Die Rache des Hexers - Bernd Munding - E-Book

Die Rache des Hexers E-Book

Bernd Munding

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Beschreibung

Die Abenteuer in dem fernen Land Astánia sind für Tom und Cindy überstanden. Doch nun brauen sich auch auf der Erde dunkle Ereignisse zusammen: Vampire sind auf der Jagd nach Cindy. Tom muss all seine Kräfte einsetzen, um seine Freundin zu beschützen. Als dann auch noch die bösen Kräfte aus Astánia auf der Erde Einfluss gewinnen, drohen die Dinge endgültig außer Kontrolle zu geraten. Welche Opfer von Tom und Cindy wird es brauchen, um die Katastrophe zu verhindern? Ein Horror-Abenteuer für Jugendliche und junge Erwachsene ab 15 Jahren.

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Seitenzahl: 212

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Impressum

Die Rache des Hexers

von Bernd Munding

© Verlag Flaming Parrot, 

Bernd Munding, 88326 Aulendorf

www.flamingparrot.de

Alle Rechte vorbehalten

Umschlaggestaltung: Franziska Golitsch

Autor: Bernd Munding

[email protected]

ISBN: 978-3-946200-05-5

Bernd Munding

Die Rache des Hexers

Prolog

Die Erkenntnis, dass es Vampire tatsächlich gibt, gewinnt man nicht an jedem Tag. Auch magische Tore, die in eine fremde Welt führen, stehen nicht besonders häufig auf der Tagesordnung. Tom hatte im Wald unter einem großen Baumstumpf eine Höhle entdeckt. Dort fand er ein Mädchen, das er für tot hielt. Es stellte sich jedoch heraus, dass das Mädchen - Cindy - eine Vampirin war. Dennoch freundete sich Tom mit ihr an. Cindy hatte Tom dann zu einem steinernen Portal im Wald geführt, durch das sie in ein anderes Land gelangten - Astánia. Dort besuchten Tom und Cindy ein Mädchen names Saniya, eine Freundin von Cindy. Gleichzeitig hatte ein düsteres Wesen seinen Gehilfen ausgeschickt, um Cindy zu fangen. Tom hatte erfahren, dass es in Astánia zwei Machtzentren gab: Zum einen die Burg Barak Torr, den Hort des Bösen. Heimat von Vexor dem Hexenmeister, dem Herrscher über das Böse. Aber Vexor war eingesperrt: Er wurde durch einen Bann innerhalb eines großen, ringförmigen Gebirges festgehalten. Sein ständiges Streben war es, aus seinem Gefängnis auszubrechen und ganz Astánia in seine Gewalt zu bekommen. Um dies zu erreichen, wollte er sich den "Kristall der Macht" zunutze machen. Dazu benötigte er allerdings einen Schlüssel, den ihm Cindy entwendet und versteckt hatte. Zum anderen gab es den gewaltigen Turm Aydan, das Zentrum aller positiven Kräfte, auf einer Insel im Süden des Landes. Tom, Cindy und Saniya hatten beschlossen, nach Aydan zu wandern. Während dieser Reise wurde Cindy von Lerrdragon, einem drachenähnlichen humanoiden Diener Vexors, entführt und nach Barak Torr gebracht. Tom wollte Cindy unbedingt zu Hilfe eilen, aber Saniya hatte verzweifelt eingewandt, dass das ein hoffnungsloses Unterfangen sei, da kein Mensch gegen den Hexenmeister auch nur den Hauch einer Chance habe. Daraufhin hatten sich die beiden getrennt und Tom versuchte auf eigene Faust, Cindy zu befreien. Auf dem Weg nach Barak Torr traf Tom einen Wissenschaftler von der Erde, den er zur Mithilfe bei Cindys Befreiung bewegen konnte. Dank des Teleportationsgerätes des Wissenschaftlers gelangten die beiden in kurzer Zeit nach Barak Torr und stellten sich dort Vexor - mit verheerendem Ergebnis: Der Wissenschaftler starb eines grausamen Todes, Tom wurde von Vexor in eine willenlose Marionette verwandelt und zurück auf die Erde geschickt, wo er die Ankunft des Hexers vorbereiten sollte. Unterdessen wurde Cindy gefoltert, bis sie schließlich das Versteck des Schlüssels verriet. Saniya sah unterdessen mittels einer magischen Kristallkugel, wie Tom auf der Erde mit der Macht, die Vexor ihm gegeben hatte, große Verwüstungen anrichtete. Sie hatte daraufhin beschlossen, Tom wieder zur Vernunft zu bringen und sich auf die Erde begeben. Nach einigen Strapazen gelang es ihr auch tatsächlich, Tom von Vexors Einfluss zu befreien. Darauf waren die beiden nach Astánia zurückgekehrt, wo Vexor sich bereits den Schlüssel und damit auch die Macht des Kristalls angeeignet hatte. Vexor befreite sich aus seinem magischen Gefängnis, worauf die monströsen Krieger des Hexers über das Land herfielen und alles auf ihrem Weg vernichteten. Mit dem Teleportationsgerät des Wissenschaftlers begaben sich Tom und Saniya verzweifelt zum Turm Aydan, um dort Hilfe zu finden. Dort wurde alle positive Magie auf Tom übertragen, damit er versuchen konnte, Vexor aufzuhalten. Nach einer Beinahe-Niederlage gelang es Tom schließlich, den Hexer zu vernichten.

