Assistenz in der Gesundheitsversorgung -  - E-Book

Assistenz in der Gesundheitsversorgung E-Book

0,0
24,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Für Menschen sorgen, Beziehungen gestalten

Alles, was du in einem Assistenzberuf in der Gesundheitsversorgung (z. B. Alltagsbegleiter, Sozialassistent, Sozialbetreuer) wissen musst. Das Buch eignet sich auch als Starthilfe für einen Freiwilligeneinsatz im sozialen Bereich (z. B. im FSJ, im Bundesfreiwilligendienst oder im Mobilen Sozialen Dienst). Keine komplizierten Fachbegriffe, dafür fachliches Know-how und praktische Tipps von Experten, verständlich und übersichtlich aufbereitet. Dieses Buch zeigt dir, wie du verantwortungsvoll und kompetent mit deiner Zielgruppe arbeitest. Wie? Indem es komplexe Themen einfach erklärt.

 

  • Mit Freude bei der Sache: Natürlich zeigt dir dieses Lehrbuch auch alle Kniffe und Tricks für das Arbeiten mit hilfsbedürftigen Menschen. So kannst du das Gelernte einfach in die Praxis übertragen - damit dir die Arbeit leichter fällt und du mit Begeisterung für Menschen sorgen kannst.
  • Unterstützung zu jeder Tageszeit: Als Assistenz in der Gesundheitsversorgung oder Freiwilliger in einem sozialen Dienst wirst du jede Menge spannende und fordernde Aufgaben übernehmen. Wie pflegt ein Demenzbetreuer eine gesunde Beziehung zu seinen Patienten? Oder wie versorge ich schwache, chronisch-kranke und hilfsbedürftige Menschen? Manchmal fragst du dich vielleicht, wie du Kinder betreust, die aufgrund einer Erkrankung oder einer speziellen familiären Lage, besondere Unterstützung benötigen.

 

Dieses Buch hilft dir anhand von Fallbeispielen, Bildern und Grafiken dabei, auf all diese Fragen Antworten zu finden. Dieses Buch ist dein treuer Begleiter für eine Assistenz oder einen Einsatz im Gesundheits- oder Sozial-System und liefert Hilfestellungen plus Antworten, die du auf Anhieb verstehst.

Extra Bonus: Im Anhang werden die wichtigsten Krankheitsbilder des Menschen einfach und verständlich erklärt.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2021

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Assistenz in der Gesundheitsversorgung

Sozialassistenz, Servicehelfer, Alltagsbegleiter

Caro Ass e.V.

Melanie Haumann

557 Abbildungen

Vorwort des Verlags

Vorwort des Herausgebers

Assistenz in der Gesundheitsversorgung – Unterstützen, Sinn stiften, Leben gestalten

Inhaltsverzeichnis

Titelei

Vorwort des Verlags

Vorwort des Herausgebers

Assistenz in der Gesundheitsversorgung – Unterstützen, Sinn stiften, Leben gestalten

