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Die Verwirklichung von Atlans Ziel, das schon viele Strapazen und Opfer gekostet hat - das Ziel nämlich, in den Sektor Varnhagher-Ghynnst zu gelangen, um dort den Auftrag der Kosmokraten zu erfüllen, scheint nun außerhalb der Möglichkeiten des Arkoniden zu liegen. Denn beim entscheidenden Kampf gegen Hidden-X wurde Atlan die Grundlage zur Erfüllung seines Auftrags entzogen: das Wissen um die Koordinaten von Varnhagher-Ghynnst. Doch Atlan gibt nicht auf! Im Bewusstsein, sich die verlorenen Koordinaten wieder besorgen zu müssen, folgt der Arkonide einer vagen Spur, die in die Galaxis Xiinx-Markant führt, wo die SOL in erbitterte Kämpfe verwickelt wird. Inzwischen schreibt man an Bord des Generationenschiffs das Ende des Jahres 3807 Terrazeit, und die erbitterte Auseinandersetzung zwischen Atlan und den Solanern auf der einen und Anti-ES und Anti-Homunk auf der anderen Seite geht mit unverminderter Heftigkeit weiter. Die Solaner müssen dabei immer wieder die leidvolle Erfahrung machen, dass ihre Gegner mit diabolischer Schläue zu Werke gehen. Doch indessen bahnt sich auch eine positive Entwicklung in Xiinx-Markant an. Das Instrument, das dies bewirkt, ist DER STRUKTOR ...
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Veröffentlichungsjahr: 2012
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Nr. 624
Der Struktor
Das Schicksal einer Galaxis entscheidet sich
von Horst Hoffmann
Die Verwirklichung von Atlans Ziel, das schon viele Strapazen und Opfer gekostet hat – das Ziel nämlich, in den Sektor Varnhagher-Ghynnst zu gelangen, um dort den Auftrag der Kosmokraten zu erfüllen, scheint nun außerhalb der Möglichkeiten des Arkoniden zu liegen. Denn beim entscheidenden Kampf gegen Hidden-X wurde Atlan die Grundlage zur Erfüllung seines Auftrags entzogen: das Wissen um die Koordinaten von Varnhagher-Ghynnst.
Doch Atlan gibt nicht auf! Im Bewusstsein, sich die verlorenen Koordinaten wieder besorgen zu müssen, folgt der Arkonide einer vagen Spur, die in die Galaxis Xiinx-Markant führt, wo die SOL in erbitterte Kämpfe verwickelt wird.
Inzwischen schreibt man an Bord des Generationenschiffs das Ende des Jahres 3807 Terrazeit, und die erbitterte Auseinandersetzung zwischen Atlan und den Solanern auf der einen und Anti-ES und Anti-Homunk auf der anderen Seite geht mit unverminderter Heftigkeit weiter.
Ergoz Immanuel – Ein Solaner ist zum höchsten Opfer bereit.
Twoxl – Der Cpt'Kul kämpft für die Zukunft einer Galaxis.
Lasserin – Das Manifest F schlägt zu.
Hyrlian Heart – Kommandant des Struktors.
Mata St. Felix und Henny Lupino – Zwei Solanerinnen.
Daal
Der Struktor
Der Raum war riesig, legte man solanische Maßstäbe an. Bezog man sich auf den Struktor, dann stellte er nicht viel mehr dar als eine winzige Zelle eines monumentalen Körpers.
Es war dunkel darin. Die Normalbeleuchtung war ausgeschaltet. Um so imposanter wirkte das in vielen hellen Farben leuchtende Hologramm, das fast von Wand zu Wand reichte. Die dreidimensionale Projektion glich einem Skelett aus Verstrebungen, Decks, Schächten, Kammern und allem, was ein raumschiffähnliches Gebilde ausmachte.
»Das ist sein innerer Aufbau, Heinrich«, sagte der Mann, der weit im Hintergrund in einem ausklappbaren Drehstuhl saß. »Und hier«, er berührte ganz leicht eine Stelle auf der Oberfläche des kleinen Geräts in seiner linken Hand, »sind wir.«
Ein Lichtpunkt wanderte durch die Projektoren und kam in dem Anhängsel des Gebildes zur Ruhe.
Der Mann lachte, fast klang es verzweifelt.
