Astánia - Bernd Munding - E-Book

Astánia E-Book

Bernd Munding

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Beschreibung

Niemals hätte Tom gedacht, dass es tatsächlich Vampire gibt. Oder magische Tore, die in fremde Welten führen. Doch dann lernt er das Vampirmädchen Cindy kennen und muss sein Weltbild gehörig korrigieren. Als Cindy ihn eines Tages mit in das Land Astánia nimmt, muss Tom allerdings feststellen, dass die Vampirin sich offensichtlich mit dunklen Mächten jenseits ihrer Grenzen angelegt hat und er plötzlich mitten in einem Machtkampf zwischen Gut und Böse steckt. Wird er das Zünglein an der Waage sein? Ein Fantasy-Abenteuer für Jugendliche und junge Erwachsene ab 14 Jahren.

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Seitenzahl: 103

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Bernd Munding

Astánia

Impressum

Astánia

von Bernd Munding

© Verlag Flaming Parrot, 

Bernd Munding, 88326 Aulendorf

www.flamingparrot.de

Alle Rechte vorbehalten

Umschlaggestaltung: Franziska Golitsch

Autor: Bernd Munding

[email protected]

ISBN: 978-3-946200-04-8

Inhaltsverzeichnis

1. Die Höhle
2. Die Leiche
3. Erinnerungen
4. Das Tor
5. Astánia
6. Waldgeister
7. Saniya
8. Eifersucht
9. Die Entführung
10. Was Nun?
11. Getrennte Wege
12. Barak Torr
13. Wieder Zurück
14. Saniya und Tom
15. Cindys Bücher
16. Rückkehr nach Astánia
17. Die Macht von Aydan
18. Duell der Magier
19. Cindys Befreiung

1. Die Höhle

Es war ein herrlicher Tag. Gerade richtig für einen Spaziergang. Tom zog seine Schuhe an, nahm seine Jacke von der Garderobe und verließ das Haus. Toms Vater, ein Maschinenschlosser, war erst vor kurzer Zeit in den Schwarzwald gezogen. Tom ging hinaus in den Wald, um sich die Beine zu vertreten. Im Wald war es angenehm kühl. Man konnte den Sauerstoff direkt riechen. Tom ging gern im Wald spazieren. Dort war es so schön still - bis auf einige Vögel, die zwitscherten.

