All die verdammt perfekten Tage - Jennifer Niven - E-Book

All die verdammt perfekten Tage E-Book

Jennifer Niven

4,4
8,99 €

oder
Beschreibung

Ein Mädchen lernt zu leben - von einem Jungen, der sterben will

Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass er nicht allein ist. Neben ihm steht Violet, die offenbar über dasselbe nachdenkt wie er. Von da an beginnt für die beiden eine Reise, auf der sie wunderschöne wie traurige Dinge erleben und großartige sowie kleine Augenblicke – das Leben eben. So passiert es auch, dass Finch bei Violet er selbst sein kann – ein verwegener, witziger und lebenslustiger Typ, nicht der Freak, für den alle ihn halten. Und es ist Finch, der Violet dazu bringt, jeden einzelnen Moment zu genießen. Aber während Violet anfängt, das Leben wieder für sich zu entdecken, beginnt Finchs Welt allmählich zu schwinden…

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Seitenzahl: 503

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Aus dem Amerikanischen

von Alexandra Ernst

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Die Originalausgabe erschien 2015

unter dem Titel »All the Bright Places«

bei Knopf Books for Young Readers, New York.

1.Auflage

Text copyright © 2015 by Jennifer Niven

© der deutschsprachigen Ausgabe 2015 by Limes Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

This translation published by arrangement with Random House

Children’s Books, a division of Random House LLC.

Satz: Buch-Werkstatt GmbH, Bad Aibling

ISBN 978-3-641-15848-4V001

www.limes-verlag.de

Für meine Mutter,

Penelope Niven,

dem strahlendsten aller Plätze

Die Welt zerbricht jeden, und nachher

sind viele an den zerbrochenen Stellen stark.

Ernest Hemingway

FINCH – Ich bin wieder wach. 6. Tag

Ist heute ein guter Tag zum Sterben?

Diese Frage stelle ich mir morgens beim Aufwachen. In der dritten Stunde, während Mr. Schroeder vor sich hin labert und ich versuche, die Augen offen zu halten. Beim Abendessen, als ich die Schüssel mit den grünen Bohnen weiterreiche. Nachts, wenn ich wach liege, weil mein Gehirn wegen all der vielen Gedanken nicht abschalten kann.

Ist heute der Tag?

Und wenn nicht heute, wann dann?

Das frage ich mich auch jetzt, sechs Stockwerke über der Erde, auf einem schmalen Sims. Ich bin so hoch oben, dass ich mich praktisch schon im Himmel befinde. Ich schaue hinunter auf den Asphalt, und die Welt legt sich schräg. Ich schließe die Augen, genieße das Drehen und Kreiseln in meinem Kopf. Vielleicht mache ich es diesmal tatsächlich – lasse mich von der Luft wegtragen. Es wäre so, als würde man in einem Swimmingpool im Wasser treiben – wegschweben, bis da gar nichts mehr ist.

Ich kann mich nicht erinnern, hier hochgestiegen zu sein. Eigentlich erinnere ich mich an kaum etwas vor Sonntag, wenigstens nicht aus diesem Winter. Das passiert jedes Mal – Blackout und dann Aufwachen. Ich bin wie dieser uralte Mann mit dem Bart, Rip Van Winkle. Jetzt seht ihr mich noch, dann plötzlich nicht mehr. Man könnte meinen, ich hätte mich langsam daran gewöhnt, aber dieses Mal war es noch schlimmer als sonst, weil ich ein paar Tage nicht geschlafen habe oder eine Woche oder auch zwei. An den Feiertagen habe ich geschlafen, am Erntedankfest, an Weihnachten und über Silvester und Neujahr. Ich kann nicht sagen, was diesmal anders war, aber als ich aufwachte, fühlte ich mich noch toter als gewöhnlich. Wach, ja, aber völlig leer, als ob mir jemand das Blut ausgesaugt hätte. Heute ist der sechste Tag von diesem Wachsein und meine erste Woche in der Schule seit dem 14. November.

Ich mache die Augen auf, und der Boden ist immer noch da, hart und beharrlich. Ich stehe auf dem Glockenturm der Schule, auf einem etwa zehn Zentimeter breiten Vorsprung. Der Turm ist ziemlich klein. Rings um die Glocke verläuft nur ein schmaler Betonstreifen. Dann kommt schon die niedrige Steinbrüstung, über die ich gestiegen bin. Hin und wieder stoße ich mit dem Bein dagegen, um mich zu vergewissern, dass sie noch da ist.

