Alphas Preis - Renee Rose - E-Book

Alphas Preis E-Book

Rose Renee

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Beschreibung

MEINE GEFANGENE. MEINE GEFÄHRTIN. MEIN PREIS.

Ich habe die Gefangennahme der schönen amerikanischen Wölfin nicht befohlen. Ich habe sie nicht von den Händlern gekauft. Ich hatte nicht mal vor, sie zu beanspruchen. Aber kein männlicher Wandler hätte dem Verlangen des Vollmondes und einem verschlossenen Zimmer mit Sedona standhalten können, nackt und ans Bett gefesselt.

Ich verlor nicht nur die Kontrolle, sondern habe sie auch markiert und sie mit meinem Wolfswelpen geschwängert zurückgelassen. Ich werde sie nicht gefangen halten, so sehr ich es auch möchte. Ich erlaube ihr, in die Sicherheit des Rudels ihres Bruders zu entkommen. Aber einmal markiert, ist keine Wölfin wirklich mehr frei. Ich werde ihr bis ans Ende der Erde folgen, wenn ich muss. Sedona gehört zu mir.

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Alphas Preis

Eine Milliardärs-Werwolf-Romanze

Renee Rose

Lee Savino

Bearbeitet vonYanina Heuer

Übersetzt vonValora Fanell

Midnight Romance

Copyright © Oktober 2017 und Oktober 2020 Alphas Preis von Renee Rose und Lee Savino

Alle Rechte vorbehalten. Dieses Exemplar ist NUR für den ursprünglichen Käufer dieses E-Buches bestimmt. Kein Teil dieses E-Buches darf ohne vorherige schriftliche Genehmigung des Autors in gedruckter oder elektronischer Form vervielfältigt, gescannt oder verbreitet werden. Bitte nehmen Sie nicht teil an oder fördern Sie Piraterie von urheberrechtlich geschützten Materialien durch Verletzung der Rechte des Autors. Kaufen Sie nur autorisierte Ausgaben.

Veröffentlicht in den Vereinigten Staaten von Amerika

Renee Rose Romance, Silverwood Press, und Midnight Romance

Editor: Yanina Heuer

Dieses E-Buch ist ein Werk der Fiktion. Während auf aktuelle historische Ereignisse oder bestehende Orte Bezug genommen werden kann, sind die Namen, Charaktere, Orte und Vorfälle entweder das Produkt der Vorstellungen des Autors oder werden fiktiv verwendet, und jede Ähnlichkeit mit tatsächlichen Personen, lebenden oder toten, Geschäftsbetrieben, Ereignissen oder Orten sind völlig zufällig.

Dieses Buch enthält Beschreibungen von vielen BDSM und sexuelle Praktiken, aber da dies ein Werk der Fiktion ist, sollte es nicht in irgendeiner Weise als Leitfaden verwendet werden. Der Autor und Verleger haftet nicht für Verluste, Schäden, Verletzungen oder Todesfällen, die aus der Nutzung der darin enthaltenen Informationen resultieren. Mit anderen Worten versuchen Sie das nicht zu Hause, Leute!

Erstellt mit Vellum

Inhalt

Renee Rose: HOLEN SIE SICH IHR KOSTENLOSES BUCH!

Kapitel eins

Kapitel zwei

Kapitel drei

Kapitel vier

Kapitel fünf

Kapitel sechs

Kapitel sieben

Kapitel acht

Kapitel neun

Kapitel zehn

Kapitel elf

Kapitel zwölf

Kapitel dreizehn

Kapitel vierzehn

Kapitel fünfzehn

Kapitel sechzehn

Alphas Herausforderung - Auszug

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Renee Rose: HOLEN SIE SICH IHR KOSTENLOSES BUCH!

Bücher von Renee Rose

Ebenfalls von Lee Savino

Über die Autorin

Über die Autorin

Renee Rose: HOLEN SIE SICH IHR KOSTENLOSES BUCH!

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Kapitel eins

Sedona

Meine Augen öffnen sich. Sie sind sandig und wund. Ich würde sie reiben, wenn ich nicht in Wolfsform wäre.

Wo bin ich?

Ich versuche, mich zu bewegen, und treffe auf Metallstäbe. Oh Schicksal. Ich bin in einem Käfig – einem verdammten Käfig.

Es kommt alles zurück zu mir. Ich war bei meinem Morgenlauf am Strand in San Carlos. Frühlingssemesterferien in Mexiko. Ich witterte den Geruch eines männlichen Wandlers und ich hielt an, drehte mich in einem langsamen Bogen, um zu identifizieren, woher er kam. Ein Mann hebt seine Hand winkend. Er kommt rüber, lässig wie es nur geht, aber die Haare in meinem Nacken stellen sich auf.

Ich weiß, er wird ein Problem sein.

Ich glaube auch, dass ich eine gute Chance habe, mit ihm fertig zu werden. Ich bin die Tochter eines Alphas. Ich bin einundzwanzig Jahre alt – jung. Fit. Bereit.

Der Typ geht mit einem freundlichen Lächeln auf mich zu. Er sagt etwas auf Spanisch.

Ich fange an, ihm zu sagen: „No hablo–“, als mir mit etwas von hinten in den Nacken gestochen wird. Ich wandle mich, aus Angst und Notwendigkeit. Meine Wölfin will mich beschützen. Mein Tanktop und meine Jogginghose reißen, als ich die Form wandle, aber meine Beine halten mich nicht. Ich bin auf meiner Seite im Sand, mein weißes Fell zu heiß in der Sonne. Über mir stehen fünf Männer im Kreis und blicken nach unten.

Von dort an wird es unscharf. Ich erinnere mich, dass ich in den Käfig gelegt wurde und der Käfig in den Gepäckraum eines kommerziellen Flugzeugs gebracht wurde. Als wäre ich ein verdammter Hund oder sowas. Jemandes verdammtes Haustier.

Scheiße.

Mein Kopf schmerzt und ich habe einen fusseligen Mund. Viele schlimmer als jeder Kater, den ich in den letzten drei Jahren auf der Uni je hatte. Nicht, dass ich ein Partygirl oder sowas bin.

