Am Schauplatz Rosenhügel - Peter Thomas Suschny - E-Book

Am Schauplatz Rosenhügel E-Book

Peter Thomas Suschny

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Beschreibung

Erinnerungen eines 56jährigen im Jahre 2018 an seine Volksschulzeit ab 1968 und an die Jugend mit Freunden - und wie heute ca. dreißigjährige Menschen staunen würden, wie junge Menschen vor noch nicht allzu ferner Zeit sich kennenlernten.

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Seitenzahl: 498

Veröffentlichungsjahr: 2019

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ERINNERUNGEN EINES 56JÄHRIGEN IM JAHRE 2018 AN SEINE VOLKSSCHULZEIT AB 1968 UND AN DIE JUGEND MIT FREUNDEN – UND WIE HEUTE CA. DREISSIGJÄHRIGE MENSCHEN STAUNEN WÜRDEN, WIE JUNGE MENSCHEN VOR NOCH NICHT ALLZU FERNER ZEIT SICH KENNENLERNTEN

„Karlsplatz, umsteigen zur U 1 und zur U 4, zu den Straßenbahnlinien 1, 2, 62, 71 und zur Linie D, Autobuslinie 59 A ….. und zur Lokalbahn nach Baden, diese Zugfahrt endet hier, bitte alle aussteigen– last stop, please leave the train“ – was gibt es eigentlich im Leben schon fast 40 Jahre unverändert? Die Ansage hat sich geändert, nicht bei der U 2, sondern am Karlsplatz, wo ab 25. 2. 1978 die U 1 damals auf ihrem ersten eröffneten Teilstück zum Reumannplatz fuhr, ab November 1978 noch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft zur Freude vieler Geschäftsleute zum Stephansplatz geführt wurde und dann in weiteren Ausbaustufen den Praterstern erreichte bis dann ab 3. 9. 1982 das Donauzentrum in Kagran bis ins Jahr 2006 die Endstation war, nach fast einem Vierteljahrhundert fuhr die U 1 dann zur jetzigen neuen Schlussstelle verlängert wurde, die Leopoldau – da war dann Hans nicht mehr 16 wie 1978, nicht 18 wie 1980, sondern selber Vater von drei Kindern, einer Nachzüglerin mit 5 Monaten, einer 10jährigen und einem 12jährigen Sohn.

Bezüglich der U 2, mit der wir hier eben dem Roman begonnen haben: die gab es 1978 noch nicht, die kam erst 1980 – und am Karlsplatz selber gab es 1978 noch gar keine Durchsagen, dort fuhr noch seit 1898 die Stadtbahn, ab 1924 Wiener Elektrische Stadtbahn. Auf einem Schild bei der Wiental-Donaukanal-Stadtbahn, die erst ab ca. 1979 am Karlsplatz von der U 4 abgelöst wurde, da standen damals noch einige Linien mit Buchstaben, der A und der A-K-Wagen zum Elderschplatz und bei Bedarf verlängert zum Praterstadion (der A fuhr Ring – Kai, der AK Kai – Ring), der B und der B-K-Wagen waren die Straßenbahnlinien nach Kaisermühlen – zum Gänsehäu-fel und zu den beiden Privatbädern Polizeibad und Straßenbahner Bad – die Tramway Linien wurden aber eben erst 1982 hinfällig, als der B-Wagen durch die U 1-Verlängerung ganz entfiel und nur im Bereich Kaisermühlen durch einen Bus abgelöst wurde und der A-Wagen zur Linie 21 wurde, die dann bei einer U 2-Verlängerung zum Wiener Praterstadion – heute besser bekannt als „Ernst-Happel-Stadion“ verschwunden ist (das war aber erst 2008).

Ferner gab es die Linie T von der Wiener Börse nach St. Marx (Hans dachte lange, dass die erst mit der Eröffnung des ersten Stücks der U 3 Landstraßer Hauptstraße – Erdberg 1991, einem Teilabschnitt langsam eingestellt worden sein – nein, das war schon 1984 der Fall und wurde die dann durch den Autobus 74 A ersetzt – erst so nach und nach fällt ihm ein, richtig, eine Freundin vor langer Zeit wohnte in Erdberg und da ist er einmal in der Früh so in die Stadt gereist, er war damals Student und da hat er immer vor Weihnachten ausgeholfen, in so einer richtigen kleinen „Quetschen“, wie man in Wien so Firmen nennt, die nicht besonders groß sind und wo es meisten eher nicht so toll ist zu arbeiten – aber 1984 war er erst 22 und da planen nicht alle so für die Zukunft, sicher ein Fehler, aber so war es halt. Manchmal kommt es anders, wenn man denkt – der Spruch, den er viel später einmal gelesen hat, der passt hier sehr gut dazu – als Jugendlicher denkt man auch, aber die Welt ist noch völlig anders, denn man geht halt in die Schule, träumt von der Zukunft, kennt diese aber nicht und schätzt vieles falsch ein, damals als er jung war, da zählte noch der Fleiß viel mehr, das hat sich erst so die letzten rund 30 Jahre geändert, ab dem Fall des Eisernen Vorhangs genauso wie mit dem Siegeszug der EDV und des Internets und das fing erst Mitte bzw. Ende der 1980er ganz langsam an – der Bundeskanzler der Jahre 1986 – 1996, Dr. Franz Vranitzky, der sprach einmal um 1992 oder 1993 von „Die Menschen sollten weniger mit dem Auto fahren und auf dem Datenhighway surfen und die Arbeit von daheim aus erledigen, diese Version sah Hans auch 1984 im BWM-Museum in München, das Gebäude hat der österreichische Architekt Karl Schwanzer gestaltet – nur wie das in der Praxis gehen wird, das konnte man sich damals einfach nicht vorstellen, da fehlten die Visionen.

Apropos zeitige 1980er Jahre, er hat im März 1983 maturiert – und bevor hier viel über Hans viele Liebschaften oder richtige Freundinnen gesprochen wird – seine jetzige Freundin Branka, die hat er noch immer und die lernte er genau am 14. März 2018 kennen, also man näherte sich dann ab diesem Datum richtig an, zuvor hatte er noch Ende Dezember 2017 eine andere kennen gelernt, die unbedingt gemeinsam den Jahreswechsel 2017/18 mit einem Begleiter feiern wollte und ihn zu sich einlud, manchen ist man nie sympathisch, manchen nach einiger Weile und einigen so schnell, dass man sich dann spontan entscheiden muss, aber so intensiv, wie es begonnen hat, so zügig geht es auch oft wieder auseinander – der Country Sänger Johnny Cash – 1932 – 2003, „The Man in Black“, der hat einmal so einen schönen Satz gesungen „We got married in a fever, hotter than a pepper sprout‘“ – gut, dass man als richtig Erwachsener und dann Geschiedener ein wenig Lebenserfahrung gesammelt hat, da kann man sich so richtig in ein Abenteuer stürzen und da hat Hans es goldrichtig gemacht, dass er einfach in seinem Alter passende Damen getroffen hat, denn in den „Goldenen Jahren“, da sollte man ruhig durch häufige Rendezvous, „Dates“, wie man das heute nennt, viele Frauen treffen (das gilt auch umgekehrt, hier geht es nicht um „Die Damen“ und „Die Herren“), denn die richtige Frau, die ist so selten, wie sich wohl zwei Sterne treffen, die auf der Milchstraße liegen. Einfach, weil jede/r oft sehr festgefahrene Vorstellungen hat, die dann ausgesprochen gehören, aber das Reden haben viele verlernt – und das liegt nicht alleine am Internet, sondern an ein Verlorengehen von solchen Eigenschaften, die man Nachbarschaftshilfe nennt, Menschenliebe oder auch Solidarität, Zusammenhalt, …. – ein Phänomen, das es in Wahrheit schon seit gut 50 Jahren gibt – ganz anders die Generation jener, die den 2. Weltkrieg oder die Zeit knapp danach erlebten und denen ein finanzielles Versorgt werden müssen als Frau genauso gegen die Natur strebt, wie ein Mann nicht nur glauben soll, eine Dame liebt er so lange, bis sie dann halt nicht mehr so jung, dynamisch und fesch auftritt und sie muss ihn bekochen und verwöhnen – und dann am besten noch viel Geld verdienen.

Am schönsten bringt es der Austro-Dialekt-Sänger Wolfgang Ambros auf den Punkt, der hat das vor wenigen Jahren erst mit seinem Lied „Frisch verliebt“ treffend in ein paar Verse gepackt und mit Noten versehen und eine sehr tolle Musiknummer daraus gemacht.

