Arzneimitteltherapie -  - E-Book

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Beschreibung

Sicher zum richtigen Wirkstoff

Sie müssen medikamentöse Therapiepläne für Patienten erstellen? Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und das rasante Tempo, in dem neue Wirkstoffe entwickelt werden, lassen die Herausforderungen an Sie wachsen. Dieses Buch gibt Ihnen einen kompakten Überblick über die in der Klinik angewandten Medikamente und Therapieschemata.

Allgemeines:
- Informationen zu Dynamik, Kinetik und Genetik
- Hinweise zur Polypharmazie im Alter
- Grundsätzliche Prinzipien der Pharmaökonomie, evidenzbasierte Pharmakotherapie, Arzneimittelsicherheit.

Spezielles:
- Erkrankungen und Anwendungsgebiete strukturiert nach Krankheitsbild, Therapieempfehlung und Substanzgruppen
- Medikamentensteckbriefe der Wirkstoffe, inkl. Handelsnamen
- Wirkungsweise, Wechselwirkungen und geeignete Kombinationen
- Anwendung im geriatrischen Bereich, in Schwangerschaft und Stillzeit.

Ob Basiswissen oder Therapieempfehlungen - finden Sie schnell die Informationen, die Sie zur Wahl des richtigen Medikamentes benötigen.

Jederzeit zugreifen: Der Inhalt des Buches steht Ihnen ohne weitere Kosten digital in der Wissensplattform eRef zur Verfügung (Zugangscode im Buch). Mit der kostenlosen eRef App haben Sie zahlreiche Inhalte auch offline immer griffbereit.

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EPUB

Seitenzahl: 572

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Arzneimitteltherapie

Wirksamkeit – Sicherheit – Praktische Anwendung

Timo Siepmann, Wilhelm Kirch †, Gerd A. Kullak-Ublick

Volkan Aykaç, Kristian Barlinn, Jessica Barlinn, Amelie Bauer, Sylvia J. Buchmann, Ulf Bodechtel, Natascia Corti, Ivanka Curkovic, Marco Egbring, Ingeborg Friehs, Vesna Furundzija-Cabraja, Michael Halank, Ben Illigens, Jan Kaufmann, Florian Kiefer, Regina Krattinger, Gerd A. Kullak-Ublick, Matthias Litwa, Edgar A. Müller, Ana Isabel Penzlin, David Pittrow, David Pittrow, Matthias Raspe, Stefan Russmann, Ulrike Schatz, Jane Schröder, Martin Siepmann, Timo Siepmann, Elisabeth Steinhagen-Thiessen, Rudolf Stoller, Stefan Weiler, Tjalf Ziemssen

17 Abbildungen

Widmung

Die zweite Auflage der Arzneimitteltherapie ist der Familie von Prof. Dr. Dr. Wilhelm Kirch gewidmet, dem geistigen Vater unseres Werkes und verehrten Kollegen, Freund und Mentor, der während der Arbeiten an diesem Buch von uns ging.

Vorwort

Medical science has proven time and again that when the resources are provided, great progress in the treatment, cure and prevention of disease can occur.

