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Bodenreform und Kollektivierung veränderten in der Nachkriegszeit das ländliche Leben in Ostdeutschland grundlegend. Millionen Menschen waren von den Umwälzungen betroffen. Rudolf Wallrabe aus Birmenitz war einer von ihnen. Weil er sich weigerte, in die LPG einzutreten, wurde er mit subtilen Mitteln zur Aufgabe seines Hofes gezwungen. In den Westen geflohen, hielt er die erlebten Zumutungen in "Steinerts Geschichte" fest. 60 Jahre später stößt sein Neffe Wolfram Männel auf den Bericht und beschließt ihn zu veröffentlichen. Spannende Funde aus dem Familienarchiv, die Chronik des Großvaters und eine historische Einordnung ergänzen den in einem Zug geschriebenen Report. Entstanden ist ein Buch, das an einem konkreten Beispiel authentisch zeigt, wie Entscheidungen auf höchster politischer Ebene den Alltag auf dem Land umkrempelten.
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Seitenzahl: 216
Veröffentlichungsjahr: 2020
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Buchreihe des Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Band 18
Nancy Aris/Wolfram Männel (Hrsg.)
Als der Sozialismus aufs Dorf kam
Aufzeichnungen eines Bauern aus Birmenitz
Bibliographische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie; detaillierte bibliographische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.
© 2020 by Evangelische Verlagsanstalt GmbH · Leipzig
Printed in Germany
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Das Buch wurde auf alterungsbeständigem Papier gedruckt.
Covergestaltung: Friedrich Lux, Halle/Saale
Coverbild: Wolfram Männel
Satz: laut wie leise, Halle/Saale
Druck und Binden: Elbe Druckerei Wittenberg GmbH
ISBN 9783374063475
www.eva-leipzig.de
Cover
Titel
Impressum
Nancy Aris: Vorwort
Jens Schöne: Peripherie und Zentrum, Birmenitz und Ost-Berlin. Agrarpolitische Hintergründe
Wolfram Männel: Rudolf Wallrabe und Birmenitz
Rudolf Wallrabe: Die Steinertsche Geschichte: Zeitbericht als Bauer im Osten Deutschlands
Oskar Wallrabe: Auszüge aus der Familienchronik der Familie Wallrabe
Nancy Aris: Vom Familienerinnerungsstück zum Sachbuch – Interview mit Wolfram Männel
Im Juli 2019 war ich in Seoul tätig, in der Bildungsstätte des dortigen Wiedervereinigungsministeriums. Meine Aufgabe bestand darin, eine Gruppe von Ministerialbeamten in einem mehrtägigen Seminar über die deutsche Teilung zu informieren und Fragen zum Vereinigungsprozess zu beantworten. Ein Teilnehmer interessierte sich sehr für die Eigentumsverhältnisse auf dem Land und die Transformation der Landwirtschaft nach 1989. Als ich über die Bodenreform und die Gründung von Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) sprach und den Weg zur Vollkollektivierung der Landwirtschaft umriss, traf ich auf skeptische Gesichter. Sofort kam die Rückfrage, warum man denn nicht sofort alles rigoros enteignet und verstaatlicht habe? Warum habe man solche langwierigen Umwege eingeschlagen?
Ich fand diesen Blick von außen spannend, weil er die Spezifik der damaligen Situation vollständig ignorierte und die Frage rein systemisch betrachtete. Aber nachdem ich mir kurz die Frage gestellt hatte, ob es überhaupt möglich gewesen wäre, in der deutschen Nachkriegsgesellschaft den Kommunismus von heut auf morgen aufs Land zu bringen, verneinte ich dies. Denn auch wenn die kommunistischen Machthaber im bäuerlichen Grundbesitz die Keimzelle des Reaktionären sahen, mussten sie behutsam vorgehen. Das Land war ausgebombt, die Infrastruktur zerstört. Nahrungsmittel waren mehr als knapp. Trotzdem kamen 13 Millionen Vertriebene aus den Ostgebieten, die auch untergebracht und versorgt werden wollten. In dieser Situation hätte eine rigorose Enteignung und Verstaatlichung des gesamten bäuerlichen Grundbesitzes eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes ausgelöst. Deshalb ging man langsamer und subtiler vor.
