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Eine Stadtbesichtigung in Heidelberg, Wandern im Chiemgau oder das Meer sehen in Ostfriesland? Auch eine Fahrt auf der Großglockner-Hochalpenstraße oder mit der Rhätischen Bahn ist an einem Wochenende zu schaffen. Egal, worauf Sie Lust haben, dieser Kurzurlaubreiseführer liefert die Ideen für unvergessliche Tage. Mit Tipps zu Besichtigungen, jahreszeitlichen Events, besonderen Hotels sowie Shopping- und Ausgehmöglichkeiten für jeden Geldbeutel.
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Seitenzahl: 389
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Deutschland
1 Frankfurt am Main
2 Kassel
3 Rheingau und Oberes Mittelrheintal
4 Hildesheim
5 Solingen – Bergisches Land
6 Münster
7 Münsterland – Schlössertour
8 Köln
9 Xanten
10 Aachen
11 Nationalpark Eifel
12 Trier
13 Sauerland-Höhenstraße
14 Moseltal
15 Mainz
16 Speyer
17 Deutsche Weinstraße
18 Zwischen Kiel und Schlei
19 Nordfriesland
20 Hamburg
21 Lübeck und Umgebung
22 Fischland-Darß-Zingst
23 Stralsund mit Rügen
24 Mecklenburger Seen
25 Ostfriesland
26 Sylt
27 Föhr
28 Amrum
29 Halligen
30 Pellworm
31 Nordmarsch-Langeneß
32 Helgoland
33 Fehmarn
34 Usedom
35 Borkum
36 Juist
37 Norderney
38 Baltrum
39 Langeoog
40 Spiekeroog
41 Wangerooge
42 Berlin
43 Lausitz und Spreewald
44 Bremen und Bremerhaven
45 Goslar – Oberharz
46 Leipzig
47 Sächsische Schweiz
48 Dresden und Elbtal
49 Erzgebirge
50 Quedlinburg – Straße der Romanik
51 Gartenreich Dessau-Wörlitz
52 Thüringer Wald
53 Erfurt und Weimar
54 Jena
55 Freiburg im Breisgau
56 Baden-Baden
57 Bad Wildbad/Schwarzwald
58 Heidelberg
59 Schwäbische Alb
60 Allgäu zwischen Wangen und Scheidegg
61 Bodensee
62 Bamberg
63 Spessart
64 Naturpark Fränkische Schweiz
65 Die Rhön
66 Rothenburg und Dinkelsbühl
67 Altmühltal
68 Deutsche Hopfenstraße
69 München
70 Bad Tölz
71 Berchtesgadener Land
72 Chiemgau mit Chiemsee
73 Bayerischer Wald
Österreich
74 Wörthersee
75 Tannheimer Tal
76 Graz
77 Steiermark
78 Innsbruck
79 Innradweg
80 Großglockner-Hochalpenstraße
81 Wien
82 Durch die wilde Wachau
83 Am Neusiedler See
84 Salzburg und Salzkammergut
Schweiz
85 Luzern mit Vierwaldstätter See
86 Rhätische Bahn
87 Zürich
88 Berner Oberland
Register
Impressum
Aachen
Berlin
Bremen
Dresden
Erfurt
Frankfurt
Graz
Hamburg
Heidelberg
Jena
Kassel
Köln
Leipzig
Lübeck
Luzern
Mainz
München
Münster
Trier
Wien
Zürich
Fachwerkgasse in der Altstadt von Quedlinburg
Goethestadt, Messestadt, Finanzplatz Deutschlands, alles Bezeichnungen, die das Besondere der Mainmetropole treffen. Bis heute ist Frankfurt einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Europas. Doch auch Kultur- und Ausgehangebote sind attraktiv.
HIGHLIGHTS
Römer. Das alte Rathaus am Römerberg mit historischer Häuserzeile
Paulskirche. Tagungsstätte der Deutschen Nationalversammlung (1848/49)
Städel Museum. Bedeutende Kunstsammlung, mit Erweiterungsbau
Alte Oper. Prachtvoller Bau aus der Gründerzeit, Konzert- und Veranstaltungshaus
Messeturm. Nicht der höchste, aber der eindrucksvollste Wolkenkratzer
FESTE UND VERANSTALTUNGEN
Dienstag nach Pfingsten. Wäldchestag, traditionelles Volksfest im Stadtwald
August. Museumsuferfest, Kulturfest entlang der Museumsmeile
September. Goethe-Festwoche, Theateraufführungen an verschiedenen Spielorten
Oktober. Ältestes deutsches Jazzfestival
Den Blick auf den Main und Frankfurts Skyline gibt es in den Biergärten am Museumsufer gratis.
Frankfurt ist eines der wichtigsten Finanzzentren weltweit, die Wolkenkratzer der Banken prägen die Silhouette der Stadt. Messestandort ist Frankfurt seit dem 12. Jahrhundert, 1462 öffnete die Frankfurter Buchmesse ihre Tore. Die Börse wurde im 16. Jahrhundert gegründet, Bulle und Bär stehen vor der Frankfurter Wertpapierbörse, die sich aus der Alten Börse entwickelt hat. Mittelpunkt der im Zweiten Weltkrieg stark zerstörten Stadt ist der rekonstruierte Römer, das alte Rathaus am Römerberg. In wenigen Schritten erreicht man den »Kaiserdom« Sankt Bartholomäus, seit 1562 Krönungskirche deutscher Kaiser und Könige, und die Paulskirche, in der 1848/49 die Frankfurter Nationalversammlung tagte und heute der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen wird. Ein markantes Gebäude der Barockzeit ist die Hauptwache am ehemaligen Paradeplatz.
Frankfurt ist auch eine Stadt der Museen. Das Städel Museum, ein renommiertes Kunstmuseum, ist nur eins von 15 am Museumsufer zu beiden Seiten des Mains. Zwischen Dom und Römer wurde 1986 die Schirn Kunsthalle eröffnet. Das Senckenberg Naturmuseum mit seinen imposanten Dinosaurierskeletten ist ein Ziel für die ganze Familie.
An Johann Wolfgang von Goethe, den berühmtesten Sohn Frankfurts, erinnert neben Goethe-Institut und Goethe-Universität das Goethe-Haus am Großen Hirschgraben, in dem der Dichterfürst 1749 das Licht der Welt erblickte. Goethe war auch ein Liebhaber der Frankfurter Küche, die man in einem der vielen Apfelweinlokale testen sollte, wo der herbe Obstwein im Bembel serviert wird.
Persönlicher Tipp
MAINHATTAN
Als Hochburg des Äbbelwoi gilt Frankfurts malerischer Stadtteil Alt-Sachsenhausen.
Die einzige deutsche Großstadt mit ausgeprägter Skyline trägt – in Anspielung auf Manhattan – die volkstümliche Bezeichnung Mainhattan. Die ersten Hochhäuser entstanden in den 1950er-Jahren zu Zeiten des Wirtschaftswunders. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Wolkenkratzer in Gruppen angeordnet, etwa im Bankenviertel oder in der Bürostadt Niederrad. Im Lauf der Zeit wurden sie immer höher. Seit 2012 ist der Commerzbank Tower mit 259 Metern das höchste Gebäude der Europäischen Union. Besonders originell ist die Glasfassade des Westhafen Tower, von den Frankfurtern »Das Gerippte« oder »Äppelwoi-Turm« genannt. Der einzige öffentlich zugängliche Wolkenkratzer ist der 200 Meter hohe Main Tower mit Aussichtsplattform; die anderen sind nur im Rahmen einer Hochhaustour oder während des Wolkenkratzer-Festivals (findet unregelmäßig statt) begehbar – frühzeitige Anmeldung ist empfehlenswert.
Infos und Adressen
ANREISE
Flug: über Frankfurt Airport erreichbar; Bahn: Verbindungen zu allen ICE-Bahnhöfen in Deutschland; Auto: über A 5, A 3, A 66
SEHENSWERT
Senckenberg Naturmuseum. Senckenberganlage 25, www.museumfrankfurt.senckenberg.de
Zoo Frankfurt. Bernhard-Grzimek-Allee 1, www.zoo-frankfurt.de
Gesellschaftshaus und Palmenhaus im Palmengarten. Siesmayerstr. 61, www.palmengarten.de
ESSEN UND TRINKEN
Zarges. Feines Gourmetlokal. Kalbächer Gasse 10
Zum Rad. Apfelweinlokal seit 1806. Leonhardsgasse 2
AUSGEHEN
Tigerpalast. Varieté-Theater und Sternerestaurant. Heiligkreuzgasse 16–20, www.tigerpalast.de
Batschkapp. Traditionelle Musikkneipe. Gwinnerstr. 5, www.batschkapp.tickets.de
SHOPPING
Die Zeil. Eine der umsatzstärksten Einkaufsstraßen Deutschlands mit der Shopping Mall Zeitgalerie
Goethestraße. Luxuriöse Geschäfte zwischen Zeil und Fressgass
WEITERE INFOS
Tourist-Information: Römerberg 27 und Hauptbahnhof-Passage, www.frankfurt-tourismus.de
Documenta und Fürstenstadt – zwischen diesen beiden Polen bewegt sich Kassel. Mit ihrer alle fünf Jahre zelebrierten Kunstschau setzt die Stadt neue Maßstäbe für die zeitgenössische Kunst, und gleichzeitig erinnert sie mit ihren Schlössern und Parkanlagen, allen voran dem Schloss Wilhelmshöhe, an die glorreiche Zeit als Residenz der hessischen Landgrafen.