Michael J. Fox

Die moderne Arzneimitteltherapie basiert auf dem Konzept der evidenzbasierten Medizin. Die Herausforderungen an den behandelnden Arzt wachsen in einer Welt der globalisierten und digitalisierten Medizin, in welcher in immer rasanterem Tempo neue Wirkstoffe entwickelt und geprüft werden und die Mechanismen der Evidenzbildung längst nicht mehr vor Landesgrenzen haltmachen. So bilden internationale, multizentrische Studien mit randomisiertem, kontrolliertem Design heutzutage die wichtigste Grundlage für die Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneimitteln. Die in solchen Multicenterstudien gewonnenen Daten werden zumeist in hochrangingen Fachzeitschriften publiziert und bilden die Grundlage für Metaanalysen und schließlich Leitlinien, welche dem Arzt eine praktisch anwendbare Grundlage für die Behandlung seiner Patienten bieten sollen und die Empfehlungen zur Arzneimitteltherapie in Kontext mit empfohlenen diagnostischen Maßnahmen und deren möglichen Befundkonstellationen stellen. Für viele Krankheitsbilder stehen sowohl nationale als auch kontinentale und internationale Leitlinien zur Verfügung. In Zusammenschau mit einer stetig zunehmenden Anzahl von Publikationsorganen für die Ergebnisse der den Leitlinien zugrunde liegenden klinischen Studien sowie einem ausführlichen Angebot an Lehrbüchern und Onlineportalen, inkl. Smartphone-/Tablet-Applikationen, stehen Ärzte heutzutage einer enormen Quantität von Informationsquellen gegenüber, welche für die Behandlung ihrer Patienten relevante Hinweise liefern könnten. Ein profundes pharmakologisches Grundwissen, die Fähigkeit, Studienergebnisse kritisch zu hinterfragen, sowie ein systematisches und sorgfältiges Vorgehen in der Festlegung der medikamentösen Therapie unter Berücksichtigung der Relation des erwarteten Nutzens der Behandlung zu den möglichen Risiken sind dabei wichtige Fähigkeiten des Arztes, die während des Medizinstudiums und der ärztlichen Ausbildung erstrebt werden. Diese zweite Auflage der „Arzneimitteltherapie“ bietet sowohl eine übersichtliche und prägnante Abfassung der Substanzklassen und deren wichtigsten Vertreter in Form von Monografien als auch Empfehlungen zur medikamentösen Behandlung bedeutsamer Krankheitsbilder. Aktuelle Studienergebnisse und Leitlinien sind die Grundlage unseres Werks, welches einen didaktisch sinnvollen Überblick über die Arzneimitteltherapie geben soll. Dafür beschränken wir uns auf relevante Informationen, um eine größtmögliche Zeiteffizienz beim Lesen oder Nachschlagen zu ermöglichen.

Timo SiepmannGerd A. Kullak-Ublickim Sommer 2016

Abkürzungen

5-Fu 

5-Fluorouracil

AC 

Chemotherapie-Schema (Adriamycin, Cyclophosphamid)

ACE 

Angiotensin-Converting-Enzym

ACOS 

Asthma-COPD-Overlap-Syndrom

ACQ 

Asthma Control Questionnaire

ACS 

akutes Koronarsyndrom

ACT 

aktivierte Blutgerinnungszeit; aber auch: Asthma Control Test

ACTH 

Kortikotropin

ADH 

antidiuretisches Hormon

ADP 

Adenosindiphosphat

ADR 

Adverse Drug Reaction

AE 

Adverse Event

a-GBM 

antiglomeruläre Basalmembranerkrankung

AGES 

Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit

AHA 

American Heart Association

AkdÄ 

Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft

ALL  

Adult Acute Lymphoblastic Leukemia

AMD 

altersabhängige Makuladegeneration

AMG 

Arzneimittelgesetz

AML 

akute myeloische Leukämie

AP 

alkalische Phosphatase

ApoE 

Apolipoprotein E

aPTT 

aktivierte partielle Thromboplastinzeit

ARB 

AT

1

-Rezeptor-Antagonist

ASS 

Acetylsalicylsäure

ATP 

Adenosintriphosphat

AVNRT 

AV-nodale Reentry-Tachykardie

AVRT 

AV-Reentry-Tachykardie

AWMF 

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

BEACOPP 

Chemotherapie-Schema (Cyclophosphamid, Etoposid[phosphat], Adriamycin, Procarbazin, Vincristin, Bleomycin, Predniso(lo)n)

BfArM 

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

BHS 

British Hypertension Society

BNP 

Brain Natriuretic Peptide

BPS 

Behavioral Pain Scale

BSG 

Blutsenkungsgeschwindigkeit

CAM-ICU 

Confusion Assessment Methode for the Intensive Care Unit

cAMP 

zyklisches Adenosinmonophosphat

CAV 

Chemotherapie-Schema (Cyclophosphamid, Adriamycin, Vincristin)

CBA 

Kosten-Nutzwert-Analyse

CDSS 

Clinical Decision Support System

CEA 

Kosten-Effektivitäts-Analyse

CHOP 

Chemotherapie-Schema (Cyclophosphamid, Hydroxydaunorubicin, Vincristin, Predniso(lo)n)

CIOMS 

Council for International Organizations of Medical Sciences

CIS 

klinisch isoliertes Syndrom

CK 

Creatinkinase

CKMB 

Creatinkinase Isoenzym MB

C

Krea, Filtrat

Kreatininkonzentration im glomerulären Filtrat

C

Krea, Harn

Kreatininkonzentration des Harns

C

Krea, Plasma

Blutplasmakonzentration des Kreatinins

CLL 

chronische lymphatische Leukämie

CMF 

Chemotherapie-Schema (Cyclophosphamid , 5-Fluorouracil, Methotrexat)