Meine Arme sind ausgebreitet, als ob ich eine Predigt halten würde. Diese mittelmäßig große und so unsagbar langweilige Stadt ist meine Gemeinde. »Meine sehr verehrten Damen und Herren!«, rufe ich. »Ich heiße Sie herzlich willkommen! Willkommen zu meinem Tod!« Vielleicht hätte ich besser sagen sollen, zu meinem Leben, weil ich doch gerade erst aufgewacht bin. Aber nur wenn ich wach bin, denke ich ans Sterben.

Ich rede wie ein greiser Lehrer, einschließlich der ruckartigen Kopfbewegungen und der zuckenden Betonung, und dabei hätte ich beinahe das Gleichgewicht verloren. Ich halte mich hinten an der Brüstung fest und bin froh, dass niemand herschaut, denn seien wir mal ehrlich: Es ist unmöglich, furchtlos zu wirken, wenn man sich wie eine Memme an die Brüstung klammert.

»Ich, Theodore Finch, ganz und gar nicht im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte, vermache hiermit all meine irdischen Besitztümer Charlie Donahue, Brenda Shank-Kravitz und meinen Schwestern. Alle anderen können mich mal am A… l…« Bereits im frühen Kindesalter wurde mir von meiner Mutter eingebläut, Schimpfwörter und Flüche – wenn wir sie denn benutzen müssen – zu buchstabieren. Oder nur den Anfangsbuchstaben auszusprechen. Das ist irgendwie hängen geblieben. Leider.

Obwohl es schon geläutet hat, lungern einige meiner Klassenkameraden immer noch unten vor dem Turm herum. Es ist die erste Woche vom zweiten Halbjahr des Abschlussjahrs, und die tun jetzt schon so, als ob sie mit der Schule fast fertig und auf dem Sprung wären. Einer von ihnen schaut zu mir hoch, als hätte er mich gehört, aber die anderen nicht, entweder weil sie mich nicht entdeckt haben, oder weil sie schon wissen, dass ich hier bin, und sich denken: Ach, na ja, das ist ja bloß Theodore Freak.

Dann wendet der Typ da unten sich ab und deutet in den Himmel. Erst denke ich, der meint mich, aber in diesem Moment sehe ich sie. Ein Mädchen. Sie steht ein paar Schritte von mir entfernt auf der anderen Seite des Turms, auch draußen auf dem Vorsprung. Ihre dunkelblonden Haare wehen, und ihr Rock bauscht sich wie ein Fallschirm. Obwohl es gerade mal Januar ist, trägt sie keine Schuhe, sondern steht in Strumpfhosen auf dem kalten Stein. Ihre Stiefel hat sie in der Hand. Sie starrt entweder auf ihre Füße oder auf den Boden weit unter ihr. Schwer zu sagen. Sie steht da wie erstarrt.

Mit meiner normalen Stimme, ohne den Lehrerton, sage ich so ruhig wie möglich: »Glaub mir, Runtergucken ist eine ziemlich blöde Idee.«

Ganz langsam dreht sie mir den Kopf zu. Ich kenne sie, zumindest habe ich sie schon in der Schule gesehen. Ich kann mir den nächsten Satz nicht verkneifen. »Kommst du oft hierher? Denn, weißt du, das ist eigentlich mein Stammplatz, und ich kann mich nicht erinnern, dich schon mal hier gesehen zu haben.«

Sie lacht nicht, sie blinzelt nicht mal. Sie schaut mich nur durch diese klobige Brille an, die beinahe ihr ganzes Gesicht zu bedecken scheint. Sie will einen Schritt rückwärts machen, und ihr Fuß stößt gegen die Brüstung. Sie schwankt ein bisschen, und ehe sie in Panik geraten kann, sage ich: »Ich weiß nicht, was dich hier herauf führt, aber meiner Ansicht nach sieht die Stadt von hier oben viel hübscher aus, die Leute wirken netter, und selbst die Schlimmsten machen irgendwie einen freundlichen Eindruck. Bis auf Gabe Romero und Amanda Monk und den Rest der Meute, mit der du so rumhängst.«

Ihr Name ist Violet Irgendwas. Sie ist Cheerleader und angesagt, eins von den Mädchen, von denen man nicht im Traum denkt, dass man sie irgendwann mal auf einem Sims sechs Stockwerke über der Erde treffen würde. Hinter der hässlichen Brille ist sie hübsch, beinahe wie eine Porzellanpuppe. Große Augen, ein liebes, herzförmiges Gesicht, ein Mund, der sich gerne zu einem perfekten kleinen Lächeln verziehen würde. Sie ist die Art Mädchen, die mit Ryan Cross ausgeht, dem Baseball-Star, und mit Amanda Monk und den anderen Bienenköniginnen beim Mittagessen an einem Tisch sitzt.