Ab einem gewissen Alter suchen viele eine neue Beziehung entweder über ein Partnerinstitut oder auch direkt selber im Internet und die Branka, die schenkte er sich sozusagen rechtzeitig zum 35. Jahrestag seiner erfolgreichen mündlichen Matura und mit dieser Freundin hat er es sich dauerhaft verbessert, dazwischen war er auch 20 ¾ Jahre verheiratet und hat drei Kinder aus dieser Ehe , hier in dieser romanhaften Betrachtung von Hans abwechslungsreichen Leben nennen wir sie praktischerweise immer nur „Die Ex“: kurz und knapp, denn Hans ist schon bald nach der Scheidung dahintergekommen, wie lange sie bereits keine Ehe führen wollte und ihm nur vorgespielt hatte, mit ihm verheiratet zu sein, nein, sie hat keinen anderen Mann gehabt, das wäre Hans übrigens nicht so wichtig gewesen, da er nicht wirklich eifersüchtig ist – sondern sie hatte eigentlich schon als die beiden älteren Kindern noch klein waren, die Ehe nicht mehr ernst genommen – sie arbeitete gegen ihn – und wenn der Spruch gilt „Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine Frau“, so darf erst recht das Gegenteil „Ein erfolgloser Herr hat oft genug eine zum Weib genommen, die diese Situation noch verstärkt“ .

Noch einmal zurück, was da am Karlsplatz vor rund 40 Jahre noch gestanden ist, das war ein Schild zu den Linien A, Ak, B, Bk, D, T, J – der D-Wagen fährt aktuell nach wie vor noch zum Süd-(Ost-)-Bahnhof, der seit 2015 auf Hauptbahnhof neu benannt wurde – er beginnt wie schon damals in Nußdorf, eine schöne Heurigengegend im 19. Bezirk, im Süden wird er wohl demnächst in ein Stadterweiterungsgebiet verlängert werden, wo früher ein Werk der Firma Siemens war.

Bleibt der J-Wagen Ottakring – Karlsplatz: der wurde vor ungefähr 10 Jahren durch den 2er ersetzt, der fährt gleich viel weiter – so wie bereits damals von Alt-Ottakring nahe der 10er-Marie, einem legendären Heurigenrestaurant heute über den Ring und weiter in den Grünen Prater) - die Endstation der U 2 hingegen wird zwar in den nächsten paar Jahren dann die der U 5 werden, die übernimmt den Teil der U 2 ab dem Rathaus, dort wird sie dann weiter zum Park vor der Österreichischen Nationalbank am Frankhplatz und zum Arne Carlsson-Park fahren - das ist unweit der Volksoper – dann wird diese Linie also auch wohl bei der Alser Straße die U 6 kreuzen - und am Elterleinplatz im Bezirkszentrum des 17. Bezirks enden – und die U 2 wird dort abzweigen und irgendwo im 7. Bezirk bei der Kirchengasse durchgehen, wird dann dort die U 3 Station Neubaugasse kreuzen und die U 4 Pilgramgasse und dann durch den 10. Bezirk fahren und am Wienerberg beim Philipps Haus aus sein, dort wurde ja auch ab den 1990ern sehr viel an Bürohäusern gebaut und auch viele Wohnhäuser.

Als Hans Drescher 18 war, war die Linie im Sommer fertig geworden, damals war er noch Schüler gewesen – das war 1980. Egal, wie man es drehte und wendete, das waren 4 Jahrzehnte – die U 1 war zwei Jahre zuvor im Feber eröffnet worden, also der 1. Teilabschnitt war nach 9 Jahren Bauzeit errichtet worden, 2019 ist das 50 Jahre her, dass sie im Sommer zu bauen begonnen habe - zwischen Reumannplatz und Karlsplatz. Die U 1 band sozusagen den Eissalon Tichy (einer der klassischsten Speiseeis-Erzeuger, er soll auch 1967 die Eismarillenknödel erfunden haben) und die dort fahrenden Straßenbahnen in Richtung Kurzentrum Oberlaa an den Karlsplatz an und im November auch noch den Stephansplatz, zur Freude der Kaufleute im 1. Bezirk. 1977 und 1978 - das war die Zeit, wo Hans meistens am Freitag im Wiener „Haydn“ Kino Flipper spielte, mit Josef und Fritz und gelegentlich gesellten sich auch die beiden leider schon verstorbenen Schulfreunde Gerd Schi und Karli dazu, Hans war zwar schon gut 35 oder mehr Jahre nicht mehr in diesem Wiener Lichtspieltheater gewesen, aber er hat in Erinnerung, dass die dort einen sehr großen Vorraum hatten, ein tolles Buffet, eben zwei Flipperautomaten und über dem Buffet hing ein Farb-TV-Apparat, was so einige private Haushalte noch nicht hatten und sie sahen mindestens zwei Partien des ÖFB-Nationalteams bei der WM 1978 dort – vor allem das legendäre 3 : 2 gegen den amtierenden Weltmeister BRD.

Ebenso war in diesem Jahr am 5. November die Abstimmung über das AKW in Zwentendorf – Hans war wegen seines Vaters, einem Nuklearmediziner einer der wenigen Jugendlichen, die da eher dafür waren, was ihm etwas später dann einige Chancen bei jenen Mädchen kostete, die dagegen waren, es waren eher mehr Frauen als Männer dagegen – aber vor allem war es ein beliebtes Vehikel, auf der Seite der Kritiker bei der holden Weiblichkeit zu punkten, wie das ein Schulkollege so gerne nannte, dessen Vater selbständig war, neben dem Geschäft ein Haus mit Wohnungen hatte, das man für jene Zeiten als Vorsorge hatte, falls dieses nicht mehr so gut laufen würde und er hatte dort eine kleine eigene Bleibe, mehr eine Absteige, wo er immer wieder junge Damen ähnlichen Alters zu „daten“ pflegte, wie man das heute nennt, vor allem aber auch sicher zum Flachlegen, irgendwie hatte er den Schmäh drauf, Hans erst viel später, als er längst 3 Kinder hatte, geschieden war und in seinen 50ern – der Schulkollege half dafür neben dem Unterricht immer wieder im väterlichen Geschäft, fuhr mit auf Messen, wo er auch immer Frauen ansprechen konnte, wie er es zumindest erzählte und man sah ihn durchaus immer wieder mit verschiedenen Mädchen, also war wohl das meiste wahr, von dem, was er erzählte – dass ein Mann dann gerne noch was dazuerfindet, ist Folklore, es scheint ja Hans auch nicht der Wahrheitsbeweis wichtig, ob ein anderer es mit einer Dame einmal die Nacht macht oder ob er so ausdauernd ist, dass sie die ganze Nacht herumtun miteinander ...

Und was sollte er, Hans, jetzt als Mitfünfziger sonst so tun? Er war nämlich schon länger ohne Beruf, denn in einem gewissen Alter findet man da nicht mehr Anschluss an die Arbeitswelt, weil die Firmen gerne junge und formbare Menschen anstellen und das Arbeitsmarktservice da nicht wirklich hilft, wie heißt es so schön „Kein Geld, keine Musik“, daher musste er Frauen im Internet anreden, wenn er wieder eine Partnerin für eine richtige Beziehung finden wollte.

Andere Männer setzen sich gerne in Lokale – wer kennt das nicht, ist ja immer lustig, man sitzt dann so einem Restaurant und weiter hinten sind auf einem Tisch einige Herren, so zwischen 40 und 50 Jahre alt und erzählen sich oft genug, wenn es nicht um die Arbeit, die Familie oder um eine Freundin geht (oder um Frauen allgemein – oder eines der vielen typischen Themen unter Männern geht, um schnelle Autos, je nach Sportbegeisterung meistens Fußball oder Skifahren) aus vergangenen gemeinsame Zeiten? Vielleicht Erlebnisse aus der Schulzeit oder auch in der Freizeit, wenn man die ebenso miteinander verbrachte, egal ob in einem Verein oder vielleicht am Sportplatz? Immer wieder auch freudiges Lachen, ein wenig wird in die Runde geblickt, ob es niemanden am Nachbartisch stört, wo sich vielleicht jüngere Menschen wundern, was da alles so lustig ist, wo ein paar älter gewordene Männer sitzen. Hans sitzt auch selber sehr gerne in solchen Runden mit Schulfreunden zusammen… Nur: die Chance, dort auf eine Single-Dame zu stoßen, ist gering – und die Kellnerin selber ist in vielen Lokalen natürlich das Ziel männlicher Blicke und Begierden, nur ist er weder der Typ, der dann mit anderen Herren, die sich für die Servierdame interessieren, konkurrieren will noch sind Frauen im Beruf so schnell anzusprechen, die haben ihre Gedanken ganz woanders.