CML 

chronische myeloische Leukämie

COMT 

Catecholamin-O-Methyltransferase

COPD 

chronisch obstruktive Lungenerkrankung

COPP 

Chemotherapie-Schema (Cyclophosphamid, Vincristin, Procarbazin, Predniso(lo)n)

COX 

Cyclooxygenase

CRC 

kolorektales Karzinom

CrCl 

Kreatinin-Clearance

CRF 

Case Report Form

CRO 

Clinical Research Organisation

CSII 

kontinuierliche subkutane Insulininfusion

CT 

konventionelle Insulintherapie

CUA 

Kosten-Nutzen-Analyse

CYP 

Cytochrom P450

DGK 

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V.

DGNM 

Deutsche Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität

DGVS 

Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V.

DLCO 

Diffusionskapazität für Kohlenmonoxid

DMARD 

Disease-Modifying Antirheumatic Drugs

DMF 

Dimethylfumarat

DMÖ 

diabetisches Makulaödem

DMT 

Disease Modifying Treatment

DNA 

Desoxyribonukleinsäure

DPD 

Dihydropyrimidindehydrogenase

DPP-4 

Dipeptidylpeptidase 4

DRESS 

Drug Rash with Eosinophilia and Systemic Symptoms

EBSL 

Extended Spectrum ß-Lactamasen

ED 

empirisch festgestellte therapeutisch wirksame Einzeldosis

ED

50

geringste Einzeldosierung, mit der 50% der Maximalwirkung erzielt wird

EEG 

Elektroenzephalografie

EMA 

European Medicines Agency

EMD 

empirisch festgestellte maximale Einzeldosis

ENCePP 

European Network of Centres for Pharmacoepidemiology and Pharmacovigilance

EpCAM 

Epithelial Cell Adhesion Molecule

EpiCO 

Chemotherapie-Schema (Epirubicin, Cyclophosphamid, Vincristin)

EPS 

extrapyramidale Symptome

ERD 

erosive Ösophagitis

ESC 

European Society of Cardiology

ESPGHAN 

European Society for Paediatric Gastroenterology Hepatology and Nutrition

EudraCT 

European Union Drug Regulating Authorities Clinical Trials

FAC 

Chemotherapie-Schema (5-Fluorourazyl, Doxorubicin Adriamycin, Cyclophosphamid)

FDA 

Food and Drug Administration

FdUMP 

Fluorodesoxyuridin-Monophosphat

FEC 

Chemotherapie-Schema (5-Fluorourazyl, Epirubicin, Cyclophosphamid)

FEV1 

Forced Expiratory Pressure in 1 Second

FKBP 

FK-bindendes Protein

FOLFIRI 

Chemotherapie-Schema (Folinsäure, 5-Fluorouracil, Irinotecan)

FOLFOX 

Chemotherapie-Schema (Folinsäure, 5-Fluorouracil, Oxaliplatin)

FRID 

Fall-Risk-Increasing Drugs

5-FU 

5-Fluorouracil

FUTP 

Fluorouracil-Triphosphat

GABA  

γ-Aminobuttersäure

G-BA 

Gemeinsamer Bundesausschuss

GBS 

Guillain-Barré-Syndrom

GCP 

gute klinische Praxis (Good Clinical Practice)

G-CSF 

Granulozyten-Kolonie-stimulierender Faktor

GFR 

glomeruläre Filtrationsrate

GGT 

γ-Glutamyl-Transferase

GI 

gastrointestinal

GINA 

Global Initiative for Asthma

GIST 

gastrointestinaler Stromatumor

GKV 

Gesetzliche Krankenversicherung

GLP-1 

Glucagon-like Peptid 1

GOLD 

Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease

GOT 

Glutamat-Oxalacetat-Transaminase

Gp 

Glykoprotein

GPT 

Glutamat-Pyruvat-Transaminase

HBV 

Hepatitis-B-Virus

HCT 

Hydrochlorothiazid

HCV 

Hepatitis-C-Virus

HDL 

High Density Lipoprotein

HER2 

Human Epidermal Growth Factor Receptor 2

HF-PEF 

diastolische Herzinsuffizienz

HF-REF 

systolische Herzinsuffizienz

HIT 

heparininduzierte Thrombozytopenie

HIV 

humanes Immundefizienz-Virus

HLA 

Human Leukocyte Antigen

HMG-CoA 

3-Hydroxy-3-Methylglutaryl-Coenzym A

HPS 

hämophagozytisches Syndrom

HTN 

Hypertonie

HWZ 

Halbwertszeit

IBS 

Reizdarmsyndrom (Irritable Bowel Syndrome)

