Anästhesie maßgeschneidert -  - E-Book

Anästhesie maßgeschneidert E-Book

0,0
24,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Dieses Praxisbuch bietet Anästhesisten Sicherheit für die Betreuung spezieller Patientengruppen mit besonderen Anforderungen. - Verschiedenste Patientengruppen: u.a. Schwangere, Kleinkinder, ambulante Patienten, Tumorpatienten, Traumapatienten, körperlich behinderte Patienten, gehörlose sowie blinde Patienten - Spezielle Anforderungen dieser Patientengruppen: anatomische, physiologische, psychologische sowie organisatorische Besonderheiten - Mit hilfreichen Tipps, Tabellen zum schnellen Nachschlagen und Dosierungsempfehlungen anhand von Fallbeispielen

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 759

Veröffentlichungsjahr: 2015

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Anästhesie maßgeschneidert

Michael Möllmann, André Hemping-Bovenkerk

Michael Möllmann, André Hemping-Bovenkerk, Martin Abendroth, Christian Albiker, Andreas Bohn, Robert Bonnemann, Mona Brune, Matthias Brüwer, Christian Erker, Klaus Frerker, Simone Gurlit, Kirstin Heimann, Judith Hoppe, Susanne Meyer, Martin Rieck, Alice Schwab, Sven Sewing, Dorothée Siuda, Claudia Take, Marita Witteler,

14 Abbildungen

Vorwort

Die Anforderungen an das Fachgebiet Anästhesiologie und die daraus erwachsenen Bereiche Intensiv-, Palliativ- und Notfallmedizin sowie Schmerztherapie befinden sich in einem stetigen Wandel. Herausforderungen, mit denen die Begründer der „modernen“ Anästhesie konfrontiert waren, sind aus heutiger Perspektive selbstverständliche Kernaufgaben geworden. Die Ansprüche, die an Anästhesisten und Anästhesien vonseiten der Patienten und operativen Partner gestellt werden, haben sich ebenso rasant entwickelt und diversifiziert wie das Fachgebiet selbst.

Anästhesie erfordert komplexe und vielfältige Konzepte für eine patientenzentrierte und an aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse angepasste Durchführung von Anästhesieverfahren. In der täglichen Praxis begegnen dem Anästhesisten dabei unterschiedlichste Patientengruppen. Damit verbunden sind anatomische, physiologische sowie psychologische und organisatorische Besonderheiten.

Dabei sind es nicht die gesunden ASA-1/2-Patienten, die dem klinisch tätigen Anästhesisten regelhaft vorgestellt werden, die eine erhöhte Aufmerksamkeit erfordern, sondern die multimorbiden, älteren oder chronisch kranken Patienten, die Patienten mit neurologischen oder psychischen Erkrankungen, die Adipösen sowie Kinder und Schwangeren, die zunehmend für elektive oder Notfalloperationen anästhesiologisch betreut werden müssen. Bedingt durch die stetige Ablaufoptimierung operativer Zentren, fehlen insbesondere außerhalb der Kernarbeitszeiten oft die Möglichkeit der Supervision sowie die Zeit, fehlende Routine und Erfahrung in der Versorgung dieser speziellen Patientengruppen durch eine entsprechende Vorbereitung auszugleichen.

Dieses Praxishandbuch beschreibt – ergänzt durch Fallbeispiele – die typischen, das anästhesiologische Vorgehen beeinflussenden Veränderungen und Besonderheiten der oben genannten speziellen Patientengruppen und gibt anhand typischer Operationen praxisorientierte Empfehlungen zum anästhesiologischen Vorgehen. Dabei wurde bewusst auf die ausführliche Darlegung grundlegender anästhesiologischer Kenntnisse und Fertigkeiten sowie pharmakologischer oder biochemisch-physiologischer Grundlagen verzichtet.

Dieses Buch richtet sich an praktisch tätige Anästhesisten, sowohl vor als auch nach Abschluss der Weiterbildung. Zahlreiche Fallbeispiele, übersichtliche Tabellen sowie Empfehlungen zu konkreten Dosierungen und Handlungsabläufen machen das Buch zu einem optimalen Begleiter und Nachschlagewerk für den klinischen Alltag.

