5,99 €
Hilfe!! Wie konnte ausgerechnet ich in diese Welt geraten? Und warum muss ich Gefühle für Jensen entwickeln? Jetzt kämpfe ich nicht nur mit meiner Schüchternheit, sondern auch mit meinen Gefühlen. Und ihr glaubt gar nicht wie bescheiden das sein kann. Und erst recht wenn man als Jungfrau mitten in die SM - Szene schliddert. Und wenn ihr dann auch noch raus findet was euch wirklich Spaß macht und erregt traut ihr euch nie wieder unter die Augen eurer Familie. Oder doch? Alina begegnet durch Zufall den DOM Caleb und Jackson und durch diesen Zufall wird ihr Leben völlig auf den Kopf gestellt. Für die schüchterne und völlig unerfahrene Alina ist die Begegnung mit Jensen der erste Schritt in ihr neues Leben. Doch schafft sie es ihre Schüchternheit abzulegen und sich in der Welt der DOM und SUB zurecht zu finden? Und dann gibt es ja auch noch Rick, der seit ihrer ersten Begegnung ein starkes Interesse an Alina hat.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 309
Veröffentlichungsjahr: 2017
Emery Montgomery
Submiss
Alina
Emery Montgomery ist das Pseudonym einer deutschen Schriftstellerin. Sie wurde am Niederrhein geboren, wo sie bis heute lebt. Alina ist der zweite Band der Submiss – Reihe. Ebenfalls bei tredition erschienen ist Band 1, Ashley. Band 3, Allison, erscheint im November 2017, ebenfalls bei tredition. Weitere Romane dieser Serie sind in Arbeit.
Emery Montgomery
Für alle, die an mich geglaubt haben
Impressum:
Autorin: Emery Montgomery
Verlag: Tredition, Self-Publishing
Umschlaggestaltung: Emery Montgomery
Copyright © 2017 by Emery Montgomery, SR
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
„Kann nicht einmal etwas glatt laufen?“ denke ich mir als ich die Türen zu dem SM Studio betrete. Ich bin zu spät, wieder mal. Heute hat die U-Bahn mich aufgehalten. Caleb und Jackson werden mir eh kein Wort glauben. Zu oft bin ich schon zu spät gekommen. Ich würde mir selbst auch nicht glauben. Und dabei zählen die beiden auf mich. Mist! Zu Schulzeiten war ich zuverlässiger aber mein Job bei der Zeitung lässt Pünktlichkeit kaum noch zu. Ständig hat mein Boss was neues, was natürlich sofort erledigt werden muss. Ich bin noch nicht lange bei der Zeitung; also muss ich mich noch hoch arbeiten. Nun öffnen sich die Aufzugtüren und ich stehe im Eingangsbereich des SM – Studio. Mir gefällt es hier, auch wenn ich selbst keine Erfahrungen mit SM habe. Und vor allem gefallen mir Jacksons Bilder, die den Raum zieren.
Kennen gelernt habe ich Jackson und Caleb vor ca. 6 Monaten auf einer Vernissage. Ich war für meinen Boss da und durfte endlich meinen ersten, eigenen Artikel schreibe. Ich war so aufgeregt! Jacksons Bilder wurden an dem Abend auch ausgestellt. Ich erinnere mich noch wie ich vor einem dieser Bilder stand und völlig von der Intensität der Szene ergriffen war. Jackson hatte dieses SM – Szenario so wirklich dargestellt, dass ich mir gleich an den Hals greifen und schlucken musste. Die Frau auf dem Bild wurde gegen eine Wand gedrückt und gewürgt während das abgebildete Paar Sex zu haben schien. Jackson hat damals urplötzlich hinter mir gestanden und gefragt, was ich spüren würde. Da stand wie aus dem Nichts ein Mann wie ein Baum neben mir, groß, auffallend durchtrainiert und extrem gutaussehend mit grünen Augen und schwarzen Haaren. Ich sagte ihm, dass ich ihre Erregung und Lust spüren könnte. Das dieses Bild einen unweigerlich in seinen Bann zieht und die Lust weckt, sich diesem Paar anzuschließen. Jackson hatte nur mit einem „So So“ geantwortet und ich hatte zu dem Zeitpunkt keine Ahnung, dass ich gerade mit dem Erschaffer des Bildes sprach. Wobei ich nicht einmal Ahnung von Kunst habe; ich habe das erste Beste gesagt, was mir damals eingefallen ist. Hinterher war mir das total peinlich. Caleb trat an meine andere Seite, optisch genauso auffallend wie sein Bruder, groß, durchtrainiert und mit extrem leuchtend blauen Augen bestückt und genauso rabenschwarzen Haaren wie sein Bruder und fragte, ob ich die Macht spüren könnte, die von dem Mann ausgehen würde. Ich sagte ja. Der Mann auf dem Bild sei sehr dominant dargestellt. Ich hatte ja keine Ahnung was die beiden beruflich und privat sonst noch so trieben. Hätte ich das vorher gewusst hätte ich mich wohl nicht einmal auf die Vernissage getraut. Ich komme aus einer kleinen Vorstadt und bin christ- katholisch erzogen worden. Sprich, total prüde und schüchtern. Die beiden haben es sofort gemerkt. Tja und heute treffen wir uns das Xte Mal in ihrem Studio. Als sich das erste Mal die Aufzugtüren öffneten war ich total gespannt was mich erwarten würde und habe erst einmal vorsichtig aus dem Aufzug gelunst. Das wurde natürlich bemerkt und war mit furchtbar peinlich. Heute schaffe ich es ohne peinlichen Auftritt.