Nicht nur hoch betagte Menschen legen eine Bilanz über ihr Leben ab, nein, auch andere ziehen immer wieder einmal eine Zwischenbilanz über ihr bisheriges irdische Dasein, überlegen meistens für sich, manchmal aber auch in Gesellschaft mit der besten Freundin oder dem besten Freund, wie es einem seit der Geburt ergangen ist oder seit dem Schulabschluss, seit dem Ende der Lehrzeit und so weiter.

Und dann denkt Hans natürlich nach, über Ereignisse aus der jüngeren Zeit und dann auch wieder, wie das früher war, vor 30, 35, 40 oder etwas mehr Jahren, erst jüngst im September 2018 war er in der Seelenmesse eines lieben Schulkollegen gewesen, der viel zu früh gegangen ist, der hat wohl jahrelang zu viel Raubbau am Körper getrieben, Alkohol und vor allem auch Nikotin und da hat er auch einige Freunde von einst aus dem Gymnasium getroffen, einer ist ja so wie er in so einen großen Sozialforum, wie die seit den 2000ern immer moderner wurden, den hat er auch 2012 einmal getroffen, zwei weitere tauchten ebenso auf, einer Arzt, der andere Jurist – an den Mediziner konnte er sich insoweit erinnern, dass er den vor einem Vierteljahrhundert getroffen hatte, als auch Hans sein ältestes Kind, einen Buben, bekommen hat, denn damals ging man in so ein Geburtsvorbereitungstraining, wo der künftige junge Vater und die Kindesmutter gemeinsam waren und von Hebammen allerlei rund um Atemtechnik erfahren hatten usw. – und der ärztliche Schulkollege wurde damals auch erstmals Vater und war ebenso mit seiner Gattin dort.

Wie die Zeit so dahin rennt – vor 30 Jahren, im März 1988, da erfuhr er, dass er bald Onkel wird und der gleiche winzige Neuankömmling, sein Neffe, hatte dann 2017 die Freundin, die er seit 12 Jahren kennt, geheiratet. Hans hatte die junge Dame natürlich die letzten Jahre immer wieder einmal bei Familienfeierlichkeiten gesehen, nur wusste er bis zur Hochzeit nicht, dass sich die beiden bereits 2005 auf einem Feriensprachkurs kennen gelernt haben, das erfuhr er erst anlässlich der Vermählung der jungen Leute.

Die Braut stammte aus einer österreichischen Landeshauptstadt, wo sie als Kind geboren und als Jugendliche aufgewachsen war und dann erst nach der Matura nach Wien zog und dass sie ihre Liebe erst entdecken mussten und er damals noch nicht 17 war und erst als er mit 18 (er ist 1 ½ Jahre jünger) nach seinem Gymnasium-Abschluss beim Bundesheer war, lernten sie sich richtig kennen, studierte sie hier in Wien usw. – da fiel Hans sofort eine junge Dame ein, als er 15 war, auch auf einem Feriensprachkurs und die war aus Linz, damals war es ein Montag, der 4. Juli 1977, als Hans mit der ÖKISTA, die Schüleraustausch betrieb, nach England reiste – rund 40 Jahre vor der Hochzeit seines Neffen am 1. 7. 17.

Natürlich wusste Hans all die Jahre noch und bis in die Gegenwart wie sie mit vollem Namen hieß, es kann auch ganz leicht möglich sein, dass jene Maria, mit der er damals oft getanzt hatte (das erste Mal forderte er sie auf, die nächsten Male kam sie immer von selber, ob sie nicht miteinander tanzen wollen), kein weitergehendes Interesse an ihm hatte, sie wird wohl schon vor langer Zeit ihr Eheglück gefunden oder auch nie heiraten wollen, interessanter als die Suche nach der einstigen Tanzpartnerin auf einer der meistens kostenpflichtigen Freunde-Treffen-Seiten oder auf Facebook findet Hans, was in diesen 40 Jahren so geschehen ist:

Hätten sie damals, 1977, Adressen ausgetauscht, dann hätten sie einander wohl einige Weile geschrieben. Denn so tat er es ein Jahr später, als er mit zwei guten Freunden seit Gymnasium-Beginn auf Interrail gefahren war. Neben den einen ist er von Haus aus hingesetzt worden, der andere war auch nicht zuwider, war aber ein Einzelkind und war die komplette erste Klasse und noch bis März in der 2. Klasse mehr mit anderen unterwegs, die mehr sportlich unterwegs waren – erst dann ging es einmal um irgendeine Anschaffung, eine Mappe zum Zubinden für die Zeichnungen aus „Bildnerische Erziehung“, Hans hatte sie noch lange, dunkelblau und mit schwarzen Schnüren zum Zubinden, für aus heutiger Sicht lächerliche 12,-- Schilling, die die Lehrerin abkassierte – so eine mit leicht holprigem Deutsch, Polin oder Ungarin, völlig egal, er hat nur noch bis heute in Erinnerung, dass sie immer, wenn sie sich ärgerte, mit einem Messer, das sie hatte, auf den Tisch schlug, um sich Gehör zu verschaffen – für die war der Beruf einer Lehrerin keine Berufung, sondern eine Belastung – also diese Mappe kostete nicht einmal ein Euro, der ist 13,7603 Schilling, damals war das aber noch für einige Leute viel Geld und der meinte so lustig „Wenn ich das meinen Eltern vorlege, geht der Papa einmal weniger mit mir Würstel essen“ und irgendwie fand er das lustig, als nächster ging es darum, das die in den zeitigen 60ern geborenen Kinder im Auto alle vorne sitzen wollten, das war genau mit 12 Jahren erlaubt und da erzählte er, dass sein Papa mit dem wunderbaren Witz kam „Na, Fritz, ab wann darf man im Auto vorne sitzen?“ „Ab 12!“ „Oh weh, es ist aber erst 11 Uhr, da musst Du noch eine Stunde hinten sitzen“ und dann war das berühmte Wiener Derby von Rapid gegen Austria und Hans durfte von seinem Vater aus nicht auf den Fußballplatz gehen, weil das ein Flutlichtspiel im Praterstadion war, das heutige Ernst Happel Stadion und da sie ganz draußen im 13. Bezirk wohnten, ging sich das nicht aus. Hans fragte einfach, vor der Klasse stehend, im Zeichenunterricht „Geht wer am Freitag aufs Derby? Ich darf nicht, weil ich dann erst nach 21h00 daheim bin, wegen Jugendschutz“ und da war plötzlich Fritz da „Ja, ich, wird sicher eine klasse Partie“ – na ja, für Fritz selber war es dann nicht so lustig, das war jenes berühmt-berüchtigte „Hans Krankl-Festival“, wo der später „Goleador“ genannte Abstauber-Spezialist die Austria solo k. o schoss und alle 4 Tore zum 4 : 0 einnetzte, aber der Papa von Fritz war ganz einverstanden, weil er so wie Hans ein „Grüner“ war, ein „Greaner“,, wie man im Wiener Dialekt so sagt und war ganz Diplomat, seinen Sohn nicht allzu sehr aufzuziehen und brachte Hans, wie versprochen, mit dem Auto auch nach Hause „Hans, lasse Deine Eltern schön unbekannter Weise grüßen und Frohe Ostern und heute haben wir einmal die Violetten eine gehaut“ meinte Fritz‘ Vater augenzwinkernd und schon verschwand der VW Käfer im Dunklen. Rund eine Woche später verloren dann die „Greanen“ im Cup gegen die nach ihrer seinerzeitigen Heimstätte noch „Praterveilchen“ genannte Austria 2 : 6 oder so (und dann noch 1 : 4, damals wurde ein anderer Rhythmus gespielt, auch das Finale bestand aus Hin- und Rückspiel; in den internationalen Wettbewerben im Europacup gab es noch UEFA-Cup, Cup der Pokalsieger und Cup der Landesmeister etc., also dem 4 : 0, das man damals noch bejubelt hatte, stand ein chancenloses 3 : 10 Gesamtscore im Cup gegenüber …. Und genau gegen den „Erzfeind“ ein Resultat, das wohl mehr an Tischfußball erinnert ….)

