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Ein unbeschwerter Urlaub in Tunesien sollte es werden - und dann ist es eine fast magische Begegnung mit einer ganz anderen Welt ... Denn ein Kamelritt in die Wüste Sahara wird plötzlich zu einer Reise in die eigene, unbewältigte Vergangenheit ... und führt zu philosophischen Zwiegesprächen mit dem Kamel. Ein Buch für alle, die den Zauber der Wüste lieben - aufgelockert mit einer Fülle von unterschiedlichsten Eindrücken und bizarren Erlebnissen aus dem Urlaubsalltag...im Tunesien des Jahres 2000
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Seitenzahl: 87
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Um die Privatsphäre des Kamels zu schützen, gebe ich seinen Namen nicht bekannt.
Es wird im Text nur „Das Kamel“ genannt.
Jede Ähnlichkeit mit derzeit lebenden Kamelen
Ist unbeabsichtigt- und unwahrscheinlich.
Vor (gar nicht so) langer Zeit
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Am Tor zur Wüste
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Luftspiegelungen
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Uwe und Elke aus Deutschland
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Rückkehr
„Warum weinst du?“
fragte das Kamel.
„Es war einmal in Wien, vor langer Zeit,
-ich kann mich noch erinnern…“,
sagte sie,
„an einen heißen Sommer,
da wehte auf dem Meer der Leidenschaft,
ein starker Wind…
da wuchs etwas, wie Liebe,
in des Sommers Feldern…“
Und sie hatte versucht, den Regen einzufangen,
aber ihr Herz wollte mehr-
Sie hätte den Verstand gegeben,
für ein bisschen Frieden,
doch die Gedanken ließen sie nicht los-
Sie hatte etwas wie Liebe gefunden
und war doch allein-
Warum nur,
konnten ihre Gedanken nachts nicht schlafen-
Warum nur,
waren sie dunkel, wie tiefe Gewässer-
Wieder einmal, hatte sie Angst zu ertrinken.
„Ich kann mich noch erinnern“,
sagte sie,
„an das Gewitter,
daran, wie ich nicht wusste,
was es gewesen war,
das mich gewecktder Blitz,
oder das eigene unruhige Herz-
Ich kann mich noch erinnern…
an ein grünes Gefühl,
das zersprang,
im Donnerschlag, des Gewitters,
gleich einer Knospe…“
Nach dem Gewitter, hatte sie in der feuchten
Erde nach Worten gegraben
und doch nur Steine gefunden.
Sicher trug sie sein Herzschlag, durch so manche Nacht.
„Du weinst noch immer“,
sagte das Kamel.
„Was war in Wien, vor langer Zeit, womit du dich jetzt quälst?
Erzähl mir doch davon…“
Und sie erzählte dem Kamel von einer Nacht,
vor langer Zeit,
da hatte in der Dunkelheit,
ihr Körper geträumt von dem Seinen.
Eine leichte Berührung, hatte sich ausgebreitet,
wie ein Feuer-
Der Sprung,
der damals schon durch ihre Seele ging,
hatte begonnen, sich zu schließen-
Ihre Gefühle,
waren in das Schwarze seiner Augen gefallen
und hatten sich dort versteckt-
Ein winzig kleiner Baum,
begann in jener Nacht
in ihr zu wachsen…
aber
In einer anderen Nacht,
da träumte in der Dunkelheit,
ihr Körper wieder von dem Seinen
und eine leichte Berührung,
breitete sich aus,
wie ein Feuer-
Doch in jener Nacht,
wurde der Sprung,
der durch ihre Seele ging,
größer-
Ihre Gefühle,
fielen in das Schwarze seiner Augen und ertranken dort-
Seit jener Nacht,
begann der winzig kleine Baum
wieder in ihr zu welken.
„Ja, das ist traurig“,
sagte das Kamel,
„was kann ich tun, um dich zu trösten?“
„Du kannst mich durch die Wüste tragen“,
sagte sie,
„du kannst mich schaukeln, bis ich schlafe…
und das ist schon genug…“
„Warum bist du so traurig?“
fragte das Kamel.