»Aber seien wir ehrlich, wir sind nicht wegen der Aussicht hier. Du heißt Violet, stimmt’s?«

Sie blinzelt einmal, und ich deute das als Ja.

»Theodore Finch. Ich glaube, wir hatten letztes Jahr irgendeinen Kurs zusammen. Mathe, nicht wahr?«

Sie blinzelt noch einmal.

»Ich hasse Mathe, aber das ist nicht der Grund, warum ich hier oben bin. Falls das dein Grund ist, bitte schön, ich möchte dir nicht zu nahe treten. Vermutlich bist du in Mathe besser als ich, aber das ist okay. Ich punkte mit anderen Dingen, Gitarrespielen zum Beispiel oder Sex, und darüber hinaus bin ich für meinen Vater eine ständige Enttäuschung, um nur einige meiner Vorzüge zu nennen. Übrigens glaube ich, dass man es im echten Leben kaum gebrauchen kann. Mathe, meine ich.«

Ich rede immer weiter, aber so langsam gehen mir die Ideen aus. Meine Rede ist nicht das Einzige, was Probleme macht; ich muss dringend pissen. (Mentales Post-it: Bevor man sich das Leben nimmt, Toilette aufsuchen.) Außerdem fängt es an zu regnen, und das Wasser wird sich bei den Temperaturen in null Komma nichts in Graupel verwandeln.

»Es regnet«, sage ich, als ob sie das nicht merken würde. »Das ist gar nicht so schlecht, dann spült der Regen das Blut weg, und es gibt keine ganz so schlimme Schweinerei, wenn man unsere Leichen wegbringt. Aber wo ich gerade darüber nachdenke – na ja, ich bin nicht unbedingt eitel, aber ich bin ein Mensch, und … ich weiß ja nicht, wie du darüber denkst, aber ich will bei meiner Beerdigung nicht aussehen, als ob ich in einen Schredder geraten wäre.«

Sie zittert, ich weiß nicht, ob vor Kälte oder vor Angst. Langsam schiebe ich mich auf sie zu und hoffe inständig, dass ich nicht abrutsche und runterfalle, denn mich vor diesem Mädchen zum Affen zu machen, ist das Letzte, was ich will. »Ich habe klipp und klar gesagt, dass ich eingeäschert werden will, aber meine Mom hält nichts davon.« Und mein Dad wird tun, was sie sagt, damit er sie nicht noch mehr aufregt, als er es in der Vergangenheit sowieso schon getan hat, und außerdem bist du viel zu jung, um über so etwas nachzudenken. Du weißt doch, dass Grandma Finch neunundachtzig Jahre alt wurde, und wir müssen doch nicht jetzt darüber reden, Theodore, reg bitte deine Mutter nicht auf.

»Was bedeutet, dass mein Sarg bei meiner Beerdigung offen sein wird, was wiederum bedeutet, dass ich keinen besonders hübschen Anblick bieten werde, wenn ich jetzt springe. Außerdem mag ich mein Gesicht, wenn es heil ist, zwei Augen, eine Nase, ein Mund, gesunde Zähne, die – wenn ich ehrlich bin – mein ganzer Stolz sind.« Ich lächle, damit sie sieht, was ich meine. Zwei perfekte Zahnreihen, zumindest an der Außenseite.

Sie sagt nichts, also rücke ich weiter vor und rede auf sie ein. »Aber am meisten tut mir der Bestattungsunternehmer leid. Was für ein Scheißjob das sein muss, auch ohne ein Arschloch wie mich auf dem Leichentisch liegen zu haben!«

Unter uns ruft jemand: »Violet? Ist das Violet da oben?«

»O Gott«, sagt sie. Sie sagt es so leise, dass ich es kaum höre. »OGottoGottoGott.« Der Wind fährt in ihre Haare und in ihren Rock, und es sieht so aus, als ob sie jeden Moment davonfliegen würde.