Teil I I Lernen lernen

1 Lerntechniken

1.1 Mein Lernverhalten

1.1.1 Motivation und Ziel

1.1.2 Geduld und Lob

1.1.3 Konzentration

1.1.4 Pausen

1.1.5 Lernplan

1.2 Duale Ausbildung – Was ist das?

1.3 Lernstile – Wie lerne ich am besten?

1.3.1 Grundlagen

1.3.2 Soziale Lerner und Einzelgänger

1.3.3 Auswendiglernen oder Verstehen

1.3.4 Lernumgebung

1.3.5 Recherche und Beschaffung von Wissen

1.3.6 Aufschriebe erstellen und Unterlagen verwalten

2 Lernstress und Prüfungsangst

2.1 Mit Stress umgehen

2.1.1 Lernblockaden

2.1.2 Prüfungsangst und Lernstress

2.1.3 Leistungsdruck

Teil II II Mein Beruf

3 Soziale Berufe

3.1 Berufe im sozialen Bereich

3.2 Berufswunsch und Berufswahl

3.2.1 Fähigkeiten und Stärken

3.2.2 Motive für deine Berufswahl

4 Berufsfeld Assistenz in der Gesundheitsversorgung

4.1 Ausbildungen und Qualifizierungen

4.1.1 Servicehelfer im Sozial- und Gesundheitswesen

4.1.2 Sozialassistent, Sozialhelfer

4.1.3 Alltagsbetreuer

4.1.4 Hauswirtschaftshelfer, Hauswirtschaftsassistent und Fachpraktiker Hauswirtschaft

4.1.5 Fachkraft für Haushaltsführung und ambulante Betreuung

4.1.6 Kinderpfleger, sozialpädagogischer Assistent

4.1.7 Heilerziehungsassistent

4.1.8 Fachkraft für Gesundheits- und Sozialdienstleistungen (IHK)

4.1.9 Seniorenbetreuer, Seniorenassistent

4.1.10 Zusätzliche Betreuungskraft nach §53b SGB XI

4.2 Aufgaben von Assistenten in der Gesundheitsversorgung

4.2.1 Cure und Care

4.2.2 Service

4.2.3 Assistenz

4.2.4 Betreuung

4.2.5 Arbeiten in Teams

5 Ethik – ein Muss

5.1 Ethik und Moral

5.1.1 Berufsethik

5.2 Wertschätzung und Respekt

5.3 Empathie – sich in andere hineinfühlen

5.4 Nähe und Distanz

5.5 Scham und Ekel

6 Rechte und Pflichten in Ausbildung und Beruf

6.1 Rechte und Pflichten – die Grundlagen

6.2 Lohn- und Gehaltsabrechnung

6.3 Sozialversicherungen

6.4 Arbeitszeiten

6.5 Richtig krank melden

6.6 Weisungen

6.7 Datenschutz und Schweigepflicht

6.8 Aufsichtspflicht

6.9 Unfallverhütung

6.10 Rechte und Pflichten von Azubis

7 Gesundes Arbeiten

7.1 Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit

7.1.1 Arbeitskleidung

7.1.2 Rückenschonend arbeiten

7.1.3 Life-Balance

7.1.4 Aus Fehlern lernen

Teil III III Mit Menschen arbeiten

8 Beziehungen und Kommunikation

8.1 Beziehungen – warum sie wichtig sind

8.2 Beziehungen besser verstehen

8.3 Kommunikation – Grundlagen

8.3.1 Grundregeln der Kommunikation

8.3.2 Kommunikationsmodelle – Was läuft da genau ab?

8.3.3 Smalltalk – ins Gespräch kommen

8.3.4 Feedback – geben und erhalten

8.3.5 Schwierige Gespräche führen – Beschwerden, Streit und Konflikte

8.4 Mit verschiedenen Menschen kommunizieren

8.4.1 Kommunikation mit Kindern

8.4.2 Kommunikation mit Jugendlichen

8.4.3 Kommunikation mit Familien

8.4.4 Kommunikation mit alten Menschen

8.4.5 Kommunikation mit Menschen mit Demenz

8.4.6 Kommunikation mit Menschen mit Behinderung

8.4.7 Kommunikation mit Angehörigen

8.4.8 Kommunikation mit Menschen anderer Kulturen

8.5 Social Skills – unsere sozialen Fähigkeiten

8.5.1 Soziale Fähigkeiten entwickeln

8.5.2 Sozialkompetenz

8.5.3 Persönlichkeit – Was ist das?

8.5.4 Charakter und Charaktertypen

8.5.5 Wer bin ich? – Selbst- und Fremdbild

8.6 Emotionen und Gefühle

8.6.1 Emotionen

8.6.2 Gefühle

8.6.3 Emotionale Kompetenz

8.6.4 Umgang mit den eigenen Gefühlen und Emotionen

8.6.5 Umgang mit den Gefühlen und Emotionen anderer

9 Die menschliche Entwicklung

9.1 Menschliche Entwicklung – die Grundlagen

9.1.1 Lebensphasen

9.1.2 Das Alter

9.2 Was prägt uns?

9.2.1 Die Rolle der Familie

9.2.2 Meilensteine

9.2.3 Lebenskrisen

9.3 Ebenen der menschlichen Entwicklung

9.3.1 Körperliche Entwicklung und Veränderung

9.3.2 Kognitive Entwicklung – Entwicklung des Denkens

9.3.3 Sprachentwicklung – Entwicklung des Sprechens und der Sprache

9.3.4 Soziale Entwicklung – Entwicklung des Sozialverhaltens

9.4 Entwicklungsstörungen

10 Rechte und Gesetze

10.1 Regeln und Gesetze – Warum?

10.2 Menschenrechte – Was ist das?

10.2.1 Wo und wann gelten die Menschenrechte?

10.2.2 Die 30 Menschenrechte

10.2.3 Kinderrechte

10.2.4 Besondere Rechte für Jugendliche

10.2.5 Die Menschenrechte in der Gesundheitsversorgung

10.3 Verträge und Rechtsgeschäfte

10.3.1 Rechtsfähig sein

10.3.2 Geschäftsfähig sein

11 Mit Kindern arbeiten

11.1 Entwicklung begleiten und unterstützen

11.2 Erziehung – die Grundlagen

11.2.1 Erziehungsstile

11.2.2 Erziehungsmethoden – RICHTIG oder FALSCH

11.3 Pädagogische Ansätze

11.3.1 Heilpädagogik

11.4 Lerntheorien

11.4.1 Lernen durch klassische Konditionierung

11.4.2 Lernen durch Verstärkung

11.4.3 Lernen durch Beobachtung

11.4.4 Lernen durch Einsicht

11.5 Beschäftigungsangebote für Kinder

11.5.1 Mit Gruppen arbeiten

11.5.2 Mitbestimmung von Kindern

11.6 Krankheiten bei Kindern

12 Mit Menschen mit Behinderung arbeiten

12.1 Behinderung – Was ist das?

12.2 Behinderungen – Wie entstehen sie?

12.2.1 Genetisch bedingte Behinderung

12.2.2 Beeinträchtigung der Sinne

12.2.3 Körperliche Behinderung

12.2.4 Geistige Behinderung

12.2.5 Seelische Behinderung

12.3 Besonders bekannte Formen von Behinderung

12.3.1 Das Down-Syndrom – Trisomie 21

12.3.2 Fetales Alkoholsyndrom

12.4 Hilfsmittel und Assistenten

12.5 Recht auf Teilhabe – Was bedeutet das?

12.6 Was ist Inklusion?

12.6.1 Grundlagen

12.6.2 Beschäftigung und Aktivierung

12.6.3 Mitgestaltung und Mitbestimmung

13 Mit alten Menschen arbeiten

13.1 Das Alter

13.1.1 Das Alter heute – 2 Lebensphasen

13.1.2 Gründe für den Einzug in ein Alten- und Pflegeheim

13.1.3 Häufige Alterserkrankungen

13.2 Beschäftigungsangebote für alte Menschen

13.3 Betreuung von Menschen mit Demenz

13.3.1 Das Konzept der Person-zentrierten Pflege

13.3.2 Validation

13.4 Mitbestimmung und Selbstbestimmung im Alter

13.4.1 Grenzen der Mitbestimmung und Selbstbestimmung

14 Abschied nehmen

14.1 Sich verabschieden

14.1.1 Abschied als Teil des Lebens

14.1.2 Emotionen

14.2 Sterben und Tod als Teil des Lebens

14.2.1 Todesursachen

14.2.2 Ist der Tod ein Tabuthema?

14.2.3 Sterben ist ein Prozess

14.2.4 Der Tod aus medizinischer Sicht

14.3 Der Tod in verschiedenen Kulturen und Religionen

14.3.1 Christentum

14.3.2 Islam

14.3.3 Judentum

14.3.4 Buddhismus

14.3.5 Hinduismus

14.3.6 Spirituelle Lehren

14.4 Begleitung von Sterbenden

14.4.1 Christentum

14.4.2 Islam

14.4.3 Judentum

14.4.4 Buddhismus

14.4.5 Hinduismus

14.5 Bestattung und Trauerfeier

14.5.1 Christentum

14.5.2 Islam

14.5.3 Judentum

14.5.4 Buddhismus

14.5.5 Hinduismus

14.5.6 Weitere Formen der Bestattung

14.6 Sterben und Tod in der Gesundheitsversorgung

14.6.1 Palliative Care

14.6.2 Hospiz – Was ist das?

14.6.3 Sich von Bewohnern und Patienten verabschieden

14.7 Trauer

14.7.1 Trauern – Wie sieht das aus?

14.7.2 Wie trauern Kinder?

14.7.3 Die Phasen des Trauerns

14.7.4 Trauermodelle – Trauer besser verstehen

14.7.5 Umgang mit Trauer bei der Arbeit

14.7.6 Umgang mit trauernden Angehörigen

Teil IV IV Für Menschen sorgen

15 Bedürfnisse von Menschen

15.1 Was sind Bedürfnisse und wie werden sie befriedigt?

15.2 Grundbedürfnisse

15.2.1 Die Bedürfnispyramide

15.2.2 Gesetze zum Schutz der Bedürfnisse

15.3 Sexualität – Bedürfnis und Teil der Persönlichkeit

15.3.1 Das Geschlecht – Was ist das?

15.3.2 Sexuelle Orientierung

15.3.3 Sexualität kennt kein Alter – oder doch?

15.4 Für Sicherheit sorgen

15.5 Die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz

16 Lebenswelten

16.1 Was sind Lebensräume und Lebenswelten?

16.2 Die eigene Lebenswelt gestalten

16.3 Lebenswelt häusliches Umfeld

16.3.1 Gründe für Betreuung im häuslichen Umfeld

16.3.2 Das Besondere am häuslichen Umfeld

16.3.3 Extreme – Putzzwang und Messiehaushalt

16.3.4 Mobile Dienste

16.3.5 Aufgaben im häuslichen Umfeld

16.3.6 Beschäftigung im eigenen Zuhause

16.4 Umzug in eine neue Lebenswelt

16.5 Lebenswelt Kinderheim, Jugendheim, Pflegefamilie und betreute Wohngruppe

16.5.1 Kinder und Jugendliche in fremden Lebenswelten

16.5.2 Was war vorher?

16.6 Lebenswelt Einrichtung für Menschen mit Behinderung

16.7 Lebenswelt Krankenhaus

16.8 Lebenswelt Alten- und Pflegeheim

16.8.1 Ein neues Wohnumfeld

16.8.2 Der letzte Umzug?

16.8.3 Eine ablauforientierte oder personenorientierte Lebenswelt?

16.8.4 Biografiearbeit – ein Mittel zum Kennenlernen

16.8.5 Lebenswelt Heim für Menschen mit Demenz

16.9 Räume sicher gestalten

16.9.1 Sturzprophylaxe in der Raumgestaltung

16.9.2 Räume für Kinder sicher gestalten

16.10 Räume bewohnerfreundlich gestalten

16.10.1 Farben wirken

16.10.2 Licht wirkt

16.10.3 Geräusche wirken

16.10.4 Düfte wirken

16.11 Selbstbestimmung und Teilhabe

16.11.1 Alltag und Selbstbestimmung

16.11.2 Mitbestimmung

16.11.3 Teilhabe

16.12 Privat- und Intimsphäre

16.12.1 Distanzzonen

16.12.2 Hilfsbedürftigkeit schränkt die Privat- und Intimsphäre ein

17 Menschen aktivieren und beschäftigen

17.1 Beschäftigung und Aktivierung – die Grundlagen

17.1.1 Arten von Beschäftigung

17.1.2 Ziele von Beschäftigungsangeboten

17.1.3 Zielgruppen in der Gesundheitsversorgung

17.1.4 Interessen, Wünsche und Fähigkeiten

17.2 Beschäftigung von Kindern

17.2.1 Kinder haben das Recht auf Bewegung und Entwicklung

17.2.2 Beschäftigungsideen für Kinder

17.3 Beschäftigung von Jugendlichen

17.3.1 Jugendliche haben das Recht auf Entwicklung und Förderung

17.3.2 Beschäftigungsideen für Jugendliche

17.4 Beschäftigung von Menschen mit Behinderung

17.4.1 Beschäftigungsideen für Menschen mit Behinderung

17.5 Beschäftigung von alten Menschen

17.5.1 Gesetze zur Betreuung und Beschäftigung alter Menschen

17.5.2 Was Aktivierung umfasst

17.5.3 Sturzprophylaxe durch Aktivierung

17.5.4 Beschäftigungsideen für alte Menschen

17.6 Beschäftigung von Menschen mit Demenz

17.6.1 Beschäftigungs- und Trainingsangebote

17.6.2 Beschäftigung für die Sinne und die Seele

17.6.3 Biografiearbeit als Gedächtnistraining

17.6.4 Bewegung und Bewegungsdrang

18 Haushaltsführung und Hauswirtschaft

18.1 Grundlagen der Hauswirtschaft

18.1.1 Hauswirtschaft im Privathaushalt

18.1.2 Hauswirtschaft im betreuten Wohnen

18.1.3 Hauswirtschaft in Heimen und Krankenhäusern

18.2 Haushalt und Hauswirtschaft als Frauenaufgabe?

18.3 Hilfe im Haushalt als Dienstleistung

18.4 Ordnung und Sauberkeit

18.4.1 Aufräumen

18.4.2 Reinigung

18.4.3 Hygiene im Haushalt

18.4.4 Richtig lüften

18.4.5 Betten machen

18.4.6 Müll vermeiden, trennen und entsorgen

18.5 Die Küche

18.5.1 Hygienevorgaben in der Küche

18.5.2 Wichtige Küchengeräte im Überblick

18.5.3 Herd und Backofen

18.5.4 Geschirr spülen

18.5.5 Lebensmitteleinkauf

18.5.6 Der Kühlschrank

18.6 Wäsche waschen und pflegen

18.6.1 Wäsche vorsortieren

18.6.2 Wäsche waschen

18.6.3 Wäsche trocknen

18.6.4 Wäsche bügeln

18.6.5 Wäsche legen – fertig für den Kleiderschrank machen

18.7 Pflanzen pflegen und versorgen

18.8 Haustiere – Bei der Versorgung und Pflege helfen

18.8.1 Tierpflege als Betreuungsaufgabe

18.8.2 Haustiere in Heimen

18.9 Grundlagen der Haustechnik

18.9.1 Haustechnik in Einrichtungen

18.10 Die Umwelt schonen

18.11 Umgang mit Geld – das Haushaltsbuch

18.11.1 Einnahmen im Haushalt

18.11.2 Ausgaben im Haushalt