»Das Ei eines Zwerghühnchens neben zwei Straußeneiern!«
Er sah zu Heinrich hinüber, wenn man so wollte, dem vierten Ei in der Computerhalle. Heinrich – seine exaktere Bezeichnung lautete MCS-782-SOL – war ein Spezialdatenroboter, dreißig Zentimeter dick und knapp doppelt so lang. Er war der ständige Begleiter des Kybernetikers. Manche Leute meinten sogar, sein zweites Ich. Was es mit dem Paar tatsächlich auf sich hatte, das ahnten die allerwenigsten.
Die beiden »Straußeneier«, bildeten die Hauptkomponenten des Struktors, mit dem vor rund einhundert Jahren der Staub- und Materiegürtel um die Innenzone von Xiinx-Markant erzeugt wurde. Schlank und voneinander weggestreckt, wurden sie durch eine Zellverstrebung verbunden, die wie ein Gittergerüst aussah. Dazu kamen die Steuerleitungen, die in der Projektion wie lange Rohre vom flachen Pol einer Komponente zum anderen reichten, und der von Bug zu Heck reichende Materiekanal.
Und das ganze Gebilde war 120 Kilometer lang.
Der Kybernetiker sprach es fast andächtig aus:
»Einhundertzwanzig Kilometer, Heinrich! Das ist fast das Zwanzigfache der Länge der SOL, vom Volumen will ich gar nicht erst reden! Und doch lässt sich dieser phantastische Gigant mit Hilfe seiner Positroniken von nur wenigen Menschen beherrschen. Eine Maschine, die auf der alten Erde fast die gesamte Fläche eines Nationalstaats wie die Schweiz bedeckt hätte!«
Er sagte es ehrfürchtig wie immer, wenn er vom Mutterplaneten der Menschen redete. Ergoz Immanuel war nie Mitglied der Terra-Idealisten gewesen. Dabei hätte ihn sein Wissen über die Geschichte der Ursprungswelt ohne weiteres als führenden Kopf dieser inzwischen schon fast vergessenen Gruppierung qualifizieren können.
»Wie die Schweiz, hörst du mir überhaupt zu, Heinrich? Der abtrennbare Kommandostand, in dem wir uns jetzt befinden, misst schon allein zwölf Kilometer in der Länge. Die SOL könnte sich bequem darin verstecken, und ein einziges Wort genügt, um den Struktor zu steuern.«
Er verzichtete auf eine entsprechende Demonstration, denn die Führung des Giganten war nicht seine Aufgabe. Immanuel sagte nur »Aus!«, und die Projektion erlosch.
»Verbindung Steuerzentrale!«, verlangte der Solaner. (Was war nur mit Heinrich los? Warum verhielt er sich so passiv?)
Die einhundert Meter entfernte Wand des Computerraums erhellte sich. Das Gesicht von Hyrlian Heart erschien überdimensional abgebildet darauf.
»Wie weit bist du da unten, Ergoz?«, fragte der Führer des Unternehmens. Wie alle Männer und Frauen an Bord, hatte er sich auf der SOL nie so ins Rampenlicht rücken können, dass sein Name in der Chronik des Generationenschiffs besonders vermerkt gewesen wäre. Die fünfzig Raumfahrer, ausnahmslos Wissenschaftler, stellten sozusagen die »zweite Garde« dar. Jeder von ihnen aber genoss das Vertrauen des High Sideryt, und zwar in dem Maß, dass Hayes sie mit der wichtigen Aufgabe betraut hatte, den Struktor nach Cpt zu bringen.
»Ich komme voran, Hyr. Heinrich scheint von unseren Fortschritten sogar so beeindruckt zu sein, dass er die Sprache verloren hat. Was ich schon vermutete, scheint sich tatsächlich zu bestätigen. Der Struktor ist so konstruiert, dass man sein Prinzip umkehren kann. Wenn wir herauskriegen, wie das funktioniert, kann man aus der von ihm geschaffenen Materie der Dunkelzone wieder Sonnen und Planeten formen!«
Und das war die eigentliche Sensation, die so ungeheuerliche Erkenntnis, dass sie noch längst nicht von allen Besatzungsmitgliedern akzeptiert werden konnte. Doch an den Auskünften der Positroniken gab es keinen Zweifel mehr. Immanuel sah bereits neue Himmelskörper aus den Trümmern der alten entstehen. Dies konnte zwar alle die Völker nicht wieder lebendig machen, die damals gnadenlos ausgelöscht worden waren. Aber es mochte die Grundlage für neues Leben schaffen, das vielleicht einmal das Erbe der untergegangenen Zivilisationen antreten mochte.
