Älter werden - aktiv bleiben -  - E-Book

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Beschreibung

Deutschland befindet sich in einem tiefgreifenden demographischen Wandel. Immer weniger und älter werdende Erwerbspersonen müssen die Anforderungen der zukünftigen Arbeitswelt bewältigen. Es ist an der Zeit, einen Paradigmenwechsel zu forcieren: hin zu längeren und differenzierteren Tätigkeitsbiografien mit einem positiven Leitbild des aktiven Alterns. Um der vorzeitigen Inaktivierung der Älteren entgegenzuwirken, bedarf es integrierter Anstrengungen auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern und Ebenen. In der Politik, bei den Tarifpartnern, in den Unternehmen und auch bei jedem Einzelnen muss ein Umdenken erfolgen. Mit dem Carl Bertelsmann-Preis 2006 will die Bertelsmann Stiftung diese Entwicklung unterstützen: Der Richtungswechsel hin zu mehr werteschaffender Beschäftigung älterer Menschen in Wirtschaft und Gesellschaft soll neue Dynamik erhalten. In dieser Publikation werden Perspektiven und Lösungsansätze vorgestellt. Außerdem präsentieren wir die im Rahmen der internationalen Preisrecherche gefundenen "Best Practices", die als Teile einer Gesamtstrategie des aktiven Alterns für Deutschland große Bedeutung haben können. Zum Abschluss kommen gesellschaftspolitische Akteure zu Wort, die erläutern, welche Aufgabe den Verantwortungsträgern für eine längere, aktivere wirtschaftliche und soziale Teilhabe Älterer zukommt und welche Konsequenzen sich daraus für die Gesellschaft ergeben.

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Seitenzahl: 394

Veröffentlichungsjahr: 2010

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© 2010 E-Book-Ausgabe (EPUB)
© 2006 Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh
Verantwortlich: Dr. Jens U. Prager, Ulrich Schoof
Lektorat: Fleur Lüthje
Herstellung: Christiane Raffel
Umschlagabbildung: Markus Vogel, Hamburg
ISBN : 978-3-86793-186-1
www.bertelsmann-stiftung.de/verlag
Inhaltsverzeichnis
Titel
Impressum
Einleitung
Teil I - Eine alternde Gesellschaft - Viele Herausforderungen für Deutschland
»Altenrepublik Deutschland?« - Ausmaß und Entwicklung der demographischen Alterung
Einleitung
Bestandsaufnahme und zukünftige Entwicklung der demographischen Alterung in Deutschland
Folgen der demographischen Alterung in Deutschland
Fazit
Literatur
Die Arbeitsmarktsituation Älterer in Deutschland - Entwicklung und Status quo
Eckdaten der Arbeitsmarktentwicklung für ältere Arbeitnehmer
Ursachen der Arbeitsmarktprobleme Älterer
Neuere Ansätze zur Arbeitsmarktintegration Älterer
Fazit und Ausblick
Literatur
Lernen für ein langes Leben - Bildungspotenziale einer alternden Gesellschaft
Lebenssituation und Voraussetzungen Älterer
Potenziale statt Defizite
Lernen im Alter - eine Chance für den Einzelnen, ein Wert für Gesellschaft und Unternehmen
Fazit
Literatur
Älter werden im Betrieb - Anforderungen an präventive Arbeitsgestaltung und Gesundheitsmanagement
Gesundheit als Basis der Arbeitsfähigkeit
Gesund älter werden im Betrieb - Wie ist die Ausgangslage?
Grundlagen einer präventiven Arbeitsgestaltung
Ansätze für ein gesundes Altern und eine nachhaltige präventive ...
Fazit
Literatur
Demographiebewusstes Personalmanagement: Erfolgreich, gerade mit älteren Arbeitnehmern
Die Herausforderung erkennen
Herausforderung für ein demographiebewusstes Personalmanagement: die Lücke ...
Erfahrene Mitarbeiter: leistungsfähig halten!
Das Personalmanagement demographiefest machen
Demographiebewusstes Personalmanagement strategisch positionieren und umsetzen
Ein Wort zum Schluss
Literatur
Bürgerschaftliches Engagement in der zweiten Lebenshälfte: Freiwillige ...
Einführung
Infrastrukturelle Voraussetzungen und Rahmenbedingungen bürgerschaftlichen ...
