Attraktiver Buchsatz mit Scribus - Tom Bamann - E-Book

Attraktiver Buchsatz mit Scribus E-Book

Tom Bamann

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Beschreibung

Entdecke die Welt des Buchsatzes mit Scribus! Dieses praxisnahe Sachbuch begleitet dich von den ersten Vorüberlegungen bis zur finalen, druckfertigen PDF-Datei. Lerne, wie Du einen optisch ansprechenden Buchsatzspiegel erstellst, deinen Text importierst, Musterseiten und Textrahmen sicher handhabst und deinen Text mit Hilfe von Stilen in die richtige Form bringst. Mit vielen anschaulichen Schritt-für-Schritt Anleitungen und farbigen Abbildungen gelingt dir die Erstellung eines attraktiven Buchsatzes für dein Taschenbuch spielend leicht.

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Seitenzahl: 84

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhalt

Einleitung

Was will das Buch?

Was will das Buch nicht?

Meine Qualifikation

Schritt 1: Erste Schritte

1.1 Voraussetzungen für den Buchsatz

1.1.1 Das Manuskript

1.1.2 Die Hardware

1.1.2.1 Der Computer

1.1.2.2 Der Monitor

1.1.3 Die Software

1.1.3.1 Textverarbeitung/Autorenprogramm

1.1.3.2 Scribus

1.1.3.3 Bildbearbeitung

1.2 Typografische Grundbegriffe

1.2.1 Absatz (Passus)

1.2.2 Anführungszeichen

1.2.3 Auslassungspunkte

1.2.3.1 Als Auslassung für ganze Satzteile

1.2.3.2 Als Auslassung für ein Wortteil

1.2.4 Bindestrich oder Viertelgeviertstrich

1.2.5 Buchsatzspiegel

1.2.6 Gedankenstrich oder Halbgeviertstrich

1.2.7 Geviert

1.2.8 Das Grundlinienraster

1.2.9 Leerraumzeichen

1.2.10 Ligaturen

1.2.11 Überschriften

1.3 Scribus

Schritt 2: Vorüberlegungen

2.1 Der Selfpublishing-Dienstleister

2.2 Dein Buchformat

2.3 Die Auswahl der Schriftarten

2.4 Das Layout des Buchsatzspiegels

2.5 Zusammenfassung

Schritt 3: Ein neues Projekt anlegen

3.1 Ein neues Dokument erstellen

3.2 Eine Titelei erstellen

3.2.1 Der Schmutztitel

3.2.2 Das Frontispiz

3.2.3 Der Haupttitel

3.2.4 Das Impressum

3.3 Die Musterseiten

3.3.1 Die benötigten Musterseiten anlegen

3.3.2 Die Musterseiten anwenden

3.3.3 Textrahmen für den Fließtext einfügen

Schritt 4: Die Arbeit mit dem Text

4.1 Das Manuskript vorbereiten

4.2 Eigene Stile erstellen

4.2.1 Stil für den Fließtext

4.2.2 Stil für den ersten Absatz

4.2.3 Stil für Überschriften

4.2.4 Stile für Untertitel

4.3 Den Text importieren

4.4 Absatzstile anwenden

4.5 Das Manuskript formatieren

4.6 Witwen und Waisen

4.7 Formatieren der letzten Zeile eines Absatzes

Schritt 5: Letzte Kontrolle und Export

Zu guter Letzt

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Einleitung

Herzlichen Glückwunsch! Du hast dein Manuskript fertiggestellt. Es ist überarbeitet, lektoriert, korrigiert und noch einmal überarbeitet. Jetzt stehst du vermutlich, so wie ich vor ein paar Monaten, vor der Frage: Wie bekomme ich meinen Text in eine Form, die sich für den Buchdruck eignet?

Der einfachste und leider, wie so häufig, auch der teuerste Weg ist, diese Arbeit einem Profi zu überlassen. So kannst du dir sicher sein, ein optimales Ergebnis zu erzielen, das allen typografischen Ansprüchen genügt.

Alternativ kannst du eine der zahlreichen Word-Vorlagen verwenden, die dir ähnliche Ergebnisse versprechen. Doch sind sie in der Lage, dieses Versprechen auch einzuhalten? Wahrscheinlich nicht! Sie sind eher Marketinginstrumente, um Kunden fester an den jeweiligen Anbieter zu binden.

Die dritte Option, die ich dir empfehlen kann, ist, den Buchsatz selbst vorzunehmen und dich auf eine Software zu verlassen, die genau für so einen Zweck entwickelt wurde – Scribus. So sparst du dir das Geld für den Buchsatz, das meiner Meinung nach in einem professionellen Lektorat besser angelegt ist. Einen falsch gesetzten Gedankenstrich werden dir deine Leserinnen und Leser vermutlich eher verzeihen als eine Protagonistin, die auf Seite 7 blaue Augen und auf Seite 103 grüne Augen hat.

Was will das Buch?

Mit diesem Buch hältst du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung in den Händen, die dich von den ersten Überlegungen bis hin zur druckfertigen PDF-Datei durch den Prozess des Buchsatzes führen soll. Das Buch ist mehr oder weniger ein Erfahrungsbericht über meine Arbeit mit Scribus.