Kapitel 1

Es waren nun schon drei Monate vergangen, seit Tom und Cindy aus Astánia zurückgekehrt waren. Seitdem hatte sich viel getan: Zuerst einmal hatte Tom Cindy seinen Eltern vorstellen müssen. Dann musste für Cindy ein Personalausweis beantragt werden, und Cindys Flucht aus dem Waisenhaus musste noch abgeklärt werden. Manchmal machten es die Behörden Tom und Cindy wirklich schwer. Aber auch ein drittes Problem war gelöst worden: Cindy ging nun wieder ganz normal zur Schule. Aber da sie ein Jahr lang die Schule nicht besucht hatte, war sie eine Klasse unter Tom eingeschult worden. Cindy hatte sogar schon eine Freundschaft geschlossen: Mit Michaela, ihrer Nebensitzerin, die von allen "Micki" genannt wurde, verstand sich Cindy am Besten. Aber in dieser Klasse gab es auch ein Mädchen, das Cindy überhaupt nicht leiden konnte: Claudia. Claudia versuchte alles, um Cindy lächerlich zu machen. Auch hatte sie immer eine abfällige Bemerkung über Cindy parat. Aber Cindy wehrte sich und blieb Claudia gegenüber nichts schuldig. Es war Donnerstag, die sechste Unterrichtsstunde. Cindy und Michaela saßen mal wieder furchtbar gelangweilt in der Geschichtsstunde. »Mann, ist das öde.« sagte Cindy. »Ich möchte bloß wissen, wofür wir den Sch.. Mist später mal brauchen.« »Da hast du recht.« sagte Michaela. »Wen interessiert es schon, wann und wo einmal ein Fahrrad welcher Farbe geklaut wurde? Es ist zum Gähnen.« sagte sie. Die Lehrerin mahnte die beiden zur Ruhe. Das veranlasste Claudia, die beiden hämisch anzugrinsen. Michaela streckte ihr die Zunge raus. »Mein Gott, ist das eine dumme Kuh!« sagte sie. »Schau dir mal an, was sie jetzt wieder macht!« sagte Cindy. Claudia war gerade dabei, ihre Fingernägel zu lackieren. »Ich halt's nicht aus.« sagte Michaela. »Mitten im Unterricht lackiert die sich die Nägel. Ein Wunder, dass sie nicht noch anfängt, sich zu schminken.« »Das geht doch gar nicht. Wenn die sich noch mehr Schminke ins Gesicht schmiert, darf sie sich doch gar nicht mehr bewegen. Sonst blättert nämlich die Farbe ab.« sagte Cindy. Michaela musste sich sehr beherrschen, um nicht laut loszulachen. Schließlich fasste sie sich wieder. »Du hast recht. Und wenn sie in den Regen kommt, meinst du, dass das abstrakte Bauernmalerei ist.« sagte Michaela. »Nun hör' aber auf. Bauernmalerei macht man nur bei SCHÖNEN alten Schränken.« sagte Cindy. »Stimmt. So alt ist sie noch gar nicht.« Cindy sah zur Uhr. »Noch zwei Minuten. Das sind mindestens drei Minuten zu viel.« sagte sie. »Du Cindy, gehst du morgen Abend auch zu der Party?« fragte Michaela. »Aber selbstverfreilich. Tom hat mich dazu eingeladen. Mit wem gehst du eigentlich hin?« fragte Cindy. »Ich weiß noch nicht. Vielleicht mit Michael, vielleicht mit Stefan.« sagte Michaela. »Ich glaube, ich lade noch Saniya ein.« sagte Cindy. »Ich bin ja gespannt, wie die da wieder auftaucht.« sagte sie und deutete auf Claudia. »Das wird wahrscheinlich wieder eine "Ausstellung der Schminkkunst" werden.« sagte Michaela. Schließlich läutete es zum Stundenende. »Endlich!« sagte Cindy. »Morgen noch Schule, und dann ab ins Wochenende.« sagte Michaela. Die beiden Mädchen packten ihre Bücher weg und verließen das Schulhaus. Draußen warteten Tom und Stefan, Toms Freund und Nebensitzer, auf die Mädchen. Stefan sprach Michaela an: »Du, Micki, hast du Lust, morgen mit mir zu der Party von Markus zu gehen?« »Natürlich hab' ich Lust. Ich geh' gern mit dir hin.« sagte Michaela. »Gut. Also dann bis morgen.« sagte Stefan zu Michaela und verabschiedete sich von Tom und Cindy. Auch Michaela verabschiedete sich und machte sich auf den Heimweg. »Und, wie ging's heute morgen?« fragte Tom. »Oh, frag' mich lieber nicht. In Geschichte wäre ich eben fast eingeschlafen. So gesehen war es gar nicht schlecht, dass Claudia mir auf den Wecker gefallen ist - da bin ich wenigstens wach geblieben.« sagte Cindy. »Sag mal, ist Claudia wirklich so schlimm?