HIGHLIGHTS
Karlsaue. In den weitläufigen Parkanlagen mit Blick auf die Orangerie lustwandeln
Herkules. Das Wahrzeichen der Stadt erklimmen und das grandiose Panorama auf sich wirken lassen
Wasserspiele. Die sich auf einer 250 Meter langen Steintreppe ausbreitenden Kaskaden am Fuße des Herkules bewundern
Fuldadamm. In eine der Rudergaststätten einkehren und die Aussicht auf die Fulda genießen
Bugasee. In den Fuldaauen in aller Ruhe baden und entspannen
FESTE UND VERANSTALTUNGEN
Juni–September. Am 1. Samstag im Monat beleuchtete Wasserspiele unterhalb des Herkules
Juni/Juli. Wilhelmshöhe Open, internationales Tennisturnier
Juli/August. Zissel-Kirmes
September. Berg- und Lichterfest im Bergpark Wilhelmshöhe
September. Internationales Theaterfestival im Staatstheater
Die Terrasse des barocken Orangerieschlosses (1702–10) im Park der Karlsaue
Entscheidenden Einfluss auf das Stadtbild hatte der Landgraf Karl von Hessen-Kassel (1654–1730), der Anfang des 18. Jahrhunderts hoch über der Stadt den Herkules mit seinen Wasserkaskaden errichten ließ, das Wahrzeichen Kassels. Die Kupferstatue befindet sich ebenso wie das Schloss Wilhelmshöhe in Europas größtem Bergpark, der mit Teichen und Wasserfällen, der Teufelsbrücke und dem Lustschloss Löwenburg ein unvergleichliches Gartenkunstwerk ist. Das 1786–1798 erbaute Schloss beherbergt heute u. a. die Antikensammlung und die Gemäldegalerie Alte Meister.
Auch die ursprünglich als barocker Lustgarten angelegte Karlsaue geht auf die Initiative von Landgraf Karl zurück. Der weitläufige Park am westlichen Fuldaufer reicht bis in die Innenstadt und zum Friedrichsplatz mit dem klassizistischen Museumsgebäude Fridericianum, dem ehemaligen Theater Ottoneum und dem Zwehrenturm als Rest der einstigen Stadtbefestigung. Zusammen mit den angrenzenden Fuldaauen bildet die von der Orangerie, heute Museum für Astronomie und Technikgeschichte, begrenzte Karlsaue ein großes grünes Naherholungsgebiet.
Neben ihren Museen, die sich nicht nur der Bildenden Kunst, sondern auch spezielleren Themen widmen, wie das Museum für Sepulkralkultur, hat die Stadt auch kulinarisch einiges zu bieten. Ein besonderes Erlebnis ist ein Besuch in der Kasseler Markthalle in der Wildemannsgasse, die eingebettet in die historischen Mauern des Marstalls ein großes Angebot an frischen regionalen Spezialitäten wie »Ahle Wurscht« oder den traditionellen Speckkuchen bereithält.
Persönlicher Tipp
AUF DEN SPUREN DER DOCUMENTA
Von der Herkules-Statue (1717) bis zum Neptunbassin reichen die 250 Meter langen Wasserkaskaden im Bergpark Wilhelmshöhe.
Alle fünf Jahre (wieder 2022) wird Kassel mit der Documenta zur Drehscheibe der internationalen Kunstszene. Doch auch nach oder zwischen diesen 100 Tagen Ausnahmezustand fällt die Stadt künstlerisch betrachtet keineswegs in einen Dornröschenschlaf. Dafür sorgen die zahlreichen Museen und die über das ganze Stadtgebiet verstreuten Außenkunstwerke vergangener Documenta-Spektakel. Wer mit offenen Augen durch Kassel geht, wird schnell fündig: Da gibt es z. B. direkt vor dem Kulturbahnhof Jonathan Borowskis 25 Meter hohen Himmelsstürmer oder auf einem Säulenportal am Friedrichsplatz Thomas Schüttes FigurenensembleDie Fremden. Neben der Documenta-Halle stößt man auf den gigantischen Bilderrahmen des Künstlerkollektivs Haus-Rucker-Co und am Fuldaufer auf die in die Wiese gespießte Spitzhacke von Claes Oldenburg. Und dann sind da natürlich auch noch Joseph Beuys7000 Eichen aus seinem Kunstprojekt »Aktion Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung«, die in der ganzen Stadt gut erkennbar an danebenstehenden Steinsäulen verteilt sind.
Infos und Adressen
ANREISE
Flug: Regionalflughafen Kassel-Calden; Bahn: IC/ICE bis Kassel-Wilhelmshöhe; Auto: A 7 aus Nordosten und Süden (auch A 49), A 44 aus Westen, am Südkreuz auf A 49
SEHENSWERT
Grimmwelt. Dauerausstellung zum Leben und Wirken von Jacob und Wilhelm Grimm. Weinbergstr. 21, www.grimms.de
Museum für Sepulkralkultur. Deutschlands einziges Museum zum Thema Totenkult. Weinbergstr. 25–27, www.sepulkralmuseum.de
Naturkundemuseum. Älteste systematische Pflanzensammlung Europas, Ottoneum. Steinweg 2, www.naturkundemuseum-kassel.de
ESSEN UND TRINKEN
The Hemingway Club. Cocktailbar in der Innenstadt. Obere Königsstr. 8, www.thehemingwayclub.de
Lohmann. Ältestes Lokal der Stadt mit Biergarten. Königstor 8, www.lohmann-kassel.de
Restaurant Steinernes Schweinchen. Gehobenes Gourmetrestaurant. Konrad-Adenauer-Str. 117, www.steinernes-schweinchen.de
ÜBERNACHTEN
Hotel Schweizer Hof. Art-Hotel nahe dem Bergpark. Wilhelmshöher Allee 288, www.hotel-schweizerhof-kassel.de
WEITERE INFOS
Kassel Marketing: Obere Königsstr. 15, www.kassel-marketing.de
Zu den schönsten Abschnitten des Rheins gehören der weinreiche Rheingau und das tief ins Rheinische Schiefergebirge eingeschnittene, burgenreiche Obere Mittelrheintal, das als Kulturlandschaft zum UNESCO-Welterbe zählt. Die Strecke zwischen Wiesbaden und Koblenz lässt sich in Etappen am besten vom Schiff aus oder zu Fuß erkunden.
HIGHLIGHTS
Kloster Eberbach. Zisterzienserkloster mit Klostergebäuden (mit Staatsweingut)
Schloss Johannisberg. Barockschloss neben einem ehemaligen Benediktinerkloster, mit einem der ältesten Riesling-Weingüter
Bacharach. Malerischer Weinort am Mittelrhein mit Ruine der Wernerkapelle
Loreley. Der 132 Meter hohe Schieferfelsen ist der Inbegriff der Rheinromantik
Festung Ehrenbreitstein. Eine der größten Festungsanlagen Mitteleuropas oberhalb von Koblenz mit dem Landesmuseum Koblenz
FESTE UND VERANSTALTUNGEN
April/Mai. Rheingauer Schlemmerwochen mit Rahmenprogramm
Mai–September. Rhein in Flammen, Großfeuerwerk an fünf Terminen und fünf Orten
Mai–August. Mittelrhein-Musik-Festival, klassische Musik, Jazz und Lesungen
Letzter Sonntag im Juni. Tal Total, autofrei zwischen Rüdesheim/Bingen und Koblenz
Juni–September. Rheingau-Musik-Festival, mit Klassik, Jazz und Kabarett
Die Schieferhänge an der Loreley sind sehr steil; im Vordergrund die Burg Katz.
Der Rheinsteig ist ein rund 320 Kilometer langer Premium-Wanderweg. Er verläuft auf der rechten Rheinseite in Etappen zwischen Schloss Biebrich in Wiesbaden und Bonn entlang dem Rheingau, durch das Obere und das Untere Mittelrheintal und das Siebengebirge. Angelegt als Höhenweg, führt der Rheinsteig vorbei an zahlreichen Burgen und Schlössern und verbindet Rheinromantik mit beeindruckenden Naturerlebnissen. Für ein Wochenende kann man sich auch ein besonders reizvolles Teilstück herauspicken. Knapp acht Stunden Wanderzeit muss man für die Strecke vom Kloster Eberbach bis Rüdesheim einplanen. Das noch fast vollständig erhaltene Zisterzienserkloster beeindruckt durch seine wuchtige romanische Basilika und Klostergebäude aus dem 12. bis 14. Jahrhundert. Seit dem Mittelalter ist das Kloster auch Weingut; beliebt sind die Weinproben im Cabinet- oder im Hospitalkeller. Über Schloss Johannisberg und Schloss Vollrads führt der Wanderweg zum Wallfahrtsort Marienthal mit dem gleichnamigen Franziskanerkloster. Und noch ein weiteres Kloster liegt auf dem Weg: das um 1150 von Hildegard von Bingen gegründete Benediktinerinnenkloster Eibingen. 1900–04 entstand die Abtei St. Hildegardis im neuromanischen Stil wieder neu.
