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Die Ausstellung "And The Beat Goes On... Rindenbaststoffe aus den Sammlungen im Weltkulturen Museum, Frankfurt am Main, Juni bis Oktober 2017, richtet das Augenmerk auf die alternative Form der Stoffbildung aus Rindenbast. Ausgehend von den museumseigenen Sammlungen aus Ozeanien, Indonesien, dem Amazonasgebiet und Afrika führt die Ausstellung dabei in die Technik der Herstellung von Stoff aus Rindenbast ein und präsentiert neben Musterstücken aus verschiedenen Regionen und Epochen auch Werkzeuge zu ihrer Herstellung. Im Zentrum steht dabei vor allem die Vielschichtigkeit dieser bemerkenswerten Tradition der Stoffbildung.
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Seitenzahl: 27
Veröffentlichungsjahr: 2017
Vorwort
Einleitung
Rohstoff – Werkstoff
Im Rhythmus des Rindenbastes
Religion – Ritual – Rindenbast
Kleider machen Leute – Leute machen Kleider…
Künstler zwischen den Welten
Mythen to go
Die Restaurierung eines Rindenbaststoffes aus Tonga
Literatur
Abb. 1 Die Ausstellung AND THE BEAT GOES ON... im Weltkulturen Museum, Frankfurt am Main. Foto: Wolfgang Günzel, 2017
Obwohl Stoff aus Rindenbast in vielen Kulturen der Welt hergestellt wurde und wird, ist diese alternative Form der Stoffbildung kaum bekannt. Dabei handelt es sich bei Rindenbaststoffen keineswegs nur um Zeugnisse einer außereuropäischen Vergangenheit, sondern vielmehr um eine vielschichtige und lebendige Kunstform der Gegenwart.
In der Ausstellung „AND THE BEAT GOES ON… Rindenbaststoffe aus den Sammlungen des Weltkulturen Museums“ im LABOR des Weltkulturen Museums in Frankfurt am Main werden daher vom 01. Juni bis 01. Oktober 2017 ausgehend von den museumseigenen Sammlungen Objekte aus Ozeanien, Indonesien, dem Amazonasgebiet und Afrika gezeigt – viele davon erstmals seit Jahrzehnten wieder öffentlich zugänglich.
Die Ausstellung informiert sowohl über traditionelle Herstellungstechniken von Rindenbaststoffen als auch zeitgenössische Verwendungsmöglichkeiten und präsentiert neben Musterstücken aus verschiedenen Regionen und Epochen auch Werkzeuge zu ihrer Herstellung. Im Zentrum steht dabei vor allem die Vielschichtigkeit dieser bemerkenswerten Tradition der Stoffbildung. Als Spin-off-Ausstellung knüpft sie zugleich an die Textilausstellung „DER ROTE FADEN – Gedanken Spinnen Muster Bilden“ (17. November 2016 bis 27. August 2017) im Haupthaus an und erweitert das dort präsentierte textile Spektrum.
Der Ausstellungstitel „AND THE BEAT GOES ON…“ bezieht sich auf den Klang der rhythmisch wiederkehrenden Schläge – den BEAT – bei der Herstellung der Rindenbaststoffe. Dabei wird der unter der Borke liegende Bast bestimmter Bäume solange mit Klopfern geschlagen, bis eine große Stofffläche entstanden ist. Vielfach wurde die gemeinschaftliche Herstellung von Rindenbaststoffen auch durch Gesang begleitet. So waren (und sind) die Stoffe über ihre Verwendung hinaus auch im Alltag der Menschen beständig ‚hörbar‘.
Die vorliegende Publikation dient der Dokumentation der Ausstellung und macht ihre Inhalte so einem größeren Publikum zugänglich. Neben Ausstellungstexten und -ansichten umfasst sie auch eine Vielzahl illustrierender historischer sowie zeitgenössischer ethnografischer Fotografien. Der abschließende Beitrag der Restauratorinnen Kristina Werner und Mareike Mehlis über „Die Restaurierung eines Rindenbaststoffes aus Tonga“ gewährt einen Blick hinter die Kulissen und gibt Einblick in die vielfältigen Arbeiten während der Vorbereitungen zu diesem Ausstellungsprojekt.
Frankfurt am Main, August 2017
Matthias Claudius Hofmann und Vanessa von Gliszczynski
Abb. 2 Diese fein gearbeiteten Kopftücher (siga) werden bei den Toraja ausschließlich von Männern getragen. Je bunter und je mehr figurative Motive sie zeigen, desto höher ist der Status des Trägers. Die Motive sind stets spiegelsymmetrisch zu zwei diagonalen Linien aufgebaut. Es handelt sich um eine abstrakte Darstellung des Universums, die bei den Toraja häufig zu finden ist.
Bemalter Rindenbaststoff; Poso-See, Sulawesi, Indonesien; Schenkung: Boehmer, 1910; Sammlung: Weltkulturen Museum; Foto: Wolfgang Günzel, 2017