19 Essen und Trinken

19.1 Was bedeutet Essen für uns?

19.1.1 Grundlagen

19.1.2 Geschmacksprägung

19.1.3 Essgewohnheiten

19.1.4 Kulturelle Unterschiede beim Essen

19.2 Was passiert in unserem Körper mit der Nahrung?

19.2.1 Die Verdauung

19.2.2 Der Stoffwechsel

19.3 Die verschiedenen Nährstoffe im Überblick

19.3.1 Kohlenhydrate

19.3.2 Fette

19.3.3 Protein

19.3.4 Vitamine

19.3.5 Mineralstoffe

19.3.6 Wasser

19.3.7 Krankheiten durch falsche Ernährung

19.4 Was bedeutet eine gesunde Ernährung?

19.4.1 Ernährungsempfehlungen

19.4.2 Alternative Ernährungsformen

19.4.3 Ernährung im Alter

19.4.4 Gesunde Ernährung für Kinder

19.5 Professionelles Servieren und Anrichten von Speisen

19.5.1 Tisch eindecken

19.5.2 Tischdekoration

19.5.3 Anrichten

19.5.4 Körpersprache und Körperhaltung

19.5.5 Servieren

19.5.6 Essen im Zimmer servieren

19.5.7 Abräumen

19.5.8 Umgang mit Beschwerden und Kritik

19.5.9 Umgang mit Pannen

19.6 Hilfestellung bei der Nahrungsaufnahme

19.7 Zubereitung einfacher Mahlzeiten

19.7.1 Belegte Brote / Sandwiches

19.7.2 Snacks aus Obst und Gemüse

19.7.3 Breinahrung

19.7.4 Ein Glas Milch

19.7.5 Einfache Kuchen

19.8 Ethik und Moral im Umgang mit Lebensmitteln

19.9 Lebensmittel und Hygiene

19.9.1 Persönliche Hygiene

19.9.2 Richtige Lagerung von Lebensmitteln

19.9.3 Zubereitung und Servieren von Lebensmitteln

20 Umgang mit Dokumenten

20.1 Dokumentation – die Grundlagen

20.2 Warum dokumentiert werden muss

20.3 Was dokumentiert werden muss

20.3.1 Stammdaten

20.3.2 Interessen, Vorlieben und Hobbys

20.3.3 Der Pflege- und Betreuungsprozess

20.3.4 Teambesprechungen

20.3.5 Dokumentation von Hygienemaßnahmen

20.4 Deine Arbeitszeit dokumentieren

Teil V V Körperpflege – Hygiene – Krankheitszeichen

21 Assistenz bei der Pflege

21.1 Professionelle Pflege – die Grundlagen

21.1.1 Aufgaben der Pflege

21.1.2 Aufgabenbereiche in der Pflege

21.2 Wahrnehmen und Beobachten

21.2.1 Wahrnehmungsfehler

21.2.2 Wichtige Beobachtungen weitergeben

21.3 Körperpflege – sich waschen und kleiden

21.3.1 Unterstützung bei der Körperpflege bei Erwachsenen

21.3.2 Körperpflege bei Kindern

21.3.3 Körperpflege bei Jugendlichen

21.4 Wach sein und schlafen

21.4.1 Einschlafrituale

21.4.2 Die Schlafumgebung

21.5 Essen und Trinken

21.5.1 Probleme bei der Ernährung

21.5.2 Unterstützung und Hilfe beim Essen und Trinken

21.5.3 Durst und Durstempfinden

21.6 Ausscheiden – zur Toilette gehen

21.6.1 Probleme mit der Verdauung

21.6.2 Probleme beim Wasserlassen

21.6.3 Inkontinenz

21.7 Sich bewegen

21.7.1 Sturzprophylaxe

21.7.2 Dekubitusprophylaxe

21.8 Kommunizieren

21.8.1 Schwerhörigkeit

22 Hygiene

22.1 Hygiene – die Grundlagen

22.2 Das Immunsystem

22.2.1 Formen der Ansteckung

22.2.2 Krankheitserreger

22.2.3 Ansteckung vermeiden

22.2.4 Empfohlener Impfschutz

22.2.5 Multiresistente Erreger (MRE)

22.3 Standardhygiene – was ist das?

22.3.1 Hygienepläne

22.3.2 Das A und O – Händehygiene

22.3.3 Persönliche Körperhygiene

22.3.4 Deine persönliche Schutzausrüstung

23 Krankheitszeichen

23.1 Was sind Krankheiten?

23.2 Wichtige Krankheitszeichen – die Grundlagen

23.2.1 Schmerzen

23.2.2 Fieber

23.2.3 Übelkeit und Erbrechen

23.2.4 Schwindel

23.2.5 Atemnot

23.2.6 Lähmungen

24 Notfall – Erste Hilfe

24.1 Erste Hilfe – die Grundlagen

24.2 Notrufnummern kennen

24.3 Erste Hilfe – So geht’s

24.3.1 Die stabile Seitenlage

24.3.2 Herz-Lungen-Wiederbelebung

Teil VI VI Anhang

25 Wichtige Krankheiten zum Nachschlagen

25.1 Beschreibung von Krankheiten

25.2 Wichtige Krankheiten von A bis Z

25.2.1 Allergien

25.2.2 Arthrose

25.2.3 Augenerkrankungen

25.2.4 Bluthochdruck

25.2.5 COPD und Asthma bronchiale

25.2.6 Demenz und Alzheimer

25.2.7 Diabetes mellitus – die „Zuckerkrankheit“

25.2.8 Epilepsie

25.2.9 Erkrankungen der Psyche

25.2.10 Ess-Störungen

25.2.11 Gicht

25.2.12 Hepatitis

25.2.13 Herzinfarkt

25.2.14 Herzinsuffizienz

25.2.15 Infektionserkrankungen

25.2.16 „Kinderkrankheiten“

25.2.17 Krebserkrankungen

25.2.18 Leberzirrhose

25.2.19 Multiple Sklerose

25.2.20 Niereninsuffizienz

25.2.21 Nierensteine

25.2.22 Osteoporose – Knochenschwund

25.2.23 Parkinson

25.2.24 Rheumatische Erkrankungen

25.2.25 Schilddrüsenüber- oder Unterfunktion

25.2.26 Schlaganfall

25.2.27 Sexuell übertragbare Krankheiten

25.2.28 Thrombose

Anschriften

Sachverzeichnis

Impressum/Access Code

Teil I I Lernen lernen

1 Lerntechniken

2 Lernstress und Prüfungsangst

1 Lerntechniken

1.1 Mein Lernverhalten

Begriffe verstehen

Lernverhalten

Unser Gehirn lernt ständig neue Dinge und es lernt gerne. Lernen ist etwas Natürliches. Das können wir bei kleinen Kindern beobachten, wenn sie neugierig die Welt entdecken und kennenlernen. Wie wir uns fühlen und verhalten, wenn wir etwas lernen sollen oder sogar müssen, nennt man Lernverhalten. Es ist nicht angeboren, sondern wir haben es selbst entwickelt. Dabei spielen unsere persönlichen Erfahrungen eine Rolle und ebenso die Meinungen anderer Menschen, die uns beim Lernen begleiten, wie z.B. Eltern, Lehrer, Freunde, Geschwister. Wir haben unser Lernverhalten also gelernt. Und das heißt, wir können auch jederzeit ein anderes, ein neues Lernverhalten erlernen, wenn uns das alte Lernverhalten schadet und nicht weiterbringt.

Nicht wenigen Menschen geht es so, dass die Wörter „Lernen“ und „Prüfung“ Stress und negative Gefühle auslösen. Man sagt, dass diese Begriffe negativ besetzt sind. Die Folge ist,

dass wir uns unter Druck gesetzt fühlen,

Angst haben,

uns Sorgen machen,

genervt oder sogar wütend sind

oder dass wir uns wie gelähmt und ohne jede Motivation fühlen.

Diese Reaktionen auf das Thema „Lernen“ und „Prüfungen“ sind Teil unseres Lernverhaltens.

Es geht immer um etwas Neues, wenn wir lernen. Bekannte Dinge brauchen wir nicht mehr zu lernen, denn wir wissen und können sie bereits. Um etwas Neues zu lernen, brauchen wir unser Gehirn. Und das Gehirn lernt sehr gerne. Es ist neugierig und mag es, aktiv zu sein. Wir können unser ganzes Leben neue Dinge lernen, ganz egal wie alt wir sind. Trotzdem fällt es uns nicht immer leicht zu lernen. Manches können wir uns schnell und leicht merken, andere Dinge müssen wir oft wiederholen, bis wir sie im Gehirn gespeichert haben.

Unser Gehirn erleichtert sich die Arbeit, indem es neue Informationen in „wichtig“ und „unwichtig“ sortiert. Wenn unser Gehirn etwas unwichtig findet, vergessen wir es wieder. Manchmal sehr schnell. Leider passiert es auch, dass unser Gehirn Dinge falsch sortiert. Deshalb müssen wir Neues meistens mehrfach wiederholen, bis wir es uns tatsächlich gemerkt haben.

Wichtig

Wiederholen

Durch Wiederholen zeigen wir dem Gehirn, dass etwas wichtig ist. So finden neue Informationen vom Ultrakurzzeitgedächtnis ins Kurzzeitgedächtnis und schließlich ins Langzeitgedächtnis.

Wenn wir zusätzlich beim Lernen mehrere unserer Sinne nutzen, lernt unser Gehirn noch schneller dazu, denn es speichert die neuen Informationen dann sogar in verschiedenen Gehirnbereichen ( ▶ Abb. 1.1). Je nach Lerntyp sind verschiedene Formen des Lernens sinnvoll und hilfreich.

Lernen wird leichter, wenn wir mehrere Sinne nutzen.

Abb. 1.1 Unser Gehirn kann in verschiedene Areale (Bereiche) unterteilt werden. Je mehr Sinne beim Lernen genutzt werden, umso besser und schneller lernen wir.

Begriffe verstehen

Das Gedächtnis

Unser Gehirn kann Informationen speichern. Diese Fähigkeit nennt man Gedächtnis. Die Informationen nehmen wir über unsere Sinne auf. Die Sinne leiten die Informationen dann weiter an unser Gehirn. Dort werden die Informationen gefiltert, sortiert, gespeichert oder wieder gelöscht. Man unterscheidet 3 Stufen von Gedächtnis: das Ultrakurzzeitgedächtnis, das Kurzzeitgedächtnis und das Langzeitgedächtnis.

Kurzzeitgedächtnis und Langzeitgedächtnis Unser Gehirn speichert Informationen auf unterschiedliche Weise.

Ultrakurzzeitgedächtnis: Das Ultrakurzzeitgedächtnis kann nur 6 bis 8 verschiedene Informationen speichern, und das nur für kurze Zeit. Entweder wir vergessen diese Informationen dann wieder oder sie finden den Weg ins Kurzzeitgedächtnis.

Kurzzeitgedächtnis: Dort werden Dinge etwas länger gespeichert, aber nur für etwa 20 Minuten. In dieser Zeit werden die Informationen umgewandelt und landen im Langzeitgedächtnis oder wir vergessen sie wieder.

Langzeitgedächtnis: Im Langzeitgedächtnis sind Dinge auf Dauer gespeichert. Lernen heißt, dass die Informationen ihren Weg ins Langzeitgedächtnis schaffen. Das gelingt durch Wiederholungen und Konzentration. Die Redewendung „Das präge ich mir ein“ beschreibt sehr gut, wie das Langzeitgedächtnis funktioniert. Alles, was dort gespeichert ist, hinterlässt Spuren in unserem Gehirn. Aber auch wenn Informationen im Langzeitgedächtnis dauerhaft gespeichert sind, können sie „verstauben“, wenn wir dieses Wissen zu selten abrufen. Dann bekommen wir das Gefühl, dass wir die Dinge doch wieder vergessen haben. Aber das ist nur scheinbar so. Damit wir auf das Wissen im Langzeitgedächtnis tatsächlich immer zugreifen können, müssen wir den Lernstoff regelmäßig wiederholen und quasi auffrischen.

Beispiel

Rechnen

Rechnen ist durch viele Wiederholungen und vieles Üben in unserem Langzeitgedächtnis gespeichert. Wenn wir nun nachschauen wollen, ob unser Geld noch für eine Süßigkeit vom Bäcker und für die Fahrkarte nach Hause reicht, rechnen wir das mit Hilfe unseres Langzeitgedächtnisses aus. Denn dort ist die Fähigkeit zu rechnen gespeichert. Das Ergebnis dieser Rechnung landet aber im Kurzzeitgedächtnis. Es wäre auch unnötig, wenn wir uns alle Rechenergebnisse merken würden.

Im Grunde kann man das Langzeitgedächtnis mit der Festplatte in einem Computer vergleichen ( ▶ Abb. 1.2). Hier speichern wir alles Wichtige ab, damit wir jederzeit darauf zugreifen können. Das Ultrakurzzeitgedächtnis und das Kurzzeitgedächtnis sind wie der Arbeitsspeicher im Computer. Wenn wir fertig mit einer Aufgabe sind, wird dieser Arbeitsspeicher wieder geleert und sein Inhalt gelöscht.

Unser Gedächtnis – die Festplatte im Kopf.

Abb. 1.2 Man unterscheidet zwischen Ultrakurzzeit-, Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis.

1.1.1 Motivation und Ziel

Begriffe verstehen

Motivation

„Motivation“ kommt vom lateinischen Wort „motus“ und das bedeutet „Bewegung“. Motivation ist ein starkes Gefühl, denn sie bringt uns dazu, zu handeln. Motivation wird auch innerer Antrieb genannt, sie bringt uns dazu, etwas Bestimmtes zu tun. Um motiviert zu sein, brauchen wir ein Ziel, das wir erreichen wollen. Das Erreichen von Zwischenzielen und Lob können unsere Motivation steigern und lebendig halten.

Etwas Neues zu lernen ist wie eine Abenteuerreise. Und wenn wir auf eine Reise gehen, überlegen wir uns zuerst das Ziel, also wohin es gehen soll. Dann erst entscheiden wir uns in einem zweiten Schritt, wie wir an unser Ziel kommen wollen und welche Hilfsmittel wir dafür brauchen. Außerdem können wir uns überlegen, welchen Weg wir nehmen, wo wir einen Zwischenstopp einlegen und was wir unterwegs noch sehen wollen. Beim Lernen können wir genauso vorgehen. Wir brauchen ein Ziel, das wir erreichen wollen. Dies schafft in uns Motivation. Motivation bedeutet, dass wir einen Antrieb haben.