Von unten dringt eine Art Summen zu uns herauf, und ich rufe: »Versuch nicht, mich zu retten! Du wirst am Ende noch selbst abstürzen!« Dann sage ich leise zu ihr: »Hör zu, wir machen Folgendes.« Ich bin fast bei ihr. »Ich will, dass du deine Schuhe in Richtung Glocke wirfst, und dann hältst du dich an der Brüstung fest. Pack sie mit beiden Händen, und wenn du sie hast, lehn dich dagegen. Dann heb den rechten Fuß und steig drüber. Alles klar?«

»Okay.« Sie nickt und hätte beinahe das Gleichgewicht verloren.

»Nicht nicken.«

»Okay.«

»Und egal, was du tust, geh nicht in die falsche Richtung. Nicht nach vorne treten statt nach hinten. Ich zähle. Auf drei. Klar?«

»Okay.« Sie wirft die Stiefel zur Glocke hin, wo sie mit zwei dumpfen Schlägen landen.

»Eins. Zwei. Drei.«

Sie greift nach der Steinbrüstung und fällt förmlich dagegen. Dann hebt sie ihr Bein und stellt es auf der anderen Seite ab, sodass sie nun rittlings auf der Brüstung sitzt. Sie blickt nach unten auf den Asphalt, und ich merke, dass sie wieder erstarrt. Schnell rede ich weiter. »Gut. Großartig. Aber du darfst nicht runtergucken.«

Langsam hebt sie den Blick zu mir und streckt dann ihr Bein aus, tastet mit dem rechten Fuß nach dem Boden des Glockenturms. Als der Fuß steht, sage ich: »Jetzt zieh dein linkes Bein nach, egal wie. Aber lass auf keinen Fall die Brüstung los.« Mittlerweile zittert sie so sehr, dass ich ihr Zähneklappern hören kann. Aber es gelingt ihr, den linken Fuß neben den rechten zu setzen. Sie ist in Sicherheit.

Bleibe nur noch ich übrig. Ich schaue hinunter, ein letztes Mal, vorbei an meinen Füßen, Schuhgröße 47, die einfach nicht aufhören wollen zu wachsen – heute trage ich Sneakers mit neongrünen Schnürsenkeln –, vorbei an den offenen Fenstern im vierten Stock, vorbei am dritten und zweiten Stock, vorbei an Amanda Monk, die hämisch lachend auf den Stufen zum Eingang steht und wie ein Pferd die blonde Mähne schüttelt. Sie hält ihre Bücher über ihren Kopf und versucht, sich vor dem Regen zu schützen und gleichzeitig zu flirten.

Ich schaue an allem vorbei auf den Boden, der jetzt glänzend und nass ist, und stelle mir vor, ich würde dort liegen.

Ich könnte einfach einen Schritt nach vorn machen. Eine Sekunde, dann wäre alles vorbei. Nicht länger Theodore Freak sein. Kein Leid mehr. Gar nichts mehr.

Ich will die unliebsame Unterbrechung durch die Lebensrettung hinter mich bringen und zu meinem eigentlichen Vorhaben zurückkehren. Und für einen kurzen Augenblick spüre ich es: den Frieden und die Leere im Geist, als ob ich bereits tot wäre. Ich bin federleicht und frei. Nichts und niemanden, den ich fürchten müsste, nicht einmal mich selbst.

Da sagt eine Stimme hinter mir: »Hör mir zu: Halt dich an der Brüstung fest, und wenn du sie hast, dann lehn dich dagegen. Heb dein rechtes Bein und setze es auf der anderen Seite wieder ab.«

Wie ein Windstoß geht der Moment vorüber, ist schon Vergangenheit, und jetzt kommt mir die ganze Sache auf einmal ziemlich blödsinnig vor – bis auf die Vorstellung, wie dumm Amanda aus der Wäsche geguckt hätte, wenn ich an ihr vorbeigesegelt wäre. Bei dem Gedanken muss ich lachen. Ich lache so heftig, dass ich beinahe gefallen wäre, und das macht mir Angst – ich habe wirklich und wahrhaftig Angst! –, und ich wedele mit den Armen, und Violet packt mich gerade in dem Moment, in dem Amanda nach oben schaut. »Spinner!«, ruft jemand. Amandas Horde grinst. Sie legt die Hände trichterförmig an ihren großen Mund. »Alles klar bei dir, Vi?«

Violet beugt sich über die Brüstung, wobei sie immer noch meine Beine festhält. »Alles klar!«

Die Tür zum Treppenabgang geht auf, und heraus kommt mein bester Freund Charlie Donahue. Charlie ist schwarz. Nicht schokoladenbraun, sondern rabenschwarz. Und er legt mehr Mädchen flach als irgendjemand sonst, den ich kenne.