IC 

Information Component

ICD-10 

International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems

ICDSC 

Intensive Care Delirium Screening Checklist

ICER 

inkrementelle Kosten-Effektivitäts-Ratio

ICF 

Informed Consent Form

ICH 

International Conference on Harmonisation

ICS 

inhalatives Glukokortikoid (Inhalative Corticosteroid)

ICT 

intensivierte konventionelle Insulintherapie

IgE 

Immunglobulin E

IgG 

Immunglobulin G

IL 

Interleukin

INR 

International Normalized Ratio

IRIS 

inflammatorisches Immunrekonstitutionssyndrom

ISA 

intrinsische sympathomimetische Aktivität

ISDN 

Isosorbiddinitrat

ISPE 

International Society for Pharmacoepidemiology

ITP 

immunthrombozytopenische Purpura

IVIg 

i.v. Immunoglobulin

LA 

Lokalanästhetika

LABA 

lang wirksames Betamimetikum (Long-acting Beta Agonists)

LAE 

Lungenarterienembolie

LAMA 

lang wirksames Anticholinergikum (Long-acting Muscarine Antagonist)

LD

50

geringste Dosierung, die im Tierversuch in 50% der Fälle zum Exitus letalis führt

LDH 

Lactatdehydrogenase

LDL 

Low Density Lipoprotein

LH-RH 

Luteinisierendes-Hormon-Releasing-Hormon

KG 

Körpergewicht

KHE 

koronare Herzerkrankung

KHK 

koronare Herzkrankheit

KIS 

klinisch isoliertes Syndrom

MAAS 

Motor Activity Assessment Scale

MALT 

Mucosa-associated Lymphoid Tissue

MAO 

Monoaminooxidase

MART 

Maintenance and Reliever Therapy

MHC 

Major Histocompatibility Complex

MIC 

Chemotherapie-Schema (Mitomycin, Ifosfamid, Cisplatin)

MMF 

Mycophenolat Mofetil

MRCC 

Metastatic Renal Cell Carcinoma

MRSA 

methicillinresistenter Staphylococcus aureus

MS 

Multiple Sklerose

MTX 

Methotrexat

M-VAC 

Chemotherapie-Schema (Methotrexat, Vinblastin, Adriamycin, Cisplatin)

NASPGHAN 

North American Society for Pediatric Gastroenterology, Hepatology and Nutrition

NEDA 

No evidence of disease activity

NERD 

nicht erosive Refluxkrankheit

NHL 

Non-Hodgkin-Lymphom

NICE 

National Institute for Health and Clinical Excellence

NMDA 

N-Methyl-D-Aspartat

NMH 

fraktioniertes (niedermolekulares) Heparin

NO 

Stickstoffmonoxid

NOAK 

neue orale Antikoagulantien

NPH-Insulin 

Neutrales-Protamin-Hagedorn-Insulin

NPV 

Netto-Kapitalwert

NSAID 

Non-steroidal Anti-Inflammatory Drugs

NSAR 

nicht steroidales Antirheumatikum

NSCLC 

nicht kleinzelliges Bronchialkarzinom

NSTEMI 

Nicht-ST-Streckenhebungsinfarkt

NTproBNP 

N-terminales Propeptid BNP

NYHA 

New York Heart Association

OECD 

Organization for Economic Co-operation and Development

OTC 

Over the Counter

PABA 

Para-Aminobenzoesäure

PASS 

Post-Authorisation Safety Study

pAVK 

periphere arterielle Verschlusskrankheit

PDE 

Phosphodiesterase

PE 

Chemotherapie-Schema (Cisplatin, Etoposid)

PEB 

Chemotherapie-Schema (Cisplatin, Etoposid, Bleomycin)

PEG 

Polyethylenglykol

PEI 

Paul-Ehrlich-Institut; aber auch: Chemotherapie-Schema (Cisplatin, Etoposid, Ifosfamid)