„Was ist geschehen, in Wien, vor langer Zeit,
was dich noch heute so bedrückt…?“
„Ja“,
sagte sie,
„du hast schon recht…
Ja, es bedrückt mich noch…“
Zwischen Liebe und Zweifeln zerrieben,
zerfielen irgendwann
die Gedanken zu Sand…
zwischen gestern und morgen verirrte Gefühle,
sich brachen, an dunkler Wand…
Zwischen Hoffnung und Trauer,
wartete ja vielleicht
irgendwo doch,
ein freies, nie gekanntes Land…
Zwischen Liebe und Zweifeln zerrieben,
zerfielen Gedanken zu Sand;
zwischen gestern und morgen verirrte Gefühle,
zerbrachen, an dunkler Wand;
zwischen Hoffnung und Trauer,
versank zuletzt,
das freie, nie gekannte Land…“
„Oh, das ist wirklich traurig“, sagte das Kamel.
„Was kann ich für dich tun?“
„Schenk mir die kleine Sandrose,
du weißt schon, die von gestern…“,
sagte sie,
„und das ist schon genug…“
„Lies mir was vor…“,
so bat sie das Kamel.
„Ich weiß, du schreibst Gedichte…“
„Sie sind so traurig“,
sagte sie.
„Ja, aber sie sind schön…
Du musst Gefühle nicht danach bewerten, ob sie traurig sind…
Mir ist nur wichtig, dass sie mich berühren.
Und manchmal sind die Traurigsten die Schönsten…“
…und so begann sie zögernd, ein Gedicht zu lesen…
ICH HABE MICH VERIRRT
Ich habe mich verirrt,
im Labyrinth, der Tätigkeiten
und ich finde nicht zurück-
Die Menschen,
die ich liebe,
bringen mir kein Glück-
Alles, was mir nahe kommt,
entfernt mich nur,
von mir-
alles, was ich suche,
war, wenn der Mond schien,
immer schon in mir-
Ich glaube nur an Bäume,
die atmen noch
für mich-
Ich glaube nur an Zwischenräume-
In ihnen
lebe ich.
„Ah, das gefällt mir“, sagte das Kamel.
„Lies doch noch eins!“
„Nun gut, Kamel, doch du musst wissen, du bist das erste Wesen, das diese Zeilen hört…“
„Das ehrt mich!“ sagte das Kamel und hörte ihr so innig zu, wie es kein Mensch vermag und sie las leise, tonlos fast:
LEISE RIESELT DIE ZEIT
Ich bin wie schon gestorben,
leise rieselt die Zeit;
die Hässlichkeit der Stadt,
die mich umgibt,
zermürbt mich langsam-
Die Menschen, in der Menge,
höflich bemüht,
Unübersehbares zu übersehen,
sich in erzwungener Nähe,
Distanz zu schaffen-
Für ihre Massenexistenz,
ein Hauch Persönlichkeit;
doch nicht zu viel,
sonst fällt man
aus dem Rahmen-
Das Leben höhlt die Menschen aus,
doch stehen die Fassaden;
sie sind, was zählt in dieser Stadt-
Leise rieselt die Zeit…
Langsam zerfällt mein Anderssein
Zu Staub.
„Ja“, sagte das Kamel „irgendwann zerfällt alles zu Staub; fragt sich nur wann…“
„Und was ist dann geschehen?“
fragte das Kamel.
„Du musst es mir nicht sagen-
Nur wenn du willst, verstehst du,
wenn du nicht sprechen willst,
bewahre dein Geheimnis…
erzähle nur so viel du willst,
ich hör dir gerne zu…
„Es kam ein Tag“,
so sagte sie,
„da legte sich zum ersten Mal ein Hauch von
Abschied über die Stirn,
eine Ahnung vom Ende schwebte in der Luft,
wurde dichter
und es vergrößerte sich die Kluft
zwischen ihm und mir,
zwischen gestern und morgen;
und noch wusste niemand,
hieß das Ende Trennung,
oder hieß es Tod-
Eine Ahnung vom Abschied
geisterte durch den Raum,
verfolgte uns beide bis in den Traum,
in dem wir uns nicht mehr erkannten;
und das Ende kam leise,
schlich um das Haus, wie ein Dieb…
und wir sahen uns an
und wussten,
wir hatten uns immer noch lieb;
und er suchte den Faden,
der alles entwirrt
und wir wussten beide,
wir hatten uns verirrt,
auf der Flucht von gestern nach morgen…
Und er träumte von Heirat,
irgendwo- irgendwann-
und ich träumte von Flucht;
Und wir stürzten uns ineinander…
ließen uns steigen und fliegen und fallen…
bis an die Grenze der Lust,
bis an das Ende des Traums,
bis an den Ort des Vergessens…
Und wir stürzten uns ineinander
und ließen uns treiben,
als wäre der andere ein Ufer
und ließen uns fliegen und fallen so tief,
als wäre der andere ein Tunnel,
in eine andere Welt.“
„Wenn es noch eine Stunde gibt, die uns gehört,
will ich sie nicht versäumen“,
hatte sie zu ihm gesagt, vor langer Zeit,
„und wenn uns noch ein Traum gehört,
will ich ihn bis ans Ende träumen.
