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Praxisbezogener Leitfaden zur Nutzung des beliebten Audio-Programms Ton richtig aufnehmen, wirkungsvoll nachbearbeiten und gekonnt veröffentlichen Von der Autorin des erfolgreichen "Audiobearbeitung mit Audacity für Kids"-Buches Mit dem kostenlosen Programm Audacity steht Ihnen die Welt der Audiobearbeitung offen. Die Autorin zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie mithilfe von Audacity Ihre eigenen Sounds aufnehmen, veröffentlichen und verbreiten können - egal, ob es sich dabei um Musik, Podcasts oder Hörspiele handelt. Sie lernen, Audiodateien auf beliebig vielen Spuren miteinander zu mischen, mit Effekten zu versehen, zu schneiden oder zu kopieren. Darüber hinaus versorgt Brigitte Hagedorn Sie mit allen relevanten Informationen in Bezug auf Urheber- und Nutzungsrecht und wo Sie Ihre Audiofiles am besten veröffentlichen können. Abschließend erfahren Sie, wie Sie den Schritt von Audio zu Video erfolgreich meistern können.
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Seitenzahl: 184
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Brigitte Hagedorn
Audacity
Praxiswissen für die Audiobearbeitung
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über <http://dnb.d-nb.de> abrufbar.
ISBN 978-3-95845-717-1 1. Auflage 2018
E-Mail: [email protected] Telefon: +49 7953 / 7189 - 079 Telefax: +49 7953 / 7189 - 082
© 2018 mitp Verlags GmbH & Co. KG
www.mitp.de
Dieses Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Lektorat: Sabine Janatschek Sprachkorrektorat: Jürgen Dubau Covergestaltung: Christian Kalkert, www.kalkert.de Electronic Publishing: Petra Kleinwegen Bildnachweis Cover: sklyareek/stock.adobe.com
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Impressum
Kapitel 1: Einstieg
1.1 Systemanforderungen
Kapitel 2: Vorbereitung und Equipment
2.1 LAME-Encoder und FFmpeg-Bibliothek
2.2 Audacity to go
2.3 Qualität und Digitalisierung
2.4 Das Aufnahme-Equipment
Stecker und Buchse
Exkurs Mikrofontechnik
2.5 Mobiles Equipment
Digitale Aufnahmegeräte
Hör-Sprech-Garnitur und Popschutz
2.6 Kopfhörer
2.7 Aufnahmestudio: Vorsorge statt Nachsorge
Kapitel 3: Achtung Aufnahme!
3.1 Jetzt geht’s los!
Die erste Aufnahme
3.2 Audiodateiformate
3.3 Den Überblick behalten
Lautstärke und Stereobild verändern
3.4 Sprechwerkzeuge
Warm-up für die Stimme
Kapitel 4: Das Interview
4.1 Interviews bearbeiten
Interviews auf zwei Kanälen aufzeichnen
4.2 Telefon- und Skype-Interviews
4.3 Exkurs: Interviews führen
Kapitel 5: O-Ton-Collage und gebauter Beitrag
5.1 Die O-Ton-Collage
5.2 O-Ton-Collage statt klassischem Interview
5.3 Stimmungsbilder
5.4 Der gebaute Beitrag
Bauanleitung für Audacity
5.5 Schreiben fürs Hören
Kapitel 6: Musik bearbeiten und noch mehr Effekte
6.1 Jingle einfügen und anpassen
Einblenden und ausblenden
6.2 Musik, wie sie mir gefällt
Kapitel 7: Alles, was Recht ist
7.1 Nicht alles, was geht, ist erlaubt
Telemediengesetz
Verwertungsgesellschaften
Creative Commons
Fremde Werke sicher im eigenen Audiobeitrag nutzen
7.2 Open Educational Resources
Die UNESCO und weitere Fürsprecher von OER
Kapitel 8: Lehr- und Lernmaterial
8.1 Double your time
Sprachen lernen durch Zuhören
Sprachen im Schlaf lernen
8.2 Podcasting
Kapitel 9: Audios veröffentlichen und verbreiten
9.1 Audios auf CD brennen
Exkurs: Dateiformat umwandeln mit iTunes
9.2 Audiodateien im Internet veröffentlichen
Audiogram erstellen für Social Media
9.3 Auphonic
Audio goes YouTube
Kapitel 10: Extras
10.1 Analoge Medien digitalisieren
Audacity ist eine freie (GNU General Public License) Software, die Ihnen erlaubt, sie für persönliche, kommerzielle, institutionelle oder pädagogische Zwecke zu verwenden und auf beliebig vielen Computern zu installieren.
