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Diese Serie von der Erfolgsschriftstellerin Viola Maybach knüpft an die bereits erschienenen Dr. Laurin-Romane von Patricia Vandenberg an. Die Familiengeschichte des Klinikchefs Dr. Leon Laurin tritt in eine neue Phase, die in die heutige moderne Lebenswelt passt. Da die vier Kinder der Familie Laurin langsam heranwachsen, möchte Dr. Laurins Frau, Dr. Antonia Laurin, endlich wieder als Kinderärztin arbeiten. Somit wird Antonia in der Privatklinik ihres Mannes eine Praxis als Kinderärztin aufmachen. Damit ist der Boden bereitet für eine große, faszinierende Arztserie, die das Spektrum um den charismatischen Dr. Laurin entscheidend erweitert. Niko Zander pfiff vergnügt vor sich hin, während er mit zwei zum Glück leichten Paketen die Treppen in den dritten Stock des Hauses hinauflief. Es war früh am Morgen, er war fit und ausgeschlafen, da fielen ihm solche Extra-Gänge noch leicht. Normalerweise stellte er Pakete im Erdgeschoss ab, aber in diesem Fall machte er eine Ausnahme, denn die alte Dame im dritten Stock verließ ihre Wohnung nur noch selten. Margot Sielinger ging auf die achtzig zu und konnte nicht mehr gut laufen. Also konnte sie auch nicht mehr einkaufen gehen und machte das daher von zu Hause aus. Das hatte sie ihm erzählt, als er ihr das erste Paket bis an die Wohnungstür geliefert hatte. Es war, gewissermaßen, der Beginn ihrer Freundschaft gewesen – wobei dieser Begriff natürlich nicht ganz stimmte. Aber mittlerweile kannten sie sich gut und mochten sich, deshalb brachte Niko ihr die Pakete bis vor die Tür, und sie steckte ihm dafür immer mal wieder einen kleinen Schein zu. Aber er machte es nicht deshalb. Er hatte sie tatsächlich gern, obwohl nie genug war, mehr als ein paar Sätze miteinander zu wechseln. Sie hätte die Zeit gehabt und sie sich auch gern genommen, aber er war ja immer in Eile, immer unter Druck. Sie stand schon an der Tür, leicht an deren Rahmen gelehnt, und wartete auf ihn. »Ich hätte nicht gedacht, dass die Sachen heute schon ankommen«, sagte sie, wie immer mit einem Lächeln. »Guten Morgen, Niko, schön, dich mal wieder zu sehen.« Sie war einen Kopf kleiner als er, hübsch angezogen, die grauen Haare frisch frisiert. »Gute Morgen, Frau Sielinger, ich freue mich auch. Hier, bitte sehr, Ihre Pakete. Sie sind leicht, keine Sorge.« Er legte sie auf ihre ausgestreckten Arme.
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Seitenzahl: 115
Veröffentlichungsjahr: 2024
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Niko Zander pfiff vergnügt vor sich hin, während er mit zwei zum Glück leichten Paketen die Treppen in den dritten Stock des Hauses hinauflief. Es war früh am Morgen, er war fit und ausgeschlafen, da fielen ihm solche Extra-Gänge noch leicht. Normalerweise stellte er Pakete im Erdgeschoss ab, aber in diesem Fall machte er eine Ausnahme, denn die alte Dame im dritten Stock verließ ihre Wohnung nur noch selten.
Margot Sielinger ging auf die achtzig zu und konnte nicht mehr gut laufen. Also konnte sie auch nicht mehr einkaufen gehen und machte das daher von zu Hause aus. Das hatte sie ihm erzählt, als er ihr das erste Paket bis an die Wohnungstür geliefert hatte. Es war, gewissermaßen, der Beginn ihrer Freundschaft gewesen – wobei dieser Begriff natürlich nicht ganz stimmte. Aber mittlerweile kannten sie sich gut und mochten sich, deshalb brachte Niko ihr die Pakete bis vor die Tür, und sie steckte ihm dafür immer mal wieder einen kleinen Schein zu. Aber er machte es nicht deshalb. Er hatte sie tatsächlich gern, obwohl nie genug war, mehr als ein paar Sätze miteinander zu wechseln. Sie hätte die Zeit gehabt und sie sich auch gern genommen, aber er war ja immer in Eile, immer unter Druck.