„Hallo Alina, schön dich zu sehen!“
Selena kommt auf mich zu, eine hier angestellte Domina und eine extrem schöne Frau. Ich schätze sie auf ca. 1,74 m Größe, sie ist schlank und hat braune Augen in denen man sich verlieren kann. Ihre langen braunen Haare hat sie wieder zu einem Pferdeschwanz hoch gebunden. Ich mag sie. Sie ist offen und herzlich und für jeden Spaß zu haben.
„Hallo Selena!“
Sie begrüßt mich mit Küsschen rechts und Küsschen links und bringt mich dann in den Aufenthaltsraum, wo die Brüder schon auf mich warten. Jackson kommt zu mir und baut sich vor mir auf.
„Du bist zu spät, mal wieder!“ sagt er kalt und schneidend. Das ist seine DOM – Tonlage. So viel habe ich bereits gelernt.
„Sorry!“ sage ich nur und starre meine Fußspitzen an.
„Wie, heute keine faule Ausrede?“
Calebs Tonlage ist nicht weniger kalt. Und sie haben recht. Wenn ich einmal pünktlich kommen würde wäre das ein Wunder.
„Nein!“ sage ich leise.
„Das ist ein Fortschritt!“
Jackson sieht kühl auf mich herab als Selena sich zu Wort meldet.
„Mensch Männer, Alina ist keine Kundschaft! Reißt euch am Riemen!“
Sie rollt genervt spielerisch mit den Augen und ich muss grinsen. Ich hätte nie den Mut so mit den Beiden zu sprechen.
„Aber es macht so einen Spaß sie zu ärgern!“
Caleb quengelt wie ein Fünfjähriger und zieht eine Schnute.
Die Beiden machen das immer wieder mit mir und ich spiele jedes Mal mit, ich kann einfach nicht anders. Den Beiden die Stirn zu bieten übersteigt meine Fähigkeiten.
„Wir haben dir alles bereit gelegt. Wäre schön wenn du es heute fertig kriegen würdest!“
Jacksons Tonlage ist jetzt wieder warm und freundlich. Ich arbeite nebenbei für die Beiden. Auf der Vernissage sind wir ins Gespräch gekommen. Mein Gehalt ist ein Witz und das Leben in Hollywood sau teuer. Also erledige ich die Buchhaltung und den Schreibkram für die Beiden. Und sie zahlen echt gut. Ich habe mich total gewundert als sie mir bei meinem ersten Besuch hier eine Verschwiegenheitserklärung unter die Nase gehalten haben, doch nun weiß ich, dass hier sehr viel Wert auf Diskretion gelegt wird. Das hatte ich nicht erwartet. Also führt Caleb mich nun in seine Wohnung und sein Büro. Mein Arbeitsplatz wenn ich hier bin. Ich richte mich ein und fange mit der Arbeit an.
„Alina, wenn du es heute nicht schaffst ist das O.K. Jackson ist heute mit dem falschen Fuß aufgestanden.“ lässt Caleb mich wissen.
„O.K.!“ hauche ich nur. Ich arbeite zwar für die Beiden, aber sie machen mir Angst und jedes Mal wenn Caleb mich in seine Wohnung bringt und ich mit ihm alleine bin rast mein Herz wie wild. Er hat mich noch nie angefasst, aber die dominante Art, die sie Beide ausstrahlen, würde jeden wie mich in die Flucht schlagen.
„Ich habe dir was zu Essen und Getränke in die Küche gestellt, bediene dich!“
Caleb denkt immer an alles. Er hat schnell gemerkt, dass ich auf der Arbeit so gescheucht werde, dass mir oft keine Zeit zum Essen bleibt oder ich es einfach in dem Stress vergesse.
Nach zwei Stunden packt mich wirklich der Hunger und ich dackele in die Küche. Caleb hat Sandwichs gemacht. Lecker. Ich nehme mir ein Sandwich und ein Glas Milch und lasse mich an der Theke nieder. Die ganze Wohnung ist ein Traum. Keine Ahnung wie viel man mit so einem SM – Studio verdient, aber es muss eine ganze Menge sein. Alles ist teuer und schick. Ich höre Stimmen aus dem Wohnzimmer. Scheinbar hat Caleb Besuch. Ich esse auf und will zurück in Calebs Büro als ich in einen Mann hinein laufe.
„Hoppla!“ höre ich ihn sagen und hopse erschrocken zurück. Ich schaue in stahlblaue Augen die mich sogleich in ihren Bann ziehen. Ich schaue den Mann von oben bis unten an. Er ist ganz in schwarz gekleidet und sehr groß. Er lächelt auf mich herab.
„Wer bist du?“ fragt er mich als ich ihn weiter nur anstarre, aber ich kriege immer noch kein Wort heraus. Ich kann jedoch feststellen das dieser Mann um die 1,90 m groß, durchtrainiert ist und blonde Haare hat und für meinen Geschmack ist er sehr hübsch.
„Das ist Alina und sie arbeitet für Jackson und mich!“ höre ich Caleb sagen.
„Als was? Stummer Diener?“ höre ich den Mann scherzhaft fragen.
„Sie macht die Buchführung und jetzt lass ihr Luft zum atmen Jensen!“
Ah ha, Jensen heißt er also. Der fremde Mann tritt einen Schritt zurück, doch er lässt mich nicht aus den Augen. Ich fühle mich unbehaglich unter seinem Blick und husche mit einem kurzen „`Entschuldigung!“ an ihm vorbei. Ich höre ihn leise lachen.