« fragte Tom. »Nein. Nicht SO schlimm - sie ist noch schlimmer. Wie lief's heute bei dir?« fragte Cindy. »Wir haben die Mathearbeit zurückbekommen.« »Und?« »Eins bis zwei.« sagte Tom. »Alter Streber. Nur einmal möcht' ich in Mathe so durchblicken wie du.« sagte Cindy. »Was ist mit eurem Gemeinschaftskunde-Test?« fragte Tom. »Zwei Plus.« sagte Cindy. »Nur einmal möcht' ich in Geku so durchblicken wie du.« lästerte Tom. Cindy stieß Tom ihren Ellenbogen in die Rippen. »Jetzt hör aber auf.« sagte sie lächelnd. Zusammen machten sie sich auf den Heimweg. Schließlich kamen sie bei Tom zu hause an. »Sag mal, was gibt's denn heute zum Mittagessen?« fragte Cindy. »Ich hab' keine Ahnung.« sagte Tom. Aber das Rätsel war schnell gelöst: Der Duft von frischen Pommes Frites lag in der Luft. Inzwischen hatte sich ein gewisser Rhythmus eingespielt: Nach der Schule aß Cindy bei Tom, dann machten sie ihre Hausaufgaben. Am Abend ging Cindy dann in ihre Höhle zurück. Toms Eltern hatten ihr zwar angeboten, im Gästezimmer einzuziehen, aber Cindy hatte es vorgezogen, in ihrer Höhle zu bleiben. Die Haustür war schon offen, als Tom und Cindy ankamen. Das Essen stand bereits auf dem Tisch. Die beiden stellten ihre Schultaschen ab und setzten sich an den Tisch. »Mann, hab' ich Kohldampf.« sagte Tom und nahm sich eine große Menge Pommes Frites aus der Schüssel. Auch Cindy nahm welche. Toms Mutter kam aus der Küche und brachte eine Flasche Ketchup mit. Sie stellte die Flasche auf den Tisch und setzte sich zu Tom und Cindy hin. »Na, wie war's in der Schule?« fragte sie. »Man hat's ausgehalten.« sagte Tom, »Und bei dir, Cindy?« fragte die Mutter. »Furchtbar öde. Vor allem Geschichte. Ich möchte bloß wissen, was manche an dem Fach so interessant finden.« sagte sie. Nach dem Essen räumten sie dann den Tisch ab und begannen, ihre Hausaufgaben zu machen. Tom half Cindy bei Mathe. »Ich glaub', das kapier' ich nie.« seufzte Cindy. »Ach was. Natürlich kapierst du das noch.« sagte Tom. »Du, Cindy du kommst doch morgen mit?« fragte Tom, als sie mit den Hausaufgaben fertig waren. »Selbstverfreilich komm' ich mit. Du, wenn wir grade beim Thema sind - Wann soll ich morgen hier sein?« fragte Cindy. »Um sieben Uhr fängt die Party an - sagen wir halb sieben?« »Gut.« sagte Cindy. Sie packte ihre Schulsachen zusammen und verabschiedete sich: »Tschüss, bis morgen!« sagte sie, verließ das Haus und ging zu ihrer Höhle zurück. Als Cindy in ihrer Höhle ankam, stellte sie zuerst einmal ihre Schultasche in die Ecke. Dann setzte sie sich auf ihr Bett und nahm eine kunstvoll verzierte Schachtel von dem Schränkchen, das neben dem Bett stand. Die Schachtel war ein "magischer Briefkasten", eine Verbindung zwischen Astánia und der Erde. Cindy und Saniya benutzten ihn, um sich gegenseitig Briefe zu schreiben. Cindy öffnete die Schachtel und nahm den Zettel, der darin lag, heraus. Sie faltete ihn auseinander und begann, den Brief zu lesen: Hallo Cindy! Bei uns in Astánia ist jetzt alles wieder in Ordnung. Seit Vexor weg ist, haben die Leute keine Angst mehr. Alle sind Tom sehr dankbar dafür. Wie geht es ihm eigentlich? Das Metall der Rüstungen haben übrigens die Schmiede eingesammelt. Daraus schmieden sie sehr gute Waffen. Viele Grüße, Saniya P.S. Besucht mich bald mal! Cindy ging zu ihrer Schultasche und nahm ein Blatt Papier und etwas zum Schreiben heraus. Dann setzte sie sich an den Tisch und begann, einen Brief an Saniya zu schreiben: Hallo Saniya! Zuerst einmal vielen Dank für deinen Brief. Ich hab' gar nicht gewusst, dass du so gut schreiben kannst. Es freut mich, dass bei euch wieder alles in Ordnung ist. Tom geht es übrigens sehr gut. Wenn es irgendwie möglich ist, kommen wir Dich demnächst mal besuchen. Viele Grüße, Cindy Sie faltete den Zettel zusammen und legte ihn in die Schachtel. Dann begann Cindy zu überlegen, was sie zu der Party anziehen sollte.

