Alarm im Hause Laurin - Viola Maybach - E-Book

Alarm im Hause Laurin E-Book

Viola Maybach

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Beschreibung

Diese Serie von der Erfolgsschriftstellerin Viola Maybach knüpft an die bereits erschienenen Dr. Laurin-Romane von Patricia Vandenberg an. Die Familiengeschichte des Klinikchefs Dr. Leon Laurin tritt in eine neue Phase, die in die heutige moderne Lebenswelt passt. Da die vier Kinder der Familie Laurin langsam heranwachsen, möchte Dr. Laurins Frau, Dr. Antonia Laurin, endlich wieder als Kinderärztin arbeiten. Somit wird Antonia in der Privatklinik ihres Mannes eine Praxis als Kinderärztin aufmachen. Damit ist der Boden bereitet für eine große, faszinierende Arztserie, die das Spektrum um den charismatischen Dr. Laurin entscheidend erweitert. »Was ist das?«, fragte Kyra Laurin, als sie aus der Schule nach Hause kam und Simon Daume, den ›Haushaltsmanager‹ der Familie, über eine lange Liste gebeugt sah, die er gerade noch ein wenig verlängerte. Er sah hoch und lächelte sie an. Kyra war mit ihren elf Jahren das jüngste der vier Laurin-Kinder. Zu ihr hatte er das engste Verhältnis, weil sie sich jeden Tag sahen. Sie kam als Erste aus der Schule, wenn er in der Regel dabei war, das Abendessen für die Familie soweit vorzubereiten, dass es später nur noch gewärmt werden musste. Anschließend fuhr er mit seinem Fahrrad nach Hause, um sich um seinen eigenen Haushalt zu kümmern. Er war erst zweiundzwanzig Jahre alt, aber trotz seiner Jugend trug er schon viel Verantwortung: nicht nur für sich, sondern auch für seine beiden jüngeren Schwestern. Sie waren seit drei Jahren Vollwaisen, Simon hatte also früh erwachsen werden müssen. »Die Hochzeitsliste«, sagte er. Kyra wusste natürlich sofort, wovon er redete. »So lang? Aber es ist doch nur eine kleine Hochzeit, so viel können die Leute gar nicht essen. Zeig mal.« Bereitwillig schob er ihr die Liste zu, und Kyra las sie aufmerksam durch. »Wenn du das alles machen willst, bist du eine Woche lang beschäftigt. Und was sollen wir hier in der Zeit essen?«, fragte sie, als sie ihm die Liste zurückgab. »Hast du darüber schon mal nachgedacht?«

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Seitenzahl: 116

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Der neue Dr. Laurin – 104 –Alarm im Hause Laurin

Unveröffentlichter Roman

Viola Maybach

»Was ist das?«, fragte Kyra Laurin, als sie aus der Schule nach Hause kam und Simon Daume, den ›Haushaltsmanager‹ der Familie, über eine lange Liste gebeugt sah, die er gerade noch ein wenig verlängerte.

Er sah hoch und lächelte sie an. Kyra war mit ihren elf Jahren das jüngste der vier Laurin-Kinder. Zu ihr hatte er das engste Verhältnis, weil sie sich jeden Tag sahen. Sie kam als Erste aus der Schule, wenn er in der Regel dabei war, das Abendessen für die Familie soweit vorzubereiten, dass es später nur noch gewärmt werden musste. Anschließend fuhr er mit seinem Fahrrad nach Hause, um sich um seinen eigenen Haushalt zu kümmern. Er war erst zweiundzwanzig Jahre alt, aber trotz seiner Jugend trug er schon viel Verantwortung: nicht nur für sich, sondern auch für seine beiden jüngeren Schwestern. Sie waren seit drei Jahren Vollwaisen, Simon hatte also früh erwachsen werden müssen. »Die Hochzeitsliste«, sagte er.

