Beschreibung

Stefan Ulrich sitzt im August allein im brütendheißen Rom, seine Familie ist bei den Großeltern in Bayern. Damit ihn nicht der Blues erwischt, macht er Pläne für das kommende Jahr: Ganz Italien möchte er bereisen, jede Region besuchen von Südtirol bis Sizilien. Und auch Molise, den etwas vergessenen Landstrich ganz im Süden des Stiefels. Was er auf seinen Reisen alles erlebt, schildert er gewohnt augenzwinkernd und voller Liebe zu Bella Italia. Und natürlich kommen auch der Hausmeister Filippo, die Kinder Bernadette und Nicolas, die Meerschweinchen der Familie und der wunderbare Palazzo in Rom nicht zu kurz.

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Das Buch

Stefan Ulrich sitzt im August allein im brütendheißen Rom, seine Familie ist bei den Großeltern in Bayern. Damit ihn nicht der Blues erwischt, macht er Pläne für das kommende Jahr: Ganz Italien möchte er bereisen, jede Region besuchen von Südtirol bis Sizilien. Und auch Molise, den etwas vergessenen Landstrich im Süden der Abruzzen. Was er auf seinen Reisen alles erlebt, schildert er gewohnt augenzwinkernd und voller Liebe zu Bella Italia. Und natürlich kommen auch der Hausmeister Filippo, die Kinder Bernadette und Nicolas, die Meerschweinchen der Familie und der wunderbare Palazzo in Rom nicht zu kurz.

Der Autor

Stefan Ulrich wurde 1963 in Starnberg geboren. Nach seinem Jurastudium arbeitete er als Redakteur der Süddeutschen Zeitung in München. Im August 2005 zog er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern nach Rom um. Von dort berichtete er als Korrespondent der Süddeutschen Zeitung über Rom, Italien und den Vatikan. Seit Sommer 2009 lebt Stefan Ulrich mit seiner Familie in Paris.

Von Stefan Ulrich ist in unserem Hause bereits erschienen:

Quattro Stagioni – Ein Jahr in Rom

Besuchen Sie uns im Internet:

www.ullstein-taschenbuch.de

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Originalausgabe im Ullstein Taschenbuch

1. Auflage März 2010

6. Auflage 2011

© Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2010

Umschlaggestaltung und Gestaltung des

Vor- und Nachsatzes: Sabine Wimmer, Berlin

Titelillustration: © Isabel Klett

Satz: LVD GmbH, Berlin

eBook-Konvertierung: CPI – Ebner & Spiegel, Ulm

Printed in Germany

eBook ISBN 978-3-548-92005-4

Für Annette, Franziska und Julius

Eins

Seit Stunden treibt der scirocco die Wellen gegen die Küsten Roms. Der Wüstenwind wirbelt den sandigen Untergrund auf, das Meer sieht aus wie ein frisch gepflügter Acker. Beim Hinausschwimmen klatschen mir die sandbraunen Wogen ins Gesicht, und das badewannenwarme Salzwasser dringt mir in Mund und Nase. Ich reibe meine Schwimmbrille aus. Doch das Meer ist zu trüb, um sehen zu können. Wahrscheinlich werde ich gleich mit einer der handgranatengroßen Quallen kollidieren, die immer wieder an den Strand treiben, um dort von kleinen Jungs mit Stöckchen durchlöchert zu werden und dann in der Sonne zu verdampfen. Ab und an streift etwas Weiches, Unförmiges meine Backen oder meine Brust. Ich zucke zusammen, meine, den Schmerz zu spüren, den die milchig weißen, gallertartigen Tiere mit ihren nesselnden Tentakeln bereiten. Aber es sind nur losgerissene Wasserpflanzen, die mich da berühren. Richtig vergnüglich ist das Schwimmen trotzdem nicht. Doch Sport muss sein, wenigstens einmal in der Woche.