*

Kapitel 2

Am nächsten Morgen war Tom völlig übermüdet. In der großen Pause traf er Cindy. Als dann aber die Hälfte der Pause verstrichen war, ohne dass Tom ein Wort mit ihr gesprochen hatte, wollte Cindy wissen, was denn los sei: »He, Tom, was ist denn heute los mit dir? Du sagst kein Wort, schaust mich nicht mal an - Also, was ist los?« Tom antwortete nicht. »Na komm schon. Ohne Grund ist doch kein Mensch so niedergeschlagen. Mir kannst du es doch sagen!« sagte Cindy. »Ich hab' heut' Nacht schlecht geträumt.« sagte Tom. »Was hast du geträumt?« wollte Cindy wissen. »Ach, Cindy. Ich komm' einfach nicht darüber weg, dass ich in unserer Nachbarstadt unschuldige Leute umgebracht hab!« sagte Tom. »Hör mir mal zu, Tom: Als du das getan hast, warst du nicht du selbst. Du warst von Vexors Kräften besessen. Dich trifft überhaupt keine Schuld.« sagte Cindy. »Meinst du?« »Ich meine es nicht nur - es ist so.« sagte Cindy. »Du brauchst nicht mehr darüber nachzudenken.« fügte sie noch hinzu. »Hoffentlich wird das heute ein schöner Abend.« sagte Tom, um das Thema zu wechseln. »Natürlich wird das ein schöner Abend.« sagte Cindy. Nach den restlichen Schulstunden gingen die beiden wieder zusammen zum Mittagessen. Danach, beim Hausaufgabenmachen, fragte Tom plötzlich: »Sag mal, Cindy, was ziehst du heute Abend eigentlich an?« »Sag' ich nicht. Das ist eine Überraschung.« sagte sie. »Aha.« sagte Tom. Als sie mit den Hausaufgaben fertig war, ging Cindy in ihre Höhle zurück. Tom konnte es kaum erwarten, dass es Abend wurde. Schon eine halbe Stunde vor der Zeit war er komplett angezogen. Er zählte jede einzelne Minute, die der Zeiger auf der Uhr weiter rückte. Schließlich klingelte jemand an der Tür. Tom sprang auf und ging zur Tür. Er öffnete sie - und war sprachlos. Cindy trug ein weißes T-Shirt, eine blaue Jeans und weiße Turnschuhe. Sie hatte sich sogar ein wenig geschminkt: Ein bisschen Lidschatten, ein bisschen Lippenstift. »Na, wie seh' ich aus?« fragte Cindy. Tom hatte seine Sprache noch nicht wiedergefunden. »Du kannst den Mund ruhig wieder zumachen.« sagte sie lächelnd. »Cindy, du siehst einfach spitze aus.« sagte Tom schließlich. »Wie sieht's aus, gehen wir?« fragte sie. »Aber sicher doch.« sagte Tom, trat aus dem Haus und schloss die Tür. Dann nahm er Cindy an der Hand und ging mit ihr zum Partykeller von Markus.