Nun, ab und an mag ich es zu feiern, aber wer nicht?

Ich drehe mich im engen Käfig um, aber es ist unmöglich, sich wohlzufühlen. Ein tiefes Knurren grollt in meiner Kehle und meine Wölfin schnappt, als wäre sie bereit, jemanden anzuspringen, obwohl es keinen Ausweg aus diesem verdammten Käfig gibt. Ich weiß es, weil ich mich jetzt daran erinnere, bei früheren Gelegenheiten aufgewacht zu sein und es versucht zu haben. Maria Jesus. Wie lange verliere ich schon das Bewusstsein? Zwölf Stunden? Vierundzwanzig?

Es sieht aus, als wäre ich in einem großen Lagerhaus. Es gibt andere Käfige, die ein riesiges Metallregal mit Regalen auskleiden – wie Produkte in der Metro oder die beim Großhandel gelagert werden. Die meisten sind leer. Ein dünner schwarzer Wolf mit gelben Augen blinzelt mich an, von wo aus er in einem von ihnen auf seiner Seite liegt.

Zigarrenrauch wabert durch die Luft und der Klang von Männerstimmen, die Spanisch sprechen, kommt von hinter einer Tür durch.

Ich erinnere mich, wie ich in meinem Käfig von der holprigen Fahrt hier her oder vielleicht nur von den Drogen gekotzt habe. Jemand hat mich danach gewaschen und leise auf Spanisch gesprochen, als wollte er mich beruhigen. Ich entblößte ihm meine Zähne und versuchte, ihm die Hand abzubeißen, aber er stieß mir noch eine Nadel in den Hals und ich fiel zurück in den tiefen Schlaf.

Die Tür schwingt auf und lässt einen Lichtschacht vom Flur hereinfallen. Die männlichen Stimmen nähern sich, bis sich eine Gruppe von Männern um meinen Käfig versammelt. Dieselben Arschlöcher, die mich am Strand entführt haben.

Wenn ich schlau wäre, würde ich mich wandeln und ein paar Informationen aus ihnen kriegen. Wer sie sind, was sie von mir wollen. Aber meine Wölfin will nicht reden.

Ich springe auf meine Füße, schlage mit meinem Rücken und dem Kopf gegen die oberen Gitter, das Gefängnis zu klein, um mich stehend zu beherbergen. Meine Lippen ziehen sich zurück, um meine Zähne zu zeigen, und das Knurren, das tief in meinem Hals beginnt, ist tödlich.

„Que belleza, no?“, fragt einer der Männer.

Sie sind Wölfe, nach ihrem Duft zu urteilen. Alle von ihnen. Und wie sie mich anstarren, jagt einen eiskalten Schauer von Angst durch mich.

Ich schnappe meinen Kiefer durch die Stäbe und fletsche meine Zähne.

Die Männer nehmen meinen Käfig und bringen mich zu einem strahlend weißen Transporter. Die Männer öffnen die Hintertüren des Wagens und heben mich hinein.

Ich werfe mich gegen die Gitter des Käfigs, belle und knurre.

Einer der Männer kichert. „Tranquila, ángel, tranquila.“ Er schwingt die Türen mit einem entscheidenden Klick zu und lässt mich noch einmal allein.

~.~

Ich hüpfe im Dunkeln im Käfig herum. Der Transport scheint hochzufahren, über holprigen und immer holpriger werdenden Boden – es muss ein Feldweg sein. Ich verwandle mich zurück in menschliche Form, um zu denken, nackt zwischen den Metallstäben kauernd.

Mein Kopf klärt sich langsam vom Beruhigungsmittel, obwohl mein Magen immer noch rumpelt, als wäre ich grade doppelt Achterbahn kopfüber gefahren.

Ich brauche einen Plan. Eine Strategie, um hier verdammt nochmal rauszukommen. Ich ertaste das Vorhängeschloss an der Außenseite des Käfigs. Es ist solide. Ich bräuchte Drahtschneider oder ein Werkzeug zum Schlösserknacken, um freizukommen, aber ich habe nichts. Mein älterer Bruder Garrett hatte mir beigebracht, wie man Schlösser knackt. Ich habe ihn als Teenager beobachtet, wie er jedes Schloss auseinandernahm, das unser Vater benutzte, um ihn je nach Situation drinnen oder draußen zu behalten.

Aber ich habe keine Haarnadel, keine Handtasche. Nicht einmal ein Kleidungsstück.

Wo bringen sie mich hin? Mein Magen ist in Knoten verheddert. Wenn dies eine zufällige Entführung wäre, würde ich sagen, dass sie Lösegeld von meiner Familie verlangen würden. Aber ich bin die Tochter eines Alphas. Jemand könnte ein Hühnchen mit meinem Vater rupfen wollen, in welchem Fall … ich von einem fremden Rudel massenvergewaltigt werde. In ihre Sexsklavin verwandelt werde. Schicksal, ich hoffe, sie stehen nicht auf Folter.

Mein Wolf jammert, als der Duft meiner eigenen Angst meine Nase verstopft.

Denk nach, Sedona, denk nach!

Sie sind Wölfe. Sie haben mich von einem Touristenstrand in San Carlos entführt. Ich bin jung und weiblich. Sie werden mich wahrscheinlich nicht töten. Weibliche Wandlerinnen sind seltener als männliche. Ich bin ein Bedarfsartikel. Vielleicht versteigern sie mich?

Scheiße. Das ist schlecht. So schlecht.

Garrett mochte es nicht, dass ich mit Menschen nach San Carlos reiste. Wie ein Depp habe ich seine Sorge abgewinkt. Dachte, er wäre übervorsichtig. Ich bin ein Wandlerin. Was ist das Schlimmste, was passieren kann?

Wie sich herausstellt, eine krasse Menge. Ich kann fast meinen Vater sagen hören: Ich habe es dir doch gesagt. Wenn ich hier lebend rauskomme, stimme ich ihm gerne zu.