Dieses Buch wäre ohne die Mithilfe Vieler nicht möglich gewesen. Daher möchten wir an dieser Stelle allen danken, die an seiner Entstehung mitgewirkt haben. Besonderer Dank gilt den Autoren, die einzeln oder gemeinsam durch ihre unterschiedliche Expertise und Sichtweise zur Ausgestaltung der jeweiligen Kapitel beigetragen haben. Angesichts des wachsenden Zeitdrucks, verbunden mit der Verdichtung von Tätigkeiten, ist die Mitwirkung an einem derartigen Buch nicht selbstverständlich.

Wir hoffen, mit diesem Buch einen breiten Leserkreis unterschiedlichster Berufsgruppen der Anästhesiologie zu erreichen und allen ein interessantes und praxisorientiertes Nachschlagewerk zu liefern, das neue Denkanstöße bereithält und sich zu einem verlässlichen Begleiter in der Patientenversorgung entwickelt.

Münster, im April 2015Michael MöllmannAndré Hemping-Bovenkerk

Abkürzungen

ALS 

amyotrophe Lateralsklerose

ANTS 

Anaesthetists’ Non-Technical Skills

ASA 

American Society for Anesthesiologists

AT III 

Antithrombin III

BDA 

Bund Deutscher Anästhesisten

BMI 

Body Mass Index

CIDP 

chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie

CK 

Kreatinkinase

CMRO

2

zerebraler Sauerstoffverbrauch

CPAP 

Continual positive Airway Pressure

CPP 

zerebraler Perfusionsdruck

CRM 

Crisis Resource Management

CRP 

C-reaktives Protein

CRT 

Cardiac Resynchronisation Therapy

CSE 

kombinierte Spinal- und Periduralanästhesie

CTG 

Kardiotokografie

DC 

Damage Control

DGAI 

Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin

DIC 

Disseminated intravascular Coagulation

DIVI 

Deutsche interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin

EDDS 

Expanded Disability Status Scale

EK 

Erythrozytenkonzentrat

EKT 

Elektrokrampftherapie

ERCP 

endoskopische retrograde Cholangiopankreatikografie

EVD 

externe Ventrikeldrainage

EZR 

Extrazellularraum

FEES 

Flexible endoscopic Evaluation of Swallowing

FEV

1

forcierte Einsekundenkapazität

FFP 

Fresh frozen Plasma

FRC 

funktionale Residualkapazität

FVC 

forcierte Vitalkapazität

GBS 

Guillain-Barré-Syndrom

GCS 

Glasgow Coma Scale

GEDVI 

global-enddiastolischer Volumenindex

GERD 

Gastro-oesophageal Reflux Disease

GFR 

glomeruläre Filtrationsrate

GLS 

gaslose Laparoskopie

Hb 

Hämoglobin

HF 

Herzfrequenz

HFpEF 

Heart Failure with preserved Ejection Fraction

HFrEF 

Heart Failure with reduced Ejection Fraction

HME 

Humidity and Moisture Exchanger

HZV 

Herzzeitvolumen

IABP 

intraaortale Ballongegenpulsation

IBW 

Ideal Body Weight

ICD 

implantierbarer Kardioverter-Defibrillator

ICP 

Hirndruck

IPS 

idiopathisches Parkinson-Syndrom

IRS 

Incident Reporting System

ITBVI 

intrathorakaler Blutvolumenindex

ITN 

Intubationsnarkose

IVC 

inspiratorische Vitalkapazität

KHK 

koronare Herzkrankheit

LAE 

Lungenarterienembolie

LAP 

Laparotomie

LBW 

Lean Body Weight

LDH 

Laktatdehydrogenase

LRS 

Restless-Legs-Syndrom

LSK 

Laparoskopie

LV-EDAI 

linksventrikulärer enddiastolischer Flächenindex

MAC 

minimale alveoläre Konzentration

MAO 

Monoaminoxidase

MAP 

Mean arterial Pressure

MCP 

Metoclopramid

MET 

Metabolic Equivalent Task

mMRC-Score 

Modified Medical Research Council Dyspnoea Scale

MNS 

malignes neuroleptisches Syndrom

MRT 

Magnetresonanztomografie

mYPAS-Score 

Modified Yale preoperative Anxiety Scale

NaSSA 

noradrenerge und spezifisch serotonerge Antidepressiva

NI 

Niereninsuffizienz

NiBD 

nicht invasive Blutdruckmessung

NIV 

nicht invasive Beatmung

NSAR 

nichtsteroidale Antirheumatika

NTS 

Non-Technical Skills

OSA 

obstruktive Schlafapnoe

OSAS 

obstruktives Schlafapnoesyndrom

OSH 

obstruktive Schlafhypopnoe

p. m. 