Sie können den Audioeditor kostenlos im Netz herunterladen. Wie häufig bei freien Softwareprodukten ist er betriebssystemunabhängig, läuft unter Windows genauso gut wie unter Mac OS, und auch Linux-Freunde können ihn nutzen.
Das Programm wurde in den 1990er Jahren an einer Hochschule von dem Entwickler Dominic Mazzoni in den USA entwickelt. Im Rahmen eines Projekts sollte es in der Lage sein, besonders lange Audioaufnahmen – über mehrere Stunden oder sogar Tage – zuverlässig zu realisieren und diese zu bearbeiten. Es wurde dann von einem internationalen Team engagierter Entwickler stetig weiter vorangebracht bis zur aktuellen Version 2.2.2, um die es in diesem Buch gehen wird.
Audacity wird von ganz unterschiedlichen Nutzern verwendet: Musiker, Forscher, in Grundschul- und Hochschulprojekten und von vielen Podcastern. Ich möchte Ihnen vorstellen, was mit Audacity geht, Ihnen Anregungen für Audiobeiträge geben und Sie motivieren, Audacity selbst zu erforschen und weitere Möglichkeiten der Software zu entdecken. Denn Sie werden viele Effekte genauer kennenlernen, andere streife ich nur, und bei einigen verweise ich Sie auf weiterführende Literatur.
Der große Unterschied zu anderen professionellen Audioschnittprogrammen ist, dass es sich bei Audacity um eine destruktive Audioschnittsoftware handelt. Das bedeutet, dass das, was Sie schneiden (also entfernen), ist dann auch tatsächlich weg. Es ähnelt so gesehen also dem Schnitt bei den alten Tonbändern. Was damals einmal im Papierkorb landete, war im Prinzip nicht mehr auffindbar. In nicht-destruktiven Audioschnittprogrammen lassen sich Originaldateien immer wieder aufziehen und Schnitte schnell rückgängig machen. Auch finden Sie in Audacity nur wenige Echtzeiteffekte. Sie können den Effekt lediglich vorhören, bevor Sie ihn anwenden.
Audacity bietet Ihnen trotzdem Möglichkeiten, um immer auf Ihre Originalaufnahme zurückzugreifen. Außerdem benötigt diese Arbeitsweise weniger Rechnerressourcen, und auch auf älteren PCs oder kleinen Netbooks funktioniert das Programm. Audacity passt sogar in die Hosentasche. Mit Audacity Portable gibt es eine Version, die Sie, auf einen USB-Stick geladen, immer dabei haben können. Sie arbeiten dann mit dem Programm, ohne es zu installieren.
Für die unterschiedlichen Betriebssysteme werden unterschiedliche technische Anforderungen benötigt. Sie finden diese auch auf der Download-Seite von Audacity. Dort ist es auch möglich, ältere Programmversionen herunterzuladen. Für Windows 10, Windows 8, Windows 7 und Vista wird beispielsweise die Version 2.1.3 empfohlen.
Ansonsten sollte Ihr Rechner über eine CPU verfügen, die SSE2 unterstützt. Jede CPU, die nach 2003 hergestellt wurde, sollte dies können. Falls Ihr Rechner älter ist, dann verwenden Sie besser die Version Audacity 2.0.6.
Die folgenden Empfehlungen beziehen sich auf die gleichzeitige Bearbeitung von drei Tracks, die eine Länge von 20 Minuten haben, oder eine Aufnahme von einer Stunde. Wird es knapp mit den Ressourcen Ihres Rechners, dann schließen Sie auf jeden Fall andere Programme auf Ihrem Rechner und greifen Sie bei bestehenden Problemen auf ältere Audacity-Versionen zurück.
Linux-Nutzern wird empfohlen, die aktuellste Version von GNU/Linux zu verwenden, die mit der genutzten Hardware kompatibel ist. Hier läuft Audacity am besten mit mindestens 1 GB RAM und einem 2 GHz-Prozessor.
Als Audacity entwickelt wurde, waren die Rechner weniger leistungsfähig als heute. Daher sind einfache Aufnahmen mit einem Mikrofon auch auf einem 700 MHz Raspberry Pi möglich. Pi-Betriebssysteme werden zwar offiziell nicht unterstützt, doch auch hier läuft der Editor, wenn auch weniger stabil.