2. Die Leiche

Reglos lag dort ein menschlicher Körper am Boden der Höhle. »Eine Leiche!« ging es Tom durch den Kopf, und er wäre am Liebsten weggerannt. Aber er fasste sich und ging zu der vermeintlichen Leiche hin. Ja, es war eindeutig ein menschlicher Körper, der auf dem Bauch lag. Tom nahm all seinen Mut zusammen und griff nach einem Arm. Kaum aber hatte er den Arm angefasst, erstarrte er, denn der Arm war eiskalt. Toms Verdacht, es handle sich um eine Leiche, verhärtete sich. Schließlich drehte er den Körper auf den Rücken. Es handelte sich um ein Mädchen, etwa vierzehn Jahre alt, mit dunkelblondem Haar. Es trug ein hellgrünes Hemd mit tiefem Ausschnitt, ein dunkelgrünes Höschen, das ihre Beine freiließ, und hellbraune, halbhohe Lederstiefel. Tom fand an ihrem Oberarm eine tiefe Wunde, die jedoch nicht blutete. Das wunderte Tom sehr. Er fühlte den Puls an ihrer Halsschlagader - oder besser - er versuchte, den Puls zu fühlen, denn da war kein Puls, den er hätte fühlen können. Statt dessen entdeckte er an ihrem Hals zwei kleine Narben. Zwei kleine Narben? »Vampirbisse!« schoss es Tom durch den Kopf. »Quatsch, es gibt keine Vampire.« dachte er. Aber er sollte eines Besseren belehrt werden, denn plötzlich begann das Mädchen, sich zu bewegen. Tom war starr vor Schreck, als das Mädchen die Augen aufschlug und ihn anschaute. Tom entfuhr ein Schrei, und er wollte gerade davonlaufen, als das Mädchen ihm etwas zuflüsterte. Er musste sehr genau hinhören, denn sie redete äußerst leise und mit schwacher Stimme. »Bitte« sagte sie, »hilf mir!« »Wie?« fragte Tom. »Mein Arm... tut so weh - kannst du nicht was dagegen tun?« »Natürlich.« sagte Tom und machte sich daran, etwas zum Verbinden zu suchen. Er fand auch tatsächlich ein längliches Stück Stoff, das er dazu benutzen konnte. Vorsichtig verband er ihr den verletzten Arm. Sie versuchte, sich aufzusetzen, schaffte es aber nicht. Tom half ihr schließlich beim Aufstehen. Tom stützte sie, weil sie sich nicht alleine auf den Beinen halten konnte. Er führte sie zum Tisch, und sie setzte sich auf einen Stuhl. Tom nahm sich den anderen Stuhl und setzte sich zu ihr hin. »Wie heißt du denn?« fragte sie ihn. »Tom.« antwortete er, »Und wie heißt du?« »Ich heiße Cindy.« sagte sie. »Was ist denn mit deinem Arm passiert?« »Ich weiß es nicht mehr.« antwortete Cindy. »Ich... ich kann mich nicht mehr daran erinnern.« Eine Frage brannte Tom auf der Zunge: »Bist du...« »Was?« »Bist du ein Vampir?« Cindy schaute ihn mit großen Augen an. »Woher weißt du das?« »Ich hab' versucht, deinen Puls zu fühlen und dabei die zwei kleinen Narben entdeckt.« Beide schwiegen eine Weile. »Und,« sagte Cindy, »Wie fühlt man sich, wenn man mit einem Vampir am selben Tisch sitzt?« »Na ja,« sagte Tom, »Man weiß nicht recht, was man tun soll.« »Wie alt bist du eigentlich?« wollte Cindy wissen. »Sechzehn.« antwortete Tom, »Und du?« »Als ich ein Vampir wurde, war ich vierzehn. Aber das ist schon ein Jahr her. Du kannst es dir ja ausrechnen.« »Also fünfzehn.« sagte Tom und schaute auf seine Uhr. »Eigentlich sollte ich schon zu hause sein, aber ich weiß nicht, ob ich dich in deinem Zustand alleine lassen sollte.« »Es geht schon.« sagte sie und stand auf. Sie konnte sich aber nicht auf den Beinen halten und fiel zu Boden. »Es ist wohl doch besser, wenn ich noch 'ne Weile hier bleibe.« sagte Tom und half ihr wieder auf die Beine. Er führte Cindy zum Bett und setzte sie hin. »Ich glaube, du hast recht. Mist. Ich hab' gedacht, ich komm' alleine zurecht, aber mich hat es anscheinend doch ganz schön erwischt.« »Kann ich noch irgendwas für dich tun?« »Ja.« sagte Cindy, »Ich hab' unheimlich Durst. Vielleicht könntest du mir etwas zu trinken besorgen?« »Was möchtest du denn?« »Blut.« Tom wurde bleich. »Nein, das war doch nur ein Witz.« sagte Cindy, als sie seine Reaktion bemerkte. »Milch oder Fleischbrühe wären gut.« »Fleischbrühe?