Das nach seiner Flucht in den Westen verfasste Tagebuch von Rudolf Wallrabe ist in dieser Hinsicht sehr aufschlussreich. Es zeigt sehr genau, wie die kommunistischen Machthaber das Heft des Handels an sich rissen und die bestehenden dörflichen Strukturen nachhaltig veränderten. Rudolf Wallrabe hielt all diese Schritte minutiös fest. Sein Bericht liest sich wie eine nicht enden wollende Aneinanderreihung von Niederträchtigkeiten und Gängelungen, denen er ausgesetzt war. Dabei verwundert es fast, dass im Vorgehen gegen Rudolf Wallrabe das übliche Politgewand, in das sich die Parteileute üblicherweise mit ihren Propagandaparolen hüllten, hier kaum zum Vorschein kam. Die Aufzeichnungen Wallrabes zeigen, dass der Druck, der nach und nach und immer stärker auf ihn ausgeübt wurde, vor allem ökonomischer Natur war. Bleibt jedoch anzumerken, dass die finanzielle Notsituation, in die Wallrabe nach und nach geriet, durchaus politisch motiviert und bewusst herbeigeführt war. Wallrabe zeigt nämlich, dass jene Bauern, die als Einzelbauern eine gesonderte Stellung hatten oder die versuchten, sich aus den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften herauszuhalten, systematisch benachteiligt wurden. So waren sie u. a. verpflichtet, ein deutlich höheres Abgabesoll aufzubringen, und mussten in der Maschinen-Traktoren-Station für verschiedene Dienstleistungen mehr bezahlen, wenn ihnen überhaupt zugestanden wurde, diese zu nutzen. Dies alles hielt der notorisch Ausgegrenzte akribisch in seinen Erinnerungen fest.
Der besondere Wert dieser Aufzeichnungen liegt deshalb weniger in der allgemeinen Analyse des damaligen Geschehens, sondern viel mehr in der haargenauen Erfassung und Aufzählung der einzelnen Schritte, die Rudolf Wallrabe letztlich zur Aufgabe seines Hofes zwangen. Als besonderer Schatz erweisen sich hier die Dokumente, die im Familienarchiv erhalten geblieben sind. Sie korrespondieren mit den persönlichen Notizen Wallrabes, beglaubigen diese und illustrieren sie besonders detailreich. Eine zusätzliche Perspektive bieten die Auszüge der Familienchronik, die der Senior der Familie – Oskar Wallrabe – bis ins hohe Alter verfasst hatte. Hier kommt ein Nationalkonservativer mit rückwärtsgewandter Gesinnung zu Wort. Ich habe mich dennoch entschieden, einige Passagen ins Buch aufzunehmen, weil sie einerseits den damaligen Zeitgeist sehr gut einfangen, denn Oskar Wallrabe war mit seiner Haltung damals keine Ausnahme. Andererseits – und das war der gewichtigere Grund – haben wir dadurch drei andersgeartete Zeitzeugnisse, die sich ergänzen und auf unterschiedliche Weise Auskunft über das Wallrabe-Gut im Nachkriegsjahrzehnt geben. Dieser Quellenmix gestattet uns, exemplarisch an einem Fall zu analysieren und zu verstehen, wie der Sozialismus aufs Dorf kam. Sie zeigen, welcher Mittel sich die Kommunisten bedienten, um potentielle Widersacher aus dem Weg zu räumen. Rudolf Wallrabe ist ein exemplarischer Fall, aber er ist kein Einzelfall. Jens Schöne zeigt dies in seinem Text »Peripherie und Zentrum, Birmenitz und Ost-Berlin. Agrarpolitische Hintergründe« auf eindrückliche Weise. Dieser Text liefert den historischen Kontext, in den die Geschehnisse in Birmenitz eingeordnet werden können und sollten.
Interessant war für mich aber nicht nur die Beschreibung und Einordnung von historischen Fakten, sondern vor allem auch die Frage, welchen Nachhall die Ereignisse von damals bis heute haben. Schließlich war es Wolfram Männel, der Neffe von Rudolf Wallrabe, der mit der Buch-Idee auf uns zukam. Ich habe ihn deshalb gebeten, einen etwas ausführlicheren Beitrag zum Text seines Onkels und zu seinem Bezug dazu zu verfassen. In einem Interview habe ich ferner versucht, etwas mehr über seine Motivation, die Geschichte seines Onkels veröffentlichen zu wollen, herauszubekommen. Wie kam die »Steinertsche Geschichte« zu ihm? Wie reagierte die Familie auf die Idee, den über 60 Jahre alten Text der Öffentlichkeit zugänglich zu machen? Wer half mit, das Ganze auf die Beine zu stellen? Und mich interessierte die Frage, welche Rolle die Birmenitzer Verlustgeschichte in der Familienerinnerung spielt und wie das Dorf Birmenitz heute damit umgeht.