Wenn du im Rahmen deiner Ausbildung neue Dinge lernen musst, könnte dein Ziel sein:

die Ausbildung zu schaffen, also die Prüfung zu bestehen

einen guten Eindruck zu machen

deine Ausbildung mindestens mit der Note „Zwei“ abzuschließen

nach der Ausbildung im gelernten Beruf zu arbeiten

vom Ausbildungsbetrieb nach der Ausbildung als Mitarbeiter übernommen zu werden

ein gutes Abschlusszeugnis zu haben, weil du dich damit für eine weitere Ausbildung bewerben willst

Wenn du dein Ziel kennst, dann kannst du in einem nächsten Schritt auch einen Weg finden, dieses Ziel zu erreichen. Dein Ziel sollte unbedingt etwas sein, was dir selbst wichtig ist, denn das motiviert dich auch. So kann aus einem „Lernenmüssen“ ein gefühltes „Lernenwollen“ entstehen.

In diesem Zusammenhang spielen oft auch Druck und Kontrolle von außen eine Rolle. Zum Beispiel

erwarten die Eltern, dass du dich anstrengst.

verlangt das Jobcenter, dass du eine Ausbildung machst.

zwingen finanzielle Sorgen dich dazu, diesen Beruf zu lernen.

verlangt die Ausländerbehörde, dass du einen Ausbildungsplatz nachweist, weil du sonst abgeschoben wirst.

entsteht Gruppendruck von deinen Freunden, weil alle schon eine Ausbildung gemacht haben, nur du noch nicht.

hat die Großmutter dir Geld versprochen, wenn du mindestens die Note „Zwei“ in der Prüfung schaffst.

besteht Gruppendruck von deinen Klassenkameraden, weil die es uncool finden, wenn man für Prüfungen wirklich lernt.

Begriffe verstehen

Extrinsische Motivation

Extrinsische Motivation kommt von außen, durch den Wunsch nach Anerkennung und Belohnung (z.B. Geld, ein Beruf) oder aus Angst vor Strafen (z.B. schlechte Noten). Sie erzeugt deshalb oft Stress und das belastet.

Überlege dir also, ob du stattdessen ein Ziel finden kannst, das dir selbst wirklich wichtig ist. Denn nur so findest du echte Motivation und Durchhaltevermögen.

Intrinsische Motivation Sie ist viel stärker als die extrinsische Motivation. Sie ist wie dein eigener Motor, wie ein inneres Feuer, das dich im wahrsten Sinne des Wortes anfeuert und antreibt, damit du deine Ziele erreichen kannst.

Begriffe verstehen

Intrinsische Motivation

Eine Motivation, die von dir selbst kommt, also aus deinem Inneren heraus, wird „intrinsische Motivation“ genannt.

Wenn es dein Ziel ist, deine Ausbildung erfolgreich abzuschließen, dann ist der Weg zu deinem Ziel, dass du alle Prüfungen bestehst. Und um die Prüfungen zu bestehen, musst du alles lernen, was für deinen Ausbildungsberuf wichtig ist. Diese einzelnen Prüfungen sind deine Teilziele oder auch Meilensteine. Damit hast du einen Grund zu lernen. Schritt für Schritt, von Prüfung zu Prüfung. Denn du möchtest einen Abschluss. Und den schaffst du nur, wenn du etwas dafür tust.

Ziele und Teilziele Der Schriftsteller Michael Ende hat in seinem weltbekannten Buch „Momo“ in schönen Worten beschrieben, wie man mit Zielen umgehen sollte: Beppo, der Straßenkehrer, spricht mit seiner Freundin Momo, einem kleinen Mädchen, und erklärt das so:

„Siehst du, Momo, es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, das kann man niemals schaffen. Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst zu tun und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. So darf man es nicht machen. Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich ... so soll es sein.“ (Michael Ende, „Momo“)

In diesem Beispiel ist das Ziel, die ganze Straße sauber zu machen. Das Ziel sollen wir zwar nicht aus den Augen verlieren, aber es hilft, sich auf die Teilziele zu konzentrieren. Denn manchmal fühlt sich ein Ziel auch sehr weit weg an und das kann Frust erzeugen oder Zweifel entstehen lassen. Konzentrieren wir uns auf die Teilziele, gibt es immer wieder kleine Erfolge, die wir auf unserem Weg feiern können. Jedes Mal, wenn wir ein Teilziel erreicht haben, ist dies ein Erfolg und gleichzeitig ein weiterer Schritt auf unserem Weg. Das hilft dabei, motiviert zu bleiben und das große Ziel am Ende des Weges nicht aus den Augen zu verlieren.

Begriffe verstehen

Vision Board

„Vision Board“ kann man übersetzen mit „Brett der Visionen“ oder „Tafel der Träume“. Ein Vision Board kann dir helfen, motiviert zu bleiben und deine Ziele zu erreichen. Es stellt das dar, was wir erreichen wollen. Es zeigt Ziele und auch Teilziele mit Hilfe von Bildern, Worten, Fotos und Aussagen, die motivierend wirken, uns Mut machen, uns anspornen und uns dranbleiben lassen ( ▶ Abb. 1.3). Am besten hängt man das Vision Board an seinem Lernort auf.

Schritt für Schritt – das Vision Board.

Abb. 1.3 Der Weg mit seinen Meilensteinen führt zum Ziel.

Wichtig

Prüfungen sind sinnvoll

Mache dir bewusst, dass alle Prüfungen, die du in deiner Ausbildung absolvieren musst, einen einzigen Sinn und Zweck haben: Sie dienen dazu, zu überprüfen und zu kontrollieren, ob du verstanden hast, was wichtig ist für deinen Ausbildungsberuf. Nur wenn du alles Wichtige für diesen Beruf gelernt hast, dann kannst und darfst du auch in diesem Beruf arbeiten. Leider kann man nur durch Prüfungen kontrollieren, ob die Lernziele erreicht wurden.

Strategie Um dein Ziel zu erreichen, braucht es eine Strategie. Mit Strategie ist ein Plan gemeint, also deine persönliche Checkliste, wie du deine Ziele erreichen willst. Damit sind konkrete Maßnahmen gemeint, die dich auf deinem Weg zum Ziel unterstützen. Wenn es zum Beispiel dein Teilziel ist, eine gute Note in der nächsten Klausur zu schreiben, dann solltest du nicht erst am Vorabend anfangen, für diese Prüfung zu lernen. Stattdessen solltest du im Unterricht aufmerksam zuhören und alle offenen Fragen am besten direkt mit dem Lehrer besprechen. Mache dir außerdem einen ▶ Lernplan und vielleicht hilft es dir ja auch, wenn du nicht nur alleine lernst, sondern auch noch mit Klassenkameraden in einer ▶ Lerngruppe.

Energiefresser „Ich schaffe das nicht“, „Das konnte ich noch nie“, „Schule ist doof“, „Lernen ist anstrengend“, „Lesen ist langweilig“ – solche negativen Vorurteile kosten viel Kraft und du blockierst dich damit selbst. Also mache dir bewusst, welche Energiefresser du im Kopf hast, wenn es um das Thema Lernen geht: Womit ziehst du dich selbst runter? Was sind deine persönlichen Krafträuber? Frage dich außerdem, was du richtig gut kannst, und dann lege einfach los, auch wenn der Anfang vielleicht etwas mühsam oder anstrengend ist. Und auch wenn du bisher die Erfahrung gemacht hast, dass Lernen anstrengend sein kann, so muss das nicht bedeuten, dass das für immer so ist. Vielleicht hat dir ja in der Vergangenheit nur die passende Lernmethode gefehlt oder das Wissen, was du lernen musstest, hat dich einfach nicht interessiert, weil du keinen Sinn darin erkennen konntest.

„Man kann viel, wenn man sich nur recht viel zutraut.“ (Wilhelm von Huboldt)

Das ist ein Zitat von Wilhelm von Humboldt (1767–1835). Er war ein deutscher Philosoph, Politiker, Sprach- und Literaturwissenschaftler. Wenn du also deine Konzentration darauf lenkst, dass du Stärken hast und viel schaffen und erreichen kannst, dann lenkst du deine Energie in eine positive Richtung um. Du glaubst dann an dich selbst. Das gibt Kraft, macht Mut und motiviert ( ▶ Abb. 1.4).

Selbstvertrauen.

Abb. 1.4 Ein gutes Selbstwertgefühl hilft dir, deine Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.

(Quelle: © Krakenimages.com/stock.adobe.com)

Verantwortung – sei dein eigener Chef Du hast die Wahl, ob du andere über dich, deine Ziele und dein Leben entscheiden lässt oder ob du selbst die Verantwortung übernimmst. Übernehmen wir selbst Verantwortung und nehmen wir unser Leben selbst in die Hand, dann sind wir unser eigener Chef. Das macht freier und auch selbständiger. Bist du dein eigener Chef, kann dein Leben und damit auch das Lernen zu einem spannenden Abenteuer werden, denn du selbst entscheidest, wohin deine Reise geht, welche Ziele du erreichen willst, welche Träume du dir damit erfüllen möchtest und was deine Teilziele (Meilensteine) auf deinem Weg sind. Allerdings musst du dabei auch die Verantwortung übernehmen, wenn einmal etwas nicht so gut gelaufen ist. Vergiss dabei aber nie, dass man aus Fehlern lernt und sich damit verbessern kann. Schaffen wir es, Probleme zu lösen und aus Fehlern zu lernen, macht uns das stärker und tut unserem Selbstbewusstsein gut. Und du wirst umso mehr stolz auf dich selbst sein, wenn du nicht nur Erfolge feiern kannst, sondern wenn du es auch geschafft hast, mit Niederlagen und Krisen umzugehen, sie zu bewältigen und zu meistern ( ▶ Abb. 1.5).

Beispiel

Ich schaff das!

Frieda* (5 Jahre) murmelt beim Basteln: „Kreise ausschneiden ist ganz schön schwer, aber wenn ich mir sage, dass ich das kann, dann kann ich das auch! Ich bin ja der Chef von meinem Kopf und wenn ich dem nicht sage, dass ich das kann, dann macht der ganz doofe Sachen!“ Als ihre Mutter sie fragt, woher sie diese Weisheit hat, antwortet sie: „Mama, das ist doch Baby-einfach! Das hab ich selber rausgefunden!“

*Name geändert

Du bist dein eigener Chef.

Abb. 1.5 Wenn man sich, wie Frieda (siehe Beispiel), etwas fest vornimmt, kann man sehr viel erreichen (Symbolbild).

(Quelle: © greenlab18/stock.adobe.com – Stock photo. Posed by a model )

1.1.2 Geduld und Lob

Begriffe verstehen

Geduld

Geduld ist die Fähigkeit, durchzuhalten, weiterzumachen, abzuwarten und nicht aufzugeben. Geduld bedeutet auch, dass wir Frust aushalten können und dass wir Fehler verzeihen können. Um geduldig zu sein, brauchen wir auch Selbstdisziplin. Geduld ist eine Fähigkeit, die man üben und lernen kann. Geduldige Menschen leben übrigens gelassener und gesünder, denn sie sind nicht so schnell gestresst, genervt oder frustriert.