Das Pendant zum Rheinsteig ist der 200 Kilometer lange linksrheinische Rheinburgenweg, der mit zwei Klettersteigen bei Boppard und Oberwesel sowie vielen Burgen aufwartet. Auf der fünfeinhalb Stunden dauernden Wanderung von Bacharach bis Trechtinghausen kann man gleich sechs kennenlernen. Über dem Fachwerkstädtchen Bacharach erhebt sich die Burg Stahleck, heute eine Jugendherberge. Burg Fürstenberg ist eine Ruine mit hohem, rundem Bergfried. Nur von außen bewundert werden kann die Heimburg, auch Burg Hohneck genannt. Im neugotischen Stil der »Rheinromantik« wurden Burg Sooneck, die weitläufige Burg Reichenstein und Burg Rheinstein wiederaufgebaut. Beim Abstieg nach Trechtingshausen gewährt die Aussichtsplattform Siebenburgenblick einen schönen Blick auf das gesamte Rheintal.
Persönlicher Tipp
ROMANTISCHE SEITENTÄLER
In den alten Fachwerkstädtchen, hier in Bacharach, gibt es meist auch ein lauschiges Lokal.
Bei Lorch mündet die Wisper in den Rhein. Das Flüsschen fließt in einem malerischen Tal durch den waldreichen Rheingautaunus. Burgen und Mühlen, heute beliebte Ausflugslokale, säumen die Wisper, die eine wichtige Rolle im Wiederansiedlungsprogramm für Lachse spielt. Für gute Luft in Lorch sorgt der Wisperwind, ein Bergwind, der nachts und am frühen Morgen aus dem Wispertal weht. Das Tal gehörte zum winzigen Freistaat Flaschenhals, einem Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau, das 1919–23 nicht von den Alliierten besetzt war. Lorch ist heute noch die »Hauptstadt« der touristisch orientierten Freistaat-Flaschenhals-Initiative.
Nur sieben Kilometer lang ist der Morgenbach, der unterhalb der Burg Reichenstein in den Mittelrhein mündet und sich 364 Meter tief in den Hunsrück einschneidet. Sein Tal ist eine bei Wanderern und Kletterern beliebte Schlucht mit außergewöhnlicher Geologie und Vegetation. Unweit der Mündung in Trechtingshausen steht die Clemenskapelle, eine spätromanische Pfeilerbasilika.
Das milde Klima an der Südabdachung des westlichen Taunus und gute Böden haben die rechtsrheinische Landschaft zwischen Wiesbaden und Assmannshausen zu einem bedeutenden Weinbaugebiet gemacht; besonders Riesling gedeiht prächtig. Die auch bei Radfahrern beliebte Rheingauer RieslingRoute verbindet die Weinorte miteinander.
Älteste Stadt im Rheingau ist Eltville mit zahlreichen Fachwerkhäusern und Adelshöfen. Auf dem Weg nach Erbach liegt Schloss Reinhartshausen, heute ein Luxushotel und Weingut. Das barocke Schloss Reichartshausen in Oestrich beherbergt eine private Wirtschaftshochschule. Für das Verladen von Weinfässern diente der 1754 erbaute Rheinkran. Im 10. oder 11. Jahrhundert wurde das Graue Haus in Winkel erbaut, eines der ältesten Steinhäuser Deutschlands. Ebenfalls zu Winkel gehört Schloss Vollrads; Weinbau wird hier schon seit dem Mittelalter betrieben. In Geisenheim werden an der Fachhochschule für Wein- und Gartenbau künftige Spitzenwinzer ausgebildet. Das nahe gelegene Schloss Johannisberg, eines der bekanntesten deutschen Weingüter, bietet ihnen ein reiches Betätigungsfeld. In Rüdesheim festigt ein Besuch des Rheingau- und Weinmuseums Brömserburg das erworbene Weinwissen.
Persönlicher Tipp
AM LINKEN RHEINUFER
Hauptattraktion auf Wiesbadens Neroberg ist die Russisch-Orthodoxe Kirche.
Linksrheinisch geht es geruhsamer zu: Ab Mainz führt der Weg vorbei an Obstbäumen und Spargelfeldern Richtung Bingen. Das Rheinufer wird noch von Auenwäldern gesäumt. Auch die Inseln im Strom, die Rheinauen, sind größtenteils geschützte Feuchtgebiete. Für die vom Schloss Reinhartshausen auch landwirtschaftlich genutzte Mariannenaue werden Inselführungen angeboten. Eine Rarität sind die Inselweine; die Rebsorte Chardonnay gedeiht hier gut.
Hervorragende Rotweine kann man in Ingelheim verkosten. Die Stadt zählt zu den wärmsten und trockensten Orten Deutschlands. Von der ehemaligen Kaiserpfalz sind nur noch Reste wie das Heidesheimer Tor erhalten. Wahrzeichen der Stadt ist die von einer mittelalterlichen Wehranlage umgebene Burgkirche.
Bingen ist das linksrheinische Tor zum Mittelrheintal. Überragt wird die Stadt vom Rochusberg mit der Wallfahrtskirche Rochuskapelle. Die ehemalige Zollburg Mäuseturm steht auf einer Rheininsel. In den östlichen Pfeiler der siebenbögigen Drususbrücke über die Nahe ist eine frühromanische Kapelle eingebaut.
Rüdesheim bildet mit dem über eine Seilbahn erreichbaren Niederwalddenkmal den rechtsrheinischen Einstieg ins Obere Mittelrheintal, das auf der Höhe von Bingen als tief eingeschnittener Durchbruch des Rheins durch das Rheinische Schiefergebirge beginnt. Schroffe Felsen, malerische Orte an rebenbestandenen Hängen und die zahllosen Burgen haben schon die deutschen Romantiker angezogen. Aus der Schiffsperspektive lassen sich die vielen Highlights ganz gemütlich bestaunen. Die früher gefürchtete Untiefe Binger Loch stellt heute keine Gefahr mehr dar, und auf dem mitten im Rhein liegenden Pfalzgrafenstein wird auch kein Zoll mehr für die Weiterfahrt erhoben. Am steilen Schieferfelsen Loreley macht jeder Ausflugsdampfer einen Halt, um an die Legende von der Sagengestalt Loreley zu erinnern. Zu den besonders eindrucksvollen Burgen zählen die Ruinenanlage der Burg Rheinfels bei St. Goar mit ihren unterirdischen Minengängen und die gut erhaltene Marksburg bei Braubach. Einen »Schoppen« trinken kann man im pittoresken Weinort Bacharach und in Boppard, das auf römische Wurzeln zurückgeht. Die Fahrt endet in Koblenz an der Moselmündung. Gegenüber dem Deutschen Eck ragt die gewaltige Festung Ehrenbreitstein auf.
Der Rüdesheimer Stadtteil Assmannshausen ist berühmt für seine feinen Spätburgunder.
Infos und Adressen
ANREISE
Flug: über Flughafen Frankfurt am Main, Frankfurt-Hahn (Hunsrück) und Köln/Bonn; Bahn: Fernzüge verkehren stündlich auf den Strecken Mainz–Bingen–Koblenz–Köln und Wiesbaden–Rüdesheim–Koblenz; Auto: über A 3 (rechtsrheinisch) oder A 61, A 60 (linksrheinisch); Schiff: Die beiden Rheinufer sind durch Auto- und Personenfähren miteinander verbunden. Fahrplanmäßig befahren fünf Unternehmen den Rhein, darunter die Köln-Düsseldorfer Rheinschifffahrt (www.k-d.de)
SEHENSWERT
Basilika St. Valentin. Spätgotische Kirche mit reicher Ausstattung, u. a. eine der ältesten bespielbaren Orgeln, gehört zu den schönsten Kirchenbauten im Rheingau. Kiedrich
Brömserburg. In der frühmittelalterlichen Burg in Rüdesheim befindet sich das Rheingauer Weinmuseum. Tgl. 10–18 Uhr, Rheinstr. 2, Rüdesheim am Rhein, www.rheingauer-weinmuseum.de
Niederwalddenkmal. Vom Nationaldenkmal mit der Hauptfigur Germania bietet sich ein spektakulärer Rundblick, mit Kabinenseilbahn von Rüdesheim erreichbar
Pfalzgrafenstein: in Schiffsform angelegte ehemalige Zollburg im Rhein bei Kaub, Besichtigungen im Rahmen einer Führung
Die Feindlichen Brüder. Die beiden Burgen Sterrenberg und Liebenstein oberhalb vom Wallfahrtsort Kamp-Bornhofen sind durch die »Streitmauer« voneinander getrennt. www.burg-sterrenberg.com
Marksburg. Einzige vollkommen erhaltene Höhenburg am Mittelrhein, beliebt ist das Rittermahl in der Burgschänke. www.marksburg.de
ESSEN UND TRINKEN
Burg Crass. Feine Landhausküche in einem ehemaligen Freihof aus dem 11./12. Jahrhundert. Freygässchen 1, Eltville, www.burgcrass.com
Die Adler Wirtschaft. Bodenständige Küche in rustikalem Ambiente. Hauptstr. 31, Hattenheim im Rheingau, www.franzkeller.de
Gutsschänke Schloss Johannisberg. Terrassensitzplätze mit herrlichem Blick über den Rheingau. Geisenheim, www.schloss-johannisberg.de
Weinwirtschaft Nassauer Hof. Regionale Gerichte, zünftig angeboten, beliebt bei Wanderern und Bikern. Bahnhofstr. 22, St. Goarshausen, www.nassauer-hof-loreley.de
AUSGEHEN
Drosselgasse. Die Feiermeile in Rüdesheim, bis in die Morgenstunden herrscht in den Weinstuben und Kneipen Hochbetrieb
Circus Maximus, Kleinkunst, Musik und Bistro. Stegemannstr. 30, 56068 Koblenz, www.circus-maximus.org
ÜBERNACHTEN
Hof-Hotel Bechtermünz im Weingut Kögler. Kleines Weinhotel in einem ehemaligen Adelshof. Kirchgasse 5, Eltville, www.weingut-koegler.de
Breuer’s Rüdesheimer Schloss. Modernes Hotel in historischem Ambiente, in der Nähe der Drosselgasse. Steingasse 10, Rüdesheim am Rhein, www.ruedesheimerschloss.com
Rhein-Hotel Bacharach. Großes Fachwerkensemble direkt auf der Stadtmauer. Langstr. 50, Bacharach am Rhein, www.rhein-hotel-bacharach.de
Romantik Hotel Schloss Rheinfels. Übernachten in einer der größten Burganlagen am Mittelrhein. Schlossberg 47, St. Goar, www.schloss-rheinfels.de
WEITERE INFOS
Tourist-Information: Über den Mittelrhein informieren www.welterbe-mittelrheintal.de und www.mittelrheintal.de, über den Rheingau www.rheingau.de
Feuerwerk vor der Marksburg beim großen Spektakel »Rhein in Flammen«
Das Stadtbild des 1200-jährigen Hildesheim grenzt an ein Wunder: durch die zum Welterbe erhobenen romanischen Gotteshäuser und durch die ehrgeizige Rekonstruktion der Altstadt, die 1945 bei Bombenangriffen in Schutt und Asche gefallen war.