Wechselwirkungen zwischen Erwerbsarbeit und Engagement
Die Rolle der Wirtschaft bei der Förderung bürgerschaftlichen Engagements
Resümee
Literatur
Teil II - Nur ein deutsches Problem? - Blick nach außen
Die alternde Erwerbsbevölkerung und Beschäftigungsstrategien im OECD-Raum - Die ...
Einleitung
1 Die Herausforderung der Zukunft
2 Der Abbau von Hindernissen zur Beschäftigung älterer Arbeitskräfte als Schlüsselstrategie
3 Eine neue Reform-Agenda zur Förderung altersfreundlicher ...
4 Von der Herausforderung zur Chance
Literatur
Produktives Potenzial jenseits der Erwerbsarbeit - Ehrenamtliches Engagement ...
Einleitung
Die Entwicklung ehrenamtlichen Engagements von Älteren in Deutschland
Ehrenamtliches Engagement von Älteren im internationalen Vergleich
Ehrenamtliches Engagement von Älteren im Lebensverlauf
Fazit
Danksagung
Literatur
Teil III - Auf der Suche nach Antworten, Ansätzen und Vorbildern
Aktives Altern in werteschaffender Beschäftigung: Strategien zur Umsetzung ...
Active aging: Begriff und Konzepte
Anforderungen an Politik und »governance«
Zusammenfassung und Ausblick
Literatur
Von Vorbildern lernen - »Best practice«-Strategien und Initiativen aus zehn Ländern
Von der Diagnose zur Therapie
Zur Anlage der internationalen Recherche
Von den Besten lernen - Ergebnisse des internationalen Vergleichs
Lehren für Deutschland
Literatur
Teil IV - Länger leben, arbeiten und sich engagieren - Gemeinsame Impulse für ...
Die Antworten der Europäischen Union auf die Herausforderungen einer alternden ...
Wie kann die Europäische Union älteren Menschen helfen, einen Beitrag zu ...
Stellt eine alternde Gesellschaft eine Gefahr oder eine Chance für die Werte ...
Warum ist eine Veränderung in Deutschland wichtig für ganz Europa?
Die Kraft der Erfahrung nutzen - Politische Initiative und Weichenstellung für Deutschland
Demographische Veränderungen
Chancen einer älter werdenden Gesellschaft
Jobchancen Älterer konkret stützen
Qualifizierung und Weiterbildung fördern
Neue Qualität der Arbeit
Leben in der zweiten Hälfte
Heute in die Zukunft investieren
Herausforderungen für die deutsche Industrie
Sozialpartner vor neuen Aufgaben
1.
2.
3.
Die Verantwortung der Wirtschaft
Was muss die Wirtschaft lernen - wo muss sie umdenken?
Wohin weisen die gesetzlichen und tariflichen Rahmenbedingungen?
Wie kann das Kostenproblem gelöst werden?
Vor welchen Aufgaben stehen die Tarifpartner?
Wettbewerbsfähigkeit erhalten - Personalpolitische Strategien für eine alternde Belegschaft
Auswirkungen des demographischen Wandels auf den Arbeitsmarkt und bei der BMW Group
Projekt »Heute für Morgen« - Maßnahmen für eine dauerhaft leistungsfähige Belegschaft
Fazit
Wege zu mehr Engagement und Verantwortung Älterer in der Zivilgesellschaft
Zivilgesellschaftliches Engagement - neuer Kitt des sozialen Zusammenhalts?
Wie können die Anreize für dieses Engagement erhöht werden?
Die Bürgerstiftung als Anlaufstelle für regionales gesellschaftliches Engagement?
Die Potenziale des Alters nutzen
Zur Wahrnehmung der Potenziale des Alters in unserer Gesellschaft
Potenziale des Alters in der Arbeitswelt
Lebenswissen, Lebenserfahrungen in der Auseinandersetzung mit Grenzsituationen
Die gesellschaftliche Umsetzung der Potenziale des Alters
Der Carl Bertelsmann-Preis
Die Arbeitskommission
Die Jury
Die Autorinnen und Autoren
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet unter http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Einleitung
»Alte haben gewöhnlich vergessen, dass sie jung gewesen sind, oder sie vergessen, dass sie alt sind, und Junge begreifen nie, dass sie alt werden können.«
Kurt Tucholsky
Deutschland befindet sich in einem tief greifenden demographischen Wandel. Immer weniger und immer älter werdende Erwerbspersonen müssen die Anforderungen der zukünftigen Arbeitswelt bewältigen.