post menstruationem

PADS 

Postanesthesia Discharge Scoring System

PAED-Score 

Pediatric Anesthesia Emergence Delirium Score

PART 

Pressure, Alignment, Reverse, Tilt

PBC 

primäre biliäre Zirrhose

PCEA 

patientenkontrollierte Periduralanalgesie

PCF 

Peak Cough Flow (maximaler Hustenstoß)

PCIA 

patientenkontrollierte intravenöse Anästhesie

PCWP 

pulmonal-kapillärer Verschlussdruck

PDA 

Periduralanästhesie

PDK 

Periduralkatheter

PEEP 

positiv endexspiratorischer Druck

PICC 

Peripheral inserted central Line

P

imax

/P

emax

maximaler Inspirations- und Exspirationsdruck

POCD 

postoperative kognitive Dysfunktion

PONV 

Postoperative Nausea and Vomiting

PPH 

peripartale Hämorrhagie

PPSB 

Prothrombinkomplex-Konzentrat

PRIND 

prolongiertes reversibles ischämisches neurologisches Defizit

PTC 

Post Tetanic Count

PTT 

partielle Thromboplastinzeit

PVB 

Paravertebralblock

RSI 

Rapid-Sequence-Induktion

SaO

2

arterielle Sauerstoffsättigung

SAP 

Systolic arterial Pressure

SBAS 

schlafbezogene Atmungsstörung

SPA 

Spinalanästhesie

SPO

2

pulsoxymetrisch gemessene Sauerstoffsättigung

SSNRI 

selektive Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer

SSRI 

selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer

SSW 

Schwangerschaftswoche

SvO

2

(SCvO

2

gemischt-(zentral-)venöse O

2

-Sättigung

SVR 

systemischer vaskulärer Widerstand

TAP 

Transversus Abdominis Plane

TBW 

Total Body Weight

TCI 

Target-controlled Infusion

TIA 

transitorisch ischämische Attacke

TIVA 

total intravenöse Anästhesie

TK 

Thrombozytenkonzentrat

TVT 

tiefe Beinvenenthrombose

VAS 

visuelle Analogskala

VC 

Vitalkapazität

V

D

Verteilungsvolumen

VFSS 

Videofluoroscopic Swallowing Study

WHO 

World Health Organisation

WHtR 

Waist to Height Ratio

ZAS 

zentral-anticholinerges Syndrom

ZVD 

zentralvenöser Druck

ZVK 

zentraler Venenkatheter

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Abkürzungen

1 Anforderungen an die „moderne“ Anästhesie

1.1 Einleitung

1.2 Historischer Überblick

1.2.1 Ausschaltung von Schmerzen

1.2.2 Optimale Operationsbedingungen

1.2.3 Junge Geschichte der Anästhesie – Fokus Versorgungsqualität

1.2.4 Outcome

1.3 Anforderungen heute

1.3.1 Aus Sicht der Patienten

1.3.2 Aus Sicht der Mitarbeiter und Kollegen

1.3.3 Aus Sicht der operativen Partner

1.3.4 Aus Sicht der Vorgesetzten

1.4 Literatur

2 Anästhesie bei Neugeborenen, Säuglingen und Kleinkindern

2.1 Anatomische und physiologische Besonderheiten und deren Implikationen für die Kinderanästhesie

2.1.1 Einleitung

2.1.2 Sicherung der Atemwege

2.1.3 Beatmung

2.1.4 Zirkulation

2.1.5 Flüssigkeitsbedarf und Volumentherapie

2.1.6 Gefäßzugang

2.1.7 Hypothermie-Prävention und Temperaturmonitoring

2.2 Präoperative Vorbereitung

2.2.1 Präoperative Nüchternheit

2.2.2 Prämedikation

2.2.3 Präoperative Untersuchungen

2.2.4 Präoperative Gerinnungsanamnese

2.2.5 Arbeitshilfen

2.2.6 Anforderungen an den Anästhesisten und den Arbeitsplatz

2.3 Postoperative Folgen der Narkose

2.3.1 Neurotoxizität

2.3.2 Postoperatives Aufwachdelir im Kleinkindalter

2.4 Medikamente im Kindesalter

2.4.1 Grundlagen der Pharmakokinetik im Kindesalter

2.4.2 Anästhetika

2.4.3 Analgetika

2.4.4 Relaxanzien