PIM 

potenziell inadäquate Medikation

PML 

progressive mulitfokale Leukenzephalopathie

pNET 

primitiv neuroektodermaler Tumor

PPAR 

Peroxisomal Proliferator Activated Receptor

PPI 

Protonenpumpen-Inhibitor

PSUR 

Periodic Safety Update Report

PT 

Chemotherapie-Schema (Cisplatin, Paclitaxel)

PTCA 

perkutane transluminale Koronarangioplastie

PTT 

partielle Thromboplastinzeit

PVB 

Chemotherapie-Schema (Cisplatin, Vinblastin, Bleomycin)

QALY 

Quality Adjusted Life Year

Qo 

extrarenale Dosisfraktion

RA 

rheumatoide Arthritis

RAAS 

Renin-Angiotensin-Aldosteron-System

R-CHOP 

Chemotherapie-Schema (Rituximab, Cyclphosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednison)

RCT 

Randomised Clinical Trial

RES 

retikuloendotheliales System

RKI 

Robert Koch-Institut

RNA 

Ribonukleinsäure

RRMS 

schubförmige Multiple Sklerose (Relapsing-Remitting Multiple Sklerose)

rt-PA 

rekombinanter Tissue Type Plasminogen Activator

SABA 

kurz wirksames Betamimetikum (Short-acting Beta Agonist)

SAMA 

kurz wirksames Anticholinergikum (Short Acting Muscarine Antagonist)

SAS 

Sedation-Agitation Scale

SCLC 

kleinzelliges Bronchialkarzinom

SGLT-2 

Natrium-Glukose-Cotransporter 2 (Sodium Dependent Glucose Transporter 2)

SLE 

systemischer Lupus erythematodes

SMZ 

Sulfamethoxazol

SNRI 

selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer

SPMS 

sekundär-progrediente Multiple Sklerose

SSNRI 

selektiver Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer

SSRI 

selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer

STEMI 

ST-Streckenhebungsinfarkt

T

3

Trijodthyronin

T

4

Thyroxin

TAC 

Chemotherapie-Schema (Docetaxel, Doxorubicin, Cyclophosphamid)

Tbc 

Tuberkulose

TD 

empirisch festgestellte therapeutisch wirksame Tagesdosis

TDM 

Therapeutic Drug Monitoring

THF 

Tetrahydrofolsäure

TIA 

transitorische ischämische Attacke

TMA 

thrombotische Mikroangiopathie

TMD 

empirisch festgestellte maximale Tagesdosis

TMP 

Trimethoprim

TNF 

Tumornekrosefaktor

TPMT 

Thiopurinmethyltransferase

TSH 

thyreotropes Hormon

TVT 

tiefe Venenthrombosen

UAW 

unerwünschte Arzneimittelwirkung

UFH 

unfraktioniertes (hochmolekulares) Heparin

ULN 

Obergrenze des Normalbereichs (Upper limit of normal)

VAD 

Chemotherapie-Schema (Vincristin, Adriamycin, Dexamethason)

VEGF 

vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor (Vascular Endothelial Growth Factor)