»Heute gibt’s Pizza«, sagt er, als ob ich nicht auf einem schmalen Sims sechs Stockwerke über der Erde stehen würde, die Arme ausgebreitet und ein Mädchen um die Beine gewickelt.

»Warum bringst du’s nicht endlich hinter dich, Freak?«, schreit Gabe Romero, besser bekannt als Roamer, besser bekannt als Blödarsch, zu uns herauf. Und erntet damit weiteres Gelächter.

Weil ich in zwei Stunden eine Verabredung mit deiner Mutter habe, denke ich, spreche es aber nicht aus, denn – seien wir ehrlich – der Spruch wäre echt lahm. Und außerdem würde er dann hochkommen und mir ins Gesicht schlagen und mich vom Turm werfen, was ich genauso gut selbst erledigen könnte.

Stattdessen rufe ich laut: »Danke, dass du mich gerettet hast, Violet! Ich weiß nicht, was ich getan hätte, wenn du nicht aufgetaucht wärst. Ich vermute, dann wäre ich jetzt tot!«

Das Gesicht, das ich nun unten vor dem Turm sehe, ist das von Mr. Embry, dem psychologischen Berater der Schule. Er wirft einen Blick nach oben, und ich denke: Na toll.

Ich lasse mir von Violet über die Brüstung helfen, bis ich sicher auf dem Boden stehe. Von unten erklingt Applaus, der nicht mir gilt, sondern Violet, der Heldin. Von Nahem betrachtet, ist ihre Haut weich und glatt, makellos bis auf zwei Sommersprossen auf ihrer rechten Wange, und ihre Augen sind graugrün. Bei ihrem Anblick muss ich an den Herbst denken. Es sind die Augen, die mich gefangen nehmen. Sie sind groß und eindringlich, als würden sie alles sehen. Sie sind warm und gleichzeitig sachlich, als ob sie sagen wollten: Treib keine Spielchen mit mir. Augen, die in einen hineinblicken können trotz der Brille. Violet ist hübsch und groß, aber nicht zu groß, mit langen, ruhelosen Beinen und runden Hüften, was ich an einem Mädchen mag. Mädchen mit der Figur eines Kerls kann ich nicht leiden.

»Ich habe bloß hier gesessen«, sagt sie. »Hier auf der Brüstung. Ich wollte nicht …«

»Darf ich dich mal was fragen? Glaubst du, dass es so was wie einen perfekten Tag gibt?«

»Was?«

»Einen perfekten Tag. Von Anfang bis Ende. Wenn nichts Schlimmes oder Trauriges oder Normales passiert. Glaubst du, so was ist möglich?«

»Ich weiß nicht.«

»Hattest du jemals einen?«

»Nein.«

»Ich auch nicht. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf.«

Sie flüstert: »Danke, Theodore Finch.« Sie stellt sich auf die Zehenspitzen und küsst mich auf die Wange. Ich kann ihr Shampoo riechen, das mich an Blumen erinnert. Sie flüstert weiter, direkt in mein Ohr: »Wenn du irgendjemandem davon erzählst, bringe ich dich um.« Die Stiefel in der Hand, hastet sie davon, raus aus dem Regen und durch die Tür, die zu den dunklen, klapprigen Stufen führt, von wo aus man schließlich in einen der viel zu hellen und zu überfüllten Gänge des Schulgebäudes gelangt.

Charlie schaut ihr nach, und als die Tür hinter ihr zuschlägt, dreht er sich zu mir um. »Mann, warum hast du das gemacht?«

»Weil wir alle eines Tages sterben müssen. Ich will einfach vorbereitet sein.« Das ist natürlich nicht der wahre Grund, aber ihm wird es genügen. Um die Wahrheit zu sagen, gibt es eine Menge Gründe, die von Tag zu Tag wechseln, da wären zum Beispiel die dreizehn Viertklässler, die Anfang der Woche starben, als irgendein Amokschütze in ihre Turnhalle gestürmt kam und das Feuer eröffnete, oder das Mädchen, das zwei Klassen unter mir war und an Krebs starb, oder der Mann, der kürzlich vor dem Kino im Einkaufszentrum seinen Hund getreten hat. Oder mein Vater.