Doch dies war Zukunftsmusik, und bis dahin gab es noch eine Menge harter Arbeit nicht nur für Immanuel.
»Wir erreichen Cpt in knapp sechs Stunden«, sagte Heart. »Natürlich wäre es dann gut, konkretere Ergebnisse vorweisen zu können.«
»Ich tue, was ich kann«, versprach der Kybernetiker.
Heart nickte und schaltete sich aus.
»Licht an!«, rief Immanuel in den Raum.
Die Beleuchtung flammte auf. Immanuel seufzte und schielte zu Heinrich hinüber.
»Anschauungsunterricht beendet. Machen wir uns wieder an die Arbeit.«
Er zeigte dem Roboter die Speichereinheiten, die als nächste auszuhorchen waren. Langsamer als gewohnt, setzte Heinrich sich schwebend in Bewegung und schloss sich an die Datenbänke an, von denen Immanuel sich weiteres Wissen über Natur und Funktion des Struktors erhoffte.
Mehr um sich abzulenken, dachte der Kybernetiker an die Ereignisse zurück, die zum Auffinden des Struktors geführt hatten. Die Maschine war wie die SOL um das Zehntausendfache verkleinert gewesen, als sie in der Formmaterie entdeckt wurde, die das Leuchtende Auge einschloss. Nach der Wiedervergrößerung des Raumschiffs wuchs auch der Struktor zu seiner gewaltigen Normalausdehnung zurück. Zuerst identifizierte die Molaatin Sanny ihn als Objekt, das aus Planeten und Sonnen kosmischen Staub zu produzieren vermochte. Kurz nachdem Hayes ein Kommando an Bord des Giganten geschickt hatte, meldete sich auch die MT-K-9 über Hyperfunk von Cpt. Twoxl gab zu verstehen, dass er den Struktor als das Instrument erkannt haben wollte, das die Vei-Munater gebaut hatten und mit dem die Dunkelzone dieser Sterneninsel geschaffen worden war. Sein Appell an Atlan lautete, dass der Arkonide den Struktor unverzüglich in Richtung Cpt in Marsch setzen sollte. Xiinx-Markant könne nur dann wieder normal und friedlich werden, wenn man mit Hilfe des umgebauten Struktors die Dunkelzone beseitige und wenn es Atlan zugleich gelänge, Anti-Homunk im Zentrum der Innenzone auszuschalten.
Was Twoxl mit »umgebaut« meinte, war bis zu Immanuels Entdeckung rätselhaft gewesen. Jetzt ergab es natürlich einen Sinn. Atlan hatte Twoxls Wissen einer Nachricht der vergeistigten Cpt'Cpts zugeschrieben und nicht lange gezögert.
In einer Kreisbahn um Cpt sollte die dort zurückgelassene Korvette mit den Solanern aufgenommen werden, die unter der Führung der Buhrlofrau Mata St. Felix auf dem fast vernichteten Planeten geblieben waren. Und natürlich auch Twoxl, der »geborene« Cpt'Carch. Wohl nach ihm hatte Henny Lupino das Raumschiff auf den Namen BANANE getauft.
Was dann weiter geschah, hing vom Erfolg der Wissenschaftler ab. Neben Immanuel bemühten sich rund vierzig andere um die perfekte Beherrschung des Struktors. Möglicherweise kamen weitere wichtige Informationen von Twoxl. Auf jeden Fall musste früher oder später die Umpolung versucht und im praktischen Test erprobt werden.
Ohne sich dessen bewusst zu sein, war Immanuel aufgestanden und hatte begonnen, in dem riesigen Raum auf und ab zu gehen. Eine plötzliche Unruhe trieb ihn. Dann überkam ihn ebenso unverhofft ein Anflug von Panik.
Sein rechter Arm war ohne Gefühl. Er versuchte, ihn zu bewegen. Es ging nicht.
»Heinrich!«
Der Roboter lag vor den Datenbänken am Boden. Einige der grünen Funktionsanzeigen waren erloschen.
Und es kam noch schlimmer. Immanuel schrie vor Schmerzen. Heinrichs Schmerzen!
