Aufgeben ist nicht mein Weg -  - E-Book

Aufgeben ist nicht mein Weg E-Book

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Beschreibung

"Aufgeben ist nicht mein Weg", sagen 13 junge Zuwanderer und schildern ihre Erfahrungen mit dem deutschen Bildungssystem. Ihre Geschichten stehen beispielhaft für die Schwierigkeiten, die Kinder und Jugendliche mit Zuwanderungsbiographie überwinden müssen. Dennoch handelt es sich um "Erfolgsgeschichten".

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Seitenzahl: 220

Veröffentlichungsjahr: 2011

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet unter http://dnb.d-nb.de abrufbar.
© 2011 E-Book-Ausgabe (EPUB)
2. Auflage 2008© 2008 Verlag Bertelsmann Stiftung, GüterslohVerantwortlich: Ulrich Kober, Orkan KösemenLektorat: Sabine Stadtfeld, MünchenHerstellung: Christiane RaffelUmschlaggestaltung: Nadine HumannUmschlagabbildung und Portrait-Fotos innen: Marc Darchinger, BerlinInnengestaltung: Katrin Berkenkamp, Designwerkstatt 12, BielefeldDruck: Hans Kock Buch- und Offsetdruck GmbH, Bielefeld
ISBN : 978-3-86793-297-4
www.bertelsmann-stiftung.de/verlag
Vorwort
Fortschreitende Globalisierung und weltweite Migration haben unsere Gesellschaft tiefgreifend verändert. Wir leben in einem Einwanderungsland. Es hat lange - viel zu lange - gedauert, bis sich unser Land dieser veränderten Wirklichkeit gestellt hat. Angemessen darauf eingestellt haben sich manche Einrichtungen immer noch nicht, allen voran das Bildungssystem. Hier schneiden Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien in der Regel immer noch schlechter ab als ihre Altersgenossen ohne Migrationshintergrund. Unsere Bildungseinrichtungen sind im Alltagsgeschäft noch zu wenig sensibilisiert für die kulturelle, sprachliche und ethnische Vielfalt unseres Landes.
In unseren Kindergärten und Schulen werden die Weichen für eine erfolgreiche Integration und die gleichberechtigte Teilhabe aller am gesellschaftlichen Leben gestellt. Der Zusammenhalt in einer Einwanderungsgesellschaft ist aber akut gefährdet, wenn es hier nicht gelingt, Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrer Herkunft faire Chancen einzuräumen und es ihnen zu ermöglichen, Zugehörigkeit zu entwickeln.
Die Weiterentwicklung unseres Bildungssystems auf dem Hintergrund des demographischen Wandels und der zunehmenden Vielfalt in unseren Städten und Gemeinden ist eine der drängendsten Herausforderungen für unsere Gesellschaft. Allerdings dürfen wir nicht nur auf die Probleme fokussieren. Klassische Einwanderungsgesellschaften feiern die Erfolge ihrer Einwanderer. Auch wir in Deutschland haben Anlass zum Feiern. Denn längst gibt es auch bei uns viele Einwanderer, die unser Bildungssystem erfolgreich durchlaufen und beruflichen Erfolg haben. In diesem Band werden 13 solcher Erfolgsgeschichten erzählt. Sie zeigen individuelle Wege zum Gelingen, machen aber auch deutlich, wie groß die Widerstände waren und noch sind.
»Aufgeben ist nicht mein Weg« - Waldemar Eisenbraun hat dieses Motto für die hier beschriebenen Bildungswelten in der Einwanderungsgesellschaft vorgeschlagen. Es bringt trefflich auf den Punkt, wie »unwahrscheinlich« der Bildungserfolg vieler Einwanderer bei uns noch ist und welche Bedeutung deshalb individueller Erfolg hat. Er ist das Ergebnis von Anstrengung und Durchhaltevermögen.