Audacity ist durch seinen großen Funktionsumfang und seine unkomplizierte Bedienung eine ernstzunehmende Audioschnittsoftware, die kaum Wünsche offen lässt und für ganz unterschiedliche Projekte geeignet ist.
Wichtig
Ich beschränke mich hier vorwiegend auf die Aufnahme und Bearbeitung von Sprache. Klar, dass diese manchmal auch mit etwas Musik ergänzt werden will, und daher finden Sie auch dazu Erläuterungen.
Manchmal sind die Übersetzungen in Audacity nicht geglückt. So wird der »Threshold« als »Grenzwert« bezeichnet, »Schwellwert« wäre hier die geläufigere Übersetzung. Doch gleich zu Beginn des Buches zeige ich Ihnen, wie Sie Audacity für Ihre Sprache und Ihre Arbeitsweise individuell anpassen können.
Mein Ziel für dieses Buch ist, Ihnen Anregungen für das Erstellen eigener Audios zu geben. Und dabei geht es nicht nur um Audacity, sondern auch um das Equipment für die Aufnahme neben dem Editor, die Sprechstimme, das Schreiben fürs Hören, Darstellungsformen und sowie um ein paar rechtliche Aspekte.
Hinweis
Audacity heißt übrigens auf Deutsch »Kühnheit«, »Dreistigkeit« oder »Wagemut«. Ausgesprochen wird es mit der Betonung auf »da«:
[ɔːˈdæsɪtɪ]
Das Entwicklerteam von Audacity wird sicherlich weiterhin Anpassungen an neue Betriebssysteme vornehmen sowie Erweiterungen der Funktionen vornehmen. Doch ohne externe finanzielle Unterstützung sind in naher Zukunft vermutlich keine großen Umbauten des Programms zu erwarten.
Sollte es wichtige Änderungen geben, finden Sie diese auf meinem Blog www.audiobeitraege.de.
Seien Sie wagemutig! Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit diesem Audioeditor und viele erfolgreiche Audioproduktionen!
Brigitte Hagedorn
Um mit der Arbeit in Audacity zu beginnen, brauchen Sie als Erstes das Programm. Sie finden es auf www.audacityteam.org und können es hier unter Download kostenlos herunterladen. Informationen zu den Systemanforderungen finden Sie im vorangegangen Kapitel.
Wählen Sie Ihr Betriebssystem aus, Windows, Mac OS oder GNU/Linux, um zu den Download-Links zu gelangen. Sie können zwischen den Installationsdateien und ZIP-Dateien wählen. Die ZIP-Dateien sind deutlich kleiner, etwa die Hälfte, doch da das Programm nicht sehr groß ist (circa 25 MB), können Sie auch direkt auf die exe-Datei (Audacity 2.2.2 installer) beziehungsweise die dmg-Datei zugreifen.
Hinweis
Audacity Team weist darauf hin, dass sie versuchen, für sichere Downloads zu sorgen, räumen jedoch ein, dass sie das nur bis zu einem bestimmten Punkt gewährleisten können. Sie geben auf ihrer Seite allgemeine Hinweise, was bei Downloads aus dem Internet zu beachten ist, und raten, die Software Audacity immer von den empfohlenen Seiten zu laden, die Sie auf die sicherere Download-Plattform FossHub führt.
Besonders Windows-Usern empfehlen sie, die Downloads zu testen. Mehr dazu finden Sie unter View Checksums.
Aktuell wird die Version 2.2.2 empfohlen, und Sie müssen jeweils mit der linken Maustaste auf den Dateinamen klicken, um den Download zu starten.
Gehen Sie dann wie gewohnt vor, installieren Sie Audacity auf Ihrem Rechner und öffnen Sie das Programm.
Als Erstes bietet Ihnen Audacity Hilfe an. Sie können bei Diesen Dialog nicht mehr anzeigen ruhig ein Häkchen machen. In den Einstellungen,Schnittstelle unter Anzeigen /Wie man Hilfe erhält beim Start aktivieren Sie dies bei Bedarf wieder. Die Einstellungen finden Sie unter Windows in der Menüleiste unter Bearbeiten, bei einem Mac unter Audacity.