Charlie denkt es vermutlich, aber wenigstens spricht er es nicht aus. Spinner. Deshalb ist er mein bester Freund. Abgesehen davon, dass ich ihm dafür dankbar bin, verbindet uns kaum etwas.

Im Prinzip bin ich im Augenblick auf Bewährung in der Schule. Grund dafür ist ein unbedeutender Vorfall mit einem Schreibtisch und einer Tafel. (Für die Akten: Eine Tafel zu ersetzen ist teurer, als man glaubt.) Ein weiterer Grund ist ein Vorfall während einer Schulversammlung, als eine Gitarre zu Bruch ging, dann war da noch ein nicht genehmigtes Feuerwerk und vielleicht die eine oder andere Prügelei. Infolgedessen habe ich mich freiwillig auf einige Zugeständnisse eingelassen: wöchentliche Beratungsgespräche, einen Notendurchschnitt von 2+ und Teilnahme an einem Workshop. Ich habe mir Makramee ausgesucht, weil ich der einzige Junge zwischen zwanzig zumindest halbwegs heißen Mädchen bin. Ich fand, das sei ein recht gutes Verhältnis. Außerdem muss ich mich anständig benehmen, mit meinen Mitschülern zurechtkommen, darf nicht mehr mit Tischen um mich werfen und muss mich insgesamt von jeglichen »gewalttätigen Handlungen« lossagen. Und ich muss immer, immer, wirklich immer – egal, was Sache ist – meine Zunge im Zaum halten, denn darin liegt die Wurzel allen Übels. Wenn ich noch irgendeinen Sch… baue, fliege ich von der Schule.

Im Büro des psychologischen Beraters melde ich mich bei der Sekretärin an und setze mich auf einen der harten Holzstühle, bis Mr. Embry Zeit für mich hat. Ich kenne Embryo (so nenne ich ihn insgeheim): Er wird wissen wollen, was zum Teufel ich auf dem Glockenturm zu suchen hatte. Wenn ich Glück habe, reicht die Zeit nicht, um mehr als das zu besprechen.

Nach ein paar Minuten winkt er mich herein. Er ist ein kleiner, dicker Mann, gebaut wie ein Stier. Als er die Tür zuzieht, verschwindet sein Lächeln. Er setzt sich hinter den Schreibtisch, stützt die Unterarme auf die Tischplatte und fixiert mich, als ob ich ein Verdächtiger wäre, den man zu einem Geständnis zwingen müsste. »Was zum Teufel hattest du auf dem Glockenturm zu suchen?«

Was ich an Embryo mag – abgesehen davon, dass er ungeheuer berechenbar ist –, ist seine Art, gleich auf den Punkt zu kommen. Ich kenne ihn seit meinem zweiten Jahr auf der Highschool.

»Ich wollte die Aussicht genießen.«

»Wolltest du runterspringen?«

»Aber doch nicht an einem Pizza-Tag! Niemals an einem Pizza-Tag, weil das einer von den besseren Tagen der Woche ist.« Ich sollte erwähnen, dass ich ein Meister der Ablenkung bin. Ich bin so gut darin, dass ich im Handumdrehen ein Stipendium in diesem Fach bekommen und meinen Abschluss mit Auszeichnung bestehen würde. Aber wozu sich die Mühe machen? Ich weiß schon alles, was es darüber zu wissen gibt.

Ich bin gespannt, ob er auf Violet zu sprechen kommt, aber stattdessen sagt er: »Ich muss wissen, ob du vorhattest, dir etwas anzutun. Ich meine es ernst, verdammt noch mal. Wenn der Schulleiter davon erfährt, bist du weg vom Fenster – mindestens. Ganz zu schweigen davon, du gehst vielleicht wieder da hoch und springst diesmal wirklich. Dann habe ich ein Strafverfahren am Hals, und glaube mir, bei dem Gehalt, das mir der Staat bezahlt, kann ich mir das wirklich nicht leisten! Und das gilt für den Glockenturm oder den Purina Tower oder irgendein anderes Gebäude, egal ob es sich auf dem Schulgelände befindet oder nicht.«

Ich streiche mir über das Kinn, als würde ich angestrengt nachdenken. »Der Purina Tower, keine schlechte Idee.«

Er zuckt nicht mit der Wimper, sondern funkelt mich nur böse an. Wie die meisten Leute im Mittleren Westen hat auch Embryo keinen Humor, besonders dann nicht, wenn es um sensible Themen geht. »Nicht lustig, Mr. Finch. Das ist wirklich nicht zum Lachen.«

»Nein, Sir, tut mir leid.«

»Was niemand, der einen Selbstmord plant, bedenkt, sind die Nachwirkungen. Nicht nur die Eltern und Geschwister, sondern die Freunde, die Freundinnen, Klassenkameraden, Lehrer.« Mir gefällt seine Annahme, dass sich in meinem Dunstkreis so viele Leute aufhalten und dass er nicht nur von einer, sondern von mehreren Freundinnen ausgeht.