Sie stand schon an der Tür, leicht an deren Rahmen gelehnt, und wartete auf ihn. »Ich hätte nicht gedacht, dass die Sachen heute schon ankommen«, sagte sie, wie immer mit einem Lächeln. »Guten Morgen, Niko, schön, dich mal wieder zu sehen.« Sie war einen Kopf kleiner als er, hübsch angezogen, die grauen Haare frisch frisiert.
»Gute Morgen, Frau Sielinger, ich freue mich auch. Hier, bitte sehr, Ihre Pakete. Sie sind leicht, keine Sorge.« Er legte sie auf ihre ausgestreckten Arme. Schwerere Sachen stellte er auch schon mal in ihrem Wohnungsflur ab. »Was macht die Hüfte?«
»Ich lasse mich wahrscheinlich doch noch operieren«, sagte sie. »In der Kayser-Klinik haben sie mir Mut gemacht, weil ich ja sonst noch ziemlich fit bin. Und es sei unsinnig, dass ich solche Schmerzen ertrage, wo man sie doch heute ziemlich einfach beheben könnte.«
»Das klingt vernünftig, für Sie könnte ein völlig neues Leben anfangen!«
»Genau das hat mein Doktor auch gesagt.«
»Sagen Sie mir Bescheid, wenn es so weit ist, dann komme ich Sie besuchen«, versprach Niko.
Margot Sielinger lachte und wollte etwas erwidern, als ein Geräusch sie innehalten ließ. Im Stockwerk über ihnen wurde eine Wohnungstür geöffnet und eilig wieder geschlossen, ein Schlüssel wurde mehrmals im Schloss gedreht, und schon erklangen Schritte auf der Treppe. Gleich darauf erschien die schönste Frau, die Niko je gesehen hatte. Sie musste ungefähr in seinem Alter sein, hatte flammend rote schulterlange Locken, blitzblaue Augen und klare Gesichtszüge mit einem zu einem breiten Lächeln verzogenen Mund. »Guten Morgen«, sagte sie fröhlich. »Alles in Ordnung, Frau Sielinger?«
»Danke, Alissa, alles bestens. Niko hat mir meine Einkäufe gebracht.«
Der Blick der Rothaarigen, die also Alissa hieß, glitt weiter zu Niko. Er grinste sie an und sagte: »Niko, das bin ich.«
Sie lachte vergnügt. »Schön, dass ich das nun auch weiß. Ich bin Alissa und wie üblich zu spät dran. Bis später, Frau Sielinger.« Weg war sie.
Niko starrte ihr nach.
»Meine neue Nachbarin«, sagte Margot Sielinger. »Letzte Woche ist sie eingezogen – so eine reizende Person, Niko, das glaubst du nicht.«
»Und sehr schön«, sagte er. »Hat sie einen Freund? Nein, sagen Sie nichts, ganz blöde Frage. Eine Frau, die so aussieht, hat nicht nur einen Freund, sondern auch noch jede Menge Männer um sich herum, die gerne ihr Freund wären.«
»Von einem Freund weiß ich nichts«, erwiderte Frau Sielinger diplomatisch, »aber wenn ich einen sehe, sage ich es dir.«
»Dann bis zum nächsten Mal!« Niko rannte die drei Stockwerke wieder hinunter. Jetzt musste er sich aber wirklich beeilen, er hatte sich ja bestimmt fünf Minuten lang im Haus aufgehalten. Die würden ihm später fehlen. Zeit ist Geld, hieß es im Unternehmen immer, und er wusste von etlichen Kolleginnen und Kollegen, dass sie einfach nie in der vorgegebenen Zeit fertig wurden, was den Stress, der ohnehin schon groß war, natürlich erhöhte.