Abb. 2.1: Hilfe zu Audacity immer in Reichweite
Sie werden jeweils zu den Online-Hilfen geführt, und ein deutschsprachiges Forum für Audacity finden Sie auf www.audacity-forum.de. Außerdem gelangen Sie ebenfalls über den Menüpunkt Hilfe zu den unterschiedlichen Angeboten. Die meisten Hilfsangebote sind jedoch in englischer Sprache.
Und so sieht Ihre Programmoberfläche aus:
Abb. 2.2: Audacity 2.2.2 auf einem Mac ohne Tonspuren
Bei Ihnen sieht das anders aus? Das kann sein. Denn Audacity bietet eine Reihe von Möglichkeiten an, mit denen Sie die Oberfläche ganz nach Ihrem Geschmack gestalten können, und je nach Bildschirmbreite verschieben sich die Werkzeuge in der Leiste am oberen Rand des Fensters.
Das Aussehen der Programmoberfläche ändern Sie in den Einstellungen, und hier wählen Sie Schnittstelle. Rechts können Sie die Sprache für die Begriffe und Hinweise auf der Oberfläche verändern, doch seien Sie vorsichtig, wenn Sie eine Sprache wählen, die keine lateinischen Buchstaben verwendet. Wenn Sie der nicht wirklich mächtig sind, verlieren Sie schnell die Orientierung. Bei Theme haben Sie die Wahl zwischen Klassisch, Hell, Dunkel, Hoher Kontrast und Eigenes. Um das Theme Eigenes zu nutzen, benötigen Sie Programmierkenntnisse und zusätzliche Tools. Dann können Sie der Programmoberfläche von Audacity einen ganz eigenen Look geben. Schauen Sie sich dazu das Audacity Wiki an, auf welches Sie über die Hilfe auf audacityteam.org kommen.
Ich habe mich für das Theme Hell entschieden, da es dem Bekannten ähnlich ist und trotzdem etwas moderner wirkt. Je nach Ihren Einstellungen können die Screenshots also etwas anders als bei Ihnen aussehen. Außerdem wurden die meisten Screenshots an einem Apple-Rechner gemacht.
Am unteren Rand der einzelnen Fenster der Einstellungen finden Sie immer einen kleinen blauen Button mit einem Fragezeichen, der Sie ebenfalls zu den relevanten Hilfeseiten führt.
Abb. 2.3: Hilfe gibt es meistens im Dialogfenster.
Und noch einen kleinen Hinweis finden Sie am unteren Bildschirmrand von Audacity: Hier sehen Sie den Status von Audacity. Sie erkennen hier beispielsweise, ob der Editor im Stopp- oder Pausemodus ist und wie viel Speicherplatz Ihnen für eine Aufnahme zur Verfügung steht.
Neben dem Programm Audacity laden Sie noch zwei weitere kleine Programme von audacityteam.org/download herunter: den LAME-Encoder und die FFmpeg-Bibliothek. Mit dem LAME-Encoder lassen sich MP3-Dateien erzeugen. Diese sind komprimiert und damit ungefähr zehnmal kleiner als unkomprimierte Dateien. Daher eignen sie sich gut, um sie im Netz zu veröffentlichen und zu verbreiten.
Die FFmpeg-Bibliothek ermöglicht Ihnen, eine Anzahl weiterer Formate zu exportieren und zu importieren, beispielsweise WMA-Dateien (das ist das von Microsoft entwickelte datenreduzierte und komprimierte Audioformat) oder die Audiospuren von Videoformaten.
Beide Programme dürfen aus lizenzrechtlichen Gründen nicht bereits in Audacity integriert sein, sodass für Sie dieser einmalige zusätzliche Schritt notwendig wird.
Wählen Sie dazu auf audacityteam.org den Menüpunkt Download und wählen Sie wieder das für Sie relevante Betriebssystem aus.Scrollen Sie etwas nach unten bis Optional Downloads und wählen Sie LAME MP3 encoder.Wieder wählen Sie das Betriebssystem und klicken auf LAME installation section.Den Link zum Download finden Sie unter Recommended Installer. Klicken Sie auf download page (wichtig: mit der linken Maustaste!) und im sich öffnenden Fenster auf das oberste Angebot der entsprechenden dmg-Datei oder der exe-Datei. (Hier wird Ihnen ebenfalls ein Download im Zip-Format angeboten. Das ist praktisch, wenn Sie über eine geringe Datenübertragungsgeschwindigkeit verfügen.)
Wichtig
Lassen Sie sich nicht verführen, auf einen anderen grünen oder blauen Button für den Download zu klicken. Der beschert Ihnen das Laden einer Schadsoftware.