»Ich habe bloß Quatsch gemacht. Ich muss zugeben, es war womöglich nicht der beste Aufenthaltsort für die erste Stunde.«

Er nimmt eine Akte zur Hand und wirft sie vor sich auf den Schreibtisch. Dann blättert er sie durch. Ich warte, während er liest, und dann schaut er mich wieder an. Ich frage mich, ob er die Tage bis zu den Sommerferien zählt.

Er steht auf wie ein Cop im Fernsehen und geht um seinen Schreibtisch herum, bis er dicht neben mir steht und über mir aufragt. Er beugt sich vor, die Arme vor der Brust verschränkt, und ich schaue an ihm vorbei auf der Suche nach dem verspiegelten Fenster, hinter dem die anderen Polizisten stehen und uns beobachten.

»Muss ich deine Mutter anrufen?«

»Nein. Und nochmals nein.« Und nochmals: Nein, nein, nein. »Hören Sie, es war dumm von mir. Ich wollte bloß sehen, wie es sich anfühlt, da oben zu stehen und runterzuschauen. Ich würde niemals vom Glockenturm springen.«

»Wenn das noch mal vorkommt, wenn du auch nur daran denkst, dann rufe ich sie an. Und du wirst einen Drogentest machen.«

»Ich weiß Ihre Fürsorge zu schätzen, Sir.« Ich gebe mir Mühe, ernsthaft zu klingen, denn ich möchte unter allen Umständen vermeiden, dass sich noch ein größerer, hellerer Scheinwerfer auf mich richtet und mich durch die Korridore der Schule und durch die anderen Bereiche meines Lebens verfolgt, soweit solche vorhanden sind. Und außerdem mag ich Embryo. Ganz ehrlich. »Was die Sache mit den Drogen angeht, das wäre reine Zeitverschwendung. Wirklich. Es sei denn, Zigaretten zählen auch dazu. Ich und Drogen? Keine gute Mischung. Glauben Sie mir, ich hab’s versucht.« Ich falte die Hände wie ein braver Junge. »Und die Angelegenheit mit dem Glockenturm, nun, da kann ich Ihnen versprechen, dass sich das nicht wiederholen wird, auch wenn es nicht das war, wofür Sie es halten.«

»Ganz richtig, es wird sich nicht wiederholen. Ich will dich zweimal pro Woche sehen, nicht nur einmal. Du kommst montags und freitags und redest mit mir, damit ich im Blick habe, wie du dich machst.«

»Sosehr ich diese Gespräche mit Ihnen genieße, Sir – aber es geht mir gut.«

»Diese Entscheidung ist nicht verhandelbar. Und jetzt möchte ich mit dir über das Ende des letzten Halbjahrs reden. Du hast vier, beinahe fünf Wochen Unterricht versäumt. Deine Mutter sagt, du hättest mit einer Grippe flachgelegen.«

Er redet in Wahrheit von meiner Schwester Kate, aber das weiß er nicht. Sie war diejenige, die in der Schule angerufen hat, während ich weg war, Mom hat genug um die Ohren.

»Wenn sie das sagt, sollten wir ihr nicht widersprechen, nicht wahr?«

Tatsache ist, dass ich von einer Krankheit befallen war, aber nicht von einer, die so einfach zu erklären ist wie Grippe. Meiner Erfahrung nach haben die Leute mehr Mitgefühl, wenn sie sehen können, wie man leidet, und zum hunderttausendsten Mal wünsche ich mir, ich hätte Masern oder Mumps oder irgendeine andere, problemlos zu begreifende Krankheit, nur um es mir leichter zu machen. Mir und auch allen anderen. Alles wäre besser als die Wahrheit: Ich war wieder weggetreten. Alles in mir war leer. Erst drehte sich alles, dann wanderte mein Geist im Kreis wie ein alter, steifbeiniger Köter, der versucht, sich hinzulegen. Und dann wurde das Licht ausgeknipst, und ich ging schlafen, aber nicht so wie das andere Leute jede Nacht tun. Es war ein langer, dunkler Schlaf ohne jeden Traum.

