Alle wichtigen Bücher handeln von Gott -  - E-Book

Alle wichtigen Bücher handeln von Gott E-Book

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Beschreibung

Seit ungefähr 20 Jahren thematisiert Kinder- und Jugendliteratur Fragen des Lebens und des Glaubens auf eine ansprechende und oft anspruchsvolle Weise. Zunehmend wird sie zu einem wichtigen Medium religiösen Lernens - und zu einem Gegenstand theologischer Forschung. Der Band eröffnet exemplarische Einblicke in Fragen der religionspädagogischen Rezeption von Kinder- und Jugendliteratur. Auf eine gerade an interreligiösen Fragen interessierte Bestandsaufnahme kinder- und jugendliterarischer Werke (Georg Langenhorst) folgen eine theologische Interpretation von Fantasy-Literatur (Christina Heidler) sowie eine Analyse religionsdidaktischer Möglichkeiten der Arbeit mit Kinder- und Jugendliteratur (Anne Holterhues). Der Band schließt mit Überlegungen zur Frage, was sich von Kinder- und Jugendbüchern theologisch lernen lässt (Markus Tomberg).

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Seitenzahl: 234

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Fuldaer Hochschulschriften

Fuldaer Hochschulschriften

Im Auftrag der Theologischen Fakultät Fulda herausgegeben von Jörg Disse

in Zusammenarbeit mit Richard Hartmann

und Bernd Willmes

Markus Tomberg (Hrsg.)

Alle wichtigen Bücher handeln von Gott

Religiöse Spuren in

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über ‹http://dnb.d-nb.de› abrufbar.

1. Auflage 2016

© 2016 Echter Verlag GmbH, Würzburg

www.echter.de

Gestaltung: Hain-Team (www.hain-team.de)

ISBN

978-3-429-03964-6 (Print)

978-3-429-04870-9 (PDF)

978-3-429-06289-7 (ePub)

eBook-Herstellung und Auslieferung: Brockhaus Commission, Kornwestheimwww.brocom.de

Inhalt

Vorwort

Markus Tomberg

Gestatten: Gott! Religion in der Kinder- und Jugendliteratur unserer Zeit. Befund, Deutung und Perspektiven für religiöses Lernen

Georg Langenhorst

Adam und Eva, Hazel Grace und andere Protagonisten aktueller Jugendliteratur im Religionsunterricht – unterrichtspraktische Erfahrungen und Reflexionen

Anne Holterhues

Von „Harry Christmas“ bis zum „Haus des Teufels“ – religiöse Elemente in aktueller Fantasy-Literatur am Beispiel von J. K. Rowlings „Harry Potter“ und Cornelia Funkes „Tintenwelt“

Christina Heidler

Hoppla, hier kommt: G. Ott. Was sich von Kinder- und Jugendliteratur theologisch lernen lässt

Markus Tomberg

Register

Autorenverzeichnis

Vorwort

„Wovon handeln Bücher eigentlich?“1 Thomas, der an einem „Buch von allen Dingen“2 schreibt, gibt sich nicht mit kleinen Fragen und speziellen Themenbereichen ab. Ihn interessiert das Grundsätzliche. Deshalb ein Buch von allen Dingen. Deshalb die Frage nach dem, was ein Buch zum Buch macht.

Für Thomas liegen die Dinge zudem komplizierter als für andere Menschen. Alle Dinge: Zu denen gehört auch das Unsichtbare. „Thomas sah Dinge, die sonst niemand sah.“3 Die Antwort seines Vaters auf die grundsätzliche Frage nach dem Wesen des Buches kann deshalb kaum verwundern: „‚Alle wichtigen Bücher handeln von Gott‘“,4 so seine Meinung, die Thomas’ Frage, die auch die unwichtigen Bücher einschließt, natürlich nicht beantwortet, sondern eine Spannung offenbart. Aus dieser Spannung speist sich Guus Kuijers fulminantes Kinderbuch „Das Buch von allen Dingen“, das tatsächlich auch von Gott handelt5 ebenso wie vom „Herr[n] Jesus“6, in dem Engel Tränen vergießen7 und Gottesdienste den Geruch des Todes atmen.8

Und natürlich gibt es jede Menge Bücherschränke.9Kuijers „Das Buch von allen Dingen“ intoniert so zahlreiche Themen, die aktuelle Kinder- und Jugendliteratur zu einem religionspädagogisch hochinteressanten Forschungsgebiet machen. Religiöse Themen begegnen intertextuell vernetzt, Texte eröffnen Resonanzräume für andere Texte und schließen die Bibel dabei nicht aus, sondern gerade ein – und spielen sie ein in aktuell relevante Bedeutungszusammenhänge und Lebenswelten. Umgekehrt spiegelt Literatur diese Welten, markiert Zusammenhänge, macht Verborgenes sichtbar und auf Abseitiges aufmerksam. Sie erweist sich damit sowohl didaktisch und als auch zeitdiagnostisch von großem Wert.

Für Kinder- und Jugendliteratur gilt dies in besonderem Maße, ist sie doch gleichsam von Haus aus didaktisch konfiguriert. Sie zielt auf die Lebens- und Lesewelten heranwachsender Menschen, will Orientierung geben und Entspannung ermöglichen – und das nah am Puls der Leserinnen und Leser wie der Welt, in der sie leben. Und erstaunlich unbefangen widmet sich diese Literatur inzwischen religiösen Fragen, experimentiert mit religiöser Sprache und sieht in der Welt des Religiösen eine Option, mit der jugendliche Leser zu konfrontieren lohnt.