Machen Sie dann die oben genannten Schritte noch einmal und wählen Sie unter Optional Downloads die Option FFmpeg import/export library.Bevor Sie mit der ersten Aufnahme beginnen – Audacity wäre schon bereit –, gehen Sie noch einmal in die Einstellungen.
Wie bereits gesagt, finden Windows-Nutzer diese im Menü unter Bearbeiten, Apple-Freunde klicken im Menü auf Audacity und im sich öffnenden Dropdown-Menü auf Einstellungen.
In dem sich öffnenden Fenster wählen Sie Bibliotheken. Um die zusätzlichen Programme, den LAME-Encoder und die FFmpeg-Bibliothek nutzen zu können, müssen Sie diese noch mit Audacity verbinden.
Wenn in Ihrer Bibliothek die MP3- und FFmpeg- Bibliothekversion bereits angezeigt werden, müssen Sie nichts weiter tun. Im anderen Fall klicken Sie auf Suchen und wählen das jeweilige Programm auf Ihrem Rechner aus.
Es gibt auch eine »tragbare« Version von Audacity: Audacity Portable. Diese Version laden Sie auf einen USB-Stick oder eine CD und können dann das Audioschnittprogramm nutzen, ohne es auf einem PC zu installieren. Eine Downloadadresse ist: portableapps.com/apps/music_video/audacity_portable
Abb. 2.4: Audacity Portable unter Windows 10
Leider steht es nur für Windows-Rechner zur Verfügung, Sie laden also eine exe-Datei auf Ihren Stick. Im Datenverzeichnis sehen Sie dann einen Ordner Audacity Portable. Klicken Sie auf AudacityPortable.exe, und los geht‘s.
Mit Audacity Portable haben Sie eine großartige Möglichkeit, Audacity im Rahmen von Schulprojekten zu nutzen oder um kurzfristig an einem fremden Rechner zu arbeiten.
Ich werde im Verlauf dieses Buches immer mal wieder auf die Einstellungen zurückkommen. An dieser Stelle möchte ich nur noch auf den Punkt Qualität eingehen. Doch vorab ein kleiner Ausflug in die Digitalisierung:
Das, was wir hören, was also an unser Ohr dringt, sind analoge Audiosignale, Schallwellen. Unsere Stimme »sendet« Schallwellen Richtung Mikrofon, und dieses wandelt sie in elektrische Spannung um, welche dann grafisch dargestellt werden kann.
Abb. 2.5: Analoge Signale im kontinuierlichen Verlauf
Diese kontinuierlich verlaufenden Daten werden dann in einer bestimmten Abfolge (Frequenz) abgetastet und gemessen.
Abb. 2.6: Konstante Abtastrate
Die Anzahl der Messungen pro Sekunde bezeichnet man als »Samplingfrequenz« oder »Abtastrate«. Das Ergebnis wird in Bit angegeben und in Audacity als »Standard-Abtastformat« bezeichnet. Sie finden auch die Begriffe »Samplingformat« oder »Samplingtiefe«. Es gibt den »Informationsgehalt« der Messung an.
Die Standard-Abtastrate oder auch Samplefrequenz bleibt bei 44,1 kHz. Dieser Wert gibt die Anzahl der Messungen eines analogen Signals pro Sekunde an und kann alle Frequenzen wiedergeben – bis zu 22050 Hz –, die der Mensch wahrnehmen kann. Höhere Raten können bei speziellen Aufnahmen von Tieren sinnvoll sein, die Ultraschallfrequenzen senden.
Abb. 2.7: Angaben zur Qualität in den Einstellungen
Das Standard-Abtastformat verändern Sie je nach Kapazität Ihres Rechners. Wenn Sie beispielsweise merken, dass es recht lange dauert, bis die Schnitte in Audacity umgesetzt werden, dann stellen Sie die Abtastrate auf einen niedrigeren Wert, zum Beispiel von 32-bit float auf 16-bit.
Bei Audio-CDs beispielsweise wird eine Abtastrate von 44,1 kHz benutzt, also 44.100 Abtastungen pro Sekunde, und eine Auflösung von 16 Bit. Je mehr Bits aufgezeichnet werden, desto näher kommt man an das analoge Signal, an die Echtheit der Aufnahme.
Die 44,1 kHz ist in der Regel auch die Projektrate. Diese sehen Sie in der Zeit-/Projektfrequenzleiste am unteren Bildschirmrand.