VZV 

Varizella-Zoster-Virus

WHO 

World Health Organization

WPW-Syndrom 

Wolff-Parkinson-White-Syndrom

WTP 

Will to pay

ZNS 

Zentralnervensystem

Inhaltsverzeichnis

Widmung

Vorwort

Abkürzungen

Teil I Allgemeiner Teil

1 Grundlagen der Arzneimitteltherapie

1.1 Definitionen

1.1.1 Dosierung

1.1.2 Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

1.1.3 Arzneimittelwechselwirkungen

1.1.4 Darreichungsform

1.1.5 Patientenspezifische Faktoren

1.2 Pharmakokinetik

1.2.1 Liberation

1.2.2 Absorption (Resorption)

1.2.3 Distribution (Verteilung)

1.2.4 Elimination

1.3 Pharmakodynamik

1.3.1 Wirkprofil

1.3.2 Wirkmechanismus

1.3.3 Dosis-Wirkungs-Beziehung

1.4 Pharmakogenetik

1.4.1 Genetisch begründete Variabilität der Pharmakokinetik

1.4.2 Genetisch begründete Variabilität der Pharmakodynamik

1.5 Wechselwirkungen

1.5.1 Pharmakokinetische Wechselwirkungen

1.5.2 Pharmakodynamische Wechselwirkungen

1.5.3 Pharmazeutische Wechselwirkungen

2 Pharmakoökonomie

3 Arzneimitteltherapie im hohen Lebensalter

3.1 Das hohe Lebensalter: die neue Herausforderung für die moderne Medizin

3.2 Altersphysiologische Veränderungen

3.3 Arzneimittelwirkung und Probleme

3.3.1 Pharmazeutische Phase

3.3.2 Pharmakokinetische Phase

3.3.3 Pharmakodynamische Phase

3.4 Unerwünschte Arzneimittelwirkungen im höheren Lebensalter

4 Evidenzbasierte Pharmakotherapie und klinische Prüfung

4.1 Einleitung

4.2 Medizinethik

4.3 Grundlagen für eine klinische Prüfung

4.4 Phasen der klinischen Prüfung

4.5 Bewertung der wissenschaftlichen Evidenz

4.6 Off Label Use

5 Arzneimittelsicherheit

5.1 Einleitung

5.2 Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

5.2.1 Definition

5.2.2 Häufigkeit und Kosten

5.2.3 Mechanismen und Klassifizierung

5.2.4 Risikofaktoren

5.2.5 Prävention

5.3 Arzneimittelsicherheit in klinischen Studien

5.4 Pharmakovigilanz

5.4.1 Aufbau und Vernetzung von Pharmakovigilanzsystemen

5.4.2 Qualität von Pharmakovigilanzmeldungen

5.4.3 Meldekriterien

5.4.4 Kausalitätsbeurteilung

5.5 Pharmakoepidemiologie

5.5.1 Deskriptive Pharmakoepidemiologie

5.5.2 Formelle pharmakoepidemiologische Studien

5.5.3 Kontrolle von systematischen Fehlern (Bias) in formellen pharmakoepidemiologischen Studien

5.6 Clinical Decision Support Systems

Teil II Spezieller Teil

6 Kardiovaskuläre Erkrankungen

6.1 Arterielle Hypertonie

6.1.1 Therapeutisches Vorgehen

6.1.2 Monografien

6.2 Koronare Herzerkrankung und akutes Koronarsyndrom

6.2.1 Therapeutisches Vorgehen

6.2.2 Monografien

6.3 Herzrhythmusstörungen

6.3.1 Therapeutisches Vorgehen

6.3.2 Monografien

6.4 Herzinsuffizienz

6.4.1 Therapeutisches Vorgehen

6.4.2 Monografien

6.5 Online-Ressourcen

7 Gerinnungshemmung

7.1 Heparine

7.1.1 Monografien

7.2 Orale Antikoagulantien

7.2.1 Monografien

7.3 Thrombozytenaggregationshemmung

7.3.1 Monografien

8 Bronchopulmonale Erkrankungen

8.1 Asthma bronchiale und chronisch obstruktive Lungenerkrankung

8.1.1 Therapeutisches Vorgehen

8.1.2 Monografien

8.2 Online-Ressourcen

9 Gastrointestinale Erkrankungen

9.1 Gastroösophageale Refluxkrankheit

9.1.1 Therapeutisches Vorgehen

9.1.2 Monografien

9.2 Helicobacter-pylori-assoziierte Erkrankungen

9.2.1 Therapeutisches Vorgehen

9.2.2 Monografien

9.3 Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

9.3.1 Therapeutisches Vorgehen

9.3.2 Monografien

9.4 Reizdarmsyndrom

9.4.1 Therapeutisches Vorgehen

9.4.2 Monografien

9.5 Online-Ressourcen

10 Endokrinologische Erkrankungen

10.1 Hypothalamisch-hypophysär bedingte Störungen

10.1.1 Therapeutisches Vorgehen

10.1.2 Monografien