Der Carl Bertelsmann-Preis 2006 »Älter werden - aktiv bleiben: Beschäftigung in Wirtschaft und Gesellschaft« gründet auf der Überzeugung, dass die Verbindung von Wachstum und Innovation mit einem hohen Beschäftigungsstand und die Sicherung des notwendigen sozialen Zusammenhalts nur gelingen können, wenn die Beschäftigungspotenziale jedes Einzelnen gefördert und genutzt werden. Angesichts der demographischen Veränderungen gilt es, die Wertschaffungspotenziale, Kompetenzen und Erfahrungen insbesondere auch älterer Menschen für die Wirtschaft und die Gesellschaft zu erhalten und ihre (Re-)Integration in Beschäftigung zu fördern. Angesichts bedenklich hoher Altersarbeitslosigkeit - nicht nur in Deutschland - erfordert dies integrierte Anstrengungen auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern und Ebenen und einen gesellschaftlichen Paradigmenwechsel - hin zu längeren und stärker differenzierten Tätigkeitsbiographien mit einem positiven Leitbild des aktiven Alterns!
Der Carl Bertelsmann-Preis 2006 soll gute Beispiele hervorheben, mit denen es gelungen ist, die Rahmenbedingungen für Beschäftigung so zu gestalten, dass Produktivitätspotenziale länger genutzt und Erwerbsbiographien sinnvoll gestaltet werden können. So sollen in der vorliegenden Publikation Herausforderungen, Perspektiven und Lösungsansätze vorgestellt und diskutiert werden, die als Elemente einer Gesamtstrategie des aktiven Alterns für Deutschland große Bedeutung haben können.
Die Herausforderungen, die sich aus der Alterung der Gesellschaft ergeben, stehen im Mittelpunkt des ersten Teils dieses Buches. So zeigen Andreas Esche, Martin Genz und Hans-Jörg Rothen in ihrem Beitrag zunächst die grundlegenden Merkmale und Ursachen der Alterung in Deutschland auf und geben einen Überblick über die absehbaren Auswirkungen dieser Entwicklung.
Erich Thode thematisiert anhand zentraler Indikatoren, wie sich künftig der Arbeitsmarkt speziell für ältere Menschen entwickeln wird. Da ältere Arbeitnehmer 1 in Deutschland besonders stark unter der anhaltenden Beschäftigungsmisere leiden, plädiert er für eine bessere Integration dieser Gruppe, um die negativen Folgen des Bevölkerungsrückgangs für das Wirtschaftswachstum und die soziale Sicherheit zu kompensieren. Darauf aufbauend untersucht er, welche Entwicklungen zur ungünstigen Beschäftigungssituation beigetragen haben und mit welchen Mitteln die Politik versucht, auf diese Entwicklungen zu reagieren.
Angesichts des steigenden Anteils älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung und einer zu erwartenden Verlängerung der Lebensarbeitszeit gewinnt das Lernen bis ins höhere Lebensalter zunehmend an Bedeutung. Dr. Christof Eichert und Christian Hasiewicz fragen deshalb in ihrem Beitrag nach den Bildungsmöglichkeiten für Ältere in Deutschland. Lernen die Älteren anders als die Jungen? Wird die Angebotsstruktur dem steigenden Bedarf gerecht?
Länger arbeiten und sich fortbilden zu müssen setzt voraus, dass die Weichen für eine Beschäftigungsfähigkeit bis ins höhere Alter richtig gestellt sind. Gesundheit ist die unabdingbare Voraussetzung für Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz und den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit. In diesem Zusammenhang skizzieren Andreas Heyer, Detlef Hollmann und Mirjam Stierle Auswirkungen veränderter Arbeitsbedingungen auf die Gesundheit von Arbeitnehmern und zeigen auf, welche Möglichkeiten und Konzepte existieren, um Arbeit so zu gestalten, dass die Beschäftigten ihre Gesundheit und damit ihre Produktivität auch im Alter erhalten können.
André Schleiter beschäftigt sich ebenfalls mit der Frage, wie Produktivität unter den gegebenen Umständen zukünftig gesichert werden kann. Er legt den Fokus in seinem Beitrag aber auf die Verantwortung der Unternehmen und macht deutlich, welche Herausforderungen sich durch die demographischen Entwicklungen für das betriebliche Personalmanagement ergeben. Er zeigt die Notwendigkeit einer demographiebewussten Unternehmensführung auf und skizziert Handlungsfelder alternsgerechten Personalmanagements. Als Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung personalpolitischer Maßnahmen stellt er die frühzeitige Implementierung ganzheitlicher und an das jeweilige Unternehmen angepasster Lösungswege heraus.