Der Transporter hält rumpelnd an. Meine Wölfin kämpft, um mich zu beschützen, aber ich zwinge sie zurück. Meine einzige Chance ist, so zu tun, als ob ich kooperiere, und dann ihre verdammten Augen mit meinen Daumen ausstechen und wegrennen. Fügsam zu spielen ist besser, als nackt und verängstigt zu sein wie in dieser dummen Reality-Serie.

Ich rolle mich zur Seite, ziehe meine Knie hoch und bedecke meine Brüste mit meinen Unterarmen. Da. Hilflos wie ein Baby-Häschen.

Die Transportertür öffnet sich.

„Bitte“, raspele ich. „Ich bin so durstig.“

Einer der Männer murmelt etwas auf Spanisch. Oh ja. Dieses Spiel wird schwieriger sein, weil ich nicht die Sprache sprechen kann.

Verdammt nochmal, warum habe ich nicht Spanisch in der Oberstufe genommen? Ach ja, ich wollte in jedem Kunstkurs sein. Und ich hatte keine Ahnung, dass ich eines Tages mit meinen mexikanischen Entführern sprechen müsste.

„Lasst mich aus diesem Käfig“, flehe ich und bete, dass jemand Englisch spricht.

Sie ignorieren mich. Zwei Männer nehmen meinen Käfig an den Griffen auf jeder Seite und führen ihn aus dem Transporter. Sie tun ihn auch nicht runter. Sie gehen einen von Bäumen gesäumten Weg hinauf, der Käfig rempelt und schwingt zwischen ihnen. Jenseits der gepflegten Rasenflächen und hohen Mauern des Gebäudes gibt es nur dichten Wald. Meine Entführer bringen mich zu einer Festung auf einem Berg.

Mein Puls galoppiert in die Höhe. „Bitte“, flehe ich. „Ich brauche Wasser. Und Essen. Lasst mich raus.“

„Cállate“, zischt einer von ihnen. Selbst ich kenne dieses Wort. Ich bin schließlich aus Arizona. Halt die Klappe.

Okay, also sind sie eher weniger mitfühlend.

Zwei ältere Männer – auch Wandler, beurteilend nach ihrem Geruch – in italienischen Anzügen und Schuhen, die wie Spiegel glänzen, tauchen hinter einem riesigen Fallgitter aus Stahl und geschnitztem Holz hervor.

Drogendealer.

Das ist mein erster Gedanke, basierend auf der Art, wie sie angezogen sind, obwohl … wenn es ein Wandler-Drogenkartell gäbe, hätte ich davon gehört. Oder nicht? Aber wer sonst trägt Tausend-Euro-Anzüge auf einem bewaldeten Berg?

Die betuchten Männer sprechen mit meinen Wärtern in tiefen Tönen und führen sie rein.

Ich versuche mein nacktes und verängstigtes Spiel wieder. „Bitte helfen Sie mir, Señor. Ich bin so durstig.“

Einer der älteren Männer dreht sich um und schaut mich direkt an und ich weiß, dass er mich versteht. Er sagt etwas in scharfen Tönen zu meinen Wärtern, die zurückmurmeln.

Ja, das hat mich nicht sehr weit gebracht. Aber sie müssen diesen Käfig irgendwann öffnen. Und wenn sie es tun, werde ich Nasen zerbrechen, mich verwandeln und verdammt nochmal hier abhauen. Keine nette Wölfin mehr.

Mein Magen taumelt, während der Käfig schaukelt. Ich muss die Metallsprossen umgreifen, um nicht mit der Bewegung zu rutschen.

Die Männer folgen einem Pfad entlang der Innenseite der total polierten Lehmwände. Eine riesige Villa oder ein Herrenhaus aus glänzendem weißem Marmor erhebt sich auf der anderen Seite majestätisch. Es hat eine jenseitige Qualität, als wären wir in einer ganz anderen Ära. Oder Realität.

Wir kommen an einer modernen Sicherheitstür an und einer der älteren Männer zieht eine Schlüsselkarte hervor. Er öffnet die Tür und führt meine Entführer eine Treppe hinunter. Es liegt eine feuchte Kühle in der Luft. Meine Nase rümpft sich von dem muffigen Geruch.

Ich blinzle, als sich meine Augen an die trübe Beleuchtung gewöhnen. Oh mein Gott. Ich bin in einem Verlies. Ich schwöre auf mein Grab, es gibt Eisentüren mit Guckloch-Fenstern den ganzen Flur entlang. Einer der alten Männer bellt etwas auf Spanisch und sie halten an und stellen den Käfig ab, um darauf zu warten, dass er eine Zellentür aufschließt.

Sobald ich sehe, was drinnen ist, wandle ich mich, mein Knurren hallt von den Steinmauern.

Das Zimmer enthält nichts als ein Bett mit eisernen Fesseln an den vier Pfosten, bereit, eine Gefangene zu halten. Und jetzt weiß ich, warum sie mich hierhergebracht haben.

Ich werfe mich gegen die Käfigwände. Irgendjemand wird meine Reißzähne zu spüren bekommen.

Ein scharfes Piksen sticht mir in den Nacken und meine Beine geben wieder unter mir nach.

Mein Knurren hallt in meinen Ohren, als meine Sicht sich verblasst und wieder schwarz wird.

~.~

Carlos

Die Rückseite meines Halses kribbelt, als Don José mich die Marmorstufen des Palastes hinunterführt.

„Wohin gehen wir?“ Meine Schuhe klicken auf dem Stein und hallen an den Wänden des schwach beleuchteten Durchgangs zurück, der täglich geschrubbt und poliert wird.

Der Leiter des El Consejo, des Ältestenrats, neigt seinen Kopf. „Wir müssen dir etwas zeigen.“ Er geht weiter und erwartet, dass ich ihm folge, als wäre ich immer noch ein ahnungsloser Welpe.

Ein tiefes Knurren steigt in meinem Hals hoch. Don José blickt zurück und ich schlucke die Antwort meines Wolfs zurück.

