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Ich wurde wahrscheinlich am 21.04.1958 in Hannover geboren. Sehr früh empfand ich ein Gespür für die Natur und die Umwelt. Daher wurde mein Beruf der Forstwirt. Erst Jahre später durch das Projekt "Lebensgeschichten Inklusiv(e)" bei Stellwerk e.V. wurde mein Innerstes angeregt Kurzgeschichten zu schreiben. Sie sind gedacht zum nachdenken, schmunzeln und dergleichen. Manchmal sind es auch kritische Geschichten. Viel Spaß dabei und alles gute für den Leser.
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Seitenzahl: 78
Veröffentlichungsjahr: 2023
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Vorwort
Das Baumhaus
Der Grill im Park
Der sprechende Garten
Am Strand
Insel meiner Träume
Die Fähre
Der Tag als der Regen kam
Als die Wolken nicht mehr schwanger
Zauber des Herbstes
Eine Flocke namens Stella
Weihnachtseinkäufe mit Opa Huse
Hier kommt Paul Ehrlich
Platendorfer Moorfrauen
Die Verwandlung
Hörst du die Glocken
The Ghosttrain
Ich wurde wahrscheinlich am 21.04.1958 in Hannover geboren. Sehr früh empfand ich ein Gespür für die Natur und die Umwelt. Daher wurde mein Beruf der Forstwirt. Erst Jahre später durch das Projekt „Lebensgeschichten Inklusiv(e)“ bei Stellwerk e.V. wurde mein Innerstes angeregt Kurzgeschichten zu schreiben. Sie sind gedacht zum Nachdenken, schmunzeln und dergleichen. Manchmal sind es auch kritische Geschichten.
Viel Spaß dabei und alles Gute für die Leser*innen.
Ich erinnere mich noch ganz genau an meine Jugendzeit, wo wir als Kinder fast nur draußen gespielt haben. Es war mit die schönste Zeit meines Lebens. Wo die Natur noch urwüchsig und wild war. Alte Menschen saßen noch vor der Tür und unterhielten sich. Das Fernsehen befand sich noch in den Kinderschuhen.
Nahe unserem Wohnort befand sich ein kleines Wäldchen, dass immer wieder gern zum Spielen einlud. Nicht weit davon stand eine alte Holzhütte, in der einmal ein alter Mann wohnte, der vor einem Jahr verstorben war. Dort befanden sich noch viele gute Sachen. Alte Töpfe, Geschirr und noch gut erhaltene Bretter. Da meinte Robert spontan:
„Das wäre doch genug Material für ein Baumhaus!“
„Ja tolle Idee!“, stimmten wir alle begeistert zu. Es war mitten im Frühling. Innerhalb von ein paar Tagen schleppten wir das Material zu einem besonderen Baum. Es war eine Eiche. Sie eignete sich sehr gut, da sie in der Mitte der Krone nestartige Äste hatte. Der Älteste von uns, Harry, konnte schon mit Hammer und Nägeln umgehen. Wir bauten erst eine Leiter, um in die Krone zu gelangen, um von dort eine Art Seilzug zu befestigen. Inzwischen war schon Sommeranfang.
„Das ist ganz schön anstrengend!“, meinte Lisa und brachte am nächsten Tag kurzerhand eine Menge Eistee mit.
Das war eine willkommene Erfrischung. Langsam nahm das Baumhaus Form an. Sogar Fenster waren darin, ein alter Tisch und Stühle. Die beiden Mädchen sorgten für ein noch schöneres Ambiente, mit Gardinen und Decken. Ach, war das schön als es endlich fertig war und eingeweiht wurde! Es gab gekochte Eier und Brotstullen von zuhause. Ein paar verbotene Sachen waren auch dabei. Harry entwendete von seinem Opa Tabak und Blättchen. Das erste Mal in meinem Leben rauchte ich eine Zigarette. Das Rauchen bekam meinem Darm gar nicht gut. Am nächsten Tag war die Toilette mein Zuhause.