Abb. 2.8: Zeit-/Projektfrequenzleiste
Doch manchmal müssen Sie Aufnahmen in ein Format exportieren, welches nicht der Standard-Abtastrate und auch nicht dem Standard-Abtastformat entspricht. Sie arbeiten beispielsweise mit dem 32-bit-float-Format und exportieren dies in eine 16-bit-WAV-Datei. Dann kommen der »Abtastraten-Konverter« und der »Dither« ins Spiel.
Lassen Sie hier die Voreinstellungen bestehen, da es sonst zu ungleichmäßiger Wiedergabe kommen kann oder die Konvertierung zu Verzerrungen führt.
Jetzt kann es losgehen! Wenn Sie ein integriertes Mikrofon an Ihrem Rechner haben, können Sie damit Ihre ersten »Gehversuche« machen. Wenn nicht, benötigen Sie noch ein Mikrofon, und auch ein Kopfhörer ist praktisch, damit Sie Ihre Umgebung nicht mit dem Audioschnitt nerven. Auch nehmen Sie leise Störgeräusche besser wahr, wenn die Töne sehr nah an Ihrem Ohr sind.
Ein Headset ist sehr praktisch, und vielleicht liegt noch eines bei Ihnen herum, mit dem Sie normalerweise Skype-Gespräche führen. Die Auswahl an Headsets – auch Hör-Sprech-Kombination genannt – ist groß. Sie können dafür 20 Euro ausgeben oder 600 Euro. Das kommt ganz darauf an, was Sie vorhaben. Ähnlich ist die Preisspanne bei Mikrofonen. Doch ganz gleich, wofür Sie sich entscheiden, in jedem Fall muss der Anschluss passen.
Häufig haben Mikrofone Klinkenanschlüsse. Die größeren mit einem Durchmesser von 6,3 mm benötigen einen Adapter auf 3,5 mm, den Sie an den PC anschließen können. Doch viele Laptops haben heute nicht mal mehr eine Buchse für diesen dünneren Stecker.
Sogenannte Kondensatormikrofone haben in der Regel XLR-Stecker, für die Sie eine zusätzliche Schnittstelle benötigen: ein Audio-Interface.
Praktisch und beliebt sind USB-Anschlüsse. Die können Sie direkt über eine der USB-Buchsen an Ihrem Rechner anschließen. Dann geht das Eingangssignal auch nicht wie bei einer Klinke über Ihre Soundkarte. An der Qualität von Soundkarten für das eingehende Signal wird gerne gespart, und so haben Sie diese mögliche Schwachstelle bereits ausgetrickst.
Abb. 2.9: Miniklinke (Durchmesser 3,5 mm), XLR und USB
Ein Audio-Interface benötigen Sie übrigens auch, wenn Sie mehrere Mikrofone anschließen möchten, also mehrere Stimmen auf unterschiedlichen Kanälen aufzeichnen wollen.
Abb. 2.10: Audio-Interface (Quelle: www.m-audio.de)
Das wichtigste Kriterium bei der Auswahl des Mikrofons ist der Klang, den es abbildet. Doch daneben spielen weitere Faktoren eine Rolle. Nicht zuletzt der Preis.
Ein Hauptunterscheidungsmerkmal ist das Wandlerprinzip, also wie die eingehenden Schallwellen (z.B. Ihre Sprache) in elektronische Signale umgewandelt werden. Unterschieden werden – ganz grob – Kondensatormikrofone und dynamische Mikrofone.
Beim dynamischen Mikrofon treffen die Schallwellen auf eine dünne Membran, welche dadurch zu schwingen beginnt. Mithilfe einer Spule und eines Magneten werden diese Schwingungen in elektrische Spannung umgewandelt (Tauchspulenmikrofon). Alternativ funktioniert das mit einem Bändchen, welches, zwischen den Polen eines Magneten eingespannt, in Schwingungen versetzt wird (Bändchenmikrofon).
Abb. 2.11: Dynamisches Mikrofon
Dieses Wandlungsprinzip zeichnet laute Töne besonders gut auf (die Membran kommt bei leisen Tönen kaum in Bewegung), und die einfache Bauweise sorgt für ein sehr robustes Mikrofon.
Dynamische Mikrofone sind vielseitig verwendbar und eignen sich aufgrund ihrer Robustheit gut als Reportermikrofone und für Auftritte auf der Bühne.