Kyra wusste natürlich sofort, wovon er redete. »So lang? Aber es ist doch nur eine kleine Hochzeit, so viel können die Leute gar nicht essen. Zeig mal.«

Bereitwillig schob er ihr die Liste zu, und Kyra las sie aufmerksam durch. »Wenn du das alles machen willst, bist du eine Woche lang beschäftigt. Und was sollen wir hier in der Zeit essen?«, fragte sie, als sie ihm die Liste zurückgab. »Hast du darüber schon mal nachgedacht?«

Er musste lachen. »Darüber machst du dir also Sorgen?«

Kyra lachte mit, sie freute sich, dass sie die ernste Falte über seiner Nase vertrieben hatte. »Ich wollte dich nur ein bisschen aufziehen. Du hast so besorgt ausgesehen, als ich gekommen bin. Aber ehrlich? Das ist wirklich zu viel.«

»Es sind nur Ideen, ich wähle noch aus. Aber ich dachte, ich schreibe erst einmal alles auf, was mir einfällt, und dann treffe ich eine Auswahl. Wenn du mir dabei helfen würdest, wäre ich dir dankbar. Willst du?«

Kyra freute sich über seine Frage, das konnte er sehen. Er kehrte an den Herd zurück, hob den Deckel von einem Topf, in dem es bereits leicht kochte, und rührte den Inhalt mehrmals um, bevor er den Deckel wieder auflegte.

»Das riecht gut«, sagte Kyra. »Was ist das?«

»Das wird eine Suppe«, antwortete Simon. »Eine neue Erfindung von mir, fleischlos, also auch etwas für dich. Ich hoffe, sie schmeckt euch. Es ist eine Gemüsesuppe, zu der es kleine Buchweizenpfannkuchen mit Sahne und Kresse gibt.«

»Müssen wir die noch backen?«

»Nein, sie sind fertig, müssen zum Aufwärmen nur noch einmal in den Backofen, ich habe sie auch nicht in den Kühlschrank gestellt, sonst werden sie zu kalt. Man kann sie übrigens zur Suppe gut lauwarm essen, sie brauchen nicht heiß zu sein. Und jetzt erzähl mal: Wie wars in der Schule?«

»Schön«, sagte Kyra. »Wir hatten eine Vertretung in Bio, die war ganz toll. Wir haben über Insekten gesprochen. Und in der Pause hat Silas einen Witz erzählt, ohne ein einziges Mal zu stottern. Das muss ich Papa nachher erzählen, er hat Silas ja ein bisschen gedrängt, etwas zu unternehmen, damit er nicht mehr stottert. Deshalb macht er jetzt ein Sprachtraining.«

Silas Chmielewski war neu an der Schule und hatte dort zu Beginn wegen seines Stotterns einen schweren Stand gehabt. Kyras dreizehnjähriger Bruder Kevin und dessen Freund Mike hatten ihm geholfen, sich gegen einige Jungen zur Wehr zu setzen, die ihn verhöhnt und ihm das Leben schwer gemacht hatten. Familie Laurin war sehr angetan von dem sympathischen Silas gewesen, als er einmal zum Abendessen gekommen war.

»Freut mich zu hören«, sagte Simon, der jenes Abendessen natürlich gekocht und dafür viel Lob geerntet hatte. »Ich habe ihn ja nur kurz gesehen, aber ich fand ihn wirklich nett. Wird er denn jetzt in Ruhe gelassen in der Schule?«

Kyra gab ein verächtliches Geräusch von sich. »Der Anton tut so, als hätte er nie was gemacht, und seine Freunde genauso. Ich glaube, sie reden immer noch blöd über Silas, aber wenigstens tun sie ihm nichts mehr.«

»Das ist die Hauptsache«, fand Simon.