Entstanden ist ein Buch, das unterschiedliche Zugänge zu einem Thema bietet, das heute kaum mehr präsent ist. Dabei ist es gerade der ländliche Raum, wo die Folgen des kommunistischen Umgestaltungswahns noch heute deutlich zu spüren sind. Nicht nur, dass das mit der Bodenreform und Kollektivierung verübte Unrecht oft noch immer fortwirkt, sondern auch, weil Verwerfungen der sozialistischen Agrarpolitik in der Landschaft deutliche Spuren hinterlassen haben und sie dessen ungeachtet in einer hochtechnisierten Großlandwirtschaft heute ihre Fortsetzung finden.
Der Blick der Historiker, aber auch das Interesse der politischen Klasse ist meist auf städtische Räume gerichtet. Das, was in der Provinz geschah und heute noch geschieht, scheint oft von untergeordneter Bedeutung zu sein. Es steht nicht im öffentlichen Fokus, obwohl jeder sechste Bundesbürger auf dem Dorf zu Hause ist. Erinnert sei hier an die Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, die im November 2018 zum geplanten Mobilfunkausbau in Deutschland meinte, dass schnelles Internet, also 5G, »nicht an jeder Milchkanne notwendig« sei.
Die Steinertsche Geschichte zeigt, dass es sich lohnt, den Blick in die Peripherie zu richten, denn nur so werden wir verstehen, wie die DDR als Ganzes funktioniert hat. Die sozialistische Umgestaltung fand nicht in Berlin auf Knopfdruck und per Beschluss von oben statt, so wie sich das die koreanischen Ministerialbeamten vorgestellt haben. Sie war ein langwieriger Prozess, der in tausenden Dörfern stattfand und an dem unzählige Menschen in kleinteiliger Funktion beteiligt waren und Verantwortung trugen. Das Schicksal von Rudolf Wallrabe zeigt dies auf eindrückliche Weise.
Ich danke allen, die am Entstehen dieses Buches mitgewirkt haben. An erster Stelle danke ich Wolfram Männel, der den Wert der »Steinertschen Geschichte« erkannte und die Idee der Veröffentlichung in die Familie getragen hat. Wolfram Männel suchte nach Dokumenten, »übersetzte« die Familienchronik und hielt den Kontakt zur Familie. Ganz besonders bedanke ich mich bei allen Familienmitgliedern für das entgegengebrachte Vertrauen. Jens Schöne danke ich für das Herstellen des Kontaktes und den profunden Einführungstext. Ich würde mich freuen, wenn das Buch über den Birmenitzer Mikrokosmos dazu beiträgt, den Blick auf die DDR etwas zu weiten und Lust aufs Land, jenseits der »Landlust« zu wecken.
Dr. Nancy Aris
Stellvertretende Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Jede Autobiographie ist »eine retrospektiv konstruierte Sinneinheit, ein System von Beziehungen, das alle Teile zu einem sinnhaften Ganzen verbindet«. Sie dient auch immer dazu, sich im Spannungsfeld von persönlicher Erfahrung, rückblickender Deutung und unmittelbarem Gegenwartsbezug der eigenen Identität zu vergewissern. Die »Steinertsche Geschichte« ist ein bemerkenswertes Beispiel dafür. Eindringlich beschreibt der Verfasser seine Erlebnisse zwischen dem Oktober 1944 und dem Mai 1956. Wir hören viel über die Geschehnisse in und um Birmenitz: die Wucht, mit der das Kriegsende und dessen Folgen selbst so abgelegene Gemeinden trafen. Der schwere, doch hoffnungsvolle Neubeginn in den Nachkriegsjahren. Der spürbare Aufschwung, der bis 1952, so Steinert, »verhältnismäßig gut und glatt« verlief. Und wie in den nächsten Jahren der Druck von Partei und Staat auf die großbäuerlichen Betriebe mit mehr als 20 Hektar Nutzfläche massiv, zielgerichtet, destruktiv verstärkt wurde. Von Sollerhöhungen ist dabei die Rede, von Hektarveranlagung, von Steuerschulden und Pfändungsbeschlüssen. All dies traf die Großbauern in der gesamten Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Ein markanter Vorzug des hier abgedruckten Textes ist es, dass Abläufe und Auswirkungen vor Ort detailliert dargestellt werden.
Wovon wir allerdings nichts erfahren – obwohl der Verfasser dahingehend durchaus Vermutungen anstellt –, sind die machtpolitischen Hintergründe, die hier ihren Ausdruck finden. Der Grund für diese Fehlstelle ist einfach: Steinert wusste nicht (und konnte nicht wissen), welche Prozesse in diesem Zusammenhang vor allem im scheinbar so fernen Ost-Berlin abliefen. Wenn er etwa beobachtete, dass die Jahre 1952 und 1953 für die ostdeutsche Agrarwirtschaft eine wesentliche Zäsur darstellten. So konnte er nur Mutmaßungen darüber anstellen, warum das so war. Die Machthaber in der DDR achteten akribisch darauf, dass nur ihre Deutung der Ereignisse zur Geltung kommen konnte – und dazu gehörte eben auch, dass sie ihre Absichten und das daraus resultierende Handeln verschleierten, wann immer sie dies für notwendig erachteten. Transparenz und Meinungsvielfalt waren aus ihrem Blickwinkel schlicht nicht vorgesehen.