10.2 Schilddrüsenerkrankungen

10.2.1 Therapeutisches Vorgehen

10.2.2 Monografien (Thyreostatika)

10.2.3 Monografien (Schilddrüsenhormon-Substitutionspräparate)

10.3 Nebennierenerkrankungen

10.3.1 Therapeutisches Vorgehen

10.3.2 Monografien

10.4 Osteoporose

10.4.1 Therapeutisches Vorgehen

10.4.2 Monografien

10.5 Online-Ressourcen

11 Diabetes mellitus und metabolische Störungen

11.1 Diabetes mellitus

11.1.1 Therapeutisches Vorgehen

11.1.2 Monografien

11.2 Fettstoffwechselstörungen

11.2.1 Therapeutisches Vorgehen

11.2.2 Monografien

11.3 Hyperurikämie/Gicht

11.3.1 Therapeutisches Vorgehen

11.3.2 Monografien

11.4 Online-Ressourcen

12 Hämatoonkologische Erkrankungen

12.1 Maligne Tumore, Erkrankungen des Blutes und des blutbildenden Systems

12.1.1 Therapeutisches Vorgehen

12.1.2 Monografien

12.2 Online-Ressourcen

13 Neurologische Erkrankungen

13.1 Parkinson-Syndrom

13.1.1 Therapeutisches Vorgehen

13.1.2 Monografien

13.2 Epilepsie

13.2.1 Therapeutisches Vorgehen

13.2.2 Monografien

13.3 Neurovaskuläre Erkrankungen

13.3.1 Therapeutisches Vorgehen

13.3.2 Monografien

13.4 Multiple Sklerose

13.4.1 Therapeutisches Vorgehen

13.4.2 Monografien

13.5 Online-Ressourcen

14 Psychiatrische Erkrankungen

14.1 Depressionen

14.1.1 Therapeutisches Vorgehen

14.1.2 Monografien

14.2 Affektive Störungen

14.2.1 Therapeutisches Vorgehen

14.2.2 Monografien

14.3 Psychotische Störungen

14.3.1 Therapeutisches Vorgehen

14.3.2 Monografien

14.4 Angst-, Unruhe- und Erregungszustände/Schlafstörungen

14.4.1 Therapeutisches Vorgehen

14.4.2 Monografien

14.5 Demenz

14.5.1 Therapeutisches Vorgehen

14.5.2 Monografien

14.6 Substanzabhängigkeit

14.6.1 Therapeutisches Vorgehen

14.6.2 Monografien

14.7 Online-Ressourcen

15 Infektionskrankheiten

15.1 Bakterielle Infektionen

15.1.1 Therapeutisches Vorgehen

15.1.2 Monografien

15.2 Tuberkulose

15.2.1 Therapeutisches Vorgehen

15.2.2 Monografien

15.3 Mykosen

15.3.1 Therapeutisches Vorgehen

15.3.2 Monografien

15.4 Virale Infektionen

15.4.1 Therapeutisches Vorgehen

15.4.2 Monografien

15.5 Parasitosen

15.5.1 Therapeutisches Vorgehen

15.5.2 Monografien

15.6 Online-Ressourcen

16 Immunologische und allergologische Erkrankungen

16.1 Immunologische Erkrankungen

16.1.1 Therapeutisches Vorgehen

16.1.2 Monografien

16.2 Allergologische Erkrankungen

16.2.1 Therapeutisches Vorgehen

16.2.2 Monografien

16.3 Online-Ressourcen

17 Intensivmedizin

17.1 Einleitung

17.2 Sedation

17.2.1 Therapeutisches Vorgehen

17.2.2 Monografien

17.3 Analgosedation

17.3.1 Therapeutisches Vorgehen

17.3.2 Monografien

17.4 Kreislaufstabilisation

17.4.1 Therapeutisches Vorgehen

17.4.2 Monografien

17.5 Online-Ressourcen

18 Schmerztherapie und Lokalanästhetika

18.1 Schmerztherapie

18.1.1 Therapeutisches Vorgehen

18.1.2 Monografien

18.2 Lokalanästhetika

18.2.1 Therapeutisches Vorgehen

18.2.2 Monografien

18.3 Online-Ressourcen

Anschriften

Sachverzeichnis

Impressum

Teil I Allgemeiner Teil

1 Grundlagen der Arzneimitteltherapie

2 Pharmakoökonomie

3 Arzneimitteltherapie im hohen Lebensalter

4 Evidenzbasierte Pharmakotherapie und klinische Prüfung

5 Arzneimittelsicherheit

1 Grundlagen der Arzneimitteltherapie

T. Siepmann

1.1 Definitionen

Die adäquate Pharmakotherapie setzt eine umfassende Kenntnis des Gesundheitszustands des Patienten und die korrekte Diagnosestellung voraus. Die Auswahl des optimalen Pharmakons erfolgt unter Berücksichtigung der für das Arzneimittel spezifischen Eigenschaften. Im Folgenden werden Grundbegriffe erläutert, deren Kenntnis zur gezielten Pharmakotherapie unabdingbar ist.