HIGHLIGHTS
Dom St. Mariä. Mit Bernwardstür, Christussäule, Radleuchter, »tausendjährigem« Rosenstock, Dommuseum, bedeutender Dombibliothek (Neubau)
St. Michaeliskirche. Doppelchörige Basilika mit bemalter Holzdecke
Knochenhauer-Amtshaus. Früher Zunfthaus der Fleischer (26 m hoch)
Kaiserhausfassade. 46 Medaillons römischer Kaiser, vier »Weltreichsfiguren« und Fenstererker (Auslucht) an früherem Renaissancehaus
Roemer- und Pelizaeus-Museum. Kulturhistorische Sammlung von europäischem Rang, besonders Alt-Ägypten, Alt-Peru, Ostasien
FESTE UND VERANSTALTUNGEN
Juli/August. Citybeach, Cocktails, Musik, Unterhaltung und Sport hinterm Rathaus
September. Pflasterzauber, Straßenmusik und Straßenkunst in der Innenstadt
Die bemalte Holzdecke im Mittelschiff der Michaeliskirche stammt aus dem 13. Jahrhundert.
Ein Wunder beflügelte auch den Bau des Dom St. Mariä (9. Jahrhundert, gerade frisch restauriert): Kaiser Ludwig der Fromme hatte einer Legende nach aus Dank für die Errettung nach einem misslungenen Jagdausflug eine Marienkapelle erbauen lassen und die Kaufmannssiedlung an der Furt des Hellwegs 815 zur Bischofsstadt erhoben. Dort, wo Ludwig die Hilfe der Gottesmutter erflehte, wuchs der nun »tausendjährige« Wildrosenstock. Das Wahrzeichen Hildesheims blüht noch heute an der Apsis des Doms. Seine Blüte als Stadt erlebte Hildesheim unter Bernward, Bischof von 993–1022. Er ließ die Michaeliskirche mit ihren mächtigen Vierungstürmen und der kunstvollen Bronzetür bauen. In die beiden Flügel der 4,72 Meter hohen Bernwardstür sind 16 Reliefs mit Szenen aus dem Neuen Testament gearbeitet.
Berühmt ist Hildesheim auch für seine historischen Bürger-, Patrizier-, Gilde- und Handwerkerhäuser aus fünf Jahrhunderten. Als einer der schönsten Fachwerkbauten Deutschlands gilt das Knochenhauer-Amtshaus mit überreichem Schnitzwerk und Dekor. Im Unterschied zu den Nachbarhäusern wurde nicht nur die Fassade (außer Tempelherrenhaus, 1457) rekonstruiert, sondern das komplette Gebäude. Das tut dem Zauber des Marktplatzes mit dem spätgotischen Rathaus (13.–15. Jahrhundert) und dem Marktbrunnen (1540) aber keinen Abbruch. Als ältestes Fachwerkhaus gilt das Waffenschmiedehaus (1548) am Gelben Stern.
Wer nicht weiß, wohin er zuerst gehen soll: Die Rosenroute führt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten – und an urigen Kneipen, gemütlichen Cafés und Restaurants vorbei.
Persönlicher Tipp
HERRENHÄUSER GÄRTEN
Das 26 Meter hohe Knochenhauer-Amtshaus; das ursprüngliche Gebäude entstand 1529.
Nach dem mittelalterlichen Hildesheim bilden die Herrenhäuser Gärten in Hannover einen schönen Kontrast und zugleich Abschluss des kurzen Wochenendes im Welfenland. Der Große Garten (1666–1714) südlich der früheren Sommerresidenz der Kurfürsten bzw. Könige von Hannover (Orangerie und Galerie erhalten, Wiederaufbau des klassizistischen Schlosses 2013) ist mit dem Neuen Garten der größte und mit den exakt ausgerichteten Rabatten, Hecken, Alleen und Wasserspielen, darunter die Großen Kaskade und Große Fontäne (rund 60 m), dem Irrgarten, Gartentheater und der Grotte (2003 neu gestaltet) der besterhaltene barocke Lustgarten Europas. Nördlich der Residenz wurde aus einem Küchen- ein botanischer Garten mit 11 000 Pflanzenarten. Attraktion des Berggartens ist das Sealife-Aquarium im tropischen Regenwald. Der Georgengarten und der Welfengarten südlich bzw. nördlich der Herrenhäuser Allee wurden im 19. Jahrhundert nach englischem Vorbild als Landschaftsgarten angelegt. Im Georgenpalais ist das Wilhelm-Busch-Museum mit Satirekunst aus vier Jahrhunderten untergebracht.
Infos und Adressen
ANREISE
Flug: über Flughafen Hannover; Bahn: ICE/IC bis Hannover Hbf, weiter mit Regionalexpress oder S-Bahn; Auto: A 7
SEHENSWERT
Stadtmuseum. Stadtgeschichtliche Sammlung des Roemer-Museums im Knochenhauer-Amtshaus, Restaurant im Erdgeschoss. Markt 7, www.stadtmuseum-hildesheim.de, www.knochenhaueramtshaus.com
Gärten und Parks. Um die früheren Wallanlagen und -gräben und das Flüsschen Innerste bzw. aus Klostergärten entstanden und zu einem Naherholungsgebiet verbunden, z. B. Ernst-Ehrlicher-Park und Magdalenengarten
ESSEN UND TRINKEN
Bischofsmühle. Restaurant-Café, abends im Keller Jazz und Blues live, nahe Magdalenenkirche und -garten. Dammstr. 32, www.bischofsmuehle.de
Nil im Museum. Wein und leichte Küche im Neubau des Roemer- und Pelizaeus-Museums. Am Steine 1, www.nil-museum.de
ÜBERNACHTEN
Van der Valk Hotel Hildesheim. Vier-Sterne-Haus im Ensemble aus Wollenwebergildehaus (16. Jh.), Stadtschänke (17. Jh.) und Rokokohaus (18. Jh.), mit Restaurant Gildehaus. Markt 4, www.hildesheim.vandervalk.de
WEITERE INFOS
Tourist-Information: Rathausstr. 20 (Tempelherrenhaus), www.hildesheim.de
Die Solinger Stadtteile Gräfrath und Schloss Burg sind eine Altstadtidylle mit den typischen bergischen Fachwerk- und Schieferhäusern an kopfsteingepflasterten Straßen. Zudem liegt Solingen inmitten der sanften Hügel des Bergischen Landes mit zahlreichen Bach- und Flussläufen.
HIGHLIGHTS
Müngstener Brücke mit Brückenpark. Mit 107 Metern höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands (1897) zwischen Solingen und Remscheid, denkmalgeschützte Stahlgitter-Bogenkonstruktion
Gräfrather Lichtturm. Beleuchtetes architektonisches Kunstwerk am höchsten Punkt Solingens
Wuppertaler Schwebebahn. Hängebahn (1901) an Stahltragegerüsten im benachbarten Wuppertal; 10 der 13 Kilometer langen Strecke zwischen Vohwinkel und Oberbarmen führen über das Flussbett der Wupper
FESTE UND VERANSTALTUNGEN
August/September. 48 Stunden, bildende Kunst, Performances und Musik auf Schloss Burg
September. Zöppkesmarkt, großer Trödelmarkt in der Innenstadt
Dezember. Romantischer Weihnachtsmarkt auf Schloss Grünewald
Dezember. Adventsbasar der Kunsthandwerker auf Schloss Burg
Bei den Ritterspielen der Georgsritter auf Schloss Burg wird das Mittelalter lebendig.