Nachdem dies bereits für die in Moskau vorbereitete Bodenreform gegolten hatte, in deren Rahmen bis 1948 alle landwirtschaftlichen Betriebe mit über 100 Hektar Nutzfläche entschädigungslos enteignet wurden, galt dies auch für den zweiten wichtigen Abschnitt der ostdeutschen Agrargeschichte: die Kollektivierung. Deren Beginn in den Jahren 1952/53 widmet Steinert große Aufmerksamkeit. Das kann nicht verwundern, denn die Härte und Kompromisslosigkeit, die dabei an den Tag gelegt wurden, waren auch in Birmenitz deutlich zu spüren.
Was aber waren die Hintergründe für diese Entwicklung? Gleichsam, um die Ereignisse in dem kleinen sächsischen Dorf zu spiegeln, soll hier gezeigt werden, was sich in diesem Zeitraum im Zentrum der Macht abspielte. Exemplarisch kann so nach den Wechselwirkungen zwischen zentralen Initiativen und lokalen Auswirkungen gefragt werden. Wie agierte die Führungsspitze der diktatorisch herrschenden Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), was waren ihre Motive, wie versuchte sie, ihre Entscheidungen umzusetzen, und welche Effekte hatte das auf die Landbevölkerung ganz konkret? Zur Beantwortung dieser Fragen richtet sich der Blick zunächst jedoch nicht auf Ost-Berlin, sondern ins ferne Moskau.
Machtdurchsetzung und Landwirtschaft: Die LPG-Gründungen 1952/53
In der Zeit vom 29. März bis zum 10. April 1952 weilte die engere SED-Führung – unter anderem Wilhelm Pieck, Otto Grotewohl, Walter Ulbricht – in Moskau. Wie immer, wenn dies der Fall war, ging es um grundlegende Fragen. Nachdem kurz zuvor die deutschlandpolitischen Bestrebungen der Sowjetunion, die sogenannten »Stalin-Noten«, an der Ablehnung der Westmächte gescheitert waren, stand nun der zielgerichtete Aufbau eines ostdeutschen Separatstaates nach sowjetischem Vorbild auf dem Programm. »Faktisch«, so betonte Stalin während eines Gespräches mit den deutschen Spitzenfunktionären am 7. April, »wird in Westdeutschland ein selbständiger Staat gebildet. Ihr müsst auch euren eigenen Staat organisieren. Die Demarkationslinie zwischen West- und Ostdeutschland muss als eine Grenze betrachtet werden, und zwar nicht als einfache Grenze, sondern als eine gefährliche Grenze.« Um diese nach außen abzusichern, sollte »ohne viel Lärm« eine Armee geschaffen, die Grenzsicherung umfassend ausgebaut und im Gegenzug russische Truppen in die Heimat zurückgeführt werden.
Dass eine derartige Neuorientierung in der Sicherheitspolitik nicht ohne innenpolitische Folgen bleiben konnte, wurde sehr schnell deutlich. Zwar sollte die deutsche Einheit weiterhin propagiert, gleichzeitig jedoch Maßnahmen ergriffen werden, die ein solches Anliegen konterkarierten. Zentrale Bedeutung maß Stalin dabei der ländlichen Gesellschaft bei. Hier regte er einen grundlegenden Wandel der SED-Politik an. Zwei Gründe scheinen dafür ausschlaggebend gewesen zu sein: Einerseits war die Agrarwirtschaft jener Bereich der DDR-Ökonomie, der sich dem staatlichen Zugriff jenseits von Pflichtablieferungen und Ähnlichem am weitesten entzog, andererseits musste gerade sie jene Mittel zur Verfügung stellen, die für die Finanzierung der geplanten Maßnahmen dringend benötigt wurden. Die Macht der SED sollte ultimativ abgesichert werden und den Dörfern der DDR kam dabei jetzt eine kaum zu überschätzende Rolle zu. Entgegen der bisherigen Vorgehensweise sollten daher nun vereinzelte Produktionsgenossenschaften gegründet und diese als Initialzündung für eine sozialistische Massenbewegung auf dem Lande genutzt werden. Dabei sei es keineswegs notwendig, »lauthals vom Sozialismus zu reden«, vielmehr müssten ökonomische Vergünstigungen und eine umfassende Propaganda zunächst für eine gewisse Akzeptanz der Kollektivwirtschaften unter den Kleinbauern sorgen. Gleichzeitig mahnte Stalin zur Behutsamkeit und zu einem Beginn der Kollektivierung im Herbst gleichen Jahres; die sogenannten Großbauern sollten zunächst keinen weiteren Repressionen unterworfen werden.