»Ja, aber noch besser wäre es, wenn sie auch nicht mehr blöd reden würden.« Kyra machte eine kurze Pause, bevor sie hinzusetzte: »Ich kann Silas gut leiden. Peter auch. Er sagt, Silas ist richtig klug, nur merkt man das nicht gleich, weil man immer darauf wartet, dass er wieder stockt und nicht weiterreden kann. Aber das passiert immer seltener, und irgendwann hört es ganz auf, hat die Frau gesagt, mit der Silas das Sprechen übt. Er freut sich schon darauf. Peter hat sich neulich länger mit ihm unterhalten und sagt, er kann mit ihm richtig gut reden, weil sie sich beide für Naturwissenschaften interessieren. Ihn stört es nicht, wenn bei Silas manchmal die Sprache stockt, weil er es besser findet, wenn jemand kluge Sachen langsam sagt als blöde Sachen schnell.«

Simon lächelte in sich hinein, als er das hörte, es war typisch für Peter Stadler, der Kyras bester Freund und hochbegabt war. Trotzdem wollte er nicht auf eine Schule für Hochbegabte gehen, weil er sich in seiner Klasse wohlfühlte und vor allem auch, weil er weiter mit Kyra zusammen zur Schule gehen wollte. Peters Mutter Britta war auf der Seite ihres Sohnes, seine Lehrerinnen und Lehrer freilich nicht, sie fanden, Peter dürfe seine besonderen Geistesgaben nicht ›verschwenden‹. Doch bislang setzten sich Peter und seine Mutter durch.

»Peter soll ein glückliches Kind sein, das ist er jetzt endlich, und das ist wichtiger als Hochbegabtenförderung«, sagte Britta, wenn die Diskussion wieder einmal aufkam. Peter war sehr kurzsichtig und musste eine dicke Brille tragen – einer der Gründe, weshalb er eine Zeit lang ein ähnliches Schicksal wie Silas erlitten hatte und gehänselt worden war.

Es war daher kein Wunder, dachte Simon, dass Peter sich besonders gut in Silas‘ Lage versetzen konnte und sich ihm nahe fühlte. Und wenn Silas dazu noch ein richtig kluger Junge war, sprach das erst recht dafür, dass sich Peter und Silas trotz des Altersunterschieds gut verstanden.

»Das hört sich trotzdem alles in allem ziemlich erfreulich an«, sagte er.

Kyra nickte und zeigte noch einmal auf die lange Liste. »Wir müssen bald anfangen, auszuwählen«, mahnte sie. »Am besten fotografiere ich die Liste, ich glaube, ich bin gut im Auswählen.«

»Okay, dann mach das, und morgen reden wir darüber. Okay?«

»Okay«, sagte Kyra, holte ihr Handy aus der Tasche und fotografierte die Liste.

Wenig später stellte Simon den Herd aus, denn die Suppe war fertig. Er machte noch die Küche sauber, während Kyra den gemischten Obst-Gemüsesaft trank, den er wie immer für sie bereithielt. Der Saft für die anderen stand bereits im Kühlschrank. Dann verabschiedeten sie sich voneinander, wobei Kyra Simon noch einmal ernst daran erinnerte, dass er abends noch ›arbeiten‹ musste – an der Hochzeitsliste nämlich.

*

Salome Rhein hatte sich ein Hochzeitskleid ausgesucht, dessen Eleganz sich erst auf den zweiten Blick erschloss. Zunächst wirkte es schlicht, weil es schmal war und ohne Spitzen auskam, aber bei näherem Hinsehen wurde klar, dass es aus schwerer cremefarbener Seide und erstklassig geschnitten war. Es betonte ihre hübsche Figur, der Ausschnitt war dezent, aber nicht so klein, dass er bieder gewirkt hätte und als sie sich jetzt im Spiegel einige Male hin- und hergedreht und sich von allen Seiten betrachtet hatte, sagte sie: »Es ist perfekt.«

Teresa Kayser lächelte. »Ich bin froh, dass Sie das sagen, Frau Rhein. Sie haben mich ganz schön in Verlegenheit gebracht mit Ihrer Anfrage, weil ich nicht gerade eine Spezialistin für Brautmoden bin, wie Sie ja wissen.«

Tatsächlich hatte Teresa Kayser sich fünf Modelle kommen lassen, um ihrer jungen Kundin eine Auswahl bieten zu können, aber von Anfang an war das Modell, für das Salome sich entschieden hatte, ihr Favorit gewesen. Sie freute sich, dass sie richtig gelegen hatte.