„Beruhige deinen Wolf, Alpha. Das hier wirst du sehen wollen.“ Die leichte Achtung in seinen Worten berührt seinen arroganten Ton nicht. Ich zermalme meine Zähne, bis er eine Kurve geht, um in die Verliese zu gehen – den Aufbewahrungsbereich für feindliche Wölfe und Aufständische.

„Genug“, fauche ich. Das Misstrauen meines Wolfs ist zu groß, um es zu ignorieren. „Was ist es, dass du mir zeigst?“

Don José zögert.

„Ich bin kein Welpe mehr“, sage ich leise. „Ich bin dein Alpha.“

Für einen Moment trifft der Blick des alten Wolfs auf meinen. Er senkt ihn eine Sekunde später, bevor es zu einer echten Herausforderung wird. „Du weißt, dass unsere Geburtenrate in den letzten Jahren gesunken ist.“

„Eher seit einem halben Jahrhundert“, korrigiere ich.

„Wahrlich. Und viele der Geburten produzieren nur defectuosos“, schimpft Don José. „Schwächlinge, nicht in der Lage, sich zu wandeln. In den alten Tagen–“

Ich hebe mein Kinn und fordere ihn heraus, zum Punkt zu kommen. Ich hasse diese ‚in den alten Tagen'-Proklamationen.

„In den alten Tagen war ein Wandler, der kein Tier besitzt, kein Wandler“, sagt er steif. „Sie wurden vom Rudel entfernt.“

Entfernt. Eine nette Art, umgebracht auszudrücken.

„Du kennst meine Entscheidung darüber, Don José. Jeder Wolf, der in diesem Rudel geboren wurde, ist Teil des Rudels. Wir wenden uns nicht von uns selbst ab.“

„Natürlich“, beugt er seinen Kopf wieder, sein Rücken starr, als er böse auf einen Punkt auf meiner Krawatte starrt. „Aber das Rudel muss stark bleiben. Sonst wird uns das schwache Blut verdünnen, bis kein Welpe mehr die Fähigkeit hat, sich zu wandeln.“

„In Ordnung.“ Ich überkreuze meine Arme über meiner Brust. „Komm auf den Punkt.“

„Der Rat hat an einer Lösung gearbeitet. Während du in der Schule warst, mussten wir viele schwierige Entscheidungen treffen. Zum Wohle des Rudels.“

„Zum Wohle des Rudels“, murmele ich. „In Ordnung dann. Zeig es mir.“

Ich streife hinter Don José her durch die schwach beleuchtete Passage.

„Du wirst sehen.“ Josés dunkle Augen sind gerissen, als er einer Wache befiehlt, die Zellentür zu öffnen.

Das Problem ist, ich habe keinen Beta. Ich habe José als Teil des El Consejo, dem Ältestenrat. Ich könnte jedes einzelne Mitglied leicht überstimmen, aber zusammen sind sie stärker als ich. Der einzige Grund, warum sie mich als ihren Marionettenanführer behalten, ist, weil das Rudelgesetz Blutkönige verwendet, um den Alpha zu bestimmen. Jemand aus der ursprünglichen Alpha-Blutlinie trägt den Namen des Alphas, auch wenn er nicht wie einer regiert.

Die Zellentür schwingt auf und ich erstarre.

Angekettet auf dem Bett liegt eine schöne, nackte Frau. Ihre langen, dicken braunen Haare umschmeicheln ihren Kopf auf einer kissenlosen Matratze. Üppige Brüste, ein flacher Bauch, Beine, die Kilometer lang sind. Und zwischen ihnen – ah, carajo – ein perfekt gewachster Venushügel und ihr zartes rosa Zentrum, zur Ansicht für alle zu bestaunen.

Was zum Teufel? Ein Schwall von Hitze durchdringt mich, mein Schwanz wird dick. Meine Hände ballen sich zu Fäusten. Mein Wolf heult, Adrenalin pumpt durch meine Adern, aber ich weiß nicht, ob es mich vorbereitet, die wunderschöne Frau zu beanspruchen, oder um für ihre Freiheit zu kämpfen.

Die Frau wehrt sich gegen ihre Fesseln, das Weiß ihrer riesigen blauen Augen blitzt auf. Ihre vollen Lippen sind rissig und bluten. Als sie wimmert, schießt rote heiße Rage durch mich. Das Bedürfnis, sie zu beschützen, sie vor dieser Notlage zu retten, schiebt sich in den Vordergrund und löscht alle Spuren meiner fehlgeleiteten Lust.

„Was zum Teufel ist das hier?“ Ich stolziere nach vorne, greife eines ihrer Handgelenke und ziehe an der Kette. „Entfessele sie“, donnere ich.

Später würde ich die Szene immer wieder wiederholen und mich für meine Dummheit beschimpfen. Ein finsteres Kichern ist alles, was ich höre, bevor ich mich umdrehe, um zu sehen, wie die schwere Tür verschlossen wird.

Rage lässt mich wie einen Blitz wandeln, ich zerreiße meine maßgeschneiderte Kleidung mitten in der Luft, als ich zur Tür sprinte und mit meinem riesigen Wolfskörper mit voller Kraft dagegen schlage, aber sie bewegt sich nicht einmal einen Millimeter. Ich knurre, springe durch den Raum, meine Wut zu groß für rationale Gedanken, als ich schnappe und knurre, die Zelle durchstreife auf der Suche nach jeglichem Ausweg, um zu entkommen. Natürlich gibt es keinen. Ich kenne diese Zellen gut.

Scheiße.

Ich wende mich dem Mädchen zu. Seltsamerweise enthalten ihre blauen Augen trotz meiner Darstellung von wilder Wut jetzt keinerlei Panik. Sie beobachtet mich mit eifrigem Interesse. Vielleicht, weil wir im selben Boot sind – zwei Gefangene, die zurückgelassen wurden, um … verdammt.

Ich weiß, was sie wollen.

Irgendwie haben sie eine Wölfin aus einem anderen Rudel gefunden und entführt, um mit ihr zu züchten. Ich wusste, sie wollten, dass ich mich verpaare, aber ich hatte keine Ahnung, dass sie so weit gehen würden.