„Die ist aber verschreckt. Ist die immer so?“ höre ich ihn Caleb fragen.
„Jepp!“ macht der nur und ich schließe die Türe hinter mir. Nochmal möchte ich mit dem nicht zusammen prallen. Erst jetzt fällt mir auf, dass ich am ganzen Körper zittere. Hoffentlich habe ich das nicht schon vorher getan und wenn ja, dann hoffe ich nur, dass die Beiden es nicht bemerkt haben. Ich bin noch weitere drei Stunden im Büro beschäftigt als Caleb zu mir kommt.
„Alina, lass es gut sein für heute. Du musst Morgen wieder früh raus!“
Ich schaue Caleb an und schaue auf die Uhr. Schon 23 Uhr und um sechs geht mein Wecker. Bis ich daheim bin haben wir es bestimmt schon halb 12. Mist. Das wird wieder eine kurze Nacht.
„Und nicht erschrecken. Ich habe Besuch!“ lässt Caleb mich noch wissen ehe er den Raum wieder verlässt. Hoffentlich ist dieser Jensen weg denke ich nur als ich alles weg räume und zum Wohnzimmer gehe. An dem Stimmengewirr erkenne ich, dass nun noch mehr Männer eingetroffen sind. Na prima. Also nehme ich all meinen Mut zusammen und trete ein. Ich habe eh keine andere Wahl. Nur durch das Wohnzimmer gelangt man in den Eingangsbereich und somit zum Fahrstuhl. Ich schaue in die Gesichter von 9 fremden Männern zuzüglich Caleb, Jackson und das von diesem Jensen. Scheiße! Zwölf Kerle und ich alleine in diesem Raum. Und dann noch zwölf Kerle die anscheinend alle ein Abo im Fitnessstudio haben bei den Körpern die hier im Wohnzimmer sind. Ich muss erwähnen, dass sich meine Erfahrungen mir Männern nur auf Knutschen und Fummeln beschränken. Zu mehr habe ich mich nie getraut. Die Männer wenden ihre Köpfe in meine Richtung und einige grinsen lüstern.
„Caleb, wen hast du denn da versteckt?“ fragt einer von ihnen und kommt auf mich zu. Er geht um mich herum und bleibt dann vor mir stehen.
„Darf ich vorstellen! Das ist Alina. Sie arbeitet für uns!“ höre ich Caleb sagen doch der Mann vor mir wendet seinen Blick nicht von mir ab. Ich starre hilflos auf meine Schuhspitzen.
„Sieh mich an mein Kind!“ fordert er mich auf und greift mit der Hand unter mein Kinn um es anzuheben. Ich spüre wie mein Herz wie wild in meiner Brust schlägt und meine Atmung sich unkontrolliert steigert. Der Mann merkt das ich Angst habe. Ich starre einfach nur in seine grünen Augen, die durch seine dunkelbraunen Haaren sehr gut zur Geltung kommen. Ich schätze ihn genauso alt ein wie Caleb. Gibt es hier auch hässliche Männer? Scheinbar nicht darf ich feststellen denn auch der unbekannte vor mir sieht extrem gut aus und er hat niedliche Grübchen.
„Keine Angst mein Kind. Calebs Angestellte sind für uns tabu!“ lässt er mich wissen und ich frage mich noch wie er das meint als ein anderer Mann direkt hinter mir steht.
„Schade!“ höre ich ihn sagen und ich springe erschrocken einen Schritt auf den Mann vor mir zu.
„Nicht so stürmisch!“ scherzt dieser. „Jared beißt nicht und ich auch nicht. Ich heiße übrigens Shawn und wenn du nun öfter hier bist solltest du dich besser an uns gewöhnen!“
Ich werfe einen verstohlenen Blick hinter mich. Dieser Jared ist extrem groß, so um die 1,95 m würde ich schätzen. Er hat braune Augen und braune Haare, aber sein Blick ist undurchdringlich und macht mir Angst. Ich wende den Kopf wieder Shawn zu und nicke nur und befreie dann mein Kinn ehe ich eilig die Wohnung verlassen.
„Bis Montag!“ piepse ich im raus gehen und bin froh als sich die Fahrstuhltüren hinter mir schließen.
Ich höre noch wie einer der Männer sagt „Die ist aber scheu!“ als ich mich endlich an die hintere Fahrstuhlwand lehne und die Luft raus lasse. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass ich sie angehalten hatte. Endlich zu Hause falle ich wie tot in mein Bett. Doch in meinen Träumen sehe ich immer wieder die stahlblauen Augen dieses Jensen vor mir.
Puh!! Das ganze Wochenende musste ich für meinen Chef ran. Der scheint mittlerweile keinen Handschlag mehr selbst zu machen sondern wälzt alles auf mich ab. Zuzüglich meiner eigenen Aufgaben war ich gezwungen das Wochenende durch zu arbeiten. Jetzt ist es Montag Nachmittag und ich bin mal wieder auf dem Weg ins SM-Studio. Caleb hatte angerufen und gefragt ob ich einige Schreibarbeiten erledigen könnte. Ihr könnt es euch denken, das Geld hat mich her getrieben. Eigentlich bin ich total fertig und will nur noch ins Bett, aber mir bleibt keine Wahl. Ich habe dieses tolle enge rote Kleid gesehen, dass ich mir ohne meinen Nebenjob niemals werde leisten können. Also versuche ich die Schultern zu straffen und trete aus dem Aufzug. Diesmal erwartet mich nicht Selena sondern dieser Jensen. Ich will schon einen Schritt zurück machen als er nur sagt.