Es kann also kein Zweifel bestehen, dass der Übergang zur genossenschaftlichen Produktion im Frühsommer des Jahres 1952 auf Veranlassung Stalins erfolgte. Allerdings wäre es verfehlt, wie auch Steinert richtig vermutet, hierin einen Befehl zu sehen, der den Interessen der deutschen Kommunisten entgegenlief oder diesen gar aufgezwungen worden wäre. Bisher hatte die sowjetische Hegemonialmacht wegen ihrer gesamtdeutschen Ambitionen eine weitere Sozialisierung der landwirtschaftlichen Strukturen unterbunden. Jetzt, da sie sich derartigen Bestrebungen nicht mehr entgegenstellte, den Sozialismus zumindest intern zum wichtigsten Politikziel erklärte, nutzte die SED-Führung den entstandenen Freiraum konsequent. Dabei blieb die praktische Ausgestaltung des eingeschlagenen Kurses ihr allein vorbehalten, die sowjetischen Stellen hielten sich zunächst auffallend zurück. Wie in Moskau besprochen, sollten dazu zunächst einige Beispiele geschaffen werden, um diese dann als Modell für die weitere Umgestaltung zu nutzen. In diesem Zusammenhang erscheint es zunächst wie eine glückliche Fügung, dass ausgerechnet in den ersten Junitagen des Jahres 1952 zahlreiche Bauerndelegationen im Ministerium für Land- und Forstwirtschaft vorsprachen, um hier die Anerkennung ihrer gemeinschaftlichen Wirtschaftsformen einzufordern.
Schon seit 1945/46 gab es überall im Land genossenschaftsähnliche Zusammenschlüsse – Saatgut-, Ernte-, Ablieferungsgemeinschaften –, mit Hilfe derer vor allem die wirtschaftlich schwachen Neubauern ihre Stellung zu verbessern suchten. Nun, da die Kollektivierung anstand, griff die SED in Übereinstimmung mit der von Stalin vorgeschlagenen Taktik auf eben jene Zusammenschlüsse zurück. Insofern ist es natürlich kein Zufall, dass gerade ab Anfang Juni Forderungen laut wurden, Produktionsgenossenschaften zuzulassen. Vielmehr handelte es sich dabei um eine von Anbeginn zentral initiierte und gesteuerte Bewegung. Denn am 4. Juni 1952, nur einen Tag, nachdem das Politbüro der SED die Gründung von landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften endgültig beschlossen hatte, waren alle Ersten Sekretäre der SED-Bezirks- und Kreisleitungen nach Berlin einberufen worden, um sich ein Grundsatzreferat Walter Ulbrichts anzuhören. Dieses Referat ist von großer Bedeutung, denn es bildete das Bindeglied zwischen der machtpolitischen Entscheidung zur Kollektivierung und deren tatsächlichen Beginn in den Dörfern. Über den Inhalt seiner Darlegungen, so betonte Ulbricht mehrfach, sei striktes Stillschweigen zu bewahren. Es handelte sich bei diesem Prozess zunächst also um den Versuch einer Herrschaftsdurchsetzung in aller Stille – ein Umstand, der sich in der Folgezeit jedoch grundlegend ändern sollte.
Was aber war der Inhalt der Ausführungen? Zunächst erläuterte Ulbricht Einzelheiten zum geplanten Aufbau der Armee sowie zur Grenzsicherung, dann wandte er sich in aller Ausführlichkeit der Landwirtschaft zu und betonte vier wesentliche Punkte:
Erstens müssten bestehende Genossenschaften ab sofort gefördert und neue geschaffen werden. Zweitens sollte dies nach dem Freiwilligkeitsprinzip, zugleich aber »in einem Prozess des Kampfes« erfolgen. Drittens dürfe die SED dabei nicht offiziell in Erscheinung treten und viertens müsse organisiert werden, dass Bauerndelegationen aus mehreren Dörfern in Ost-Berlin vorsprechen und dort den Beginn der Kollektivierung einfordern.