*

Die Party war schon in vollem Gange, als Tom und Cindy ankamen. Michaela und Stefan erwarteten die beiden schon. »Hallo, Cindy!« rief Michaela und winkte den beiden zu. Tom und Cindy gingen zu Stefan und Michaela hin. »Sag mal, ist Claudia schon da?« fragte Cindy. »Klar. Da drüben ist sie.« sagte Michaela und deutete zur Bar. Claudia trug eine weiße Bluse und einen schwarzen Minirock. »Donnerwetter!« sagte Tom. »He! Ich bin auch noch da!« sagte Cindy und stieß Tom den Ellenbogen in die Rippen. »Es ist genau so, wie wir gesagt haben, Cindy. Claudia hat mehr Farbe im Gesicht, als in einer Galerie auf den Bildern ist.« sagte Michaela. »Jetzt schaut euch an, wie die sich an Markus 'ranmacht!« sagte Stefan und zeigte zur Bar hinüber. »Mann, wirft die sich dem an den Hals!« sagte Michaela. »Aber siehst du - Markus will gar nichts von ihr wissen. Ich bin ja gespannt, wen sie als nächstes anmacht.« sagte Cindy. Und tatsächlich kamen noch eine ganze Reihe Jungs "dran". Aber an diesem Abend hatte Claudia kein Glück, denn keiner der Jungs wollte etwas von ihr wissen. »Na, kein Glück gehabt?« fragte Cindy, als Claudia vorbeikam. Claudia rümpfte die Nase und ging ärgerlich davon. »Sei doch nicht so gemein zu ihr.« sagte Tom zu Cindy. »Was!? Du nimmst sie auch noch in Schutz? Dann geh' doch zu ihr, wenn sie dir so gut gefällt!« empörte sich Cindy. »Hey, Cindy, so hab' ich das doch nicht gemeint. Reg' dich wieder ab!« sagte Tom, überrascht von Cindys heftiger Reaktion. »Mädchen! Das soll einer verstehen.« sagte Stefan schulterzuckend. »Du, ich helf' dir gleich.« sagte Michaela. »Ach was. Komm, Micki, lass' uns tanzen.« sagte Stefan und ging mit Michaela zur Tanzfläche. »Du, Tom, ich möcht' auch tanzen.« sagte Cindy. »Cindy, ich.. ich will nicht tanzen.« sagte Tom. »Aber warum denn nicht?« fragte Cindy. Tom druckste 'rum. »Du willst mir doch nicht den schönen Abend vermiesen.« sagte sie. »Wenn das so ist, muss ich's dir wohl sagen, Cindy: Ich kann gar nicht tanzen.« erklärte Tom. »Ach so. Das ist dann was Anderes.« sagte Cindy verständnisvoll. »Hast du was dagegen, wenn ich mit jemand anders tanze?« fragte sie. »Nein. Ich schau so lange zu.« sagte Tom. Cindy fragte Michael, ob er mit ihr tanzen wolle. Michael war ein Junge aus Toms Parallelklasse. Er willigte ein und ging mit Cindy auf die Tanzfläche. Die beiden fingen an zu tanzen, während Tom zuschaute. Anfangs sah er ja noch recht gelassen zu - bis er merkte, wie Michael Cindy plötzlich anschaute. Er flirtete mit ihr nach allen Regeln der Kunst. Das gefiel Tom überhaupt nicht. Er ging auf die Tanzfläche, stieß Michael zur Seite und wies ihn zurecht: »Du, das ist MEIN Mädchen!