„Gehe niemals vor einem DOM rückwärts!“
Er sagt das ganze leise und seine Stimme ist sanft und liebevoll. Also halte ich inne. Ich schaue Jensen an und hefte meinen Blick sogleich auf seine Augen. Wie oft habe ich in der letzten Woche von diesen Augen geträumt.
„Sie sind auch einer?“ frage ich zaghaft.
„Alle Männer die du letzte Woche bei Caleb in der Wohnung getroffen hast!“ lässt er mich wissen.
„O.K. Und was mache ich dann wenn ich Angst habe?“
Jensen kommt auf mich zu und sieht mir tief in die Augen.
„Alles, aber niemals rückwärts gehen!“
Seine Stimme ist mehr ein Flüstern, aber ich mag seine Stimme stelle ich fest. Genau wie seine Augen. Ich schaue ihm noch immer in die Augen als Caleb zu uns kommt.
„Mensch Alina, alles in Ordnung? Du bist ja pünktlich! Jetzt mache ich mir Sorgen!“ scherzt er.
Ich hatte ihn nicht gesehen und erschrecke mich. Als ich einen Schritt zurück gehen will fasst dieser Jensen mich an den Hüften und hält mich auf. Er sieht mich lächelnd an.
„Was habe ich gerade eben gesagt?“ fragt er mich.
„Niemals rückwärts gehen!“ antworte ich ihm leise.
„Und warum tust du es dann?“ will er nun wissen.
„Instinkt? Reflex? Keine Ahnung!“ sage ich leise und schaue zu Boden. Er hebt mein Kinn an und zwingt mich ihn anzusehen.
„Du forderst einen DOM mit deinem taktischen Rückzug heraus!“
Ich zieh scharf die Luft ein. Das will ich auf keinen Fall.
„Ich dachte mir du solltest das wissen!“ sagt Jensen noch leise als er sich von mir abwendet.
„Ich warte hinten!“ sagt er zu Caleb und der kommt nun zu mir und wir steigen in den Aufzug.
„Er mag dich!“ höre ich Caleb sagen.
Ich ziehe verwirrt die Stirn kraus, sage aber nichts dazu. In Calebs Büro angekommen mache ich mich sogleich an die Arbeit. Ich will schnell fertig werden, denn ich brauche dringend Schlaf. Doch ich bin abgelenkt. Ständig habe ich Jensens Augen vor mir und auch Calebs Satz geht mir nicht aus dem Ohr.
Ich muss eingeschlafen sein, denn ich merke wie mich jemand hoch hebt und auf das Sofa legt.
„Was macht sie sonst so? Sie ist völlig fertig!“ höre ich Jensen sagen. Ich scheine von ihm zum Sofa getragen worden zu sein.
„Sie versucht bei einer Zeitung Fuß zu fassen!“
Ah ha. Jackson ist auch hier.
„Sollen wir sie nicht besser wecken und nach Hause bringen?“ fragt er noch, doch Jensen scheint etwas dagegen zu haben.
„Nein. Lass sie schlafen. Wenn sie wach wird fahre ich sie heim!“
„Na nu!“ denke ich noch als ich wieder tief und fest einschlafe. Als ich aufwache ist es draußen noch dunkel und ich kann im Wohnzimmer niemanden sehen. Doch ich höre Stimmen. Sie scheinen aus Calebs Schlafzimmer zu kommen. Also stehe ich auf und gehe dahin. Ich werde besser heim fahren und ich will mich vorher entschuldigen. Es ist nicht gut bei der Arbeit ein zu schlafen. Hoffentlich sind die Brüder mir nicht böse. Ich öffne die Türe und stelle fest, dass niemand da ist, aber an der einen Wand steht eine Türe offen und aus der scheinen die Stimmen zu kommen. Also gehe ich auf die Türe zu und betrete das Zimmer nur um stock steif stehen zu bleiben. Das ist wohl eines der Spielzimmer stelle ich fest und will schon rückwärts gehen als ich Jensens Stimme höre.
„Nein!“ Seine Tonlage ist hart und fordernd und ich schaue ihn geschockt an. Das kann nicht der gleiche Mann sein der heute Nachmittag noch so freundlich zu mir war. Er kommt auf mich zu und sieht an mir herab.
„Was habe ich dir gesagt?“ zischt er.
„Niemals rückwärts gehen!“ wiederhole ich seine Worte ziemlich hervor gestottert.
„Und warum tust du es dann schon wieder?“
Immerhin, jetzt ist seine Tonlage nicht mehr ganz so kalt.
„Ich wollte mich nur verabschieden und entschuldigen. Es ist nicht richtig auf der Arbeit ein zu schlafen!“ stammele ich und betrachte meine Fußspitzen mal wieder ganz genau.
„Sie mich an!“
Jetzt ist Jensens Tonlage wieder kalt wie Eis und ich gehorche aufs Wort.
„Ich wollte wissen warum du rückwärts gehen wolltest? Nicht warum du her gekommen bist!“
Ich kriege eine Gänsehaut am ganzen Körper und habe panische Angst. Ich kann nichts sagen, also deute ich nur mit der Hand in den Raum. Als wenn es nicht offensichtlich wäre.
„Angst vor diesem Raum oder dem, was du darin hättest sehen können?“
„Beides!“ piepse ich mal wieder.
„Komm mit!“ fordert Jensen mich streng auf, doch ich rühre mich nicht.