1.1.1 Dosierung

Herstellerangaben zur Dosierung von Arzneimitteln beziehen sich in der Regel auf gesunde Erwachsene mit einem Körpergewicht (KG) von 70kg. Beeinträchtigungen der Verteilung, Verstoffwechslung oder Ausscheidung der Substanzen durch krankhafte Zustände oder Co-Medikation werden dabei nicht berücksichtigt. Die Dosierungen von Pharmaka mit geringer therapeutischer Breite werden an individuelle Merkmale des Patienten (z.B. Körpergewicht, Nierenfunktion) angepasst, um das Auftreten von Nebenwirkungen zu vermeiden.

EmpfohleneDosierungsintervalle berücksichtigen die Ausscheidungs-HWZ (HWZ: Halbwertszeit) sowie galenische Merkmale im Fall von Zubereitungen zur verzögerten Wirkstofffreisetzung(Retardierung). Verlängerte Dosierungsintervalle sind derEinnahme-Compliance zuträglich, bedingen aber eine geringe Flexibilität in der Steuerbarkeit der physiologischen Zielparameter (z.B. Blutdruck, Herzfrequenz). Der Einsatz von Retardpräparaten spielt daher insbesondere eine Rolle bei chronischer Arzneimittelgabe, während Präparate mit sehr kurzer HWZ in der Intensiv- und Notfallmedizin bedeutsam sind. Verlaufskontrollen sind bei chronischer Arzneimittelgabe erforderlich, um ggf. auf Veränderungen der Patientensituation reagieren zu können und den Erfolg der Pharmakotherapie zu überwachen. Pharmaka mit langer Ausscheidungs-HWZ werden nach dem Therapiebeginn mit einer hohenInitialdosis auf eine geringere Erhaltungsdosis reduziert.

Drug Monitoring (Medikamentenüberwachung) ist die Messung der Wirkstoffkonzentration des verabreichten Pharmakons im Blutserum oder Blutplasma. Diese Form der Therapieüberwachung kann für Medikamente erfolgen, bei denen die Korrelation von Serum- oder Plasmaspiegel und therapeutischem Effekt bekannt ist. Der Einsatz von Drug Monitoring erhöht die Sicherheit und die Präzision des Dosierungsverhaltens und findet klinische Anwendung bei der Gabe von Substanzen mit geringer therapeutischer Breite (wie Aminoglykoside oder Digoxin), bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion, in der Vergiftungsdiagnostik sowie zur Überwachung der Einnahme-Compliance (z.B. bei Psychopharmakagabe und in klinischen Studien). In der klinisch-pharmakologischen Forschung ist die Messung von Arzneistoffkonzentrationen zur Bestimmung pharmakokinetischer Medikamenteneigenschaften (z.B. Resorptions- und Eliminationsverhalten) von Bedeutung.

1.1.2 Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Arzneimittel werden verabreicht, um krankhaften Zuständen symptomatisch oder ursächlich entgegenzuwirken. Da die Wirkstoffe zumeist nicht spezifisch auf den jeweiligen pathophysiologischen Zielmechanismus bzw. den erkrankten Zellverband wirken, kommt es zu für die Substanz charakteristischen Nebenwirkungen, die unerwünschte Effekte auf den Gesundheitszustand des Patienten bedingen können.

Die Möglichkeit unerwünschter Arzneimittelwirkungen (UAW) sollte stets im Rahmen einerRisiko-Nutzen-Bewertung vor Therapiebeginn erwogen werden. AllergischeUnverträglichkeitsreaktionen können prinzipiell bei jedem Medikament auftreten. Eine bekannte Unverträglichkeit gegenüber einer Substanz gilt als Kontraindikation für die erneute Verabreichung. Etwa 80% aller UAW sind dosisabhängig und durch Anpassung der Dosis an die individuelle Patientensituation vermeidbar. Seltener sind angeborene oder erworbene Überempfindlichkeiten durch enzymatische Defekte. Dieser Nebenwirkungstyp, auch als bezeichnet, wird meist nicht vor der Zulassung eines Medikaments, sondern erst im Rahmen der Anwendungsbeobachtung in größeren Populationen ersichtlich.

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