« sagte Tom. »Ist ja schon gut, ich hab' verstanden.« erwiderte Michael und verließ die Tanzfläche. »Hör mal zu, Tom, ich gehöre dir nicht.« sagte Cindy etwas ärgerlich. »Egal.« sagte Tom, »Jetzt wird getanzt.« »Aber ich denke, du kannst gar nicht tanzen.« sagte Cindy. »Irgendwann muss man ja anfangen.« meinte Tom. »Also gut.« sagte Cindy. Tom begann zu tanzen. Und wie! Tom tanzte - nach Cindys Meinung - einfach super. Als sie zwischendurch mal Pause machten, fragte Cindy: »Sag mal, wo hast du das denn gelernt? Ich hab' gedacht, du kannst gar nicht tanzen.« »Ich hab's den anderen nachgemacht.« sagte Tom. Dann gingen sie wieder auf die Tanzfläche. Die Stunden vergingen wie im Flug. So gegen halb zwei hatte Cindy dann genug von der Party. Sie verabschiedete sich von Stefan und Michaela und verließ zusammen mit Tom den Partykeller. »Gehst du jetzt auch nach Hause?« fragte Cindy. »Nein.« sagte Tom. »Ich bring' dich noch zur Höhle.« Zusammen gingen sie in Richtung von Cindys Höhle. In dieser Nacht war es ziemlich warm, und der Mond schien so hell, dass sie keine Schwierigkeiten hatten, im Wald den Weg zur Höhle zu finden. »Das ist heute aber eine besonders schöne Nacht. Schau dir nur mal die vielen Sterne an!« sagte Cindy. »Da hast du recht.« sagte Tom. Cindy lehnte ihren Kopf an Toms Schulter. »Du, Cindy - es tut mir leid, dass ich vorhin 'n bisschen forsch war.« sagte Tom, als sie die Lichtung mit dem Baumstumpf erreichten. »Ach, Tom, das macht doch nichts.« sagte Cindy. Plötzlich blieb Tom stehen und stellte sich vor Cindy hin. Fast eine Minute lang blieb Tom stehen und schaute Cindy in die Augen. »Cindy, du bist wunderschön.« sagte er dann. Das machte Cindy verlegen. Sie sah zu Boden, damit Tom nicht merkte, dass sie rot wurde. Plötzlich spürte sie Toms Hand an ihrem Hals. Mit der anderen Hand hob er ihr Gesicht an. Tom schaute Cindy an wie etwas ungeheuer Wertvolles, das er noch nie gesehen hatte. Mit seinen Händen streichelte er Cindys Schultern. Cindy fand das sehr angenehm. »Cindy, ich hab' dich unheimlich gern.« sagte Tom, und es klang sehr feierlich. »Ich dich auch.« sagte Cindy. Tom legte seine Arme um Cindy und drückte sie sanft an sich. Dann nahm Tom Cindys Gesicht in beide Hände und gab ihr einen langen Kuss. Mit einem Schritt trat er hinter Cindy. Dann schob er ihre Haare beiseite und küsste ihren Hals. Das Gefühl war für Cindy wunderschön. Sie drehte ihr Gesicht zu Tom hin. Ein zweites Mal küssten sie sich. Cindy ließ zu, dass Tom zärtlich ihre Brüste streichelte. »Tom, bleibst du heut' Nacht bei mir?« fragte Cindy flüsternd. »Gern.« sagte Tom und legte seinen Arm um Cindys Taille. Gemeinsam gingen sie zur Höhle hinunter.