Er selbst schaffte es in der Regel durchaus, halbwegs in der Zeit zu bleiben, aber er war jung und fit, und vor allem: Er wusste, dass er diesen Job nur für eine gewisse Zeit machen würde. Er studierte Politikwissenschaften, weil er sich für Politik schon als Teenager interessiert hatte. Seine Eltern fragten ihn immer, welchen Beruf er denn aber anstrebe, und darauf hatte er noch keine eindeutige Antwort gefunden. Ja, er konnte sich vorstellen, in die Politik zu gehen, aber vielleicht machte er auch etwas ganz anderes. Auf eins jedenfalls hatte er keine Lust: sich jetzt schon festzulegen. Vielleicht würde er Lehrer werden, vielleicht Forscher, vielleicht an ein politisches Institut gehen. Er würde erst einmal sein Studium beenden und dann sehen, welche Möglichkeiten sich ihm boten.
Den Job beim Paketdienst hatte er angenommen, weil er so viele Klagen darüber gehört hatte: zu schlecht bezahlt, zu viel Arbeit innerhalb einer zu kurzen Zeitspanne, zu viel Druck – und dann wurde man natürlich auch nicht in jedem Haus freundlich willkommen geheißen. Er schrieb für eine Studentenzeitung manchmal Beiträge, das nächste Mal würde er einen Erfahrungsbericht aus der Branche der Paketboten schreiben. Er wusste jetzt: Alle Klagen, die er vorher über diesen Job gehört hatte, waren mehr als berechtigt. Wenn er ehrlich war: Es war sogar noch schlimmer, als er angenommen hatte.
Unten angekommen, warf er noch rasch einen Blick auf die Namen neben den Klingelknöpfen. Über Frau Sielinger war ein Zettel angeklebt worden, auf dem stand handschriftlich: ›Matthäus‹.
Alissa Matthäus also. Sie interessierte ihn, er würde versuchen, mehr über sie in Erfahrung zu bringen.
Er fuhr weiter, nur ein paar Straßen. Dort musste er die schweren Weinkisten ausliefern, hoffentlich waren die Leute zu Hause oder es ließ ihn wenigstens jemand ins Haus. Nichts war lästiger, als die auszuliefernden Pakete abends noch im Auto zu haben, um es am nächsten Tag noch einmal zu versuchen.
Aber er hatte Glück: Die Leute, die den Wein bestellt hatten, waren da, und er bekam sogar ein gutes Trinkgeld dafür, dass er sie ihnen bis vor die Kellertür schleppte. Aber das hatte natürlich auch wieder Zeit gekostet. Wenn er so weitermachte, würde dies der erste Tag werden, an dem er die Zeitvorgaben nicht schaffte!
Also legte er, was die Geschwindigkeit betraf, noch einen Zahn zu, und seine Mühen wurden belohnt. Als seine Schicht endete, war das Auto leer, und er war zumindest einigermaßen im Zeitrahmen geblieben. Aber zum ersten Mal spürte er die Anstrengung im ganzen Körper, und er war müde. Gut, dass er keine Vorlesungen mehr hatte. Er würde noch für eine Stunde ins Sportstudio gehen und vielleicht auch in die Sauna, zum Ausgleich, und danach … Mal sehen. Er hatte keine Pläne gemacht, der Abend war noch frei.
Als er sich auf den Weg zum Sportstudio machte, pfiff er schon wieder vor sich hin.
*
Margot Sielinger zog die neue Bluse an, die sie sich bestellt hatte und gefiel sich darin auf Anhieb. Das war eine gute Wahl gewesen! Das sanfte Grün harmonierte mit ihren grauen Haaren und den braunen Augen. Grün hatte ihr schon immer gut gestanden. Nicht ganz so überzeugt war sie von dem Rock, der über den Hüften ein wenig spannte. Natürlich, sie bewegte sich zu wenig, kein Wunder, dass sie langsam aber sicher schwerer wurde.