Ich werde sie alle töten – ihre verdammten Kehlen herausreißen, jeden einzelnen der pinche Ratsmitglieder. Mich – ihren Alpha – gegen seinen Willen festhalten, um als verdammter Zuchthengst benutzt zu werden?

Verdammt nochmal, nein.

Ich brülle und werfe mich noch einmal gegen die Tür, obwohl ich weiß, dass es nutzlos ist. Ich erinnere mich, dass sich eine Kamera in der Ecke befindet, springe darauf, klemme meine Reißzähne um den glatten Kunststoff und zertrümmere die Glaslinse zwischen ihnen.

Scheiß. Auf. Sie alle.

Ich umkreise die kleine Zelle wieder und kehre zum Bett zurück, wo ich meinen Kiefer um die Kette beiße, die eines der Handgelenke des Mädchens festhält.

Sie schließt ihre geballte Hand zu einer Faust und hält ihre Finger von meinen Zähnen fern.

Schicksal, ihr Duft.

Sie riecht wie … der Himmel. Zuckerplätzchen und Mandeln mit einem Hauch von Zitrusfrüchten. Und Wölfin. Dieses Weibchen ist ganz sicher nicht defectuosa. Ich frage mich, wie ihre Wölfin aussieht. Schwarz wie meiner? Grau? Hellbraun?

Ich schüttle meinen Kopf. Es spielt keine Rolle. Ich verpaare mich nicht mit ihr. Ich bringe sie verdammt nochmal hier raus.

Ich knurre und ziehe mit all meiner Macht, reiße an der verdammten Kette, um sie aus der Wand zu ziehen.

Die wunderschöne Frau schließt sich mir an, ihre jugendlichen Muskeln wölben sich in einer Darstellung ihrer spektakulären Athletik. Wir beide ziehen mit aller Macht zusammen, aber die Kette löst sich nicht.

Ich senke mich auf meine Hüfte.

„Danke für den Versuch.“ Ihr amerikanisches Englisch enthält ein süßes, musikalisches Trällern.

Nein. Ich interessiere mich nicht für diese verlockende Amerikanerin, egal wie charmant und schön sie auch sein mag. Das ist es, was sie wollen.

Sie denken, wenn sie mich mit ihr hier reinwerfen, beanspruche ich den Preis, den sie für mich gefangen haben. Versenke meine Zähne in ihr und markiere sie für immer. Sie verlassen sich auf meinen Alpha-Instinkt, sich mit einem anderen Alpha-Weibchen zu paaren und zu reproduzieren.

Glauben sie, ich werde diese Manipulation verzeihen oder vergessen? Glauben sie ernsthaft, ich lasse sie nach diesem Trick am Leben?

Ich verwandle mich zurück in menschliche Form.

Carajo. Jetzt bin ich auch nackt, meine Kleidung zerfetzt von der Wandlung. Und dieser Ständer wird die Schönheit in Ketten sich nicht sicherer fühlen lassen.

Ich drehe meinen Rücken zum Bett. Nun, verdammt. Natürlich ist mein Schwanz härter als Stein. Egal wie sauer ich bin oder wie sehr ich sie retten will, die angekettete Schönheit ist unbestreitbar der erotischste Anblick, den ich je erlebt habe.

„Scheiße.“ Ich nehme die zerfetzten Reste meiner Hose und finde meine Boxershorts darin. Sie sind zerrissen, aber vielleicht bleiben sie an, wenn ich sie festhalte. Ich ziehe sie an.

„Du sprichst Englisch.“ Es liegt ein Ton der Erleichterung in ihrer Stimme.

Ich blicke finster rein. Sie sollte mir nicht Vertrauen. Denn wenn sie wüsste, was ich mit ihrem üppigen, nackten, vollverfügbaren Körper machen will, würde sie schreien.

Mein Hemd liegt ein paar Meter entfernt. Ich greife danach und versteife mich gegen ihre berauschende Präsenz, bevor ich mich umdrehe.

Es hilft nicht. Sie ist so schön, wie ich dachte. Nein – noch schöner. Irgendwie schaffe ich es auf die Seite des Bettes, drapiere mein Hemd über so viel von ihrer Haut wie möglich. Ihr Hautton ist wie von poliertem Gold mit Bikinistreifen in der Form von etwas, was ein winziger Bikini-Tanga gewesen sein muss. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen, während ich mir vorstelle, wie sie am Strand aussieht, wo sie sich ihre Bräune verdient hat. Ich weiß, sie sieht in ihrem Bikini so gut aus, dass jeder Mann in der Gegend stöhnen muss.

Ich drapiere den Stoff über ihrer Muschi und ziehe das andere Ende über ihre Brüste.

Sie bebt, ihre Schenkel ziehen an den eisernen Fesseln an ihren Knöcheln und ich schnuppere den Duft ihrer Erregung.

Schicksal, ist das alles? Ein einziges Streicheln von Stoff gegen ihre empfindlichsten Stellen und sie ist bereits feucht genug, um rangenommen zu werden?

Ich werde diesen Test nicht überleben.

Das Anordnen des Hemdes wird zu einer Qual, denn als der Duft meine Nasenlöcher trifft, ziehe ich den Stoff zu hoch und entblöße ihre Muschi, dann fällt es von ihren Brüsten, als ich ihm einen ungeduldigen Ruck gebe.

Die Art, wie sich ihre Brustwarzen heben und senken mit ihrem beschleunigten Atem hilft nicht, auch nicht diese großen blauen Augen, die auf mich fixiert sind.

„Um Himmelswillen“, murmele ich und ziehe an beiden Enden gleichzeitig. Meine Finger streifen über ihre Haut und ich halte kaum ein Knurren der Aufregung zurück. Sie ist babyweich. Glatt. Mein Schwanz streckt sich eifrig in ihre Richtung und wie ein Idiot atme ich tief ein. Der Geruch ihrer Pheromone und Erregung lässt mich schwindlig werden. Nach ihrem Duft zu urteilen, ist sie kurz vor dem Eisprung – das müssen sie gewusst haben. Mussten gewusst haben, dass kein vollblütiges Wandler-Männchen es überleben könnte, mit einer nackten Alpha-Wölfin in Hitze über den Vollmond eingesperrt zu sein, ohne sie zumindest zu beanspruchen, wenn nicht für immer als sein zu markieren.