Und wenn ich mich verlieren sollte,
in dir“,
hatte sie ihn gefragt,
damals,
„würdest du mich dann finden?
Was auch geschieht-
ich werde ewig leben“,
hatte sie zu ihm gesagt,
„im Flügelschlag des Schmetterlings-
und ewig tot sein,
in den Steinen,
auf dem Grund
des grünen Flusses.
Wenn es da eine Stunde gibt,
die mir gehört,
darf ich sie nicht versäumen
und wenn ein Traum nur mir gehört,
dann muss ich ihn alleine träumen.“
„Lies weiter“,
sagte das Kamel, was hast du ihm geschrieben,
zum Abschied-?
Lies es mir vor!“
„Wenn ich für dich gestorben bin,
so schrieb ich ihm,
dann zünde eine Kerze für uns an,
damit wir Frieden finden-
übers Jahr ist alles vorbei-
nur manchmal wird leise noch,
mein Gedanke deine Stirne streifen,
wie ein Kuss,
und dein Körper wird lange noch träumen,
von dem meinen…
wenn du für mich gestorben bist,
so schrieb ich ihm,
dann zünd´ ich eine Kerze an,
in meinem Herzen,
übers Jahr ist alles vorbei-
nur manchmal wird leise noch
die Erinnerung an dich
mir wehtun
und mein Körper wird lange noch träumen,
von dem deinen.“
„Es ist nicht schlimm zu weinen“,
sagte das Kamel,
„ wenn etwas dich so tief berührt, dass du des-
wegen weinst,
ist das doch schön…
schlimm ist, wenn du nichts mehr fühlen kannst
…
es ist nicht schlimm zu sterben-
schlimm ist, wenn du zum Schein zwar weiter lebst,
aber die Kraft der Liebe nicht mehr in dir fühlst…
auch zu vergessen ist nicht schlimm“,
so sagte das Kamel,
„schlimm ist, wenn die Erinnerung nicht aufhört,
dich zu quälen…“
„Nun ja“, sagte das Kamel, „wenn so ein sterblicher Mensch von der Unsterblichkeit seiner Gefühle überzeugt ist, das ist schon ein Größenwahn…
Wie wir alle wissen, sterben die klassischen Liebenden immer früh, so bleibt ihnen die Enttäuschung erspart, ihre Liebe zu überleben…
Es gibt eine Zeit,
um Dinge zu besitzen
und dann kommt eine,
wo man sich von ihnen trennen muss…
Es gibt eine Zeit,
die Nähe eines Menschen zu genießen,
und dann kommt eine,
wo du ihn zurücklassen musst,
ja es kommt eine Zeit,
da musst du zu dir selbst,
zu dem was deines ist im Leben
zurückkehren;
Liebe macht zahm,
aber irgendwann
musst du zu deiner wilden, ursprünglichen Kraft zurückfinden.“
Du lebst auf dieser Erde
Und die Erde lebt in dir-
Der Baum,
der kraftvoll wächst,
die Blume, die nur einmal blüht
und auch der Nebel-
das alles ist in dir;
Das Pferd,
das im Galopp davon springt;
die Schnecke, die sich langsam nur bewegt;
das Tier, das jagt-
und auch das andre Tier,
das um sein Leben rennt-
Sie alle sind in dir;
Die Wüste,
die zum ersten Mal dein Fuß betritt,
betrittst du auch in dir-
Du siehst, wie blau das Meer ist