Mit Blick auf den Erhalt sozialer Inklusion und gesellschaftlicher Kohäsion wird der Bedeutung zwischen- und nachberuflicher Tätigkeitsfelder älterer Menschen zunehmend Aufmerksamkeit geschenkt. Hier sind neue Formen der sozialen Teilhabe Älterer zu entwickeln, um ihre Potenziale für die gesellschaftliche Entwicklung zu nutzen und so eine Denkrichtung zu fördern, die das Altern als positiven Prozess begreift. Neben der so genannten »Normalarbeit« - also der klassischen Erwerbsarbeit - geht es dabei vor allem um Versorgungsarbeit, Eigenarbeit und Gemeinschaftsarbeit durch freiwilliges, bürgerschaftliches Engagement und Aktivität im dritten Sektor. Genau an dieser Stelle - im »Nonprofit«-Bereich - wird der Klebstoff oder »Kitt« verortet, der die Gesellschaft und die Generationen zusammenhält. Der Aspekt des bürgerschaftlichen Engagements in der zweiten Lebenshälfte wird von Dr. Gerd Placke und Birgit Riess beleuchtet. Sie plädieren für eine stärkere Verbindung von Erwerbsarbeit und Nacherwerbsphase. Den Unternehmen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu - sie können bürgerschaftliches Engagement fördern und damit frühzeitig den Grundstein für ein Engagement im Alter legen.
Eine internationale Perspektive nehmen im zweiten Teil des Buches die Beiträge von Mark Keese, Dr. Marcel Erlinghagen, Dr. Karsten Hank, Anja Lemke und Stephanie Stuck ein. Während Keese die unterschiedlichen Arbeitsmarktstrategien der OECD-Staaten beleuchtet, betrachten Erlinghagen et al. in ihrem Beitrag die verschiedenen Ausprägungen des ehrenamtlichen Engagements in Europa und diskutieren mögliche Perspektiven für eine Aktivierung bislang ungenutzter Potenziale der Freiwilligenarbeit im Alter.
»Lernen von den Besten« - dies ist eines der Ziele des Carl Bertelsmann-Preises und auch Hintergrund der internationalen Recherchen der Bertelsmann Stiftung, deren Ergebnisse im dritten Teil dieser Publikation vorgestellt werden.
Im Zusammenhang mit der Debatte um den demographischen Wandel taucht immer häufiger der Terminus des »active aging« in der politischen und gesellschaftlichen Diskussion auf. Dabei wird der Begriff in verschiedenen Kontexten häufig unterschiedlich definiert. Dr. Jens U. Prager und Dr. Ulrich Schoof zeichnen in ihrem Beitrag nach, wie im internationalen Kontext parallel zur Entwicklung des Begriffs des aktiven Alterns im Zeitverlauf auch erste Erfolg versprechende active aging-Konzepte entwickelt und umgesetzt wurden. Hieraus leiten sie zentrale Anforderungen und Prinzipien ab, denen weitergehende, nationale Strategien zur Aktivierung der Wertschaffungspotenziale Älterer genügen müssen, wenn hierdurch ein gesellschaftlicher Paradigmenwechsel - hin zu längeren und differenzierteren Tätigkeitsbiographien mit einem positiven Leitbild des aktiven Alterns - erreicht werden soll.
Dr. Hans J. Barth, Andreas Heimer und Dr. Iris Pfeiffer haben seitens der Prognos AG, Basel, unter Begleitung einer Expertenkommission aus Wissenschaft und Praxis, im Zuge der Preisträger-Recherchen mehr als 40 internationale Modelle und Initiativen gesichtet und bewertet. Die von ihnen dargelegten Ergebnisse geben Anlass zur Hoffnung: Es gibt eine Reihe vorbildlicher Beispiele, mit denen es gelungen ist, das Altenbild im Sinne eines active aging positiv zu prägen und die Rahmenbedingungen für die Erwerbsarbeit so zu gestalten, dass Produktivitätspotenziale länger genutzt und Erwerbsbiographien sinnvoll gestaltet werden können. Dabei war der Recherchefokus insbesondere auf solche Ansätze und Beispiele gerichtet, die einen überzeugenden »governance«-Ansatz repräsentieren, der auch für Deutschland Vorbildcharakter besitzt und frische Impulse geben kann. Auch zeigt sich, dass ein Paradigmenwechsel hin zu längeren und differenzierteren Tätigkeitsbiographien mit einem positiven Leitbild des aktiven Alterns nur durch gemeinsame Anstrengungen aller gelingen kann.