Wenn wir etwas Neues lernen, sollten wir immer auch geduldig mit uns selbst sein. Es ist völlig natürlich, dass wir neue Dinge mehrfach ausprobieren müssen, bis sie gelingen. Das ist nicht nur mit dem Lernen von Fachwissen so. Auch wenn wir eine Sportart lernen, das Autofahren oder wie man ein Musikinstrument spielt, brauchen wir Übung und das bedeutet Wiederholungen. Sich selbst Mut zu machen und sich zu loben stärkt unser Selbstwertgefühl und unser Durchhaltevermögen.

Beispiel

Geduldig sein

Als wir als Baby laufen lernten, waren wir sehr geduldig mit uns selbst. Wir wollten das so unbedingt lernen, dass wir nicht aufgegeben haben. Wir haben es immer wieder versucht. Wir sind gestolpert, hingefallen, aber immer wieder aufgestanden. Wir haben das Laufen so oft wiederholt, bis es schließlich geklappt hat und wir es gelernt hatten.

Wenn wir älter werden, gehen wir meistens nicht mehr so geduldig mit uns selbst um. Leider. Wir verhalten uns so, als hätten wir diese Erfahrung, laufen zu lernen, vollkommen vergessen. Dabei ist dies ein sehr gutes Beispiel für Motivation, Geduld, Durchhaltevermögen und Zielstrebigkeit.

Lob und Belohnung Wenn du dir also tatsächlich Zeit genommen hast, um zu lernen, dann lobe dich selbst dafür, sei stolz auf dich und freue dich darüber, dass du das durchgezogen hast. Das tut auch deinem Selbstwertgefühl und deinem Selbstbewusstsein gut. Lobe dich für deine Konsequenz und dein Durchhaltevermögen. Das kannst du natürlich auch machen, wenn du eine Prüfung bestanden hast.

Du darfst dich auch selbst belohnen. Allerdings sollte das Loben und das Gefühl, stolz auf sich selbst zu sein, an erster Stelle stehen. Dich selbst belohnen solltest du eher sparsamer anwenden und so eine Belohnung sollte auf jeden Fall etwas sein, das dir guttut und nicht schadet. Also nicht nach jedem gelernten Kapitel ein Stück Sahnetorte essen, in die Chipstüte greifen oder eine Zigarette rauchen. Besser ist es z.B., Musik zu hören, deine Lieblingsserie anzuschauen, ein Bad zu nehmen, spazieren zu gehen oder einen kurzen Mittagsschlaf (Power-Nap) zu machen.

Das Belohnen während des Lernens stellt gleichzeitig eine sinnvolle Form der ▶ Lernpause dar. Wir können uns nicht unbegrenzt lange konzentrieren, sondern brauchen Entspannung und Ausgleich für unser Gehirn.

1.1.3 Konzentration

Begriffe verstehen

Konzentration

Sich auf etwas konzentrieren bedeutet, dass man sich dem sehr aufmerksam zuwendet. Lernen funktioniert nur, wenn wir uns konzentrieren, und zwar auf das, was wir gerne lernen wollen. Jeder Mensch kann sich allerdings nur eine bestimmte Zeit lang konzentrieren. Konzentration kann man trainieren, aber nicht unbegrenzt. Irgendwann braucht unser Gehirn eine Erholungspause als Ausgleich, um die Informationen zu verarbeiten und neue Kraft zu tanken.

Es gibt unterschiedliche Meinungen, wie lange wir uns als Jugendliche und Erwachsene durchschnittlich gut konzentrieren können. Unsere Konzentrationsfähigkeit ist also sehr individuell. Das hängt mit dem Alter zusammen (Kinder können sich weniger lange konzentrieren als Erwachsene), aber ebenso mit dem Stoff, den wir lernen wollen. Interessiert uns ein Thema, können wir uns länger konzentrieren. Auch wie wir uns fühlen, beeinflusst unsere Konzentration. Ebenso, ob wir ausreichend schlafen. Denn wenn wir unausgeschlafen und müde sind, fehlt unserem ganzen Körper Erholung und Kraft. Außerdem kommt es darauf an, wie gut trainiert unser Gehirn ist ( ▶ Abb. 1.6).

Konzentration.

Abb. 1.6 Wie lange wir uns konzentrieren können, ist abhängig von mehreren Faktoren.

Begriffe verstehen

Multitasking

Multitasking bedeutet, dass man mehrere Dinge gleichzeitig tun kann. Das ist durchaus möglich, aber wir können uns immer nur auf eine Sache voll und ganz konzentrieren.

Wenn wir also lernen wollen und nebenbei Musik hören und auch noch chatten oder telefonieren, dann springt unsere Aufmerksamkeit immer hin und her. Damit stören wir unsere eigene Konzentration. Mit Multitasking machen wir mehr Fehler und wir bekommen nicht alles mit. Beim Lernen entstehen dadurch richtige Wissenslücken. Wir sind nicht voll bei der Sache, denn wir beschäftigen uns ja auch mit mehr als einer Sache. Allerdings kann ruhige, meditative Musik sogar die Konzentration fördern und beim Lernen unterstützen, weil sie uns in einen entspannten Zustand versetzt.

Konzentration aufbauen – Gymnastik für dein Gehirn Mit einfachen Übungen kannst du dein Gehirn auf das Lernen vorbereiten. Diese Übungen aus der Kinesiologie sind wie ein kurzes Aufwärmprogramm, damit du dich anschließend gut konzentrieren kannst.

Begriffe verstehen

Kinesiologie

Die Kinesiologie ist die Lehre von der Bewegung und geht davon aus, dass Bewegung nicht nur für unseren Körper wichtig ist, sondern auch für die Fähigkeit zu denken und zu lernen. Die Kinesiologie sieht Körper, Geist und Seele als Einheit. Bei Lernblockaden kann uns Bewegung helfen, wieder ins Gleichgewicht zu finden, damit wir wieder denken und lernen können.

Du kannst diese Übungen vor dem Lernen machen und ebenso in deinen Lernpausen. Außerdem können sich mit diesen Übungen ▶ Denkblockaden lösen.

Ein Glas Wasser oder Tee Die einfachste Übung, um Konzentration aufzubauen und Denkblockaden zu lösen, ist übrigens: Trink ein Glas Wasser oder ungesüßten Tee. Das kannst du jederzeit tun. Stelle dir am besten Wasser oder Tee an deinen Lernplatz, damit du jederzeit eine kurze Trinkpause machen kannst. Trinken kannst du auch als Vorbereitung auf die anderen Übungen nutzen.

Überkreuzbewegungen Stell dich aufrecht hin. Beug dich etwas vor und tippe nun mit der rechten Hand an das linke Knie, dann mit der linken Hand an das rechte Knie. Wiederhole das mehrere Male. Dann hebst du deinen linken Fuß und tippst wieder mit der rechten Hand an das linke Knie und umgekehrt. Werde gerne schneller in der Bewegung. Du kannst auch mit dem Ellbogen dein Knie antippen. Mache zum Schluss diese Überkreuzbewegungen nach hinten. Dazu hebst du den linken Fuß nach hinten an und tippst mit der rechten Hand den linken Fuß, dann mit der linken Hand den rechten Fuß. Auch das mehrmals wiederholen. Du kannst auch mit deinen Händen liegende Achten in die Luft malen ( ▶ Abb. 1.7).

Überkreuzbewegungen.

Abb. 1.7 Sie fördern das Zusammenspiel zwischen rechter und linker Gehirnhälfte und dadurch die Konzentrationsfähigkeit.

Denkmütze Massiere deine Ohren von oben nach unten, ziehe zum Schluss sanft an deinen Ohrläppchen. Wiederhole diesen Ablauf mehrere Male ( ▶ Abb. 1.8).

Denkmütze.

Abb. 1.8 Hilft schnell und effektiv, wenn die Konzentration sinkt.

Schwerkraftgleiter Stell dich aufrecht hin und überkreuze deine Beine. Finde einen sicheren Stand. Beuge nun deinen Oberkörper langsam nach vorne, lasse deine Arme hängen. Pendle in dieser Vorwärtsbeuge mit den Armen locker hin und her. Richte deinen Oberkörper dann wieder auf und strecke die Arme lang nach oben. Übe erneut und kreuze dazu deine Beine neu. Das Bein, das beim ersten Durchgang vorne war, ist nun hinten. Diese Übung kannst du auch im Sitzen mit ausgestreckten und überkreuzten Beinen machen ( ▶ Abb. 1.9).

Schwerkraftgleiter.

Abb. 1.9 Verschafft Entspannung und Ausgleich bei langem Sitzen.

Konzentrationspunkte massieren Diese „Muntermacherpunkte“ liegen direkt unterhalb des Schlüsselbeins in dem weichen Gewebe neben dem Brustbein. Wenn du mit Zeigefinger und Mittelfinger nun links und rechts neben deinem Brustbein diese Punkte massierst, schenkst du dir neue, frische Energie. Deine freie Hand legst du flach auf deinen Bauchnabel. Massiere 20–30 Sekunden. Diese Übung kannst du im Stehen, im Sitzen oder im Liegen machen ( ▶ Abb. 1.10).

Konzentrationspunkte massieren.

Abb. 1.10 „Muntermacherpunkte“ unterhalb des Schlüsselbeins.

Am besten machst du alle 5 Übungen, bevor du mit dem Lernen startest. Du brauchst dazu nur wenige Minuten.

Konzentrationskiller Es gibt 2 verschiedene Arten von Störungen der Konzentration: die äußeren und inneren Konzentrationskiller. Sie lenken uns ab oder verhindern die Konzentration sogar ganz ( ▶ Abb. 1.11).

äußere Konzentrationskiller: Lärm (laufender Fernseher, zu laute Musik, Verkehrslärm usw.), zu hohe oder zu geringe Raumtemperatur, unangenehmer Geruch/Gestank schlechte Luft, ▶ unaufgeräumtes, chaotisches Zimmer.Diese Störquellen von außen lassen sich oft relativ leicht beseitigen.

innere Konzentrationskiller: fehlende Motivation, Müdigkeit, ▶ Angst, Liebeskummer, Sorgen, negative Gedanken

Die Stimmung hat also einen wichtigen Einfluss auf die Fähigkeit, sich zu konzentrieren. Wenn es uns nicht gut geht, fällt die Konzentration sehr schwer.

Wenn du von dir weißt, dass du dich eher schwer motivieren kannst oder wenn du dich in einer anstrengenden Lebensphase oder sogar Lebenskrise befindest, wird ein ▶ Lernplan umso wichtiger. Mit einem Lernplan schaffst du Struktur und einen festen Rahmen, um zu lernen.

Konzentrationskiller.

Abb. 1.11 Sie stören deine Konzentration oder machen sie sogar unmöglich.

1.1.4 Pausen

Lässt die Konzentration nach, ist das immer ein Zeichen dafür, dass wir eine Pause brauchen. Unser Gehirn ist wie ein Muskel. Wenn wir einen Muskel trainieren, dann spannen wir ihn an. Diese Anspannung kann der Muskel nur eine gewisse Zeit lang aushalten. Dann wird er müde, ist erschöpft und braucht eine Pause. Der Muskel muss sich wieder entspannen und erholen. Erst dann können wir ihn neu belasten und trainieren, um ihn stärker und kräftiger werden zu lassen. Es ist völlig normal und natürlich, dass wir uns nicht unbegrenzt lange konzentrieren können.