In Tonstudios werden sie weniger verwendet, hier sind eher Kondensatormikrofone anzutreffen. Doch hochwertige dynamische Mikrofone, besonders Bändchenmikrofone, können es mittlerweile klanglich mit ihnen aufnehmen. Und das Preis-Leistungs-Verhältnis spricht ebenfalls für das dynamische Mikrofon.
Bei Kondensatormikrofonen gibt es ebenfalls eine Membran, die zu schwingen beginnt, sobald Schallwellen auf sie treffen. Diese Membran ist gleichzeitig auch die Elektrode eines Kondensators, der unter einer Spannung steht. Beim Schwingen kommt die Membran (Elektrode) der Gegenelektrode des Kondensators näher. Der dabei entstehende Spannungsunterschied erzeugt wiederum ein elektrisches Signal.
Abb. 2.12: Kondensatormikrofon
Ein wichtiges Kriterium bei der Anschaffung ist das »Eigenrauschen«. Je rauschärmer ein Mikrofon ist, desto mehr Möglichkeiten haben Sie bei der Nachbearbeitung der Aufnahmen. Die Anwendung des Dynamikkompressors oder eines Equalizers würden dieses Rauschen noch verstärken. Hier sind Werte bis 14 Dezibel (dB) sehr gut, ab 20 dB ist das Rauschen hörbar, und über 23 dB wird es kritisch.
Hinweis
Kondensatormikrofone werden übrigens von der Seite besprochen. Klingt Ihre Aufnahme fern und alles andere als klangvoll, dann prüfen Sie, ob Sie von der richtigen Seite hineinsprechen. Nicht immer ist die Vorderseite des Mikrofons deutlich markiert.
Ein weiteres interessantes Merkmal von Kondensatormikrofonen ist die Bauform. Hier stellt sich die Frage: Kleinmembran oder Großmembran? Kleinmembrane haben einen Durchmesser von circa 17 Millimetern, von Großmembranen spricht man ab etwa 25 Millimeter.
Der Klang von Kleinmembranmikrofonen gilt als »neutraler«. Die größere Membran macht Mikrofone empfindlicher und benötigt eine geringere Vorverstärkung. Dadurch sind sie rauschärmer und lassen die menschliche Stimme »größer« und »fülliger« klingen.
Elektret-Mikrofone arbeiten ähnlich wie Kondensatormikrofone. Sie verfügen jedoch über eine dauerpolarisierte Spannung, die Jahrzehnte anhält. Sie eignen sich ebenfalls gut für leise Töne und finden auch Verwendung in Mobiltelefonen oder Hörgeräten.
Daneben werden Mikrofone nach ihrer Richtcharakteristik unterschieden, also aus welcher Richtung der Schall vorwiegend aufgenommen wird.
Die Niere ist die verbreitete Richtcharakteristik. Hier ist die Empfindlichkeit für die frontal auftretenden Schallwellen am größten.
Die Kugel nimmt den Schall aus allen Richtungen gleich auf. Kugelmikrofone klingen sehr natürlich, nehmen jedoch auch Geräusche aus der Umgebung und den Raumklang stark auf.
Das Richtrohrmikrofon hat eine noch stärkere Richtwirkung zum frontal auftretenden Schall als die Niere. Sie müssen sehr genau auf die Schallquelle zielen, und man sieht sie auf Kameras, da hier oft eine größere Entfernung zur Quelle überbrückt werden muss.
Der Grundton männlicher Stimmen liegt bei einer Frequenz von 125 Hertz, der weiblicher Stimmen höher bei 250 Hertz und bei kleinen Kindern noch höher bei 440 Hertz. Der gesamte Bereich der menschlichen Stimme, mit allen seinen Teiltönen, umfasst einen Bereich von 80 Hertz bis 12000 Hertz.
Es macht ebenfalls einen Unterschied aus, wie diese Frequenzen von dem Mikrofon übertragen werden und spielt damit bei der Wahl des passenden Mikrofons eine Rolle. So sind Kondensatormikrofone im Bereich der oberen und unteren Frequenzen dem dynamischen oft überlegen.
Zu Recht wird das Smartphone als »Schweizer Taschenmesser« bezeichnet, dient es doch immer häufiger als Fotoapparat, Videokamera und Aufnahmeeinheit. Je nach Typ des Gerätes und nach Verwendung der Aufnahme liefern die integrierten Mikrofone bereits eine ausreichende Qualität.