»Das muss aufhören!«, sagte sie nach einem kritischen Blick in den Spiegel. Sie war sonst zufrieden mit dem, was sie sah: Ihr Gesicht war noch immer erstaunlich glatt, die dunklen Augen blickten lebhaft in die Welt, ihre Haare, immer ihr ganzer Stolz, waren nach wie vor kräftig. Sie trug sie kinnlang, stufig geschnitten, was sie, wie sie fand, deutlich verjüngte.
Ihr Aussehen war ihr immer wichtig gewesen. Es tat ihr weh, wenn sie sah, dass Leute sich gehen ließen. Mit grimmigem Gesicht stellte sie sich auf die Waage. Tatsächlich, sie hatte drei Kilos mehr als noch vor zwei Wochen, als sie sich zum letzten Mal gewogen hatte. Sie beschloss, den Rock zu behalten. Er hatte die Größe, die sie seit vielen Jahren trug, und sie würde diese drei Kilos wieder loswerden und ihre alte Kleidergröße behalten! Keine Schokolade mehr am Abend, kein Stück Kuchen mehr am Sonntag.
»Das wäre doch gelacht!«, murmelte sie, und im selben Moment wusste sie, dass die Entscheidung über ihre Hüftoperation gefallen war: Sie würde sich operieren lassen, trotz ihrer Angst vor der Narkose und davor, dass vielleicht etwas schiefgehen könnte bei einem solchen Eingriff. Sie hatte beides gehört: begeisterte Berichte von schmerzfreiem Laufen und einem völlig neuen Lebensgefühl, aber auch Horrorgeschichten von Entzündungen, nicht passenden Gelenken und weiter anhaltenden Schmerzen. Aber wenn sie sich wieder mehr bewegen wollte, gab es keine andere Möglichkeit, als sich operieren zu lassen. Und Dr. Laurin hatte ihr eindringlich zugeraten.
Er war seit vielen Jahren ihr Gynäkologe, außerdem war er ja auch Chef der Kayser-Klinik geworden, nachdem sein Schwiegervater sich in den Ruhestand verabschiedet hatte. Trotzdem hatte er seine gynäkologische Praxis behalten, und er stand eben auch immer noch im OP, denn die Chirurgie war sein zweites Fachgebiet. Vor einiger Zeit, als sie wieder einmal zur Vorsorgeuntersuchung bei ihm gewesen war, hatte er sie gefragt, ob sie Schmerzen beim Laufen habe, und sie hatte ihm ihre Leidensgeschichte erzählt.
»Aber warum haben Sie sich denn nicht längst ein neues Hüftgelenk einsetzen lassen, Frau Sielinger? Ich hätte Sie schon früher fragen sollen, aber Sie haben sich ja, wenn Sie bei mir waren, nie etwas anmerken lassen. Erst jetzt sind die Schmerzen offenbar so schlimm geworden, dass es Ihnen nicht mehr gelungen ist, sie zu verbergen.«
Damit hatte er recht gehabt. Sie hatte sich, wenn sie zur Vorsorgeuntersuchung in seiner Sprechstunde war, immer stark zusammengerissen, weil sie ihm nichts hatte vorjammern wollen. Genau das war wahrscheinlich ein Fehler gewesen.
Kurz entschlossen griff sie zum Telefon und fragte seine Sekretärin, ob sie kurz mit ihm sprechen könne.
»Da haben Sie Glück, Frau Sielinger, er ist gerade in seinem Büro.«
»Frau Sielinger«, hörte sie Dr. Laurin gleich darauf sagen, er klang besorgt, »geht es Ihnen nicht gut?«
»Doch«, erklärte sie mit fester Stimme, »mir geht es gut, aber wenn ich weiterhin nicht laufen kann, werde ich fett, und das will ich nicht. Setzen Sie mir eine neue Hüfte ein, Herr Dr. Laurin!«
Er lachte. »Auf diesen Anruf hoffe ich seit Wochen! Wie sehen denn Ihre Termine in der nächsten Zeit aus? Ich würde mich, wenn ich weiß, wann Sie Zeit haben, dann mal um umhören, wie es in unserer Chirurgie aussieht. Wir haben ja die wichtigsten Untersuchungen schon gemacht, die Bilder Ihrer beiden Hüften liegen vor.«
»Aber ich will nicht beide …«
»Keine Sorge, zwei neue Gelenke setzen wir sowieso niemals auf einmal ein, und die Dysplasie haben Sie ja nur rechts. Allerdings ist die linke Seite, wie Sie wissen, auch in Mitleidenschaft gezogen. Aber darüber reden wir, wenn wir das rechte Gelenk ersetzt haben, einverstanden?«
»Ja«, sagte Margot, nachdem sie einmal tief durchgeatmet hatte.