2.4.5 Intranasale Medikamentenapplikation

2.5 Regionalanästhesieverfahren

2.5.1 Kaudalblock

2.5.2 Peniswurzelblock

2.5.3 Ilioinguinalis-/Iliohypogastrikusblock

2.5.4 Transversal-abdominal-plane-Block (TAP-Block)

2.5.5 Plexus-axillaris-Blockade

2.5.6 Periduralkatheter (PDK)

2.6 Klassische Operationen im Kindesalter

2.6.1 Duktusligatur

2.6.2 Nekrotisierende Enterokolitis, Mekoniumileus

2.6.3 Ösophagusatresie

2.6.4 Hypertrophe Pylorusstenose

2.6.5 Leistenhernie

2.6.6 Persistierender Urachus, Nabelhernie

2.6.7 HNO-Eingriffe

2.6.8 Kinderorthopädische Eingriffe

2.6.9 Seltene Erkrankungen

2.7 Literatur

3 Anästhesie bei Schwangeren

3.1 Einleitung

3.2 Anästhesierelevante physiologische Veränderungen in der Schwangerschaft

3.2.1 ZNS-Veränderungen

3.2.2 Respiratorische Veränderungen

3.2.3 Kardiovaskuläre Veränderungen

3.2.4 Hämatologische Veränderungen

3.2.5 Gastrointestinale Veränderungen

3.2.6 Hepatische Veränderungen

3.2.7 Renale Veränderungen

3.3 Anästhesiologische Besonderheiten des Fetus: Teratogenität und fetale Asphyxie

3.3.1 Teratogenität

3.3.2 Weitere Besonderheiten der anästhesiologischen Pharmakotherapie in der Schwangerschaft

3.3.3 Fetale Asphyxie

3.4 Grenzen und Möglichkeiten der Anästhesie in der Schwangerschaft

3.4.1 Was darf, was muss, wann soll operiert werden?

3.4.2 Präoperatives Management

3.4.3 Intraoperatives Management

3.4.4 Postoperatives Management

3.5 Klassische Operationen während der Schwangerschaft

3.5.1 Appendizitis und Appendektomie

3.5.2 Cholelithiasis, Cholezystitis und Cholezystektomie

3.5.3 Traumata

3.6 Literatur

4 Anästhesie bei der Geburt

4.1 Einleitung

4.2 Physiologie der Geburt

4.3 Anästhesie bei vaginaler Entbindung

4.3.1 Periduralanästhesie (PDA)

4.3.2 Patientenkontrollierte intravenöse Analgesie

4.3.3 Lachgas plus Sauerstoff

4.4 Narkose zur Sectio caesarea

4.4.1 Spinalanästhesie

4.4.2 Periduralanästhesie

4.4.3 Kombinierte Spinal- und Periduralanästhesie

4.4.4 Allgemeinanästhesie

4.4.5 Anästhesie in Abhängigkeit von der Dringlichkeit der Sectio

4.5 Blutdruckmanagement

4.5.1 Maßnahmen zur Senkung des Hypotonierisikos

4.5.2 Behandlung der Hypotonie

4.6 Vorgehen bei Gestosen

4.6.1 Präeklampsie und Eklampsie

4.6.2 HELLP-Syndrom

4.7 Peripartale Blutungen

4.7.1 Allgemeinmaßnahmen

4.7.2 Uterotonika

4.7.3 Management der Gerinnungsstörung

4.7.4 Anästhesieverfahren bei operativer Therapie einer peripartalen Blutung

4.8 Literatur

5 Anästhesie bei ambulanten Patienten

5.1 Einleitung

5.2 Besonderheiten des ambulanten Patienten

5.3 Besonderheiten des ambulanten Anästhesisten

5.4 Vorbereitung des Patienten

5.4.1 Zuständigkeit

5.4.2 Zeitpunkt des Vorgesprächs

5.4.3 Anamnese

5.4.4 Voruntersuchungen

5.4.5 Patientenaufklärung

5.4.6 Präoperative Anordnungen

5.4.7 Prämedikation

5.4.8 Patienteninformation

5.5 Welche Anästhesie für welchen Patienten?

5.5.1 Allgemeinanästhesie

5.5.2 Lokal- und Regionalanästhesie

5.6 Operation – was dann?

5.6.1 PONV-Prophylaxe

5.6.2 Postoperative Schmerztherapie

5.6.3 Entlassung

5.6.4 Teilnahme am Straßenverkehr, Geschäftsfähigkeit, Heimtransfer

5.6.5 Nachbetreuung

5.7 Literatur

6 Anästhesie bei Schwerverletzten und Polytraumapatienten

6.1 Rationale des notärztlichen Handelns