Ich schaffe es, ihre Muschi und eine Brust mit meinem Hemd zu bedecken, bevor ich den Stoff fallenlasse und zurücktrete. Noch ein Streicheln gegen ihre Haut und ich schwöre, ich werde jeden Zentimeter von ihr betatschen.

Ich ziehe irgendwie meine Augen weg von ihrer unbedeckten Brust mit dem pfirsichfarbenen Nippel, der aufsteht und hart ist. Ich frage mich, welcher Teil dieses Szenarios sie anmacht – die Fesseln, Nacktheit oder meine Aufmerksamkeit auf ihrem wunderschönen Körper. Nein, ich will es definitiv nicht wissen.

Mein Atem wird kurz, als ein frischer Schuss der Lust durch mich rollt. Ich räuspere meine Kehle. „Du bist Amerikanerin?“

Sie nickt. „Du auch?“ Ihre Stimme kommt halb flüsternd, halb krächzend raus und sie räuspert sich und lässt ihre rosa Zunge entlang ihrer rissigen Lippen fahren.

Ich beiße ein Stöhnen zurück.

Schicksal, ich will lügen und ja sagen. So tun, als wäre ich auch aus Amerika entführt worden wie sie. Nach Monte Lobo gebracht und in eine Zelle geworfen worden. Die Wut über meine eigene missliche Lage bringt fast eine neue Wandlung mit sich.

„Nein.“ Ich greife wieder zum Stoff, aber es gelingt mir nur, dass er von beiden Brüsten wegrutscht.

Scheiße – diese Nippel. Sie betteln, um in meinem Mund genommen zu werden, meine Zunge würde ihnen das Vergnügen ihres Lebens geben.

Ich schließe meine Augen und gehe ein paar Schritte zurück, um meine Lust in den Griff zu bekommen. „Bist du verletzt?“ Es kommt gröber raus, als ich es meine.

„Ich habe Durst.“

Ich gehe zur Tür und schlage meine Handfläche gegen sie, sodass der Donner des Stahls gegen die Wände unserer Zelle hallt.

Ich bin nicht überrascht, als es keine Antwort gibt. „Sie braucht Wasser“, brülle ich auf Spanisch. Ich kann nicht aus dem Fenster sehen, weil es ein Einwegglas ist und von innen matt ist. Diesmal höre ich eine leise Stimme hinter der Tür. Diese Hurensöhne. Sie stehen da und hören sich die ganze Sache an. Wenigstens habe ich die verdammte Kamera deaktiviert.

„Mein Name ist Carlos. Carlos Montelobo.“ Ich stehe ihr noch einmal gegenüber. „Es tut mir so leid, dass du so misshandelt wurdest.“

Sie leckt wieder ihre Lippen. Sie muss aufhören, das zu tun. „Es ist nicht deine Schuld.“

Da irrt sie sich und ich bin ein Arschloch, wenn ich es ihr nicht sage.

Ihre Augen bewegen sich von meinem Gesicht bis zu meinem nackten Oberkörper und gleiten bis zu meiner Taille, bevor sie wieder hoch zu meinem Gesicht springen. Sie errötet.

Oh Schicksal. So süß. So verdammt süß.

Ich streiche mit meinen Fingern durch meine Haare. „Leider ist es meine Schuld.“

Ihre Augen werden schmal.

Ich halte meine Hände hoch. „Ich meine, ich wusste nicht, dass sie das hier tun, aber dies ist mein Rudel. Ich sollte hier der verdammte Alpha sein. Nur wurde ich vom Ältestenrat mit dir eingesperrt.“

„Warum?“

Sie weiß, warum. Ich kann es an der Art und Weise erkennen, wie ihr Blick auf meine Erektion springt.

Ich schlucke und setze mich auf das Bett, mein Fokus kehrt noch einmal zu ihren Fesseln zurück, als ob ich einen anderen Weg entdecken könnte, sie zu befreien. „Unser Rudel leidet unter zu viel Inzucht. Wir sind in der Größe geschrumpft und viele von uns können sich nicht einmal wandeln. Wir nennen sie defectuosos. Die meisten Weibchen sind unfruchtbar und können nicht gebären. Ich wusste, dass el consejo an einem Plan zur Einführung neuer Zuchtsklaven gearbeitet hatte, aber ich hatte keine Ahnung, dass es das hier sein würde.“ Ich recke eine Hand in die Luft, um auf die Zelle zu zeigen.

„Sie wollen, dass du mit mir einen Welpen zeugst?“

„Ja.“ Schuld fällt auf meine Brust wie ein Anker und zieht mich in seine Tiefe.

Ihre Wangen werden rosa und sie zieht an ihren Ketten.

„Pst.“ Ich fasse sie an, bevor ich meine eigene Absicht erkenne, streichele ihre Wange mit meinem Daumen. „Keine Sorge, Schönheit. Ich zwinge mich dir nicht auf, versprochen.“ Als sie weiter an ihren Fesseln zerrt, greife ich beide Handgelenke unter den Fesseln. „Hör auf.“ Meine Stimme verschärft sich mit dem Befehl.

Sie erstarrt, ihre Wölfin reagiert instinktiv auf die Dominanz eines Alpha-Männchens. Ihr böser Blick passt aber nicht zu ihrem Gehorsam.

Und die Reaktion ihres Körpers passt nicht zu ihrem mürrischen Blick.

Ja, mein Körper ist genau wie ihrer. Sie zu bändigen lässt meinen Schwanz wie eine Flagge wehen. Ihre exquisiten Brüste sind nur Zentimeter von meiner Brust entfernt. Ich spüre die Hitze ihres Körpers, den Hauch ihres Atems gegen meinen Hals.