»Gut, wir könnten uns, wenn Sie einverstanden sind, um einen baldigen OP-Termin kümmern. Keine Sorge, das wird nicht gleich übermorgen sein.«
»Aber ich will, dass Sie mich operieren, Herr Doktor!«
»Es wird mir eine Freude sein, Frau Sielinger.«
»Sie können über meine Zeit verfügen«, sagte Margot. »Ich habe in nächster Zeit nichts ausgemacht – und was ich ausgemacht habe, kann ich leicht absagen. Meine Hüfte ist jetzt wichtiger.«
»Das ist die richtige Einstellung. Sie hören von uns. Ich werde mich um einen raschen Termin bemühen, ich schätze, in zwei bis drei Wochen könnte es so weit sein.«
Nach dem Gespräch atmete Margot erst einmal tief durch. Sie hatte eine wichtige Entscheidung gefällt, und sie merkte, dass sie stolz darauf war. In ihrem Alter waren wichtige Entscheidungen eine große Sache. Und eine große Sache war eine Operation natürlich, vielleicht wurden es ja sogar zwei, obwohl sie auf der linken Seite bislang keine nennenswerten Probleme hatte. Aber ganz in Ordnung war ihre linke Hüfte auch nicht, das wusste sie. Und mit zwei Operationen würde sie lange zu tun haben, das war ihr klar: erst die eine Hüfte, dann eine Rehabilitation, dann vielleicht noch die andere Hüfte und wieder eine Rehabilitation. Aber wenn alles gut ging, und daran wollte sie ganz fest glauben, würde sie danach wieder schmerzfrei laufen können. Allein diese Aussicht war es wert, dafür ein paar Unannehmlichkeiten auf sich zu nehmen. Sie hatte ja vor, noch etliche Jahre zu leben. In ihrer Familie waren alle alt geworden, sie hatte nicht die Absicht, die erste Ausnahme zu bilden.
Mit einem Mal verstand sie nicht mehr, warum sie so lange gezögert hatte. Ihr war doch klar gewesen, dass sie nur mit einem neuen Hüftgelenk wieder schmerzfrei würde leben können. Aber trotzdem war die Angst bis jetzt offenbar größer gewesen als die Hoffnung auf ein neues, besseres Leben.
Als sie die Bluse, den Rock und die neuen Handtücher, die sie ebenfalls bestellt hatte, wegräumte und die leeren Kartons im Flur stapelte, fiel ihr Niko wieder ein – er hatte Alissa angestaunt wie ein Weltwunder. Tatsächlich, dachte sie versonnen, wären die beiden ein sehr hübsches Paar, jedenfalls rein äußerlich: der sportliche, lässige, dunkelhaarige Niko mit den warmen braunen Augen und Alissa mit ihren schönen roten Haaren und dem ebenso schönen Gesicht. Aber passten sie auch charakterlich zusammen?
Darüber dachte Margot eine Weile nach, aber sie musste sich eingestehen, dass sie es nicht beurteilen konnte. Sie kannte Niko natürlich länger als Alissa, aber sie wusste von ihm noch nicht viel mehr als von ihr. Allerdings hatte sie beide spontan ins Herz geschlossen, sie verließ sich da auf ihr Bauchgefühl, das sie bislang noch selten getäuscht hatte. Und sie würde zumindest Alissa, die ja jetzt über ihr wohnte, mit der Zeit vielleicht ein bisschen näher kennenlernen.
Und dann, mal sehen …
*