Beim Lernen ist es wichtig, auf die Signale des Körpers zu hören und sie ernst zu nehmen. Wenn wir gedanklich abschweifen oder nicht mehr ruhig sitzen können und zappelig werden, wird es höchste Zeit für eine Pause. Eine Pause sollte Entspannung für unser Gehirn sein, damit es sich erholen und neue Kraft in Form von Konzentration schöpfen kann. Viel wichtiger, als Pausen nach der Uhrzeit zu machen, ist es, auf den eigenen Körper zu hören ( ▶ Abb. 1.12).

Lernpausen.

Abb. 1.12 Lernpausen sind angesagt, wenn die Konzentration nachlässt.

Wichtig

Lernpause

Eine Lernpause sollte 2 Aufgaben erfüllen ( ▶ Abb. 1.13):

Entspannung: Dein Gehirn will sich erholen, zur Ruhe kommen und ausruhen.

Kraftquelle: Dein Gehirn braucht Nahrung (Wasser, Nährstoffe, Sauerstoff).

Entspannung und neue Energie für das GehirnEntspannen und erholen kann sich das Gehirn am besten, wenn es nicht weiter mit Informationen und Reizen überflutet wird. Im Internet surfen, Zocken, Chatten oder Shoppen gehen ist also nicht als Erholungspause geeignet. Eine gute Entspannung ist wichtig für unser Gehirn und auch für unseren Körper als Ausgleich zur Anspannung und auch, um Stress abzubauen. Beim Lernen sitzen wir in der Regel sehr viel, sind hoch konzentriert und entsprechend angespannt. Außerdem bewegen wir unseren Körper kaum.

Tipps und Tricks

Pause machen

Gute Pausenfüller sind:

Entspannungsübungen (Atemübungen, Yoga, Qigong, Progressive Muskelentspannung, Traumreisen, Tai-Chi usw.)

Meditation, entspannende Musik hören, Tagträumen

Bewegung/Sport: spazieren gehen, Gymnastik, Joggen, Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking, Pilates, Yoga, ▶ Bewegungsquickies usw.

Mittagsschlaf (Power-Nap)

ein Musikinstrument spielen, kreativ und künstlerisch tätig sein (zeichnen, malen, töpfern, basteln usw.)

Naturgeräuschen lauschen (Vogelgezwitscher, Blätterrauschen, Meeresrauschen, Wasserfall, Regen, Lagerfeuer usw.)

Massagen ( ▶ Denkmütze, Nackenmassage, Gesicht massieren, Nacken und Gesicht mit den Fingerspitzen abklopfen, Hand- und Fußmassage)

Ein Bad nehmen

mit deinem Haustier spielen

kochen

backen

Tiere beobachten

tanzen

mit Freunden oder der Familie plaudern

Kraft tankt das Gehirn mit

gesunder Nahrung (Obst, Gemüse, Nüsse, Vollkornprodukte, Müsli),

ausreichendem Trinken (Wasser, ungesüßter Tee, verdünnte Saftschorle) und

frischer Luft mit viel Sauerstoff.

Auch ein Keks, ein Stückchen Schokolade oder Kuchen schenken dem Körper und auch dem Gehirn schnell neue Energie. Süßigkeiten sollten aber eine Ausnahme bleiben. Gesunde Lebensmittel haben Vorrang. Und du solltest auch nur dann essen, wenn du wirklich Hunger hast.

Entspannung und neue Energie für das Gehirn.

Abb. 1.13 

Atemübungen Atemübungen sind sehr gute Entspannungsübungen ( ▶ Abb. 1.14). Sie bauen Spannung und Stress ab, beruhigen und fördern außerdem die Gesundheit. Man hört nicht umsonst häufig Sätze wie „Jetzt atme erstmal durch!“ „Ich muss erstmal Luft holen!“, „Tief durchatmen!“. Wenn wir uns auf den Atem konzentrieren, beruhigt das auch die Gedanken. Ein tiefer, gleichmäßiger und entspannter Atem versorgt unseren Körper und auch unser Gehirn mit frischem Sauerstoff. Das kurbelt den Stoffwechsel an und der Körper kann Abfall- und Schadstoffe besser abbauen und ausscheiden.

Atemübungen.

Abb. 1.14 Atemübungen entspannen, beruhigen und schenken neue Energie. Setze dich dafür zum Beispiel aufrecht auf einen Stuhl, mit beiden Beinen fest auf dem Boden.

(Quelle: © K. Oborny/Thieme Group)

Wir können Atemübungen jederzeit durchführen, weil wir dazu keine Hilfsmittel brauchen. Es gibt sehr viele Atemübungen. Wir stellen die einfachsten 3 Übungen hier vor.

Den Atem beobachten: Setze dich aufrecht hin, mit beiden Füßen fest auf dem Boden. Du kannst dich auch flach auf den Rücken legen. Schließe am besten die Augen, damit du dich besser auf deinen Atem konzentrieren kannst. Du atmest durch deine Nase ein und aus. Nimm dein Einatmen wahr und dein Ausatmen. Wo im Körper spürst du deinen Einatem? Wo spürst du deinen Ausatem? In welche Richtung atmest du? Atmest du nur nach vorne oder auch in die Seiten? Auch nach hinten? Beobachte deinen Atem und seine Bewegung ganz genau. Sei neugierig und aufmerksam. Mache das für 8–10 Atemzüge, wenn du magst, auch gerne für mehrere Minuten.

Bauchatmung: Setze dich aufrecht hin, und stelle dabei beide Füße fest auf den Boden. Du kannst dich auch flach auf den Rücken legen. Schließe die Augen, damit du nicht abgelenkt bist und dich ganz auf deinen Atem konzentrieren kannst. Dein Atem fließt durch die Nase. Lege deine Hände auf deinen Bauch. Konzentriere dich darauf, so tief zu atmen, dass sich dein Bauch mit dem Einatmen wölbt und rundet. Mit dem Ausatmen entspannt sich dein Bauch wieder und sinkt nach innen zurück. Spüre deinen Atem über deine Handflächen. Atme 10–15 Atemzüge auf diese Weise. Wenn du möchtest, kannst du auch mehrere Minuten die Bauchatmung üben.

Den Ausatem verlängern: Setze dich aufrecht hin, mit beiden Füßen fest auf dem Boden. Du kannst dich auch flach auf den Rücken legen. Schließe am besten die Augen, damit du dich besser auf deinen Atem konzentrieren kannst. Du atmest durch deine Nase ein und aus. Atme ein. Wenn du möchtest, zähle beim Ausatmen 1 – 2 – 3 … So lange, wie dein Ausatem dauert. Versuche, dir beim Ausatmen Zeit zu lassen. Konzentriere dich dazu ganz auf deinen Ausatem. Langsam wird dieser länger und langsamer werden. Erzwinge nichts. Lenke deine Aufmerksamkeit ganz auf deinen Ausatem. Mache das für 8–10 Atemzüge. Wenn du dich in dieser Übung wohlfühlst, mache sie gerne auch für mehrere Minuten.

„Bewegungs-Quickies“ Nach langem Sitzen schreit der Körper nach Bewegung. Für Lernpausen eignen sich kurze Bewegungseinheiten, die das viele Sitzen und die fehlende Bewegung ausgleichen. Natürlich kannst du dich auch gerne länger bewegen und Sport treiben. Vor allem Ausdauersportarten sind sehr gut geeignet.

Wir stellen dir 3 einfache und sehr wohltuende Bewegungsübungen als Anregung für Lernpausen vor. Du brauchst dafür nur wenige Minuten und kannst diese Übungen auch in deiner normalen Kleidung machen. Die Übungen „Energieshake“ und „Schreibtisch-Stretching“ sind gut gegen Rücken-, Schulter- und Nackenschmerzen und beugen solchen Schmerzen auch vor. Die „progressive Muskelentspannung“ hilft Anspannung loszuwerden.

„Energieshake“.

Abb. 1.15 Der Energieshake löst Verspannungen, macht wach und einen klaren Kopf.

Abb. 1.15a Wippe mit den Knien, erst langsam, dann immer schneller.

(Quelle: © K. Oborny/Thieme Group)

Abb. 1.15b Wenn du möchtest, kannst du auch die Arme ausschütteln.

(Quelle: © K. Oborny/Thieme Group)

Abb. 1.15c Bleibe zum Schluss stehen und spüre kurz nach.

(Quelle: © K. Oborny/Thieme Group)

Schwing dich locker: Stelle dich aufrecht hin. Die Füße stehen parallel und in etwa beckenbreitem Abstand. Gehe locker in die Knie. Atme tief ein und hebe die Arme über vorne hoch über den Kopf. Dann atme durch den Mund kräftig aus und schwinge dabei mit den Armen und dem Oberkörper nach unten. Mit dem nächsten Einatmen schwingst du die Arme wieder über den Kopf und kommst in den Stand zurück. Schwinge so einige Male auf und ab.

Energieshake: Stell dich aufrecht hin, die Füße etwa beckenbreit voneinander entfernt. Die Füße stehen parallel, die Zehen zeigen nach vorne. Beuge nun locker und weich deine Knie und beginne mit den Knien zu wippen ( ▶ Abb. 1.15a). Die Arme sind ganz locker. Lass das Wippen mit den Knien schneller werden. Du spürst, wie du von den Füßen bis zum Kopf mehr und mehr durchgerüttelt und durchgeschüttelt wirst. Wenn es sich gut anfühlt, schüttle deine Arme auch noch gut aus ( ▶ Abb. 1.15b). Schüttle sie nach unten, nach vorne, nach oben und auch nach hinten. Schüttle dich auf diese Weise für mindestens eine Minute durch. Bleibe dann kurz still stehen und spüre, wie sich dein Körper jetzt anfühlt ( ▶ Abb. 1.15c).

Schreibtisch-Stretching: Nach langem Sitzen tut es gut, den Körper zu strecken und zu dehnen. Auch das Durchbewegen der Wirbelsäule und das Mobilisieren der Hüftgelenke ist dann wichtig, denn sonst fühlen wir uns irgendwann steif und wie eingerostet, sind verspannt und unser Gewebe verklebt ( ▶ Abb. 1.16).

„Schreibtisch-Stretching“.

Abb. 1.16 

Progressive Muskelentspannung (PME) Eine weitere Möglichkeit, den Kopf wieder frei zu bekommen, ist die progressive Muskelentspannung. Dabei kannst du ganz deutlich den Unterschied zwischen Anspannung und Entspannung im Körper spüren und zur Ruhe kommen.

Lege dich dazu flach auf den Rücken. Die Beine sind ausgetreckt und liegen nebeneinander. Schließe deine Augen. Die Arme liegen neben dem Oberkörper ( ▶ Abb. 1.17). Mache jetzt mit der rechten Hand eine Faust, und zwar so fest du kannst, spanne den ganzen rechten Arm an. Atme. Halte diese Anspannung etwa 3–4 Atemzüge und lasse dann plötzlich wieder ganz los. Mache das auch mit der linken Hand und dem linken Arm.