6.2 Fallbeispiel zur Erläuterung der Vorgehensweise nach dem ABCDE-Schema

6.2.1 Erstmaßnahmen und Bergung des Unfallopfers

6.2.2 Beherrschen auftretender Komplikationen auf dem Weg in die Klinik

6.2.3 Untersuchung im Schockraum

6.2.4 Operative Therapie

6.3 Literatur

7 Anästhesie bei Tumorpatienten

7.1 Kachexie als physiologische Besonderheit bei Tumorpatienten

7.2 Management am Beispiel des Ösophaguskarzinoms

7.2.1 Ätiologie

7.2.2 Prätherapeutische Diagnostik und Staging

7.2.3 Risikofaktoren – Beurteilung der Operabilität

7.2.4 Therapieoptionen

7.2.5 Prä- und intraoperative Besonderheiten der Anästhesie

7.2.6 Einfluss von intraoperativer Manipulation und Anästhesieverfahren auf den Tumorprogress und das Outcome

7.2.7 Postoperatives Management

7.2.8 Komplikationsmanagement auf der operativen Intensivstation

7.3 Literatur

8 Anästhesie bei psychisch kranken Patienten

8.1 Einleitung

8.2 Besonderheiten der anästhesiologischen Versorgung psychisch kranker Patienten

8.2.1 Anästhesieaufklärung und psychopharmakologisches Management

8.2.2 Narkosevorbereitung und -einleitung

8.2.3 Narkoseausleitung und postoperative Überwachung

8.3 Häufige psychische Erkrankungen und störungsspezifische Besonderheiten

8.3.1 Angststörungen

8.3.2 Affektive Störungen – Depression

8.3.3 Schizophrenie

8.3.4 Borderline-Persönlichkeit und selbstverletzendes Verhalten

8.4 Einwilligungsfähigkeit des Patienten

8.4.1 Definition der Einwilligungsfähigkeit

8.4.2 Einwilligungsunfähigkeit

8.4.3 Anregung der Bestellung eines gesetzlichen Betreuers

8.4.4 Eilentscheidungen

8.4.5 Zwangsbehandlungen

8.4.6 Freiheitsentziehende Maßnahmen

8.4.7 Patientenverfügung

8.5 Physiologische und pharmakologische Besonderheiten von Psychopharmaka

8.5.1 Antidepressiva

8.5.2 Antipsychotika (Neuroleptika)

8.5.3 Anxiolytika

8.5.4 Hypnotika

8.5.5 Spezielle Krankheitsbilder als Folge unerwünschter Arzneiwirkungen

8.6 Elektrokrampftherapie

8.7 Literatur

9 Anästhesie bei Patienten mit neurologischen Störungen und Behinderungen

9.1 Aspekte der Anästhesieführung bei neurologischen Erkrankungen

9.1.1 Besteht ein erhöhter Hirndruck?

9.1.2 Bestehen anatomische Besonderheiten, die Achtsamkeit erfordern?

9.1.3 Gibt es Kontraindikationen für ein Regionalanästhesieverfahren?

9.1.4 Besteht eine Disposition zur malignen Hyperthermie?

9.1.5 Ist das Aspirationsrisiko erhöht?

9.1.6 Sind kardiorespiratorische Einschränkungen vorhanden?

9.1.7 Ist meine Narkoseführung durch eine neurologische Dauermedikation beeinflusst?

9.1.8 Besteht ein Risiko für vegetative Dysfunktion?

9.1.9 Bei welchen pharmakologischen Substanzen ist Vorsicht geboten?

9.1.10 Hat mein Patient eine schlafbezogene Atmungsstörung?

9.2 Neurologische Krankheitsbilder

9.2.1 Schlaganfall

9.2.2 Epilepsie

9.2.3 Morbus Parkinson

9.2.4 Atypische Parkinson-Syndrome

9.2.5 Demenzerkrankungen

9.2.6 Idiopathischer Normaldruckhydrozephalus

9.2.7 Weitere extrapyramidalmotorische Störungen

9.2.8 Friedreich-Ataxie

9.2.9 Tumorerkrankungen des Nervensystems

9.2.10 Multiple Sklerose

9.2.11 Akute eitrige Meningitis

9.2.12 Störungen der neuromuskulären Übertragung – Myasthenia gravis

9.2.13 Motoneuronerkrankungen

9.2.14 Myopathien

9.2.15 Polyneuropathien

9.3 Patienten mit Störungen der Sinneswahrnehmung

9.3.1 Präoperative Vorbereitung