1974 – wie lange das jetzt her war, 4 ½ Jahrzehnte, damals fuhren er und Andi, auch sein Jahrgang, immer quer durch die Stadt in die WIG 74, die Wiener Internationale Gartenschau im heutigen Kurpark Oberlaa lag die. Alleine wegen des Spielplatzes dort - also fuhr Hans immer mit dem 60er und dem 62er und dann hatte er noch einen Bus rauf, denn Andi wohnte nahe des Gasthauses „Zum Lindwurm“ im 13. Bezirk – und von dort fuhren sie mit dem 62er auf die Wiedner Hauptstraße und stiegen bei der Graf-Starhemberg-Gasse auf den 167er um – U 1 zum Reumannplatz, da hätten sie noch 4 Jahre warten müssen, direkt nach Oberlaa zum Kurzentrum, ab 1969 gebaut und 2007 erneuert – und gar mit der U-Bahn zur WIG 74 überhaupt erst ab 3. 9. 2017. Tja, als Kind der zeitigen 1960er sah man zwar schon gerne Fernsehen, ab 1975 hatte er dann einen Taschenrechner, der kaum was konnte, aber die richtigen Ablenkungen wie mobiles Telefon oder Internet, die gab es halt noch nicht – natürlich gibt es auch heute noch Kinder, die auf Spielplätze gehen, aber ohne Auto quer durch den Südwesten vom 13. Bezirk rüber in die WIG 74, das waren fast zwei Stunden. Zwar gab es noch keine „Handys“, aber doch was ähnliches im lokalen Bereich: Walkie-Talkies, also man konnte sich das kraftraubende Schreien als Erwachsener schenken, wenn man einen großen Garten hatte, denn das war so eine Art tragbarer Sprechfunk, den man innerhalb von irgendwelchen 5 bis 150 oder 200 Metern oder so nutzen konnte – nicht zum Verwechseln mit dem CB-Funk, der kam dann um 1976 auf und für alle die meinen, dass man sich heute im Netz ständig mit wildfremden Menschen unterhält: das war am CB-Funk nichts anderes, man hatte nicht einmal das Gesicht der anderen Seite und man redete ja nur belangloses Zeug, das Chatten in den mittleren 1970er Jahren.

Überhaupt, er war ja auch mit Josef unterwegs und dessen älteren Bruder, die waren zwar zwei Austria Fans, aber dafür war Herbert, der ältere Bruder vom Josef damals schon 15, als man einmal gemeinsam ins Praterstadion schauen wollte, Austria gegen Innsbruck, der 3-fach-Meister der Jahre 1971 bis 1973, also ein wenig dominierend, wie heute „Didis Dosen“, wie man auf die vom Getränke-Riesen Dieter Mateschitz „Red Bull“ gesponserten Salzburger gerne ätzte, prompt hatte, als er die beiden treffen wollte, sie irgendwo verpasst und war dann alleine im Prater Stadion gewesen, im 2. Bezirk, damals eine Weltreise für ihn, die U-Bahn Linie U 2 fährt seit der EM 2008, die in Österreich und der Schweiz stattgefunden hat und das Finale war dann in Wien gewesen, dorthin.

Der Fußballfan der zeitigen 1970er Jahre musste aber noch mit dem A-Wagen vom Praterstern dorthin fahren, oft endete der schon am Elderschplatz – aber für Fußballmatches fuhr der noch weiter durch die Engerthstraße – später wurden alle Buchstaben in Wien eingestellt, außer der „D“-Wagen und der „O“-Wagen – letzterer wohl, weil ebenso als „Linie Null“ oder „Nuller Wagen“ durchginge und der andere, weil man sich in Wien nicht mit einem der wenigen ÖVP dominierten Bezirken, dem 19. Wiener Gemeindebezirk wegen so was streiten wollte – der B-Wagen war zum Gänsehäufel gefahren, der war auch sehr legendär. Also nicht nur, dass er die beiden Brüder versäumt hatte, fuhr er dann noch aus Versehen mit der Linie 11, die 11er Bim, aber nicht die neue Straßenbahn im 11. Bezirk ist gemeint, sondern die um 1974 eingestellte Straßenbahn, die Vorgängerin des 11 A Buses war und als er die Verwechslung merkte, war er schon bei der Remise bei der Burghardt-Gasse im 20. Bezirk angelangt – daheim am Rosenhügel war er dann nach 23h00.

Auch 45 Jahre später hat Hans noch in Erinnerung, dass bei solchen Matchs gut 30.000 Menschen in Stadion pilgerten - die Austria hatte mit Béla Gutmann einen legendären Trainer ergattern können und forderte den amtierenden Dreifachmeister, damals 1973 war so was noch ein „Renner“, ebenso sprach man bei Krimis im TV, wo dann alle vor dem Apparat saßen, von einem „Straßenfeger“, das Wort „Quotenbringer“ kannte man noch nicht, die Fans nannte man damals auch „Anhänger“, bei Auswärtsmatches nannte man die Mitfahrenden „Schlachtenbummler“ und gab es das Wiener Derby Rapid – Austria, fuhren für deren Abtransport von 40.000 oder 50.000 Fans sogenannte Verstärkerlinien, also Straßenbahnen, die sonst nicht zum Stadion fuhren, verteilten so die Fans leichter quer durch Wien ohne viel Umsteigen, meistens gab es den 22er, den 29er, den 35er und den 45er – der letztgenannte fuhr dann was er sich so erinnerte, wie der 46er sonst ab dem Ring nach Ottakring.

Und als er damals so späte nach Hause kam, war sein Vater, den Fußball leider nie richtig interessierte dann streng, denn es war ein Flutlichtspiel gewesen und der Jugendschutz bestimmte, dass Kinder schon um 21h00 daheim sein mussten, sonst hätte ein Polizist, der ihn zufällig gesehen hätte, unangenehme Fragen an seine Eltern stellen können und die Jugendschutzbehörde einschalten, in seiner Familie wollte man keine Schwierigkeiten und diese Diskussion ging auch noch weiter, als man dann schon mit 14 Jahren beim Einverständnis der Eltern auch bis 23h00 unterwegs sein durfte oder war es 22h00? Aus der Sicht eines Mitfünfzigers fiel ihm nur ein, dass er lange Probleme gehabt hatte, die ihn heute überhaupt nicht mehr betrafen, überhaupt, in einem gewissen Alter, wo man am Zenit des Lebens stand oder diesen schon etwas überschritten hatte, da war Ausgehen insgesamt unwichtig, überhaupt, wenn man als Mann eine Freundin hatte und nicht mehr dorthin gehen musste, was man in Wien als „Auf Aufriss gehen“ bezeichnete, mein Gott, was hatte Hans gelitten, dass ihn in der Schule die Damen, damals eigentlich noch Mädchen - nur eine war mal 23, als er 17 war, geschnitten haben, also ihn nicht so attraktiv fanden, dass sie mit ihm eine richtige Beziehung eingehen wollte, überhaupt blieb er sehr lange unfreiwillig dem Sex fern und er hatte schon so Vorstellungen, wenn es dann mit 30 noch immer nicht klappen würde, er sich dann einen Mann aufreißen würde, mein Gott, was war man manchmal als Kind lächerlich: entweder man hat homosexuelle Neigungen, vereinzelt bisexuelle, aber so wie sich auf Befehl keine Frau findet, die einen mag, so wenig wird man auf Kommando plötzlich von heterosexuell einfach homosexuell. Zumindest war es bei ihm so – auch in Phasen, wo er dann schon endlich Sex hinter sich gebracht hatte – diese Freundin war aber nach ca. 2 ½ Monaten nicht mehr interessiert, trotzdem sie beide Matura hatten, waren sie zu verschieden, sie suchte einen Mann, der alles lustig fand und er hatte auch einen anderen Humor, darüber hinaus wollte er immer Kinder haben, also natürlich in Zukunft, nicht mit 22, obwohl auch ein frühes Kind mit 17 oder 18 IHM gut getan hätte, denn er hätte schnell verdienen müssen, spätestens nach der Matura, die Eltern füttern ja nicht zusätzlich zu ihm noch ein Enkelkind durch, aber aus seiner Sicht, der als Mitvierziger damals noch ein Mädchen bekommen hatte zu seinen zwei schon ein Gymnasium besuchende Kinder (Sohn) bzw. die letzte Volksschule-Klasse besuchende Tochter wäre es fürs KIND nicht gut gewesen, erst die Erfahrung nach zwei Kindern und eine gewisse Gelassenheit ließen ihn eher zum Schluss kommen, dass zu früh ein Kind haben für dieses vielleicht nicht so toll ist, dafür den Vater sehr viel früher Verantwortung tragen lässt, was beruflich kein Nachteil ist: also für sein Berufsleben wäre es gut gewesen, wäre er spätestens mit 21 nach Matura und Bundesheer arbeiten gegangen, denn in der Schule hatte er schon erstmals mit 16 im Sommer einen Monat gejobbt, wie man das so salopp nennt, er wollte sogar schon mit 15 erstmals arbeiten, hatte dann aber eine Nachprüfung und war auf den schon erwähnten Feriensprachkurs gereist – dort, wo er der Dame aus Linz begegnete, wie erwähnt eine ganz liebe Person, aber was aus ihr geworden war, hat er keine Ahnung, eben weil man nicht einmal Adressen austauschte – so ist man halt oft als Jugendlicher, gut, die wohnte wenigstens damals noch zwei Zugstunden entfernt, erst ab 2012 mit dem Wienerwaldtunnel verkürzte sich die Fahrzeit auf ca. 1 ½ Stunden – aber er hatte später noch einige tolle Chancen vergeben, vermutlich zumindest, er hatte so was wie ein „Händchen“ für Damen, die nicht passten, aber es gab und gibt auch Glücksphasen mit Frauen.