Am Ende steht eine PDF-Datei, die du bei der Druckerei oder dem Selfpublishing-Anbieter deiner Wahl einreichen kannst, um daraus ein attraktives Taschenbuch erstellen zu lassen.

Taschenbücher zeichnen sich durch einen recht einfachen Aufbau aus – keine Randnotizen oder großflächige Grafiken. Der Text besteht nur aus einer einzelnen Spalte. Hier siehst du ein Beispiel für das Ergebnis, das wir erreichen wollen:

Abbildung 1: Layoutseite mit Kapitelüberschrift und Untertitel

Der Titel jedes Kapitels soll etwas vom oberen Rand eingerückt und rechtsbündig ausgerichtet sein.

Wo ich es für wichtig und essenziell für den Buchsatz erachte, werde ich versuchen, ein paar typografische Hintergründe zu beleuchten, ohne dabei jeden Winkel dieser Wissenschaft erhellen zu können. In erster Linie wird es dabei um eine korrekte Zeichensetzung, die Absatzgestaltung und einige wichtige typografische Begriffe gehen.

Was will das Buch nicht?

Dieses Buch ist kein typografisches Lehrbuch! Ziel ist es nicht, den Buchsatz bis ins kleinste typografische Detail durchzuarbeiten. Auch auf die Erstellung von komplexen, mehrspaltigen Layouts, Fuß- oder Endnoten, Inhaltsverzeichnissen oder Indizes verzichtet dieses Buch vollständig, da sie für ein belletristisches Werk kaum eine oder keine Rolle spielen. Ebenso wenig werden wir uns mit dem Erstellen eines Buchcovers beschäftigen.

Um es zu betonen, mein Ziel ist es nicht, den professionellen Buchsatz überflüssig zu machen oder als unnötig zu bezeichnen. Viel zu vielschichtig ist das Thema Buchsatz und unzählige Regeln gilt es zu beachten. Wie in vielen anderen Bereichen auch, liegt der Schlüssel zum Erfolg in den Details. Wenn du ein durch und durch professionelles Buch drucken lassen möchtest, geht kein Weg an den Profis vorbei! Spätestens wenn dein Buch nicht nur Fließtext und ein paar Überschriften enthält, wird der Aufwand für einen Laien schnell viel zu groß und das Ergebnis kann niemals mit dem eines professionellen Buchsatzes mithalten. Ein professioneller Dienstleister spart dir Zeit und vermutlich auch Nerven, denn es gilt, sich in eine komplexe Software einzuarbeiten und wichtige Grundregeln des Buchsatzes zu verinnerlichen und dann auch über mehrere Hundert Seiten konsequent anzuwenden.

Auf der anderen Seite kostet professioneller Buchsatz zunächst einmal das Geld, das du mit deinem Buch erst verdienen möchtest. Hier gilt es also abzuwägen, was dir besonders wichtig ist.

Meine Qualifikation

Ich bin weder gelernter Buchsetzer noch Mediendesigner. Ich bin auf diesem Gebiet nur interessierter Laie und Autodidakt.

Buchsatz und Typografie sind sehr umfassende Themen, in denen die Spanne von sehr kleinteiligen Regeln bis hin zu absoluter Gestaltungsfreiheit reicht. Nicht umsonst betrug die Ausbildungszeit für Buchsetzer 3,5 Jahre. Auch wenn dieser Beruf so nicht mehr gelehrt wird, haben sich über die Jahrhunderte des Buchdrucks eine Vielzahl von Regeln entwickelt, die es zu beachten gilt.

Mein Anspruch, ich muss es an dieser Stelle noch einmal betonen, ist nicht, ein bis ins kleinste Detail typografisch durchgestyltes Buch zu erstellen, sondern dir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung an die Hand zu geben, die es dir erlaubt, mit überschaubarem zeitlichem und finanziellem Aufwand ein attraktives Buch im Selbstverlag herauszubringen.

Ich bin bei meinem ersten eigenen Buch ins kalte Wasser gesprungen und nach mehreren Fehlversuchen genau diesen Schritten gefolgt. Am Ende habe ich ein ansprechendes Taschenbuch in Händen gehalten.

Sollten dir Fehler auffallen oder bessere Verfahrensweisen bekannt sein, bin ich dir sehr dankbar, wenn du mich an deinem Wissen teilhaben lässt.

Du erreichst mich über meine Website

https://www.tom-bamann.de

oder per E-Mail

[email protected]

Schritt 1: Erste Schritte

1.1 Voraussetzungen für den Buchsatz

1.1.1 Das Manuskript

Die Grundvoraussetzung für den Buchsatz ist natürlich ein fertiges Manuskript. Du könntest ein Buch auch vollständig mit schreiben, das wäre aber mühsam und ist auch keine Aufgabe für ein Layoutprogramm. Dafür gibt es schließlich Textverarbeitungssysteme und Autorensoftware.