Das Kontaktstudium der Theologischen Fakultät Fulda hat sich deshalb im Sommersemester 2015 der Kinder- und Jugendliteratur gewidmet. Die vier Vorlesungen sind in diesem Band in überarbeiteter und bibliographisch ergänzter Form zusammengetragen: Georg Langenhorst sichtet aktuelle kinder- und jugendliterarische Werke und gibt wichtige Hinweise zum Forschungsstand der religionspädagogischen Rezeption von Kinder- und Jugendliteratur. Anne Holterhues gewährt am Beispiel von Jutta Richters Erzählung „Der Anfang von Allem“ sowie John Greens Roman „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ religionspädagogisch reflektierte Einsicht in die Praxis des jugendliterarischen Religionsunterrichts. Christina Heidler nimmt das Phänomen der derzeit sehr beliebten Fantasy-Literatur in den Blick und analysiert die „Tintenwelt“-Trilogie von Cornelia Funke und die Welt der „Harry-Potter“-Romane von Joanne K. Rowling. Markus Tomberg schließlich untersucht den Beitrag von Kinder- und Jugendliteratur für den theologischen Diskurs der Gegenwart und fragt nach der Wahrheitsfähigkeit fiktionaler Texte. Ein von Konstanze Kortüm erarbeitetes Register der in diesem Band aufgeführten kinder- und jugendliterarischen Texte soll die praktische Arbeit mit diesem Buch erleichtern.

„Das Buch von allen Dingen“ endet mit einem Vorleseklub und einer ernüchternden Erkenntnis. Thomas hat es nicht leicht mit seinem strengreligiösen Vater, der die Bibel wörtlich nimmt und dem das Strafen leicht von der Hand geht. Und auch der Herr Jesus kann ihm da nicht helfen. „‚Kannst du Papa helfen?‘“, fragt Thomas. Und Jesus antwortet:

„‚Ich fürchte, nein.‘ Das war schade, aber Thomas sah ein, dass es bei manchen Menschen schwierig war, sie zu erlösen. Man konnte vom Herrn Jesus nichts Unmögliches verlangen.“10

Diese und weitere literarische Provokationen zu entdecken, an- und aufzunehmen lädt der Band ein – sie machen Bücher zwar nicht generell, auf jeden Fall aber religionspädagogisch zu relevanten Büchern!

Fulda, im Februar 2016

Markus Tomberg

1    Guus KUIJER: Das Buch von allen Dingen. Hamburg : Oetinger, 2011, S. 9.

2    Ebd., S. 8, Herv. i. Orig.

3    Ebd.

4    Ebd., S. 9.

5    Vgl. ebd., S. 16 f. u. ö.

6    Ebd., S. 23 u. ö.

7    Vgl. ebd., S. 14 u. 17.

8    Ebd., S. 12.

9    Ebd., S. 21. Vgl. Wolfgang LÖFFLER: Bibliotheken als Motiv der Fantastischen Kinder- und Jugendliteratur. In: Jörg KNOBLOCH ; Gudrun STENZEL (Hrsg.): Zauberland und Tintenwelt: Fantastik in der Kinder- und Jugendliteratur. Weinheim : Juventa, 2006 (Beiträge Jugendliteratur und Medien ; 17. Beiheft), S. 98–108.

10    Ebd., S. 93.

Gestatten: Gott! Religion in der Kinder- und Jugendliteratur unserer Zeit

Befund, Deutung und Perspektiven für religiöses Lernen

Georg Langenhorst

Drei Blitzlichter aus der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur zu Beginn:

Im Jahr 2013 erscheint in der bewährten Reihe kinderphilosophischer Foto-Text-Bücher der Band „Was, wenn Gott einer, keiner oder viele ist?“ In zwölf Gegensatzpaaren zeigen Oscar Brenifier und Jacques Desprès auf, wie sich die Menschen in den unterschiedlichen Religionen und Denkwelten Gott vorstellen. Auf jeweils einer Doppelseite werden solche Vorstellungen einander gegenübergestellt und kurz charakterisiert. Die für die Buchreihe typischen, futuristisch anmutenden Computergrafiken setzen die jeweiligen Gottesbilder in verfremdende, aber erkenntniserleichternde Illustrationen um. Am Ende des Buches – nach der nicht wertenden Aneinanderreihung verschiedener Vorstellungen – steht die Frage: „Und du?“1 Sie regt Kinder dazu an, sich über eigene tragfähige Gottesvorstellungen selbst Gedanken zu machen.

2015: Die in Zürich und Berlin lebende Judaistin und Literaturwissenschaftlerin Eva Lezzi legt zusammen mit der Fotografin und Grafikerin Anna Adam mit „Beni und die Bat Mitzwa“ den Abschluss einer kleinen dreiteiligen Reihe vor, deren erste Bände „Beni, Oma und das Geheimnis“ 2010 bzw. „Chaos zu Pessach“2 2012 erschienen waren. Geeignet für Kinder ab sechs Jahren nehmen sie uns hinein in das Leben des jüdischen Jungen Beni, der mitten im Alltagschaos einer westlichen Großstadt mit seiner realitätsnah und sympathisch dargestellten Familie einerseits wie andere Kinder auch, andererseits als religiös praktizierender Jude lebt. Unaufdringlich wird all das humorvoll – und gänzlich ohne pädagogisch-didaktische Aufdringlichkeit – erzählt und bebildert, was ein jüdisches Leben in Deutschland heute auszeichnen kann.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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