»Aber Sie sind die Stiefmutter der Chefin meines Zukünftigen«, lachte Salome, »ich musste Sie einfach fragen, Frau Kayser – und Sie haben das perfekte Kleid für mich gefunden, obwohl Sie normalerweise keine Brautkleider verkaufen. Abgesehen von der privaten Verbindung um ein paar Ecken führen Sie eins der elegantesten Damenmodengeschäfte in München, an Ihnen ging also kein Weg vorbei.«

Teresa Kayser war die zweite Frau von Professor Joachim Kayser, Antonia Laurins Vater, also tatsächlich deren Stiefmutter – und da Antonia und ihre Partnerin Maxi Böhler in ihrer gemeinsamen Kinderarztpraxis vor einiger Zeit einen jungen Kollegen angestellt hatten, nämlich Dr. Valentin McGregor, allgemein nur ›Mac‹ genannt, den Salome in Kürze heiraten würde, war es so, wie die Braut gesagt hatte: Teresa war die Stiefmutter der Chefin ihres zukünftigen Ehemannes.

»Das haben Sie sehr schön gesagt«, lächelte Teresa. »Ich finde übrigens auch, dass das Kleid perfekt ist. Und da es so schlicht geschnitten ist, können Sie bei den Accessoires ein bisschen mehr auftrumpfen. Die Schuhe dürfen glitzern, der Brautstrauß darf ordentlich Farbe haben.«

Salome kicherte. »Ich werde auch glitzern, das verspreche ich Ihnen. Ach, bin ich froh, dass ich jetzt das Kleid habe, das lag mir ein bisschen auf der Seele.« Sie sah Teresa nachdenklich an. »Wo kriege ich denn die passenden Schuhe her? Ich bin normalerweise eher bequem unterwegs, in meinem Beruf geht das gar nicht anders. Stellen Sie sich mal die Leiterin einer Kindertagesstätte in Pumps vor – unmöglich. Außerdem bin ich schwanger und junge Mütter müssen auch viel rennen. Also, von elegantem Schuhwerk verstehe ich nicht viel. Ich habe genau ein paar Pumps, die ziehe ich nur an, wenn ich einen wichtigen beruflichen Termin habe, bei dem ich Eindruck machen muss.«

»Welche Schuhgröße haben Sie?«

»Achtunddreißig.«

»Wenn Sie wollen, kümmere ich mich darum. Wir haben öfter Kundinnen, die uns um Hilfe bitten, wenn es darum geht, für bestimmte außergewöhnliche Anlässe die passenden Schuhe zu finden. Darf ich mir Ihre Füße einmal ansehen?«

»Die sind ziemlich normal, ich habe nie Probleme, Schuhe zu finden, die mir passen.«

»Ja, das sehe ich. Gut, dann machen wir es wie mit dem Kleid: Ich lasse ein paar Modelle kommen – und Sie lassen mir das Kleid bitte noch hier, damit die Farbe der Schuhe auch genau passt.«

»Ich kann Ihnen nicht sagen, wie dankbar ich Ihnen bin!«

»Das ist mein Geschäft«, erklärte Teresa sachlich. »Wir sind ein Dienstleistungsbetrieb. Sie werden nie wieder ein Brautkleid hier kaufen, aber vielleicht kommen Sie irgendwann und suchen etwas anderes. So funktioniert das. Und übrigens: Ich mache das gern. Ich kann das gut, deshalb macht es mir Spaß. Und wenn meine Kundinnen zufrieden sind, bin ich es erst recht.«

Salome verließ den Laden überglücklich, und natürlich war Teresa es auch. So kam es, dass Antonia Laurin, die eine Viertelstunde später hereinkam, ihre Stiefmutter heiter lächelnd antraf. Hinter ihr hing noch das cremefarbene Brautkleid.

»Das ist es?«, fragte Antonia.