Nach einer Stunde habe ich genug. Ich torkele an den Strand und lasse mich in den vulkanschwarzen Sand des Badeörtchens Marina di San Nicola sinken. Die Sonne sticht auf mich ein, obwohl sie nur noch zwei, drei Handbreit über dem Horizont schwebt. Kaum aus dem Meer, schwitze ich schon wieder. Außerdem spüre ich einen Sonnenbrand im Gesicht. Antonia, meine Frau, behauptet immer, ich sei eher der hellhäutige Typ und müsse mich besonders gut einschmieren. Ich selber fühle mich dagegen als Südländer, jedenfalls im Geiste, und verschmähe die Schutzcremes. Auch mein Rücken fängt nun an zu brennen. Womöglich hat ja doch Antonia recht. Ich blicke mich um. Vielleicht kann mir jemand mit ein ganz klein wenig leichter Sonnenmilch aushelfen– von Südländer zu Südländer sozusagen? Aber die wenigen anderen Badegäste haben sich schon verzogen. Was will ich eigentlich noch hier?

August in Rom. Wer es sich irgendwie leisten kann, der ist jetzt nicht in der Kapitale und schon gar nicht an den mäßig schönen Stränden vor der Stadt. Die wahren Römer tummeln sich nun im kristallklaren Meer vor Apulien, Sizilien oder, am liebsten, Sardinien. Leider habe ich meinen Jahresurlaub– natürlich auf Sardinien!– schon hinter mir. Jetzt muss ich mitten im August in der Stadt ausharren und mithelfen, die sommerleeren Seiten jener süddeutschen Zeitung zu füllen, die mich vor drei Jahren als Italien-Korrespondent hierher geschickt hat.

Mein Handy klingelt. Unwillig ziehe ich es aus der Badetasche. Ich schaue auf das Display, um zu überprüfen, wer stört, doch ich sehe nur zwei dampfende Cappuccino-Tassen. Meine Tochter Bernadette hat also wieder einmal den Hintergrund des Displays verstellt. Zugegeben, das sieht hübsch aus mit den Tassen, nur lassen sich so die Nummern der Anrufer nicht mehr erkennen. Außerdem weiß ich nicht, wie man die Dinger wieder verschwinden lässt.

»Pronto«, melde ich mich.

»Hallo, Liebling«, antwortet eine Frauenstimme. »Wo warst du denn die ganze Zeit? Ich versuche seit einer geschlagenen Stunde, dich zu erreichen.«

»Ich war im Meer, Sport treiben«, sage ich müde.

»Du warst schwimmen! Wie schön für dich! Mein Gott, hast du’s gut«, seufzt die Frauenstimme. »Bei uns regnet es mal wieder in Strömen. Und es ist saukalt.«

Die Stimme gehört zu Antonia. Sie verbringt den August mit unseren beiden Kindern Bernadette und Nicolas bei unseren Verwandten in Ottobrunn und Tutzing bei München. Wie jedes Jahr, seit wir in Rom sind. Warum sollten die drei auch den Hochsommer in unserer brütend heißen Altbauwohnung im Stadtteil Prati zwischen dem Vatikan und dem Tiber ausharren und mir dabei zusehen, wie ich am Schreibtisch Artikel verfasse? Da schwimmen sie lieber im Starnberger See oder radeln mit Eltern und Schwiegereltern oder vielmehr Großeltern von Biergarten zu Biergarten.

So weit die Theorie. In der Praxis regnet es dann leider oft in Bayern. Antonia erwähnt bei jedem unserer täglichen Telefonate, wie gut ich es doch in Rom hätte und dass es albern sei, wenn ich mich über die Hitze beklagte. Ich erwidere dann: »Du weißt ja gar nicht, was du redest. Jedenfalls wäre ich heilfroh, auch nur einen einzigen Tag bei Weißbier, Nieselregen und 12,5 Grad verbringen zu dürfen.«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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