Solingen hat einen guten Ruf. Klingen, vor allem Messer und Scheren, machten die Stadt weltbekannt. Da die Stadt im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde, sucht man eine historische Mitte vergebens. Im Zentrum erinnert nur die neogotische St.-Clemens-Kirche (1892) an frühere Zeiten. Dafür gibt es Neues, z. B. die Clemens-Galerien mit vielen Geschäften und Cafés oder das Forum für Produktdesign, eine Außenstelle der Bergischen Universität im ehemaligen Hauptbahnhof. Auf die Tradition des Klingenhandwerks hat sich das Deutsche Klingenmuseum in Gräfrath (Klosterhof 4) spezialisiert. Darin sind wertvolle Waffen, außergewöhnlich gestaltetes Essgerät und kunstgewerbliche Arbeiten aus aller Welt zu sehen. Rund um das Klingenmuseum breitet sich einer der schönsten Stadtteile Solingens mit Kirche (1690 erneuert) und ehemaligen Klostergebäuden auf dem Hügel aus. Fachwerk und Schieferhäuser verleihen den Gassen eine gemütliche Atmosphäre, urige Restaurants und kleine Läden tragen zum Charme Gräfraths bei.
Persönlicher Tipp
REICH GETAFELT IN SCHLOSS BURG
Die sanften Hügel des Bergischen Landes mit Wiesen, Feldern und Wäldern
In Schloss Burg kommt der Besucher direkt ins Mittelalter. Die Burg, die dem Stadtteil ihren Namen gab, errichtete Anfang des 12. Jahrhunderts Graf Adolf II. von Berg hoch oben auf einem Berg. Über die Zeit wurde sie zu einem prächtigen Schloss ausgebaut, verfiel dann aber, bis sie im 19. Jahrhundert in alter Form wiederaufgebaut wurde. Heute beherbergt sie das Bergische Museum, das u. a. Einblicke in das Leben in mittelalterlichen Herrschaftssitzen gewährt. Man erreicht die Burg zu Fuß oder bequem per Seilbahn.
In den Gassen rund um die Burg werben Cafés mit einer Spezialität, der Bergischen Kaffeetafel. Bei diesem Gaumenfest gibt es neben Kuchen diverse Brotsorten und Stuten, Marmeladen sowie Wurst und Käse, Milchreis mit Zimt und Zucker, Zwieback mit Sirup und natürlich Waffeln mit heißen Kirschen. Der Kaffee kommt stilecht aus einer »Dröppelminna«, einer samowarähnlichen Zinnkanne. Danach ist ein Klarer oder Aufgesetzter notwendig!
Zwar verdankt das Bergische Land seinen Namen den Grafen von Berg, doch bergig ist es auch: bis zu 400 Meter hoch, von Wald und Wiesen bedeckt, mal schroff und felsig. Dazwischen schufen Flüsse und Bächer Täler, ihr Wasser wird häufig zu Talsperren gestaut. Die Bevertalsperre bei Hückeswagen, etwa 45 Autominuten von der Solinger Innenstadt entfernt, ist eine der vielseitigsten. Man kann Boot fahren, surfen und schwimmen, wandern und Rad fahren. Man kann es sich aber auch in einem der Ausflugslokale gut gehen lassen.
Infos und Adressen
ANREISE
Flug: von allen größeren Flughäfen nach Düsseldorf oder Köln, von da aus weiter mit dem Zug/Auto; Bahn: IC-Strecke zwischen Köln und Dortmund; S-Bahn von Düsseldorf; Auto: A 1 (Abfahrt Schloss Burg/Wermelskirchen), A 46 oder A 3
SEHENSWERT
Wipperkotten. Letzter original erhaltener Solinger Schleifkotten, mit Wasserkraft angetrieben, Dokumentation zur Geschichte des Schleiferberufs. Wipperkotten 2, www.wipperkotten.com
Rheinisches Industriemuseum. Im Gebäude der ehemaligen Gesenkschmiede Hendrichs. Merscheider Str. 297, www.industriemuseum.lvr.de/schauplaetze/solingen/
ESSEN UND TRINKEN
Café Florian. Im Hotel Gräfrather Hof, kreative Küche in netter Atmosphäre. In der Freiheit 48, www.hotel-graefratherhof.de
Café und Restaurant La Villa. Italienische Küche in restaurierter Jugendstilvilla, mit Biergarten. Merscheider Str. 289, www.villa-solingen.de
AUSGEHEN
Papiertheater auf Schloss Burg. Opern, Schauspiele, Märchen in Kurzfassungen, mit Papierfiguren gespielt. Schlossplatz 16, www.burgtheater.org
WEITERE INFOS
Tourist-Information im Bürgerbüro: Clemens-Galerien, Mummstr. 10, Solingen, www.solingen.de
Seit ihrem grandiosen Abschneiden im LivCom-Wettbewerb 2004 unter den Städten mit 200 000 bis 750 000 Einwohnern darf sich die Universitätsstadt mit dem Titel »lebenswerteste Stadt der Welt« schmücken. Münster bietet neben seiner Altstadt viel lebendige Kultur, grüne Natur und nahezu paradiesische Voraussetzungen für Radler.
HIGHLIGHTS
Lambertikirche. Am Turm der Kirche die Originalkörbe der Täufer besichtigen
Prinzipalmarkt. Durch die Arkadengänge der wiederaufgebauten Giebelhäuserzeile flanieren
Aasee. Mit dem Solarboot »Solaaris« auf dem See spazieren fahren
Allwetterzoo. Bei der Elefantenfütterung den grauen Kolossen Brot und Obst reichen
Rieselfelder. Im nördlich gelegenen Naturschutzgebiet bedrohte Vogelarten beobachten
FESTE UND VERANSTALTUNGEN
Mittwochs und samstags. Wochenmarkt auf dem Domplatz
März, Juni, Oktober. Send, Münsters größtes Volksfest
Sommer. Turnier der Sieger, bedeutendes Pferdesportturnier auf dem Schlossplatz
August. Montgolfiade, älteste Heißluftballon-Veranstaltung Deutschlands
Adventszeit. Weihnachtsmarkt um den Prinzipalmarkt
Das geschichtsträchtige gotische Rathaus schmückt seit Jahrhunderten den Prinzipalmarkt.
Wolkenkratzer sucht man hier vergeblich, stattdessen wartet die Stadt mit einer gelungenen Mischung aus verschiedenen historischen Architekturepochen und modernen Bauten auf. Gegründet 1170, gelangte Münster im Spätmittelalter als Mitglied der Hanse in Westfalen zu Ruhm und Ansehen. Von dieser glanzvollen Zeit zeugt der Prinzipalmarkt im Zentrum der Stadt. Die historische Kaufmannstraße mit ihren prächtigen Giebelhäusern wurde nach massiven Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg nahezu authentisch wiederaufgebaut. Zu den Wahrzeichen gehört auch der mächtige St.-Paulus-Dom, mit dessen Bau 1225 begonnen wurde. Die Kathedrale ist Mutterkirche des Bistums Münster.
Am Ende des Prinzipalmarkts erhebt sich die spätgotische Lambertikirche, die mit ihren drei außen am Turm hängenden Körben für das Täuferreich von Münster steht. In den Körben wurden 1536 die Leichname der Anführer der »Wiedertäufer«, einer radikalen reformatorischen Bewegung, zur Schau gestellt. Das historische Rathaus steht für einen Meilenstein der Geschichte: Im »Friedenssaal« wurde 1648 der Friede von Münster als Teil des Westfälischen Friedens geschlossen.
Zu den modernen Glanzstücken gehört der Hafen. Zunächst wichtiger Umschlagplatz für Kohle und Getreide, war der Stadthafen lange Zeit dem Verfall preisgegeben. Heute ist dort mit dem Kreativkai eine neue Szenemeile entstanden. In die umgebauten Speicherhäuser zogen Kunst, Kultur und Gastronomie ein.
Persönlicher Tipp
MORD UND TOTSCHLAG IN DER RADLERSTADT MÜNSTER
Lokale auf dem Prinzipalmarkt, dem Herz der westfälischen Studentenstadt Münster
Schuld daran sind der ARD-Tatort mit Hauptkommissar Frank Thiel alias Axel Prahl und Pathologe Karl-Friedrich Boerne alias Jan Josef Liefers sowie die ZDF-Krimiserie Wilsberg mit Leonard Lansink in der Rolle eines Antiquars und Privatdetektivs. Beide Serien spielen mit viel Erfolg in Münster und Umgebung.
Der Veranstalter »Statt Reisen Münster« (www.stattreisen-muenster.de) bietet für Krimifans verschiedene Spaziergänge durch die Stadt an, die entweder zu den Fernsehdrehorten führen oder auch tatsächliche, lang zurückliegende Kriminalfälle neu aufrollen.
In Münster gibt es übrigeins doppelt so viele Fahrräder, hier »Leeze« genannt, wie Einwohner – kein Wunder, ist das Rad doch dank des guten Radwegenetzes das wichtigste Verkehrsmittel. Auch Besucher können sich an vielen Stellen in der Stadt einen Drahtesel mieten, um auf dem autofreien Ring, der Promenade, die Stadt zu umrunden.