Später hatte Hans dann ganz andere Probleme im Leben, die er aber erst erkannte, als er schon in seinen 50ern war.

Von Hans Gedanken anlässlich der Hochzeit seines Neffen im Juli 2017 retour in die Jahre 1973 – 77 geht es jetzt ins Jahr 1978, also vor 40 Jahren: In Straßburg saßen sie damals 1978 auf dem Place Kléber zusammen, der hieß so wie auch eine Reifenfirma aus Frankreich, aber nach den Pneus ist er sicher nicht benannt) und lernten zwei Mädchen aus Baden-Württemberg kennen, also die waren aus der Gegend Schwäbisch Hall, zumindest hat Hans noch irgendwo ein Foto von einer der beiden, wo sie auf dem Opel ihres Papas gesessen ist und SHA auf dem Kennzeichen gestanden war – wie hieß die bloß? Andrea? (hatte er es noch wo? Irgendwann hatte er doch einmal seine Jugend-Erinnerungen in Klarsichthüllen gesteckt und so gut wie möglich nach Jahren sortiert – so eine Privatarchivarbeit sollte man wohl regelmäßig machen, überhaupt gab es ja damals vor rund 40 Jahren keine Ablenkungen wie Facebook, TV war auf FS 1 und FS 2 beschränkt, die Pflicht waren werktäglich 5 bis 6 Stunden Schule und damals noch mehr oft am Wochenende lernen – es gab zumindest in der Unterstufe des Gymnasiums, wie man die AHS auch nannte, sicher noch viel öfters Aufgaben, die man am Samstag Nachmittag erledigte, damit man den Sonntag genießen konnte, später lästig, denn es waren eher am Samstag die Fußballspiele, ganz selten einmal eine Sonntagvormittag Matinee oder gar Sonntag am Nachmittag und später, in der Oberstufenzeit war es der Samstag, wo man ausging, zuerst Flipper spielte oder ins Kino ging und dann am Abend auf einer Party sein Glück versuchte, wie schon eben oben erwähnt war es ein wenig ein Kreuz mit den jungen Damen und Hans wusste lange nicht die Ursache dazu. Lange jedenfalls hat er das Bild gehabt, Berge von Briefen lagen lange in seinem Jugendzimmer im Haus der Eltern, er nahm sich schon länger vor, einmal zu schauen, ob er die noch wo hat, es geht ja nur um die Erinnerung, nicht die große Liebe, da war ja genau gar nichts zwischen ihnen, eine etwas alternativ daherkommende junge Dame aus der Anti-AKW-Szene, hatte sie nicht sogar vor, Sozialarbeiterin zu werden? Viel zu lange her, aber jedenfalls war sie oben ohne das häufig getragene Palästinensertuch, er war mit 16 und 17 schüchtern und die Bussis, die sie sich schriftlich schickten, blieben in dieser Form, daher schreiben kann man schnell was und nach rund einem Jahr brachen sie die Korrespondenz miteinander ab, ohne sich je wieder gesehen zu haben, das war eine reine Schreibfreundschaft und nie der Versuch einer Beziehung oder tieferer Zuneigung.

Aber die Zeiten sind damals in punkto Kommunikation noch völlig anders gewesen als heute, wenn Hans mit Josef, genau dem einen der beiden Schulfreunde telefonierte und sein Vater war daheim, wurde er spätestens nach 15 Minuten ungeduldig, wie lange sie noch reden, was das alles kostet, überhaupt dann, wenn Josef im Sommer im Haus seiner Mutter mit den Eltern im Bezirk Mödling war – sehr sicher war es genau 1977, wo er seinen Vater triumphierend berichtete, dass jetzt die ersten 25 Kilometer rund um Wien eine Zone geworden sind, weshalb also das Telefonat nicht mehr teurer war, als mit Josef, wenn er unterm Jahr in der Schule war und er von Wien 13 nach Wien 12 telefonierte oder mit einem Freund in Schwechat, denn die Statutarstadt südöstlich von Wien hatte damals wie Mauerbach, Vösendorf oder auch Perchtoldsdorf eine Wiener Telefonnummer. Trotzdem bekamen sie dann bald ein Vorhängeschloss, wenn ihrem Vater wieder einmal die Telefonrechnung zu hoch war, dann wurde es vorgehängt und sie mussten um den Schlüssel fragen …. Auch seine fünf Jahre ältere Schwester, damals eine Studentin und in der Schule immer eine Vorzugsschülerin (also wenigstens in der Unterstufenzeit der AHS) oder in der Nähe davon (ihren ersten und einzigen 5er – „Pintsch“ genannt – kassierte sie einmal bei einer Mathematik-Schularbeit in der 8. Klasse) – mag sein, dass sie bevorzugt wurde, vor der Telefonrechnung waren sie aber alle drei gleich, Hans und seine beiden älteren Schwestern.

Die Medizinstudentin bekam einmal großzügig vom Vater den Betrag von zwanzig Schillingen in lauter 1 Schilling Münzen gewechselt „Damit Du einmal siehst, wie teuer telefonieren ist!“ (1 Schilling das war so viel wie heute ca. 7 Cent) und durfte zum nächsten öffentlichen Telefonapparat gehen – die heutigen Kinder und Jugendlichen und junge Erwachsene werden jetzt sicher schallend lachen, aber vor dem EU-Beitritt und der dadurch ab 1997/98 einhergehenden Liberalisierung des Telefonmarktes – es kam einfach mehr Konkurrenz auf – war Telefonie ein Monopol der Post – Hans konnte sich erinnern, wie umständlich es war, wenn man wo privat wen anrufen musste, dann hing z. B. einmal in einem Metro-Supermarkt oder wo er gerade war ein Telefonapparat und weil das ein privater Münzfernsprecher war und er damals – 1988 – nach Etsdorf am Kamp mit einem Werkssprecher von Wittmann Möbel telefonieren musste, weil es um die Ausmachung eines Besuchs dort für seine Diplomarbeit ging – da waren, da es ja auch eine entfernte Zone war, die S 5,--, die er einwerfen musste, mitten im Telefongespräch weg und er flog aus der Leitung.

Ja was für heutige Kinder oder zumindest Jugendliche selbstverständlich ist, war damals, vor 40 Jahren genauso wie noch vor 20 Jahren, als man gerade erst zwei 1997 bzw. dann drei private Mobiltelefon-Anbieter in Österreich hatte (A 1, Maxmobil (heute T-Mobile und neulich umbenannt auf Mangeta) und One (später Orange, dann Teil von Telering) ein teures Vergnügen (bzw. eine teure Notwendigkeit, Firmen müssen ja genauso telefonieren und ein Anruf bei einem Friseur zwecks Terminfixierung oder einer Ärztin macht ja niemand zur Zerstreuung) , heute rund 30 bis 35 Jahre alte Menschen kennen aus dieser Zeit vielleicht die Möglichkeit, sich mit einem Pager Kurznachrichten zu schreiben, so ähnlich wie What‘s App heute, das war kurz modern, die hatten ein eigenes Air-Page-Netz – das war nur so ein oder zwei Jahre modern und bald darauf kamen die ersten Wertkartentelefone auf, die es noch heute gibt.

Leute, wie Hans 2006 geborene Tochter, die würden wohl staunen, wie mühsam das früher war, heute könnte sie in Facebook, Instagram oder Snapchat oder was eben gerade ganz angesagt ist, wohl auch mit Freundinnen und Freunden weltweit kommunizieren oder in den USA, nur dass sie sich wegen der Zeitdifferenz wohl ein Zeitfenster wählen müssten, wo nicht der eine gerade tief schläft und die andere in der Schule steckt, auch dank Skype kann man heute in viele Länder gratis oder sehr billig (Strom für den Akku muss ja dennoch bezahlt werden) telefonieren.