Wörtlich führte er aus: »Das ist einfach sozusagen der Anfang, weiter gar nichts, es ist auch nicht zweckmäßig, dass wir die Probleme der Weiterentwicklung der Produktionsgenossenschaften jetzt besprechen oder jetzt diskutieren. ... Wir geben also keine Erklärung irgendwie ab. Wenn Genossen kommen und fragen: Ja, wie stellt ihr euch nun dazu? Man muss doch zu dieser Frage genau Stellung nehmen. Wie steht ihr zu alledem? Dann werden wir sagen: Lieber Genosse! Wie du aus der Presse ersiehst, ist die Zweite Parteikonferenz der SED einberufen. Dort werden wir schon auf diese Fragen eine Antwort geben.«
Bevor es jedoch dazu kam, dass die Parteikonferenz »auf diese Fragen eine Antwort geben« konnte, mussten die angestrebten Beispielgenossenschaften geschaffen und von diesen Forderungen nach einer allgemeinen Kollektivierung erhoben werden. Und so fuhr nur einen Tag später Erich Mückenberger, ab 1953 Sekretär des Zentralkomitees (ZK) für Landwirtschaft, zu diesem Zeitpunkt jedoch 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung Erfurt und als solcher Teilnehmer der eben angeführten Tagung, auf den Hof der Ablieferungsgemeinschaft im thüringischen Dorf Merxleben vor, forderte dort ultimativ die Entsendung einer Delegation zum Ministerium für Land- und Forstwirtschaft und stellte auch das dafür benötigte Fahrzeug zur Verfügung.
Ähnliches passierte in zahlreichen anderen Dörfern und so kann es nicht verwundern, dass innerhalb der nächsten 13 Tage neun Delegationen beim Ministerium vorsprachen und die Zulassung ihrer gemeinschaftlichen Wirtschaftsformen einforderten. Dies war jedoch keineswegs selbstbestimmt; nicht die sogenannten »Pioniere der Genossenschaftsbewegung« ergriffen die Initiative, sondern die territorialen Parteiorganisationen – und dies auf ausdrückliche Anweisung der SED-Führung.
Nun begann auch der Staatsapparat tätig zu werden und der Prozess verließ damit erstmals die rein politische Ebene. Da es hier umfangreiche personelle Überschneidungen gab, gewann die weitere Entwicklung sehr schnell an Dynamik. Bereits am 11. Juni – zu diesem Zeitpunkt befanden sich sechs LPG in Gründung – gab das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft die ersten Anweisungen zur Förderung der neuen Genossenschaften heraus, denen in den nächsten Tagen zahlreiche weitere folgten. Sondertarife der von Steinert wiederholt erwähnten Maschinen-Ausleih-Stationen (MAS ) für die LPG wurden darin ebenso geregelt wie deren bevorzugte Belieferung mit Baumaterialien, Futtermitteln, Dünger, Arbeitsbekleidung und vielem anderen mehr. Allerdings geschah dies zunächst ausschließlich auf der Basis von Einzelfallentscheidungen. Bis zum Erlass allgemeingültiger Regelungen sollte noch einige Zeit vergehen.
In den Dörfern selbst wurde sehr schnell klar, dass es sich bei dem hier angeschobenen Vorgang um den in der ländlichen Bevölkerung seit langem vermuteten Beginn einer umfassenden Sozialisierung handelte. Immer wieder war seit 1948 vermutet worden, dass die SED eine »zweite Bodenreform« plane, die sich entweder gegen die Großbauern oder aber alle privatwirtschaftlichen Betriebe auf dem Lande richten würde. Die Frage war dabei weniger, ob, sondern wie ein solcher Schritt erfolgen würde: als umfassende Enteignung oder aber auf dem Wege der Kollektivierung, wobei die Grenzen hier durchaus fließend sein konnten.
Der beginnende Transformationsprozess führte sehr schnell zu verhärteten Fronten innerhalb vieler Dörfer. Während die sogenannten Alt- und Großbauern in ihrer überwiegenden Mehrheit die Kollektivierung rundweg ablehnten, fand diese unter den Neubauern durchaus Zustimmung. Das kann kaum überraschen, denn die Neubauern, die ihre Parzelle aus dem Bodenreformland erhalten hatten, waren ökonomisch tendenziell bedeutend schlechter gestellt als ihre angestammten Konkurrenten und erwirtschafteten trotz allem Engagements zum überwiegenden Teil lediglich das zum unmittelbaren Überleben Notwendige. Hier nun griffen die umfangreichen Vergünstigungen für die Produktionsgenossenschaften. Die Sonderrechte, die ein LPG-Beitritt mit sich brachte, stellten einen nicht zu unterschätzenden Anreiz dar, konnte so doch im Ernstfall das eigene Überleben etwas besser gesichert werden. Hinzu kam – und dies sprach sich in der Tat sehr schnell herum –, dass gerade in der Zeit vor der Schaffung einheitlicher Richtlinien nahezu jeder Wunsch der in Gründung befindlichen Gemeinwirtschaften erfüllt wurde.