Infos und Adressen
ANREISE
Flug: Direktflüge von allen größeren Flughäfen zum Flughafen Münster/Osnabrück bei Greven; Bahn: IC/ICE bis Münster/Westf.; Auto: aus Richtung Norden über die A 1, aus Süden über die A 1 oder A 43
SEHENSWERT
Kunstmuseum Pablo Picasso. Ausstellungen rund um Picasso. Picassoplatz 1, www.kunstmuseum-picasso-muenster.de
Mühlenhof-Freilichtmuseum. Handwerk aus vier Jahrhunderten. Theo-Breider-Weg 1, www.muehlenhof-muenster.org
Allwetterzoo. Mit überdachten Wegen (»Allwettergängen«) ausgestatteter Zoo. Sentruper Str. 315, www.allwetterzoo.de
ESSEN UND TRINKEN
Altes Gasthaus Leve. Traditionsreiches Gasthaus mit westfälischen Gerichten. Alter Steinweg 37, www.gasthaus-leve.de
Cavete. Älteste Studentenkneipe Münsters. Kreuzstr. 37, www.cavete-muenster.de
ÜBERNACHTEN
Central Hotel Münster. In der Innenstadt. Aegidiistr. 1, www.central-hotel-muenster.de
Factory Hotel. Modernes Designhotel in den Mauern der denkmalgeschützten Germania-Brauerei. An der Germania-Brauerei, www.factoryhotel-muenster.de
WEITERE INFOS
Münster Information: Heinrich-Brüning-Str. 9, www.muenster.de
Burgen und Wasserschlösser, Parkanlagen und Schlossgärten – das flache Münsterland mit seinen historischen Städtchen birgt unzählige dieser Architekturschätze. Und das vielleicht Schönste daran: Sie liegen oftmals so nah beieinander, dass sie leicht mit dem Fahrrad zu erreichen sind.
HIGHLIGHTS
Schloss Münster. Im Botanischen Garten die exotischen Pflanzen bestaunen
Schloss Nordkirchen. Im stilechten Ambiente einem Schlosskonzert lauschen
Burg Vischering. Sich im Münsterland-Museum in die Ritterzeit versetzen
Annette von Droste-Hülshoff: Mit dem Fahrrad den Spuren der Dichterin folgen
Naturbad Olfen. Sich im modernen Freibad ganz ohne Chlor und Chemie von der Schlösserbesichtigung erholen
FESTE UND VERANSTALTUNGEN
Letzter Samstag im Mai: Wildpferdefang in Dülmen
Juli/August. Dülmener Sommer mit Musikevents und internationalem Straßentheater
Ende September/Anfang Oktober. Warendorfer Hengstparade
3. Oktober. Sparkassen Münsterland Giro, Radsport-Eintagesrennen
Herrenhaus vom Wasserschloss Lembeck bei Dorsten, einer Barockanlage mit großem Park
Mit seinen Äckern und Weiden, seinen Wallhecken und Wäldchen präsentiert sich das Münsterland als riesige Parklandschaft. Die größtenteils ebene Region mit der Stadt Münster als Zentrum eignet sich hervorragend für Erkundungstouren mit dem Fahrrad, die selbst für ungeübte Radler problemlos zu bewältigen sind. So sind die 100 Schlösser und Burgen über vier verschiedene Routen miteinander verbunden. Und wer nicht mit dem eigenen Rad anreisen möchte: Die Fahrradstadt Münster bietet Leihfahrräder in Hülle und Fülle.
Mitten in Münster liegt der 1753–57 von Barockmeister Johann Conrad Schlaun erbaute Erbdrostenhof. Das einst als Wohnstätte des Adels dienende Palais ist nur von außen zu bewundern. Das Schloss Münster, ehemals fürstbischöfliche Residenz, beherbergt heute die Verwaltung der Universität. Hinter dem eleganten Baukomplex erstreckt sich der Schlosspark mit dem Botanischen Garten. Etwa sechseinhalb Kilometer von der Innenstadt Münsters entfernt stößt man auf den ehemaligen Herrensitz Rüschhaus. Hier lebte und arbeitete 1826–46 die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Geboren wurde sie jedoch in der fünf Kilometer entfernten Wasserburg Hülshoff (Havixbeck), die mit großem Park und Droste-Museum aufwartet.
Etwas weiter von Münster entfernt, beim Städtchen Lüdinghausen, entstand im 13. Jahrhundert als wehrhafte Verteidigungsanlage die Burg Vischering. Wer jetzt mit dem Auto noch etwa zehn Kilometer fährt, stößt in Nordkirchen auf das »Westfälische Versailles«, eine traumhaft schöne Barockanlage mit großem Park.
Persönlicher Tipp
WILDE PFERDE IN DÜLMEN
Korbflechter beim »Kiepenkerlsonntag«. Wanderhändler trugen einst Rückentragen (Kiepen).
Das Münsterland ist auch eine Pferderegion. Im Naturschutzgebiet Merfelder Bruch, 12 Kilometer westlich der münsterländischen Stadt Dülmen, leben einige der letzten freilebenden Wildpferde des europäischen Kontinents. Diese etwa 350 Tiere große Herde ist das ganze Jahr über bei jeder Witterung sich selbst und ihren uralten Instinkten überlassen. Nur einmal im Jahr, jeweils im Mai, werden die einjährigen Hengste ausgesondert und anschließend versteigert. Dazu treibt man die Herde vor den Augen von unzähligen begeisterten Zuschauern in eine Arena und beginnt, die jungen Hengste so sanft wie möglich, also ohne Lasso oder Fußschlingen, einzufangen. Auch außerhalb dieses Wildpferdefangs besteht von März bis Oktober an den Wochenenden die Möglichkeit, die herumtollenden Fohlen und die friedlich grasenden ausgewachsenen Vierbeiner in freier Bahn zu beobachten.
Infos und Adressen
ANREISE
Flug: Direktflüge zum Flughafen Münster/Osnabrück; Bahn: IC/ICE bis Münster/Westf., weiter mit ÖPNV oder Mietwagen; Auto: von Norden und Süden über A 1, A 43, A 31, A 3, aus Osten und Westen über A 2, A 30
SEHENSWERT
Burg Vischering. Museum: Di–So 10–18 Uhr, Lüdinghausen, www.burg-vischering.de
Schloss Nordkirchen. Park frei zugänglich, Führungen durch die Innenräume: im Sommer jede Std. 11–17 Uhr, Winter 14–16 Uhr, Nordkirchen, www.schloss-nordkirchen.de
Burg Hülshoff. Droste-Museum: Apr.–Sep. tägl. 11–18.30 Uhr, März, Okt., Nov. Mi–So 11.30–17 Uhr, Havixbeck, www.burg-huelshoff.de
ESSEN UND TRINKEN
Pinkus Müller. Brauereiausschank mit westfälischen Spezialitäten. Kreuzstr. 4–10, Münster, www.pinkus.de
Bauerncafé Austermann. Ausflugslokal an der Schlösserroute. Vohren 18, Warendorf, www.bauerncafe-austermann.de
ÜBERNACHTEN
Parkhotel Schloss Hohenfeld. Hotel im Landhausstil am Rand von Münster. Dingbängerweg 400, www.parkhotel-hohenfeld.de
Hotel Feldmann. Kleines Traditionshotel im Zentrum von Münster. An der Clemenskirche 14, www.hotel-feldmann.de
WEITERE INFOS
Münsterland e.V.: Airportallee 1, Greven, www.muensterland-tourismus.de
Köln stand in seiner fast 2000-jährigen Geschichte unter so vielen Einflüssen wie kaum eine andere Stadt in Deutschland. Jede Epoche hat ihre Spuren in der Rheinmetropole, die im Mittelalter die größte deutsche Stadt war, hinterlassen.
HIGHLIGHTS
Kölner Dom. Gotische Kathedrale mit dem Dreikönigsschrein (UNESCO-Weltkulturerbe)
Römisch-Germanisches Museum. Fundstücke aus dem römischen Köln, mit der weltweit größten Sammlung römischer Gläser
Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud. Kunst vom Mittelalter bis zum Impressionismus
Altstadt. Auf Kopfsteinpflaster durch schmale Gässchen streifen, dabei Kölsch und andere Spezialitäten genießen
Rhein. Mit der Köln-Düsseldorfer Rheinfahrt die Stadt an sich vorbeigleiten lassen
FESTE UND VERANSTALTUNGEN
Februar/März. Straßenkarneval, von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch, Höhepunkt ist der Rosenmontagszug
Juli. Kölner Lichter, Feuerwerk und Schiffskonvoi auf dem Rhein
Dezember. Weihnachtsmärkte, u. a. am Dom, Märchen-Weihnachtsmarkt auf dem Rudolfplatz, Hafen-Weihnachtsmarkt am Schokoladenmuseum
Zum Kölner Stadtpanorama gehören neben Groß St. Martin und Dom auch die Rheinschiffe.
Weithin sichtbar ist der Hohe Dom zu Köln, wie das Wahrzeichen von Köln offiziell heißt. Mit ihren 157 Metern ist die Kathedrale das zweithöchste Kirchengebäude Europas. Die Grundsteinlegung des fünfschiffigen gotischen Gotteshauses erfolgte im Jahr 1248, vollendet wurde der Bau nach rund 300-jähriger Pause 1880. Auch unvollendet zogen der Dom und sein Dreikönigsschrein Pilger aus ganz Europa an. Sie trugen zum Reichtum des mittelalterlichen Köln bei.