Ziehe dann deinen rechten Fuß Richtung Schienbein. Spanne den rechten Fuß und das ganze rechte Bein an, so fest du kannst. Halte die Anspannung und lasse nach 3–4 Atemzügen wieder komplett los. Mache das auch mit dem linken Fuß und dem linken Bein.

Stelle dir nun vor, du beißt in eine super saure Zitrone und dein ganzes Gesicht zieht sich zusammen in Richtung Nase. Halte diese Anspannung und lasse sie nach 3–4 Atemzügen plötzlich wieder los. Spanne nun den ganzen Körper an. Mache Fäuste, spanne die Arme an, die Schultern, die Füße, die Beine, den Po, den Bauch, das Gesicht. Halte die Spannung 4–5 Atemzüge. Stelle dir dabei vor, wie es sich anfühlt, wenn du jetzt gleich alle Anspannung und alle Anstrengung in deinen Muskeln loslässt, wenn du gleich vollkommen entspannst.

Lasse dann alles komplett los. Bewege dich nicht mehr. Liege einfach da. Wie fühlt sich jetzt dein Körper an? Bleibe noch einige Atemzüge, gerne auch mehrere Minuten ganz ruhig liegen. Nimm die Entspannung und die Schwere deines Körpers wahr. Spüre und beobachte deinen Atem.

Entspannung im Liegen.

Abb. 1.17 Progressive Muskelentspannung – Spannung und Stress loslassen.

(Quelle: © K. Oborny/Thieme Group)

Um dich nach deiner Lernpause wieder gut konzentrieren zu können, kannst du zusätzlich noch ▶ Gymnastik für dein Gehirn machen. Diese Konzentrationsübungen sind ein super Aufwärmtraining für dein Gehirn. Du brauchst nur wenige Minuten Zeit.

1.1.5 Lernplan

Begriffe verstehen

Lernplan

Ein Lernplan ist dein Terminkalender zum Lernen. Man könnte auch sagen, er ist dein Trainingsplan für dein Gehirn. Er hilft dir, dass du genügend Zeit einplanst, um dich auf Prüfungen vorzubereiten. Du verabredest dich also mit dir selbst, um zu lernen ( ▶ Abb. 1.18).

So schaffst du Verbindlichkeit, übernimmst Verantwortung und schiebst das Lernen nicht vor dir her. Du trägst Datum und Uhrzeit in diesen Lernplan ein. Auch das Thema, das du lernen möchtest, kannst du in deinen Lernplan notieren. Der Lernplan hilft dir dabei, effektiv zu lernen. Effektiv lernen heißt, dass du dir das, was du lernen möchtest, gut merken kannst. Lernen ist für dein Gehirn wie Sport und Fitnesstraining für deinen Körper. Du formst und kräftigst deinen Körper, wirst stärker, beweglicher, verbesserst deine Kondition und wirst besser.

Der Lernplan sollte zu deinem Alltag passen mit deinen Arbeitszeiten, Schulzeiten, Hobbys, Verabredungen und auch zu deinen sonstigen Aufgaben (Haushaltsführung, Einkaufen, Kinderbetreuung usw.), die du erledigen musst. Wichtig ist außerdem, dass du eine Zeit zum Lernen wählst, in der du dich gut konzentrieren kannst (Lerchentyp, Eulentyp). Am besten trägst du dir deine Lernzeit als festen Termin in deinen Kalender ein. Speichere dir diesen Termin auch gerne in dein Handy.

Der Lernplan – verabrede dich mit dir selbst zum Lernen.

Abb. 1.18 Trage Zeiträume zum Lernen in deinen Terminkalender ein, egal ob digital ins Smartphone oder in ein Buch, wie hier abgebildet.

(Quelle: © K. Oborny/Thieme Group)

Lerchen und Eulen Es gibt Menschen, die sich morgens und am Vormittag sehr gut konzentrieren können. Man sagt, dass ihre Leistungskurve morgens am höchsten ist. Wenn du also Frühaufsteher bist und dich wohlfühlst, morgens zu lernen, dann bist du ein Lerchentyp. Der Begriff ist abgeleitet von den Lerchen. Lerchen sind Vögel, die wunderschön singen können und damit schon früh am Morgen beginnen. Die Eulentypen sind Menschen, die ab dem späten Nachmittag und am Abend am besten arbeiten können. Ihre Leistungskurve ist dann am höchsten. Eulen sind nachtaktive Vögel, die erst dann munter werden, wenn es dunkel wird ( ▶ Abb. 1.19). Es gibt auch Mischtypen, die sich zu verschiedenen Tageszeiten gut konzentrieren und damit gut lernen können.

Unterschiedliche Leistungskurven – Lerchen und Eulen.

Abb. 1.19 Der Lerchentyp lernt morgens am besten – der Eulentyp kann sich am späten Nachmittag und Abend gut konzentrieren.

Wichtig

Wiederholungen sind wichtig

Plane pro Woche an mindestens 2–3 Tagen eine Lernzeit von 1–2 Stunden ein. Wie beim Sport reicht es nicht aus, nur 1-mal wöchentlich zu trainieren, um besser zu werden. Lerne lieber regelmäßig und in kürzeren Zeitfenstern. Das ist besser, als erst kurz vor einer Prüfung und dann lange am Stück zu lernen. Dein Gehirn braucht Wiederholungen, um neues Wissen zu speichern. Wähle zum Lernen die Uhrzeit aus, die gut zu dir und deiner Konzentrationsfähigkeit passt.

1.2 Duale Ausbildung – Was ist das?

Begriffe verstehen

Duale Ausbildung

In einer dualen Ausbildung gibt es 2 Orte, an denen du lernst. An deiner Schule im Unterricht lernst du alles Wichtige für deinen Beruf. Die Einrichtung, in der du deine Ausbildung machst, ist der zweite Lernort.

Wer einen der Assistenzberufe in der Gesundheitsversorgung lernen möchte, macht eine duale Ausbildung. Die beiden Lernorte „Schule“ und „Praxis“ ergänzen sich. Das bedeutet: Alles, was du im Unterricht in deiner Berufsfachschule lernst, ist für deinen zukünftigen Beruf wichtig. In der Einrichtung, in der du den praktischen Teil deiner Ausbildung machst, lernst du, das Wissen aus der Schule in die Praxis umzusetzen. Du wendest dein Wissen an. Eine duale Ausbildung macht das theoretische Wissen lebendig und gibt ihm Sinn. Es ist wichtig für deine Arbeit.

Assistenten in der Gesundheitsversorgung haben als Hauptaufgabe, sich um Menschen zu kümmern, die Hilfe brauchen. Vielleicht warst du schon immer ein hilfsbereiter Mensch und bist schon deshalb für diesen Beruf gut geeignet. Du wirst im Laufe deiner Ausbildung aber auch lernen, wie du Menschen noch besser unterstützen und die Beziehung zu ihnen verbessern kannst. So ergänzt das theoretische Wissen, das du im schulischen Teil deiner Ausbildung erhältst, deine schon vorhandenen Fähigkeiten und Stärken. Im praktischen Teil deiner Ausbildung hast du dann die Möglichkeit, alles miteinander zu verbinden, dich in der Praxis auszuprobieren und so dein Können zu verfeinern. Wichtig ist nicht das Wissen allein, sondern die Fähigkeit, dein Wissen anzuwenden. So wird das Wissen zum Können. Und Können bedeutet, Fähigkeiten und Stärken zu haben.

1.3 Lernstile – Wie lerne ich am besten?

1.3.1 Grundlagen

Begriffe verstehen

Lernstile

Wir brauchen passende Methoden, um gut lernen zu können. Das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Texte nur zu lesen oder im Unterricht nur zuzuhören, reicht meistens nicht aus, damit wir uns Dinge gut und schnell merken können. Am besten lernt man, wenn man verschiedene Sinne dabei nutzt. Auch gibt es sogenannte „soziale Lerner“, die besser in der Gruppe lernen, und die „Einzelgänger“, die am besten alleine lernen können.

Die traditionellen und klassischen Unterrichtsmethoden vermitteln den Unterrichtsinhalt überwiegend im sogenannten Frontalunterricht. Der Unterrichtsstoff ist dabei logisch aufgebaut, es wird viel gesprochen, gelesen und auch vorgelesen. Das Hören ist dabei der Sinneskanal, der hauptsächlich angesprochen und gefordert wird. Inzwischen weiß man allerdings, dass nicht alle Menschen gut lernen können, wenn der Unterricht vor allem durch Sprache stattfindet. Pädagogen wissen heute, dass jeder Mensch seine Sinne und Fähigkeiten ganz unterschiedlich nutzt, um Wissen aufzunehmen.

Wer effektiv lernen möchte, sollte also seinen persönlichen Lernstil kennen ( ▶ Abb. 1.20). Jeder Mensch nutzt ein oder zwei seiner Sinne oder auch Fähigkeiten besonders stark. Um herauszufinden, welcher Sinn oder vielmehr welche Sinne das sind, kannst du überlegen, wie du dich an Erlebnisse aus deinem Leben erinnerst. Erinnerst du dich besonders gut an Bilder und Farben? Oder besonders gut an das, was gesprochen wurde, an Geräusche oder Musik? Erinnerst du dich stark an die Gefühle, die du empfunden hast, oder an Gerüche? Oder wie sich etwas angefühlt hat, als du es berührt hast?

Wichtig

Sinne nutzen

Je nach Lernstil nutzen wir verschiedene Sinne (Hören, Sehen, Tasten/Berühren, Schmecken, Riechen, Bewegen). Dabei sind auch unterschiedliche Bereiche des Gehirns aktiv. Am erfolgreichsten lernen wir, wenn wir mehrere unserer Sinne und damit auch mehrere Gehirnbereiche nutzen. Wenn du weißt, welche Lernmethoden zu dir passen, kannst du leichter und schneller lernen.

Der persönliche Lernstil sieht bei jedem anders aus.

Abb. 1.20 Passende Methoden und mehrere Sinne zu nutzen, macht das Lernen leichter.

1.3.2 Soziale Lerner und Einzelgänger

Manche Menschen sind sehr gesellig. Andere genießen es, auch mal allein zu sein. Manche brauchen Gesellschaft und soziale Kontakte, um sich gut und wohl zu fühlen. Andere können sich hervorragend mit sich selbst beschäftigen. Diese Vorlieben, die gleichzeitig auch Bedürfnisse sind, spielen auch beim Lernen eine Rolle. Man unterscheidet „soziale Lerner“ und „Einzelgänger“ ( ▶ Abb. 1.21).

Soziale Lerner Soziale Lerner treffen sich gerne mit anderen, um zu lernen. In der Lerngruppe macht ihnen das Lernen mehr Spaß und es fällt ihnen leichter. Oft sind sie gut im Zuhören. Sie sprechen aber auch gerne. Aufgaben in einer Gruppe zu bearbeiten und sich mit anderen auszutauschen und zu diskutieren ist ihnen wichtig. Soziale Lerner machen gerne Gruppenarbeiten im Unterricht und verabreden sich durchaus auch privat zur Lerngruppe.