„Hast du jetzt auch noch das Laufen verlernt?“ will er nun von mir wissen. Und ich kann mich noch immer nicht rühren. Da kommt er auf mich zu und hebt mich hoch.
„Nicht das es noch zur Gewohnheit wird, dass du sie durch die Gegend trägst!“ höre ich Caleb scherzhaft sagen als ich mitten im Raum wieder auf meine Füße gestellt werde.
„Sieh dich um!“ befiehlt Jensen mir.
Jetzt bloß keinen Fehler machen!! Ich zittere mal wieder am ganzen Leib als ich nun auch Caleb entdecke. Er hockt auf einer Liege und sieht mich belustigt an.
„Alina, wenn Gefahr bestünden hätte, dass du hier etwas zu sehen kriegen könntest, was nicht für deine Augen bestimmt gewesen wäre, dann wäre die Türe verschlossen gewesen!“ lässt Caleb mich wissen und ich lächle schwach. Dann wende ich mich wieder Jensen zu.
„Was soll ich hier?“ frage ich ihn.
„Ein wenig deine Angst und Scheu ablegen und keine Sorge, niemand fasst dich an.“
Seine Tonlage ist nun wieder freundlich und warm. Er lächelt und ich schaue mich weiter um. Aber das hätte ich besser sein gelassen. Bei den ganzen Sachen kriege ich eine leichte Panik und die Männer sehen es mir an. Ich spüre wie mir jemand seine Hände auf die Schultern legt.
„Shhhhht! Die Sachen beißen nicht und es bedarf schon jemandem der sie bedient um damit überhaupt etwas ausrichten zu können! Versuch mal dich zu entspannen!“
Jensen hat zwar ganz ruhig und leise mit mir gesprochen, aber das ändert nichts an meiner Panik.
„Mensch Alina, du zierst dich wie eine alter Jungfer!“ höre ich Caleb scherzen, doch er trifft genau ins schwarze und er hat es gemerkt.
„Oh Scheiße!“ sagt er nur als er dann Jensen ansieht.
„Bring sie hier raus!“ höre ich Caleb noch sagen ehe Jensen mich aus dem Zimmer führt.
„Das war nicht zu erwarten und jetzt bringe ich dich heim! Und schlafe dich mal aus. Zu viel Arbeit ist ungesund!“
„Ich habe keine Wahl!“ lasse ich Jensen wissen als ich meine Tasche hole. Als ich wieder im Wohnzimmer ankomme kommt Caleb auf mich zu.
„Es tut uns leid Alina. Hätten wir das gewusst hätten wir anders reagiert!“
„Ist schon O.K.! Ich komme Morgen wieder und erledige den Rest!“
„Das brauchst du nicht. Wir glauben du arbeitest eh schon zu viel!“
„Doch Caleb. Ich will es so!“ sage ich leise.
„Und jetzt wünsche ich euch eine gute Nacht!“
„Falsch. Du kannst Caleb eine gute Nacht wünschen, aber ich fahre dich heim. Keine Widerrede!“
„Das ist nett gemeint, aber ich schaffe das schon Jensen!“
„Das glaube ich dir, aber es ist nach eins. Da gehört keine Frau mehr alleine auf die Straße. Und jetzt folge mir!“
Als ich neben Jensen im Auto sitze weiß ich nicht was ich sagen soll. Zum Glück beginnt er ein Gespräch.
„Wann hattest du deinen letzten freien Tag Alina?“
„Ich musste das Wochenende durch arbeiten!“ sagen ich leise.
„Warum?“ fragt Jensen mich.
„Weil mein Chef mir so viel Arbeit aufgehalst hat! Ich will meinen Job nicht verlieren!“
Ich sehe wie Jensen mich skeptisch von der Seite betrachtet.
„Machst du zu deiner Arbeit auch die Arbeit deines Chefs?“
„Ja!“
„Das ist nicht richtig Alina. Du musst dich dagegen wehren!“ sagte Jensen aufgebracht.
„Ich habe keine Wahl. Ich mag den Job und ich möchte irgend wann einen Pulitzerpreis gewinnen. Es ist üblich sich von unten hoch zu arbeiten!“
„Das schon Alina, aber das was er von dir verlangt ist mehr. Du hast nicht einmal mit bekommen das ich dich zur Couch getragen habe. Und Caleb und Jackson sind auch nicht böse. Wir haben uns so was gedacht!“
„Es war trotzdem falsch von mir ein zu schlafen!“ stelle ich fest.
„Du hattest keine Wahl. Wer so fertig ist schläft zwangsläufig ein und du kannst froh sein, dass es bei Caleb in der Wohnung passiert ist!“
Ich schaue Jensen misstrauend an und er merkt es.
„Sieh mich nicht so an! Ich meine das ernst. Wir mögen DOM sein und du hast Angst vor uns, aber ich sage dir etwas. Wir leben nach Regeln denen wir uns unterwerfen und wir halten uns daran. Wir würden auch nie eine Frau gegen ihren Willen nehmen!“
Ich schaue ihn an, aber ich verstehe nicht so ganz was er meint. „Was soll das genau heißen?“
„Das wir mit unseren SUB Verträge abschließen. Darin ist alles geregelt. Wir tun das zum Wohle der SUB. Und es gibt noch so eine Art Gesetzt an das wir uns halten. Du brauchst also keine Angst vor uns zu haben. Das gilt für alle Männer die du neulich bei Caleb kennen gelernt hast!“
Ich denke über die Aussage nach.