Wir dürfen es aber nicht bei der Bewunderung für die Leistungen Einzelner belassen. Die beschriebenen Wege dürfen nicht die Wege einzelner weniger bleiben. Dafür setzen sich die hier Porträtierten selbst ein: Sie engagieren sich in Vereinigungen von Zuwanderern für bessere Integration, mehr Chancengleichheit und ein friedliches Zusammenleben in Deutschland. Die Bertelsmann Stiftung unterstützt sie dabei in einem Leadership-Programm für junge Führungskräfte aus Migrantenorganisationen. Für dieses Programm habe ich gern die Schirmherrschaft übernommen. Denn ich bin überzeugt davon, dass erfolgreiche junge Menschen aus Zuwandererfamilien wichtige »Brückenbauer für Integration« sind. Ihr Erfolg ist wegweisend für andere. Wegweisend für andere Kinder und Jugendliche in vergleichbarer Lage, damit sie nicht aufgeben. Wegweisend aber auch für uns alle, damit wir endlich gemeinsam die angemessenen Rahmenbedingungen für Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit in unserem Land schaffen.
Professor Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a. D.
Inhaltsverzeichnis
Titel
Impressum
Vorwort
Porträt Ali Doğan - »Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.« So war ich. So bin ...
Porträt Andreas Wojcik - Jetzt erst recht! Zieht durch, was ihr euch ...
Porträt Canan Ulufer - Ich bin die, die ich bin. Das ist vielleicht der größte ...
Porträt Eleonora Faust - Kommt raus aus eurer Ecke, verkriecht euch nicht, ihr ...
Porträt Hülya Eksi-Yılmaz - Am wichtigsten ist es, nicht zu resignieren.
Porträt José Ramón Álvarez Orzáez - In Momenten der Ohnmacht habe ich mir immer ...
Porträt Martin Hyun - Ich möchte mein Wissen und meine Erfahrungen hierzulande ...
Porträt Musgana Tesfamariam - Bildung ist die beste Waffe, um sich ...
Porträt Sadık Cicin - Dranbleiben, Jungs, ihr müsst dranbleiben, nicht ...
Porträt Antonella Sgroi - Wenn ich mich jetzt nicht melde, dann wird nichts von ...
Porträt Waldemar Eisenbraun - Wo ein Wille ist, da passieren großartige Dinge. ...
Porträt Armin Suceska - Geht mal in die Bibliothek. Und jetzt los, beeilt euch. ...
Porträt Lamya Kaddor - Lernt, Leute, lernt! Worauf wartet ihr noch?
Erfolg darf nicht unwahrscheinlich sein
Die Autoren
Porträt Ali Doğan
»Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.« So war ich. So bin ich bis heute.
Ich treffe Ali Doğan in einem großbürgerlichen Restaurant. Wir setzen uns an einen Tisch inmitten der barocken Dekoration: Schwere Bilderrahmen hängen an den Wänden, opulente Stuckleisten zieren die hohe Decke, die weiblichen Bedienungen servieren mit weißer Schürze. Ali legt seine zwei Handys neben sich auf den Tisch, die in den nächsten drei Stunden gelegentlich summen. Bei jedem Klingeln schaut Ali kurz auf das Display, ohne die Telefonate anzunehmen, während er unbeirrt weiterredet.
Ali hat einen akkuraten Kurzhaarschnitt, er trägt eine moderne Brille, ein graues Sakko, weißes Hemd, Krawatte, ausgebleichte Jeans und Lederschuhe. Er trinkt einen Cappuccino, dazu stilles Wasser, und hat keine Scheu, offen über sich, seine Familie und seinen Glauben zu reden. Wovon er stets zu wenig hat, ist Zeit. Ali Doğan ist ein rastloser Mensch. Er redet in hoher Frequenz und benötigt nicht mehr als wenige Stunden Schlaf pro Nacht, wie er sagt.
Ich weiß nicht genau, vielleicht machen das alle Kinder auf der Welt. Ich denke aber, bei mir war es besonders ausgeprägt: Meine Eltern erzählen mir, ich hätte als Kind schon immer gesagt, ich würde später Arzt oder Rechtsanwalt werden. Wahrscheinlich entsprang das meinem dringenden Wunsch heraus, meinen Eltern zu helfen. Mein Vater Ihsan, 58, ist seit 25 Jahren erwerbsunfähig. Er hat jahrelang als Gerber gearbeitet. Meine Mutter Yeter, 56, schuftet seit über 30 Jahren als Hilfsarbeiterin in einem Papierverarbeitungsunternehmen. Bald geht sie in Frührente. Ich habe einen Bruder, er heißt Can, 31, er ist geschieden. Meine Schwester Özlem, 32, ist verheiratet und hat ein Kind. Ich bin ledig und habe eine Freundin, sie heißt Sevil, 24. Dass ich heute mein Jurastudium beendet habe und vor dem 2. Staatsexamen stehe, habe ich vor allem der Unterstützung und Liebe meiner Familie zu verdanken.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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