Dein Manuskript sollte fix und fertig für den Druck sein, das heißt, der Text enthält keine Rechtschreib- oder Grammatikfehler. Im besten Fall hast du dein Manuskript gemeinsam mit einer professionellen Lektorin oder einem professionellen Lektor überarbeitet und alle typografischen Zeichen, wie Auslassungspunkte (…), Anführungszeichen („ “; » «) und Gedankenstriche (–) sind bereits durchgehend korrekt gesetzt. Sie können auch während des Buchsatzes korrigiert werden, bremsen dann aber die Arbeitsgeschwindigkeit.

Während der Bearbeitung des Textes mit Scribus kann es noch zu kleineren Änderungen am Text kommen. Die sollten sich aber auf Kürzungen oder Verlängerungen von Sätzen beschränken, um Witwen und Waisen (mehr dazu im Kapitel 4.4) oder unschön formatierte Absätze (mehr dazu im Kapitel 4.5) zu vermeiden.

Tipp

Wenn du während der Arbeiten am Buchsatz Textpassagen änderst, vergiss nicht, dieselben Anpassungen auch an deinem Originalmanuskript vorzunehmen, damit du nicht zwei verschiedene Versionen desselben Textes hast.

Nachträgliche größere Änderungen am Text wirken sich immer auf das gesamte Layout aus und führen dann zwangsläufig zu einem weiteren Bearbeitungsdurchgang.

Um sicherzustellen, dass wirklich alle Zeichen korrekt gesetzt sind, musst du immer mit einem Auge (besser noch mit beiden!) darauf schauen.

Achte bei der Arbeit am Text auch immer noch auf Fehler. Du kannst einen Text so oft gelesen haben, dass du ihn auswendig kennst, trotzdem wirst du bei jedem Durchgang immer noch den einen oder anderen Fehler finden, den dein Gehirn vorher einfach ausgeblendet hat. In der Regel sind es falsche oder fehlende Worte, wie zum Beispiel »die« statt »dir«. Diese Fehler sind schwer zu finden, weil eine Rechtschreib- und Grammatikprüfung sie nicht anzeigt und das menschliche Gehirn den Text beim Lesen automatisch passend macht.

Tipp

Manche Software ist in der Lage, deinen Text laut vorzulesen. Häufig hört man Fehler eher, als man sie liest.

1.1.2 Die Hardware

1.1.2.1 Der Computer

Scribus läuft unter Windows, auf dem Mac und vielen weiteren Betriebssystem . Leider findet sich auf der Website von Scribus kein Hinweis auf die minimalen Hardwarevoraussetzungen.

1.1.2.2 Der Monitor

Du kannst den Buchsatz auf einem 10-Zoll-Subnotebook erstellen, wie an einem Arbeitsplatz mit mehreren 24-Zoll-4K-Monitoren.

Je mehr Fläche dir auf dem Bildschirm zur Verfügung steht, desto übersichtlicher und auch komfortabler wird das Arbeiten. Der Vorteil wird dir wahrscheinlich richtig klar, wenn wir uns im Kapitel 1.3 näher mit der Programmoberfläche des Scribus und in Kapitel 4.3 mit dem Formatieren des Textes beschäftigen. Besonders, wenn du mehrere Fenster für Stile und Texteigenschaften geöffnet hast, wirst du jeden Extraquadratzentimeter des Bildschirmes lieben.

1.1.3 Die Software

1.1.3.1 Textverarbeitung/Autorenprogramm

Um dein Manuskript zu erstellen und zu überarbeiten, wirst du vermutlich auf Software wie das altbekannte und bewährte MS Word oder seine nicht minder guten Wettbewerber LibreOffice sowie OpenOffice bzw. auf ihre Mac-Pendants zurückgreifen. In allen Fällen bekommst du eine vernünftige Rechtschreib- und Grammatikprüfung, kannst deinen Text komfortabel (vor)formatieren und in viele Datei-Formate konvertieren.

Oder du greifst auf eine spezielle Autorensoftware wie Papyrus Author, DramaQueen oder Patchwork zurück, die dich bei der Arbeit auf ihre ganz spezielle Art unterstützen. Ganz egal, welche Software du nutzt, Scribus kann den Text verarbeiten.

1.1.3.2 Scribus

Wikipedia beschreibt Scribus wie folgt:

»Scribus ist ein Seitenlayoutprogramm, das die flexible Gestaltung von Dokumenten mit freier Platzierung von Text und Bildern in Rahmen ermöglicht. Dabei können Musterseiten und Ebenen erstellt werden. Für die Textbearbeitung stehen zahlreiche Funktionen zur Formatierung zur Verfügung. Stilvorlagen können für Absatz- und Zeichenstile sowie für Linienstile verwendet werden. Text kann an einem Grundlinienraster ausgerichtet werden (Registerhaltigkeit). Darüber hinaus bietet das Programm einige mikrotypografische Funktionen wie optischen Randausgleich, Unterschneidung oder Grauwert-Optimierung mittels Glyphenskalierung.«1

Scribus unterstützt außerordentlich viele Betriebssysteme und steht unter der GNU General Public License jedermann kostenlos zur Verfügung. Aktuell liegt Scribus in der Version 1.6.4 vor.