9.3.2 Blinde Patienten

9.3.3 Schwerhörige und gehörlose Patienten

9.4 Körperlich behinderte Patienten

9.4.1 Perioperative Besonderheiten

9.5 Geistig behinderte Patienten

9.5.1 Ursachen und präoperative Vorbereitung

9.6 Literatur

10 Anästhesie bei adipösen Patienten

10.1 Einleitung

10.2 Ermittlung des Körperfettanteils

10.2.1 Body-Mass-Index

10.2.2 Taillenumfang: Apfel- und Birnentyp

10.2.3 Waist-to-Height-Ratio

10.3 Komorbiditäten bei Adipositas

10.4 Anästhesievorbereitung

10.5 Dosierung der Medikamente bei Adipositas

10.5.1 Formeln zur Gewichtsberechnung

10.5.2 Grundlagen der Dosisberechnung

10.6 Anästhesieverfahren

10.6.1 Allgemeinanästhesie

10.6.2 Regionalanästhesie

10.7 Intraoperative Lagerung

10.8 Narkoseausleitung und Extubation

10.9 Postoperative Betreuung

10.10 Bariatrische Chirurgie

10.10.1 Operationsmethoden

10.10.2 Postoperative Komplikationen

10.10.3 Postoperatives Management

10.11 Anästhesie zur bariatrischen Chirurgie

10.11.1 Anästhesie für laparoskopische Eingriffe

10.11.2 Anästhesie zur Laparotomie

10.12 Literatur

11 Anästhesie bei geriatrischen Patienten

11.1 Einleitung

11.2 Anästhesierisiko und präoperative Vorbereitung

11.2.1 Anästhesierelevante Vorerkrankungen und notwendige Voruntersuchungen

11.2.2 Präoperatives Assessment der Kognition bei geriatrischen Patienten

11.2.3 Perioperativer Umgang mit der Dauermedikation

11.3 Besonderheiten bei der intraoperativen anästhesiologischen Überwachung

11.3.1 Standard-Monitoring

11.3.2 Indikation zum erweiterten hämodynamischen Monitoring unter Berücksichtigung altersphysiologischer Aspekte

11.3.3 Intraoperative Volumentherapie

11.3.4 Hypothermie

11.4 Besonderheiten der Anästhesieführung bei geriatrischen Patienten

11.4.1 Allgemeinanästhesie

11.4.2 Allgemeinanästhesie oder rückenmarknahe Regionalanästhesie?

11.5 Postoperatives Konzept

11.5.1 Kardiovaskuläre Komplikationen

11.5.2 Pulmonale Komplikationen

11.5.3 Neurologische Komplikationen

11.5.4 Exkurs: Delir

11.6 Postoperative Schmerztherapie

11.6.1 Postoperative Schmerztherapie – womit?

11.6.2 Schmerzmessung

11.7 Gabe von Blutprodukten – Patient Blood Management

11.8 Literatur

12 Anästhesie bei chronisch kranken Patienten

12.1 Einleitung

12.2 Der allergische Patient

12.2.1 Einleitung

12.2.2 Pathophysiologie

12.2.3 Präoperatives Management

12.2.4 Anästhesieeinleitung und Narkoseführung

12.2.5 Therapie und Komplikationsmanagement

12.2.6 Postoperatives Konzept

12.2.7 Literatur

12.3 Der Patient mit Lungenerkrankung

12.3.1 Einleitung

12.3.2 Pathophysiologie

12.3.3 COPD

12.3.4 Asthma bronchiale

12.3.5 Obstruktives Schlafapnoesyndrom

12.3.6 Literatur

12.4 Der Patient mit koronarer Herzkrankheit

12.4.1 Einleitung

12.4.2 Pathophysiologie

12.4.3 Präoperatives Management

12.4.4 Anästhesieeinleitung und Narkoseführung

12.4.5 Therapie und Komplikationsmanagement

12.4.6 Postoperatives Konzept

12.4.7 Literatur

12.5 Der Patient mit Herzinsuffizienz

12.5.1 Einleitung

12.5.2 Pathophysiologie

12.5.3 Präoperatives Management

12.5.4 Anästhesieeinleitung und Narkoseführung

12.5.5 Therapie und Komplikationsmanagement

12.5.6 Postoperatives Konzept

12.5.7 Literatur

12.6 Der Patient mit Herzklappenerkrankungen

12.6.1 Einleitung

12.6.2 Pathophysiologie