„Du sagst ihr tut das zum Wohle der, wie hießen die gleich?“
„SUB?“
„Sind das die Frauen mit denen ihr die Sachen macht?“
„Ja!“
„Aber ihr tut ihnen weh!“ stelle ich fest.
Jensen lächelt. Wahrscheinlich hält der mich jetzt für naiv und dumm. Am besten ich sage gar nichts mehr.
„Den Frauen gefällt das und sie wollen es sogar. Wie gesagt, niemand wird gezwungen. Es geschieht alles einvernehmlich. Wir sind da!“
Jensen hält vor meinem Haus und wendet sich mir zu.
„Danke fürs Heim fahren!“
„Gern geschehen und schlafe schön!“
„Du auch!“
Ich steige schnell aus und gehe ins Haus. Mir ist es peinlich, dass Jensen mich Heim gefahren hat. Jetzt weiß er wie ärmlich ich wohne. Ein altes Hochhaus in einer scheiß Gegend. Alles ist alt und verkommen. Aber mehr kann ich mir einfach nicht leisten. Ich gehe schnell hoch und lege mich mit meinen Anziehsachen ins Bett. Ich brauche wirklich Schlaf.
Am nächsten Nachmittag stehe ich wieder vor Caleb und er protestiert.
„Alina, du brauchst Ruhe und nicht noch mehr Arbeit, das kann warten!“
„Aber ich brauche das Geld!“ sage ich leise.
Ich sehe wie Caleb hilflos mit den Schultern zuckt.
„Ich kann dich wohl nicht davon abbringen. Folge mir. Aber ich warne dich vor. Später kommen noch Freunde.“
Ich nicke und folge Caleb. Im Büro mache ich mich sogleich an die Arbeit. Ich muss aufholen was ich verschlafen habe und es läuft gut. Ich hole alles nach und fange sogar neue Dinge an als Caleb zu mir kommt.
„Feierabend für heute Alina. Komm mit `rüber, wir trinken noch was!“
Ich schaue ihn fragend an, tue aber wie geheißen. Als wir im Wohnzimmer ankommen sind die Männer alle wieder da, aber auch Selena ist da. Sie kommt zu mir herüber.
„Hier, probiere mal!“
Ich nehme ihr das Glas ab und nippe daran. Keine Ahnung was es ist, aber es ist stark und riecht nach Alkohol.
„Was ist das?“ frage ich Selena.
„Jägermeister – Fanta!“ sagt sie lächelnd und gießt sich ein neues Glas ein.
„Aber nur einen!“ höre ich Jensen sage und drehe mich zu ihm herum.
„Wenn das für dich nicht schon einer zu viel für sie ist!“ ergänzt er leise.
„Kennt ihr euch näher?“ höre ich einen der Männer fragen und Jensen schüttelt nur mit dem Kopf.
„Kommt `rüber!“
Diese Stimme kenne ich, das war dieser Shawn. Selena setzt sich in Bewegung und zieht mich mit sich.
„Die beißen nicht!“ sagt sie und zwinkert mir zu.
„Erzähl mal was über dich Alina!“
Wieder dieser Shawn.
„Da gibt es nicht viel zu erzählen. Ich arbeite viel und falle dann meist tot müde ins Bett!“
Ich fühle mich hier wieder total unbehaglich und fehl am Platz.
Und alle machen mir Angst und ich denke sie merken es.
„Hast du keine Hobbys?“
Mensch dieser Shawn ist aber echt neugierig.
„Dafür bleibt keine Zeit. Früher habe ich getanzt, aber das ist lange her!“
Ich versinke in meinen Erinnerungen. Es war eine tolle Zeit. 12 Jahre habe ich getanzt und ich habe es geliebt. Immer wenn ich Heim zu meinen Eltern fahre plane ich feste Besuche im Tanzstudio ein. Das tut mir dann immer so gut.
„Das ist doch Scheiße! Immer nur arbeiten. Du verpasst das Leben!“
Das war wieder der Mann den ich noch nicht namentlich kenne, aber ich sehe wie Caleb und Jensen grinsen. Na super. Ja, ich bin noch Jungfrau und ja, vielleicht liegt das auch daran, dass ich das Leben verpasse, aber manchmal hat man einfach keine Wahl. Dem anderen Mann ist aufgefallen das Caleb und Jensen grinsen.
„Was grinst ihr beide denn so blöde?“ will er nun wissen.
„Ach nichts!“ höre ich Caleb sagen, doch der andere Mann zieht skeptisch eine Augenbraue nach oben. Hoffentlich verraten die Beiden mich nicht denke ich nur als der Mann sich wieder an mich wendet.
„Ich heiße übrigens Michael!“ lässt er mich noch wissen ehe er sich wieder seinem Gespräch mit diesem Jared widmet. Ich betrachte ihn noch kurz genauer. Er dürfte um die 1,90 m groß sein, durchtrainiert und er hat blond-braun gescheckte Haare die seine braunen Augen betonen. Als ich mit meiner Betrachtung fertig bin wende ich mich an Selena.
„Ich glaube ich gehe besser!“ sage ich leise, doch Selena hält mich auf.
„Du hast noch nicht einmal aus getrunken!“ und dann flüstert sie in mein Ohr
„Keiner der Beiden wird etwas verraten, also entspann dich!“
Ich starre sie mit großen Augen an. Also haben sie es ihr gesagt. Wie peinlich. Und Selena weiß warum ich mich so unbehaglich fühle.