„Ich will nicht, dass du dir selbst mehr weh tust, als dir schon passiert ist.“ Ich lockere mein Gewicht von ihr und lasse ihre Handgelenke los.

Sie läuft rot an und ich will meine eigene Kehle herausreißen, als Tränen in diesen unglaublichen blauen Augen überlaufen. Eine entkommt und läuft ihr über die Wange runter. Ich strecke die Hand aus, um sie mit meinem Daumen wegzureiben. „Weine nicht, muñeca. Ich werde dich nicht beanspruchen und sie dich nicht verletzen lassen. Du hast mein Wort.“

Sie zuckt mit ihrem Gesicht von meiner Hand weg. „Warum sollte ich dir vertrauen?“

Sie ist schlau. „Das solltest du nicht.“

Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich mein Wort halten kann, aber ich weiß, dass ich beim Versuch sterben werde. „Richtig.“ Sie lacht bitter.

Kapitel zwei

Ältestenrat

Ich stehe mit den anderen ältesten Don José und Don Mateo vor der Zelle und beobachte die beiden jungen Wölfe. Ich habe die Wachen weggeschickt. Sie sind nicht nötig – es ist unmöglich, aus diesen Zellen auszubrechen. „Es ist nur eine Frage der Zeit. Ihre Anziehungskraft ist bereits offensichtlich.“

„Ich stimme zu“, sagt Mateo. „Er wird sie noch vor Mitternacht markieren. So viel von dem Plan wird erfolgreich sein. Aber wenn wir ihn rauslassen, reißt er uns vielleicht allen die Kehle raus. Sein Wolf ist mächtig geworden, seit wir ihn zuletzt gesehen haben.“

„Ich habe einen Plan dafür.“ Don José tippt mit einem Finger auf die Tür. „Wir betäuben sie beide, bevor wir sie trennen, dann geben wir seiner Mutter eine Überdosis. Wenn Carlos aufwacht, muss er zuerst auf diese Krise reagieren. Er wird seinen Zorn vergessen, denn seine Mutter wird all den Sanftmut brauchen, den er in sich hat.“

„Das ist kein guter Plan“, sagt Mateo.

„Wenn er seine Frau wiederfindet, wird sie in einem Gästezimmer eingesperrt sein, in edlen Roben gekleidet und wie eine Königin behandelt werden. Er wird keinen Grund haben, uns für unser Handeln zu bestrafen, da er mit dem Ergebnis zufrieden sein wird – ein schöner Preis für einen starken Alpha. Genau das, was dieses Rudel benötigt. Natürlich bitten wir ihn demütig um Vergebung.“

Ich verenge meine Augen. „Es ist riskant. Was, wenn er sie gehen lässt?“ Obwohl ich derjenige war, den die Menschenhändler benachrichtigten, als sie die amerikanische Wölfin entführten, war es die Idee von Don José, sie mit unserem Alpha einzusperren. Ich hätte eine In-Vitro-Befruchtung bevorzugt. Um das Mädchen als Zuchtsklavin für das gesamte Rudel zu verwenden. Ein wissenschaftliches Experiment. Wir können uns nicht auf Natur oder die animalische Natur verlassen, um das Rudel gesund zu halten.

„Wenn er sie markiert, kann er sie nicht gehen lassen. Die Biologie wird ihren Lauf nehmen, genau wie sie es heute Abend tun wird.“

„Du bist dir sicher.“ Ich sage es eher wie eine Aussage als eine Frage.

„Ja.“

Juanito, ein neunjähriger Diener, kommt mit dem Wasser an, das er holen sollte. Er ist ein kleines Risiko, weil er Carlos‘ Liebling ist, aber deshalb habe ich ihn auch ausgesucht. Wir brauchen jemanden, der dem Paar Essen und Trinken liefert, und ich traue Carlos zu, die helfende Hand anzugreifen. Er wird dem Jungen aber nicht wehtun. Es ist zu viel Güte in ihm. Genau wie sein Vater.

Und genau deshalb mussten wir ihn loswerden.

~.~

Sedona

Carlos tritt von mir weg und ich registriere den Verlust seiner Nähe wie eine Pflanze, die kein Wasser hat. Was mich wütend macht. Ich will nicht so angemacht sein von dem dunklen, grübelnden, fast nackten Alpha, der in unsere Zelle herumstolziert. Auch wenn er aus purem Muskel geformt ist, so muskulös, dass er ein Bodybuilder sein könnte. Ich beobachte ihn fasziniert. Seine Brust ist haarlos und ein Tattoo bedeckt seine linke Schulter und seinen Bizeps, eine Art geometrisches Muster. Ein zweites Tattoo bedeckt seinen rechten Bizeps.

Ich hatte noch nie eine so starke Reaktion auf einen Mann – Mensch oder Wandler. Aber dann wiederum, wurde ich auch noch nie für einen Mann angekettet; mit meinem nackten Körper auf dem Präsentierteller.

Ich wiederhole die Szene, in der er mich festhält, damit ich nicht mehr an meinen Fesseln zerre. Er bewegte sich blitzschnell, stürzte sich über mich und drückte mich gegen das Bett. Für eine Sekunde dachte ich, er würde mich küssen. Verdammt. Er hat ordentlich getrimmte Gesichtsbehaarung. Wie würde sie sich auf meiner Haut anfühlen?

Wie wäre es, wenn meine Handgelenke über meinem Kopf von ihm gefesselt würden, während er in mich pflügt? All dieses Kommando und diese Macht auf mich konzentriert zu haben. Würde er wehtun? Oder ist er ein zärtlicher Liebhaber?

Auch wenn seine Selbstherrlichkeit mich verärgert hatte, hatte er doch recht, mich zu stoppen. Meine Handgelenke sind schon blau vom Zerren und der alberne Teil in mir liebt, dass er meinen Willen für mein eigenes Wohl gebeugt hat. Es ist, was ein guter Alpha tun sollte.

Ein quadratisches Fenster an der Basis der schweren Tür gleitet zurück und eine kleine Hand schiebt einen Plastikbecher durch.