Es war so schön, wenn die Sonne schien in diese grüne Baumkrone.
„Guck mal Robert, wie die Eichhörnchen über die Äste springen, so fröhlich und besser als jeder Artist im Zirkus.“, rief ich ihm zu.
Um es dem Eichhörnchen nachzumachen, banden wir uns mit Seilen an den Ästen fest und schwangen uns wie Tarzan von Baum zu Baum. Nur schrien wir nicht dabei. Unser Maskottchen war ein Stoffbär. Manchmal gab es auch einige Schürfwunden oder blaue Flecken, was unseren Eltern gar nicht gefiel. Aber trotzdem war es eine glückliche Zeit. Nur ein Problem gab es. Der Sommer ist einfach viel zu kurz.
Einmal gab es ein schweres Gewitter mit Hagel und Sturm.
„Guckt mal Leute, dahinten wird es schon ganz schön schwarz!“
„Oh lasst uns von hier verschwinden, bevor ein Blitz einschlägt!“.
Da fing es auch schon an zu stürmen, mit Hagel und Starkregen.
„Schnell dahinten unter die Büsche.“
Wir hatten ganz schön die Hosen voll. Aber es ist noch mal gut gegangen, es sind nur ein paar Bretter von dem Dach heruntergefallen.
Es gab aber auch Kinder im Ort, die uns nicht so wohlgesonnen waren! Manchmal gab es eine Art Bandenkrieg. So auch das eine Mal! Da zog doch ein Teil von Ihnen dicht an unserem Baumhaus heran und rief tollkühn mit einer Stimme:
„Das Haus ist bald unser, kommt und kämpft ihr Schlappschwänze!“.
Wir kamen uns vor als hätten wir eine Ritterburg zu verteidigen. Los! Alle an die Waffen, Knüppel, Blumentöpfe und dergleichen. Es ging wild zu und einher mit manchen Fußtritten, Beulen überall, manchmal auch Schürfwunden.
„Au“
„Nein“
„Doch“
„Hilfe, Hilfe“
„Schnell weg hier“.
Der Sieg war unser, aber auch wir hatten viele Blessuren. Mir fehlte ein Zahn, und Harry hinkte. Auweia, das gibt zuhause ein Donnerwetter.
Einmal als Karneval war, verzauberten wir unsere Hütte mit bunten Luftschlangen und verkleideten uns. Lisa war ein Hühnchen und ich der Hahn. Paul hatte ein Affenkostüm an und hüpfte von Baum zu Baum. Es gab auch eine leckere Bohle mit Alkohol, das hätten wir lieber lassen sollen. Der nächste Tag war nicht unserer.
Dann irgendwann kam eine Zeit, da wir älter wurden und jeder plötzlich andere Interessen hatte. Die Schulzeit war vorbei und das Arbeitsleben begann. In späteren Jahren fuhr ich zu dem Wäldchen und erschrak! Unser Baumhaus war abgebrannt. Ich fand nur noch die Reste einer Tasse und ein paar Nägel. Aber die Erinnerung an diese schöne Zeit bleiben in meinem Herzen
Es gab ihn schon viele Jahre, den kleinen Grillwagen von August Lampe. Viele schätzten Ihn wegen seiner leckeren Bratwürste und Bouletten. Einige meinten, es seien die besten in der ganzen Stadt. August liebte seinen Beruf. Das herrliche grün im Frühling, das seinen Grill manchmal umwogte, wie ein Mantel der Glückseligkeit, das Zwitschern der Vögel, die sein Gemüt erhellten, die verschiedenen Menschen, jeder anders in seiner Art. Meist sehr freundlich, manchmal auch etwas ruppig.
Ein altes Ehepaar, das jeden Mittwoch vorbeikam sagte zu ihm:
„Na August, altes Haus, wir nehmen wie immer.“
„Bratwurst und Krautsalat!“
„Na klar, und für dich einen Kurzen.“, kicherte die Ehefrau.