Dass dabei auf Seiten der Bauern die Grenzen zwischen Pragmatismus, Opportunismus und blanker Erpressung durchaus fließend sein konnten, zeigt recht eindrucksvoll das Beispiel einer mecklenburgischen LPG. Nachdem die an der Gründung beteiligten Bauern (auch hier alles Neubauern) bereits zuvor neun – wie es in den Quellen heißt – »Wunschforderungen« an das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft gestellt hatten, fügten sie diesen in der vermeintlichen Gründungsversammlung der LPG am 16. Juni eine weitere hinzu – und, so berichtete ein offensichtlich entsetzter Instrukteur des ZK der SED nach Berlin: »Die Bauern erklärten sich übereinstimmend für ein Statut, also eine gesetzliche Regelung der Produktionsgenossenschaft und ihrer Vertretung, sie waren aber der Meinung, dass sie erst eine Antwort auf ihre Entschließung und die damit verbundenen Wünsche von Minister Scholz erhalten müssten«, ehe sie die Gründung vollziehen könnten.
Eine derartige Verhaltensweise hatte im Sommer des Jahres 1952 vor allem zwei Folgen: Einerseits wurden die aufgestellten Wunschforderungen prompt erfüllt, andererseits trug dies nicht unwesentlich dazu bei, die frühen LPG in weiten Teilen der ländlichen Bevölkerung – und hier vor allem bei den wirtschaftsstarken Bauern – zu diskreditieren und ihre potentiellen Entwicklungsmöglichkeiten damit nachhaltig zu hemmen. Eines jedoch war im Sinne der SED Anfang Juli 1952 erreicht: Die ersten LPG befanden sich in der Gründungsphase und Walter Ulbricht konnte sich während der 2. Parteikonferenz im Juli gleichen Jahres auf die »Vorschläge der werktätigen Bauern« berufen, als er den Aufbau der Grundlagen des Sozialismus und damit die Kollektivierung auf dem Lande verkündete.
Mit der 2. Parteikonferenz trat auch der Entstehungsprozess der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften in einen neuen Abschnitt ein, denn nun ging es darum, die vereinzelten Gründungen von Beispiel-Genossenschaften in eine Massenbasis zu überführen, eine Bewegung zu begründen, die der »sozialistischen Produktionsweise« insgesamt zum Durchbruch verhelfen würde. Dazu überschwemmten Agitationstrupps das Land und versuchten, die Bauern von den Segnungen einer sozialistischen Landwirtschaft zu überzeugen, ohne jedoch die sonst üblichen »Hilfestellungen« von der Parteiführung erhalten zu haben. Klar war lediglich, dass LPG gegründet werden sollten, über die Einzelheiten herrschte vorerst allgemeine Unklarheit. Direkter Zwang spielte daher zunächst kaum eine Rolle.
Erst am 20. August 1952 unternahm die SED-Führung einen Versuch, dieser Phase des blinden Aktionismus eine einheitliche Richtung zu geben. Dazu wurde eine vom ZK der SED ausgerichtete und vom Ministerium für Land- und Forstwirtschaft begleitete Tagung mit den Ersten Kreissekretären der Partei nach Berlin anberaumt. Hier musste Fred Oelßner, bezeichnenderweise ZK-Sekretär für Propaganda, nicht für Landwirtschaft, zunächst dem auch unter den Funktionären weit verbreiteten Gerücht entgegentreten, die Kollektivierung sei lediglich der erste Schritt zu einer umfassenden Enteignung aller Bauern. Alsdann ging er daran, den Versammelten knapp die rechtlichen, vor allem aber die ideologischen Prämissen der LPG-Gründungen zu erläutern. Dabei widmete er sich unter anderem ausführlich dem Problem der Freiwilligkeit innerhalb des Gründungsprozesses. Hier übte er zunächst harsche Kritik an einzelnen Fällen, bei denen das sogenannte »Freiwilligkeitsprinzip« von Parteigenossen allzu offensichtlich verletzt worden war. Im gleichen Zusammenhang jedoch prägte er jene Worte, die in den folgenden Jahren zu einer Art Leitlinie der SED-Politik auf dem Lande werden sollten. »Freiwilligkeit«, so Oelßner, »bedeutet doch nicht Selbstlauf und Spontaneität.« Und weiter: »Wenn die Arbeiterklasse beim Aufbau des Sozialismus auf dem Lande ihre führende Rolle verwirklichen soll, so heißt dies, dass die Partei der Arbeiterklasse, unsere Partei, die Bauern bei der Sache beraten, dass sie unter den werktätigen Bauern für die Produktionsgenossenschaften werben muss.«
Dass diese Worte, vorgetragen vor mittleren Kadern einer streng hierarchisch organisierten Partei, einer Aufforderung zum Wettbewerb um LPG-Gründungen gleichkam, ist kaum zu übersehen, ebenso wenig wie der Umstand, dass dem Freiwilligkeitsprinzip damit kaum Vorschub geleistet wurde. Dies gilt um so mehr, als Oelßner mehrfach betonte, dass »die führende Rolle, die Initiative« in jedem einzelnen Fall in den Händen der SED liegen müsse.