*

Kapitel 3

Tom blieb über Nacht bei Cindy - wie damals, als er sie gerade erst kennengelernt hatte. Am nächsten Morgen wachten die beiden fast gleichzeitig auf. Tom sah auf seine Uhr. »Ach du Schreck!« rief er und sprang auf. »Was ist denn los?« wollte Cindy wissen. »Ich hab' zu Stefan gesagt, dass ich um elf bei ihm bin.« sagte Tom. »Und?« »Ich hab' noch zehn Minuten.« erklärte Tom. »Moment mal - du hast dich doch für Sonntag mit ihm verabredet.« sagte Cindy. »Stimmt.« »Aber heute ist erst Samstag.« sagte sie. »Ach, ich Dussel!« sagte Tom und setzte sich an den Tisch. Cindy setzte sich im Bett hin. »Und, was machen wir heute?« fragte Tom. »Wir könnten mal Saniya besuchen.« sagte Cindy. »Vorgestern ist ein Brief von ihr gekommen. Da schreibt sie, dass wir sie mal besuchen sollen.« »Von mir aus.« sagte Tom. »Aber ich brauch' zuerst mal ein Frühstück.« »Gut.« sagte Cindy, nahm ihr T-Shirt von dem Schränkchen und zog es sich über. Sie stand auf und ging zu dem großen Schrank. »Wie wär's mit 'ner kräftigen Fleischbrühe?« fragte Cindy und grinste. »Okay. Mir ist alles recht, wenn es nur den Magen füllt.« sagte Tom. Cindy nahm zwei Tassen und zwei Brühwürfel aus dem Schrank. »Sag mal, bist du wirklich so hungrig?« fragte sie. »Das kann man wohl sagen. Ich hab' seit gestern Mittag nichts mehr zu beißen gehabt.« sagte Tom. Cindy stellte die Tassen auf den Tisch. Dann ging sie zum Ofen und nahm den Kessel mit heißem Wasser. »Du, wart' mal, ich glaub' ich hab' noch ein paar Brötchen von gestern.« sagte Cindy und schaute im Schrank nach. »Ah, hier sind sie.« sagte sie und legte die Brötchen auf den Tisch. Dann füllte sie die Tassen mit heißem Wasser und ließ die Brühwürfel hineinplumpsen. Tom nahm sich gleich ein Brötchen und biss mit großem Appetit hinein. »Na, schmeckt's?« fragte Cindy. Tom nickte, denn er hatte den Mund voll. Nach dem Frühstück ging Tom noch kurz nach Hause, um seiner Mutter Bescheid zu sagen. Cindy wartete am Tor auf ihn. Als sie Tom kommen sah, öffnete sie in altbewährter Technik das Tor. Zusammen mit Tom ging sie hinüber nach Astánia. »So, und was tun wir jetzt? Laufen wir nach Tillion oder machen wir's bequem?« fragte Cindy. »Wir machen es ganz einfach.« sagte Tom, nahm Cindys Hand und benutzte seine magische Macht. Im Handumdrehen waren sie nach Tillion teleportiert.