„Was tuschelt ihr denn da?“ höre ich dann diesen Jared fragen.
„Weiberkram!“ kommentiert Selena und lächelt süffisant. So cool wie sie wäre ich auch gerne, aber dieser Zustand wird wohl nie eintreten.
„Komm mal mit!“
Ich erschrecke als ich Jensen so plötzlich von hinten an meinem Ohr höre und hüpfe nach vorne. Er lacht.
„Na immerhin, die Richtung stimmt jetzt mal!“ scherzt er ehe er mich aus dem Zimmer führt. Ich sehe wie die Anderen uns neugierig beobachten. Jensen führt mich durch den Flur auf eine atemberaubende Dachterrasse. Ich staune bei dem Ausblick, den ich hier gerade habe. Jensen sagt lange nichts. Ich trete an das Geländer heran und schaue nach unten. Wow! Die Menschen sehen aus wie Ameisen. Dann lasse ich meinen Blick wieder über das Panorama der Stadt wandern. Toll!
Dieser Ausblick!
„Das ist traumhaft schön, nicht wahr?“
Jensen hat sich rückwärts an das Geländer gelehnt und schaut mich abwartend an.
„Ja, so habe ich das noch nie betrachten könne!“
„Du solltest deine Pausen auf die Terrasse verlegen, dann kannst du das hier öfters genießen!“
„Keine schlechte Idee!“
„Und es freut mich das du mit dem Zittern aufgehört hast. Da drinnen habe ich gedacht du würdest umkippen vor Angst!“
Scheiße! Und wieder peinlich berührt den Boden anstarren bis Jensen mich mal wieder am Kinn fasst. Ich schaue zu ihm auf.
„Alina, das ist echt niedlich. Ich habe das nicht böse gemeint!“
„Warum habe ich dann das Gefühl, dass du dich über mich lustig machst?“
Jensen zieht mich fragend an, also setzte ich nach.
„Das habe ich bei euch allen und ich fühle mich dabei total unwohl. Und das Grinsen von Caleb und dir war da nicht wirklich hilfreich!“
„Mensch Alina, das hast du völlig falsch verstanden. Wir haben uns mehr gedacht, dass es besser ist, dass die Anderen es nicht wissen und du vom Glück reden kannst, dass die keine Ahnung haben. Aber lustig macht sich keiner. Ist nur ungewöhnlich, dass jemand so zurückhaltend und unerfahren ist in deinem Alter!“
„Du weißt doch gar nicht wie alt ich bin!“ stelle ich fest.
„Anfang 20, grob geschätzt!“
„22!“ sage ich leise.
„Dann lag ich mit meiner Schätzung ja goldrichtig!“
„Für euch bin ich doch das naive Dummerchen!“
„Quatsch. Für uns bist du leider zu reizvoll. Mehr als die Hälfte der Männer da drin würden dich gerne mal dominieren. Und mehr fürchte ich!“ ergänzt Jensen leise. Ich will schon panisch zurück weichen als ich im letzten Moment wieder an das Geländer fasse und mich eines besseren besinne!
„Geht doch!“ scherzt Jensen, der genau gesehen hat was mein eigentlicher Plan war.
„Aber keine Angst. Ich habe dir gestern bereits was dazu gesagt. Keiner fasst dich an!“
„Wer fasst wen an?“ höre ich diesen Michael fragen.
„Niemand niemanden!“ antwortet Jensen ihm.
„Können wir was für dich tun?“ Jensen klingt genervt.
„Ich wollte nur mal schauen was ihr hier so treibt!“ sagt Michael süffisant. Jensen rollt genervt mit den Augen.
„Wir unterhalten uns nur!“ lässt er Michael wissen und wendet sich wieder mir zu.
„Wie lange wohnst du schon da?“
„Zu lange!“ lasse ich ihn wissen.
„Woher weißt du wo sie wohnt Jensen?“
Dieser Michael ist lästig denke ich mir.
„Ich habe sie gestern Abend nach Hause gefahren!“
„So so!“ höre ich diesen Michael noch sagen als er sich abwendet und geht.
„Der hat dir nicht geglaubt!“ stelle ich fest und Jensen lächelt mich an.
„Ich habe dir gesagt wie du wirkst. Was soll er da anderes denken? Schau mal in den Spiegel Alina. Deine grüne Augen in Kombination mit deinen langen blonden Haaren und dein toller Körper locken jeden Hasen hinterm Kohl hervor. Und dazu noch deine Art. Aber genug davon. Und nun wieder zu dir. Wie sieht deine Zukunft aus. Also was ich meine ist wann hat der Sklaventreiber keine Macht mehr über dich. Kann man das zeitlich abschätzen?“
„Nein. Leider nicht. Ich darf bis jetzt nur kleine Artikel schreiben. An was Großes lässt mein Chef mich nicht ran. Leider!“
„Hast du denn eigene Ideen?“
„Klar! Ich wollte eine Serie machen. Also mehrere Artikel zu einem Thema, aber er fand das Thema langweilig!“
Ich lasse die Schultern hängen. Mir war das Thema wichtig gewesen.
„Welches Thema?“
„Tierquälerei und Tiertransporte!“
„Nicht zeitgemäß genug. Die wollen doch Skandale, Blut und ganz viel Sex. Ich denke du müsstest zu einer anderen Zeitung wechseln wenn du bei dem Thema bleiben willst!“
„Wechseln ist nicht leicht bis unmöglich. Und von den anderen Themen habe ich keine Ahnung!“
„Dann ändere das. Geh raus in die Welt und erlebe was!“
Ich schaue Jensen an und sehe, dass er das ehrlich meint. Nur wie. Ich kenne in dieser Stadt kaum jemanden und in einem Club oder ähnlichem war ich noch nicht. Also Thema abhacken.