Embryo verengt noch einmal die Augen und starrt mich bohrend an, als ob er mich mit seinem Blick zum Schwitzen bringen will. »Und können wir darauf zählen, dass du in diesem Halbjahr anwesend bist und keinen Ärger machst?«

»Garantiert.«

»Und dass du dem Unterricht aufmerksam folgst?«

»Ja, Sir.«

»Ich werde die Krankenschwester bitten, einen Drogentest vorzubereiten.« Mit dem Finger durchsticht er die Luft und deutet auf mich. »Mit Bewährung ist eine Zeit gemeint, in der man prüft, ob jemand für etwas geeignet ist, eine Zeit, in der man sich bewähren muss. Schlag es nach, wenn du mir nicht glaubst. Und bleib am Leben, wenn ich bitten darf!«

Was ich ihm nicht sage, ist: Ich will am Leben bleiben. Und der Grund, warum ich es nicht sage, ist folgender: Aufgrund der dicken Akte vor ihm auf dem Schreibtisch wird er mir nie im Leben glauben. Und es gibt noch etwas, das er mir nicht glauben würde: Ich kämpfe, um hierzubleiben, in dieser beschissenen, verkorksten Welt. Wenn ich auf einem schmalen Sims hoch oben über allem stehe, geht es nicht ums Sterben. Es geht darum, die Kontrolle zu behalten. Es geht darum, nie mehr einzuschlafen.

Embryo stapft um den Tisch herum und greift sich eine Handvoll Broschüren mit dem Aufdruck: Schwere Zeiten für Teenager. Dann sagt er mir, ich sei nicht allein, ich könne jederzeit mit ihm reden, seine Tür stünde mir immer offen, er sei immer für mich da, und wir würden uns am Montag wiedersehen. Lieber Embryo, herzlichen Dank, aber all das ist kein Trost für mich. Doch statt es auszusprechen, danke ich ihm, allein schon wegen der Augenringe und der Raucherfalten, die sich um seinen Mund eingegraben haben. Vermutlich wird er sich eine Zigarette anstecken, sobald ich den Raum verlassen habe. Ich nehme die Broschüren und überlasse ihn seinem Laster. Violet erwähnt er mit keinem Wort, und dafür bin ich dankbar.

VIOLET – 154 Tage bis zum Schulabschluss

Freitagmorgen. Büro von Mrs. Marion Kresney, psychologische Beraterin der Schule. Mrs. Kresney hat kleine freundliche Augen und ein Lächeln, das viel zu groß für ihr Gesicht ist. Laut der Urkunde an der Wand über ihrem Kopf ist sie seit fünfzehn Jahren an der Bartlett High. Dies ist unsere zwölfte Sitzung.

Mein Herz ist immer noch in Aufruhr, und meine Hände zittern, weil ich da oben gestanden habe. Mir ist durch und durch kalt, und ich will nichts weiter als mich hinlegen. Ich warte darauf, dass Mrs. Kresney sagt: Ich weiß, was du in der ersten Stunde getan hast, Violet Markey. Deine Eltern sind schon hierher unterwegs. Die Ärzte stehen bereit, um dich in die nächste geschlossene Anstalt zu begleiten.

Aber wir fangen an wie immer.

»Wie geht es dir, Violet?«

»Gut. Und Ihnen?« Ich setze mich auf meine Hände.

»Mir geht es auch gut. Aber reden wir über dich. Ich möchte gerne wissen, wie du dich fühlst.«

»Gut.« Bloß weil sie es noch nicht angesprochen hat, heißt das noch lange nicht, dass sie es nicht weiß. Sie stellt so gut wie nie irgendwelche direkten Fragen.

»Wie schläfst du im Moment?«

Die Albträume fingen etwa einen Monat nach dem Unfall an. Sie fragt jedes Mal danach, wenn wir uns sehen, weil ich den Fehler gemacht habe, sie meiner Mutter gegenüber zu erwähnen, die wiederum brühwarm Mrs. Kresney davon erzählt hat. Die Albträume sind einer der Gründe, warum ich hier bin und warum ich meiner Mom so gut wie nichts mehr erzähle.

»Ich schlafe gut.«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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