*

Tom hatte es mal wieder toll hingekriegt: Sie waren direkt vor Saniyas Blockhütte gelandet. »Es ist doch toll, wenn man ein bisschen zaubern kann.« sagte Tom. Sie gingen zur Tür der Blockhütte und klopften an. Saniya öffnete die Tür. »Hallo Cindy! Hallo Tom! Schön, dass ihr da seid.« sagte sie. »Hallo Saniya!« sagte Cindy. »Hallo!« sagte auch Tom und gab Saniya die Hand. »Kommt doch rein.« sagte Saniya. Tom und Cindy traten ein. »Entschuldigt bitte die Unordnung, ich war gerade noch beschäftigt.« sagte Saniya. »Lass' mich raten - du hast gerade ein Bantam gehäutet.« sagte Tom. »Stimmt. Das gibt unser Abendessen.« sagte Saniya. »Das ist wie in alten Zeiten.« sagte Cindy, als sie dann beim Essen saßen. »Alte Zeiten ist gut. Das ist doch erst etwa drei Monate her!« sagte Saniya. »Stimmt.« sagte Tom, »Aber so ein Abend war es damals auch.« »Hoffentlich wird der Morgen danach nicht so wie der letztes Mal.« sagte Saniya. »Das glaub' ich nicht. Ich hab's doch versprochen.« sagte Cindy. »Ach, Saniya, da fällt mir grade was ein: Nächsten Freitag ist bei Stefan 'ne Party. Wenn du Lust hast, kannst du gerne mitkommen.« sagte Cindy. »Au ja. Da komm' ich gern mit. Bis wann soll ich bei dir sein?« fragte Saniya. »Sagen wir - Freitag Mittag?« »Okay.« sagte Saniya. »Wann fängt die Party eigentlich an?« wollte Cindy wissen. »Um sieben.« sagte Tom. »Du, Cindy, kommst du wieder bis halb sieben zu mir?« fragte er. Cindy nickte. »Mach' ich. Ich bring' dann Saniya gleich mit.« sagte sie. Nach dem Essen legten sich die drei dann Schlafen. Am nächsten Morgen verabschiedeten sich Tom und Cindy von Saniya. Danach teleportierte Tom sich und Cindy zurück auf die Erde. Tom brachte Cindy zu ihrer Höhle, verabschiedete sich von ihr und ging dann nach Hause zurück.

*

Kapitel 4

Am Sonntag und in der darauffolgenden Woche hatte Tom so viel zu tun, dass er Cindy kaum zu Gesicht bekam. Deshalb freute er sich umso mehr auf Stefans Party am Wochenende. Pünktlich um halb sieben klingelte es am Freitagabend bei Tom. Er stand auf und öffnete die Tür. Es waren Cindy und Saniya. Cindy war angezogen und geschminkt wie in der Woche zuvor, was Tom gut gefiel. Saniya hatte ihre schulterlangen Haare zu einem Pferdeschwanz frisiert und sich ebenfalls etwas geschminkt. Saniya trug ein weißes T-Shirt und einen blauen Minirock. »Donnerwetter!« sagte Tom, »Willst du Claudia Konkurrenz machen?« »Nein.« sagte Saniya. »Sag mal, Tom, seh' ich nicht zu aufgedonnert aus?« wollte sie wissen. »Nein. Warum fragst du?« »Weil ich den Minirock eigentlich nicht anziehen wollte. Den hat mir Cindy angedreht.« sagte Saniya. »Wieso denn das?« fragte Tom Cindy. »Ich hab' zu ihr gesagt, wer so schöne lange Beine hat wie sie, soll sie auch zeigen.« erklärte Cindy. »Ja, da ist was Wahres dran.« bestätigte Tom. »Was ist denn mit euch los?« fragte Saniya, »Wollt ihr hier über mich diskutieren oder zur Party gehen?« »Aber sicher doch.« sagte Tom. Zusammen gingen sie zu Stefan.