Die Lähmung breitete sich bis zu den Füßen der rechten Körperhälfte aus. Immanuel fiel beim Versuch, Heinrich zu Hilfe zu eilen.
Der Spuk verschwand so schnell wieder, wie er gekommen war. Heinrich erhob sich und setzte seine Arbeit fort. Was er an seinen Partner sendete, ließ sich sinngemäß mit »Unidentifizierbare vorübergehende Störung von außen« übersetzen.
Immanuel fuhr sich mit der linken Hand über die Armprothese. Seine robotische Hälfte war über feine Impulsleiter so mit dem Zentralnervensystem des menschlichen Torsos verbunden, dass Einflüsse auf sie wie echte Schmerzen gefühlt werden konnten – und Energieentzug wie Lähmung.
Das gleiche galt für Heinrich. Der Datenrobot war im Grunde nichts anderes als ein mobiles System des Kybernetikers, ein zusätzliches Glied oder ein zweiter Kopf. Dass sie sich laut miteinander unterhielten, war Routine geworden. Ursprünglich sollte dadurch verhindert werden, dass jemand entdeckte, was es mit den »Unzertrennlichen« auf sich hatte.
Als Immanuel noch nach einer Erklärung für die Störung suchte, erhellte sich der Wandbildschirm, und Hearts Gesicht darauf wirkte verstört.
»Wir haben den Funkkontakt zur SOL verloren, Ergoz«, sagte der Kommandant. »Er riss ganz plötzlich ab und ...« Seine Augen wurden schmaler. »Was ist denn bei euch los? Wieso liegst du am Boden?«
Immanuel richtete sich langsam auf. Die Gedanken und Wahrnehmungen des menschlichen Gehirns wurden ohne Umwege sofort an Heinrich weitergesendet. Dazu genügte ein daumengroßes Gerät unter der Schädeldecke. Heinrich, nach außen hin nur an den Daten der Speicherbänke interessiert, versuchte zu analysieren.
»Hast jetzt auch du die Sprache verloren, Ergoz!«
Immanuel winkte ab.
»Wann genau war das, Hyr? Ich meine, wann endete der Kontakt?«
»Jetzt gerade, vor etwa einer Minute. Du bist einer der ersten, denen ich ...«
»Genauer, Hyr! Es ist wichtig.«
Heart rollte mit den Augen und knurrte:
»Bitte sehr! Mann, wir sind von der SOL abgeschnitten, begreifst du das überhaupt! Und zwar seit 78 Sekunden!«
Es passt zeitlich nicht überein, sendete Heinrich. Die Störung, die uns betraf, begann vor 66 Sekunden und endete vor 51 Sekunden.
Damit war der Zusammenhang mit dem Ausfall der Funkverbindung zwar nicht bewiesen, jedoch auch nicht eindeutig widerlegt.
»Ergoz, wenn du mir jetzt vielleicht sagen könntest, was die Geheimnistuerei soll ...«
Der Kybernetiker nickte.
»Ich will niemanden in Panik versetzen, Hyr. Möglicherweise irre ich mich auch. Aber wenn nicht, dann sollten wir uns mit dem Gedanken vertraut machen, dass wir nicht die einzigen hier an Bord sind.«
*
Fünfeinhalb Stunden später hatten sie die Gewissheit. In dieser Zeit war es Heinrich gelungen, aufgrund der abgehörten Informationen aus den Struktor-Speichern nicht nur die Funktionsweise des Struktors nun einwandfrei zu begreifen. Darüber hinaus hatte er bereits ein Programm erstellt, das den Hauptpositroniken des Giganten nur eingegeben werden musste, um die Umkonstruktion einzuleiten.
Das Problem war, die Positroniken nahmen es nicht an.
Immanuel befand sich nun in der Steuerzentrale, während Heinrich noch bei den Solanern war, die Tests im abtrennbaren Kommandostand durchzuführen hatten. Dieser diente, wie man herausgefunden hatte, in erster Linie der Sicherheit des Personals beim vollen Einsatz des Struktors, der dann rein robotisch nach Programm arbeitete.
»Noch zwanzig Minuten bis Cpt«, meldete Donata Lafama, Hearts Stellvertreterin und Pilotin. Sie war noch sehr jung, vielleicht gerade dreißig. Ihr wissenschaftliches Fachgebiet war die Kosmobiologie.