Carlos springt in Aktion, greift danach, aber anstatt den Becher zu nehmen, packt er das Handgelenk, das ihn abliefert.

„Ay!“ Der Schmerzensschrei von der anderen Seite klingt eindeutig kindlich.

Carlos flucht. „Juanito?“

„Perdóname, Don Carlos.“ Der Junge hört sich an, als würde er gleich weinen.

Carlos lässt eine Reihe an spanischen Flüchen raus, von denen ich viele erkenne. Er verlangt etwas auf Spanisch, aber der Junge antwortet nur mit einem Schniefen. Carlos gibt sein Handgelenk frei und sagt etwas in beruhigenderen Tönen. Die kleine Hand faltet sich zusammen und stößt gegen Carlos‘ Faust, bevor sie sich zurückzieht. Carlos nimmt die Wasserkaraffe und läuft auf mich zu. Eine streng regulierte Wut strahlt von ihm aus, die ich seltsam attraktiv finde. Aber ja, ich wurde von einem dominanten, allgemein angepissten Alphawolf erzogen, also denke ich natürlich, das wäre mein männliches Ideal. Es ergibt eigentlich Sinn, warum bis jetzt kein anderer Mann mein Interesse geweckt hat. Meine Wölfin zeigt nur einem echten Alpha ihren Bauch.

Großartig. Ich hoffe, es gibt eine Therapie dafür, denn das Letzte, was ich brauche, ist ein weiterer großer Kerl, der mir sagt, was ich tun soll. Ich habe schon einen zu beschützenden Vater und Bruder dafür.

Ich beobachte, wie seine Muskeln sich wölben, während er zur Seite des Bettes geht.

„Sie haben einen Jungen mit dem Wasser geschickt, weil sie wissen, dass ich ihm nichts tun werde. Chingada bola de pendejos.“

„Wer ist der Junge?“ Ich denke, er ist ein Verwandter von Carlos.

„Ein Diener.“

„Gibt es keine Kinderarbeitsgesetze in Mexiko?“

Carlos‘ Ausdruck verdunkelt sich noch mehr. „Ich weiß. Mein Rudel ist … archaisch. Sie … Wir“ – seine Stimme nimmt einen bitteren Ton an – „leben in einer anderen Ära. Die Schwachen bedienen die Starken. Und sie werden aus Prinzip schwach gehalten. Kongress oder Handel mit Außenstehenden ist verboten, Technologie und Medien sind nicht erlaubt, noch handeln wir mit anderen Rudeln. Nur der Rat und ich sind von all diesen Regeln ausgenommen.“

Wasser spritzt über den Rand des lila Plastikbechers. Mit weitaus größerer Finesse als vorhin, als er versuchte, mich mit seinem Hemd zu bedecken, schiebt er eine Hand hinter meinen Kopf und hebt ihn an, um dem Becher zu begegnen. Ich kippe die Hälfte des Wassers runter und es ist mir egal, dass mir etwas davon an meinem Kinn runterläuft. „Danke“, keuche ich, als ich fertig bin. „Wenn du nicht zustimmst, warum änderst du nicht die Dinge?“

Ein Muskel in seinem Kiefer springt hervor. „Ich bin – ich werde es. Es ist ein Kampf – immer ein Kampf gegen den Rat. Aber ich werde es.“

Ich nehme noch einen Schluck Wasser aus dem Becher.

Carlos starrt mich mit glitzernden dunklen Augen an. „Ich kenne nicht mal deinen Namen.“

„Sedona.“

Er hebt eine Braue. „Wie die Stadt?“

„Meine Eltern haben sich dort getroffen.“ Vor ein paar Jahren hatte ich Angst, Sedona und Tucson wären die entferntesten Orte, die ich je bereisen würde von meinem Heimatrudel in Phoenix. Und jetzt bin ich irgendwo in Mexiko, angekettet an ein Bett mit einem sexy Latino-Wolf, der meinen nackten Körper mit seinen Augen verschlingt. Nicht ganz das Abenteuer, das ich mir erhofft hatte.

Carlos wiederholt meinen Namen in seinem spanischen Akzent und gibt ihm einen exotischen und sexy Klang. „Ein wunderschöner Name für eine wunderschöne Wölfin.“ Die Tatsache, dass er mich schön findet, scheint ihn zu verärgern, denn er schaut böse drein, als er es sagt. Er hebt seine Hand zu meinem Mund, als würde er mir das Wasser vom Kinn wischen wollen, und zieht sie dann mit einer Grimasse zurück.

„Na danke“, sage ich trocken.

Er bringt seinen Daumen an meine Unterlippe und reibt langsam hin und her, seine dunklen Augen werden schwarz.

Ein Pochen beginnt zwischen meinen Beinen und meinen Brustwarzen werden hart.

Oh Scheiße.

Ich bin hier total überfordert. Die ehrliche Wahrheit ist, … dass ich eine Jungfrau bin. Mein Vater hätte jeden Jungen getötet, mit dem ich in der Oberstufe rumgemacht hätte. Und ich meine das wortwörtlich. Ich hatte nicht mal ein Rendezvous für meinen Abschlussball. Ich hätte Sex an der Uni haben können, aber ich hänge mit Menschen ab und menschliche Männer machen mich einfach nicht an. Nicht, dass sie es nicht versucht hätten. Ich habe ein bisschen rumgemacht, aber hatte keinen Geschlechtsverkehr.

Das Nächste, was passiert, ist das Carlos seinen Daumen zwischen meine Lippen schiebt und ich spiele mit meiner Zunge an ihm. Ein tiefes Knurren hallt in seiner Brust wie der Beginn eines Motors und alle meine weiblichen Teile schalten hoch in Reaktion.

„Sedona“, nuschelt er wieder in seinem sexy Akzent. Say-doh-na. Er spricht meinen Namen aus, als wäre es ein magischer Ort. Er zieht seinen Daumen aus dem Sog meines Mundes, als ob es ihn schmerzt. „Hier mit dir eingesperrt zu sein, wird mich umbringen.“