12.6.3 Präoperatives Management

12.6.4 Anästhesieeinleitung und Narkoseführung

12.6.5 Therapie und Komplikationsmanagement

12.6.6 Postoperatives Konzept

12.6.7 Literatur

12.7 Der Patient mit Herzrhythmusstörungen oder Schrittmacher

12.7.1 Einleitung

12.7.2 Pathophysiologie

12.7.3 Präoperatives Management

12.7.4 Anästhesieeinleitung und Narkoseführung

12.7.5 Therapie und Komplikationsmanagement

12.7.6 Postoperatives Konzept

12.7.7 Literatur

12.8 Der antikoagulierte Patient

12.8.1 Einleitung

12.8.2 Antikoagulanzien

12.8.3 Karenzzeiten

12.8.4 Literatur

12.9 Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

12.9.1 Einleitung

12.9.2 Pathophysiologie

12.9.3 Präoperatives Management

12.9.4 Anästhesieeinleitung und Narkoseführung

12.9.5 Therapie und Komplikationsmanagement

12.9.6 Postoperatives Konzept

12.9.7 Literatur

12.10 Der Patient mit Diabetes mellitus

12.10.1 Einleitung

12.10.2 Pathophysiologie

12.10.3 Präoperatives Management

12.10.4 Anästhesieeinleitung und Narkoseführung

12.10.5 Therapie und Komplikationsmanagement

12.10.6 Postoperatives Konzept

12.10.7 Literatur

12.11 Der Patient mit Schilddrüsenerkrankung

12.11.1 Einleitung

12.11.2 Pathophysiologie

12.11.3 Präoperatives Management

12.11.4 Anästhesieeinleitung und Narkoseführung

12.11.5 Therapie und Komplikationsmanagement

12.11.6 Postoperatives Konzept

12.11.7 Literatur

12.12 Der Patient mit Leberinsuffizienz

12.12.1 Einleitung

12.12.2 Pathophysiologie

12.12.3 Präoperatives Management

12.12.4 Anästhesieeinleitung und Narkoseführung

12.12.5 Therapie und Komplikationsmanagement

12.12.6 Postoperatives Konzept

12.12.7 Literatur

13 Anästhesie und chronischer Schmerz

13.1 Einleitung

13.2 Chronischer Schmerz und Operation

13.3 Multimodales Konzept zur Schmerzprävention

13.4 Assessment

13.5 Präoperatives Management

13.5.1 Koanalgetika

13.6 Prä- und intraoperatives Management

13.6.1 Regionalanästhesie-Verfahren

13.6.2 Opioide

13.7 Intraoperatives Management

13.7.1 Ketamin

13.7.2 Lidocain

13.7.3 Interventionstechniken

13.8 Postoperatives Management

13.8.1 Nichtopioide

13.8.2 Der aktive Patient

13.9 Literatur

14 Anästhesie in schwierigen Situationen

14.1 Anästhesie bei Zwischenfällen

14.1.1 Häufigkeit und Ursache von Zwischenfällen in der Anästhesie

14.1.2 Zwischenfallmanagement in der Anästhesie

14.1.3 Umgang mit schweren Behandlungsverläufen in der Anästhesie

14.1.4 Literatur

14.2 Ethische Aspekte der Anästhesie

14.2.1 Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung

14.2.2 Ethikberatung in klinischen Einrichtungen

14.2.3 Literatur

14.3 Anästhesie bei Zeugen Jehovas

14.3.1 Einleitung

14.3.2 Rechtlicher Rahmen

14.3.3 Behandlungsalgorithmus Notfalltransfusion

14.3.4 Leitlinien

14.3.5 Risiko und Komplikationen

14.3.6 Präoperatives Assessment: Anamnese und Anämie

14.3.7 Patientenwille und Patientenverfügung

14.3.8 Intraoperatives Management

14.3.9 Management einer schweren Anämie

14.3.10 Ethischer Konflikt

14.3.11 Tödliche Verläufe

14.3.12 Literatur

14.4 Anästhesie bei Organspenden

14.4.1 Einleitung

14.4.2 Die postmortale Organspende

14.4.3 Die Lebendorganspende

14.4.4 Ethische Problematik

14.4.5 Literatur

Anschriften

Sachverzeichnis

Impressum

1 Anforderungen an die „moderne“ Anästhesie

