsamen, verständnisvollen und treuen Mann, der sie liebt, aber ihnen auch ihre Freiheit lässt. Alles soll gemeinsam und gleichberechtigt entschieden werden. Das ist die Antwort des rationalen, bewussten Teils, der durch das gesellschaftliche Ideal einer gleichberechtigten und unabhängigen Frau geprägt wird. Der Feminismus hat in den letzten vierzig Jahren in den Köpfen der Frauen ganze Arbeit geleistet; die meisten Frauen denken heute, dass in einer Beziehung alles gleichberechtigt sein muss. Außerdem muss die moderne Frau „selbstbestimmt“ und unabhängig vom Mann sein.

Dem steht aber ein romantisches Bedürfnis entgegen, das emotional sehr viel mächtiger ist. Es ist häufig unbewusst, hat aber – gerade deshalb – einen viel größeren Einfluss auf die Frau. Dieser romantische Teil einer Frau sehnt sich nach einem Mann, der etwas für sie riskiert: der sie anspricht, erobert und verführt. Sie liebt es, seine Risikobereitschaft und seinen Mut zu spüren. Nur wenn er die Führung übernimmt, kann sie sich von ihm verführen lassen. Sie möchte begeistert werden, ihn verehren, zu ihm hochschauen und von seiner Männlichkeit überwältigt werden. Sie sehnt sich nach männlicher Stärke und Schutz. Das sind romantische Vorstellungen, die sie nicht offen kommuniziert, deren Erfüllung sie aber unbewusst von einem Liebhaber erwartet. Verliebtheit, Erotik und Leidenschaft kommen nicht auf, wenn der Mann erst fragt, ob er sie ansprechen darf, wenn er eine Diskussion beginnt, wo man zusammen essen geht, oder wenn er sie – politisch korrekt – beim siebten Date darum bittet, sie küssen zu dürfen. Die Frau hat eher Mitleid, wenn der Mann sie fragt, ob es ihr jetzt gerade passt, dass er ihre Hand nimmt. Auch kommt keine erotische Stimmung auf, wenn vorher ausdiskutiert wird, wann und in welcher Position sie Sex haben werden. Viele Männer sind durch zu viel weiblichen Einfluss und feministisches Gedankengut so fundamental verunsichert, dass sie Angst davor haben, dominant zu sein. Das könnte schließlich als sexuelle Belästigung gewertet werden und sie würden als Machos oder frauenfeindlich gelten, und das wäre – vor allem in Mamas Augen – das Allerschlimmste! Das feministische Erziehungsprogramm hat bei den meisten Männern erfolgreich und dauerhaft funktioniert.

Um als Mann Erfolg zu haben, müssen Sie sich ganz grundlegend von der demokratischen und feministischen Idee der Gleichberechtigung in einer erotischen Beziehung befreien. Ansonsten werden Sie derbe Enttäuschungen erleben. Mann und Frau sind zwei Pole – wer die Unterschiede erkennt und lebt, wird Erfolg haben. Wer sie negiert, wird ein guter Freund und Diskussionspartner werden – und sowohl emotional als auch sexuell leiden. Im Klartext bedeutet das für die meisten Männer, die seit den 1960er-Jahren geboren wurden: Vergessen Sie alles, was Sie zum Thema Verführung, Beziehung und Sex bislang gelernt haben. Die meisten müssen sich komplett umpolen, denn sie haben feministisches Gedankengut bereits „mit der Muttermilch“ aufgesogen.

Verführung ist das Spiel mit der Spannung wie bei einem Tango. Er nähert sich, aber sie sagt Nein und stößt ihn weg, er zieht nicht beleidigt ab, sondern geht um sie herum und wagt von der anderen Seite einen zweiten Vorstoß. Zunächst geht sie ein Stück weit darauf ein, dann schiebt sie ihn wieder weg. Er zieht sich zurück, bis sie wieder in seine Nähe kommt und Angebote macht. Dann fasst er beherzt zu. Sie wehrt sich, aber genießt es offensichtlich, seine Stärke zu fühlen. Wenn er merkt, dass ihr Widerstand schmilzt und sie mehr will, lässt er sie wieder los und tanzt alleine, damit sie Sehnsucht nach ihm spürt. Sie tanzt an ihm vorbei und berührt ihn scheinbar zufällig, was er zunächst ignoriert, bis … er sie erst am Ende des dritten Musikstücks küsst.