»Ich frage mich, ob es richtig war, den Flug fortzusetzen«, sagte der Kommandant. »Unsere Hyperfunkanlagen sind vollkommen in Ordnung und nicht dem gleichen Effekt unterworfen wie die Positroniken. Also liegt es an der SOL, dass kein Kontakt mehr besteht.«
»Wir haben unsere Aufgabe zu erfüllen«, sagte Immanuel, »und Atlan und Hayes verlassen sich darauf. Unser Problem ist jetzt, wie wir's erfüllen, Hyr.«
Die Positroniken des Struktors waren bis vor einer Stunde ohne die geringste Schwierigkeit zu bedienen gewesen. Dann plötzlich versagten einige den Dienst. Es waren ausschließlich jene, die mit der Arbeit des Struktors zu tun hatten – die Steuerung funktionierte nach wie vor einwandfrei.
Die von Immanuel und anderen Experten herausgefundene Ursache war schlicht und einfach Energieentzug. Sie floss irgendwohin ab, ohne dass sich der Fluss bestimmen ließ. Die Versorgung der Positroniken mit Energie war nicht gestört.
Heinrich hatte die einzige Hypothese geliefert, die Immanuel befriedigen konnte – auch wenn sie alles andere als berauschend war.
Der Kybernetiker sah auf seine Armbanduhr. Sieben Männer und fünf Frauen hielten sich in der Steuerzentrale auf. Aus allen anderen Abteilungen des Struktors, in denen Menschen arbeiteten, kamen laufend Nachrichten, und meist waren es Hiobsbotschaften. Ein wichtiges Aggregat nach dem anderen schaltete sich ab. Immanuel hatte lange gezögert. Nun sah er sich gezwungen, sein Geheimnis preiszugeben.
»Wenn wir den Planeten erreicht haben, müssen klare Verhältnisse herrschen«, sagte er. »Wir haben eine fremde Macht an Bord, einen Jemand oder ein Etwas, das gezielt alle Systeme lahmlegt, die dazu nötig sind, den Struktor umzupolen und arbeiten zu lassen. Ich nehme an, dass dieser Gegner erst während des Fluges zu uns kam und zunächst vorsichtig mit dem Struktor vertraut werden musste. Dazu griff er alles an, was er an positronischen Elementen besitzt, seltsamerweise nur nicht den Antrieb und die Steuerung.«
Heart starrte ihn verständnislos an.
»Was redest du da? Woher willst du das wissen?«
»Weil ich auch davon betroffen war.«
Bevor ihn jemand daran hindern konnte, hatte der Kybernetiker einen Nadelstrahler in der Hand und brannte sich eine feine dunkle Furche in den rechten Unterarm, Heart und die anderen, die neugierig nähergekommen waren, wichen entsetzt zurück.
»Ihr wisst, was ein Posbi ist, oder?«, fragte er in die Runde.
»J... ja!«, brachte Heart heiser hervor. »Ein positronisch-biologischer Roboter. Ein Roboter mit Plasmazusatz. Ergoz, du bist ...!«
»Kein Posbi, sondern das Gegenteil«, erklärte der Wissenschaftler lächelnd. »Nun seht mich nicht an wie ein Ungeheuer. Ein Mensch mit Positronikzusatz. Meine rechte Körperhälfte ist robotisch. Heinrich ist mein mobiles Zusatzgehirn. Ansonsten stimmt bei mir alles.«
»Bist du da ganz sicher?« Mak Heidinger, der Hyperdim-Techniker, beugte sich scheu über den angeritzten Stahlplastikarm und schüttelte erschüttert den kahlen, kantigen Schädel.
»Ich denke doch. Wir haben jetzt keine Zeit für lange Erklärungen. Darum nur soviel: Nachdem ich einen Strahlenunfall hatte, ließ mich der High Sideryt von einem ihr hörigen Spezialisten mit der Prothese versehen und zu dem machen, was ich heute bin. Ihr kam es dabei nicht darauf an, mir das Leben zu retten. Sie erhoffte sich vielmehr Schutz und Macht durch einen Robotermenschen, den sie nach Belieben steuern und einsetzen konnte – für ihre Zwecke, versteht sich.«
»Moment!« Heart streckte ihm abwehrend beide Hände entgegen. »Langsam, Ergoz. Von wem redest du?«