Als der Bau des Doms begann, wurden die zwölf romanischen Kirchen gerade vollendet. Groß St. Martin erhebt sich als größte von ihnen aus dem Gewirr kleiner Gässchen und Häuschen der Altstadt. Heute ist die Altstadt zwischen Altem Markt und Rhein ein beliebtes Ausgehviertel.
Der Untergrund von Köln gibt immer wieder Zeugen der Vergangenheit preis. Wer vom Roncalliplatz durch das große Fenster des Römisch-Germanischen Museums blickt, kann das Dionysos-Mosaik bewundern – genau an der Stelle, wo es vor fast 2000 Jahren als Boden eines Speisesaals angelegt wurde. Von hier sind es nur wenige Schritte zum Museum Ludwig. Der moderne Bau beherbergt eine der weltweit renommiertesten Sammlungen von Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart.
Ein Museum ganz anderer Art wartet in der südlichen Altstadt. Das Schokoladenmuseum lässt die Herzen großer und kleiner Schleckermäulchen höherschlagen. Dahinter geht es am Deutschen Sport- und Olympiamuseum entlang zum jüngsten Kölner Stadtteil, dem Rheinauhafen. Das frühere Hafengebiet wurde in den letzten Jahren zu einem modernen Büro- und Ausgehviertel aufgepeppt. Die drei Kranhäuser sind nun ein fester Bestandteil der südlichen Stadtsilhouette.
Persönlicher Tipp
KÖLN VON OBEN
Das Museum Ludwig bildet einen spannenden Kontrast zum Dom.
Wer die Perspektive wechseln und Köln von oben betrachten möchte, hat dazu gleich mehrere Möglichkeiten. Die beschwerlichste ist der Aufstieg auf den Südturm des Doms. 533 Stufen führen bis zur Aussichtsgalerie. Die Mühe wird mit einem herrlichen Blick auf die Altstadt belohnt. Wer das Stadtpanorama mit den Türmen des Doms betrachten möchte, muss auf die andere Rheinseite wechseln. Ein Aufzug fährt zum 29. Stockwerk des Hochhauses Köln Triangle an der Hohenzollernbrücke. Aus 103 Metern Höhe bietet sich ein Rundumblick von der Kölner Altstadt bis zum Siebengebirge. Wer immer noch nicht genug gesehen hat, sollte am Rheinufer bis in den Rheinpark laufen. Der Park und die Rheinseilbahn wurden 1957 anlässlich der Bundesgartenschau angelegt. Die bunten Viererkabinen fahren gemütlich über den Rhein und die Zoobrücke bis zum Zoo.
Infos und Adressen
ANREISE
Flug: Direktflüge zum Köln-Bonn Flughafen »Konrad Adenauer«, dann S-Bahn zum Hauptbahnhof; Bahn: IC/ICE-Verbindungen von allen größeren deutschen Bahnhöfen; Auto: A 4, A 3, A 57, A 61, A 555, A 59
SEHENSWERT
Kölnisches Stadtmuseum. Geschichte, Wirtschaft und Alltagsleben. Di 10–20 Uhr, Mi–So, feiertags 10–17 Uhr, Zeughausstr. 1–3, www.museenkoeln.de/koelnisches-stadtmuseum
ESSEN UND TRINKEN
Brauhaus Sion. Traditionelles Brauhaus, seit 1318 gibt es hier Selbstgebrautes und deftige Küche. Unter Taschenmacher 5–7, www.brauhaus-sion.de
AUSGEHEN
Theater im Bauturm.
Freies Theater mit wechselndem Programm. Aachener Str. 24–26, www.theater-im-bauturm.de
SHOPPING
4711. Stammhaus des »4711 Echt Kölnisch Wasser« mit großer Auswahl an hauseigenen Duftwässern und Seifen. Glockengasse 4, www.4711.de
ÜBERNACHTEN
Excelsior Ernst. Fünf-Sterne-Traditionshaus am Dom. Trankgasse 1–5, www.excelsiorhotelernst.com
WEITERE INFOS
Köln Tourismus: Kardinal-Höffner-Platz 1, www.koelntourismus.de
Obwohl Xanten in der niederrheinischen Provinz liegt, bietet es eine Fülle an kulturellen Sehenswürdigkeiten. Die Wurzeln reichen zurück bis zu den Römern, deren älteste Spuren aus vorchristlicher Zeit stammen. Die zweite für Xanten wichtige Epoche war die Gotik am Ende des Mittelalters.
HIGHLIGHTS
Dom St. Viktor. Bedeutendes gotisches Gotteshaus
Archäologischer Park. Weitläufiges Gelände nördlich der Altstadt mit Relikten aus der Römerzeit
RömerMuseum. 2008 eröffnet, mit moderner Präsentation der römischen Geschichte
Amphitheater Birten. Einst Vergnügungsstätte für römische Legionäre, heute Freilichtbühne für verschiedene Veranstaltungen
SiegfriedMuseum. Siegfried aus dem Nibelungenmythos soll in Xanten geboren worden sein; das Museum beleuchtet die Legende
FESTE UND VERANSTALTUNGEN
Juni. Fronleichnamskirmes, die Stadt verwandelt sich in einen Rummelplatz
Juni. Römerfest »Schwerter, Brot und Spiele« im Archäologischen Park
August. Sommerfestspiele, Oper, Konzert und Musicals im Amphitheater des Archäologischen Parks
Der Hochaltar von St. Viktor (1529–1544) ist das größte Heiligtum des Domschatzes.
Unübersehbar ragt er aus der niederrheinischen Ebene empor: Xantens Dom St. Viktor. Er ist nach dem heiligen Viktor benannt, dem auch die Stadt ihren Namen verdankt. Die erste mittelalterliche Siedlung entstand rund um die Gräber von Viktor und seinen Weggefährten. »Ad Sanctos«, bei den Heiligen, schliff sich im Laufe der Zeit zu »Xanten« ab. Zwischen dem Kölner Dom und der Nordseeküste findet sich kein prägnanteres gotisches Gotteshaus. Begonnen wurde sein Bau 1263, vollendet war es 1544. Im Inneren des Doms beeindrucken vor allem über 20 Altäre, von denen der Marienaltar mit der geschnitzten Wurzel Jesse künstlerisch herausragt.
Bei einem Streifzug durch die Altstadt fällt eine Reihe von historischen Gebäuden auf, die sich alle in hervorragendem Zustand präsentieren. Unmittelbar am zentralen Markt finden sich das Gotische Haus und das ehemalige Kartäuserkloster, in denen sich heute Restaurants etabliert haben. Im Nordwesten kann man die Altstadt durch das Klever Tor verlassen, eine Doppeltoranlage mit Brücke.
Von dort ist es nicht weit bis zum Archäologischen Park, der auf dem Gelände der ehemaligen römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana entstanden ist. In der römischen Provinz Niedergermanien war nur Köln bedeutender. Xantens Situation ist einmalig, da sich die mittelalterliche Stadt ab dem 5. Jahrhundert nicht auf den römischen Ruinen entwickelt hat. So blieb vieles erhalten oder wurde historisch genau rekonstruiert. Dazu gehören die Ecke des Hafentempels und das Amphitheater, in dem Konzerte und Fernsehshows stattfinden. Beim Gang durch den Park, einer Stärkung in der römischen Herberge und imaginären Entspannung im Caldarium der Thermen wird man langsam selbst zum Römer.
Persönlicher Tipp
FREIZEITZENTRUM XANTEN
Die Türme des Doms sind (fast) überall zu sehen, auch bei einer entspannten Pause im Café.
Nördlich der Altstadt wurde 1974 ein Freizeitzentrum eröffnet, das stetig neue Aktivitäten und Erholungsmöglichkeiten anbietet (www.freizeitzentrumxanten.de). Rund um die Xantener Nordsee und die Xantener Südsee kann jeder Spaß am Wasser erleben. Die beiden Seen sind künstlich angelegt worden und jeweils rund 110 Hektar groß. Dort kann gesegelt und gesurft werden. Taucher finden ebenso ihr Revier wie Angler und Schwimmer. Rund um die Seen kommen Spaziergänger und Radfahrer auf ihre Kosten. Im Strandbad Xantener Südsee gibt es großzügig bemessene Liegewiesen. Wer sich bei Wassersportarten ausprobieren möchte, kann dort Wasserski fahren und Katamarane leihen. Ruhigere Naturen bevorzugen das Fahrgastschiff »Seestern«, das im Frühling und Sommer auf den Seen seine Runden dreht. Insgesamt sind drei Häfen Dreh- und Angelpunkte der Aktivitäten im Freizeitzentrum: Vynen, Wardt und Xanten.