EIGENTLICH WENN EIN MANN GLÜCKLICH EINE FRAU LOS GESCHIEDEN, WIRD, DIE NIE ZU IHM GEPASST HAT UND FÜR ALLES UND JEDES IM LEBEN, DAS NICHT SO LÄUFT, WIE GEWÜNSCHT DEN MANN VERANTWORTLICH MACHT

2018 – Hans ist inzwischen 56 und jetzt 5 ½ Jahre durchaus glücklich geschieden (nein, nicht schuldlos, denn er hatte eine Frau geheiratet und nicht viel gedacht, WEN er da heiratet, eine Frau, die von völlig anderer Herkunft ist und immer in der Opferrolle, nicht bereit sein wird, eine Ehe zu führen, wenn es Schwierigkeiten gibt, tja, manchmal kommt es wohl ganz anders, wenn man nicht denkt).

Woran das lag? An diversen Dingen, die im Leben passieren – eine Mischung aus eigenem Ungeschick und auch, wie er vom Elternhaus geprägt war und das Hans Eltern auch Opfer waren. Flüchtlinge als Jugendliche in der NS-Zeit, daher waren sie oft sehr vorsichtig, vor allem von Lehrkräften und der Obrigkeit leicht beeinflussbar und so war Hans richtig überbehütet, vor allem von seiner Mutter – aber: wie sagt es so schön ein geflügelter Spruch? „Gut gemeint ist noch lange nicht immer gut“.

Hans hatte nach der Scheidung ungeplant und nicht so gewollt von ihm ein wenig ein „Don Juan“-Leben geführt, denn mit Anfang und dann Mitte der 50 sind viele Frauen ebenso auf der Suche – und wer denkt, dass Frauen einen soliden Lebenswandel haben und es immer nur die Männer sind, die das schnelle Abenteuer suchen und ihn nur „schnell mal wo reinstecken wollen“, die und der irrt ganz gewaltig. Schließlich: es ist das Alter, wo Frauen dann keine Kinder mehr bekommen können und Hans suchte ja nicht irgendeinen Jungbrunnen für die 2. Jugend, sondern eine solide Freundin, die ebenso eine dauerhafte Beziehung haben will und bei der Menge Damen, die er da bereits zu einem Stelldichein getroffen hatte, um einen älteren Ausdruck für „jemand daten“ zu verwenden und da ist er auch einigen begegnet, die durchaus eine schlimme Kindheit hinter sich haben – und zwar durchaus eine, die sicher um nichts besser war, als die, sie seine Ex-Gattin hinter sich hatte oder durchaus schlimmer – und die suchten oft nur ein „Trostpflaster“, schnellen Verkehr, aber einen, der sich komplett einfügt, sich viel Gejammer anhört und selber nichts redet und das ist nicht in Hans Naturell.

Erst im August 2014 kam er per Zufall darauf, dass auch Facebook Singlebörsen bietet und zwar gleich einige, zuvor war er, als er von seiner Scheidung erfuhr, also seine Ex-Gattin ihm mitteilte, dass sie nicht mehr will, nach kurzem „Schock“ (also Nachdenkpause, er nahm ihre Entscheidung schnell zur Kenntnis, denn Reisende soll man ruhig ziehen lassen, wie er es wo einmal gehört hat, man soll sie nicht stoppen, das bringt nichts) – also nach einer Nachdenkpause von 10, 11 Tagen war er zuerst völlig falsch auf „Flirt.at“ oder so gelandet, das war aber ein Bezahlforum zum Frauen kennen lernen und da aus einigen Gründen seine Finanzen stets prekär war, kam da gar nicht in Frage für ihn. Dann fiel ihm ein, dass ihm einmal ein Freund, der gerne da und dort Frauen datete, was von „Flirtstar“ erzählt hatte und das war wirklich gratis – aber nicht völlig wertlos, wie manche Dinge, die nichts kosten. Die Anzahl der von dort getroffenen Damen hielt sich in Grenzen und keine war dann im Endeffekt wirklich der „große Wurf“, also bei keiner blieb er lange oder keine wollte ihn öfters treffen, dann kam er noch auf „Lablue.at“ darauf, ebenso eine Flirtbörse – die Software war ein wenig besser als bei Flirtstar, er traf immer wieder mal Damen, es gab jedoch auch genug Leerkilometer und erst ab 2016 landete er dann auch bei „Badoo“ und dort ging es einige Zeit, bis er dann die wirklich richtige Dame für lange Zeit gefunden hat – einige Zeit war er auch bei „Zoosk“, da war er nur zufällig ebenso über irgendeine Werbung auf Facebook hineingekommen – aber das war nicht gratis, dafür hatte man dort genug Raum, sich ordentlich darzustellen und viele Damen, die auf der Suche waren, gaben mit versteckten Hinweis, im großen blauen Buch, wo viel sind, zu sein und schrieben ihren Namen spiegelverkehrt hin und er suchte sich die eine oder andere auf Facebook raus – aber viele waren es nicht.

Zurück zu seiner Exgattin: sie sah sich immer als Opfer im Leben, die nur glücklos ist – nur er sah das ganz anders, denn viele Kinder aus gescheiterten Ehen wird es immer geben, sie musste aber nie in ein Internat, auch zu keinen Pflegeeltern, sie wurde nicht verprügelt und sie war auch kein Heimkind und ständig musste er sich in der Ehe anhören, wie dumm er doch sein, wie faul, wie leicht er es als Kind doch hatte, bei seinen Eltern, die ihn angeblich nur verwöhnten, dass er überall nur anecke, weil er „halt den Mund nicht halten kann“ – dass das auch eine Krankheit sein könnte, das ging ihr nie ein – auch späte nicht, als Hand den Beweis bekam, dass er Recht hatte, dass das eine frühkindliche Entwicklungsstörung war, da hatte sie nur dumme Ansagen.

Fünft Jahre lang, von März 2013 bis im selben Monat 2018 führte er unfreiwillig ein wenig ein Leben wie Don Juan – dazu etwas später, jedenfalls hatte er dank Internet viele Frauen getroffen und da waren schon 2 x Damen dabei, die drei oder vier ältere Brüder haben, weil am Land in den 1960ern und 70ern Verhütung noch kein Thema war, die Eltern der einen waren überfordert, also kam sie in die Sonderschule, ebenso die andere, bei der war aber der Vater überhaupt vor ihrer Geburt mit dem Traktor tödlich verunglückt und so war sie bei der Oma gelandet, die auch mit ihren Lernschwierigkeiten nicht zurande kam.

Hans bestritt ja nie, dass er eine glückliche Kindheit gehabt hatte, früher war man da vor allem im ruralen Raum sofort in der Sonderschule – ob da ein Unterschied zwischen Männern und Frauen war, vermochte er gar nicht zu sagen, da es ihn nie betroffen hatte, war das auch nicht so wichtig, dunkel konnte er sich an einen Typen in der Straßenbahn 1976/77 erinnern, der in der Nähe seine Gymnasiums in die Sonderschule ging und der hatte ihn einmal angesprochen – Hans erwähnte damals, er beabsichtige in die HAK zu gehen und vielleicht später einmal Welthandel zu studieren, wie damals noch die Handelswissenschaften hießen und der verstand „Weltall“ und lenkte das Thema gleich auch in die Richtung und fand es auch sehr spannend und Hans widersprach aus Höflichkeit nicht und außerdem taten ihm solche Leute immer leid, er sah den noch einige Male – zuletzt dann 1979, als er wieder einmal mit Fritz und dessen Mutter im Sommer von Wien nach Langenlebarn reiste – also eher war es Tulln und dann bei der Eisenbahnbrücke hinunter, wo man entweder einfach abbiegen konnte, auf einer Seite kam man nach Neuaigen und Trübensee und auf der anderen Seite Richtung Fortsetzung der B 19 und dann bald auf die B 4 nach Horn, also ins Waldviertel – und auf einer weiteren Seite kam man da das Donauufer entlang und dort war eine Siedlung aus Pfahlbauten und sehr gemütlich, da waren sie am arbeitsfreien 15. August gelandet, Mariä Himmelfahrt – und auf der Strecke, wo die B 1 den Riederberg überquerte war dann nach noch vor Gablitz Richtung Wien eine Schänke am Waldesrand – nie wusste er den Namen, aber die war beliebt und dort saß die Mama von Fritz bei einem Gespritzten Wein – „Spritzer“ wie man es in Wien nannte – ein Teil Wasser, ein Teil Wein, dazu natürlich auch einiges zum Essen vom Buffet, „eine Unterlage nehmen, damit der Körper den Alkohol nicht zu stark aufnahm“, wie man das bezeichnete, schließlich war es ja noch ein Stück zu ihm am Rosenhügel und Fritz wohnte mit seinen Eltern in Meidling und sein Schulfreund und er jeweils was alkoholfreies – nicht, dass man nicht schon richtig trinken ging, aber doch eher, wenn man unter sich war, die Erwachsenen mussten ja nicht alles so genau wissen – und da war der junge Mann, der eben gegenüber von ihm in die Sonderschule gegangen war, mit seiner Mama unterwegs und der grüßte freundlich und man redete – und die Mama von Fritz meinte dann nachher, als die weg waren „Also von wo kennst Du den Hans? Irgendwas hat der, weiß aber nicht was genau“

Was das so mit Hans‘ Ehe zu tun hat? Nun: so wie die satte Mehrzahl an Männern, so sie nicht ein Leben in Askese führen wollen – Eremiten, katholische Priester aus Überzeugung leben ebenso zölibatär, …. – fing auch Hans an, sich mit 12, 13 Jahren für das andere Geschlecht zu interessieren.