Wie die Statistiken zeigen, hatten die anwesenden Parteifunktionäre nun tatsächlich verstanden, was von ihnen erwartet wurde. Waren am 9. September 1952 – also etwa acht Wochen nach der 2. Parteikonferenz – von den 194 Landkreisen der DDR noch 43 ohne LPG, so waren es am 10. Oktober nur noch 11; in etwa der gleichen Zeit stieg die Anzahl der Genossenschaften von etwa 530 (15. 9.) auf 860 (10. 10.), was in weniger als einem Monat einer Steigerung von mehr als 62 Prozent gleichkam.
Neben dieser quantitativen wurde nun auch die qualitative Absicherung der Kollektivierung konsequent vorangetrieben: Musterstatuten für die verschiedenen LPG-Typen wurden geschaffen, die steuerlichen Vergünstigungen ausdifferenziert, bei allen Maschinen-Ausleih-Stationen entstanden »Politische Abteilungen« und ab Oktober schließlich Grundorganisationen der SED in allen Produktionsgenossenschaften. Bereits im September war ein gutes Viertel der LPG-Vorsitzenden auf ZK-Beschluss mit einem Waffenschein und der dazugehörigen Waffe versehen worden, die Volkspolizei wurde zur besonderen Sicherung der Genossenschaften verpflichtet und Gegner der Kollektivierung zunehmend offen diskriminiert.
Zwar wurde noch immer – intern wie öffentlich – die Freiwilligkeit propagiert, doch hatten die auf der 2. Parteikonferenz von Walter Ulbricht bereits angekündigten harten Auseinandersetzungen spätestens im Herbst eine gänzlich neue Qualität erreicht. Die jetzt betriebene Politik des »verschärften Klassenkampfes« zog jedoch bald ernstzunehmende wirtschaftliche Folgen nach sich. Die ökonomisch unsinnige Förderung der Produktionsgenossenschaften, der erhöhte Druck auf die Einzelbauern, das daraus resultierende Anwachsen der Zahl der »Republikflüchtlinge« – all dies trug dazu bei, dass die Produktivität der Landwirtschaft dramatisch zurückging. Schon im Oktober hatte die Sowjetische Kontrollkommission, faktisch das oberste Machtorgan im Land, die SED-Führung auf die Verschlechterung der Versorgungslage aufmerksam gemacht. Zum Jahreswechsel 1952/53 wurde diese unübersehbar. Dass ein wesentlicher Grund dafür die jenseits der absoluten Zahlen stagnierende Entwicklung der LPG war, war selbst der Führung der SED klar, die jedoch öffentlich immer wieder die Großbauern für die entstandene Misere verantwortlich machte. Ein umfangreicher Bericht der Regierung vom 9. Dezember 1952 zeigt in aller Deutlichkeit, dass die Produktionsgenossenschaften, von denen zum Jahreswechsel mehr als 1.800 existierten, keineswegs die angestrebten Musterwirtschaften auf dem Lande waren, sondern mehrheitlich in einer tiefen Krise steckten. Die Ursachen dafür waren ebenso vielfältig wie umfassend. Neben der als katastrophal einzuschätzenden Rentabilität der meisten Genossenschaften wurden vorrangig drei Problemkomplexe für die entstandene Notlage verantwortlich gemacht. Erstens zielten die Bemühungen der lokalen Partei- und Staatsorgane vor allem darauf ab, so viel wie möglich Produktionsgenossenschaften zu gründen, ohne diesen dann die notwendige Unterstützung zu gewähren. Zweitens hielten sich in den Dörfern trotz aller propagandistischer Bemühungen hartnäckige Ressentiments gegen die Genossenschaften, die darauf hinausliefen, dass »in den LPG die Fleißigen die Arbeit der Faulen mitmachen müssen und die Mitglieder keine freien Menschen seien.« Dass diese Vorbehalte keineswegs aus der Luft gegriffen waren, verdeutlicht ein drittes Problemfeld. In einem Großteil der LPG, so konstatiert der Bericht, herrsche weitgehende Unklarheit über deren innere Organisation, würden weder die Statuten noch die Betriebsordnungen eingehalten und die Mitglieder konzentrierten sich vor allem auf ihre private Hauswirtschaft.