Infos und Adressen
ANREISE
Bahn: Endstation der Regionalbahnlinie »Der Niederrheiner« aus Duisburg; Auto: B 57 zwischen Kleve und Rheinberg
SEHENSWERT
Klever Tor. 1393 errichtetes Doppeltor mit drei Appartements. Ecke Klever Straße/Westwall
ESSEN UND TRINKEN
Gotisches Haus. Einmaliges Ambiente direkt am Marktplatz. Markt 6
Karthaus X2. Moderne Gerichte in einem ehemaligen Kloster. Karthaus 10, www.karthaus-xanten.de
SHOPPING
Kriemhildmühle. Bei Wind drehen sich die alten Mühlenflügel, Backwaren aus eigener Herstellung. Nordwall 5, Mo 14–18.30 Uhr, Di–Sa 8.30–18.30 Uhr, So 10–17 Uhr (wetterabhängig), www.kriemhildmuehle.de
ÜBERNACHTEN
Hotel van Bebber. Im Haus mit 225-jähriger Geschichte übernachteten schon Königin Viktoria und Winston Churchill. Klever Str. 12
Hotel Nibelungen Hof. Ganz im Zeichen Siegfrieds, der Xantener gewesen sein soll. Niederstr. 1, www.hotel-nibelungenhof.de
WEITERE INFOS
Tourist-Information: Kurfürstenstr. 9, Xanten, www.xanten.de
Vor der Kulisse historischer Bauten und Bürgerhäuser entfaltet sich in den gemütlichen Gassen der Aachener Altstadt lebendiges, junges Treiben – nicht zuletzt wegen der beinahe 50 000 Studenten in der Stadt. Man genießt fast südländische Atmosphäre in Deutschlands »europäischster« Stadt.
HIGHLIGHTS
Couven-Museum. Barockhaus, repräsentiert bürgerliche Wohnkultur aus dem 18./19. Jahrhundert
Alt Aachener Café-Stuben van den Daele. Eine Institution, nicht nur ein Café
Ludwig-Forum für Internationale Kunst. Moderne Kunst ab den 1960er-Jahren bis heute
Frankenviertel. Viele Gründerzeitvillen, gemütliche Kneipenkultur
Ponttor (17./18. Jh.) und Marschiertor (13./14. Jh.), die beiden letzten erhaltenen der einst elf Stadttore Aachens
FESTE UND VERANSTALTUNGEN
Mai/Juni. Historischer Jahrmarkt am Korneliusplatz
Juni/Juli. Internationales Pferdesportturnier CHIO
August. Aachen across the borders, Musik, Tanz, Kunst aus aller Welt
Dezember. Stimmungsvoller Weihnachtsmarkt rund um das Rathaus
Blick ins Oktogon des Doms mit dem Leuchter (1165), den Friedrich Barbarossa stiftete
Das Herz von Aachen bildet der Dom, jenes Konglomerat aus karolingischem, gotischem und barockem Baustil. Das zentrale Oktogon, das Karl der Große errichten ließ, stammt von 805, die gotische Chorhalle mit ihren gen Himmel strebenden Glasfenstern von 1414, der Turm aus dem Jahr 1884. Der Dom birgt unermessliche Schätze wie den mit vergoldetem Silber und Edelsteinen besetzten Schrein (1215) Karls des Großen und den Marmorthron. Mehr als 100 europaweit gerühmte Kunstwerke gibt es in der Domschatzkammer zu sehen, darunter das Lotharkreuz (10. Jahrhundert) und die Karlsbüste (nach 1349).
Das Rathaus am Marktplatz geht ebenfalls auf den großen Kaiser zurück. Auf den Grundmauern des karolingischen Pfalzpalastes wurde das Rathaus im 14. Jahrhundert erbaut, im 17./18. Jahrhundert barockisiert und im 19. Jahrhundert regotisiert. Ein Standbild Karls des Großen (17. Jahrhundert) ziert den Karlsbrunnen auf dem Marktplatz.
Neben dem Karlsbrunnen gibt es zahlreiche weitere Brunnen in Aachen, z. B. den Puppenbrunnen (1975) in der Krämerstraße, eine der Flanier- und Einkaufsmeilen, den imposanten klassizistischen Elisenbrunnen, Wahrzeichen des Kurbades Aachen, mit einem Trinkbrunnen in der mittleren Rotunde oder auch den Hühnerdiebbrunnen (1913) auf dem Hühnermarkt. Der Hühnermarkt ist einer der betriebsamsten Plätze der Stadt. Umgeben von den schönen Fassaden barocker Häuser trifft sich Jung und Alt in den zahlreichen Straßencafés. Auch der Hof mit der Nachbildung eines römischen Portikus (Original aus dem 2. Jahrhundert) und natürlich der Marktplatz mit Cafés vor historischer Kulisse sind belebte Plätze.
Persönlicher Tipp
CAROLUS THERMEN
Das Wasser der acht Innen- und Außenpools der Carolus Thermen ist 18 bis 38 °C warm.
Schon Karl der Große genoss es, im Kreise von Getreuen im warmen Wasser der Aachener Thermalquellen seine Zipperlein zu vergessen. Diese Tradition führen die nach ihm benannten Carolus Thermen Bad (www.carolus-thermen.de) fort, mit allem Komfort eines modernen Wellnesstempels.
Innen- und Außenbecken, Massagedüsen und Wasserfälle bietet die von der Aachener Rosenquelle gespeiste Thermalwelt der Carolus Thermen. Danach ein Saunagang? Bei 15 Saunen und Dampfbädern hat man die Qual der Wahl, der Saunasee ist eine Wohltat für den Körper, der Japanische Saunagarten eine für den unruhigen Geist. Wer möchte, kann Meditationen zur Unterstützung beim Zur-Ruhe-Kommen und Abschalten nutzen. Letzte Verspannungen löst ein Aufenthalt in der Verwöhnwelt etwa mit einer Massage oder mit einem »Kurzurlaub« in der Karawanserei auf weißem, warmem Wüstensand. Bei Durst und Hunger sind die drei Bistros der Carolus Thermen zuständig.
Infos und Adressen
ANREISE
Flug: von allen größeren Flughäfen aus nach Düsseldorf, Köln oder Lüttich, weiter mit dem Zug; Bahn: über Mönchengladbach, Köln, Düsseldorf oder Duisburg; Auto: A 4 (aus Richtung Köln) oder A 44
SEHENSWERT
Drehturm Belvedere. Aussichtsturm auf dem Lousberg, dreht sich einmal pro Stunde um 360°
Fischmarkt. Alte Bürgerhäuser, Fischpüddelchenbrunnen und Grashaus (erstes Rathaus der Stadt, 1267)
ESSEN UND TRINKEN
Maier-Peveling’s. »Aachens schickste Frittenbude«. Alter Posthof 16, www.maier-pevelings.com
Alt Aachener Café-Stuben van den Daele. Kaffeehauskultur vom Feinsten. Büchel 18, www.van-den-daele.de
AUSGEHEN
Spielcasino. Im ehemaligen Kurhaus, Nervenkitzel in angenehmer Umgebung, www.westspiel.de/spielbanken/aachen/
Elephant Bar. Im Pullman-Hotel Quellenhof, niveauvolle Bar im Kolonialstil. Monheimsallee 52, www.accorhotels.com
Grenzlandtheater. Boulevardstücke und moderne Klassiker. Friedrich-Wilhelm-Platz, www.grenzlandtheater.de
WEITERE INFOS
Aachen Tourist-Info: Friedrich-Wilhelm-Platz, www.aachen-tourist.de
Der 2004 eingerichtete Nationalpark Eifel schützt jene Waldform, die in Mitteleuropa ohne den Einfluss des Menschen flächendeckend wachsen würde: den Buchenwald. Eine der Aufgaben des Schutzgebiets ist es, diese Naturlandschaft den Menschen näherzubringen.
HIGHLIGHTS
Wanderungen im Nationalpark. Markierte Strecken- und Rundwanderwege
Nationalparktore. Informationshäuser des Nationalparks in Simmerath-Rurberg, Schleiden-Gemünd, Heimbach, Monschau-Höfen und Nideggen
Rurtalsperre. Wassersportarten, Ausflugsschiffe der Rursee-Schifffahrt
Vogelsang Internationaler Platz. Ehemalige nationalsozialistische Schulungsstätte, Führungen und Besucherzentrum
Monschau. Historisches Fachwerkstädtchen an der Rur mit zahlreichen Einkehrmöglichkeiten
FESTE UND VERANSTALTUNGEN
Juli: Rursee in Flammen, Konzerte und Höhenfeuerwerk auf dem Rursee bei Rurberg und Woffelsbach (www.rursee-in-flammen.de)
November/Dezember: Weihnachtsmarkt in Monschau, einer der schönsten Weihnachtsmärkte der Region
Das Rote Haus, erbaut 1756, ist eins der schönsten Häuser im idyllischen Monschau an der Rur.
Buchen gedeihen überwiegend auf den Hochflächen der Eifel. Auf trockenen Hängen fügen sie sich in die Hangmischwälder, in den Schluchtwäldern dominieren Bergahorn, Ulme und Esche. Diese verschiedenen Waldformen bilden im Nationalpark ein kleinräumiges Mosaik, durchzogen wird es von Bächen und Felsen.
An den Eingängen des Nationalparks informieren »Nationalparktore« über den Park und seine Natur. Innerhalb des Nationalparks stehen zahlreiche ausgeschilderte Wanderungen zur Auswahl, u. a. Thementouren wie »Buchenhallen und Eichenhänge« oder »Schieferbrüche und Fledermäuse«. Für ein verlängertes Wochenende bietet sich der Wildnis-Trail an. Er führt in vier Tagesetappen von bis zu 25 Kilometern Länge einmal quer durch das Schutzgebiet.
Die Rurtalsperre