André Hemping-Bovenkerk

1.1 Einleitung

Anforderungen, die an Anästhesisten und Anästhesien gestellt werden, haben sich ebenso rasant entwickelt und diversifiziert wie das Fachgebiet selbst. Betrachtet man die Anfänge, so finden sich erste Hinweise auf eine erfolgreiche Anästhesie bereits in der Bibel: „Da ließ Gott der Herr einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm seiner Rippen eine und schloss die Stätte zu mit Fleisch“ (Genesis II, 21). Damit verbunden sind bereits erste Anforderungen an eine Anästhesie, die zumindest auch der allgemein anerkannten Bedeutung des Wortes Anästhesie vom griechischen anaisthēsía entsprechen, definiert als Ausschaltung der Schmerzempfindung.

Als Geburtsstunde und damit Start einer rasanten Entwicklung der „modernen“ Anästhesie gilt der 16. Oktober 1846 als William Thomas Green Morton in Boston eine erfolgreiche Äther-Anästhesie demonstrierte.

Zwar markiert dieser Tag den Beginn der Neuzeit für die Anästhesie, verbunden mit einem strukturierten und beabsichtigten Fortschritt, aus heutiger Sicht ist das damalige Vorgehen jedoch nicht mehr modern. Es entspricht nicht mehr gemäß Definition des Begriffes modern ▶ [11] dem neuesten Stand der geschichtlichen, gesellschaftlichen, kulturellen und technischen Entwicklung.

Die Anforderungen an das Fachgebiet Anästhesie befinden sich in einem stetigen Wandel. Anforderungen, mit denen Morton 1846 konfrontiert war, sind aus heutiger Perspektive selbstverständliche Kernaufgaben geworden. Betrachtet man die historische Entwicklung der Anästhesie, so haben sich die Anforderungen an die Anästhesie deutlich verändert.

1.2 Historischer Überblick

Bis zur Entwicklung der Anästhesie war die Geschwindigkeit des Chirurgen neben seiner Geschicklichkeit ein wesentlicher, das Outcome beeinflussender Faktor.

1.2.1 Ausschaltung von Schmerzen

Schmerz war ein fester Bestandteil jeder Operation und der Versuch einer Ausschaltung des Schmerzes durch Tränke von Pflanzen, der Inhalation von Dämpfen und ähnlichem wurde keine Bedeutung beigemessen bzw. nicht wissenschaftlich aufgearbeitet. Letztlich blieb die Vorstellung, dass Schmerz gottgegeben sei, über Jahrhunderte hinweg theologisch legitimiert. Da die Mortalität während einer Operation ohne Analgesie und ohne aseptisches Vorgehen extrem hoch war, stellten Operationen oftmals den letzten Ausweg dar, wenn keine andere Aussicht auf Heilung mehr bestand.

Bereits 1772 wurde Distickstoffmonoxid (Lachgas) durch Joseph Priestley synthetisiert. 1800 erkannte Humphrey Davy als erster dessen analgetische Wirkung im Rahmen eines Selbstversuches bei Zahnschmerzen. Allerdings fand diese Entdeckung keine weitere Beachtung. Die Geburt der „modernen“ Anästhesie wurde sozusagen erneut verpasst. Zunächst wurde Lachgas – ebenso wie Äther, der bereits 1540 von Paracelsus beschrieben worden war – zur Belustigung auf Veranstaltungen und Jahrmärkten verwendet. Erst 1844 erfolgte der Versuch einer alleinigen Lachgasanästhesie durch Horace Wells. Ein erneuter Einsatz 1845 bei einer Vorführung im Boston General Hospital scheiterte dann jedoch aufgrund einer fehlerhaften Dosierung, sodass die Verwendung von Lachgas zur Anästhesie zunächst nicht weiter verfolgt wurde.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!