»Das ist es.«

»Sie hat also das genommen, das du von Anfang an im Auge hattest. Ich weiß nicht, wie du das machst. Die anderen Kleider fand ich auch sehr schön.«

»Das waren sie auch, aber dieses war perfekt für Frau Rhein. Das ist der Unterschied.«

»Für mich sahen die anderen auch perfekt aus.«

»Deshalb bist du Kinderärztin geworden und keine Mode-Frau«, sagte Teresa lächelnd. »Ich wäre in deinem Beruf eine Katastrophe. Ist doch gut, dass wir so unterschiedliche Begabungen haben.«

Antonia nickte. »Ich bin froh, dass ich dank deiner Unterstützung auch bei dieser Hochzeit zu den bestangezogenen Frauen gehören werde. Ich habe mir nicht einmal Gedanken darüber machen müssen, was ich anziehe.«

»Wobei ich eigentlich finde«, sagte Teresa, »dass du dir ruhig etwas Neues hättest anschaffen können. Ich habe da zufällig ein Kleid in einem zarten Orange, das zu deinen dunklen Haaren …«

»Ich will nichts hören!«, rief Antonia. »Und schon gar nichts von einem Kleid in einem zarten Orange … So eine auffällige Farbe ist etwas für junge Frauen, ich hingegen …«

»Du bist Mitte vierzig und in der Blüte deines Lebens. Außerdem hat deine Haut eine hübsche, ganz leichte Bräunung, die durch ein zartes Orange auf sehr vorteilhafte Weise hervorgehoben würde. Das haben wir doch schon einmal ausprobiert!«

Teresa hatte das Kleid plötzlich in der Hand und breitete es für Antonia auf dem Ladentisch aus. Es musste in Reichweite hinter ihr gegangen haben, sagte sich Antonia, denn woher hätte sie es sonst so plötzlich herzaubern sollen? Sie hatte ihren Besuch angekündigt, das war offenbar ein Fehler gewesen.

Das zarte Orange war betörend, genauso wie das Material des Kleides, das ihr wie flüssiges Gold durch die Finger glitt. Als sie Teresa sagen hörte: »Probier es doch wenigstens mal an, ganz unverbindlich, du musst es ja nicht nehmen«, wusste sie bereits, wie es ausgehen würde.

Und genauso ging es aus.

*

»Olli kommt auch«, sagte Mac, der sich an diesem Abend mit seinem Freund Thorsten Fischbach auf ein Bier verabredet hatte. »Alle anderen Freunde müssen auf später vertröstet werden. Das Riesenfest findet statt, wenn das Kind da ist.«

»Sina und ich freuen uns, dabei sein zu dürfen«, sagte Thorsten. »Und dass es ohne Olli nicht geht, war ja klar.«

Oliver Körner gehörte zu ihren engsten Freunden, auch wenn sie ihn in letzter Zeit nicht so häufig gesehen hatten, er war nämlich für zwei Jahre in Kanada gewesen, jetzt aber nach München zurückgekehrt. Oliver war IT-Experte, er arbeitete unter anderem für die Bundesregierung an Sicherheitssoftware für deren Netzwerke.

»Ich bin mittlerweile ganz schön aufgeregt«, gestand Mac. »Ich dachte eigentlich, ich würde gelassen bleiben, aber je eher der Termin rückt, desto kribbeliger werde ich. Ich muss schon aufpassen, dass ich in der Praxis keine Fehler mache, wenn mich manchmal plötzlich der Gedanke durchzuckt, dass ich bald nicht nur Ehemann, sondern auch Vater bin.«

»Das ist doch ganz normal«, meinte Thorsten.

Mac grinste plötzlich. »Was weißt du denn davon? Du hast das doch noch nie erlebt.«

»Noch nicht«, betonte Thorsten, »aber jetzt, wo du mit gutem Beispiel vorangehst … wer weiß?«

»Wir hätten auch eine Doppelhochzeit machen können«, sagte Mac.

»Ganz so eilig haben es Sina und ich nicht, aber ich denke, im nächsten Jahr sind wir auch so weit. Sina hat schon gesagt, dass es doch schön wäre, wenn unsere ersten Kinder nicht allzu weit auseinander wären …«