Und seine Hauptschwierigkeit lag schon bald daran, dass er merkte, bei Vertreterinnen des anderen Geschlechts nicht sehr glücklich zu agieren, am Anfang sind natürlich fast alle Menschen da ähnlich, er kann sich noch gut erinnern, dass er erstmals im Alter von 12 ½, am Beginn der 3. Gymnasium vor allem mit Fritz lustige Sprüche von sich zu geben, bald kam auch einmal Josef auf ihn zu, der aus einer katholisch geprägten Familie stammt und meinte, so fast im Flüsterton, wenn er so an einem Zeitungskiosk vorbeigeht, wie es die ja überall in der Stadt gibt und da hängen so Zeitschriften herum, da merkt er, dass sich das männliche Glied erregt, also es sprachen auch Leute über dieses Thema, von denen er annahm, dass sie sich das aufgrund ihrer Erziehung bis zur Ehe aufheben würden – später, als sie so in der Pubertät waren oder bald darauf, da war es dann überhaupt völlig anders, aber bleiben wir ruhig bei dieser Zeit.

Man beobachtete also die Damen, man kaufte sich dann selber so Zeitschriften, es musste ja nicht gleich Hardcore-Sex sein, denn da gab es auch durchaus massives Interesse des Jugendschutzes, dass die nicht obenauf in der Trafik aufgehängt werden durfte, „Hustler“ war so ein klassisches Magazin, der „Playboy“ hingegen, wo man schöne Frauenkörper ebenso ablichtete, wo es aber keine Fotos gab, wo ein Pärchen miteinander Sex trieb und wo auch keine weibliche Vagina im geöffneten Zustand präsentiert wurde oder sich eine Dame einen Finger oder einen Vibrator hineinsteckte.

Man ging dann ab dem 15. Lebensjahr immer wieder einmal miteinander aus und nahm die Damenwelt wahr, wenn man miteinander Flipper spielte oder im Prater, da gab es so Spielautomaten, wo man auf einem Bildschirm gegen eine Wand geschossen hat, bis man dann mit einer kleinen quadratischen Scheibe hinter diese Wand gelangte auf eine neue Ebene, ein Vorgänger vom Pacman und auch heutigen Computerspielen – Fritz war da viel geschickter als Hans – wenn man dann irgendwo junge Mädchen sah, dann bemühte man sich irgendwie mit denen ins Gespräch zu gelangen – und nachdem einige Bäder ein Wellenbecken hatte, wo ein Motor eingeschaltet wurde, der künstlich das Wasser hob und senkte, hielt man sich in der Nähe von Damen auf, damit man vielleicht gegeneinander geschleudert wurde, vielleicht ergab sich ja ein Gespräch – ebenso hatten sie einmal im damals noch nicht sehr alten Stadthallenbad mit einer Badehaube so ein wenig hin und hergeworfen, das war nur wenige Wochen, bevor Hans auf jenen Feriensprachkurs nach England fuhr, wo er die Linzerin kennen lernte – da waren sie zu Dritt oder zu Viert – Fritz, Hans und noch zwei Burschen aus ihrer Schule und da hatten sie den Eindruck, dass zwei junge Damen, so ein bis zwei Jahre jünger, also 13 oder 14, ihnen fasziniert zuschauten, da strahlte man freundlich zurück, aber im Wesentlichen setzte man noch keine richtigen Aktionen, denn es fiel einem ja auch meistens kein Anknüpfpunkt ein, dass man in ein Gespräch kam, das weiter führte.

Da Hans aber erst 15 war, war das nichts so besonders – er freute sich schon auf die Oberstufenzeit, denn das war das Alter, wo man endlich einmal mit Damen zusammenkam, denn er hatte ein Jahr wiederholt, wie so viele, die wiederholen, war es auch bei ihm die 3. Klasse gewesen und er hatte eine ungute und stark übergewichtige Dame als Klassenvorstand, die ihm bald aus der Schule hinausbrachte, seine Eltern waren dann gezwungen, ihn in eine Burschenschule zu geben, die erst dann beginnend mit den ersten Jahrgängen koedukative Klassen zu führen, als er bereits in der 4. Klasse war und er wusste, dass er nicht mehr weiter ins Gymnasium gehen würde, er strebte einige unterschiedliche Formen von Berufsbildenden Höheren Schulen an, allerdings kamen er und auch Fritz dahinter, dass eine Textilschule doch was viel zu schweres war, ebenso ging es ihm mit der Höheren Lehranstalt für Fremdenverkehrsberufe (damals war ohnehin nur eine dieser Art in Wien, er ließ sich mal Unterlagen kommen, doch die verlangten viel Schuldgeld, darüber hinaus eigene Uniform, weil man gleich das Handwerk des Kellners und das Arbeiten an einer Rezeption im schuleigenen Hotel in den Ferien verlangte und Kochunterricht als Pflicht hatte, Vorteil war halt, das die meisten dann schon mit der Matura einen Beruf hatten und man von der Pike auf das Handwerk erlernt hatte und daneben noch studieren konnte, wenn man wollte, nur das war dann doch zu umfangreich für ihn) und so landete er in einer Handelsakademie. Erst viele Jahre danach kam er dahinter, dass eine HAK in den späten 1970ern und zeitigen 1980ern einen zwar umfangreich kaufmännisch schulte, aber dass man leider keinen Wert darauflegte, ob und was die Schülerinnen und Schüler so im Sommer arbeiten. Und wer dann durch eigenes Ungeschick und auch das der Eltern, die nie im eigenen Freundeskreis sich umhörten, wo er denn am besten schon mit 15 oder 16 im Sommer arbeiten könne und das Angebot überschaubar war, was die Arbeitsmarktverwaltung so angeboten hatte und in der Elterngeneration meistens noch die Philosophie war „Wer fleißig ist, wird es im Leben weit bringen“, die sich später als völlig falsch herausstellte, arbeitete man halt irgendwas und das war wenig sinnvoll.

An Mädchen in der AHS-Zeit konnte er sich nicht mehr so richtig erinnern, eher lächerlich fand er die Idee vom Robert aus seiner Klasse, dass der in der Pause Mädchen anschauen ging, also er meinte, die sind so lieb, wie sich die bewegen, die waren aber erst 10, maximal 11 Jahre – daran zu denken, wie die vielleicht einmal mit 14 oder 15 ausschauen würden, weil er damals in dem Alter war? Nein, die Eltern hatten damals eine Freundin, die war mit 20 Mutter geworden, war dann aber mit 34 bereits geschieden, denn der Mann, dem es damals gelungen war, dass er sie mit ihren Charme verführte, war ein richtiger Frauenheld und die war daher natürlich immer berufstätig geblieben, was sie vor der Geburt ihres Sohnes tat, als sie den Schwerenöter kennen lernte, wusste er nicht so genau, aber als er dann 13 war und die Scheidung dieser Dame nicht lange her war, da war sie oft mit seiner Mutter unterwegs, denn die hatte keinen Führerschein, die Freundin hatte zu einigen en gros Geschäften gute Verbindungen, also wo man im Großhandel günstig einkaufen konnte, vor allem Gewand ab Fabrik – Hans Mutter hatte wieder Zugang zu Geschäften mit günstigen Zigaretten und Alkohol und die Freundin freute sich als Frischgeschiedene auch darüber, Freunde wie seine Eltern zu haben, die blieb dann meistens auf einen Kaffee, auf entspanntes plaudern, und wie das so ist, beim Entspannen überschlug sie gerne die Beine, die immer in dunklen Nylonstrümpfen steckte, also eher schon eine Strumpfhose, als Strapse, aber auch das war schon sehr verführerisch und da fühlte sich Hans ausgiebig wohl, also das gefiel ihm schon besser – und Kaffee trinken war ja okay, also da sagten die Eltern nie was – und der Freundin der Eltern, Liese ihr Namen, die sagte auch nie was, also entweder fiel es ihr gar nicht auf, vielleicht fühlte sich ja auch geschmeichelt, dass ein junger Mann sie schön fand, auch gut aussehende Damen haben ab einem gewissen Alter das Problem, dass sie den Eindruck haben, dass sie viel zu wenig Männer beachten, sie ansprechen usw. – und der Rest war wohl auch Takt und gute Erziehung und einen jungen Mann nicht dumm bloß stellen, andererseits fand er es schade, dass sie ihn nie verführte, ein diskreter Wink hätte ihm schon genügt, aber andererseits, Jahre später erzählte einer bei den Pfadfindern, da war Hans aber schon 23 und hatte dann auch schon endlich seine ersten sexuellen Erfahrungen hinter sich, so beiläufig erwähnt, der war damals so 17 oder 18, dass er seinen ersten Sex mit einer Freundin seiner Mutter mit 13 hatte, die soll dem Gatten wohl eines ausgewischt haben, das war halt bei Liese als Geschiedene nicht mehr der Fall – und wenig später, als er dann 17 Jahre alt war – bei Lieses Plaudereien mit seinen Eltern war er ja so zwischen 13 und 15 – machte er einmal die ihm doch stark kränkende Erfahrung, dass eine Dame, die 23 war, ihn, der sich schon am Ziel seiner Sehnsüchte wähnte, dann mit „Ich kann mit Dir nicht mehr weitermachen, die Leute werden mich als Hure bezeichnen, Du bist doch so viel jünger“ in die Wüste schickte ….