„Woran denkst du Alina?“
„Ich habe die Serie gerade abgehackt!“
„Warum?“
„Nicht umsetzbar!“
„Alina, ich fahre und wollte fragen ob ich dich Heim bringen soll?“
Ich drehe mich um und schaue diesen Jared an. Dem traue ich nicht und ich glaube man sieht es mir an.
„Hast du ihr gesagt, dass sie bei uns in guten Händen ist?“ fragt Jared nun Jensen.
„Ja, aber was sie mit dieser Info anfängt bleibt ihr überlassen!“ höre ich Jensen sagen als ich Jared antworte.
„Eigentlich gerne, aber es reicht wenn Jensen weiß wo ich wohne!“ und ich meine das auch so. Mir ist es peinlich und ich komme mir erbärmlich vor.
„Warum?“ frag dieser Jared mich nun.
„Weil die Gegend nicht so toll ist!“ sage ich nur und wende mich von ihm ab.
„Harte Nuss!“ höre ich Jared noch sagen ehe er die Terrasse wieder verlässt. Ich schaue auf die Uhr.
„Ich nehme die nächste Bahn und nein danke! Heute nicht!“ sage ich Jensen und gehe rein. Ich habe nur noch ein wenig Würde, aber diese würde ich gerne noch behalten. Ich verabschiede mich von den Anderen und verlasse die Wohnung. Nur hatte ich nicht damit gerechnet, dass dieser Jared auf mich gewartet hat. Er lehnt an seinem Wagen und grinst mich an.
„Du bist zu leicht zu durchschauen!“ lässt er mich wissen und hält mir galant die Wagentüre auf. Ich steige zögerlich ein.
„Und es muss dir nicht unangenehm sein wo du wohnst. Für uns alle zählt wer du bist, nicht wo du herkommst und wie viele Besitztümer du angehäuft hast!“
Ich nicke ihm zu. Ich habe keine Ahnung was ich dazu sagen soll.
„Redest du mit mir?“ höre ich Jared fragen.
„Schon, aber ich weiß nicht was ich dazu sagen soll. Woher weißt du eigentlich wo ich wohne?“
„Na ich habe Caleb gefragt. Und jetzt sag mir was das mit dir und Jensen ist?“
Ich schaue Jared total verwirrt an. Was soll da sein? Wir haben uns doch nur unterhalten.
„Ich verstehe die Frage nicht. Wir haben uns unterhalten!“
„Ob da mehr ist möchte ich gerne wissen!“
„Äh, nein! Ich kenne ihn doch überhaupt nicht!“
„Aber er gefällt dir?“
Scheiße, was sage ich jetzt. Ja, seine Augen sind toll und ich träume jede Nacht von diesen Augen. Auf keinen Fall.
„Dein Schweigen deute ich als „Ja“!“
„Ich weiß es nicht. Ich war noch nie verliebt oder so was!“
„Ähm, noch nie? Kein Mann? Dein ganzes Leben lang?“
Scheiße, jetzt habe ich mich selbst verplappert. Dumme Nuss! Ich beiße auf meine Unterlippe und atme tief ein und wieder aus. Wie konnte das passieren?
„Ich verstehe Alina!“
Den Rest der Fahrt über schweigt Jared und mir ist es recht. Nicht, dass ich noch mehr Preis gebe, was die Welt nicht erfahren soll. Als wir an meinem Haus ankommen legt Jared mir seine Hand auf den Oberschenkel und ich fahre vor Schreck zusammen.
„Shhhht. Wie Jensen bereits sagte, es gibt keinen Grund zur Panik. Ich wollte dir nur einen Rat geben.!“
Er sieht mich an und scheint darauf zu warten das ich mich wieder beruhige. Ich glaube ich habe Schnappatmung gekriegt, aber langsam wird es besser.
„So, jetzt wo du etwas ruhiger bist können wir reden. Jensen ist ein guter Kerl, aber auch er mag es hart, wie wir alle. Sei dir dessen bewusst. Da du gar keine Erfahrungen hast kannst du nicht sagen ob es etwas für dich wäre, das einmal zu testen. Aber lass dich nicht davon abschrecken das er ein DOM ist. Jeder von uns hat zwei Seiten. Er kann auch ganz lieb!“
Ich schaue Jared an und suche nach Worten. Das der harte Kerl so nett sein kann hätte ich nicht gedacht.
„Ich fürchte ich habe für so etwas eh keine Zeit, also kein Grund sich den Kopf zu zerbrechen!“ sage ich schnell und lange nach dem Türgriff, doch Jared hat seine Hand unverändert auf meinem Oberschenkel. Scheinbar will er noch etwas sagen.
„Wir sorgen für unsere Frauen. Du müsstest an seiner Seite nicht mehr so viel arbeiten!“
Ich schaue ihn an und versuche in seinem Gesicht zu lesen. Warum sagt er mir das alles und woher weiß er Dinge über mich?
„Ich habe aber noch nichts im Leben erreicht. So habe ich das nicht geplant!“
„Dann erreiche es! Gib Gas! Kann man dir dabei irgendwie helfen?“
„Ich wüsste nicht wie!“ sage ich ehrlich und Jared nimmt die Hand weg.
„Schlaf gut Alina!“
„Danke fürs Taxi und gute Nacht!“