Einzelgänger Einzelgänger können sich am besten konzentrieren, wenn man sie nicht stört und wenn sie ihre Ruhe haben. Das klappt am besten, wenn sie alleine für sich lernen können. Allein Lernende sind unabhängig von anderen und genießen das auch. Gruppenarbeiten können sogar anstrengend und frustrierend für sie sein. Einzelgänger sollten aber Kontakt zu anderen suchen, wenn sie bei einem Problem nicht weiterkommen oder beim Lernen offene Fragen auftauchen.

Lernst du lieber in Gesellschaft oder allein?

Abb. 1.21 Manche Menschen lernen am besten für sich allein, sie fühlen sich dann konzentriert und ungestört. Andere lernen am besten, wenn sie den Inhalt mit einem Partner oder in einer Gruppe besprechen und diskutieren.

1.3.3 Auswendiglernen oder Verstehen

Wissen kann man sich auf 2 unterschiedliche Arten merken:

Wir können Informationen auswendig lernen.

Und es ist möglich, uns Informationen einzuprägen, weil wir genau verstehen worum es dabei geht.

Es gibt Menschen, denen es leichtfällt, Texte oder auch Formeln auswendig zu lernen. Anderen fällt dies wiederum sehr schwer. Wann die eine Form des Lernens passend ist und wann die andere, das entscheidet letztlich das Thema. Es ist sicherlich sinnvoll, ein Gedicht tatsächlich auswendig zu lernen. Sonst können wir es schließlich nicht wortgetreu wiedergeben. Beim Lernen von Sprachen müssen wir Vokabeln auswendig wissen. Auch Fachwissen müssen wir teilweise auswendig lernen. Es gibt zum Beispiel Fachbegriffe, die wir lernen müssen. Einen großen Teil des Fachwissens müssen wir aber tatsächlich verstehen. Nur so können wir unser Wissen später auch in verschiedenen Situationen sinnvoll anwenden.

Wissen anwenden Der deutsche Erzieher und Philosoph Johann Gottlieb Fichte (1762–1814) erklärt das so:

„Man studiert ja nicht, um lebenslänglich das Erlernte in Worten von sich zu geben, sondern um dasselbe auf die vorkommenden Fälle des Lebens anzuwenden. Letzter Zweck ist demnach keineswegs das Wissen, sondern die Kunst, das Wissen zu gebrauchen.“ (Johann Gottlieb Fichte)

Er meint damit, dass es beim Lernen nicht darum geht, Wissen auswendig aufsagen zu können. Es geht beim Lernen auch nicht darum, das Wissen einfach nur in eigenen Worten aussprechen zu können. Wenn wir etwas lernen, geht es darum, das Gelernte zu verstehen, es zu begreifen und praktisch anwenden zu können. Es ist wichtig, dass wir das Wissen, das in uns steckt, in unserer Arbeit und auch im Leben nutzen können ( ▶ Abb. 1.22).

Fachwissen will verstanden und praktisch angewendet werden.

Abb. 1.22 Über mehrere Stufen lernen wir das Fachwissen, vom ersten Hören oder Lesen bis dahin, dass wir es praktisch anwenden können.

Fragen stellen„Gut fragen, heißt viel wissen“, lautet ein arabisches Sprichwort. Um zu verstehen, hilft es, verschiedene Lernmethoden anzuwenden, die zu deinem Lerntyp passen. Wenn wir lernen wollen und das Wissen wirklich verinnerlichen und verstehen wollen, dann hilft es außerdem, Fragen zu stellen. Das fängt damit an, im Unterricht nachzufragen, wenn du etwas nicht verstehst. Und auch wenn du alleine oder in einer Lerngruppe lernst, solltest du dir zu den einzelnen Lernthemen auch selbst Fragen überlegen. So verankerst du den Lernstoff besser in deinem Gedächtnis und nutzt gleichzeitig auch dein Vorwissen.

Begriffe verstehen

Vorwissen

Vorwissen meint alles, was du schon gewusst hast, bevor die neuen Informationen dazukamen.

Wenn du das Gelernte schließlich in deinen Worten einer anderen Person erklären kannst, hast du die gelernten Informationen tatsächlich verstanden und kannst sie dann auch praktisch umsetzen.

1.3.4 Lernumgebung

Um dich gut auf das Lernen zu konzentrieren, brauchst du eine gute Lernumgebung. Man sagt auch guter Lernort oder positive Lernatmosphäre dazu. Eine gute Lernumgebung ist ein Ort, an dem du deine Ruhe hast, dich wohlfühlst und nicht abgelenkt wirst. So kannst du dich optimal konzentrieren und erfolgreich lernen ( ▶ Abb. 1.23).

Am besten ist der Lernort ein eigener Schreibtisch mit allem, was du brauchst, darunter

Papier und Stifte,

Platz für Bücher und andere Lernunterlagen,

Lineal und Uhr,

eine gute Beleuchtung (Schreibtischlampe, Tageslicht/ Fenster),

Getränke (Wasser oder Tee).

Lege nur die Dinge zum Lernen bereit, die du auch wirklich brauchst.

Hänge in Augenhöhe Bilder auf, die dich entspannen und dir guttun. Besonders Fotos mit Naturmotiven wirken auf die meisten Menschen sehr entspannend. Beispiele: Bäume, Wald, Blumenwiese, Blumen, Bach, Seeufer, Meer, Strand, Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang.

Eine gute Lernumgebung macht das Lernen leichter.

Abb. 1.23 

Abb. 1.23a In gebeugter Körperhaltung, ohne ausreichend Platz, um deine Materialien bereitzulegen, oder in einem Raum, in dem du häufig gestört wirst, kannst du nicht so gut lernen.

(Quelle: © K. Oborny/Thieme Group)

Abb. 1.23b Um gut und konzentriert lernen zu können, hilft ein Lernort, an dem du aufrecht sitzen kannst, eine gute Beleuchtung hast und ausreichend Platz für deine Materialien.

(Quelle: © K. Oborny/Thieme Group)

Ablenkung Achte darauf, dass du während deiner persönlichen Lernzeit möglichst nicht gestört wirst. Sage also deiner Familie Bescheid, wann du lernen willst. Vielleicht hängst du sogar ein „Bitte nicht stören“-Schild an die Zimmertür und schließt auch die Tür. Schalte dein Handy aus oder zumindest auf lautlos. Lege das Handy außer Sichtweite. Die Raumtemperatur sollte angenehm sein. Wenn es dir zu warm ist, stört das ebenso deine Konzentration wie ein zu kalter Raum, in dem du frierst. Deine Kleidung sollte dich ebenfalls nicht ablenken. Ziehe also bequeme Kleidung („Wohlfühlklamotten“) zum Lernen an, die dich nicht einengt, nirgends zwickt oder drückt.

Düfte können die Konzentration fördern Dein Lernort sollte auch gut riechen. Gerüche lösen Gefühle in uns aus. Wenn ein Geruch unangenehm ist, drückt das auf die Stimmung. Lüfte also deinen Lernort gut durch, bevor du startest. Wenn du Düfte magst, können dich ätherische Öle in einer Duftlampe oder auf einem Duftstein beim Lernen unterstützen. Die Lehre, die sich mit der Wirkung von natürlichen Düften beschäftigt, nennt man übrigens Aromatherapie. Es gibt auch ätherische Öle in Form von sogenannten Airsprays oder Raumsprays, die du in die Luft sprühen kannst. Rosmarin, Zirbelkiefer, Zitronengras und ebenso Zitrusdüfte wie Zitrone, Orange, Mandarine, Clementine und Grapefruit wirken belebend, fördern die Konzentration und heben die Stimmung. Salbei schafft Klarheit und man sagt, dass er auch reinigend wirkt. Kurz vor einer Prüfung kann auch echte Vanille hilfreich sein, denn sie wirkt beruhigend und schenkt ein Gefühl von Geborgenheit. Wenn du solche Düfte verwenden möchtest, achte unbedingt darauf, dass es natürliche Düfte sind. Diese heißen „ätherische Öle“. Du findest sie in Bioläden und Drogeriemärkten ( ▶ Abb. 1.24). In ▶ Kapitel 16 kannst du noch mehr über die Wirkung der einzelnen Aromen erfahren.

Aromatherapie kann die Konzentration fördern.

Abb. 1.24 Zitrone, Grapefruit und Rosmarin gehören zu den Düften, die die Konzentration fördern.

(Quelle: © K. Oborny/Thieme Group)

Bequemer Sitz Um gut lernen zu können, solltest du bequem sitzen. Suche dir für deinen Lernort also einen bequemen Stuhl. Natürlich kannst du auch in verschiedenen Körperhaltungen lernen. Es gibt Menschen, die beim Lernen nicht nur am Schreibtisch sitzen, sondern sich teilweise in Bauchlage auch auf den Boden legen, auf dem Boden sitzen oder sogar im Stehen lernen. Solange du dich dabei wohlfühlst, ist es völlig in Ordnung, die Lernposition zu verändern.

Musik für mehr Konzentration Entspannende Musik mit einem langsamen, ruhigen Rhythmus und am besten ohne Gesang (Instrumentalmusik) kann in einen entspannten und gleichzeitig konzentrierten, wachen Bewusstseinszustand führen. Das sind wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Klang- und Musiktherapie.

Wenn du gerne Musik hörst, dann probiere aus, ob dich Meditationsmusik, New-Age-Musik oder ruhige klassische Musik beim Lernen unterstützt. Wenn dich Musik ablenkt, lerne in Stille ohne Geräuschkulisse. Auch Naturgeräusche können entspannend wirken und die Konzentration fördern.

Tipps und Tricks

Schlagworte für deine Musikrecherche

Meditationsmusik, Musik für Meditation

Klangschalenmusik

Wellnessmusik

Yogamusik, Musik für Yoga

klassische Musik

Walgesänge, Delfingesänge

Obertongesang

Naturgeräusche: Meeresrauschen, Regen, fließendes Wasser, Lagerfeuer, Vogelgezwitscher, Waldgeräusche, Blätterrascheln, Dschungel, Wasserfall

indianische Musik, indianische Trommeln, schamanische Trommeln

Trance-Musik

New-Age-Musik

Reiki-Musik

Ambient-Musik

Sound healing

1.3.5 Recherche und Beschaffung von Wissen

Heutzutage ist das Internet der Ort, an dem wir meistens zuerst nach Informationen suchen. Es ist allerdings nicht einfach zu erkennen, welche Suchergebnisse auch gleichzeitig gute Informationen sind, denen wir vertrauen können.

Bei Recherchen im Internet ist es wichtig, die Qualität der Informationen zu prüfen:

Ist die Website glaubwürdig?

Handelt es sich um eine seriöse Information, die wissenschaftlich belegt ist?

Sind es Informationen von anerkannten Experten?

Welche Interessen haben die Betreiber der Website?

Dazu ist ein gutes Urteilsvermögen notwendig.

Wenn du dir dabei unsicher bist, nutze lieber klassische Quellen beim Lernen wie Büchereien und Buchhandlungen. Wenn du nach gutem Fachwissen (Fachliteratur) suchst, findest du dieses am besten dort und kannst dich von den Mitarbeitern der Bücherei und in der Buchhandlung beraten lassen.

Mit Texten lernen