Ja, was damals fehlte, das war eindeutig das Internetz, denn dort konnte man wirklich weltweit Freundschaften schließen und erst recht in der Nähe – er konnte ausgiebig Profile lesen, konnte viel mehr über Frauen in Erfahrung bringen: er konnte bei „Gefällt mir“-Angaben einfach wunderbar einiges lesen, die politische Gesinnung, ob die ihm gefallen würde, er konnte sich Fotos ansehen und auch sonst schnell feststellen, wie eine Frau tickte: da hatte er einmal eine kennen gelernt, die wohnte irgendwo in Mattersburg im Burgenland, arbeitete in der örtlichen Konservenfabrik – nicht, dass er die Produkte von denen nicht schätzte, aber Fabriksarbeiterinnen, da hieß es für ihn Vorsicht walten zu lassen, die arbeiteten oft in Akkord, plagten sich durchs Leben, denn die war sicher nicht in der Qualitätskontrolle und schnell kam er dahinter, dass die nur am Spielen interessiert war – da gab es ja viele Spiele online, die man miteinander spielen konnte, ihn aber genau Nüsse interessierten, wie man das so nennt – und schon bald fing die an zu sekkieren, da er doch als Maturant einige durchaus intellektuelle Gespräche mit Herren und Damen führte und da störte eine, die ständig dazwischen schoss, schon bald wurde sie beleidigend und es gab nichts schöneres, als mit einem kurzen Klick diese Freundschaft wieder zu beenden.

Wie viel anders war das in seiner Schulzeit in den Jahren 1968 – 82 gewesen – erst war man natürlich noch Kind und die Mädchen, die ihn in der Volksschule verehrten, das war ihm sogar ein wenig lästig, irgendwie schade später, die eine war ein absolut süßes Mädchen, die Petra, auf einem inzwischen 50 Jahre alten Foto aus der ersten Volksschule blickte sie schelmisch hinter einem Heft hervor, denn der Schulfotograf musste alle auf ein Foto unterbringen – zu diesem Behufe wurden von den 36 Kindern, die sie damals waren, „Babyboomer-Generation“, von 25 Kindern pro Klasse keine Idee, dazu gab es wohl gar nicht genug Lehrpersonal, das war damals, in Zeiten der Vollbeschäftigung kein Beruf, schon gar nicht Volksschule, das galt als eher ungefragter akademischer Posten, kaum bezahlt und auch kein Nebenverdienst möglich, nicht so wie AHS oder BHS Lehrkraft, natürlich ist man als Lehrer oder Lehrerin immer wieder geschlaucht, mit lauter Kindern aus den verschiedensten Verhältnissen – es gab ja nicht nur die Wunschkinder aus gut bürgerlichen Familien, wo die Ehe fast unauflösbar war, jedenfalls überhaupt, solange die Kinder klein waren und schulpflichtig – wäre ein Mann ein „Weiberer“ gewesen, also ein Fremdgeher – natürlich gab es die auch damals – dann ging er sich bei Geschäftsreisen oder bei Damen vom Gunstgewerbe austoben, wenn die Ehegattin nicht das hergab, was man sich vor der Ehe erwartet hatte, aber auch die Frauen waren damals – 1960er und 1970er – keine Kinder von Traurigkeit mehr, denn wer ein wenig auf sich hielt, schaute aus dem ehelichen Korsett auszubrechen – aus dem Freundeskreis seiner Eltern konnte sich Hans an Ingeborg erinnern, die als Fabrikarbeiterin wo begonnen hatte, sich anstrengte, weil sie mit Ernst, ihrem Mann, nur ein Kind hatte, die sie streng und mit zumindest Androhen von Ohrfeigen erzog (vielleicht führte sie die auch aus, Hans hatte da nicht so den Überblick, ihre Tochter war neun Jahre älter als er), dann die B-Matura hatte, bei der Finanz oder Polizei landete und einen soliden Beamtenkollegen kennenlernte und sich dann scheiden ließ, aber da war ihre Tochter Evelyne bereits erwachsen und selber verheiratet – nein, die Lehrkräfte mussten sich natürlich auch mit sogenannten „Rauschkindern“ abgeben – also die Kinder selber waren eh okay, aber in einem Rausch – also der musste nicht unbedingt vom Alkohol her sein, ein rauschendes Fest, eine Faschingsfeier reichte, die Pille konnte sich nicht jede leisten und manche vertrugen sie auch nicht, plötzlich stand die Frau mit einem nicht gewollten Kind da, so wie es bei Liese war, der sexy Freundin seiner Eltern, mit der sich Hans gerne was angefangen hätte, wäre er damals statt 13 wenigstens 23 gewesen oder gar 30, als sie 35 war – und diese Kinder büßten, obwohl es nicht die Schuld war, ein sexuelles Abenteuer von zwei Menschen verschiedenen Geschlechts, den Homosexuelle und lesbische Menschen konnte genauso auf Partys sich ebenso ausleben – sie konnten ihrem Sexualleben eine Krankheit verdanken, wenn es sehr dumm lief, gar den viel zu frühen Tod, sie lebten auch noch lange diskriminiert von der Gesellschaft ihr Sexualleben, denn gleichgeschlechtliche Beziehungen waren lange Jahre ein gesellschaftliches No-Go, sie sind es noch heute in vielen Diktaturen, in einigen steht noch immer 2018 die Todesstrafe, hohe Gefängnisstrafen oder gesellschaftliche Verachtung – aber da die keine Kinder miteinander herstellen können, war das für die Demografie der Gesellschaft nicht relevant.

Die andere junge Dame, die ihn verehrte, war die Gabi, ein Mädchen ebenso aus gutbürgerlichem Haushalt und damals wohnte er noch als Kind im 6. Bezirk, erst später zog Hans‘ Vater auf den Rosenhügel, wo ja auch lange Zeit die TV-Studios des ORF lagen, eher dieser 1974 in seine jetzige Fernseh-Sendeanstalt auf den Hietzinger Küniglberg zog. Man spielte immer in der Pause, er konnte sich an so ein witziges Spiel erinnern – sie waren ja Kinder im einstelligen Alter – wo man sich einfach mit den Fingern so Stierhörner am Kopf andeutete und aufeinander losging, natürlich ohne viel Gewalt, nicht nur weil sie ein Mädchen war, man war ja nicht in der Rolle des kleinen Bruders zweier älterer Schwestern und sie fand ihn jedenfalls so lustig, dass er im Herbst 1969 einmal bei ihr in der Wohnung zu einer Geburtstagsfeier eingeladen war – er kann sich auch fast 50 Jahre später noch erinnern, dass es so eine Altbauwohnung am Esterhazypark gelegen war und sie hatte nicht nur hohe Zimmer, es gab auch so 2 Turnringe, die auf einem Türstock oben hingen – Gabi wurde 8 und hatte eine ältere Schwester, die so wie Hans‘ ältere Schwester schon in die 3. oder 4. Klasse ins Gymnasium ging und daher von den „Kleinen“ gar nicht viel Notiz nahm, sie war einfach mit Aufgaben oder Lernen oder was immer beschäftigt – gerade beim Kommen und beim Gehen gab man die Hand, natürlich auch Gabis Eltern und am Schluss holte ihn auch Papa ab, die Erwachsenen plauderten auch nett miteinander, das gehörte wie gesagt zum guten Ton und das war es dann wieder.

Leider hat Hans Ende März Geburtstag – das ist dann schön,