« fragte Tom. »Ja. Als Vampir darfst du nur Dinge zu dir nehmen, die von Tieren stammen. Blut wäre natürlich am Besten, aber Fleischbrühe geht auch.« »Okay.« sagte Tom und ging zum Ausgang der Höhle. Er drehte sich noch einmal kurz um: »Ich komme gleich wieder.« Als er oben aus dem Baumstumpf trat, verschwand die Sonne gerade hinter den Baumwipfeln. Tom bestieg sein Fahrrad und fuhr los. Während der Fahrt begann er nachzudenken: »Was tu' ich hier eigentlich? Ist das alles wirklich echt? Eine echte Vampirin? Verrückt! Einerseits scheint sie ja ganz nett zu sein. Aber andrerseits - was ist, wenn sie mir nur etwas vorspielt und sie es in Wirklichkeit nur auf mein Blut abgesehen hat? Trotzdem scheint sie wirklich Hilfe zu brauchen. Ihr Arm sieht ja schlimm aus. Und sie ist auch nicht jemand, der lügt und einem etwas vorspielt. Abgesehen davon hab' ich ihr versprochen, dass ich zurückkomme.« Schließlich kam er zu hause an. »Ein Glück, dass meine Eltern diesen Monat nicht da sind. Die würden mich sicher fragen, wo ich so spät noch hin will.« Er schloss die Haustür auf und ging in die Küche. Dort fand er, nach einigem Suchen, eine Packung mit zwölf Brühwürfeln »Die müssten reichen.« dachte Tom, verließ das Haus und radelte zurück in den Wald. »Ich fahre zurück in den Wald zu einer möblierten Höhle, in der ich einer echten Vampirin ein Süppchen kochen werde... Viel abgedrehter kann's wohl kaum noch kommen!« Wenig später stand er wieder in der Höhle. Cindy saß auf dem Bett und sah zu Boden. »Hallo! Ich hab' ein paar Brühwürfel mitgebracht.« sagte er. Cindy hob den Kopf und schaute ihn an. »Hast du irgendwo warmes Wasser?« fragte Tom. »Ja, da auf dem Ofen steht ein Kessel.« antwortete Cindy. »Hast du auch noch 'ne Tasse?« »Ganz oben im Schrank.« Tom holte eine Tasse, füllte sie mit Wasser und ließ einen Brühwürfel hineinplumpsen. Nachdem der Würfel sich aufgelöst hatte, gab er Cindy die Tasse. Cindy nahm erst einmal einen großen Schluck - sie schien wirklich sehr durstig zu sein - und drehte sich dann zu Tom hin: »Aahh... besser... Das tut gut.« Cindy griff sich an den verletzten Arm, als sie spürte wie die Heilung einsetzte. »Weißt du - ich finde es echt nett von dir, dass du dich so um mich kümmerst. Dazu braucht man ganz schön Mut - immerhin bin ich ein Vampir. Das hätte bestimmt nicht jeder getan.« »Ach was, das war doch selbstverständlich. Und, wie geht es dir jetzt?« »Besser als vorhin.« sagte sie. »Es wäre vielleicht gut, wenn ich heute Nacht hierbleiben würde.« sagte Tom und erschrak gleich im Anschluss über das Angebot, das er eben gemacht hatte. »Und wo willst du schlafen?« fragte Cindy. »Dort auf dem Teppich, am Boden. Es ist ja warm genug hier drin.« »Kommt gar nicht in Frage. Das Bett ist auch für zwei breit genug.« »Von mir aus.« sagte Tom. Hatte ihm dieses Mädchen grade wirklich einen Platz in seinem Bett angeboten? Sie gefiel ihm ja, optisch zumindest. Aber sie war ja auch eine Vampirin. Wer wusste, was sie vorhatte? Hoffentlich bemerkte sie seine Nervosität nicht. Plötzlich schaute Cindy starr die Wand an. »Was hast du?« fragte Tom. »Ich kann mich teilweise an das, was passiert ist, erinnern.« »Und?« »Ich wurde von irgendwas verfolgt - ein Tier oder so. Ich hab' versucht wegzulaufen, aber es war schneller und erwischte mich am Arm. Plötzlich war es verschwunden, und ich hab' mich mit letzter Kraft hierher geschleppt. Aber ich hab' keine Ahnung, von was genau ich verfolgt wurde.« »Tut dein Arm noch sehr weh?« fragte Tom und setzte sich neben sie. »Nur noch ein bisschen. Das verdanke ich wohl deinem Verband - den hast du wirklich gut gemacht.« sagte sie und gab Tom einen kurzen Kuss. »Was war das?« fragte Tom. »Ein kleines Dankeschön.« »Und wofür?« wollte Tom wissen. »Dafür, dass du dich so lieb um mich gekümmert hast.« »Ach so.« Toms Nervosität stieg. Das ganze entwickelte sich zu einer ganz schön knisterigen Situation. Sie schien ihn offenbar auch ganz nett zu finden. Oder war das gespielt und sie wollte nur sein Blut?