Wir haben unterschiedliche Repräsentanten aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft gewinnen können, im vierten und abschließenden Teil dieses Buches zum Thema »Älter werden - aktiv bleiben« Stellung zu beziehen. Alle erkennen, dass gewaltige Aufgaben vor ihnen liegen. Dazu gehören die Anerkennung der Potenziale Älterer und die Korrektur überholter Altersbilder. Die aktuellen Problemlagen müssen anerkannt und die Rahmenbedingungen für mehr Beschäftigung insgesamt verbessert werden. Es geht vor allem darum, das Alter wieder in die Mitte der Gesellschaft zu holen und nicht an ihren Rand zu drängen!
Wir danken allen, die mit ihren Beiträgen zu dieser Publikation beigetragen haben, wie auch Nadine Ehrenbrusthoff, die sich mit viel Umsicht und Geschick um die redaktionelle Bearbeitung des vorliegenden Buches gekümmert hat. Unser besonderer Dank gilt Dr. Jens U. Prager, André Schleiter, Dr. Ulrich Schoof und ihrem Team, die den diesjährigen Carl Bertelsmann-Preis mit großem Engagement vorbereitet haben.
Dr. Johannes Meier Mitglied des Vorstandes der Bertelsmann Stiftung
Dr. Stefan Empter Leiter des Themenfeldes Wirtschaft und Soziales
Teil I
Eine alternde Gesellschaft - Viele Herausforderungen für Deutschland
»Altenrepublik Deutschland?« - Ausmaß und Entwicklung der demographischen Alterung
Andreas Esche, Martin Genz, Hans Jörg Rothen

Einleitung

Undifferenzierte Sichtweise auf Ältere
In der öffentlichen Diskussion über den demographischen Wandel in Deutschland wird die Alterung der Gesellschaft nur unzureichend thematisiert und fast ausschließlich problematisiert. Es dominiert eine undifferenzierte Sicht auf ältere Menschen, die durch negative gesellschaftliche Altersbilder und eine einseitige Belastungsdiskussion geprägt ist. So stehen zum Beispiel Probleme im Zusammenhang mit den anfallenden Kosten bei den sozialen Sicherungssystemen im Vordergrund. In der jüngeren Vergangenheit beginnt die Diskussion sich allerdings für die positiven Aspekte des Alter(n)s mit seinen Potenzialen und Kompetenzen zu öffnen. Mit dem Fünften Altenbericht der Bundesregierung werden die Potenziale des Alters akzentuiert und differenziertere Sichtweisen des Alters gefordert.
Entwicklung der demographischen Alterung
Die quantitativen Entwicklungen der Alterung sind sehr gut prognostizierbar. Verschiebungen in der Altersstruktur der Bevölkerung führen dazu, dass die absolute Zahl älterer Menschen in Deutschland und ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung in Zukunft deutlich zunehmen werden. Der Anteil der 60-Jährigen und Älteren wird von rund 24 Prozent (2001) auf mehr als 36 Prozent im Jahre 2050 ansteigen. Ein großer Alterungsschub wird erfolgen, wenn die Generation der Babyboomer in dieses Alter kommt. Hervorzuheben ist hier die Gruppe der über 80-Jährigen, die - begünstigt durch die erfreulicherweise wachsende Lebenserwartung - besonders deutliche Zuwächse verzeichnen wird. Der Anteil dieser Altersgruppe an der Gesamtbevölkerung wird sich von knapp vier Prozent (2001) auf über zwölf Prozent (2050) mehr als verdreifachen (mittlere Variante der 10. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung, vgl. Statistisches Bundesamt 2003: 31).
In Zukunft befindet sich damit mehr als ein Drittel aller Menschen in einem Alter, in dem nach heutigen Maßstäben der Lebensabschnitt der Erwerbstätigkeit verlassen wird und der des Ruhestands beginnt. Darüber hinaus sind auch bei der Bevölkerung im erwerbstätigen Alter zwischen 20 und 60 bzw. 65 Jahren erhebliche Verschiebungen in der Altersstruktur zu verzeichnen. So wird der Anteil der 50- bis 64-Jährigen am Erwerbspersonenpotenzial von heute 30 Prozent auf 39 Prozent im Jahre 2020 ansteigen (vgl. dies.: 36). Es wird in einer relativ nahen Zukunft somit wesentlich mehr ältere Erwerbstätige geben, als dies gegenwärtig der Fall ist.

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