„Aber nur einen.“, schob sie nach und streichelte ihrem Ehemann fürsorglich über das Haar, das sich silbern im Wind bewegte.
Jeden Tag gab es etwas Besonderes und das zu jeder Jahreszeit. Einmal kamen ein paar Jugendliche, die waren gar nicht dumm. Der eine lenkte August an die Seitentür. Ein anderer schnappte sich ein paar Bratwürste und weg waren sie. „Ach was solls! Diese Jugend. Ich komme eh nicht hinterher.“
Wenn es mal viel regnete und kaum Leute kamen, las er gerne „Der Herr der Ringe“ und fühlte sich wie in einem Elfenwald, umgeben von skurrilen Bäumen und Gestalten, die durchnässt mit ihren Hunden durch den Park liefen. Dann waren sie Hobbits und alle auf dem Weg zu einem Abenteuer. Dann auch mal wieder was Lustiges. Augusts guter Freund Paul, der gerne mal einen über den Durst trinkt, kam öfters zu Besuch. Nach etlichen Bieren und manchem Korn wurde seine Stimme immer recht undeutlich.
„August ‘hicks‘, ich sehe deinen Wagen sowas von doppelt, will dich dann immer umarmen, und dann biste weg.“, stammelte er, während er sich schwankten an die Theke des Wagens klammerte.
„Ich glaube es reicht Paul.“
Er zog ihn am Arm zu einem Schattenbaum. Kaum lag er, da schnarchte er schon wie ein Bär. Am Morgen darauf lag er immer noch da. August schüttete ihm ein Glas Wasser ins Gesicht.
„Was? Wo? Wieso?! Ach, oh, du bist es. Man habe ich Kopfschmerzen.“
„Ja, kein Wunder von den vielen Kurzen.“
August half ihm auf und sie gingen zu seinem Wagen.
„Hier ein Kaffee zum muntermachen.“
„Danke!“
Und dann zog er langsam und noch reichlich schwankend von dannen.
Um die Kunden bei Laune zu halten, muss man sich ab und zu mal was Kulinarisches einfallen lassen. Zum Beispiel leckere Fleischspieße mit Zwiebeln und Fenchelscheiben gespickt. Schon nach kurzer Zeit waren sie ausverkauft. Ja, so machte es Spaß, wenn die Leute es genießen können. Aber auch so mancher Hund, der mit seinem Herrchen oder Frauchen vorbeischaute, bekam sein Leckerchen. So gingen viele der Sommer und die Jahre dahin.
Auch der Herbst ist wunderschön, wenn die Blätter der Bäume sich froh wie leuchtende Fackeln in Rot und Gelb färben. Wenn die Sonne alles hell erleuchtet, ist das wie ein Atmen der Schöpfung. Manchmal gab es auch kleine Streitereien. Ein Ehepaar. Sagte er zu ihr:
„Probier mal die Wurst!“
Sie entgegnete klar: „Nein! Ich nehme lieber die Boulette!“
Er blieb hartnäckig. „Doch, hier, beiß mal!“
Sie blieb hartnäckiger: „Nein! Die Boulette!“
Stur wie eine Bergziege aß sie ihre Boulette und er schmiss ihr die Wurst wütend vor die Füße. August befürchtete schon, jetzt eskaliert es, da kam ein Hund vorbei und weg war sie.
„Dann schmeckt eben ihm die Bratwurst!“
„Hunde haben dich schon immer besser verstanden.“
Sie lächelten sich an und gingen Arm in Arm weg. Man könnte noch so viel berichten, es würde hunderte von Seiten füllen.
Einmal passierte etwas Gefährliches. Ein Mann mittleren Alters in einem langen Mantel, er sah aus wie Columbo, stand vor meinem Wagen und auf einmal zückte er eine Pistole und sagte eindringlich:
„Geld her oder es geht dir schlecht!“
Was tun, wenn die Pistole nun echt ist? Da fiel August etwas ein.
„Komm mal zu mir, ich habe etwas für dich.“
